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Was ist nun mit Benko und Liechtenstein?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Treuhänder, Untreuhänder

Der Wunderwuzzi erfreut sich weiterhin des Lebens. Liechtenstein macht’s möglich.

Erst kürzlich ging ein Bild durch Europa, dass den gescheiterten Hasardeur René Benko fröhlich grinsend auf der Jagd zeigt. Dass neben ihm ein hochrangiger Sozialdemokrat in die Kamera grinste, so ist halt Österreich. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Und die «Kronen Zeitung» hat das Beweisbild und ein kurzer Aufschrei geht durch die ehemalige k.u.k-Monarchie. Und dann wird die nächste Sau durchs Dorf gejagt.

Das Beweisfoto der «Kronen Zeitung».

Aber wie ist es eigentlich möglich, dass ein Pleitier, über den wie über sein Imperium der Konkurs eröffnet wurde und der laut eigenen Angaben von etwas mehr 3700 Euro im Monat lebt, sich dem Vergnügen der Reichen hingeben und arme Tiere abknallen darf?

Schliesslich fanden Geprellte weltweit, nicht zuletzt ein paar nachtragende Scheichs, nach ihren Hunderten von Millionen, die sie unbesehen diesem begnadeten Verkäufer von heisser Luft nachschmissen, Gier frisst Hirn, nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal.

Des Rätsels Lösung ist, wie vieles im Leben, trivial. Das ermöglicht ein Gestrüpp von Privatstiftungen und deren Unterfirmen. Das schlichtwegs deswegen wuchern gelassen wurde, dass der Beneficial Owner, also Benko hinter den vielen Lianen und Fallstricken und Sackgassen schlichtweg verschwunden ist.

Mit komplexen Strukturen kennt sich Benko aus, sein Immobilienimperium kontrollierte zu seinen besten Zeiten über 1000 Firmen. Da braucht es eine ganz scharfe Machete, um sich nicht rettungslos zu verlaufen.

Aber das ist die Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, die mit mittelgrossem Elan an die Sache gehen. Schliesslich ist Benko noch auf freiem Fuss und erfreut sich flotter Jagdpartien. Während er so seinem Jagdtrieb frönt, versuchen seine Investoren verzweifelt, herauszufinden, wo denn das ganze Geld abgeblieben ist.

Die fürstliche Justiz ist ihnen, wie sonst, keine grosse Hilfe. Die Signa Holding machte wie danach die meisten von Benkos Firmen, als eine der ersten Bankrott. Aber wie es denn sein kann, dass sich Gläubiger wohl Hunderte von Millionen ans Bein streichen können, während der Nix-mehr-Wunderwuzzi dem dolce vita frönt?

Wer sich das fragt, kennt die fürstliche Justiz, die Skrupellosigkeit von Liechtensteiner Treuhändern und die Verschwiegenheit der Banken im Ländle schlecht, angeführt von der fürstlichen LGT (das steht für Liechtenstein Global Trust und bedeutet schlichtweg nichts).

Denn mit Hilfe von Gott, Vaterland und Fürst (und etwas Fussvolk ist auch noch dabei) gelingt ein heutzutage nicht mehr so häufiges Kunststück. Liechtenstein lässt es zu, dass Benko auch hier einen Dschungel von Stiftungen aufgebaut hat, die den einzigen Zweck zu haben scheinen, dass er seinen gewohnten Lebensstil fortsetzen kann, bis dann mal ein – so hofft er – für ihn positiv ausgehender Schadenersatzprozess einige Probleme löst.

Er hätte sich auch ein beliebiges anderes Land aussuchen können, das die gleichen Dienstleistungen erbringt. Aber niemand beherrscht Reputationsmanagement so wie Liechtenstein. Etwas Folklore mit fröhlich lächelnden Mitgliedern der herrschenden Familie, blitzsaubere Berge und Banken, lange Tradition (obwohl die noch gar nicht so alt ist), hochanständige Verwalter und Treuhänder, was will Benko mehr.

Der Wunderwuzzi ohne Wunder und ohne Wuzzi hat allerdings ein Problem, dass schon anderen zum Verhängnis wurde. Wer sich so weit von seiner Stiftung entfernt, dass er für den Fiskus oder für Strafverfolgungsbehörden unsichtbar wird, läuft immer Gefahr, dass sich ein Untreuhänder sagt: Moment mal, der Beneficial Owner ist ja soweit weg, dass man noch die letzten Verbindungslinien kappen kann.

Dann ist das Stiftungsvermögen erst mal stillgelegt, aber der verwaltende Treuhänder hat halt so seine Auslagen, ausserdem die vielen Stunden, die er der Verwaltung widmen musste. Oder aber, der Untreuhänder probiert den Durchmarsch und eignet sich selbst den Inhalt der Stiftung an. Wer soll da schon meckern, und wenn ja, den Rest erledigt die fürstliche Justiz.

