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Liechtenstein hat Schwein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Kleine Verbrechen verschwinden hinter grösseren.

Alle Welt redet von der irrwitzigen Zoll-Orgie, die der US-Präsident Donald Trump veranstaltet. Über 100 Prozent Aufschlag auf alle in die USA importierten Produkte aus China, das Reich der Mitte schlägt mit über 80 Prozent Zoll auf alle US-Produkte zurück.

Und Liechtenstein wird mit 37 Prozent Zusatzzöllen bestraft. Mehr als die Schweiz mit «nur» 31 Prozent.

Wieso denn das? Nun, das Handelsdefizit, der absurde Massstab für die Höhe der Zölle, ist im Fall Liechtensteins tatsächlich höher als bei der Schweiz.

Aber es ist doch zu vermuten, dass es noch einen zweiten Grund gibt, wieso Trump das Ländle so harsch bestraft.

Der hat damit zu tun, dass hinter grossem Wahnsinn kleine Verbrechen verschwinden. Aber nicht vergessen gehen. Denn neben den Zöllen, dem Ukrainekrieg, dem Erdbeben in Myanmar und dem Gemetzel im Sudan und in Somalia sollte nicht vergessen gehen, dass das Ländle für einen hübschen Teil an krummen Finanzgeschäften verantwortlich ist.

Nicht nur, dass Untreuhänder immer wieder arglose Stifter und Begünstigte von Stiftungen abzocken. Nicht nur, dass die Fürstenjustiz dieses zum Himmel schreiende Unrecht regelmässig deckt. Nicht nur, dass der allmächtige herrschende Kronprinz Alois gnädig wegschaut, obwohl er es in der Hand hätte, diesen Schweinereien per sofort ein Ende zu bereiten.

Nicht nur, dass Liechtenstein mit seiner braunen Vergangenheit genauso Mühe hat wie mit seiner kriminellen Gegenwart.

Nein, es gibt schon einen Grund, wieso das Ländle den besonderen Zorn der US-Administration auf sich gezogen hat. Die Wurzel des Übels liegt in reiner Geldgier.

Denn als das Liechtensteiner Stiftungswesen als ideales Konstrukt für Schwarzgeldbunker in die Luft flog und der Automatische Informationsaustausch (AIA) solchen einfachen Verstecken den Garaus machte, suchten die Liechtensteiner Treuhänder und Unterhändler verzweifelt nach einem Ersatz für diese einstmals sprudelnde Geldquelle.

Und fanden ihn. Allerdings auf einem heiklen Gebiet. Liechtenstein wurde die erste Adresse (und viel sicherer als Zypern oder Malta) für das Verstauen von russischen Oligarchengeldern. Denn schlauere russische Reiche wissen, dass die Huld Putins schnell und ohne Ankündigung erlöschen kann. Und da ist es dann gut, nicht nur Leib und Leben in Sicherheit zu bringen, sondern auch genügend Geld vorrätig zu haben, das ausserhalb des Zugriffs des russischen Autokraten liegt.

Also stockten die Liechtensteiner Treuhänder ihre Wodkavorräte auf, machten sich bei den Kaviarsorten schlau und bastelten schöne Holdingstrukturen mit Ausflügen auf kleine Inseln in grossen Meeren, um solche Russengelder vermeintlich bombensicher zu verstecken.

Natürlich, das geschah schon lange bevor Präsident Putin beschloss, dass er in einer kurzen militärischen Spezialoperation die Ukraine vom Faschismus befreien müsse.

Aber auch danach siegte Gier über Hirn in Liechtenstein, und die Beherbergung von Russengeldern ging fröhlich weiter, es gab natürlich plötzlich viel mehr Nachfrage.

Dass das den USA nicht verborgen bleiben konnte, da ist der Liechtensteiner Treuhänder abgebrüht und sagt sich: mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner.

Das sehen die USA aber entschieden anders. Ihre Kontrollbehörde Ofac, die ungefähr so mächtig ist wie die Inquisition im Mittelalter, hat Liechtenstein ins Visier genommen und bereits diverse Treuhänder und Treuhandbuden auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

Weil die Beihilfe zum Verstecken von Russengeldern geleistet haben sollen, damit gegen die Sanktionen gegen Russland verstossen hätten.

Und was macht Liechtenstein, ich bin klein, mein Herz ist rein? Nichts.

Auch hier erhebt sich die Frage: wieso schaut Erbprinz Alois zu, wie ein eine Handvoll Untreuhänder das ganze Ländle ins Elend stürzen will?

10. April 2025/24 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/04/Bildschirmfoto-2025-04-09-um-21.40.42.png 1146 1896 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-10 06:16:322025-04-09 21:44:05Liechtenstein hat Schwein

Warnschuss vom Vaterland

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Die einzige Tageszeitung Liechtensteins schreibt Mysteriöses.

Das ist nur im Ländle möglich. Eine Meldung vom Vaterland lässt mehr Fragen offen, als sie beantwortet. In voller Schönheit und Länge:

«Über ein halbes Jahr ist es her, dass sich ein Mann mit diesem Satz bei uns in der Redaktion gemeldet hat. Der Anruf erfolgte anonym und er wollte auch seinen Namen nicht nennen. Er erzählte von einer dubiosen Stiftung, die aufgrund von Vorteilen nach Liechtenstein umgezogen sei. Mehrere Politiker aus verschiedenen Ländern seien involviert und hätten sich schmieren lassen; auch hierzulande. Mehrere Millionen Franken Schweigegeld seien verteilt worden. Auch der Mann am Telefon habe ein Angebot erhalten, doch ihm läge mehr daran, dass die Sache «ans Licht kommt». Er versprach, noch in derselben Woche unzählige Dokumente zu schicken, die nie im Vaduzer Medienhaus angekommen sind.
Ob der Informant doch noch schwach geworden ist? Leider haben wir keine Möglichkeit, nachzufragen, und so bleibt der potenzielle «Thriller» unenthüllt.» Drei trägt rt Nehme und Gesicht, also Heist Mt

r.Mr,.

