Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
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Fertig gezockt

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Liechtensteiner Casinos am Ende. Typisch Ländle.

Wenn sich skrupellos Geld machen lässt, ist Liechtenstein zuvorderst dabei. Die primitivste Art ist das Betreiben von Casinos. Die Bank gewinnt immer, die armen Spieler verlieren immer. Natürlich nimmt gelegentlich einer den Jackpot mit. Aber das ist nur dazu da, viele andere dazu zu animieren, ihr Geld im Casino liegen zu lassen.

Daher hat das Ländle mit seinen knapp 40’000 Einwohnern sagenhafte sechs Casinos am Laufen. In den guten Zeiten kassierten die über 130 Millionen Franken pro Jahr ab, der fürstliche Fiskus sahnte davon 50 Millionen durch Glücksspielabgaben ein.

Noch 2022 lehnten die Liechtensteiner mit über 70 Prozent Neinstimmen eine Initiative ab, die ein Verbot dieser Zockerbuden forderte. Ob das anrüchig ist oder nicht, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, Gewinn ist Gewinn. Und das ist das Einzige, was in Liechtenstein zählt.

Schliesslich konnte man sich doch auch damit beruhigen: machen Banken, Treuhänder, Vermögensverwalter, Anwälte und Finanzdienstleister doch auch. Ohne Skrupel oder Moral.

Nun gab es aber bei den Casinos ein kleines Problem. Sie florierten deswegen, weil Liechtenstein sich weigerte, die Listen von Spielsüchtigen zu akzeptieren, die in den umliegenden Ländern gesperrt sind, also kein Casino betreten dürfen.

Dadurch wurde Liechtenstein zum Magneten für all diese armen Schweine, die ihre Spielsucht nicht unter Kontrolle haben und gnadenlos ausgenommen wurden.

Bis zum 7. Januar 2025. Denn da kam eine zweite Verhaltensweise von Liechtenstein zum Tragen. Tapfer Widerstand leisten, die eigene Unabhängigkeit betonen – und dann doch einknicken. Also übernahm das Ländle an diesem Tag die Liste und untersagte diesen Spielsüchtigen ebenfalls den Zutritt zu den Casinos.

Resultat: rien ne va plus. Seit diese Sperre auch in Liechtenstein gilt, gab es schlagartig bis zu 85 Prozent weniger Gäste. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass die meisten der rund 100’000 Gesperrten zuvor weiterhin in Liechtenstein zockten und gnadenlos ausgenommen wurden.

Aber nun ist das grosse Casino-Sterben angesagt, Millioneninvestitionen gehen den Bach runter: Weil Liechtensteiner Investoren in ihrer Geldgier nicht daran dachten, dass das Geschäftsmodell – ausnehmen von anderswo gesperrten Spielsüchtigen – sicherlich nicht nachhaltig sein kann.

Eben typisch: lieber kurzfristigen Gewinn einstreichen, als an die mittelfristigen Folgen denken. Und die Reputation Liechtensteins, Himmels willen, die ist doch sowieso schon auf dem Nullpunkt angelangt, da spielt das doch auch keine Rolle.

Also werden die Casino-Betreiber wohl umsatteln müssen und mit anderen Methoden versuchen, arglosen Kunden und Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei können sie natürlich von Untreuhändern und ähnlichen Halunken lernen.

3. April 2025/24 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/04/Bildschirmfoto-2025-04-02-um-17.50.14.png 898 1654 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-03 06:16:142025-04-02 17:51:34Fertig gezockt

Im Dunkeln ist gut munkeln

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder

Geht es um Verborgenes, ist Liechtenstein nie weit.

Die deutsche AfD hat seit vielen Jahren einen Grossspender. Der tut alles, damit sein Name nicht in der Öffentlichkeit erscheint.

Schon 2017 überwies er der Partei 150’000 Franken. Via einen Zürcher Drogisten. Für den Bundeswahlkampf in Deutschland liess er angeblich gleich 2,4 Millionen Euro springen. In erster Linie für die Kandidatur der Spitzenfrau Alice Weidel.

Er heisst Henning Conle. Henning who? Es gibt nur uralte Fotos von ihm, keine Interviews, keine öffentlichen Auftritte. Sozusagen das Gegenteil des Hochstaplers René Benko. Im Gegensatz zu dem gescheiterten Wunderwuzzi ist Conle richtig reich.

Bevor er aus der Liste der «Bilanz» verschwand, wurde sein Vermögen auf über eine Milliarde Franken geschätzt. Vor allem investiert in Immobilien, in Mietskasernen (2500 Mietobjekte).

Der 81-Jährige ist eingebürgerter Schweizer und hat seinen Lebensmittelpunkt in Zürich. Seinen Privatjet parkt er unauffällig in einem kleinen Provinzflughafen in Bremgarten, Deutschland.

Zu seinem Imperium gehören eine Vielzahl von Firmen und Deutschland, England, Österreich und der Schweiz.

Wenn jemand so viel Wert auf Diskretion legt, dann muss er natürlich etwas haben. Hat er auch. In seinem Besitz sind verschiedene Anstalten – in Liechtenstein, wo denn sonst.

Die werden von einem Treuhandbüro gemanagt, von wem denn sonst. Da gibt es die Thalassoleon Anstalt, den Thalassoleon I und II Trust. Wie man der kärglichen Webseite entnehmen kann, residieren die an der Herrengasse 1 in Vaduz. und zwar in dem unscheinbaren zweiten Gebäude von links.