Ob Benko weiss, dass er nicht das erste Opfer wäre?

30. November 2024/16 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-29-um-22.52.55.png 513 906 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-30 08:02:162024-11-29 22:59:15Was ist nun mit Benko und Liechtenstein?

Was fehlt Liechtenstein?

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Treuhänder, Untreuhänder

Eigentlich hat das Ländle doch alles. Aber …

Das Ländle hat zuoberst einen Fürsten. Einen absolutistischen Herrscher, der über dem Gesetz steht und allumfassende Macht hat. Aber er hat nicht einmal eine Armee, um seine Untertanen im Ernstfall Mores zu lehren oder zu knechten. Also ist das doch Teil einer Idylle. Ein wohlwollender, gütiger Monarch, der nach der Devise leben und leben lassen dem Treiben seiner Untertanen zuschaut.

In dem kleinen Land (160,5 km2) leben rund 40’000 Menschen, davon sind über ein Drittel Ausländer. Es kommt aber nicht zu rassistischen Ausfällen, die Fremdenfeindlichkeit der Liechtensteiner ist nicht sonderlich ausgeprägt. Als in den dunklen Zeiten des Dritten Reichs Liechtensteiner Nazis wie der Gründer des Werkzeugkonzerns Hiltl in glühendem Fanatismus den Anschluss an Grossdeutschland und völlige Judenreinheit forderten, verstummten die nach 1945 abrupt und keiner kann sich mehr daran erinnern. Für grosse Verbrechen ist das Ländle einfach zu klein.

Den Liechtensteinern geht es gut. Sie stemmen ein BIP von über 7 Milliarden Franken, sind damit pro Kopf sehr weit vorne dabei. Ach ja, eine eigene Währung hat das Ländle auch nicht; in weiser Voraussicht schloss es sich nicht etwa dem schwindsüchtigen Euro an, sondern behielt den stabilen Schweizerfranken.

Obwohl man das nicht vermuten würde, hat Liechtenstein mit 41 Prozent eine der höchsten Industriequoten der Welt. Liechtenstein ist Mitglied der UNO und der EFTA, hält sich aber wohlweislich von der EU fern.

Ausser ein paar Rheinüberschwemmungen ist das Land frei von Naturkatastrophen, höchstens der Fön plagt empfindsame Einwohner gelegentlich.

Auch religiös ist das Land stabil aufgestellt, die römisch-katholische Kirche ist gemäss Verfassung die Landeskirche, fast Dreiviertel der Liechtensteiner sind katholisch.

Sonst geht es dem Ländle und seinem Staat so toll wie dem Fürstenhaus. Es gibt regelmässig Einnahmenüberschüsse, und die Staatsverschuldungsquote liegt bei weltrekordverdächtigen 0,4 Prozent.

Also gibt es eine ganze Anzahl von Gründen, wieso Liechtenstein ein kleines, idyllisches Paradies sein könnte, eine Insel der Glückseligen und Wohlhabenden sein.

Der grösste Teil der Bevölkerung sieht das sicherlich auch so.

Woher kommt es dann, dass Liechtenstein aber einen üblen Ruf in der Welt hat, und der auch immer übler wird? Selbst Schweizer Gnome sind längst nicht so verrufen wie der Liechtensteiner Banker, der Liechtensteiner Vermögensverwalter, der Liechtensteiner Treuhänder, der Liechtensteiner Untreuhänder.

Dabei könnten doch auch die es sich gutergehen lassen und einigermassen anständig ein anständiges Einkommen generieren. Wer zum Beispiel als Treuhänder bloss 50 Stiftungen verwaltet und dafür von jeder schlappe 5000 Franken für seine Bemühungen kassiert, hat ein Jahreseinkommen von 250’000 Franken. Ist doch nicht schlecht, ist das Dreifache eines Schweizer Durchschnittseinkommens. Und viel tun muss der Treuhänder auch nicht dafür. Ein, zwei Pseudositzungen abhalten, 08/15-Steuererklärung, Begünstigte auszahlen, das Stiftungsvermögen anlegen und dafür Kick-backs und Kommissionen kassieren, ein idyllisches Leben.

Warum nur, warum, verwandeln dann einige Untreuhänder Liechtenstein in eine Räuberhöhle, versauen durch ihr unanständiges, geldgieriges und skrupelloses Verhalten das ganze Image? Gut, sie können den Kanal nicht voll genug kriegen, und als fromme Katholiken schreckt sie der Bibelsatz nicht, dass eher ein Kamel durchs Nadelöhr gehe als dass ein Reicher in den Himmel komme.

Warum nur, warum, schaut die fürstliche Justiz diesem Treiben ungerührt zu, beschützt es sogar, schmettert routiniert Versuche von ausgeraubten fremden Vermögensanlegern ab, zu ihrem Recht zu kommen? Nun gut, die Verbandelungen zwischen Richtern, Treuhändern und Anwälten sind so familiär, dass es gar keine unabhängige Justiz geben kann.

