Ordensverleihungen von fürstlicher Gnade sind erhebend.
Hier ist ein feierlicher Moment im Bild festgehalten. Rechts im Bild sehen wir S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein. Links im Bild sehen wir den ehemaligen leitenden Staatsanwalt Dr. Robert Wallner mit Anhang, daneben Anhang mit der ehemaligen Regierungsrätin Dominique Hasler.
Drum herum sieht man eine recht steile Schlosstreppe, darunter ein hindrapierter Sessel, daneben ein Beistelltisch mit Fotos. Den Boden bedeckt ein, mit Verlaub, buntgemusteter, eher geschmackloser Teppich, der in Konkurrenz zu mehreren Wandteppichen steht, die eine unverputzte Trutzburgmauer nur teilweise bedecken. Wo sie zum Vorschein kommt, sieht man eine offensichtlich uralte Holztüre, die nicht ganz auf heutige Kopfhöhe gebaut wurde. Insbesondere der Erbprinz, Pardon, Seine Durchlaucht, müssen sich doch arg bücken, wollen sie hindurchschlüpfen. Wie man hier auch deutlich erkennen kann:

Den beiden Geehrten wurde von Seiner Durchlaucht, in Stellvertretung der wirklichen Durchlaucht, dem Fürsten Hans-Adam II., das Komturkreuz verliehen.
«Die Verleihung erfolgte in Anerkennung der herausragenden Verdienste der Geehrten um das Land Liechtenstein»,
liess sich die Medienstelle des Fürstenhauses von Liechtenstein vernehmen.
Das Komturkreuz Liechtenstein ist so die Mittellage in der Hierarchie der Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstorden. Ganz zuoberst leuchtet der «Grossstern», dann kommt das «Grosskreuz», dann das «Komturkreuz mit Stern» und schliesslich das einfache Komturkreuz.
Darunter gibt es nur noch das «Offizierskreuz», das «Ritterkreuz» und schliesslich das mindeste, das «Verdienstkreuz».
Getragen wird das Komturkreuz als Halsorden am Band. Die Variante Stern hätte auch noch einen Brusstern zu bieten, aber der kam hier nicht zur Anwendung. Viele Gelegenheiten, den Orden auszuführen, hat man allerdings nicht. Natürlich kann man ihn zu Hause beim Abendessen oder Frühstück tragen.
Aber in der Öffentlichkeit gäbe es eigentlich nur den Staatsfeiertag am 15. August, offizielle Empfänge beim Fürstenhaus, Angelobungen oder Staatsbankette. Und das Fürstenhaus ist bekannt dafür, dass es nicht gerade mit Festen um sich schmeisst. Aber man kann den Orden natürlich zu Hause streicheln, wenn man mag.

Nun erhebt sich allerdings die Frage, welche herausragenden Dienste denn die beiden Geehrten geleistet haben. Hasler war acht Jahre in der fürstlichen Regierung, zuletzt als Aussenministerin. Irgendwelche bleibenden Äusserungen oder Taten von ihr sind allerdings nicht überliefert.
Staatsanwalt Wallner hingegen diente von 2000 bis Herbst 2025 als Leiter der insgesamt neunköpfigen Staatsanwaltschaft von des Fürsten Gnaden. Jährlich werden im Schnitt 3000 Strafverfahren anleiert. Daraus resultierten dann aber beispielsweise in der Periode 2024/2025 mickrige 31 Anklageschriften, 121 Strafanträge und 894 Bestrafungsanträge.
Alleine im Bereich der Finanzkriminalität, der Geldwäsche oder der Zombie-Fonds hätte es Hunderte von Anklagen gebraucht. Aber Wallners Lieblingsstehsatz bei der Beantwortung von Strafanzeigen lautet «Nichtanhandnahmeverfügung».
Wer das zu hören bekam, durfte sich allerdings schon geehrt fühlen. Denn häufig kriegte der Einreicher einer Strafanzeige nicht mal eine Antwort. Vor allem, wenn er in irgendeiner Form eine Beschwerde gegen Finanzdienstleister wie Treuhänder vorbrachte. Reichten aber die Strafanzeigen gegen aufmüpfige Mandanten ein, dann war Wallner kein juristischer Weg zu weit, um zu Diensten zu sein.
Es steht zu vermuten, dass der Fürscht in seiner unendlichen Weisheit und Gnade dem Erbprinzen auftrug, aus diesem Grund aktiv zu werden.
Ausser ihn bei hochoffiziellen Anlässen zu tragen, kann man allerdings auch mit diesem Orden nicht viel anfangen. Sein Materialwert liegt bei einigen Franken, auf dem Second-Hand-Ordensmarkt würde er kaum mehr als 100 Franken einbringen.
Es ist nicht bekannt, ob Seine Durchlaucht nach Ordensverleihung und Fototermin noch einen Apero oder gar ein Essen spendiert. Wer das Fürstenhaus kennt: eher nicht.