Im Verwaltungsrat sitzen Dr. Thomas Nigg und Gisela Nold-Nigg. Das tun sie übrigens noch in 17 weiteren Firmenkonstrukten.

Thomas Nigg ist Senior Partner bei Gasser Partner, eine Anwaltskanzleikrake, die in Liechtenstein so ziemlich in allem die Finger drin hat. Der Namensgeber Johannes Gasser seilte sich rechtzeitig beim grossen Herbert Batliner ab. Der war der König der Schwarzgelderbunker, bis er ein unrühmliches Ende nahm. Der «Fürstliche Kommerzienrat» hatte sich an den Millionen einer dementen Witwe vergriffen.

Die «Süddeutsche Zeitung» schrieb damals:

«Der ungeheuerliche Vorwurf: Der Träger des Komturkreuzes des päpstlichen Silvesterordens mit Stern, des Großen Tiroler Adler-Ordens und auch der Goldenen Pfadfinderlilie habe den Gesundheitszustand einer an Altersdemenz leidenden Witwe ausgenutzt und sich unrechtmäßig bereichert.»

Alleine in Deutschland musste Batliner ein Verfahren mit der Zahlung von zwei Millionen Euro weitgehend geräuschlos beenden.

Also Batliner – Gasser – Nigg und Gattin. Da kann man für Conle nur hoffen, dass er noch lange im Besitz seiner in diese Konstruktion gesteckten Gelder bleibt.

Thalassoleon ist übrigens der Name einer ausgestorbenen Gattung von grossen Pelzrobben. Und was mit Robben häufig passiert, weiss man leider.

Sie werden gehäutet.

2. April 2025/21 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-10-um-13.53.20.png 503 885 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-02 07:23:032025-03-10 14:02:25Im Dunkeln ist gut munkeln

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Leitmotiv der Treuhänder und Untreuhänder im Ländle.

Der Fürscht und sein herrschender Erbprinz Alois stehen über dem Gesetz und sind unantastbar, von irdischen Gerichten. Zumindest im von ihnen absolutistisch regierten Liechtenstein.

Nicht umsonst lautet sein Wappenspruch: «Für Gott, Fürst und Vaterland«. Immerhin kommt Gott an erster Stelle, das Volk aber an letzter.

Besser geeignet wäre der Spruch:

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Bei den beiden ist es Gesetz. Bei den Liechtensteiner Treuhändern und Untreuhändern ist es die Regel, ist es Gewohnheitsrecht.

Sie halten sich an die Gesetze und Standesregeln? Wunderbar, aber etwas blöd.

Sie halten sich nicht daran? Na und?

Da gibt es Folgen, die sehr überschaubar sind.

Aus fremden Geldtöpfen bedienen, unverschämte Rechnungen stellen, in den eigen Sack wirtschaften, nervt ein Begünstigter, den Inhalt der Stiftung dekantieren. Stirbt der Stifter, seinen Erben jegliche Auskunft verweigern. Das sind nur einige der unzähligen Untaten, die auf dem Finanzplatz Liechtenstein sytemisch betrieben werden. Und dann?

  1. Die ganze Chose bleibt unter dem Deckel. Die Betrogenen schämen sich, haben ihre Gründe, das nicht an die grosse Glocke zu hängen, an die Öffentlichkeit oder vor Gericht zu gehen. Fall erledigt.
  2. Die ganze Chose wird von den Enteigneten gar nicht bemerkt. Sie vertrauen weiterhin den ihnen vorgelegten Bilanzen und glauben ihr Vermögen in guten Händen, bei Treuhändern eben. Fall erledigt.
  3. Sie wagen es, an die Öffentlichkeit zu gehen. Im besten Fall erscheint ein Artikel, der wieder einmal das kriminelle System in Liechtenstein anprangert. Und in kurzer Zeit wieder vergessen ist. Fall erledigt.
  4. Sie beschreiten den Rechtsweg und wollen ihr Anliegen vor Gericht durchkämpfen. Haben sie ihr ganzes Geld in der Stiftung gebunkert, geht es ihnen schnell aus, denn Liechtensteiner Anwälte, und nur die dürfen dort tätig werden, haben exorbitante Stundenansätze. 100 Stunden Aktenstudium, und das ist erst der Anfang, schlagen problemlos mit mit 60’000 Franken oder mehr zu Buche. Fall erledigt.
  5. Sie gehen vor Gericht und haben sogar das Geld dafür. Dann zeigt ihnen die fürstliche Justiz, wie unwillkommen sie sind. Jahre vergehen ohne ein Urteil der ersten Instanz. Dann vergehen Jahre bis zu einem Urteil der zweiten. Dann wird der Fall immer wieder die Leiter der Instanzen hoch- und runtergehoben. Bis der Kampfeswillige aufgibt oder es eine biologische Lösung gibt. Er verstirbt, seine Erben haben nichts in der Hand. Fall erledigt.
  6. Sehr selten und sehr ungern einigt man sich auf einen Vergleich, mit strafbewehrter Stillschweigensvereinbarung. Fall erledigt.
  7. So selten wie ein vierblättriges Kleeblatt ist ein Fall, bei dem sich der Treuhänder so bescheuert anstellte, dass die fürstliche Justiz nicht umhin kann, ihm einen Klaps auf die Finger zu geben, diesem schwarzen Schaf in einer weissen Herde. Fall erledigt.

Da ist das Fürstenhaus gar nicht amüsiert und macht den Richter darauf aufmerksam, dass seine Bestätigung im Amt schliesslich von fürstlicher Huld abhängt – und sonst von nichts. Fall auch erledigt.