Warum nur, warum schaut auch der Fürst, der regierende Erbprinz, die ganzen Durchlauchten diesem kriminellen Treiben zu und tun nichts? In diesem absolutistischen Staat wäre es ein Leichtes, ihm ein Ende zu setzen. Das könnte der herrschende Erbprinz Alois mit einem Federstrich tun, von jetzt auf gleich. Nun gut, da gibt es eine fürstliche Bank, die auch profitiert. Da gibt es Mitglieder des Fürstenhauses, die in solche Geschäfte verwickelt sind.

Aber um Himmels willen, ist denn selbst der strenge Katholizismus des Fürstenhauses nur Staffage? Sind diese Liechtensteiner in Wirklichkeit gar nicht gottesfürchtig, fromm und stetig bemüht, gute Taten zu verrichten?

Die Antwort ist, in aller Gottesfurcht, ein klares Ja.

29. November 2024/13 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-28-um-22.44.49.png 516 914 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-29 05:27:332024-11-28 22:49:46Was fehlt Liechtenstein?

Sumpf, blubber, Blase

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Treuhänder

Wo man in Liechtenstein hinschaut, es ist Übles zu sehen.

Treuhänder? Fühlen sich sehr wohl in der Räuberhöhle Liechtenstein. Anwälte? Verdienen sehr schön in der Räuberhöhle, weil nur sie hier tätig sein dürfen. Die Staatsanwaltschaft? Versucht erfolgreich mit allen Tricks, so viel Arbeit wie möglich wegzuschieben. Die Justiz? Einäugig, langsam neigt zu Urteilen, bei denen es jedem anständigen Juristen die Nackenhaare aufstellt. Und braucht dafür erst noch Jahre.

Der Fürst? Ist unsichtbar, steht aber über dem Gesetz. Sein Erbprinz Alois herrscht und beeinflusst das Gesetz. Die grösste Industriefirma Hiltl? Sollte statt rote braungefleckte Werkzeugkoffer verkaufen.

So ist’s im Ländle, nun kommt noch ein weiterer Skandal auf einem ganz anderen Gebiet hinzu. Kurze Vorgeschichte: Es gab einmal eine Medicnova Klinik in Bendern. Über die AG wurde 2018 das Konkursverfahren eröffnet und mit typisch Liechtensteiner Geschwindigkeit am 20. April 2022 abgeschlossen und die Privatklinik für illiquide erklärt,

Nun hat die ehemalige Aktionärin, eine Fundatio Corona Stiftung, Amtshaftungsansprüche gegen das Land Liechtenstein erworben und eine Amtshaftungsklage beim dafür zuständigen Obergericht eingereicht.

Wieso das? Das Vaterland erklärt:

«Die Vorwürfe: Der damalige Regierungsrat Mauro Pedrazzini habe durch zweijährige Untätigkeit beim OKP-Antrag die Klinik in den Ruin getrieben und den Verkauf der Spitalinfrastruktur an das Landesspital «wissentlich und willentlich» verhindert. In diesem Zusammenhang habe er auch den Landtag falsch informiert.»

Damit habe die Regierung dem Gesundheitsstandort geschadet und der Bevölkerung moderne Behandlungen, insbesondere in der Kardiologie, vorenthalten. Nochmals das Vaterland: «Auch nach dem Konkurs der Klinik habe sich die Regierung gegen eine bessere Lösung für den Steuerzahler ausgesprochen.  «Der Neubau des Landesspitals kostet viel mehr als die damaligen Investitionen in die bestehende Klinikinfrastruktur der Medicnova», erklärt der Rechtsanwalt dazu.»

Natürlich lehnt die Regierung diese Ansprüche ab und wird deswegen jetzt verklagt. Selbstverständlich ist es nicht gesagt, dass diese Forderung zu Recht besteht. Es dürfen auch Wetten darüber abgeschlossen werden, wie ein fürstliches Gericht entscheiden wird, wenn die fürstliche Regierung auf der Klagebank sitzt.

untreuhaender.li ist sich sicher, dass das Obergericht in aller gebotenen Objektivität und Unabhängigkeit und Gesetzestreue urteilen wird. Dafür ist es bekannt, und es ist reiner Bösartigkeit der EU zuzuschreiben, das der Europäische Menschenrechtsgerichtshof eins ums andere Mal ein Urteil der Fürstenjustiz kassiert.

Aber darüber hinaus ist das ein weiterer Fall, der belegt, wie verfault, morsch und merkwürdig das gesamte Herrschaftswesen Liechtensteins ist. In welchem anderen mitteleuropäischen Land ist es möglich, dass ein Mitglied der Landesregierung beschuldigt wird, durch zweijährige Untätigkeit ein Spital in den Ruin getrieben zu haben?

