Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
  • Untreuhänder
  • Q&A
  • Dokumente
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Sparsames Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Den Schweizerfranken verwenden – und nebenher verdienen. Typisch.

Vor hundert Jahren übernahm Liechtenstein den Sxchweizerfranken als Landeswährung. So nach Fürstenart. Also ohne Staatsvertrag, sondern einfach durch ein fürstliches Dekret – mit stillschweigender Duldung der Eidgenossen.

Dabei behielt sich Liechtenstein das Recht vor, erzählt Günther Meier in der NZZ, weiterhin eigene Münzen herauszugeben. Gesagt, getan, schnell waren Münzen zu 5, 2 und 1 Franken im Umlauf. Theoretisch nur in Liechtenstein, aber sie rollten natürlich über die offene Grenze auch in die Schweiz.

Darauf reagierte die Schweiz, wie anders, mit einem Kompromiss: «In einer Vereinbarung mit Liechtenstein wurde deshalb festgelegt, dass Silbermünzen im Kanton Graubünden nur in der Bündner Herrschaft und im Kanton St. Gallen bis zur Mitte des Rheintals zugelassen sind. Die Beschränkung auf dieses Gebiet konnte jedoch nicht eingehalten werden, da auch in anderen Teilen der Schweiz immer wieder «Silberlinge» auftauchten.»

Ende 1930 war dann Schluss damit, Liechtenstein verpflichtete sich, keine Silbermünzen mehr herauszugeben, nur solche in Gold. Das tat das Ländle auch flugs ab 1931. Richtig lustig wurde es dann beim Jubiläum «100 Jahre Liechtensteinische Landesbank» im Jahr 1961. Da wollte die Regierung zur Feier zwei Goldmünzen herausgeben. 20’000 Stück sollten bei der Eidgenössischen Münzstätte in Bern geprägt werden. Die sagte aber einfach nein zu diesem Auftrag.

Aber Liechtenstein hatte schon ein entsprechendes Gesetz zur Prägung verabschiedet, dumm gelaufen. Neuer Kompromiss: «Die Regierung ersuchte deshalb das Eidgenössische Finanzdepartement, die Prägung der liechtensteinischen Goldmünzen dennoch zu bewilligen. Im Gegenzug verpflichtete sich Liechtenstein, die Goldmünzen bei der Landesbank zu hinterlegen – und die Ausgabe erst freizugeben, wenn der Bund die Ausgabe von Goldmünzen wieder bewilligt. In der Folge schlummerten die Goldmünzen lange Zeit im Tresor der Landesbank», weiss die NZZ.

Zum 125-Jahr-Jubiläum erinnerte man sich an diesen Schatz und wollte ihn 1986 unter die Leute bringen. Allerdings: die Goldmünzen waren ein Ladenhüter.

Dennoch probiert es Österreich zum Jubiläum 100 Jahre Schweizerfranken nochmal, sogar mit einer Gold- und einer Silbermünze. Also Münze ist beim Silber eher untertrieben. Das Teil sieht so aus:

Es ist nicht nur furchtbar hässlich, sondern wiegt stolze 1000 Gramm, ein ganzes Kilo. Etwas bescheidener kommt die Goldmünze daher:

Links das Schweizerkreuz, rechts die Fürstenkrone, damit klar bleibt, wer hier das Sagen hat. Diese Goldmünze wird gemeinhin für Fr. 85.- verkauft. Die Philatelie Liechtenstein macht’s allerdings für 95 Franken. Man soll ja keine Gelegenheit auslassen, etwas extra zu verdienen.

Nach der schlechten Erfahrung mit den 20’000 Goldmünzen anno 1986 lässt nun der Fürst (oder wer auch immer) nur kleine Auflagen der Münzen prägen, vom Kilo-Gewicht ganze 100 Stück.

Bleibt dennoch was übrig, wird’s eingelagert. Die NZZ zitiert: «Keinesfalls aber sei vorgesehen, unterstrich der Regierungsbericht an das Parlament, Gold- und Silbermünzen zu verschenken – «weder an Gäste noch an in- oder ausländische Amtsinhaber oder Würdenträger».»

So gehört sich das für ein sparsames Ländle, wo der Fürst lange Zeit einen Franken auf den anderen legen musste, bis er endlich Milliardär wurde.

 

4. Dezember 2024/16 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-03-um-17.31.13.png 483 914 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-04 05:34:242024-12-03 17:36:21Sparsames Liechtenstein

Tarnen als Einkommensquelle

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Liechtenstein ist eigentlich ein riesiges Tarnnetz.

Natürlich nehmen wir den hart arbeitenden Teil der Liechtensteiner Bevölkerung ausdrücklich aus. Selbst wer bei Hilti arbeitet, kann ja nichts für die dunkelbraune Vergangenheit des überzeugten Nazis und Gründers Martin Hilti. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Hier geht es um die «Arbeit» einiger weniger. Nämlich in erster Linie der paar Dutzend Treuhänder im Ländle. Unterstützt werden sie von ausgekochten Anwälten und natürlich der fürstlichen Justiz.

Denn neben durchaus ehrenwerten Tätigkeiten widmen sich einige Treuhänder neben anderen kriminellen Aktivitäten dem Aufspannen von Tarnnetzen.

Die Aufgabenstellung ist einfach. Es gibt einen vermögenden Menschen, der zu Recht befürchtet, dass sein eigener Staat oder ein fremder Anspruch auf sein Geld erheben könnte. Ob zu recht oder zu unrecht, sei dahingestellt. Aber heutzutage kann es schnell passieren, dass nur schon aufgrund eines internationalen Rechtshilfeersuchens Vermögenswerte zunächst einmal eingefroren, unter Arrest gestellt, beschlagnahmt werden.

Ob und wann sie wieder für den ursprünglichen Besitzer zugänglich werden, steht in den Sternen. Alleine in der Schweiz sind kontinuierlich Milliardenwerte beschlagnahmt. Teilweise schon seit vielen Jahren.

Das möchte der reiche Mensch, nennen wir ihn Igor, gerne vermeiden. Das kann ihm nur dann gelingen, wenn er genügend Distanz zwischen sich und seinem Vermögen legt.

