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Seien wir lieb mit Liechtenstein

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Es gibt ja schliesslich Schönheiten und Sehenswürdigkeiten im Ländle.

Nicht viele, aber doch. Da hätten wir mal das Liechtensteinische Landesmuseum. Die Sareis-Sesselbahn. Die «Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein». Das Kunstmuseum. Das Skigebiet Malbun. Die Burg Gutenberg. Das Postmuseum. Die St. Florin Kathedrale.

Und natürlich das Schloss Vaduz. Da schreibt ein begeisterter Besucher: «Dem Fürsten ganz nahe – tolle Aussicht». Die muss allerdings erarbeitet werden: «Der Aufstieg ist zwar teilweise recht steil aber der Weg ist gut und sauber ausgebaut und problemlos auch mit Turnschuhe zu bewältigen.» Immerhin, man braucht keine Steigeisen, und unterwegs wird man auch nicht von Raubrittern belästigt.

Allerdings: das Schloss kann nicht besichtigt werden. Das ist auch verständlich, denn der Fürst und seine Sippe wollen sich doch nicht beim Wohnen von Touristen angaffen lassen. Aber es wird auch leise Kritik an diesem Spaziergang laut, denn unterwegs hat es «kein WC», wie bemängelt wird. Es gibt aber auch verpeilte Besucher:

«Schönes Schloss mit tollem Garten. Wir waren leider zu spät dran und es hatte schon geschlossen.»

So kann man sich täuschen. Aber irgendwie, untreuhaender.li muss leider die fröhliche Stimmung stören, ist das doch schön sinnbildlich für Liechtenstein. Der Tourist kann zwar frei herumlaufen, muss aber schauen, wo er seine Notdurft verrichtet. Wer in Vaduz ist, kommt nicht daran vorbei, die düster-drohende Trutzburg oberhalb der Stadt zu bemerken.

Fragt er einen Einheimischen, was das denn sei, bekommt er die ehrfürchtige Antwort, dass dort oben der Fürscht mit seiner Familie wohne. Fragt der Besucher, ob es sich dabei um ein verarmtes Adelsgeschlecht handle, dass die so mittelalterlich hausen, schüttelt der Liechtensteiner Untertan verständnislos den Kopf. Das sei halt Tradition, ausserdem sei der Fürscht sehr, sehr reich und habe jede Menge anderer Schlösser, alleine in Wien mehrere.

Fragt man dann weiter, wieso dann der Fürscht nicht in einem seiner schönen Schlösser in Wien lebe, bekommt man zur Antwort, dass er so eben seine Verbundenheit mit seinem Volk ausdrücken möchte.

Ob das stimmt, weiss man nicht genau. Dass es sein Volk ist, das stimmt hingegen. So ergehen im Ländle alle Gerichtsurteile im Namen «von Fürst und Volk». In dieser Reihenfolge natürlich. Wobei noch die Besonderheit dazukommt, dass das Volk gemeinhin keine Ahnung hat, welche Urteile hier gefällt werden. Und den Fürsten kümmert es nicht gross, was da in seinem Namen als Recht gesprochen wird. Oder auch nicht.

Denn schliesslich gibt es keinen Richter, der nicht ohne sein fürstliches Einverständnis ernannt wurde. Dafür hat er schliesslich die entscheidende Stimme im Wahlgremium, was alleine schon das Fürstentum aus der edlen Gesellschaft der Rechtsstaaten herauskatapultiert. denn zu deren Grundprinzipien gehört, dass die Justiz völlig unabhängig von den anderen Gewalten im Staat ist. Das kann sie aber nicht sein, wenn sie von der Gnade des absolutistischen Fürsten abhängt.

Der wiederum hängt nicht von der Justiz ab, er steht über ihr, ist unantastbar und immun gegen jegliche Art von Verfolgung; straf- oder zivilrechtlich. Was sich für einen Rechtsstaat auch nicht gehört. Natürlich könnte der Fürst auch jedes Urteil aufheben, was er aber nicht tut, da seine fürstlichen Richter sowieso so urteilen, wie es dem Fürsten beliebt.

Dass der Fürst so reich ist, liegt nicht zuletzt daran, dass er auch über eine fürstliche Bank verfügt, die LGT. Das ist die Abkürzung für «Liechtenstein Global Trust», aber das wird nicht mehr verwendet, seit sich die Bank dem Verwalten grosser Vermögen, dem Asset Management und der Pflege und Vermehrung des fürstlichen Vermögens widmet.