Selbstverständlich gilt auch hier die Unschuldsvermutung, aber aus dem hohlen Bauch heraus ist diese Klage sicherlich nicht erhoben worden.

Zudem passt diese Sumpfblase ins Bild von ach so vielen Sumpfblasen, die in Liechtenstein regelmässig an die Oberfläche steigen, platzen und einen schlechten Geruch hinterlassen. Worauf dann Regierung und Fürstenhaus sagen: schlechter Geruch? Wass für ein schlechter Geruch? Bei uns in der der Trutzburg riecht es nur angenehm nach Geld und vornehmem Getue, das muss eine bösartige Unterstellung sein.

Allerdings: wenn die Liechtensteiner Untertanen mal die Möglichkeit haben, drücken sie ihren Unwillen mit den Zuständen durchaus aus. Denn trotz väterlichen Ermahnungen durch die Herrschenden und die Regierung zogen sie beim Fürstenfunk gerade den Stecker heraus. Obwohl ihnen weissgemacht worden war, wie unverzichtbar dieses Radio doch sei, gerade auch in Notfällen. Aber die Stimmbürger liessen sich nicht ins Bockshorn jagen und wollten lieber 4 Millionen Franken Steuergelder einsparen.

Wenn sie jetzt noch hören müssen, dass auch ihre Gesundheitsfürsorge viel zu teuer geregelt ist, weil das einem Regierungsmitglied so gefiel – au weia.

Dem steht aber sicherlich das Obergericht entgegen, anschliessend der übliche Instanzenzug, und wenn der Kläger nicht gestorben ist, erlebt er vielleicht sogar noch das endgültige Urteil in ferner Zukunft. Dass es gegen die Regierung, gegen das Land ausfallen könnte, ist eigentlich ausgeschlossen.

27. November 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-26-um-15.41.40.png 507 891 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-27 07:42:072024-11-27 09:45:57Sumpf, blubber, Blase

Schlaumeier in Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Treuhänder, Untreuhänder

Das Ländle meint mal wieder, sich durchwursteln zu können.

Der scheidende US-Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein redet Klartext: «Man sollte sehr vorsichtig gegenüber Personen sein, die versuchen, Sanktionen zu umgehen. Die US-Regierung stuft Personen oder Unternehmen nicht leichtfertig ein, sondern benötigt dazu Beweise.»

Der Regierungschefkandidat der FBP Ernst Walch hatte zuvor gemosert, dass die inzwischen vier Liechtensteiner Treuhänder und fünf Treuhandbüros, die auf der Liste der sanktionierten Personen der US-Behörde Ofac stehen, schnellstmöglich dort gestrichen werden sollten.

Dagegen zeigt Botschafter Scott C. Miller klare Kante und redet Klartext: «Wenn jedoch jemand versucht, den normalen Prozess durch politische Manöver zu umgehen, wird dies in der Regel mit Misstrauen betrachtet und kann den Prozess für diese Person tatsächlich komplizierter machen.»

Das Problem Liechtensteins ist einfach zu erklären. In dieser Räuberhöhle sind sowohl Treuhänder wie die mit fürstlicher Gnade Herrschenden fest davon überzeugt, dass sie eigentlich mit allem davonkommen. Der Fürst sowieso, denn er steht als absolutistischer Herrscher über dem Gesetz.

Die Regierenden ebenfalls, denn solange sie sich nicht mit dem Fürstenhaus anlegen (und das haben sie noch nie getan), kommen sie auch mit allem davon. Nur die Untertanen sind manchmal störrisch, so haben sie gerade dem mit Millionen Steuergeldern gefütterten Fürstenfunk den Stecker rausgezogen. Und leider ist der Fürst zu geizig, das aus seiner mit Milliarden wohlgefüllten Schatulle zu ersetzen.

Auch die Treuhänder sind sich traditionell gewohnt, eigentlich mit allem davonzukommen. Nur alle Schaltjahre mal wird einer, der zu offensichtlich, zu frech, zu geldgierig in fremde Töpfe gegriffen hat, sanktioniert. Das tut dann den Richtern im Ländle auch spürbar leid, denn auch sie sind ja von der fürstlichen Gnade abhängig. Er hat das letzte Wort bei ihrer Wahl, und Richter im Ländle zu sein ist ein angenehmer Job. Solange man nicht frech wird, und das tun Richter natürlich nicht.

Abgesehen von diesen Ausnahmen können Liechtensteiner Untreuhänder davon ausgehen, dass alle ihre Taten und Untaten ungesühnt bleiben. Sie bemächtigen sich einer Stiftung, die nicht ihnen gehört und sacken unverschämte Saläre ein? Bitte schön, sagt die Justiz, help yourself, wir vertrödeln eine Entscheidung darüber, ob das Recht oder Unrecht ist, bis zum St. Nimmerleinstag.

