Fürst von Liechtenstein

Der Anschein genügt – willkommen im Fürstentum der juristischen Fata Morgana Die Rechtswissenschaft hat viele bemerkenswerte Konstruktionen hervorgebracht. Den Eventualvorsatz. Die culpa in contrahendo. Die Geschäftsführung ohne Auftrag. Alles kompliziert, aber immerhin nachvollziehbar. Doch Liechtenstein hat offenbar eine neue Disziplin erfunden: die Jurisprudenz des blossen Anscheins. Dort genügt unter Umständen nicht einmal ein Interessenkonflikt. Nicht […]

Der verstorbene Modegigant Valentino hinterlässt sein Vermögen einer Liechtensteiner Stiftung. Schlechte Idee. Schon wieder gibt es eine multimillionenschwere Stiftung im Fürstentum. Sie heisst Valentino Garavani – Giancarlo Giammetti Foundation und hat ihren Sitz in Vaduz. Der mit 93 Jahren verstorbene Valentino hat keine Erben; sein Gesamtvermögen wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Gut, dass […]

Ein Balsamico-Skandal mit Verbindungen zu Liechtenstein. Das Angebot ist, nun ja, etwas speziell. Der Edelessig Balsamico wird in Eichenfässern gelagert und gereift. Nicht irgendwo, sondern in den Kellern des Jungfraujochs. «Eine edle Essenz, gefangen in schützenden Eichenfässern, gereift in den Tiefen des Ewigen Eises der Schweizer Alpen», schwadroniert die Firma auf ihrer edel gemachten Webseite. […]

Systemisch ist die Komplizenschaft zwischen skrupellosen Treuhändern und der fürstlichen Justiz geworden. Der Raubzug am helllichten Tag ist so einfach zu bewerkstelligen, dass es sogar ein liechtensteinischer Treuhänder zu Wege bringt. Aber nicht nur einer. Diese legale Form des Diebstahls ist nicht nur systemisch, sondern endemisch geworden. Denn Dass es sich nicht um Einzel- und […]

Und weshalb das Anleger beunruhigen sollte. Liechtenstein vermarktet sich seit Jahrzehnten als Musterbeispiel von Stabilität, Rechtssicherheit und Vermögensschutz. Das Fürstentum wirbt mit einer unabhängigen Justiz, verlässlichen Institutionen und einem hochentwickelten Stiftungs- und Trustrecht. Doch hinter dieser Fassade lauern erhebliche strukturelle Defizite, die gerade für Anleger erhebliche Risiken bergen. Der Ausgangspunkt ist die Verfassung selbst. Liechtenstein […]

Liechtenstein ist ein absolutistisches Relikt aus dunklen Zeiten. Wie kann man sein Geld einem mittelalterlichen Fürstentum mitten in Europa anvertrauen? Wo kein Rechtsstaat existiert, sondern reine Willkür, eine parteiische fürstliche Justiz und reine Willkür. Jüngstes Beispiel: die Debatte um den Schwangerschaftsabbruch. Was in den meisten zivilisierten Staaten Mitteleuropas längst gesetzlich erlaubt ist, steht im Fürstentum […]

Liechtenstein macht sich wieder einmal lächerlich. Der Fall René Benko entwickelt sich zunehmend zu einem Lackmustest für die Glaubwürdigkeit des liechtensteinischen Rechtsstaats. Und dieser Test fällt bislang unerquicklich aus. Während in Österreich Insolvenzverwalter, Staatsanwälte und Ermittlungsbehörden versuchen, die Trümmer des Signa-Imperiums zu sichten, drängt sich in Liechtenstein ein ganz anderer Eindruck auf: Hier gilt vor […]

Wenn jeder jeden kennt, mieft und sumpft es. Die Fürstenjustiz ist schlank aufgestellt. Für Tausende von Finanzvehikeln und einen ausladenden Bankensektor gibt es gerade mal 17 Landrichter, 16 Mitglieder des obersten Gerichtshofs, zirka 12 Richter am Obergericht und fünf Richter sowie fünf Ersatzrichter am Staatsgerichtshof. Wobei die meisten von ihnen nicht mal vollamtlich tätig sind. […]

Wie können sich Juristen in Liechtenstein im Spiegel anschauen? Der grosse Schriftsteller Balzac hat sie unüberbietbar gewürdigt, der grosse Karikaturist Daumier hat sie in nicht überbietbarer Hässlichkeit gezeichnet: Rechtsanwälte, Advokaten, Richter und andere Schandflecke einer ehrbaren Zunft. Beide kannten das Liechtensteiner Rechtssystem nicht. Sonst wären ihnen vielleicht mehr Ausdrücke eingefallen. Wie Gesetzesverdreher, berufsmässiger Nebelwerfer, juristischer […]

Falls Sie einmal in die Verlegenheit kommen sollten, jemandem aus dem Fürstenhaus zu begegnen. Zunächst ist natürlich die korrekte Anrede von grosser Wichtigkeit. Beim Fürsten und seinem Stellvertreter auf Erden handelt es sich zweimal um «Eure Durchlaucht». Das kann man abwandeln in «Grüss Gott, Durchlaucht». Dabei ist zu hoffen, dass weder Hans-Adam II. noch Erbprinz […]