Dazu schrieb die Süddeutsche Zeitung schon 2023: «In annähernd jedem Liechtensteiner Schwarzgeld- und Geldwäscheskandal der Vergangenheit waren Treuhänder verwickelt. Und seit Monaten wird ein Fall nach dem anderen bekannt, wo Treuhänder aus dem Fürstentum russischen Oligarchen und mutmaßlich sogar Wladimir Putin persönlich dabei halfen, ausländische Vermögenswerte zu tarnen.»

Hierbei handelt es sich – nebenbei gesagt – um Milliardenwerte. Und da gilt im Kapitalismus und in der Finanzwelt ein einfaches Prinzip: umso grösser der Betrag, desto mehr fällt an Kommissionen, Kick-backs, Verwaltungsgebühren und Fees ab.

Hier gibt es nun aber ein kitzliges Problem für alle Beteiligten. Einerseits möchte Igor unter allen Umständen vermeiden, als der Beneficial Owner seines Vermögens aufzutauchen. Auf der anderen Seite möchte Igor natürlich gerne die Kontrolle über sein Geld behalten.

Es gibt auf der Welt diverse kleine Inseln im Meer, die solche Dienstleistungen der Tarnung anbieten. Es gibt auch Panama und Singapur. Am sichersten fährt, wer sein Geld in den USA versteckt. Delaware, Texas, Nevada, Florida: no questions asked, kein Problem.

Und dann gibt es Liechtenstein. Das Ländle arbeitet mit der Eigenwerbung, dass hier das Geld halt sicherer, geschützter und vertrauenswürdiger getarnt werde als anderswo. Der Treuhänder macht sich dafür nicht allzu viel Arbeit. Er hebt eine Stiftung aus der Taufe. Setzt sich selbst als Stiftungsrat ein und nimmt noch ein oder zwei Kollegen an Bord. Als Begünstigten setzt er einen dritten Treuhänder ein, der aus dieser Stiftung Geld bezieht und das in eine weitere giesst. Die wiederum hat einen Treuhänder als Stiftungsrat und eine Person des Vertrauens von Igor. Diese Person ist Begünstigter und bedient sich nun am Stiftungsvermögen.

Das schiebt sie nun zu Igor, füllt dessen Kreditkarten auf, erledigt seinen Zahlungsverkehr, schaut einfach, dass es Igor nie an Kaviar und Wodka mangelt.

So könnten alle ruhig und zufrieden leben und Geld scheffeln. Nun gibt es aber zwei klitzekleine Probleme. Die USA sind immer massiver hinter den Igors her, sofern die ihr Vermögen in Russland gemacht haben. Und die an diesen Tarnkonstruktionen beteiligten Treuhänder fragen sich, ob ihr Risiko durch das normale Honorar eigentlich gedeckt sei. Oder ob es da nicht noch zusätzlich einen Griff in die Kasse bräuchte.

Und Igor sieht ein Problem, das er zuvor nicht so bedacht hat: er ist nun zwar weit genug von seinem Vermögen entfernt, dass man es nicht mehr mit ihm in Verbindung bringen kann. Aber er ist so weit entfernt, dass man ihm auch mit ein paar Handgriffen den Zugang verweigern kann.

Dann haben allerdings Liechtensteiner Treuhänder auch ein Problem. Denn gewisse Russen reagieren eher unwirsch, wenn man sie von ihrem Vermögen trennen möchte. Sehr unwirsch. Unwirsch wie Knieschuss oder Kopfschuss. Oder unauffälliger Verkehrsunfall, und bei einer Bergtour kann auch einiges passieren.

So begibt es sich, dass eben doch nicht alle friedlich leben und Geld scheffeln  können.

3. Dezember 2024/13 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-02-um-18.28.36.png 509 905 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-03 06:57:582024-12-02 18:33:18Tarnen als Einkommensquelle

Wieso immer Liechtenstein?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

In der Eigenwerbung ist das Ländle blitzsauber. Aber in Wirklichkeit …

Früher war es so, dass in jedem James-Bond-Film unbedingt ein Schweizer Banker vorkommen musste. Der war dann servil-schmierig, bot Hand zu allerlei schmutzigen Geschäften – und kümmert sich amoralisch lediglich um die korrekte Verbuchung aus üblen Geschäften entstandener Gelder.

Wenn James Bond mit der Zeit geht, müsste es inzwischen aber ein Liechtensteiner Banker sein, die neue Ausgabe des Gnoms. Denn merkwürdigerweise poppt der Name Liechtenstein (fast) überall auf, wenn es um lusche Geschäfte, um zweifelhafte Transaktionen, um Verstösse gegen Gesetz und Ordnung, gegen Sanktionen, gegen Anstand und gesunden Menschenverstand geht.

Da wäre zum Beispiel der Fall René Benko. Der ehemalige Wunderwuzzi frönt offensichtlich trotz der Totalpleite seiner Unternehmungen mit Mulitmillionenschäden für alle Investoren weiterhin seinem mondänen Lebensstil. Ermöglicht wird das, indem eine vorsorgliche eingerichtete Liechtensteiner Stiftung, mit der Benko natürlich überhaupt nichts zu tun hat, alles finanziert.

Früher war das etwas anders. Wie die Kronen Zeitung herausgefunden hat, war und ist Benko ein begeisterter Jägersmann, der natürlich auch solche Jagden irgendwo in Europa zum Networking, zum Verfeinern seines Beziehungsnetzes verwendete. Das ging dann so:

«In der Hochzeit seiner mittlerweile finanzmaroden Signa-Gruppe setzte der Finanzjongleur ganz gezielt auf Jagdeinladungen, um sein Netzwerk zu erweitern. Die Signa Holding unterhielt Jagden im Burgenland und in Tirol, der Jagdbetrieb wurde Anfang Dezember 2023 eingestellt.