Was treibt eine eigentlich zurechnungsfähige Redaktion dazu, einen solchen Artikel zu veröffentlichen? Normalerweise werden solche anonymen Hinweise gerne und diskret entgegengenommen. Und dann wartet die Redaktion darauf, dass der anonyme Tippgeber mit Sachdienlichem rüberkommt.

Dokumente, Unterlagen, Indizien, Namen. Passiert das nicht – so wie in diesem Fall –, dann wandert die Sache mit einem «schade auch» in den Papierkorb. Wird aber sicherlich nicht veröffentlicht.

Wieso dann hier?

Die Vermutung drängt sich auf: das sollte ein subversiver Warnschuss der Zeitung sein, die durchaus ihre Verdienste in der Aufdeckung einiger der vielen Schweinereien hat, die sich auf dem angeblich so sauberen Finanzplatz Liechtenstein täglich abspielen, meistens im Verborgenen.

Das sollte ein diskreter Hinweis darauf sein, dass natürlich weiterhin alle gepriesenen Kontrollen und die angeblich verbesserte Überwachung des Treibens der Treuhänder und Untreuhänder völlig ungenügend sind.

Und kommt doch einmal etwas ans Tageslicht, dann bügelt es die fürstliche Justiz weg und hofft auf das Kurzzeitgedächtnis der Öffentlichkeit.

Fatal ist, dass man diese Meldung – auch ohne jegliche Beweise – sofort glaubt. Denn so etwas ist schliesslich weiterhin Business as usual im Ländle.

Dubiose Stiftung als Tarnkonstruktion, Schmiergeld, Schweigegeld, wegen Vorteilen nach Liechtenstein umgezogen, auch Politiker sollen in diesen Skandal, der keiner wurde, involviert sein.

Alles schon mal dagewesen, alles nichts Neues.

Denn kriminell ist hier kein Verstoss gegen das System, das System selbst ist kriminell.

In diesem Fall bleibt alles im Dunkeln. Auch das ist völlig normal in Liechtenstein, wo nun ausser dem Namen überhaupt nichts mehr leuchtet. Aber überstrahlt wird von der Geldgier der Akteure im Finanzsektor.

4. April 2025/37 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-10-um-14.15.54.png 504 907 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-04 06:04:482025-03-15 13:57:59Warnschuss vom Vaterland

Kein Skandal ohne Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Da wollen wir dabei sein, scheint die Devise zu sein.

«Vom 30. Juni 2006 bis zum 31. Dezember 2011 flossen rund 17 Millionen Schweizerfranken ins Fürstentum Liechtenstein. Wie hoch ist die Gesamtsumme, um welche die Schweizer Steuerzahler beim Liechtenstein-Abenteuer der Postauto AG seit 2001 betrogen wurden», fragte der Schweizer Nationalrat Roland Büchel in einer Interpellation.

Stiftungs-Skandale, Russengelder, Umgehungsgeschäfte bei Sanktionen, der epische Streit der Familie Agnelli, der Witwe Barcardí, der Fall Perry, usw. usf.

Der schmierige Schweizer Banker als Geldkofferträger hat als Bösewicht ausgedient. Früher wusch die Schweiz weisser, heute reinigt man sein Geld aus trüben Quellen in Liechtenstein.

Wenn kleine Inseln im Meer zu unsicher sind, zu sandig, der baut auf die granitharten Berge des Ländle.

Der Fall Martin Staggl, das Pensionskassen-Debakel, das US-Kundengeschäft der Liechtensteinischen Landesbank, ihr Kundenverrat unter Bruch des Bankgeheimnisses, Michael Seidls Schneeballsystem Money Service Group, die Zumwinkel-Affäre, die BND-Affäre, die Insidergeschäfte des VR-Präsidenten der Bank in Liechtenstein, der Chiasso-Skandal, die Liste könnte beliebig verlängert werden.

Sie begann 1929 mit dem Sparkassen-Skandal, der Verwalter veruntreute Gelder für Spekulationsgeschäfte.

Aufsicht, Kontrolle, Überprüfung? Wozu auch? Verschärfung und Anwendung neuer Gesetze, um dem Treiben Einhalt zu gebieten? Kosmetik, keine Ursachenbekämpfung.

Denn das alles sind keine Ausnahmen, sondern ist Geschäftsprinzip in Liechtenstein. Alles machen, was legal ist. Alles machen, bei dem einen die Gerichte dann schützen werden. Alles machen, wobei man nicht erwischt wird.

Skrupellos, ohne Anstand und Moral. So funktioniert der Finanzplatz Liechtenstein – und gedeiht.

Ging doch lange gut, haben wir alles überlebt, wieso nicht weiter mit dem Bewährten, sagen sich die Liechtensteiner Untreuhänder. Manchmal, sehr selten, erwischt’s halt einen. Manchmal, sehr selten muss der dann auch in den Knast. Künstlerpech, hätte sich halt geschickter anstellen sollen.