Untreuhänder dekantieren gleich den ganzen Inhalt einer Stiftung und sagen den rechtmässig Begünstigten mit treuem Augenaufschlag, dass sie leider auch nicht wüssten, wo die ganze Kohle abgeblieben ist, und selbst wenn sie’s wüssten, schon mal vom Anwaltsgeheimnis gehört? Da sagt schon die Staatsanwaltschaft, sollte eine Strafanzeige eingehen: na ja, also ohne beweisbaren Anfangsverdacht, und mangels Zugang zum Anwaltsgeheimnis gibt’s den ja nicht, können wir nun schlecht anfangen zu ermitteln.

Treuhänder missbrauchen die Justiz für Rachegegenklagen und für alle möglichen Winkelzüge, um ihre Opfer, die sich zu wehren getrauen, so richtig fertigzumachen? Aber immer, gerne und schnell, sagt da die fürstliche Justiz, da sind wir sofort dabei.

So geht das normalerweise zu und her im Ländle. In diesem Sumpf lebt es sich gut. Es gibt aber ein Problem dabei.

Die USA sind die nach wie vor grösste Wirtschaft-, Finanz- und Militärmacht der Welt. Zudem sind sie Besitzer der Weltwährung US-Dollar und können jedem per sofort den Gebrauch ihrer Währung verbieten. Zudem sind die USA zunehmend sauer, dass ihre umfangreichen Sanktionen gegen Russland nicht die gewünschte Wirkung erzielen.

Nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs dachten die USA, dass es angesichts der engen Verflechtungen von russischen Firmen mit westlichen – und vor allem angesichts der Tatsache, dass viele reiche Russen ihrem eigenen Staat nicht über den Weg trauen und ihre Vermögen lieber im Ausland lagern – ein Leichtes sei, Russland und seine Oligarchen finanziell in die Knie zu zwingen.

Nun wurden tatsächlich einige Vermögen, Yachten und Liegenschaften beschlagnahmt, enteignet und teilweise sogar schon verwertet. Aber natürlich sind vor allem reiche Russen auch nicht blöd und haben umsichtig komplizierte Tarnkonstrukte angelegt, die den wahren Besitzer von Millionenvermögen verschleiern sollen. Unter freundlicher und gut bezahlter Mithilfe von Liechtenstein.

Nun hat Liechtenstein, haben seine Treuhänder, seine Banken lange Zeit gemeint, mit Lippenbekenntnissen und ein paar symbolischen Akten sei es getan und die USA würden doch sicherlich nicht ernsthaft auf das kleine, feine, reine Ländle böse werden.

Think twice, wie der Ami sagt. Deutlicher als ihr Botschafter kann man es nicht formulieren. Wir haben Euch im Auge, und es gefällt uns gar nicht, was wir sehen. Und wenn Ihr meint, Ihr könntet frech werden und Euch darüber beschweren, dass wir Liechtensteiner Untreuhänder auf unsere Sanktionsliste setzen, dann wartet nur mal ab, was wir sonst noch alles können.

Dabei ist völlig klar: der neue US-Präsident wird mit dieser Politik seines Vorgängers weiterfahren. Und er hat ein eher unausgeglichenes Temperament. Und er lässt ganz sicher nicht mit sich schlittenfahren.

Also sollten sich Herrschende, der Fürst und seine Entourage – und vor allem die Liechtensteiner Treuhänder – warm anziehen. Und das nicht wegen den winterlichen Temperaturen.

25. November 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-24-um-18.09.16.png 513 908 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-25 07:39:282024-11-24 18:15:45Schlaumeier in Liechtenstein

Es darf gelacht werden.

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder

Das Internet ist geduldig und zeigt jeden Unsinn.

Das vornehme «Industrie- und Finanzkontor Etablissement» hat eine hochwohllöbliche Zustelladresse: c/o Seine Durchlaucht Prinz Michael von und zu Liechtenstein an der Herrengasse in Vaduz. Schon auf der Homepage lässt es einen Adler fliegen; nicht zu verwechseln mit einem Pleitegeier.

Allerdings ist der Prinz nur Prinz, nicht Erbprinz. Das ist sein Bruder Alois, und da es nur einen geben kann, der dann mal die Nachfolge des Fürschten antritt, muss Michael schauen, wo er bleibt.

Zum Beispiel im «Industrie- und Finanzkontor«. Toller Name. Hört sich irgendwie amtlich an. Dabei ist es lediglich «ein international ausgerichtetes Treuhandunternehmen in Liechtenstein mit Expertise in der grenzüberschreitenden Vermögensstrukturierung zum Schutz und langfristigen Erhalt von Vermögen, Werten und Unternehmen.»