Benko war über Jahre fixer Bestandteil einer elitären Jagdrunde, die es regelmäßig nach Ungarn, Tschechien oder in die rumänischen Karpaten zog. Man reiste standesgemäß im Privatjet und absolvierte die letzten Meter mitunter im Helikopter, um auch wildere Tiere wie etwa Bären vor die Flinten zu bekommen. Organisiert wurden diese Runden von einem Liechtensteiner Unternehmer.

Währenddessen expandiert die Fürstenbank LGT fröhlich ins Ausland und kaufte gerade von der Commonwealth Bank of Australia, der grössten Bank des Landes, das Private-Advice-Geschäft mit sehr vermögenden Kunden ab. Da ist zu hoffen, dass die LGT inzwischen stark in ihre IT-Sicherheit investiert hat. Denn schliesslich war es ein ehemaliger Mitarbeiter der Fürstenbank, der zeigte, wie man kinderleicht Kundendaten kopieren und an den deutschen Fiskus verkaufen kann. Der Anfang der deutschen Steueraffäre und das Ende des Stiftungsmodells Schwarzgeldbunker.

Typisch Liechtenstein ist auch das: einerseits lagern im Ländle Multimillionen russischer Oligarchen. Bei deren verwaltung haben sich schon einige geldgierige Treuhänder die Finger verbrannt und sind selbst auf die US-Sanktionsliste der Ofac geraten. Andererseits lagern im Ländle auch Multimillionen ukrainischer Oligarchen, die die dort in Sicherheit gebracht haben.

Aber: Fast alle Abgeordneten im Liechtensteiner Parlament haben sich für den Verpflichtungskredit in der Höhe von 8,8 Millionen Franken zum Wiederaufbau der Ukraine ausgesprochen. Das ist nett von den Parlamentariern, aber nicht ganz uneigennützig, denn das Vaterland berichtet, dass diverse Parlamentarier darauf bestanden, «dass das Geld in liechtensteinische Projekte investiert werden, mit denen der Ukraine geholfen werden kann, weshalb sie Kooperationen mit einheimischen Unternehmen vorschlugen».

Also wahre Hilfe als Selbsthilfe.

Die meisten Flecken auf der nicht mehr so weissen Weste des Ländles hinterlassen aber ohne Zweifel die Treuhänder. Obwohl nur knapp 140 an der Zahl, sorgen sie inzwischen dafür. dass sogar Schweizer Banken und Vermögensverwalter auf Distanz zu Liechtenstein gehen. Viele Schweizer Banken lassen mehr oder minder offen wissen, dass sie keine «Stiftungslösungen» in Liechtenstein mehr anbieten.

Hinter vorgehaltener Hand wird herumgebogen, dass die ewige Liechtensteiner Behauptung bei jedem neuen Skandal, dass es sich dabei nur um bedauerliche Einzelfälle handle, schlichtweg gelogen sei. Methoden wie Dekantieren, das Herauskübeln von Stiftungsräten aus der eigenen Stiftung, das sei inzwischen systemisch geworden.

Daher gehen Schweizer Banker und Vermögensverwalter sogar noch einen Schritt weiter und empfehlen ihren Kunden, allenfalls in Liechtenstein existierende Stiftungen aufzulösen und das Geld anderswo in Sicherheit zu bringen.

Dafür reicht eigentlich schon ein Schuhkarton; abgesehen von Brand oder Einbruch kann dort dem Geld nichts passieren. Ganz im Gegensatz zu Liechtenstein, wo ein übergriffiger Treuhänder gerne mal ins Stiftungsvermögen greift.

Er weiss sich dabei auch relativ sicher und geschützt, denn die fürstliche Justiz lässt sich in solchen Fällen nicht mal zum Jagen tragen. Kein ausreichender Anfangsverdacht, Strafanzeige abgeschmettert.

Im nächsten James-Bond-Film wäre es doch mal eine putzige Wendung, wenn der Oberschurke nach Liechtenstein fährt, um sich dort um sein gebunkertes Geld zu kümmern. Worauf ihm sein Liechtensteiner Treuhänder mit treudoofem Augenaufschlag mitteilt, dass es da nichts mehr zu kümmern gäbe: das Geld sei weg.

Was dann allerdings den Schurken zu eher drastischen Massnahmen greifen lässt. Aber das wäre ja nur im Film.

2. Dezember 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-01-um-17.46.25.png 407 691 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-02 07:32:182024-12-01 17:52:51Wieso immer Liechtenstein?

Was ist nun mit Benko und Liechtenstein?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Treuhänder, Untreuhänder

Der Wunderwuzzi erfreut sich weiterhin des Lebens. Liechtenstein macht’s möglich.

Erst kürzlich ging ein Bild durch Europa, dass den gescheiterten Hasardeur René Benko fröhlich grinsend auf der Jagd zeigt. Dass neben ihm ein hochrangiger Sozialdemokrat in die Kamera grinste, so ist halt Österreich. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Und die «Kronen Zeitung» hat das Beweisbild und ein kurzer Aufschrei geht durch die ehemalige k.u.k-Monarchie. Und dann wird die nächste Sau durchs Dorf gejagt.

Das Beweisfoto der «Kronen Zeitung».

Aber wie ist es eigentlich möglich, dass ein Pleitier, über den wie über sein Imperium der Konkurs eröffnet wurde und der laut eigenen Angaben von etwas mehr 3700 Euro im Monat lebt, sich dem Vergnügen der Reichen hingeben und arme Tiere abknallen darf?

Schliesslich fanden Geprellte weltweit, nicht zuletzt ein paar nachtragende Scheichs, nach ihren Hunderten von Millionen, die sie unbesehen diesem begnadeten Verkäufer von heisser Luft nachschmissen, Gier frisst Hirn, nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal.

Des Rätsels Lösung ist, wie vieles im Leben, trivial. Das ermöglicht ein Gestrüpp von Privatstiftungen und deren Unterfirmen. Das schlichtwegs deswegen wuchern gelassen wurde, dass der Beneficial Owner, also Benko hinter den vielen Lianen und Fallstricken und Sackgassen schlichtweg verschwunden ist.

Mit komplexen Strukturen kennt sich Benko aus, sein Immobilienimperium kontrollierte zu seinen besten Zeiten über 1000 Firmen. Da braucht es eine ganz scharfe Machete, um sich nicht rettungslos zu verlaufen.