Was deins ist, ist auch meins, ist die Devise vieler Untreuhänder bei der Verwaltung von Stiftungsvermögen. Wenn der Stifter oder der Begünstigte dagegen aufmuckt, dass ihm unverschämte Rechnungen präsentiert werden, dann soll er doch froh sein, dass er noch was hat.

Wird der richtig aufsässig und geht vor Gericht oder gar an die Öffentlichkeit – selber schuld, dann nehmen wir ihm halt alles weg, das hat er davon.

In jedem System gibt es Einzeltäter, die sich nicht an die Regeln halten. Aber wenn diese Regeln nicht durchgesetzt werden, dann werden die Einzeltäter zu Dauertätern. Dann wird es systemisch, wird zum System.

Diesen Zustand hat das Liechtensteiner Untreuhänderwesen erreicht. Und ist ein System einmal dermassen verfault, dann nützen chirurgische Eingriffe überhaupt nichts mehr.

Dann müsste die Treuhandkammer aufgelöst werden, alle Treuhänder müssten sich neu um eine Lizenz bewerben, wobei auch ihr verhalten in der Vergangenheit eine Rolle spielen würde.

Das wäre die einzig richtige Massnahme. In einer Märchenwelt, in der ein gerechter Fürst herrscht, der edel und gut ist.

Aber doch nicht in Liechtenstein.

30. März 2025/50 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-08-um-13.55.34.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-30 07:01:072025-03-08 14:01:19Kein Skandal ohne Liechtenstein

Man muss schweigen können

Allgemein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Das Geschäftsprinzip in der Liechtensteiner Räuberhöhle.

Sauereien, Schweinereien, bestohlene Inhaber und Begünstigte von Stiftungen, Banken-Skandale, Russengelder. Schweigen ist Gold im Ländle, wer aufmuckt, wird an seinen Platz verwiesen. Schliesslich kennt fast jeder jeden, ist vernetzt, verbandelt, verpflichtet, abhängig.

Jeder weiss über den anderen Dinge, die der auf keinen Fall in der Öffentlichkeit sehen möchte. Ein Treuhänder hat ein uneheliches Kind mit einer Richterin, mein Gott, das Fleisch ist schwach. Solange der Wille zum Geldscheffeln stark ist, ist doch alles in Ordnung.

Und dann die grossen, braunen Flecke. Das erinnere ihn an dunkle Zeiten in Deutschland, polterte Fürst Hans-Adam II, als der deutsche Fiskus mit einer aus der fürstlichen Bank LGT gestohlenen Kundendatensammlung die Schwarzgeldbunker in die Luft sprengte.

Stattdessen hätte er sich doch an dunkle Zeiten erinnern können, als der Renommier-Unternehmer der heute noch weltweit tätigen Werkzeugschmiede Hilti ein dunkelbrauner, überzeugter Nazi war.

Zusammen mit seinem Bruder hatte Martin Hilti (1915 bis 1997) die Technologiefirma gegründet. Hilti war Mitglied der Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein. Sie und er wollten unbedingt den Anschluss ans Dritte Reich. Als «Schriftführer» der Zeitschrift «Der Umbruch» trommelte er dafür.

Juden raus aus Liechtenstein, Geflüchtete wurden namentlich genannt und beschimpft. So auch der Vater des bekannten Theatermanns Werner Wollenberger. O-Ton:

«Jud Wollenberger ist ein Parasit und ein Zwietrachtstifter in der Gemeinde. Die Schaaner fordern eindeutig die Ausweisung des Juden Wollenberger.»

Und nach 1945? Der Jud Wollenberger überlebte und prozessierte gegen Hilti, der bekam eine kleine Geldstrafe aufgebrummt.

Sonst? Nichts, Schweigen, Omertà. Die braune Gesinnung des Gründers kommt in der Firmengeschichte nicht vor, sei seine Privatangelegenheit gewesen. Gelegentliche Publikationen, ja Bücher zum Thema werden in Liechtenstein nicht besprochen, kein Thema.

In Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, dann auch in Spanien fanden Versuche der Bewältigung der braunen Vergangenheit statt. Nicht so in Liechtenstein. Das Ländle will unschuldig und rein glänzen.

Aber wer in der Lage ist, eine solche Schweinerei in der Vergangenheit totzuschweigen, der kann natürlich auch problemlos alle aktuellen Schweinereien übergehen, als wäre nichts passiert.

Treuhandkammer, Parlament, Regierung, der Justizapparat, das Fürstenhaus?

Ausser «bedauerliche Einzelfälle, von der Sensationspresse zum Skandal hochgeschrieben», ist nicht zu hören. Wobei auch das die Ausnahme ist. Geht vorbei, sagen sich die Liechtensteiner, ist nur Neid, weil es uns so gut geht.

Ist doch jeder selber schuld, soll halt mal die Stiftungsurkunde genauer durchlesen; das ist dann nicht mehr sein Vermögen. Wenn der Liechtensteiner Untreuhänder in die Geldtöpfe greift, das ist doch sein Recht. Das bestätigen schliesslich auch die Gerichte. Also was soll der Lärm?

Ab und an wird sogar einer verurteilt, wenn er es zu tollkühn getrieben hat, darunter auch honorige Persönlichkeiten, denen man das nicht zugetraut hätte. Aber wer legt sich auch schon eine brasilianische Geliebte zu. Beim Puffbesuch oder als Escort ist das ja okay. Aber gleich so viel Geld nachschmeissen? Offensichtlich ein Irrer.

Verdrängung und Totschweigen als Existenzprinzip. Das kann lange gutgehen. Aber nicht allzu lange.