Als «geschäftsführender Präsident des Verwaltungsrats» meint S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, den wir der Einfachheit halber Prinz nennen wollen:

«Wenn alle Beteiligten Vermögen als eine Verantwortung und weniger als einen Anspruch ansehen, dann ist die Grundlage für einen langfristigen Vermögenserhalt gelegt.»

Das Finanzkontor, wie wir es der Einfachheit halber nennen wollen, hat auch eine blaublütige Geschäftsführerin: Gisela Bergmann, Prinzessin von und zu Liechtenstein.

Auch sie sitzt an der Herrengasse in Vaduz, obwohl es dort ein wenig eng sein muss. Denn an der gleichen Adresse sind nicht weniger als 187 weitere aktive Firmen eingetragen.

Aber hier geht es um die 188. Firma, denn das Finanzkontor verspricht: «Der liechtensteinische Treuhänder ist Ihre Vertrauensperson, wenn Sie komplexe Vermögenssituationen ordnen und in eine Struktur bringen möchten: zielgerichtet, langfristig und nachhaltig. Entsprechend umfassend sind die Aufgaben eines liechtensteinischen Treuhänders.»

Weiter im Geschwurbel: «Der Zugang zum liechtensteinischen Treuhänderberuf ist streng reguliert und setzt die Bewilligung durch die liechtensteinische Finanzmarktaufsicht (FMA) voraus. Wer eine Treuhänderkonzession erlangen will, muss eine umfassende Ausbildung vorweisen und die anspruchsvolle Treuhänderprüfung ablegen.»

Das ist alles ganz wunderbar und wie im Märchen, wo Prinz und Prinzessin von ihren Untertanen geliebt gerecht und mildtätig regieren.

So möchte sich vielleicht auch der Fürstenhof von und zu Liechtenstein selbst sehen. So möchten sich auf jeden Fall die insgesamt rund 130 Liechtensteiner Treuhänder selbst sehen.

Was sie nicht sehen wollen, sind die vielen schwarzen Flecke, die sich auf ihrer weissen Weste immer mehr verdichten. Dekantieren, das systematische Ausrauben von Stiftungen, das Herauskübeln von störenden Stiftern und Stiftungsräten, all das beschützt von der Liechtensteiner fürstlichen Justiz, die nur im äussersten Notfall einen der Ihren, also einen Liechtensteiner Treuhänder, mal verknackt.

Denn welcher Richter möchte nicht mal Treuhänder werden, welcher Treuhänder ist oder war nicht mal Richter. Da versteht man sich blind, und dass hinter der schönen Fassade mit wohlklingenden Worten eine ziemlich üble und hässliche Wirklichkeit hervorlugt, das wird gnädig übersehen, negiert, abgestritten.

Immer sind es Einzelfälle, vielleicht ein paar wenige schwarze Schafe, die leider, leider trotz allen Anstrengungen von Justiz und Ämtern, bedauerlicherweise Schweinereien begehen. Aber so etwas hat natürlich überhaupt nichts mit dem streng regulierten Treuhänderberuf zu tun, wo moralische Integrität, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Anstand die wichtigsten Voraussetzungen sind, damit Vermögende ihr Vermögen zu treuen Händen übergeben können.

Denn wer würde nicht einem Finanzkontor vertrauen, dass sich so anpreist:

Nein, das ist keine bösartige Satire, das ist echt. Und wer würde nicht dieser sympathischen Geschäftsleitung vertrauen?

Oder diesen sympathischen «Relationship Managern»:

Wohl aus Gründen der Diskretion sind einige Manager nicht mit Foto vertreten. Aber wer keinen Durchlauchten vertraut, kann es doch mal mit einem Grafen probieren, das wäre dann Graf Francis von Seilern-Aspang. Das ist ein aus Flandern stammendes österreichisches Adelsgeschlecht, belehrt und Wikipedia, seit 1712 im «Reichsgrafenstand».

Da ist doch das Geld in guten Händen, könnte man meinen.

Und morgen erzählen wir ein anderes Märchen.

23. November 2024/17 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-22-um-15.33.17.png 470 973 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-23 07:17:192024-11-23 08:04:42Es darf gelacht werden.

Liechtenstein ohne Fürstenfunk

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

Dem Landesradio wurde der Stecker gezogen. Und nun? Wieso erbarmt sich der Fürst nicht?

Ende Oktober haben die Liechensteiner Stimmbürger entschieden, dass sie Radio Liechtenstein nicht länger mit vier Millionen Steuerfranken jährlich  subventionieren wollen. Das war ziemlich schockierend für die Herrschenden, denn die Regierung im Ländle hatte doch eindringlich und streng davor gewarnt, den Fürstenfunk abzuschalten.

Also schreib die NZZ: «Seither wird in den politischen Parteien und in der Öffentlichkeit die Frage diskutiert, ob es in Zukunft noch einen Sender unter dem Namen Radio Liechtenstein geben wird.»