Allerdings hat das auch so seine Nachteile. Denn die LGT war und ist, wie alle anderen Banken in Liechtenstein, in eine Reihe von Skandalen verwickelt. Schlimmer noch, da ihr Kundendaten abhanden kamen, brach die schöne Liechtensteiner Geldmaschine Schwarzgeldbunkern zusammen. Das hat den Fürsten überhaupt nicht amüsiert, und er sagte ein paar hässliche Dinge über Deutschland, so in Richtung Drittes Reich. Das amüsierte dann Deutschland überhaupt nicht.

Aber das ist das Problem mit Liechtenstein heute. So idyllisch das Ländle auf den ersten Blick auch aussieht, inzwischen gibt es dermassen viele dunkle Stellen, schwarze Flecken, Abstrusitäten, Absonderlichkeiten, dass dieser Fleck immer mehr zum Schandfleck inmitten Europas wird. Zu einer Räuberhöhle, wo der Fremde weitgehend schutzlos geldgierigen Treuhändern ausgeliefert ist, die ihn gnadenlos ausnehmen, rupfen und im schlimmsten Fall mittellos aus dem Land jagen.

6. Dezember 2024/12 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-05-um-22.41.21.png 560 1007 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-06 05:43:402024-12-05 22:49:33Seien wir lieb mit Liechtenstein

Wir spielen Demokratie

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Bühne frei für die Imitation einer Gewaltenteilung in Liechtenstein.

Ohne Ironie vermeldet das Vaterland: «Diesen Freitag wird Regierungs­chef Daniel Risch das Schreiben von Erbprinz Alois verlesen und in seinem Namen den Landtag für geschlossen erklären. Mit diesem verstaubten Prozedere beginnt jedes Jahr die Zeit ohne Landtag.»

Der neue Landtag, das Liechtensteiner Parlament, wird erst am 20. März 2025 wieder zusammentreten. Fast vier Monate Pause, in dieser Zeit, auch da hat das Vaterland keinen Sinn für Ironie, «wahrt der Landesausschuss die Interessen der Volksvertretung». Wohlgemerkt nicht etwa die des Volkes.

Aber dafür wird jetzt nochmal schwer reingehauen:

«55 Traktandenpunkte hat der Landtag in seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode zu bearbeiten. Das ist neuer Rekord. Um das Mammut-Programm irgendwie zu schaffen, beginnen alle Sitzungstage bereits um 8 Uhr und die Mittagspause wurde vom Präsidium auf 45 Minuten um die Hälfte gekürzt.»

Das ist mal echte Aufopferung fürs Volk; mit knurrendem Magen müssen die Volksvertreter die letzten Sitzungen überstehen. Für die Mitglieder der Regierung gibt es immerhin ein anständiges Gehalt. Der Regierungschef kassiert Fr. 329’406 im Jahr, sein Stellvertreter noch 310’660. Ein normaler Regierungsrat trägt Fr. 290’574 nach Hause, und der Regierungsekretär bekommt stolze Fr. 271’827

Nun ist das Personal der demokratischen Schauspiele, die hier aufgeführt werden, überschaubar. Das Parlament besteht aus ganzen 25 Abgeordneten. Traditionell teilen sich hier die Vaterländische Union und die Fortschrittliche Bürgerpartei mit je 10 Abgeordneten die Macht im Parlament; daneben gibt es noch die Freie Liste (3) und die Demokraten pro Liechtenstein (2). Eine zweite Kammer gibt es nicht.

Der Lohn für die Mühe sind läppische Fr. 34’400, die allerdings auf Fr 51’600 hochgesetzt werden sollen. Dafür muss sich der Parlamentarier auch nicht überanstrengen. Die Anzahl Sitzungen oszilliert zwischen mindestens 16 und höchstens 27 – pro Jahr. 2023 zum Beispiel waren es ganze 24 Tage.

Die Landesregierung besteht aus 5 Mitgliedern, mehr braucht’s auch da eigentlich nicht. Die hingegen sind mehr oder minder vollamtlich tätig. Mehr oder minder, weil bekanntlich alles in Liechtenstein vom Wohl und Wehe des Fürschten abhängt. Beziehungsweise seines herrschenden Erbprinzen Alois, der jeweils Schreiben verlesen lässt oder bei besonders wichtigen Angelegenheiten höchstselbst das Wort ergreift.

Er ist kein besonders mitreissender Redner, und der Inhalt seiner Reden ist auch nicht wirklich der Rede wert. Aber alle Parlamentarier – natürlich auch die Regierungsmitglieder – wissen, dass sein Wort das einzige ist, das hier wirklich zählt.

Denn Liechtenstein ist nur an der Oberfläche eine Demokratie mit Stimmbürgern, Wahlen, einem Parlament, einer Regierung und einer unabhängigen Judikative. In Wirklichkeit sind die Stimmbürger Untertanen, der Fürst steht über dem Gesetz, und wenn es ihm beliebt, kann er die Regierung absetzen und das Parlament auflösen. Gegen seinen Willen erlangt kein einziges Gesetz Rechtskraft, und mit der Unabhängigkeit der Justiz ist es auch so eine Sache, weil der Fürst bei jeder Ernennung eines Richters das letzte Wort hat.