28. März 2025/31 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-08-um-13.34.55.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-28 07:35:442025-03-08 13:35:57Man muss schweigen können

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Leitmotiv der Treuhänder und Untreuhänder im Ländle.

Der Fürscht und sein herrschender Erbprinz Alois stehen über dem Gesetz und sind unantastbar, von irdischen Gerichten. Zumindest im von ihnen absolutistisch regierten Liechtenstein.

Nicht umsonst lautet sein Wappenspruch: «Für Gott, Fürst und Vaterland«. Immerhin kommt Gott an erster Stelle, das Volk aber an letzter.

Besser geeignet wäre der Spruch:

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Bei den beiden ist es Gesetz. Bei den Liechtensteiner Treuhändern und Untreuhändern ist es die Regel, ist es Gewohnheitsrecht.

Sie halten sich an die Gesetze und Standesregeln? Wunderbar, aber etwas blöd.

Sie halten sich nicht daran? Na und?

Da gibt es Folgen, die sehr überschaubar sind.

Aus fremden Geldtöpfen bedienen, unverschämte Rechnungen stellen, in den eigen Sack wirtschaften, nervt ein Begünstigter, den Inhalt der Stiftung dekantieren. Stirbt der Stifter, seinen Erben jegliche Auskunft verweigern. Das sind nur einige der unzähligen Untaten, die auf dem Finanzplatz Liechtenstein sytemisch betrieben werden. Und dann?

  1. Die ganze Chose bleibt unter dem Deckel. Die Betrogenen schämen sich, haben ihre Gründe, das nicht an die grosse Glocke zu hängen, an die Öffentlichkeit oder vor Gericht zu gehen. Fall erledigt.
  2. Die ganze Chose wird von den Enteigneten gar nicht bemerkt. Sie vertrauen weiterhin den ihnen vorgelegten Bilanzen und glauben ihr Vermögen in guten Händen, bei Treuhändern eben. Fall erledigt.
  3. Sie wagen es, an die Öffentlichkeit zu gehen. Im besten Fall erscheint ein Artikel, der wieder einmal das kriminelle System in Liechtenstein anprangert. Und in kurzer Zeit wieder vergessen ist. Fall erledigt.
  4. Sie beschreiten den Rechtsweg und wollen ihr Anliegen vor Gericht durchkämpfen. Haben sie ihr ganzes Geld in der Stiftung gebunkert, geht es ihnen schnell aus, denn Liechtensteiner Anwälte, und nur die dürfen dort tätig werden, haben exorbitante Stundenansätze. 100 Stunden Aktenstudium, und das ist erst der Anfang, schlagen problemlos mit mit 60’000 Franken oder mehr zu Buche. Fall erledigt.
  5. Sie gehen vor Gericht und haben sogar das Geld dafür. Dann zeigt ihnen die fürstliche Justiz, wie unwillkommen sie sind. Jahre vergehen ohne ein Urteil der ersten Instanz. Dann vergehen Jahre bis zu einem Urteil der zweiten. Dann wird der Fall immer wieder die Leiter der Instanzen hoch- und runtergehoben. Bis der Kampfeswillige aufgibt oder es eine biologische Lösung gibt. Er verstirbt, seine Erben haben nichts in der Hand. Fall erledigt.
  6. Sehr selten und sehr ungern einigt man sich auf einen Vergleich, mit strafbewehrter Stillschweigensvereinbarung. Fall erledigt.
  7. So selten wie ein vierblättriges Kleeblatt ist ein Fall, bei dem sich der Treuhänder so bescheuert anstellte, dass die fürstliche Justiz nicht umhin kann, ihm einen Klaps auf die Finger zu geben, diesem schwarzen Schaf in einer weissen Herde. Fall erledigt.

Da ist das Fürstenhaus gar nicht amüsiert und macht den Richter darauf aufmerksam, dass seine Bestätigung im Amt schliesslich von fürstlicher Huld abhängt – und sonst von nichts. Fall auch erledigt.

27. März 2025/21 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-10-um-14.40.36.png 504 907 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-27 06:55:392025-03-10 18:56:23Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner

Reaktionen auf «Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein»

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Untreuhänder

Das Publikum auf «Inside Paradeplatz» ist meist kritisch, Hier war es einer Meinung.

Es gab zahlreiche Kommentare zu diesem Artikel (siehe Teil 1 und 2). Offensichtlich herrscht grosser Leidensdruck bei den geprellten Stiftern und Begünstigten von Liechtensteiner Stiftungen. So viel zur Mär, dass es sich allenfalls um einzelne schwarze Schafe handle. In dieser Herde gibt es nur einzelne weisse …

Eine Auswahl:

«Sie sprechen mir aus der Seele, kann dies alles aus eigener Erfahrung nur bestätigen!»

«Das Kapern und Plündern von Stiftungen mit Hilfe der Gerichte hat in Liechtenstein System. Die Stifter oder Begünstigten werden mit Unterstützung der Gerichte aus dem Stiftungsrat entfernt und die liechtensteinische Stiftungsräte haben sodann unkontrollierten Zugriff auf das Stiftungsvermögen. Gegen etwaige Abberufungsverfahren schützen wiederum die Gerichte, als Kriegskasse verwenden Sie das Stiftungsvermögen. Die Gerichte ziehen die Verfahren gegen die Liechtensteiner Stiftungsräte in endlose Länge. Zuletzt wieder genauso gesehen bei den Lichtensteiner Stiftungsräten X. und Y. Und der Fürst und die Regierung schauen zu und tun so, als wüssten sie von nichts.»