Da natürlich weder der Fürst, noch der regierende Erbprinz Alois, noch die Regierung, noch die beiden grossen Parteien vom Ländle damit gerechnet hatten, dass das Stimmvolk dermassen ungehorsam sein könnte, ist nun das grosse Werweisen ausgebrochen.

Denn die Initianden hatten sich darauf beschränkt, ein Ende der Subventionen zu fordern, und wohlweisslich keine Alternativen vorgeschlagen. Also wird nun herumgeboten, dass es eine private Trägerschaft geben könnte. Zum Beispiel einen Verein oder so. Oder die Zusammenarbeit mit anderen lokalen Radiostationen um Liechtenstein herum. Gesucht werden auch finanzkräftige Investoren, die gerne hier ihr Geld verlochen wollen.

Stirnen werden gerunzelt und es wird bejammert, dass der Meinungspluralismus durch einheimische Medien in Gefahr gerate. Schliesslich gebe es ja auch nur noch eine einzige Tageszeitung im Ländle, und bald einmal kein eigenes Radio mehr.

Dabei ist das nun ein doppelter Witz, aber ein schlechter. Der einzigen Tageszeitung «Vaterland» ist immerhin zuzubilligen, dass sie ganz gelegentlich auf einen der vielen Skandale hinweist, die zum Beispiel die Liechtensteiner Untreuhänder am Laufmeter produzieren. Aber im Allgemeinen ist die Zeitung, treu ihrem Namen gehorchend, sehr vaterländisch. Und da in Liechtenstein Gerichtsurteile im Namen von Fürst und Vaterland ergehen, und zwar in dieser Reihenfolge, ist es völlig klar, dass das «Vaterland» eher mit einer weissen Seite als mit einer Kritik am Fürstenhaus oder der Fürstenfamilie erscheinen würde.

Obwohl es da einiges zu kritisieren gäbe.

Das Radio Liechtenstein hat sich auch immer bemüht ein Fürsten- und Dudelfunk zu sein. Dabei wurde aber übersehen, dass auch die Liechtensteiner Stimmbürger zwar gehorsame Untertanen sind, aber nicht blöd. Sie haben sich also zunehmend gefragt, wieso sie mit ihren Steuerfranken ein Radio über Wasser halten sollen, das ihnen keinerlei erkennbaren Nutzen liefert.

Aber bei all den Diskussionen, wie es denn mit einem Radio im Ländle weitergehen könnte, wird der grosse Elefant im Raum wohlweisslich ignoriert.

Denn es ist doch völlig klar: für den Milliardär Fürscht oder seine Sippschaft wäre es ein Leichtes, vier Millionen Franken aufzuwerfen. Das läuft in der Trutzburg ob Vaduz unter Peanuts, Portokasse, kein fürstliches Wimpernzucken wert.

Welch huldvoller Gnadenbeweis wäre das, ein richtiges Weihnachtsmärchen. Der Fürscht höchstselbst ermöglicht, dass der Fürschtenfunk weitersenden kann. Arbeitsplätze, staatstragende Verantwortung, Engagement, alles für seine Untertanen. Wunderbar, leiwand, Parteien, Regierung und «Vaterland» würden sich mit Lobliedern gegenseitig überbieten, jeglicher Versuch, den Anachronismus einer absolutistischen Monarchie mitten in Europa abzuschaffen, wäre wieder für Jahre völlig aussichtslos.

Wieso macht das das Fürstenhaus dann nicht? Aus einem einfachen Grund. Also eigentlich aus zwei Gründen, die auch alle Teilhaber am Finanzplatz Liechtenstein begleiten. Der Fürst ist nämlich geizig. Und geldgierig. Und dazu herrschsüchtig.

Solange seine Untertanen für sein Radio blechten, wunderbar. Was, sie wollen nicht mehr? Na, dann sollen sie halt radiolos durch die Welt wanken. Selber schuld.

19. November 2024/12 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-18-um-19.13.33.png 514 912 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-19 07:23:582024-11-18 19:19:15Liechtenstein ohne Fürstenfunk

Und Liechtenstein?

Finanzplatz Liechtenstein, Treuhänder

Die Ofac klopft bei UBS an. Russenkonten. Und wie steht’s bei den Liechtensteiner Banken?

Banken und Treuhänder haben das gleiche Problem: Geldgier. Und Sondergewinn gibt es nie gratis, sondern immer nur mit erhöhtem Risiko. Ausser, wenn ein Liechtensteiner Untreuhänder eine Stiftung dekantiert oder einen Begünstigten über den Tisch zieht. Aber das wäre ein anderes Thema.

Hier geht es darum, dass Schweizer Medien berichten, dass die US-Behörde Ofac bei der Schweizer UBS angeklopft habe. Hintergrund ist eine US-Untersuchung von russischen Kunden, die die UBS von der verblichenen Credit Suisse übernommen hat.