Aber das ist die Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, die mit mittelgrossem Elan an die Sache gehen. Schliesslich ist Benko noch auf freiem Fuss und erfreut sich flotter Jagdpartien. Während er so seinem Jagdtrieb frönt, versuchen seine Investoren verzweifelt, herauszufinden, wo denn das ganze Geld abgeblieben ist.

Die fürstliche Justiz ist ihnen, wie sonst, keine grosse Hilfe. Die Signa Holding machte wie danach die meisten von Benkos Firmen, als eine der ersten Bankrott. Aber wie es denn sein kann, dass sich Gläubiger wohl Hunderte von Millionen ans Bein streichen können, während der Nix-mehr-Wunderwuzzi dem dolce vita frönt?

Wer sich das fragt, kennt die fürstliche Justiz, die Skrupellosigkeit von Liechtensteiner Treuhändern und die Verschwiegenheit der Banken im Ländle schlecht, angeführt von der fürstlichen LGT (das steht für Liechtenstein Global Trust und bedeutet schlichtweg nichts).

Denn mit Hilfe von Gott, Vaterland und Fürst (und etwas Fussvolk ist auch noch dabei) gelingt ein heutzutage nicht mehr so häufiges Kunststück. Liechtenstein lässt es zu, dass Benko auch hier einen Dschungel von Stiftungen aufgebaut hat, die den einzigen Zweck zu haben scheinen, dass er seinen gewohnten Lebensstil fortsetzen kann, bis dann mal ein – so hofft er – für ihn positiv ausgehender Schadenersatzprozess einige Probleme löst.

Er hätte sich auch ein beliebiges anderes Land aussuchen können, das die gleichen Dienstleistungen erbringt. Aber niemand beherrscht Reputationsmanagement so wie Liechtenstein. Etwas Folklore mit fröhlich lächelnden Mitgliedern der herrschenden Familie, blitzsaubere Berge und Banken, lange Tradition (obwohl die noch gar nicht so alt ist), hochanständige Verwalter und Treuhänder, was will Benko mehr.

Der Wunderwuzzi ohne Wunder und ohne Wuzzi hat allerdings ein Problem, dass schon anderen zum Verhängnis wurde. Wer sich so weit von seiner Stiftung entfernt, dass er für den Fiskus oder für Strafverfolgungsbehörden unsichtbar wird, läuft immer Gefahr, dass sich ein Untreuhänder sagt: Moment mal, der Beneficial Owner ist ja soweit weg, dass man noch die letzten Verbindungslinien kappen kann.

Dann ist das Stiftungsvermögen erst mal stillgelegt, aber der verwaltende Treuhänder hat halt so seine Auslagen, ausserdem die vielen Stunden, die er der Verwaltung widmen musste. Oder aber, der Untreuhänder probiert den Durchmarsch und eignet sich selbst den Inhalt der Stiftung an. Wer soll da schon meckern, und wenn ja, den Rest erledigt die fürstliche Justiz.

Ob Benko weiss, dass er nicht das erste Opfer wäre?

30. November 2024/16 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-29-um-22.52.55.png 513 906 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-30 08:02:162024-11-29 22:59:15Was ist nun mit Benko und Liechtenstein?

Schlaumeier in Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Treuhänder, Untreuhänder

Das Ländle meint mal wieder, sich durchwursteln zu können.

Der scheidende US-Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein redet Klartext: «Man sollte sehr vorsichtig gegenüber Personen sein, die versuchen, Sanktionen zu umgehen. Die US-Regierung stuft Personen oder Unternehmen nicht leichtfertig ein, sondern benötigt dazu Beweise.»

Der Regierungschefkandidat der FBP Ernst Walch hatte zuvor gemosert, dass die inzwischen vier Liechtensteiner Treuhänder und fünf Treuhandbüros, die auf der Liste der sanktionierten Personen der US-Behörde Ofac stehen, schnellstmöglich dort gestrichen werden sollten.

Dagegen zeigt Botschafter Scott C. Miller klare Kante und redet Klartext: «Wenn jedoch jemand versucht, den normalen Prozess durch politische Manöver zu umgehen, wird dies in der Regel mit Misstrauen betrachtet und kann den Prozess für diese Person tatsächlich komplizierter machen.»

Das Problem Liechtensteins ist einfach zu erklären. In dieser Räuberhöhle sind sowohl Treuhänder wie die mit fürstlicher Gnade Herrschenden fest davon überzeugt, dass sie eigentlich mit allem davonkommen. Der Fürst sowieso, denn er steht als absolutistischer Herrscher über dem Gesetz.

Die Regierenden ebenfalls, denn solange sie sich nicht mit dem Fürstenhaus anlegen (und das haben sie noch nie getan), kommen sie auch mit allem davon. Nur die Untertanen sind manchmal störrisch, so haben sie gerade dem mit Millionen Steuergeldern gefütterten Fürstenfunk den Stecker rausgezogen. Und leider ist der Fürst zu geizig, das aus seiner mit Milliarden wohlgefüllten Schatulle zu ersetzen.

Auch die Treuhänder sind sich traditionell gewohnt, eigentlich mit allem davonzukommen. Nur alle Schaltjahre mal wird einer, der zu offensichtlich, zu frech, zu geldgierig in fremde Töpfe gegriffen hat, sanktioniert. Das tut dann den Richtern im Ländle auch spürbar leid, denn auch sie sind ja von der fürstlichen Gnade abhängig. Er hat das letzte Wort bei ihrer Wahl, und Richter im Ländle zu sein ist ein angenehmer Job. Solange man nicht frech wird, und das tun Richter natürlich nicht.

Abgesehen von diesen Ausnahmen können Liechtensteiner Untreuhänder davon ausgehen, dass alle ihre Taten und Untaten ungesühnt bleiben. Sie bemächtigen sich einer Stiftung, die nicht ihnen gehört und sacken unverschämte Saläre ein? Bitte schön, sagt die Justiz, help yourself, wir vertrödeln eine Entscheidung darüber, ob das Recht oder Unrecht ist, bis zum St. Nimmerleinstag.