Da ist also mit keinem Widerstand zu rechnen. Blöd nur, dass der Fürst nicht auch das Volk auflösen oder zum Teufel schicken kann. Denn  gerade haben ihm seine Untertanen doch den Fürstenfunk weggenommen, das Radio Liechtenstein. Das hat der Fürst gar nicht gerne gesehen.

Aber so wichtig war’s ihm auch nicht, dass er wie weiland bei der Abstimmung über noch mehr absolutistische Rechte für ihn wieder gedroht hätte, das Ländle zu verlassen und nach Wien ins Exil zu gehen.

Da das Ländle klein und die Amtswege kurz und Gemauschel und Zusammenstehen allgemein üblich sind, galt eine grosse Anwalts- und Treuhandkanzlei über viele Jahre als eigentliches Justizministerium Liechtensteins. Und dass ein Richter es mal gewagt hätte, in seiner Rechtsprechung davon abzuweichen, was Banken, Anwälten Treuhändern oder dem Fürstenhaus gefällt, ist nicht bekannt.

Aber nach dem kommenden Freitag wird der Vorhang der Demokratieschauspiele mal wieder geschlossen; Ende Februar nächsten Jahres werden dann erwartbar die neuen Abgeordneten gewählt, und die Volkswahl der Regierung wurde gerade an einer Volksabstimmung abgeschmettert.

Denn zu viel Demokratie soll’s denn bei dem Schauspiel auch nicht geben.

5. Dezember 2024/17 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-04-um-17.19.03.png 255 395 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-05 07:12:222024-12-04 17:48:07Wir spielen Demokratie

Sparsames Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Den Schweizerfranken verwenden – und nebenher verdienen. Typisch.

Vor hundert Jahren übernahm Liechtenstein den Sxchweizerfranken als Landeswährung. So nach Fürstenart. Also ohne Staatsvertrag, sondern einfach durch ein fürstliches Dekret – mit stillschweigender Duldung der Eidgenossen.

Dabei behielt sich Liechtenstein das Recht vor, erzählt Günther Meier in der NZZ, weiterhin eigene Münzen herauszugeben. Gesagt, getan, schnell waren Münzen zu 5, 2 und 1 Franken im Umlauf. Theoretisch nur in Liechtenstein, aber sie rollten natürlich über die offene Grenze auch in die Schweiz.

Darauf reagierte die Schweiz, wie anders, mit einem Kompromiss: «In einer Vereinbarung mit Liechtenstein wurde deshalb festgelegt, dass Silbermünzen im Kanton Graubünden nur in der Bündner Herrschaft und im Kanton St. Gallen bis zur Mitte des Rheintals zugelassen sind. Die Beschränkung auf dieses Gebiet konnte jedoch nicht eingehalten werden, da auch in anderen Teilen der Schweiz immer wieder «Silberlinge» auftauchten.»

Ende 1930 war dann Schluss damit, Liechtenstein verpflichtete sich, keine Silbermünzen mehr herauszugeben, nur solche in Gold. Das tat das Ländle auch flugs ab 1931. Richtig lustig wurde es dann beim Jubiläum «100 Jahre Liechtensteinische Landesbank» im Jahr 1961. Da wollte die Regierung zur Feier zwei Goldmünzen herausgeben. 20’000 Stück sollten bei der Eidgenössischen Münzstätte in Bern geprägt werden. Die sagte aber einfach nein zu diesem Auftrag.

Aber Liechtenstein hatte schon ein entsprechendes Gesetz zur Prägung verabschiedet, dumm gelaufen. Neuer Kompromiss: «Die Regierung ersuchte deshalb das Eidgenössische Finanzdepartement, die Prägung der liechtensteinischen Goldmünzen dennoch zu bewilligen. Im Gegenzug verpflichtete sich Liechtenstein, die Goldmünzen bei der Landesbank zu hinterlegen – und die Ausgabe erst freizugeben, wenn der Bund die Ausgabe von Goldmünzen wieder bewilligt. In der Folge schlummerten die Goldmünzen lange Zeit im Tresor der Landesbank», weiss die NZZ.

Zum 125-Jahr-Jubiläum erinnerte man sich an diesen Schatz und wollte ihn 1986 unter die Leute bringen. Allerdings: die Goldmünzen waren ein Ladenhüter.

