Fürstenjustiz

Die Fürstenjustiz unterscheidet streng zwischen Einheimischen und artfremden Ausländern. Sie ist mit teilweise zweifelhaften und nicht sehr kompetenten Richtern besetzt, von denen alle aber das Plazet von ganz oben brauchen.

Während Chaos und Skandale wüten, wird Kosmetik betrieben. Zombie-Trusts, Skandale um enteignete Stifter, beraubte Begünstigte, parteiliche Urteile der Fürstenjustiz, schwere Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit und Eigentumsgarantie? Ach was, alles bösartige Verleumdungen von Neidern, die es Liechtenstein nicht gönnen, dass es dem Fürstentum so gut geht. Und die nicht sehen, dass man sich stetig bemüht, alles […]

Wieso soll es dem Fürstenhaus anders ergehen als so vielen bestohlenen Begünstigten im Ländle? Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Fürstenhaus Anlass zu grosser Klage. Durch die Benes-Dekrete in der Tschechoslowakei, die dem kommunistischen Lager zugeschlagen wurde, wurden große Grund­stücke, Schlösser, Waldflächen und sonstiges Eigentum des Fürstenhauses Liechtenstein in Süd-Mähren (und anderen Gebieten) enteignet. Darunter […]

Abwarten, aussitzen: das Prinzip der Gerichte im Ländle. Wie immer hört sich alles im Bereich des schönen Scheins wunderbar an. Artikel 43 der Landesverfassung soll garantieren, dass «niemand seinem gesetzlichen Richter entzogen» werde und Verfahren «gesetzmässig» zu führen seien. Das beinhaltet natürlich auch, dass Verfahren fair und zügig durchgeführt werden sollten. Dafür soll auch das […]

Seine Macht ist unbeschränkt. Aber nur in Liechtenstein. Fortsetzung von «Wage es nicht!» Der liechtensteinische Verfassungsrichter Herbert Wille hatte es gewagt, öffentlich zu behaupten, dass auch die Kompetenzen des Fürsten Thema von Volksabstimmungen sein können. Das sah der erzürnte Fürst Hans-Adam II. entschieden anders. Das letzte Wort im Ländle hat – ER. Wer das zu […]

Dem Fürsten widersprechen? Keine gute Idee. Am 5. Mai 1789 rief König Ludwig XVI. die Generalstände ein. Daraus wurde die französische Nationalversammlung. Am 21. Januar 1793 wurde Louis geköpft. War keine gute Idee. Den Liechtensteiner Landtag gibt es seit 1818. Der Fürscht regiert im Ländle seit 1719 – bis heute. Im 21. Jahrhundert wäre es […]

Liechtenstein steht auf keiner schwarzen oder grauen Finanzliste. Zu recht? Das Ministerium für Präsidiales und Finanzen, toller Titel, jubelt: «Liechtenstein setzt seit vielen Jahren auf eine konsequente Strategie der Steuerkooperation und der Umsetzung internationaler Standards im Steuerbereich.» Das zeitige Erfolge: «Am Freitag, 5. September 2025, hat Portugal die Liste der nicht-kooperativen Jurisdiktionen aktualisiert und Liechtenstein […]

Soll man im Fürstentum noch eine Stiftung errichten? Vieles spricht dagegen, wenig dafür. Dafür spricht … räusper, kopfkratz, hüstel. Eigentlich nichts. Das sehen auch die Stifter so. Alleine von 2007 bis 2024 wurden über 25’000 Stiftungen aufgelöst. Damals gab es rund 32’500 nicht eingetragene, davon verblieben Ende 2024 noch ganze 7’386. Ein Rückgang um 77 […]

Ein konkret-fiktives Beispiel, wie Liechtenstein mit der Eigentumsgarantie umgeht. Der Kaviar Trust (fiktiv) verfügt über eine Villa am Genfersee, eine Beteiligung an einer Schweizer Holding (im Wert von 450 Millionen Franken) und ein Wertpapierdepot (250 Millionen US-Dollar). Die Begünstigten sind die Ehefrau und die Kinder eines russischen Unternehmers. Verwaltet wird der Trust von einem Liechtensteiner […]

Liechtensteins Machthaber hoffen, dass diese Untoten ins Grab sinken. Ende Mai erschien ein erster Artikel bei Reuters. Berichtet wurde von rund 475 Trusts, deren Leiter zurückgetreten waren. Im Juli ging’s dann international Schlag auf Schlag. United24 Media brachte den Skandal am besten auf den Punkt: «US-Sanktionen verwandeln Liechtenstein in einen Friedhof für russische Vermögens-Konstrukte». Und […]

Die Besitzer der Zombie-Trusts sind keine Zombies. Aber zum Fürchten. Normalerweise werden die fürstlichen Gerichte mit entrechteten Besitzern oder Begünstigten von Stiftungen oder Trusts eiskalt fertig. Wer von Untreuhändern abgezockt wird und sich an die Justiz wendet, erlebt sein fürstliches Wunder. Strafanzeigen werden routiniert mit sogenannten Nichtanhandnahmeverfügungen abgeschmettert. Kein Anfangsverdacht sichtbar, obwohl kriminelles Verhalten offensichtlich […]