Es gibt die Kleinkriminalität, aber auch millionenschwere Skandale.
Die Räuberhöhle Liechtenstein taucht überall dort auf, wo es anrüchig, halbseiden oder echt kriminell wird. Das Verstecken von sanktionierten Russengeldern in Tarnkonstrukten. Der Fall des Hochstaplers Benko, der weiterhin in Saus und Braus lebte, mit Hilfe einer Stiftung in Liechtenstein. Der Cum/Ex-Skandal, immer führen die Spuren ins Ländle, immer hat niemand von nichts gewusst und alle sind höchst entrüstet, wenn sie zum Beispiel auf die Sanktionsliste der US-Behörde Ofac kommen.
Aber es gibt drei Skandale, die alles andere in den Schatten stellen. Sie sind mit den Namen Bacardí, Agnielli und Hartlaub-Stiftung verbunden.
Die Witwe des Teilhabers der weltweit grossen Bacardí-Rumfirma kämpft seit Jahren um ihre Rechte. Der alternde Bacardí hatte rund 750 Millionen $ in eine Liechtensteiner Stiftung eingebracht, eigentlich gegen seinen Willen. Sie sollte seiner Tochter zugute kommen und von ihr benützt werden, sobald diese volljährig sei. Sie ist es längst, aber weder ihr, noch ihrer Mutter wird der Zugang gewährt.
Mit einem inzwischen ständig angewendeten Winkelzug. Die Mutter vertrat im Stiftungsrat die Interessen ihrer Tochter und war an deren Stelle auch Begünstigte. Daraus konstruierte das korrupte fürstliche Justizsystem eine Interessenskollision und schmiss sie raus. Seither kämpft sie seit über dreieinhalb Jahren um ihre Wiedereinsetzung. Der Prozess wird verschleppt und verröchelt in der erste Instanz ohne Urteil.
Währenddessen verdienen sich die verwaltetenden Untreuhänder, ohne jegliche Kontrolle, dumm und krumm.
Genau das Gleiche geschah in der Hartlaub-Stiftung. Hier geht es um mindestens 250 Millionen. Ein Bruderzwist diente als Hebel, um den Stiftungsratspräsidenten, der auch Begünstigen war, aus beiden Positionen herauszukübeln. Mit der gleichen absurden Begründung eines «blossen Anscheins eines möglichen Interessenkonflikts». Was in jedem Rechtsstaat aus dem Gericht gelacht würde, simmert auch schon seit mehr als drei Jahren in der ersten Instanz vor sich hin. Ohne Urteil. Auch hier verdienen sich die Untreuhänder im Stiftungsrat mehrere goldene Nasen. Völlig unkontrolliert. Sie verweigern sogar die gerichtlich angeordnete Herausgabe von Unterlagen; sie wissen, warum.
Und als Sahnehäubchen zahlt natürlich die Stiftung das Wirken eines zwielichtigen Anwalts, der die berechtigten Forderungen des Entrechteten mit Unmengen von Eingaben, Papieren, Nebenschauplätzen und sogar weiteren Anschuldigungen zuschüttet.
Geradezu episch ist der Kampf um den Nachlass des reichen italienischen Unternehmers Gianni Agnelli (Fiat und vieles mehr). Hier geht es um schätzungsweise bis zu 5 Milliarden Euro, die wohl in der Schweiz und in Liechtenstein verstaut sind. Hier tobt ein Erbstreit, der den Liechtensteiner Untreuhändern die Möglichkeit gibt, unbehelligt durch jede Kontrolle sich am Vermögen zu bereichern.
Im Oktober 2023 sind den italienischen Steuerbehörden die Liechtensteinischen Konten bei der LGT-Bank und die Strukturen bekannt geworden, die John Elkann in Liechtenstein gegründet hatte, nämlich Blue Dragons (gegründet 2017) und Dancing Tree (gegründet 2020), beide domiziliert beim TREMACO Treuunternehmen in Eschen. Die Staatsanwaltschaft Turin ermittelt gegen Elkann wegen Steuerhinterziehung. Er ist der Enkel des verstorbenen Agnelli und war längere Zeit Präsident des Fiat-Verwaltungsrats.
Das Treuunternehmen TREMACO ist bekannt aus den Panama Papers / Mossack Fonseca.
In all diesen Fällen gilt:
Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.
Das gilt vor allem für die rund 130 Treuhänder, die sich nach dem Zusammenbruch des Schwarzgeldbunkersystems neue Einkommensquellen erschliessen mussten. Man muss halt schon einen Franken auf den anderen legen, wenn man sich als Treuhänder die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt leisten und kann und dafür noch extra ein Hochsicherheits-Mausoleum baut.
Es stinkt zum Himmel in Liechtenstein, aber Fürst und Volk mögen nur einen blauen Himmel sehen und üben sich in Realitätsverweigerung. Das ist schon den Schweizer Gnomen nicht gut bekommen, ein ähnliches Schicksal wird Liechtenstein, dass dann vielleicht Dunkelstein heissen wird, ereilen.