Dennoch probiert es Österreich zum Jubiläum 100 Jahre Schweizerfranken nochmal, sogar mit einer Gold- und einer Silbermünze. Also Münze ist beim Silber eher untertrieben. Das Teil sieht so aus:

Es ist nicht nur furchtbar hässlich, sondern wiegt stolze 1000 Gramm, ein ganzes Kilo. Etwas bescheidener kommt die Goldmünze daher:

Links das Schweizerkreuz, rechts die Fürstenkrone, damit klar bleibt, wer hier das Sagen hat. Diese Goldmünze wird gemeinhin für Fr. 85.- verkauft. Die Philatelie Liechtenstein macht’s allerdings für 95 Franken. Man soll ja keine Gelegenheit auslassen, etwas extra zu verdienen.

Nach der schlechten Erfahrung mit den 20’000 Goldmünzen anno 1986 lässt nun der Fürst (oder wer auch immer) nur kleine Auflagen der Münzen prägen, vom Kilo-Gewicht ganze 100 Stück.

Bleibt dennoch was übrig, wird’s eingelagert. Die NZZ zitiert: «Keinesfalls aber sei vorgesehen, unterstrich der Regierungsbericht an das Parlament, Gold- und Silbermünzen zu verschenken – «weder an Gäste noch an in- oder ausländische Amtsinhaber oder Würdenträger».»

So gehört sich das für ein sparsames Ländle, wo der Fürst lange Zeit einen Franken auf den anderen legen musste, bis er endlich Milliardär wurde.

 

4. Dezember 2024/16 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-03-um-17.31.13.png 483 914 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-04 05:34:242024-12-03 17:36:21Sparsames Liechtenstein

Was fehlt Liechtenstein?

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Treuhänder, Untreuhänder

Eigentlich hat das Ländle doch alles. Aber …

Das Ländle hat zuoberst einen Fürsten. Einen absolutistischen Herrscher, der über dem Gesetz steht und allumfassende Macht hat. Aber er hat nicht einmal eine Armee, um seine Untertanen im Ernstfall Mores zu lehren oder zu knechten. Also ist das doch Teil einer Idylle. Ein wohlwollender, gütiger Monarch, der nach der Devise leben und leben lassen dem Treiben seiner Untertanen zuschaut.

In dem kleinen Land (160,5 km2) leben rund 40’000 Menschen, davon sind über ein Drittel Ausländer. Es kommt aber nicht zu rassistischen Ausfällen, die Fremdenfeindlichkeit der Liechtensteiner ist nicht sonderlich ausgeprägt. Als in den dunklen Zeiten des Dritten Reichs Liechtensteiner Nazis wie der Gründer des Werkzeugkonzerns Hiltl in glühendem Fanatismus den Anschluss an Grossdeutschland und völlige Judenreinheit forderten, verstummten die nach 1945 abrupt und keiner kann sich mehr daran erinnern. Für grosse Verbrechen ist das Ländle einfach zu klein.

Den Liechtensteinern geht es gut. Sie stemmen ein BIP von über 7 Milliarden Franken, sind damit pro Kopf sehr weit vorne dabei. Ach ja, eine eigene Währung hat das Ländle auch nicht; in weiser Voraussicht schloss es sich nicht etwa dem schwindsüchtigen Euro an, sondern behielt den stabilen Schweizerfranken.

Obwohl man das nicht vermuten würde, hat Liechtenstein mit 41 Prozent eine der höchsten Industriequoten der Welt. Liechtenstein ist Mitglied der UNO und der EFTA, hält sich aber wohlweislich von der EU fern.

Ausser ein paar Rheinüberschwemmungen ist das Land frei von Naturkatastrophen, höchstens der Fön plagt empfindsame Einwohner gelegentlich.

Auch religiös ist das Land stabil aufgestellt, die römisch-katholische Kirche ist gemäss Verfassung die Landeskirche, fast Dreiviertel der Liechtensteiner sind katholisch.

Sonst geht es dem Ländle und seinem Staat so toll wie dem Fürstenhaus. Es gibt regelmässig Einnahmenüberschüsse, und die Staatsverschuldungsquote liegt bei weltrekordverdächtigen 0,4 Prozent.

Also gibt es eine ganze Anzahl von Gründen, wieso Liechtenstein ein kleines, idyllisches Paradies sein könnte, eine Insel der Glückseligen und Wohlhabenden sein.

Der grösste Teil der Bevölkerung sieht das sicherlich auch so.

Woher kommt es dann, dass Liechtenstein aber einen üblen Ruf in der Welt hat, und der auch immer übler wird? Selbst Schweizer Gnome sind längst nicht so verrufen wie der Liechtensteiner Banker, der Liechtensteiner Vermögensverwalter, der Liechtensteiner Treuhänder, der Liechtensteiner Untreuhänder.