Die Ofac (Office of Foreign Assets Control) ist die Überwaachungsbehörde für die Einhaltung von US-Sanktionen. Sie ist eine mächtige Dunkelkammer. Dunkelkammer, weil sie keinerlei demokratischer Kontrolle unterliegt und völlig willkürlich Entscheide treffen kann. Mächtig, weil das Auftauchen als Person oder Firma auf einer Sanktionsliste von ihr den gesellschaftlichen und finanziellen Ruin bedeutet. Denn niemand, keine Bank, keine Firma, keine Privatperson, will mit so einem Sanktionierten noch etwas zu tun haben – Angst vor Ansteckung.

Deshalb zuckt selbst eine so mächtige Bank wie UBS zusammen, wenn sich die Ofac bei ihr meldet. Und das hat sie, vermeldet Reuters, normalerweise gut informiert. Präventiv habe die UBS bereits angefangen, Konten mit ihr suspekt erscheinenden russischen Vermögenswerten zu sperren oder aufzulösen.

Denn wenn ein russischer Kontobesitzer von der Ofac auf ihre Sanktionsliste gesetzt wird, dann ist nicht nur er selbst tief im Schlamassel. Alle Finanzintermediäre, also nicht nur Banken, die mit ihm weiter Geschäfte machen, kommen selbst in Gefahr, ebenfalls sanktioniert zu werden. Und das ist nicht lustig. So kann die Ofac zum Beispiel die weitere Verwendung von US-Dollar untersagen. Denn diese Welt-Währung gehört den USA, jede Transaktion durchläuft eine Clearingstelle bei den Amis. Und ohne Dollarverkehr – immer noch Weltwährung Nummer eins – ist jedes Geldhaus innerhalb von 24 Stunden am Ende.

Nun schreibt Reuters, dass die UBS vollumfänglich mit allen US-Behörden kooperiere. Verständlich, denn vor dem Exitus drohen empfindliche und gewaltige Bussen, und die Schweizer Banken erinnern sich noch an den (teuren) Steuerstreit.

Und Liechtenstein?

Im Liechtensteinischen Bankenverband sind noch neun Banken organisiert. Die «Banque Havilland (Liechtenstein) AG» befindet sich bereits in «freiwilliger Liquidation». Finanzdienstleistungen machen über 21 Prozent der Liechtensteiner Bruttowertschöpfung aus und haben mit 37 Prozent den grössten Anteil an den fürstlichen Steuereinnahmen.

Rund 450 Milliarden Franken Kundenvermögen werden hier verwaltet. Wie behauptet der Verband so schön: «Neue Roadmap 2025 – Wachstum durch Nachhaltigkeit und Innovation». Das stammt allerdings von 2021; besonders aktuell scheint’s hier nicht zu und her zu gehen.

Bei der UBS machen die Russenvermögen vielleicht 4 Prozent aller Anlagen aus; zusammen mit der CS wäre das dann wohl ein zweistelliger Milliardenbetrag. Nun sei die Ofac «zunehmend frustriert», lässt sie durchblicken, dass die Schweiz nicht genug dafür tue, sanktionierte Russen rauszuschmeissen.

Wenn man davon ausgeht, dass in Liechtenstein prozentual mehr Russengelder liegen, weil das Ländle geldgierig sich auch nach der Annexion der Krim dafür hergab, russische Gelder aufzunehmen und gewinnbringend zu verwalten, sprechen wir da wohl von vielleicht 45 Milliarden Franken oder mehr.

Und was macht Liechtenstein in dieser Angelegenheit? Trötzeln, wie man so schön sagt. Höchste Kreise beschweren sich darüber, dass doch tatsächlich erste Liechtensteiner Treuhänder auf der Liste sanktionierter Personen der Ofac gelandet sind. Das sei ungeheuerlich, die müssten da sofort runter, wir munter gekräht.

Da überschätzt Liechtenstein, vielleicht geblendet vom Reichtum und der Huld des Fürschten, seine Macht ein wenig. Das BIP Liechtensteins betrug 2022 ganze 7,37 Milliarden US-Dollar. Das der USA 27,4 Billionen, 27’400 Milliarden. Ach, und die Militärausgaben der USA lagen 2023 bei 916 Milliarden Dollar. Diejenigen Liechtensteins – bei null, mangels eigenem Militär.

Denn seit über 140 Jahren hat Liechtenstein keine Armee, dazu auch keinen Flugplatz, keinen Hafen und nicht mal eine eigene Autobahn.

Sollten also die USA ernsthaft böse werden, wäre das wohl das Ende von Wohlstand, Finanzplatz und Geldscheffeln. Aber bislang nimmt man das im Ländle gelassen. Zumindest vordergründig.

18. November 2024/1 Kommentar/von Treuhänder
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