Untreuhänder dekantieren gleich den ganzen Inhalt einer Stiftung und sagen den rechtmässig Begünstigten mit treuem Augenaufschlag, dass sie leider auch nicht wüssten, wo die ganze Kohle abgeblieben ist, und selbst wenn sie’s wüssten, schon mal vom Anwaltsgeheimnis gehört? Da sagt schon die Staatsanwaltschaft, sollte eine Strafanzeige eingehen: na ja, also ohne beweisbaren Anfangsverdacht, und mangels Zugang zum Anwaltsgeheimnis gibt’s den ja nicht, können wir nun schlecht anfangen zu ermitteln.

Treuhänder missbrauchen die Justiz für Rachegegenklagen und für alle möglichen Winkelzüge, um ihre Opfer, die sich zu wehren getrauen, so richtig fertigzumachen? Aber immer, gerne und schnell, sagt da die fürstliche Justiz, da sind wir sofort dabei.

So geht das normalerweise zu und her im Ländle. In diesem Sumpf lebt es sich gut. Es gibt aber ein Problem dabei.

Die USA sind die nach wie vor grösste Wirtschaft-, Finanz- und Militärmacht der Welt. Zudem sind sie Besitzer der Weltwährung US-Dollar und können jedem per sofort den Gebrauch ihrer Währung verbieten. Zudem sind die USA zunehmend sauer, dass ihre umfangreichen Sanktionen gegen Russland nicht die gewünschte Wirkung erzielen.

Nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs dachten die USA, dass es angesichts der engen Verflechtungen von russischen Firmen mit westlichen – und vor allem angesichts der Tatsache, dass viele reiche Russen ihrem eigenen Staat nicht über den Weg trauen und ihre Vermögen lieber im Ausland lagern – ein Leichtes sei, Russland und seine Oligarchen finanziell in die Knie zu zwingen.

Nun wurden tatsächlich einige Vermögen, Yachten und Liegenschaften beschlagnahmt, enteignet und teilweise sogar schon verwertet. Aber natürlich sind vor allem reiche Russen auch nicht blöd und haben umsichtig komplizierte Tarnkonstrukte angelegt, die den wahren Besitzer von Millionenvermögen verschleiern sollen. Unter freundlicher und gut bezahlter Mithilfe von Liechtenstein.

Nun hat Liechtenstein, haben seine Treuhänder, seine Banken lange Zeit gemeint, mit Lippenbekenntnissen und ein paar symbolischen Akten sei es getan und die USA würden doch sicherlich nicht ernsthaft auf das kleine, feine, reine Ländle böse werden.

Think twice, wie der Ami sagt. Deutlicher als ihr Botschafter kann man es nicht formulieren. Wir haben Euch im Auge, und es gefällt uns gar nicht, was wir sehen. Und wenn Ihr meint, Ihr könntet frech werden und Euch darüber beschweren, dass wir Liechtensteiner Untreuhänder auf unsere Sanktionsliste setzen, dann wartet nur mal ab, was wir sonst noch alles können.

Dabei ist völlig klar: der neue US-Präsident wird mit dieser Politik seines Vorgängers weiterfahren. Und er hat ein eher unausgeglichenes Temperament. Und er lässt ganz sicher nicht mit sich schlittenfahren.

Also sollten sich Herrschende, der Fürst und seine Entourage – und vor allem die Liechtensteiner Treuhänder – warm anziehen. Und das nicht wegen den winterlichen Temperaturen.

25. November 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-24-um-18.09.16.png 513 908 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-25 07:39:282024-11-24 18:15:45Schlaumeier in Liechtenstein

Es darf gelacht werden.

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder

Das Internet ist geduldig und zeigt jeden Unsinn.

Das vornehme «Industrie- und Finanzkontor Etablissement» hat eine hochwohllöbliche Zustelladresse: c/o Seine Durchlaucht Prinz Michael von und zu Liechtenstein an der Herrengasse in Vaduz. Schon auf der Homepage lässt es einen Adler fliegen; nicht zu verwechseln mit einem Pleitegeier.

Allerdings ist der Prinz nur Prinz, nicht Erbprinz. Das ist sein Bruder Alois, und da es nur einen geben kann, der dann mal die Nachfolge des Fürschten antritt, muss Michael schauen, wo er bleibt.

Zum Beispiel im «Industrie- und Finanzkontor«. Toller Name. Hört sich irgendwie amtlich an. Dabei ist es lediglich «ein international ausgerichtetes Treuhandunternehmen in Liechtenstein mit Expertise in der grenzüberschreitenden Vermögensstrukturierung zum Schutz und langfristigen Erhalt von Vermögen, Werten und Unternehmen.»

Als «geschäftsführender Präsident des Verwaltungsrats» meint S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, den wir der Einfachheit halber Prinz nennen wollen:

«Wenn alle Beteiligten Vermögen als eine Verantwortung und weniger als einen Anspruch ansehen, dann ist die Grundlage für einen langfristigen Vermögenserhalt gelegt.»

Das Finanzkontor, wie wir es der Einfachheit halber nennen wollen, hat auch eine blaublütige Geschäftsführerin: Gisela Bergmann, Prinzessin von und zu Liechtenstein.

Auch sie sitzt an der Herrengasse in Vaduz, obwohl es dort ein wenig eng sein muss. Denn an der gleichen Adresse sind nicht weniger als 187 weitere aktive Firmen eingetragen.

Aber hier geht es um die 188. Firma, denn das Finanzkontor verspricht: «Der liechtensteinische Treuhänder ist Ihre Vertrauensperson, wenn Sie komplexe Vermögenssituationen ordnen und in eine Struktur bringen möchten: zielgerichtet, langfristig und nachhaltig. Entsprechend umfassend sind die Aufgaben eines liechtensteinischen Treuhänders.»

Weiter im Geschwurbel: «Der Zugang zum liechtensteinischen Treuhänderberuf ist streng reguliert und setzt die Bewilligung durch die liechtensteinische Finanzmarktaufsicht (FMA) voraus. Wer eine Treuhänderkonzession erlangen will, muss eine umfassende Ausbildung vorweisen und die anspruchsvolle Treuhänderprüfung ablegen.»