Dabei könnten doch auch die es sich gutergehen lassen und einigermassen anständig ein anständiges Einkommen generieren. Wer zum Beispiel als Treuhänder bloss 50 Stiftungen verwaltet und dafür von jeder schlappe 5000 Franken für seine Bemühungen kassiert, hat ein Jahreseinkommen von 250’000 Franken. Ist doch nicht schlecht, ist das Dreifache eines Schweizer Durchschnittseinkommens. Und viel tun muss der Treuhänder auch nicht dafür. Ein, zwei Pseudositzungen abhalten, 08/15-Steuererklärung, Begünstigte auszahlen, das Stiftungsvermögen anlegen und dafür Kick-backs und Kommissionen kassieren, ein idyllisches Leben.

Warum nur, warum, verwandeln dann einige Untreuhänder Liechtenstein in eine Räuberhöhle, versauen durch ihr unanständiges, geldgieriges und skrupelloses Verhalten das ganze Image? Gut, sie können den Kanal nicht voll genug kriegen, und als fromme Katholiken schreckt sie der Bibelsatz nicht, dass eher ein Kamel durchs Nadelöhr gehe als dass ein Reicher in den Himmel komme.

Warum nur, warum, schaut die fürstliche Justiz diesem Treiben ungerührt zu, beschützt es sogar, schmettert routiniert Versuche von ausgeraubten fremden Vermögensanlegern ab, zu ihrem Recht zu kommen? Nun gut, die Verbandelungen zwischen Richtern, Treuhändern und Anwälten sind so familiär, dass es gar keine unabhängige Justiz geben kann.

Warum nur, warum schaut auch der Fürst, der regierende Erbprinz, die ganzen Durchlauchten diesem kriminellen Treiben zu und tun nichts? In diesem absolutistischen Staat wäre es ein Leichtes, ihm ein Ende zu setzen. Das könnte der herrschende Erbprinz Alois mit einem Federstrich tun, von jetzt auf gleich. Nun gut, da gibt es eine fürstliche Bank, die auch profitiert. Da gibt es Mitglieder des Fürstenhauses, die in solche Geschäfte verwickelt sind.

Aber um Himmels willen, ist denn selbst der strenge Katholizismus des Fürstenhauses nur Staffage? Sind diese Liechtensteiner in Wirklichkeit gar nicht gottesfürchtig, fromm und stetig bemüht, gute Taten zu verrichten?

Die Antwort ist, in aller Gottesfurcht, ein klares Ja.

29. November 2024/13 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-28-um-22.44.49.png 516 914 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-29 05:27:332024-11-28 22:49:46Was fehlt Liechtenstein?

Der durchlauchtige Fürst und sein Haus

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Untreuhänder

Einblick hinter die Kulissen des schönen Scheins.

«Das Fürstentum Liechtenstein ist eine weltweit einzigartige Monarchie: Fürst und Volk üben gemeinsam die Staatsgewalt aus.»

Das wüssten die Untertanen aber, wenn das so wäre. Denn eigentlich übt der Fürst die Staatsgewalt aus, und das Volk darf ein wenig Demokratie spielen, solange es damit fürstlichen Wünschen nicht in die Quere kommt. Droht diese Gefahr, wird der Fürst nämlich furchtbar böse und kündigt finster an, wenn man ihm nicht zu Willen sei, dann werde er sich nach Wien zurückziehen und das widerborstige Volk allein zurücklassen.

In Wien hat er auch viel hübschere Schlösser als diese mittelalterliche Trutzburg oberhalb von Vaduz. Aber natürlich würde der Fürst seine Untertanen auch dann nicht in die Freiheit entlassen, soweit ginge dann der Ärger auch nicht. Zum Glück des Fürsten war das dann nicht nötig, sein Volk kuschte und bewilligte ihm weitere Zuwächse seiner Macht.

Nun ist Seine Durchlaucht Fürst Adam II. zwar der «regierende Fürst des Hauses Liechtenstein und Staatsoberhaupt des Fürstentums Liechtenstein», wie uns die fürstliche Webseite belehrt. Der 1945 geborene Monarch übte seine Herrschaft persönlich von 1984 bis 2004 aus. Seither ist Erprinz Alois der Prinzregent, weil erstgeborener Sohn und designierter Nachfolger des Fürschten. Aber Fürscht bleibt Fürscht.

Seine Durchlaucht Erbprinz Alois ist mit Ihre Königliche Hoheit, Erbprinzessin Sophie vermählt, die ihren Stammbaum bis zum letzten bayerischen König Ludwig III. zurückführen kann. Allerdings wurde der durch die Novemberrevolution in Bayern 1918 abgesetzt, womit die immerhin 738 Jahre währende Herrschaft der Wittelsbacher zu Ende ging.

Dagegen ist die Liechtensteiner Dynastie noch eher jung, lediglich 300 Jahr herrscht sie bereits über das Ländle. Und, beruhigend für sie, eine Revolution ist nicht in Sicht.

Neben Erbprinz Alois gibt es auch noch Prinz Maximilian und Prinzessin Tatjana von und zu Liechtenstein, während Prinz Constantin unter nicht geklärten Umständen 2023 von uns gegangen ist.

Aber es wird alle getan, damit auch in weiterer Zukunft die Herrschaft der von und zu ununterbrochen weitergeht. So teilte das Fürstenhaus kürzlich mit, und das muss man im Original lesen:

«S.D. der Erbprinz und I.K.H. die Erbprinzessin von und zu Liechtenstein sind hocherfreut, die Verlobung ihrer Tochter Prinzessin Marie Caroline mit Herrn Leopoldo Maduro Vollmer bekanntzugeben.»

Leopoldo wurde in Caracas geboren und ist in London im Investmentbanking tätig. «I.D. Prinzessin Marie Caroline lebt ebenfalls in London und «arbeitet in der Modebranche».

Schliesslich: «Die Hochzeit ist für den Spätsommer des nächsten Jahres geplant.» Also bitte Termine freihalten. Allfällig Rückfragen könne man an das Sekretariat S.D. des Erbprinzen von Liechtenstein unter der Mailadresse se@sfl.li richten.

Das hat alles den putzig-verstaubten Charme einer TV-Serie aus längst vergangenen Zeiten, ist aber in Liechtenstein aktuelle Wirklichkeit. Wie heisst es auf der Webseite so schön: «Die Erbmonarchie steht für politische Kontinuität.» Oder auf Deutsch: seit 300 Jahren fällt in Liechtenstein keine Schneeflocke zu Boden, ohne vorher den Fürsten um Erlaubnis gefragt zu haben.

Auf der Webseite heisst es auch noch: «Haus und Familienmitglieder engagieren sich in vielfältiger Weise für Land und Menschen.» Allerdings ist das den Liechtensteinern, vielleicht abgesehen von ein paar Schirmherrschaften, nicht wirklich bekannt. Hingegen engagieren sich Haus un Familienmitglieder in vielfältiger Weise bei der Mehrung des fürstlichen Vermögens, das nicht nur dank Steuerbefreiung in angenehme Höhen wächst.

Bloomberg schätzt, denn natürlich gibt der Monarch solche weltlichen Details nicht einfach preis, dass der Fürst über ein ansehnliches Vermögen von 8,1 Milliarden Franken gebietet. Das ist zwar noch nicht in der Liga vom Sonnenkönig Louis XIV., der nach heutiger Kaufkraft insgesamt über mindestens 200 Milliarden Dollar verfügt haben dürfte. Alleine der Bau des Schlosses Versailles kostet einige Milliarden Dollar.

Auf der anderen Seite ist dagegen König Charles III. von England ein armer Schlucker, sein Vermögen beträgt rund 2 Milliarden Dollar, und dabei herrschte Grossbritannien mal über die halbe Welt und die Weltmeere.

Geradezu ein Bettler ist dann König Felipe VI. von Spanien, der immerhin die stolze Tradition der Habsburger fortsetzt, die auch einmal über ein Imperium geboten, in dem die Sonne nie unterging. Der legte 2022 sein persönliches Vermögen offen, das sich auf genau 2’573’392,8 Euro beläuft.

Bleibt die Frage, wieso das Fürstenhaus von Liechtenstein nichts Gescheiteres mit seinen Milliarden anstellt, als draufzusitzen und für ihre Vermehrung zu sorgen.

Sie könnten damit zum Beispiel alle Opfer von geldgierigen Liechtensteiner Untreuhänder auszahlen, und es blieben immer noch ein paar Milliarden übrig. Das wäre einmal ein wahrhaft monarchisches Verhalten.

Und morgen träumen wir von einem anderen Märchen.

28. November 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-27-um-16.46.30.png 501 893 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-28 06:12:562024-11-27 16:54:54Der durchlauchtige Fürst und sein Haus

Es darf gelacht werden.

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder

Das Internet ist geduldig und zeigt jeden Unsinn.

Das vornehme «Industrie- und Finanzkontor Etablissement» hat eine hochwohllöbliche Zustelladresse: c/o Seine Durchlaucht Prinz Michael von und zu Liechtenstein an der Herrengasse in Vaduz. Schon auf der Homepage lässt es einen Adler fliegen; nicht zu verwechseln mit einem Pleitegeier.

Allerdings ist der Prinz nur Prinz, nicht Erbprinz. Das ist sein Bruder Alois, und da es nur einen geben kann, der dann mal die Nachfolge des Fürschten antritt, muss Michael schauen, wo er bleibt.

Zum Beispiel im «Industrie- und Finanzkontor«. Toller Name. Hört sich irgendwie amtlich an. Dabei ist es lediglich «ein international ausgerichtetes Treuhandunternehmen in Liechtenstein mit Expertise in der grenzüberschreitenden Vermögensstrukturierung zum Schutz und langfristigen Erhalt von Vermögen, Werten und Unternehmen.»

Als «geschäftsführender Präsident des Verwaltungsrats» meint S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, den wir der Einfachheit halber Prinz nennen wollen:

«Wenn alle Beteiligten Vermögen als eine Verantwortung und weniger als einen Anspruch ansehen, dann ist die Grundlage für einen langfristigen Vermögenserhalt gelegt.»

Das Finanzkontor, wie wir es der Einfachheit halber nennen wollen, hat auch eine blaublütige Geschäftsführerin: Gisela Bergmann, Prinzessin von und zu Liechtenstein.

Auch sie sitzt an der Herrengasse in Vaduz, obwohl es dort ein wenig eng sein muss. Denn an der gleichen Adresse sind nicht weniger als 187 weitere aktive Firmen eingetragen.

Aber hier geht es um die 188. Firma, denn das Finanzkontor verspricht: «Der liechtensteinische Treuhänder ist Ihre Vertrauensperson, wenn Sie komplexe Vermögenssituationen ordnen und in eine Struktur bringen möchten: zielgerichtet, langfristig und nachhaltig. Entsprechend umfassend sind die Aufgaben eines liechtensteinischen Treuhänders.»

Weiter im Geschwurbel: «Der Zugang zum liechtensteinischen Treuhänderberuf ist streng reguliert und setzt die Bewilligung durch die liechtensteinische Finanzmarktaufsicht (FMA) voraus. Wer eine Treuhänderkonzession erlangen will, muss eine umfassende Ausbildung vorweisen und die anspruchsvolle Treuhänderprüfung ablegen.»

Das ist alles ganz wunderbar und wie im Märchen, wo Prinz und Prinzessin von ihren Untertanen geliebt gerecht und mildtätig regieren.

So möchte sich vielleicht auch der Fürstenhof von und zu Liechtenstein selbst sehen. So möchten sich auf jeden Fall die insgesamt rund 130 Liechtensteiner Treuhänder selbst sehen.

Was sie nicht sehen wollen, sind die vielen schwarzen Flecke, die sich auf ihrer weissen Weste immer mehr verdichten. Dekantieren, das systematische Ausrauben von Stiftungen, das Herauskübeln von störenden Stiftern und Stiftungsräten, all das beschützt von der Liechtensteiner fürstlichen Justiz, die nur im äussersten Notfall einen der Ihren, also einen Liechtensteiner Treuhänder, mal verknackt.

Denn welcher Richter möchte nicht mal Treuhänder werden, welcher Treuhänder ist oder war nicht mal Richter. Da versteht man sich blind, und dass hinter der schönen Fassade mit wohlklingenden Worten eine ziemlich üble und hässliche Wirklichkeit hervorlugt, das wird gnädig übersehen, negiert, abgestritten.

Immer sind es Einzelfälle, vielleicht ein paar wenige schwarze Schafe, die leider, leider trotz allen Anstrengungen von Justiz und Ämtern, bedauerlicherweise Schweinereien begehen. Aber so etwas hat natürlich überhaupt nichts mit dem streng regulierten Treuhänderberuf zu tun, wo moralische Integrität, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Anstand die wichtigsten Voraussetzungen sind, damit Vermögende ihr Vermögen zu treuen Händen übergeben können.

Denn wer würde nicht einem Finanzkontor vertrauen, dass sich so anpreist:

Nein, das ist keine bösartige Satire, das ist echt. Und wer würde nicht dieser sympathischen Geschäftsleitung vertrauen?

Oder diesen sympathischen «Relationship Managern»:

Wohl aus Gründen der Diskretion sind einige Manager nicht mit Foto vertreten. Aber wer keinen Durchlauchten vertraut, kann es doch mal mit einem Grafen probieren, das wäre dann Graf Francis von Seilern-Aspang. Das ist ein aus Flandern stammendes österreichisches Adelsgeschlecht, belehrt und Wikipedia, seit 1712 im «Reichsgrafenstand».

Da ist doch das Geld in guten Händen, könnte man meinen.

Und morgen erzählen wir ein anderes Märchen.

23. November 2024/17 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-22-um-15.33.17.png 470 973 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-23 07:17:192024-11-23 08:04:42Es darf gelacht werden.

Liechtenstein ohne Fürstenfunk

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

Dem Landesradio wurde der Stecker gezogen. Und nun? Wieso erbarmt sich der Fürst nicht?

Ende Oktober haben die Liechensteiner Stimmbürger entschieden, dass sie Radio Liechtenstein nicht länger mit vier Millionen Steuerfranken jährlich  subventionieren wollen. Das war ziemlich schockierend für die Herrschenden, denn die Regierung im Ländle hatte doch eindringlich und streng davor gewarnt, den Fürstenfunk abzuschalten.

Also schreib die NZZ: «Seither wird in den politischen Parteien und in der Öffentlichkeit die Frage diskutiert, ob es in Zukunft noch einen Sender unter dem Namen Radio Liechtenstein geben wird.»

Da natürlich weder der Fürst, noch der regierende Erbprinz Alois, noch die Regierung, noch die beiden grossen Parteien vom Ländle damit gerechnet hatten, dass das Stimmvolk dermassen ungehorsam sein könnte, ist nun das grosse Werweisen ausgebrochen.

Denn die Initianden hatten sich darauf beschränkt, ein Ende der Subventionen zu fordern, und wohlweisslich keine Alternativen vorgeschlagen. Also wird nun herumgeboten, dass es eine private Trägerschaft geben könnte. Zum Beispiel einen Verein oder so. Oder die Zusammenarbeit mit anderen lokalen Radiostationen um Liechtenstein herum. Gesucht werden auch finanzkräftige Investoren, die gerne hier ihr Geld verlochen wollen.

Stirnen werden gerunzelt und es wird bejammert, dass der Meinungspluralismus durch einheimische Medien in Gefahr gerate. Schliesslich gebe es ja auch nur noch eine einzige Tageszeitung im Ländle, und bald einmal kein eigenes Radio mehr.

Dabei ist das nun ein doppelter Witz, aber ein schlechter. Der einzigen Tageszeitung «Vaterland» ist immerhin zuzubilligen, dass sie ganz gelegentlich auf einen der vielen Skandale hinweist, die zum Beispiel die Liechtensteiner Untreuhänder am Laufmeter produzieren. Aber im Allgemeinen ist die Zeitung, treu ihrem Namen gehorchend, sehr vaterländisch. Und da in Liechtenstein Gerichtsurteile im Namen von Fürst und Vaterland ergehen, und zwar in dieser Reihenfolge, ist es völlig klar, dass das «Vaterland» eher mit einer weissen Seite als mit einer Kritik am Fürstenhaus oder der Fürstenfamilie erscheinen würde.

Obwohl es da einiges zu kritisieren gäbe.

Das Radio Liechtenstein hat sich auch immer bemüht ein Fürsten- und Dudelfunk zu sein. Dabei wurde aber übersehen, dass auch die Liechtensteiner Stimmbürger zwar gehorsame Untertanen sind, aber nicht blöd. Sie haben sich also zunehmend gefragt, wieso sie mit ihren Steuerfranken ein Radio über Wasser halten sollen, das ihnen keinerlei erkennbaren Nutzen liefert.

Aber bei all den Diskussionen, wie es denn mit einem Radio im Ländle weitergehen könnte, wird der grosse Elefant im Raum wohlweisslich ignoriert.

Denn es ist doch völlig klar: für den Milliardär Fürscht oder seine Sippschaft wäre es ein Leichtes, vier Millionen Franken aufzuwerfen. Das läuft in der Trutzburg ob Vaduz unter Peanuts, Portokasse, kein fürstliches Wimpernzucken wert.

Welch huldvoller Gnadenbeweis wäre das, ein richtiges Weihnachtsmärchen. Der Fürscht höchstselbst ermöglicht, dass der Fürschtenfunk weitersenden kann. Arbeitsplätze, staatstragende Verantwortung, Engagement, alles für seine Untertanen. Wunderbar, leiwand, Parteien, Regierung und «Vaterland» würden sich mit Lobliedern gegenseitig überbieten, jeglicher Versuch, den Anachronismus einer absolutistischen Monarchie mitten in Europa abzuschaffen, wäre wieder für Jahre völlig aussichtslos.

Wieso macht das das Fürstenhaus dann nicht? Aus einem einfachen Grund. Also eigentlich aus zwei Gründen, die auch alle Teilhaber am Finanzplatz Liechtenstein begleiten. Der Fürst ist nämlich geizig. Und geldgierig. Und dazu herrschsüchtig.

Solange seine Untertanen für sein Radio blechten, wunderbar. Was, sie wollen nicht mehr? Na, dann sollen sie halt radiolos durch die Welt wanken. Selber schuld.

19. November 2024/12 Kommentare/von Treuhänder
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