27. März 2025/21 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-10-um-14.40.36.png 504 907 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-27 06:55:392025-03-10 18:56:23Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner

Bilderrätsel

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

Alles honorige Gestalten, gut gewandet.

Das alles sind Stützen der Liechtensteiner Rechtspflege. Anwälte, Treuhänder, Partner bei Gasser Partner, eine der mächtigsten Anwaltskanzleien Liechtensteins. Und bei anderen angesehenen Ansammlungen von Treuhändern und Anwälten, die nur das Beste von Ihnen wollen: nämlich Ihr Geld.

Nun machen wir ein kleines Bilderrätsel:

Können diese Augen lügen?

Würden Sie diesen drei sympathischen Herren einen Gebrauchtwagen abkaufen?

Darf es eine Lebensversicherung sein?

Oder vielleicht ein Staubsauger?

Eine garantiert lukratives Anlageobjekt?

Eine Gratis-Busreise mit Tombola?

Und nun noch die Joker-Frage. Würden Sie dem Träger dieses Wappens über den Weg trauen?

19. März 2025/19 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-10-um-16.56.54.png 586 1332 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-19 07:24:482025-03-10 18:55:04Bilderrätsel

Was ein Treuhänder sagt …

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

… und was er sich dabei denkt.

«Ein Herzliches Grüezi, Herr Möller. Womit kann ich Ihnen dienen?»

Sieht nicht nach viel Geld aus, aber man weiss ja nie, also doch einen Kaffee servieren lassen.

«Sie tragen sich mit dem Gedanken, eine Stiftung zu errichten? Ausgezeichnet. Von welchem Stiftungsvermögen sprechen wir?»

Jetzt kommt der entscheidende Moment …

«Aha, alles in allem eine runde Million Euro. Schön, dass Sie über solche Beträge verfügen können.»

Mist, das reicht knapp für eine neue Rolex.

«Sie sind mit den Rahmenbedingungen einer Stiftung nach Liechtensteiner Recht vertraut?»

Der zweite entscheidende Moment …

«Oh, kein Problem, das erkläre ich Ihnen gerne.»

Wunderbar, der hat keine Ahnung.

«Wie Sie wissen, geht bei uns im Ländle alles nach Recht und Gesetz zu.»

He, he, nach fürstlichem Landrecht.

«Ja, Herr Möller, ich heisse ja nicht zu Unrecht Treuhänder. Bei mir ist Ihre Anlage in treuen Händen.»

Wenn der wüsste, aber hoffentlich merkt er es lange nicht.

«Genau, Sie übergeben das zu treuen Händen, ich errichte eine massgeschneiderte Stiftungsurkunde, in der der Stiftungszweck, die Begünstigten und so weiter genau und unverändert festgelegt sind.»

Also der eigentliche Stiftungszweck ist, dass ich mich bereichern kann, aber das will er sicher nicht hören.

«Ja, der Stiftungsrat wacht mit Argusaugen darüber, dass das Stiftungsvermögen genau in Ihrem Sinn verwendet wird. Und vermehrt, nebenbei gesagt, auch das ist natürlich unsere Spezialität.»

Blöd auch, dass das mit den Kick-backs und Retrozessionen nicht mehr so geschmiert wie früher läuft. Aber es gibt Alternativen.

«Nun, ich persönlich werde in den Stiftungsrat Einsitz nehmen, das ist bei uns so Vorschrift, damit alles korrekt abläuft. Dann braucht es noch einen zweiten, da kann ich einen bewährten Kollegen empfehlen.»

Hoffentlich will der nicht auch noch selber rein, dann wird’s wieder komplizierter, und kompliziert mag ich nicht.

«Nein, Herr Möller, Sie müssen sich mit diesem Papierkram und der Verwaltung nicht befassen, das nehmen wir Ihnen alles für eine überschaubare Fee ab.»

Wunderbar, damit ist alles möglich, bis hin zum Dekantieren im Ernstfall.

«Wie überschaubar? Ach, da richten wir uns strikt nach den entsprechenden Reglementen, deren Einhalt die Treuhandkammer, deren Mitglied ich natürlich bin, streng überwacht. Gerade vor Kurzem hat unsere Finanzmarktaufsicht die entsprechenden Vorschriften und Kontrollen weiter verschärft.»

Gut, ab jetzt ist es eigentlich Stehsatz, so wie die massgeschneiderte Stiftungsurkunde.

«Nein, es gibt eine Kostennote für die Errichtung der Stiftung, aber das ist einmalig. Anschliessend ist die Verwaltung sehr überschaubar im Normalfall, da müssen Sie mit maximal 2000 Franken im Jahr rechnen. Das zahlen Sie schon mal für jede Vermögensverwaltung.»

Kostennote und Normalfall, schön, dass mir schon vor vielen Jahren diese Ausdrücke eingefallen sind.

«Wie bitte, Sie hätten von Skandalen und Missbrauch gelesen? Sie wissen doch, wie die Medien sensationshungrig Einzelfälle von schwarzen Schafen aufblasen. Da wird dann auch mit der ganzen Härte des Gesetzes durchgegriffen. Ich persönlich verwahre mich dagegen, in meiner dreissigjährigen Karriere hat es niemals einen entsprechenden Vorfall gegeben, ich muss doch sehr bitten.»

Beziehungsweise alle wurden weggebügelt, das ist Verlass auf unsere Fürstenrichter. Aha, schon kriecht er zu Kreuze, habe das nicht so gemeint, wollte nur ansprechen, ja, ja, das muss man im Kein ersticken.

«Ja, ich komme dann mit den ausgearbeiteten Unterlagen auf Sie zu, das kann maximal eine Woche dauern.»

Dauert fünf Minuten, neuen Namen in die Textbausteine einsetzen, et voilà. Aber man muss doch wichtig tun.

«Ich danke für Ihr Vertrauen, Herr Möller, Sie gehören ab sofort zu meinem sehr zufriedenen Kundenkreis, herzlich willkommen im sicheren Hafen Liechtenstein.»

Das war mal wieder einfach, zehn Minuten Gequatsche, und schon die ersten 20’000 verdient. Läuft doch super. Könnte einfach etwas mehr sein, aber Kleinvieh macht auch Mist.

 

 

10. März 2025/43 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-02-um-18.50.08-e1706896247823.png 827 1000 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-10 07:01:252025-03-10 13:06:59Was ein Treuhänder sagt …

Macht bricht Recht

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Was den grossen USA recht ist, kann dem kleinen Liechtenstein doch nicht Unrecht sein.

Der US-Präsident Donald Trump hat die Glace-Handschuhe ausgezogen. Er handelt nach dem Prinzip: ich bin gross und mächtig, du bist klein und schmächtig. Sonst noch Fragen? Entweder kriecht die Ukraine zu Kreuze, oder es wird ihr der Stecker rausgezogen. Dafür hat er sogar zwei Möglichkeiten. Er stellt die militärische und finanzielle Unterstützung ein. Oder er lässt Musk sein Starlink abschalten. Damit wäre die gesamte militärische Kommunikation der ukrainischen Armee unterbrochen.

Das ist reine, brutale Machtpolitik, ohne Rücksicht auf internationale Gepflogenheiten oder Benimmregeln. Das kann Trump, wer sollte es ihm verbieten?

Hinter einer Fassade von Wohlanständigkeit verhält sich der fürstliche Finanzplatz genau gleich. Trump machte seine letzte Vorführung öffentlich im Weissen Haus. In Liechtenstein finden solche Machenschaften – soweit das möglich ist – in den Dunkelkammern der Rechtlosigkeit statt, in einer Räuberhöhle.

Treu und Glauben, korrekte Auslegung von Gesetzen, Treuhänder, die ihrem Namen nachleben? Die Fähigkeit, zwischen Meins und Deins zu unterscheiden? Moralvorstellungen, die skrupellose Geldgier einschränken? Die fehlende Trennlinie zwischen legal und illegal, gar illegitim? Na und, sagen da die Liechtensteiner Untreuhänder, und der Fürst, bzw. sein regierender Kronprinz Alois, schauen wohlwollend zu.

Sie sagen höchstens im Vertrauen: also lasst euch doch nicht ständig dabei erwischen, dann müssen die fürstlichen Gerichte euren Dreck wegräumen, und das ist alles keine gute PR für das Image sauberer Finanzplatz, strahlend und rein.

Da gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit mit Trump: das ist den Bewohnern der Räuberhöhle namens Stiftungswesen völlig egal, das tropft an ihnen ab. Im Gegenteil, sie spielen die verfolgende Unschuld und regen sich gelegentlich furchtbar auf, wie ungerecht das sei, angebliche Einzelfälle, die schwarzen Schafe, die es in jeder Herde gibt, zu verallgemeinern und üble Medienberichte zu publizieren. Das sieht Trump auch so, alles Fake News.

Die Wahrheit ist aber bei beiden: das meiste, wenn nicht alles, stimmt, was publiziert wird. Wäre dem nicht so, es würden ja Gegendarstellungen und teure Klagen wegen Falschmeldungen und Rufschädigung nur so hageln.

Da hören aber dann die Ähnlichkeiten schon auf. Pech für Liechtenstein.

Denn der Fürst und seine Untreuhänder verfügen nicht über einen roten Knopf. Sie haben nicht mal eine eigene Armee, um sich im Fall der Fälle zu verteidigen. Und die Schweizer Armee in all ihrer Schwäche würde ihnen auch nicht zu Hilfe eilen.

Daraus ergibt sich das absehbare Problem, dass Liechtenstein zwar noch ein Weilchen, aber nicht unbegrenzte Zeit so weitermachen kann. Schon alleine deswegen, weil die Enteignung von Stiftern, Stiftungsräten und Begünstigten keine Gesetzesübertretungen im Ländle sind, sondern systemische Regel, abgedeckt von entsprechenden Artikeln in den meisten Stiftungsurkunden und gedeckt von der fürstlichen Justiz.

Liechtenstein profitiert – noch – von der Blauäugigkeit und Unkenntnis vieler Stifter. Die sich nicht vorstellen können, dass der so seriös und bieder ihnen gegenübersitzende Treuhänder in Wirklichkeit ihr schlimmster Feind ist. Der gelassen bei allen Untaten in sich ruht und felsenfest überzeugt ist:

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Aber ihm kann man, und wie. Schon im Steuerstreit musste Liechtenstein einknicken. Tat das zwar widerwillig – der Fürst war äusserst ungehalten –, aber dennoch gelenkig und schnell.

Dabei waren damals nur Deutschland und ein paar andere europäische Staaten hinter im Ländle gebunkerten Schwarzgeldern her, die USA liessen es bei einem Nasenstüber bewenden und verbissen sich in die Schweiz.

Aber die Geschichte wiederholt sich nicht. Jetzt sind die USA richtig sauer wegen den Milliarden an Russengeldern, die Liechtensteiner Treuhänder direkt oder über Tarnkonstruktionen verwalten, um ihren gewohnten Lebensstil weiterführen zu können.

Und da kommt eine unangenehme Ähnlichkeit zwischen Trump und Liechtenstein ins Spiel. Der ist genauso skrupellos im Durchsetzen seiner Interessen. Und er ist gross und mächtig, Liechtenstein klein und schmächtig. Das wird kein gutes Ende nehmen. Ausser, der Kronprinz ist so clever wie sein Vater und knickt schnell ein. Wenn er den Selenski spielen will, ohne Karten in der Hand zu haben, kommt’s nicht gut.

5. März 2025/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-03-um-12.04.26.png 669 1196 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-05 07:12:012025-03-03 12:10:31Macht bricht Recht

Dein Treuhänder, dein Feind

Allgemein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Wo kein Rechtsstaat ist, herrscht das Gesetz der Skrupellosen.

Erstaunlich, dass es in Liechtenstein noch ein paar tausend Stiftungen gibt. Offensichtlich haben viele noch nicht mitbekommen, dass eine solche Einrichtung eine Einladung zu Raubzügen ist.

Diese Raubzüge werden durch eine geradezu mafiöse Verbindung von Treuhändern und fürstlicher Justiz ermöglicht, wob ein verblüffendes Ausmass an krimineller Energie entfaltet wird.

  1. Der Stifter ist sich nicht wirklich bewusst, dass er sich ab der Übergabe seines Geldes oder all dessen, was er der Stiftung zu treuen Händen übergibt, davon verabschiedet hat. Denn ab diesem Moment ist nicht mehr er der Besitzer, sondern die Stiftung selbst.
  2. Herrscher über die Stiftung ist der Stiftungsrat; er hat das alleinige Verfügungsrecht. In diesem Herrschaftsorgan muss in Liechtenstein obligatorisch ein lokaler Treuhänder Einsitz nehmen. Das ist die Keimzelle aller folgenden Untaten.
  3. Eine Stiftung hat einen Stiftungszweck und Begünstigte, für die sie errichtet wurde. Nachdem sich herumgesprochen hat, dass damit das Stiftungsvermögen nicht zu treuen Händen einem Treuhänder anvertraut wurde, machen viele Begünstigte den Fehler, ebenfalls in den Stiftungsrat einzutreten. Sie haben die falsche Hoffnung, dass sie damit kontrollieren könnten, was der Treuhänder so treibt. Ein schwerer Irrtum.
  4. Dieser Eintritt macht dem Untreuhänder nur scheinbar das Leben schwer. Sicher, ein paar Möglichkeiten wie das Dekantieren, also das Umgiessen des Stiftungsvermögens in ein neues Gefäss, auf das nur der Untreuhänder Zugriff hat und über das er dem eigentlich Berechtigten jede Information mit Verweis auf sein Anwaltsgeheimnis verweigern kann, sind nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen.
  5. Das gilt auch für einige weitere Mätzchen wie unverschämt überhöhte Verwaltungsgebühren, horrende Stundensätze für das Erledigen angeblich nötiger Arbeiten, üppige Spesen oder das Investieren des Stiftungsvermögens in Anlagevehikel, für die der Untreuhänder Kick-backs kassiert oder die ihm um drei Ecken herum selbst gehören. Das wird sehr schwierig, wenn der begünstigte Stiftungsrat ihm dabei auf die Finger schaut. Aber das lässt sich regeln, à la Liechtenstein.
  6. Denn man sollte einen solchen Treuhänder nicht ärgern, wenn er das tut, was halt Brauch ist: nämlich alles, was seinen eigenen Geldbeutel füllt, ohne Rücksicht auf die Folgen für das Stiftungsvermögen. Kann er das nicht mehr ungeniert tun, hat er einen neuen Weg gefunden, um gleich richtig zuzulangen. Der Weg heisst «blosser Anschein einer möglichen Interessenskollision». Das ist eine Erfindung der fürstlichen Justiz, weltweit einmalig. Das bedeutet, dass dem Stiftungsrat, der gleichzeitig Begünstigter ist, eine Handlung unterstellt werden kann, natürlich an den Haaren herbeigezogen, mit der er zum Beispiel sich selbst begünstigen und damit die Stiftung schädigen würde. Und schwups, schon wird er als Stiftungsrat von der fürstlichen Justiz abberufen. Das geht ruckzuck, in wenigen Wochen ist der Instanzenzug erledigt.
  7. Dann bleibt nur noch ein Problem zu lösen. Als Begünstigter ist er weiterhin berechtigt, Informationen über das Wirken des Untreuhänders Auskunft zu verlangen. Wenn der sich zum Beispiel ein Monatshonorar von 75’000 Franken genehmigt, einen Kollegen an Bord holt, der das Gleiche verdient, dann würde der Begünstigte natürlich Stunk machen. Und Stunk hat man in Liechtenstein gar nicht gerne. Aber auch dafür gibt es eine Lösung.
  8. Die fürstliche Justiz muss nur den üblichen Artikel 14 in den meisten Standardstiftungsurkunden falsch auslegen, und schon ist der Begünstigte auch diese Stellung los. Denn wenn der Enteignete sich mit rechtlichen Mitteln gegen diesen Diebstahl wehrt, dann kann das von einer findigen Justiz so ausgelegt werden, dass er damit den Tatbestand erfüllt, dass er damit angeblich die Stiftung schädigen will und sich als Begünstigter disqualifiziert ist.
  9. Meistens ist dann für den Betrogenen Ende Gelände, weil sein ganzer irdischer Besitz in dieser Stiftung steckt und er kein Geld mehr hat, um sich einen teuren Liechtensteiner Anwalt für Gegenwehr leisten zu können. Den braucht er, denn nur einheimische Rechtspfleger sind berechtigt, in Liechtenstein als Anwalt aufzutreten. Wenn sich überhaupt einer findet, der gegen seine Kollegen Treuhänder antreten will, dann macht er mit denen ein Päckchen. Er tut so, als würde er die Interessen seines Mandanten vertreten, während er in Wirklichkeit das Geld zählt, das er durch seine zahlreichen Eingaben, Rechtsschriften, das umfangreiche Aktenstudium, die Präsenz vor den Liechtensteiner Gerichten verdient.
  10. Will es das ungnädige Schicksal der Untreuhänder, dass der Betrogene halt doch noch Geldmittel hat, um sein Recht einzufordern, leistet die fürstliche Justiz ihren Beitrag zum Raubzug. Werden zu Ungunsten des Stiftungsrats oder Begünstigten Urteile gefällt, geht das blitzschnell. Erste Instanz, zweite, sinnloser Weiterzug an den Staatsgerichtshof, abgeschmettert, rechtsgültig, Ende.
  11. Versucht der unbelehrbare Beraubte, sein Recht einzufordern, dann kann es problemlos schon drei Jahre oder mehr dauern, ohne dass in der ersten Instanz überhaupt ein Urteil gefällt würde. Da das nervt, überziehen die Untreuhänder den Quälgeist mit einer Unzahl von Nebenklagen, gar mit Strafanzeigen und werfen ihm alles vor, was einem skrupellosen Anwaltshirn nur einfallen kann. Der Beraubte habe selber eine Unzahl von Straftaten begangen, er habe nicht nur kein Recht mehr auf sein Stiftungsvermögen, darüber hinaus schulde er auch noch Fantastillionen seiner ehemaligen Stiftung.

Das mag sich für Uneingeweihte wie ein Alptraum Kafkas anhören, ist aber im Fürstenreich Alltag. Wobei der absolutistisch herrschende Monarch der oberste Verantwortliche ist, dass solche Entrechtungen stattfinden können.

Also merke: dein Liechtensteiner Treuhänder ist nicht dein Freund und Helfer, sondern dein schlimmster Feind.

2. März 2025/23 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-01-um-21.27.28.png 748 1313 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-02 07:23:392025-03-01 22:06:58Dein Treuhänder, dein Feind

Der LLB geht’s gut, ihren Kunden weniger

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

Die Liechteinische Landesbank jubiliert über das Geschäftsjahr 2024.

Glaubt man der Medienmitteilung, ist mal wieder alles bestens im Ländle. «Erfolgreich wachsen, historischer Höchstwert, positive Entwicklung, liegt auf Kurs». Keine Worthülse aus dem Finanz-Blabla lässt die LLB aus, um sich selbst in den höchsten Tönen zu loben.

Immerhin, muss man ihr lassen, eine Cost-Income-Ratio von 66,4 Prozent ist nicht schlecht. Aber so rosig war das nicht immer bei der LLB.

Da gab es doch 2023 so eine Affäre. Die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft, was schon ein kleines Wunder war, eröffnete ein Strafverfahren wegen möglicher Geldwäscherei, Urkundenfälschung, Untreue, gewerbesmässigen schweren Betrug.Gegen ein Ex-Kader der Staatsbank.

Also eigentlich gegen Tätigkeiten, die doch im Ländle gerne von Untreuhändern ausgeübt werden – straflos.

Und dann gab es doch den Fall Andreas Gerber letztes Jahr. Der grosse Star aus den Reihen der untergegangenen Credit Suisse hätte bei der LLB eine Spitzenposition übernehmen sollen. Wunderbar, wie immer wurden alle Vorschusslorbeeren über ihn ausgeschüttet.

Aber dann teilte die LLB knapp einen Monat vor Stellenantritt mit, dass Gerber «aus persönlichen Gründen» dann doch lieber nicht zur Bank komme. Grosses Rätselraten bis heute: hat die Liechtensteiner Finanzmarkaufsicht (FMA) die Notbremse gezogen?

Und da war dann noch was im Jahr 2022. Amtshilfegesuch des DoJ, des US-Justitministeriums, an die LLB. Einblick in alle Konti und Depots von US-Kunden mit mehr als 500’000 Dollar. rückwirkend bis 2004. Das richtete sich nicht nur gegen verbiesterte  Steuerhinzterzieher – sondern auch gegen deren Helfershelfer, also «attorneys, accountants, independent financial advisors, asset managers».

Da hörte man in Liechtenstein neues Geräusch: Zähne, die aufeinanderklappern und sich in Fingernägel verbeissen.

Aber Liechtenstein reagierte clever. Bankgeheimnis, Schutz der Kunden, es müssen beweisbare Verdachtsmomente gegen einen konkreten Inhaber vorliegen für diesen Eingriff in die Privatsphäre? Ach was, sagte sich da das Liechtensteiner Parlament, mit 18 von 25 Stimmen war es dafür, dass neben Steuerbetrügern auch reine Steuersünder den USA ausgeliefert würden, ohne dass konkrete Namen oder Verdachtsmomente nötig wären.

Denn wenn ein Stärkerer kommt, dann kuscht der Fürscht. Natürlich beschliesst das Parlament nie etwas, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass in den fürstliche Kellern nicht die Brenneisen angewärmt werden.

Das mit dem Kundenverrat hat bei der LLB sozusagen Tradition. Auch unlängst gab es wieder einen solchen Fall. Da rückte die LLB einfach auf Anfrage – und trotz eines klaren Neins des Kunden – die gesamte Mail-Korrespondenz heraus. An die US-Steuerbehörde? Ach was, die Anfrage eines Liechtensteiner Treuhänders, der es eigentlich besser wissen müsste, genügte.

Der brauchte Munition gegen den LLB-Kunden, und im Liechtensteiner Beziehungssumpf war die Bank gerne bereit, dem Wunsch eines geschätzten Treuhänders nachzukommen. Bankkundengeheimnis, Datenschutz? Ach, das gilt doch nur von Fall zu Fall.

Was, die Datenschutzbehörde hat der Bank eine klatschende Ohrfeige namens Rüge erteilt? Na und, dagegen wird verstockt Rekurs eingelegt, was für eine Unverschämtheit. Hätte sich ein Beispiel an der Staatsanwaltschaft nehmen sollen. Die schüttelte nur den Kopf, als der Kunde eine Strafanzeige einreichte. Gegen die LLB, hätte der Kunde auch gleich tollkühn den Fürsten selbst anzeigen können …

Das sind ein paar weniger schöne Wahrheiten, während sich die LLB mit ihren Jahresbilanzdaten aufplustert wie ein Pfau. Aber unter dem Gefieder sieht es weniger schön aus.

26. Februar 2025/54 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-25-um-12.56.23.png 518 784 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-26 06:27:452025-02-25 15:56:25Der LLB geht’s gut, ihren Kunden weniger

Alles Gute, Herr Fürst

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Versuchen wir uns an einer strafbaren Majestätsbeleidigung.

Die droht schon im Titel. Denn eigentlich handelt es sich um Seine Durchlaucht Johannes Adam Ferdinand Alois Josef Maria Marco d’Aviano Pius Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf zu Rietberg, Regierer des Hauses von und zu Liechtenstein. Oder kurz Hans-Adam II; seine Durchlaucht feierte ihren hochwohllöblichen 80.

Dafür im Nachhinein alle guten Wünsche. Die braucht der rüstige Fürsten-Rentner eigentlich nicht. So wenig wie die AHV. Er ist Multimilliardär. Und das Tagesgeschäft hat er bereits 2004 seinem Sohn, dem Erbprinzen Alois, überlassen.

Als er selbst 1989 das Amt antrat (einzige Qualifikation: Erstgeborener), versprach er huldvoll:

«Ich gelobe, meinem Land ein gerechter Fürst zu sein, die verfassungsmässigen Freiheiten zu wahren, den Bedrängten und Armen zu helfen und die Rechte treu zu hüten.»

Leider kann man auch Fürstenworten nicht so recht trauen. Wie gerecht er war, sollen höhere Instanzen entscheiden. Aber das mit den verfassungsmässigen Freiheiten war dann schon so eine Sache. Als das Volk etwas aufmuckte, als er sich per Verfassungsreform noch mehr absolutistische Rechte herausnehmen wollte, drohte er mit dem Wegzug ins Exil nach Wien. Das Volk duckte sich, und er musste in der unwirtlichen Trutzburg ob Vaduz bleiben. Auch ein Fürst hat’s nicht immer leicht.

Er musste damals sogar zu harschen Worten greifen und keilte bei seiner Thronrede zur Eröffnung des Parlaments, dass die Kritiker seines Machtzuwachses Ähnlichkeiten mit den Liechtensteiner Anhängern des Dritten Reichs hätten. Obwohl das gar keine absolutistische Monarchie war.

Dieser Vergleich scheint ihm besonders zu gefallen. Denn als ausgerechnet seiner fürstlichen Bank LGT Kontodaten deutscher Steuerflüchtlinge abhanden kamen und der germanische Fiskus mit ihnen das Geschäftsmodell Schwarzgeldbunker im Ländle beerdigte, war er schon wieder an Methoden wie in dunklen deutschen Zeiten erinnert.

Auch die Skepsis seiner Untertanen gegenüber einem Beitritt zur Uno kanzelte er in seiner berüchtigten Rucksackrede ab: «Wenn wir als einzige Möglichkeit wieder den Rucksack mit der Schweiz ins Auge fassen, wird es wahrscheinlich einmal ein unangenehmes Erwachen geben.»

Noch einen Schritt weiter ging er bei der Abstimmung über den Beitritt zum EWR. Er drohte damit, von seinen absolutistischen Rechten Gebrauch zu machen und sowohl Regierung wie auch Parlament zum Teufel zu jagen, falls Liechtenstein nicht vor der Schweiz über diesen Beitritt abstimme.

Zum höchst ungnädigen Erstaunen des Fürsten griffen dann Parlamentarier vor dem Regierungsgebäude anno 1992 zum Megaphon und protestierten. Da mag sich der Fürst nostalgisch an frühere Zeiten erinnert haben, wo man mit solch aufrührerischen Gesellen schnell fertiggeworden wäre. Nun aber musste er sich doch tatsächlich auf einen Kompromiss einlassen. Die Abstimmung fand nach der Schweiz statt, aber die folgsame Regierung und natürlich auch das Parlament forderten zu einem Ja auf. Wie hätten da die untertänigen Stimmbürger nein sagen können. Vielleicht hätte er sie sonst auch zum Teufel gejagt.

Damit sich solche unschönen Szenen nicht mehr wiederholten, legte er höchstselbst 2002 einen Vorschlag zur Verfassungsreform vor, der mit 64,3 Prozent angenommen wurde. So verhinderten die Stimmbürger, dass ihr geliebter Fürscht ins Ausland abschwirrte. Und seither herrschen er, bzw. sein Sohn, über alle pseudo-demokratischen Institutionen, dazu über die Justiz, die nicht umsonst im Namen von «Fürst und Volk» urteilt.

Es war ihm völlig unverständlich, wie man das als Ausbau seiner absolutistischen Macht missverstehen könnte. Schliesslich könne nun das Volk eine Initiative zur Abschaffung der Monarchie starten. Was es aber bis heute wohlweislich unterliess.

«Die Rechte treu hüten», auch dahinter muss man ein Fragezeichen setzen, auch wenn vielleicht Kerker mit Wasser und Brot droht. Was unter seiner Aufsicht und unter Duldung seiner fürstlichen Gerichte in Liechtenstein an Schweinereien im Stiftungswesen passieren, würde kein Rechtsstaat tolerieren. Angesichts der nicht abreissenden Kette von Skandalen macht schon länger das böse Wort der Räuberhöhle die Runde.

Aber eins muss man Seiner Durchlaucht lassen: er hat viel dafür getan, das fürstliche Vermögen zu mehren und nicht nur in seiner LGT gewinnbringend aufzubewahren. Sich selbst und seinem Fürstenhaus hat er also kräftig geholfen, den «Bedrängten und Armen» im Vergleich eher weniger.

Ach, und dann wäre noch sein Hang zu UFOs zu erwähnen, dem er sich dem Vernehmen nach mit Leidenschaft hingibt. Dabei ist doch sein Liechtenstein inzwischen ein UFO mitten in Europa. Weiterhin Aufbewahrungsort für alle Gelder, die anderswo nicht mal mit der Kneifzange angefasst würden. Russland-Sanktionen? Na und, nicht nur sein gescheiterter Kandidat als Regierungschef findet es eine Frechheit, dass die US-Behörde Ofac völlig unschuldige und ehrenwerte Treuhänder auf ihre Sanktionsliste setzt.

Doch nun schwebt er schon lange über den Dingen, darauf ein: hoch die Flaschen!

 

20. Februar 2025/37 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-19-um-18.39.11.png 531 997 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-20 06:54:532025-02-19 18:44:05Alles Gute, Herr Fürst

Prinz Michael warnt

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

An der Konferenz «Vision Bank» forderte er weniger Regulierungen.

Zunächst Ehre, wem Ehre gebührt: Es handelt sich um S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, natürlich von fürstlichem Geblüt, aber halt leider nicht der Fürscht.

Der hält gerne Reden, so zum Beispiel vor zweihundert Bankern an einer von Finanz und Wirtschaft organisierten Konferenz. Zwar wurde sein Auftritt etwas von Sergio Ermotti überstrahlt, obwohl der Prinz doch ein Blaublütler ist. Das hinderte ihn nicht daran, Europa streng zu kritisieren.

Es leide «unter Führungsschwäche, Überregulierung und einer negativen demografischen Entwicklung». Also weg mit diesen störenden Regulierungen ungehemmter Finanzgeschäfte à la Liechtenstein.

Weniger gern spricht der Prinz über die Flops in seinem eigenen Geschäftsleben. Denn es lag wohl nicht an Überregulierung, dass ein Unternehmen, in dem er im Verwaltungsrat sass, einfach hops ging.

Die Identec Group hatte Grosses vor, es ging irgendwie um das «Internet der Dinge», mit dem wieder wahre Gelddruckmaschinen virtuell im Internet aufploppten. Aber schade auch, trotz huldvoller Beteiligung eines echten Prinzen meldete diese Luftnummer Anfang 2024 Konkurs an.

Allerdings gab es schon vor dem Zusammenbruch einige Warnzeichen, die aber huldvoll weggewedelt wurden. Es sollte sogar einmal ein IPO geplant gewesen sein, also ein Börsengang. Der fand dann allerdings nicht statt, genauso wenig wie lukrative Wertschöpfungen.

Nun ist es schon etwas peinlich, wenn jemand so Hochwohlgeborener wie Prinz Michael als Verwaltungsrat auf die Nase fällt, wenn man das in prinzlichen Kreisen überhaupt sagen darf.

Der Prinz war auch lange Zeit im Vorstand der Liechtensteiner Treuhandkammer. Diese Position haben seine Durchlaucht allerdings geräumt. Vielleicht sah er dort ein gewisses Reputationsrisiko, bei all den Skandalen, die die Treuhänder produzieren. Ein Prinz in einer Räuberhöhle, das macht sich schon nicht so gut, bei all den Skandalen, die die Treuhänder so tagaus, tagein produzieren.

Da ist es dann besser, von Ferne zuzuschauen und notfalls die schützende Prinzenhand wegwedeln lassen, was da alles Reputationsschädigendes an Tageslicht gezerrt wird.

Merke: weniger Regulierung fordert nur jemand, der gerne umreguliert, ungeniert seinen Geschäften nachgehen will. Und so weit ist es mit Fürstenhaus heutzutage schon gekommen. Auch Blaublüter müssen einer Arbeit nachgehen, wenn auch nicht sehr erfolgreich.

Das waren noch Zeiten, als die Untertanen Frondienst leisten mussten, während es sich Fürst, Prinz und die ganze blaublütige Bagage gutergehen liess.

12. Februar 2025/35 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-04-um-22.55.07.png 416 754 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-12 07:58:542025-02-04 23:01:24Prinz Michael warnt
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