Das ist alles ganz wunderbar und wie im Märchen, wo Prinz und Prinzessin von ihren Untertanen geliebt gerecht und mildtätig regieren.

So möchte sich vielleicht auch der Fürstenhof von und zu Liechtenstein selbst sehen. So möchten sich auf jeden Fall die insgesamt rund 130 Liechtensteiner Treuhänder selbst sehen.

Was sie nicht sehen wollen, sind die vielen schwarzen Flecke, die sich auf ihrer weissen Weste immer mehr verdichten. Dekantieren, das systematische Ausrauben von Stiftungen, das Herauskübeln von störenden Stiftern und Stiftungsräten, all das beschützt von der Liechtensteiner fürstlichen Justiz, die nur im äussersten Notfall einen der Ihren, also einen Liechtensteiner Treuhänder, mal verknackt.

Denn welcher Richter möchte nicht mal Treuhänder werden, welcher Treuhänder ist oder war nicht mal Richter. Da versteht man sich blind, und dass hinter der schönen Fassade mit wohlklingenden Worten eine ziemlich üble und hässliche Wirklichkeit hervorlugt, das wird gnädig übersehen, negiert, abgestritten.

Immer sind es Einzelfälle, vielleicht ein paar wenige schwarze Schafe, die leider, leider trotz allen Anstrengungen von Justiz und Ämtern, bedauerlicherweise Schweinereien begehen. Aber so etwas hat natürlich überhaupt nichts mit dem streng regulierten Treuhänderberuf zu tun, wo moralische Integrität, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Anstand die wichtigsten Voraussetzungen sind, damit Vermögende ihr Vermögen zu treuen Händen übergeben können.

Denn wer würde nicht einem Finanzkontor vertrauen, dass sich so anpreist:

Nein, das ist keine bösartige Satire, das ist echt. Und wer würde nicht dieser sympathischen Geschäftsleitung vertrauen?

Oder diesen sympathischen «Relationship Managern»:

Wohl aus Gründen der Diskretion sind einige Manager nicht mit Foto vertreten. Aber wer keinen Durchlauchten vertraut, kann es doch mal mit einem Grafen probieren, das wäre dann Graf Francis von Seilern-Aspang. Das ist ein aus Flandern stammendes österreichisches Adelsgeschlecht, belehrt und Wikipedia, seit 1712 im «Reichsgrafenstand».

Da ist doch das Geld in guten Händen, könnte man meinen.

Und morgen erzählen wir ein anderes Märchen.

23. November 2024/17 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-22-um-15.33.17.png 470 973 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-23 07:17:192024-11-23 08:04:42Es darf gelacht werden.

Liechtenstein ganz streng

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Untreuhänder

Gnadenloses Sanktionsregime gegen Russland und Belarus.

Das fürstliche Ministerium für Äusseres, Bildung und Sport, was schon mal eine lustige Mischung ist, gibt bekannt und lässt verlauten:

«Die Regierung hat am 19. November 2024 eine Anpassung der Verordnung über Massnahmen gegenüber Belarus beschlossen. Im Rahmen der Anpassung wurden die Finanz-, Waren- und Handelssanktionen, welches die EU am 29. Juni 2024 beschlossen hatte, autonom nachvollzogen. Die Regierung führt damit ihre bisherige Politik konsequent weiter.»

Sie ist so autonom und konsequent, dass sie in ihrer Verlautbarung einfach den Text der EU übernimmt, denn bekanntlich ist Liechtenstein nicht Mitglied der EU:

Zu den zentralen Elementen gehöre «ein Verbot der Einfuhr von Gold, Diamanten, Helium, Kohle und Mineralerzeugnissen, einschließlich Rohöl, aus Belarus; ein Verbot der Erbringung bestimmter Dienstleistungen; ein umfassenderes Verbot der Beförderung von Gütern auf der Strasse im Gebiet der Union; eine Verpflichtung für Wirtschaftsbeteiligte aus der EU, die sogenannte «Klausel zum Verbot der Wiederausfuhr nach Belarus» in künftige Verträge aufzunehmen; sowie weitere Massnahmen gegen Umgehungspraktiken, darunter eine Verpflichtung für EU-Mutterunternehmen, sich nach besten Kräften zu bemühen, dass von diesen gehaltene Tochterunternehmen in Drittstaaten die EU-Sanktionen gegenüber Belarus einhalten».

Soweit die fürstliche Mitteilung. Worüber sie sich allerdings ausschweigt: wenn Liechtenstein ein angeblich so strenges Sanktionsregime gegen Russland und auch gegen Belarus hat: wieso ist das Ländle dann auf den Radarschirm der US-Behörde zur Überwachung der Sanktionen gelandet? Wieso sind bei der Ofac insgesamt 17 Liechtensteiner Personen und Firmenausdrücklich als sanktioniert aufgeführt? Weil sie gegen eben diese Sanktionen verstossen haben sollen.

Was machen eigentlich die Liechtensteiner Banken mit den Hunderten von Millionen Franken und Dollar, die in ihren Tresoren liegen und russische Eigentümer haben? Was machen die Liechtensteiner Treuhänder, die weiterhin eine unbekannte, aber nicht kleine Zahl von russischen Kunden betreuen?

Was machen die Liechtensteiner Anwälte, die immer bereit waren und sind, Umgehungskonstrukte zu entwerfen und in die Welt zu setzen, damit der Beneficial Owner im Nebel des Unsichtbaren verschwindet?

Was macht die fürstliche Finanzaufsicht, die fürstliche Regierung, die fürstliche Justiz, der Fürst selbst, um ein Sanktionsregime aufzubauen, das auch diesen Namen verdient?

Glaubt Liechtenstein, glaubt der absolutistisch herrschende Fürst wirklich, dass das Ländle hier mit seiner üblichen Heuchelei davonkommt? Mit dem äusserlich schönen Schein, der ein hässliches Sein verbirgt?