«Lieber werfe ich das Geld aus dem Fenster hinaus, als es einem FL Treuhänder anzuvertrauen.»

«Das „Dekantieren“ ist in Vaduz seit mindestens 10 Jahren gängige Praxis. Ich hatte als FL – Anwalt (ohne Treuhandanbindung) zahlreiche Fälle welche stets von den Gerichten mit Argumenten zu Gunsten der Treuhänder entschieden wurden. Mittlereile lehne ich alle Fälle betreffend Veruntreuung ab und drücke den Mandanten einfach die Telefonnummer eines „Problemlösers“ mit einem sehr pragmatischen „approach“ in die Hand. Meistens kriege ich dann nach 3 Monaten einen Früchtekorb mit Dankesschreiben des Mandanten. Es ist tragisch und ich würde mir wünschen, dass das Fürstenhaus endlich einschreiten würde. Ich schäme mich für meine Staatsbürgerschaft.»

«Buchempfehlung von Martin Batliner und Philipp Wanger: „Dekantieren leicht gemacht“. Gibt es in jeder guten Weinhandlung.»

«Betroffene, die mit absurden Entscheidungen der willfährigen Gerichte abberufen worden sind, sollten sich melden. Vielleicht ist ja auch ein Amerikaner dabei, dann hätten die amerikanischen Behörden Zuständigkeit. Die amerikanischen Behörden würden sich überaus freuen, endlich eine ganz gründliche Investigation durchführen zu dürfen.»

«Die Fälle, in denen Stiftungsräte Liechtensteiner Stiftungen, die zugleich Begünstigte sind, mit absurden Gerichtsentscheidungen wie wegen des „blossen Anscheins eines möglichen Interessenskonflikts“ vom hilfsbereiten Gericht als Helfeshelfer abberufen werden und die einheimischen Treuhänder sich dann ungehindert aus den Stiftungen mit auch bis zu 75’000 Franken monatlich bedienen, sind längst keine Einzelfälle mehr. Dies hat inzwischen System in Liechtenstein. Es wurde nur darauf gesetzt, dass die Fälle zum einen nicht an die Öffentlichkeit kommen und zum anderen die Betroffenen nicht voneinander erfahren. Doch das System wurde inzwischen durchschaut. Betroffene sollten sich melden, die Angelegenheit erhält eine neue Dimension.»

„Liechtenstein wäscht nicht nur sauber sondern rein“.

«Ihr Beitrag trifft punktgenau. Mir geht es ähnlich (nur dass mein Vermögen ein anderes ist, aber das ändert nichts am Prinzip).»

«Danke für die Hinweise. Der scheinbar steuerliche Vorteil wandelt sich zum grösstmöglichen Nachteil. So was braucht niemand.»

24. März 2025/44 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-14.23.01.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-24 06:23:442025-03-07 14:23:55Reaktionen auf «Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein»

Banken auf Distanz, Teil 2

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Stiftung in Liechtenstein? Schweizer Banken raten ab.

Liechtensteiner und Schweizer Banken – sowie Anwaltskanzleien – sind in einer Zwickmühle.

Einerseits möchten sie gerne an der Vermittlung und Errichtung von Stiftungen in Liechtenstein verdienen, da es dieses Finanzvehikel in der Schweiz nicht gibt.

Und reisst sich nicht ein Liechtensteiner Geldhaus die Verwaltung der Gelder unter den Nagel, kann von der Schweizer Bank nochmal kassiert werden.

Auf der anderen Seite sagen Banken und Anwälte off the record, dass die ewige Erzählung beim Aufploppen eines neuen Skandals, dass das nur bedauerliche Einzelfälle seien, schlichtweg gelogen sei.

Das Dekantieren, das Hinauskübeln von Stiftern aus ihrer eigenen Stiftung, die Komplizenschaft der Liechtensteiner Justiz, das sei systemisch geworden.

Neben dem öffentlich bekannten Fall Bacardí, wo es um das Vorenthalten einer runden Milliarde Euro geht, dem Fall Kindler, wo es immerhin um 250 Millionen geht, gebe es eine zunehmende Dunkelziffer von ähnlichen Skandalen.

Häufig scheuen die Betroffenen allerdings den Weg in die Öffentlichkeit. Nicht, weil sie aus steuerlichen Gründen etwas zu verbergen hätten.

Sondern aus Scham, dermassen dreist übers Ohr gehauen worden zu sein. Oder weil sie schlichtweg ihre Privatsphäre wahren wollen.

Deshalb gehen in der Schweiz immer mehr Banker und Anwälte dazu über, ihren Kunden oder Mandanten nicht nur von der Errichtung einer Liechtensteiner Stiftung abzuraten.

Sondern sie empfehlen sogar, existierende Stiftungen aufzulösen und das Vermögen so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

Seit den vergangenen Steuerskandalen in der Ära Batliner hat sich Liechtenstein nach Kräften bemüht, das Image als Hort von Schwarzgeldern oder Geldern krimineller Herkunft abzustreifen.

Viel besser als der Schweiz ist es dem Fürstentum gelungen, sich mit den USA, Deutschland und anderen Staaten auf Lösungen zu einigen.

Aber das Treuhandwesen macht immer noch einen bedeutenden Anteil des BIP vom Ländle aus, rund 23 Prozent. Darauf möchte der Fürst natürlich nicht verzichten.

Auf der anderen Seite schädigen die Untreuhänder systematisch die Reputation von Liechtenstein, während die Justiz bislang gnädig Amtshilfe leistet.

Natürlich wird dem Fürstenhof und der Regierung dieses Problem immer wieder hinterbracht – bislang ohne Reaktion.

Aber wenn’s um den Inhalt der fürstlichen Schatulle, um die Zukunft der Fürstenbank und des Finanzplatzes Liechtenstein geht, könnte der letzte in Europa weitgehend absolutistisch regierende Fürst, beziehungsweisee sein Erbprinz, ohne grosses Federlesen durchgreifen. Das ist überfällig.

Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». Mit freundlicher Genehmigung.

22. März 2025/35 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-14.05.10-e1741353575826.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-22 07:20:152025-03-07 14:25:33Banken auf Distanz, Teil 2

Was ein Treuhänder sagt …

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

… und was er sich dabei denkt.

«Ein Herzliches Grüezi, Herr Möller. Womit kann ich Ihnen dienen?»

Sieht nicht nach viel Geld aus, aber man weiss ja nie, also doch einen Kaffee servieren lassen.

«Sie tragen sich mit dem Gedanken, eine Stiftung zu errichten? Ausgezeichnet. Von welchem Stiftungsvermögen sprechen wir?»

Jetzt kommt der entscheidende Moment …

«Aha, alles in allem eine runde Million Euro. Schön, dass Sie über solche Beträge verfügen können.»

Mist, das reicht knapp für eine neue Rolex.

«Sie sind mit den Rahmenbedingungen einer Stiftung nach Liechtensteiner Recht vertraut?»

Der zweite entscheidende Moment …

«Oh, kein Problem, das erkläre ich Ihnen gerne.»

Wunderbar, der hat keine Ahnung.

«Wie Sie wissen, geht bei uns im Ländle alles nach Recht und Gesetz zu.»

He, he, nach fürstlichem Landrecht.

«Ja, Herr Möller, ich heisse ja nicht zu Unrecht Treuhänder. Bei mir ist Ihre Anlage in treuen Händen.»

Wenn der wüsste, aber hoffentlich merkt er es lange nicht.

«Genau, Sie übergeben das zu treuen Händen, ich errichte eine massgeschneiderte Stiftungsurkunde, in der der Stiftungszweck, die Begünstigten und so weiter genau und unverändert festgelegt sind.»

Also der eigentliche Stiftungszweck ist, dass ich mich bereichern kann, aber das will er sicher nicht hören.

«Ja, der Stiftungsrat wacht mit Argusaugen darüber, dass das Stiftungsvermögen genau in Ihrem Sinn verwendet wird. Und vermehrt, nebenbei gesagt, auch das ist natürlich unsere Spezialität.»

Blöd auch, dass das mit den Kick-backs und Retrozessionen nicht mehr so geschmiert wie früher läuft. Aber es gibt Alternativen.

«Nun, ich persönlich werde in den Stiftungsrat Einsitz nehmen, das ist bei uns so Vorschrift, damit alles korrekt abläuft. Dann braucht es noch einen zweiten, da kann ich einen bewährten Kollegen empfehlen.»

Hoffentlich will der nicht auch noch selber rein, dann wird’s wieder komplizierter, und kompliziert mag ich nicht.

«Nein, Herr Möller, Sie müssen sich mit diesem Papierkram und der Verwaltung nicht befassen, das nehmen wir Ihnen alles für eine überschaubare Fee ab.»

Wunderbar, damit ist alles möglich, bis hin zum Dekantieren im Ernstfall.

«Wie überschaubar? Ach, da richten wir uns strikt nach den entsprechenden Reglementen, deren Einhalt die Treuhandkammer, deren Mitglied ich natürlich bin, streng überwacht. Gerade vor Kurzem hat unsere Finanzmarktaufsicht die entsprechenden Vorschriften und Kontrollen weiter verschärft.»

Gut, ab jetzt ist es eigentlich Stehsatz, so wie die massgeschneiderte Stiftungsurkunde.

«Nein, es gibt eine Kostennote für die Errichtung der Stiftung, aber das ist einmalig. Anschliessend ist die Verwaltung sehr überschaubar im Normalfall, da müssen Sie mit maximal 2000 Franken im Jahr rechnen. Das zahlen Sie schon mal für jede Vermögensverwaltung.»

Kostennote und Normalfall, schön, dass mir schon vor vielen Jahren diese Ausdrücke eingefallen sind.

«Wie bitte, Sie hätten von Skandalen und Missbrauch gelesen? Sie wissen doch, wie die Medien sensationshungrig Einzelfälle von schwarzen Schafen aufblasen. Da wird dann auch mit der ganzen Härte des Gesetzes durchgegriffen. Ich persönlich verwahre mich dagegen, in meiner dreissigjährigen Karriere hat es niemals einen entsprechenden Vorfall gegeben, ich muss doch sehr bitten.»

Beziehungsweise alle wurden weggebügelt, das ist Verlass auf unsere Fürstenrichter. Aha, schon kriecht er zu Kreuze, habe das nicht so gemeint, wollte nur ansprechen, ja, ja, das muss man im Kein ersticken.

«Ja, ich komme dann mit den ausgearbeiteten Unterlagen auf Sie zu, das kann maximal eine Woche dauern.»

Dauert fünf Minuten, neuen Namen in die Textbausteine einsetzen, et voilà. Aber man muss doch wichtig tun.

«Ich danke für Ihr Vertrauen, Herr Möller, Sie gehören ab sofort zu meinem sehr zufriedenen Kundenkreis, herzlich willkommen im sicheren Hafen Liechtenstein.»

Das war mal wieder einfach, zehn Minuten Gequatsche, und schon die ersten 20’000 verdient. Läuft doch super. Könnte einfach etwas mehr sein, aber Kleinvieh macht auch Mist.

 

 

10. März 2025/43 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-02-um-18.50.08-e1706896247823.png 827 1000 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-10 07:01:252025-03-10 13:06:59Was ein Treuhänder sagt …

Tote Buchstaben

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

In Liechtenstein gibt es ein Treuhändergesetz. Angesichts der  schockierenden Wirklichkeit ist es Realsatire.

Die FMA, Finanzmarktaufsicht Liechtenstein, verkündete bei der letzten Überarbeitung stolz:

«Im Zuge der Totalrevision des Treuhändergesetzes wurde eine wirksame, effiziente und international anerkannte Aufsicht über den Treuhandsektor geschaffen. Allfällige Missbräuche können somit noch wirkungsvoller bekämpft werden.»

Hier stimmt kein einziges Wort, was für eine Finanzmarktaufsicht schon speziell ist. Aber es ist halt Liechtenstein. Wer das «international anerkannt» haben soll, ist völlig schleierhaft. Die USA zum Beispiel sicher nicht, wie ihre jüngsten drakonischen Massnahmen beweisen. Mehr als ein Dutzend Treuhänder und -gesellschaften stehen auf der Liste der von der US-Behörde OFAC sanktionierten Personen und Firmen, die gegen die Russengelder-Sanktionen verstossen haben.

Es sind auch nicht «allfällige Missbräuche». Sondern es ist eine nicht abreissende Kette von grösseren und kleineren Skandalen, die die Untreuhänder im Ländle verursachen. Die wurde vor dieser «Totalrevision» nicht wirkungsvoll bekämpft, sie werden keineswegs nun wirkungsvoller bekämpft. Wirkungslos wäre der passende Ausdruck.

Aber Liechtenstein widerspricht sich mal wieder selbst. Trotz dieser angeblich gewaltigen Verbesserung hat die fürstliche Regierung an ihrer Sitzung vom 25. Februar 2025 eine Vernehmlassung über eine neuerliche Abänderung des Treuhändergesetzes verabschiedet. Vielleicht gab es dennoch da und dort Verschlechterungsbedarf.

Denn trotz aller bisherigen, unermüdlichen Verbesserungen entdeckte MONEYVAL (Ausschuss des Europarats zur Bekämpfung der Geldwäsche) einige Kritikpunkte. Liechtenstein handelt wie immer rasch; die entsprechenden Empfehlungen wurden 2021 ausgesprochen, inzwischen schreiben wir 2025 …

Zur Qualitätssteigerung der Berufsausübung trägt sicherlich auch bei, dass in dieser Vernehmlassung eine Herabsetzung der praktischen Betätigungszeit von bisher drei auf zwei Jahre herabgesetzt werden soll.

Zudem scheinen die Prüfungsfragen zwecks Zulassung als Treuhänder völlig veraltet zu sein. So lässt das Ministerium für Präsidiales und Finanzen verlauten: «Zudem wird eine Modernisierung der Prüfungsgebiete vorgeschlagen.»

Für leichte Beunruhigung unter den Treuhändern könnte höchstens diese Ankündigung sorgen: «Des Weiteren sollen mit der Vorlage legalistische Versäumnisse hinsichtlich der Bestimmungen über die Strafbarkeit von juristischen Personen im TrHG bereinigt werden.» Was immer auch legalistische Versäumnisse sein mögen.

Zum Thema Prüfungsfragen hätte untreuhaender.li ein paar konstruktive Vorschläge:

  1. Was versteht man unter Dekantieren? Im Ausland und in Liechtenstein?
  2. Nennen Sie drei Möglichkeiten, wie ein Treuhänder-Stiftungsrat sein Einkommen legal verbessern kann.
  3. Nennen Sie fünf Möglichkeiten, wie er das auf eine Art tun kann, die ausserhalb Liechtensteins strafbar wäre.
  4. Nennen Sie einen Zeitrahmen, den normalerweise eine Liechtensteiner Gerichtsinstanz braucht, um eine Klage gegen einen Treuhänder zu behandeln.
  5. Nennen Sie einen Zeitrahmen, wie lange dieser Prozess dauert, bis er den Instanzenzug durchlaufen hat.
  6. Nennen Sie fünf Möglichkeiten, wie sich ein Treuhänder-Stiftungsrat gegen einen aufsässigen Begünstigten zur Wehr setzen kann.
  7. Geben Sie einen Honorarrahmen an, der einen durchschnittlichen Treuhänder von einem erfolgreichen unterscheidet.
  8. Über wie viele enge Kontaktpersonen verfügen Sie bei Gericht, im Parlament und in der Regierung? Mindestens fünf namentlich nennen.
  9. Wurden Sie schon einmal vom Fürsten oder vom regierenden Erbprinzen persönlich empfangen?
  10. Sind Sie vorbestraft, wenn ja, wie konnte Ihnen das passieren?
3. März 2025/30 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-02-um-21.11.45.png 413 723 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-03 06:45:542025-03-02 21:12:36Tote Buchstaben

Wann explodiert Liechtenstein?

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Untreuhänder

Was heute noch stabil erscheint, kann morgen schon in die Luft fliegen.

Ein kühner Vergleich, aber nicht unangebracht. In Syrien herrschte ein Diktator, dem noch vor wenigen Jahren keiner eine Überlebenschance gegeben hätte.

Aber siehe da, mit grausamen Methoden gewann er wieder die Überhand, zumindest über weite Teile seines Landes, immerhin Zweidrittel. Und dann erschien alles wieder gefestigt und sicher, Baschar al-Assad hat wieder die Sache im eisernen Griff, Widerstand gibt es zwar noch, aber er schien hoffnungslos.

Und siehe da, im November 2024 begann eine Grossoffensive der Rebellen in der Provinz Idlib. Ach ja, schon wieder todesmutige Fundamentalisten, die überzeugt sind, nach dem Märtyrertod von 72 Jungfrauen empfangen zu werden. Wie blöd, dass sie tatsächlich sterben, aber dann kommt doch nichts danach. Aber das wird das übliche Ende sein, dachten alle. Dachte al-Assad und seine Kamarilla, seine Armee, sein Geheimdienst, seine Lakaien, all die, die von seinem Regime profitierten.

Sie blieben in ihren Villen sitzen und waren fest überzeugt, dass der morgige Tag die Kunde von einer neuerlichen Niederlage bringen würde. Und die grössten Probleme des Lebens darin bestünden, wie man ihn möglichst angenehm verbringen könnte.

Ende November ging’s los, und in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember floh al-Assad kurz vor der Einnahme der Hauptstadt Damaskus mit seinem Privatflieger. Heimlich, ohne jemandem etwas davon vorher zu sagen. Da sassen dann seine Verbündeten weiterhin in ihren Villen, seine Militärs in den Kasernen und dachten immer noch: das darf doch nicht wahr sein, kann nicht sein. In etwas mehr als einer Woche zerfällt ein ganzer Machtapparat zu Staub?

Dann wurden viele von ihnen entweder in ihren Villen oder beim untauglichen Fluchtversuch erwischt und massakriert.

Natürlich ist Liechtenstein nicht Syrien, natürlich hat der Fürst keine Kriegsverbrechen begangen. Natürlich wurde hier kein Giftgas eingesetzt, schliesslich ist Syrien zwar eine alte Kulturnation, aber Liechtenstein ist nicht nur alt, sondern auch zivilisiert.

Aber auch hier herrscht ein absolutistischer Monarch mit Erbfolge, der über eine Pseudodemokratie gebietet, dessen fürstliche Justiz nicht Recht spricht, sondern Fürstenrecht.

Hier werden Finanzverbrechen begangen, ohne Zahl und systemisch und skrupellos. Hier herrscht kein Rechtsstaat mit Checks and Balances und Gewaltenteilung. Und wenn der fehlt, regiert Faustrecht und Willkür, eingekleidet in parlamentarisches Geschwätz, wichtiges Regierungshandeln und ellenlange Urteile, die sich auf gültige Gesetze beziehen und die notfalls so umbiegen, wie es den Interessen des Finanzplatzes Liechtenstein dient.

Natürlich steht in Liechtenstein nicht nur die Trutzburg über Vaduz felsenfest verankert im Gestein, auch alle Institutionen erscheinen stabil, sicher, unverrückbar.

Es treten auch keine Fundamentalisten an, um das zu ändern. Aber, es tritt die grösste Militär- und Wirtschaftsmacht der Welt an. Denn neben den vielen Schwindeleien, die sich Untreuhänder und Banken und der ganze Finanzplatz leisten, haben sie den Fehler gemacht, eine mindestens zweistellige Milliardenzahl von Russengeldern zu bunkern, die niemand anders mehr mit der Beisszange angefasst hätte.

Das finden die USA gar nicht komisch, und sie haben einen Big Stick, der wirkungsmächtiger ist als der Todesmut von fanatischen Islamisten. Der heisst Ofac, das ist die US-Behörde, die dafür da ist, US-Sanktionen durchzusetzen, Sanktionsbrecher zu bestrafen. Überall auf der Welt, und zu der gehört Liechtenstein.

Erste Warnschüsse wurden schon abgegeben, eine relativ hohe Zahl von Treuhändern und Treuhandgesellschaften des Ländle stehen bereits auf der Sanktionsliste. Dass ein Banker namens Birkenfeld auch Liechtenstein benützte, um seinem US-Mandanten Schutz vor dem US-Fiskus zu bieten, haben die USA nicht vergessen. Ebenso wenig, dass Liechtenstein natürlich den Haupttäter nicht auslieferte, obwohl er sogar auf der Most-Wanted-Liste stand.

Nichts gelernt, der unterlegene, vom Fürsten protegierte Kandidat für höchste Regierungsamt erregte sich sogar öffentlich darüber, was den USA eigentlich einfalle, und mal im Amt, würde er schon dafür sorgen, dass die Amis einsehen, welchen Fehler sie machen, seriöse und gesetzestreue Treuhänder einfach so ungerecht zu behandeln.

Obwohl Präsident Trump auch zu dieser Lösung neigt, ist nicht unbedingt damit zu rechnen, dass die US-Regierung ihren Unwillen über dieses Treiben mit einer militärischen Intervention Ausdruck verleihen würde. Obwohl Liechtenstein keine Armee hat.

Aber mal kurz die wirtschaftlichen Daumenschrauben anziehen – und alles, was zurzeit noch so stabil, unzerstörbar, sicher erscheint, wäre auf einen Schlag weg. Wenn’s ganz blöd läuft, müsste der Fürst endlich seine Drohung wahr machen, und nach Wien ins Exil gehen.

28. Februar 2025/32 Kommentare/von Treuhänder
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