Glaubt der Fürst wirklich, dass er seine Räuberhöhle, denn nichts anderes ist der Finanzplatz Liechtenstein, weiterhin als rechtsstaatliches Juwel präsentieren kann, obwohl diese Heuchelei und Doppelmoral und Rechtlosigkeit von ausländischen Besitzern von Stiftungen inzwischen offenkundig geworden ist?

Was heute noch stabil und ewigwährend wie eine Trutzburg wirkt, kann morgen schon zerbröseln und als  Schuttkegel zu Tal rutschen, wie in Brienz.

Immer dringlicher stellt sich die Frage: wann werden die Liechtensteiner Untertanen aufwachen und der Gefahr ins Auge blicken, die von wenigen geldgierigen Untreuhändern und Bankern verursacht wird, während die fürstlichen Behörden wegschauen?

 

22. November 2024/12 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-21-um-23.06.04.png 515 907 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-22 06:12:172024-11-21 23:06:30Liechtenstein ganz streng

Banking à la Fürst: VP Bank

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz

Es geht drunter und drüber bei dem Liechtensteiner Geldhaus.

Bilanzsumme 1,5 Milliarden, Kundenvermögen 6,8 Milliarden, magerer Geschäftsertrag 2023 von 48,6 Millionen. Daher wird gespart (100 Stellen weg), umgebaut (CEO weg) und überhaupt Gesundschrumpfung. Niederlassung in Hongkong gestrichen.

Dazu Durchhalteparolen: «Zürich geben wir ganz sicher nicht auf», sagt der neue CEO Urs Monstein. Dabei hat die Liechtensteiner VP Bank ziemlich Zoff mit der Schweizer Bankenaufsicht Finma.

Die stellte in einer Verfügung im Juni dieses Jahres «eine schwere Verletzung von aufsichtsrechtlichen Bestimmungen» der Schweizer Tochter der VP Bank fest. Normalerweise sind solche Verfügungen nicht öffentlich. Aber die Schlaumeier aus Liechtenstein hielten es für geboten, gegen diese Verfügung vors Bundesverwaltungsgericht zu ziehen. Denn die Bank befürchtete, völlig zu unrecht, dass die Finma dieses Enforcement-Verfahren publik machen wollte.

Wollte sie nicht, deshalb schmetterte das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab. Dieses Gerichtsurteil ist öffentlich; seither und schuldhaft durch die VP Bank verursacht, weiss nun die Öffentlichkeit von diesem Verfahren, was die VP Bank unbedingt verhindern wollte.

Was genau den Rüffel der Finma auslöste, ist nicht bekannt. Es scheint um eine delikate Kundenbeziehung zu gehen, möglicherweise um Geldwäsche. Natürlich sagt die Bank, dass dieser Fall mit dem abrupten Abgang des CEO Paul Arni überhaupt nichts zu tun habe.

Das wirft allerdings ein Schlaglicht auf die Zustände und Sitten im Liechtensteiner Bankwesen. Für seine Grösse bzw. Kleinheit hat Liechtenstein eine ganze Latte von Banken. Insgesamt 9 aktive Geldhäuser sind Mitglied beim Liechtensteinischen Bankenverband.

Sie alle, natürlich auch die Fürstenbank LGT, bibbern, wie ernst es die USA mit der Durchsetzung ihrer Sanktionen gegen Russland meinen. Nachdem bei den ersten Liechtensteiner Treuhändern bereits der Blitz eingeschlagen hat, bzw. sie auf die Liste sanktionierter Personen gesetzt wurden, ist klar: sehr ernst.

Offensichtlich meinen die Liechtensteiner Banken, dass international toleriert würde, wie leger sie mit Vorschriften und Bestimmungen umgehen, die sie am Geldverdienen hindern. Seitdem das Schwarzgeldbunker-Geschäftsmodell mit den Stiftungen zusammengebrochen ist, lässt sich so nicht mehr leicht Geld scheffeln. Da kamen Russengelder gerade recht, um diese Löcher zu stopfen.

Denn während sich Treuhänder und Untreuhänder an der Verwaltung dieser Stiftungen dumm und krumm verdienten, waren die Liechtensteiner Geldhäuser die Depotbanken der Vermögenswerte der Stiftungen. Und verdienten sich daran auch mehrere goldene Nasen.

Und von solche Gewohnheiten lässt man natürlich nur ungern.

Überhaupt möchte man im Ländle am liebsten den Deckel auf allem halten und bedauert es sehr, dass auch hier die meisten Gerichtsverhandlungen öffentlich sind. So klagte ein ehemaliger Mitarbeiter gegen seine Liechtensteiner Bank. Er fühle sich diskriminiert und zu Unrecht gekündigt und wolle eine Entschädigung von 240’000 Franken.

Vor Gericht, so berichtet «20 Minuten», wollte der Kläger eine persönliche Erklärung abgeben – auf Englisch, da er der deutschen Sprache nicht mächtig ist. Der Vertreter der Bank forderte dagegen, dass die Erklärung auf Deutsch abgegeben werde. Noch schöner:

«Die Vertreter der Bank forderten zudem, dass der Medienvertreter für die Zeit der Erklärung den Gerichtssaal verlassen solle, obwohl die Verhandlung öffentlich war.»

Unabhängig davon, ob diese Forderung zu Recht erhoben wurde oder nicht: in diesem Verhalten zeigt sich mal wieder das Liechtensteiner Rechtsverständnis aufs Beste. Prinzipienreiterei, und wenn es unangenehm werden könnte, soll doch die Öffentlichkeit, sollen die Medien am besten draussen bleiben und nichts erfahren.

Sei das ein Enforcement der Schweizer Finma gegen eine Liechtensteiner Bank, sei das ein Prozess in Liechtenstein. Da muss sich doch jeder Anleger fragen, wie er denn behandelt würde, sollte er in Konflikt mit einem Liechtensteiner Geldhaus geraten. Und müsste den dann vor einem fürstlichen Gericht austragen, das bekanntlich immer im Namen von «Fürst und Vaterland» urteilt. Oder mit anderen Worten in erster Linie die Interessen des absolutistischen Monarchen und seines Ländle wahren möchte.

Rechtsstaat geht anders.

 

21. November 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-20-um-17.16.00.png 517 906 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-21 06:44:482024-11-20 17:23:20Banking à la Fürst: VP Bank

Und Liechtenstein?

Finanzplatz Liechtenstein, Treuhänder

Die Ofac klopft bei UBS an. Russenkonten. Und wie steht’s bei den Liechtensteiner Banken?

Banken und Treuhänder haben das gleiche Problem: Geldgier. Und Sondergewinn gibt es nie gratis, sondern immer nur mit erhöhtem Risiko. Ausser, wenn ein Liechtensteiner Untreuhänder eine Stiftung dekantiert oder einen Begünstigten über den Tisch zieht. Aber das wäre ein anderes Thema.

Hier geht es darum, dass Schweizer Medien berichten, dass die US-Behörde Ofac bei der Schweizer UBS angeklopft habe. Hintergrund ist eine US-Untersuchung von russischen Kunden, die die UBS von der verblichenen Credit Suisse übernommen hat.

Die Ofac (Office of Foreign Assets Control) ist die Überwaachungsbehörde für die Einhaltung von US-Sanktionen. Sie ist eine mächtige Dunkelkammer. Dunkelkammer, weil sie keinerlei demokratischer Kontrolle unterliegt und völlig willkürlich Entscheide treffen kann. Mächtig, weil das Auftauchen als Person oder Firma auf einer Sanktionsliste von ihr den gesellschaftlichen und finanziellen Ruin bedeutet. Denn niemand, keine Bank, keine Firma, keine Privatperson, will mit so einem Sanktionierten noch etwas zu tun haben – Angst vor Ansteckung.

Deshalb zuckt selbst eine so mächtige Bank wie UBS zusammen, wenn sich die Ofac bei ihr meldet. Und das hat sie, vermeldet Reuters, normalerweise gut informiert. Präventiv habe die UBS bereits angefangen, Konten mit ihr suspekt erscheinenden russischen Vermögenswerten zu sperren oder aufzulösen.

Denn wenn ein russischer Kontobesitzer von der Ofac auf ihre Sanktionsliste gesetzt wird, dann ist nicht nur er selbst tief im Schlamassel. Alle Finanzintermediäre, also nicht nur Banken, die mit ihm weiter Geschäfte machen, kommen selbst in Gefahr, ebenfalls sanktioniert zu werden. Und das ist nicht lustig. So kann die Ofac zum Beispiel die weitere Verwendung von US-Dollar untersagen. Denn diese Welt-Währung gehört den USA, jede Transaktion durchläuft eine Clearingstelle bei den Amis. Und ohne Dollarverkehr – immer noch Weltwährung Nummer eins – ist jedes Geldhaus innerhalb von 24 Stunden am Ende.

Nun schreibt Reuters, dass die UBS vollumfänglich mit allen US-Behörden kooperiere. Verständlich, denn vor dem Exitus drohen empfindliche und gewaltige Bussen, und die Schweizer Banken erinnern sich noch an den (teuren) Steuerstreit.

Und Liechtenstein?

Im Liechtensteinischen Bankenverband sind noch neun Banken organisiert. Die «Banque Havilland (Liechtenstein) AG» befindet sich bereits in «freiwilliger Liquidation». Finanzdienstleistungen machen über 21 Prozent der Liechtensteiner Bruttowertschöpfung aus und haben mit 37 Prozent den grössten Anteil an den fürstlichen Steuereinnahmen.

Rund 450 Milliarden Franken Kundenvermögen werden hier verwaltet. Wie behauptet der Verband so schön: «Neue Roadmap 2025 – Wachstum durch Nachhaltigkeit und Innovation». Das stammt allerdings von 2021; besonders aktuell scheint’s hier nicht zu und her zu gehen.

Bei der UBS machen die Russenvermögen vielleicht 4 Prozent aller Anlagen aus; zusammen mit der CS wäre das dann wohl ein zweistelliger Milliardenbetrag. Nun sei die Ofac «zunehmend frustriert», lässt sie durchblicken, dass die Schweiz nicht genug dafür tue, sanktionierte Russen rauszuschmeissen.

Wenn man davon ausgeht, dass in Liechtenstein prozentual mehr Russengelder liegen, weil das Ländle geldgierig sich auch nach der Annexion der Krim dafür hergab, russische Gelder aufzunehmen und gewinnbringend zu verwalten, sprechen wir da wohl von vielleicht 45 Milliarden Franken oder mehr.

Und was macht Liechtenstein in dieser Angelegenheit? Trötzeln, wie man so schön sagt. Höchste Kreise beschweren sich darüber, dass doch tatsächlich erste Liechtensteiner Treuhänder auf der Liste sanktionierter Personen der Ofac gelandet sind. Das sei ungeheuerlich, die müssten da sofort runter, wir munter gekräht.

Da überschätzt Liechtenstein, vielleicht geblendet vom Reichtum und der Huld des Fürschten, seine Macht ein wenig. Das BIP Liechtensteins betrug 2022 ganze 7,37 Milliarden US-Dollar. Das der USA 27,4 Billionen, 27’400 Milliarden. Ach, und die Militärausgaben der USA lagen 2023 bei 916 Milliarden Dollar. Diejenigen Liechtensteins – bei null, mangels eigenem Militär.

Denn seit über 140 Jahren hat Liechtenstein keine Armee, dazu auch keinen Flugplatz, keinen Hafen und nicht mal eine eigene Autobahn.

Sollten also die USA ernsthaft böse werden, wäre das wohl das Ende von Wohlstand, Finanzplatz und Geldscheffeln. Aber bislang nimmt man das im Ländle gelassen. Zumindest vordergründig.

18. November 2024/1 Kommentar/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-17-um-17.57.47.png 512 782 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-18 06:23:432024-11-17 18:03:03Und Liechtenstein?
Seite 24 von 24«‹222324

Wer wir sind

Was wir wollen

Wie Sie helfen können

In den Medien

© Copyright - untreuhaender.li | info@untreuhaender.li | Cookie Richtlinien | Datenschutz | Impressum

Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen