Den Schweizerfranken verwenden – und nebenher verdienen. Typisch.
Vor hundert Jahren übernahm Liechtenstein den Sxchweizerfranken als Landeswährung. So nach Fürstenart. Also ohne Staatsvertrag, sondern einfach durch ein fürstliches Dekret – mit stillschweigender Duldung der Eidgenossen.
Dabei behielt sich Liechtenstein das Recht vor, erzählt Günther Meier in der NZZ, weiterhin eigene Münzen herauszugeben. Gesagt, getan, schnell waren Münzen zu 5, 2 und 1 Franken im Umlauf. Theoretisch nur in Liechtenstein, aber sie rollten natürlich über die offene Grenze auch in die Schweiz.
Darauf reagierte die Schweiz, wie anders, mit einem Kompromiss: «In einer Vereinbarung mit Liechtenstein wurde deshalb festgelegt, dass Silbermünzen im Kanton Graubünden nur in der Bündner Herrschaft und im Kanton St. Gallen bis zur Mitte des Rheintals zugelassen sind. Die Beschränkung auf dieses Gebiet konnte jedoch nicht eingehalten werden, da auch in anderen Teilen der Schweiz immer wieder «Silberlinge» auftauchten.»
Ende 1930 war dann Schluss damit, Liechtenstein verpflichtete sich, keine Silbermünzen mehr herauszugeben, nur solche in Gold. Das tat das Ländle auch flugs ab 1931. Richtig lustig wurde es dann beim Jubiläum «100 Jahre Liechtensteinische Landesbank» im Jahr 1961. Da wollte die Regierung zur Feier zwei Goldmünzen herausgeben. 20’000 Stück sollten bei der Eidgenössischen Münzstätte in Bern geprägt werden. Die sagte aber einfach nein zu diesem Auftrag.
Aber Liechtenstein hatte schon ein entsprechendes Gesetz zur Prägung verabschiedet, dumm gelaufen. Neuer Kompromiss: «Die Regierung ersuchte deshalb das Eidgenössische Finanzdepartement, die Prägung der liechtensteinischen Goldmünzen dennoch zu bewilligen. Im Gegenzug verpflichtete sich Liechtenstein, die Goldmünzen bei der Landesbank zu hinterlegen – und die Ausgabe erst freizugeben, wenn der Bund die Ausgabe von Goldmünzen wieder bewilligt. In der Folge schlummerten die Goldmünzen lange Zeit im Tresor der Landesbank», weiss die NZZ.
Zum 125-Jahr-Jubiläum erinnerte man sich an diesen Schatz und wollte ihn 1986 unter die Leute bringen. Allerdings: die Goldmünzen waren ein Ladenhüter.
Dennoch probiert es Österreich zum Jubiläum 100 Jahre Schweizerfranken nochmal, sogar mit einer Gold- und einer Silbermünze. Also Münze ist beim Silber eher untertrieben. Das Teil sieht so aus:

Es ist nicht nur furchtbar hässlich, sondern wiegt stolze 1000 Gramm, ein ganzes Kilo. Etwas bescheidener kommt die Goldmünze daher:

Links das Schweizerkreuz, rechts die Fürstenkrone, damit klar bleibt, wer hier das Sagen hat. Diese Goldmünze wird gemeinhin für Fr. 85.- verkauft. Die Philatelie Liechtenstein macht’s allerdings für 95 Franken. Man soll ja keine Gelegenheit auslassen, etwas extra zu verdienen.
Nach der schlechten Erfahrung mit den 20’000 Goldmünzen anno 1986 lässt nun der Fürst (oder wer auch immer) nur kleine Auflagen der Münzen prägen, vom Kilo-Gewicht ganze 100 Stück.
Bleibt dennoch was übrig, wird’s eingelagert. Die NZZ zitiert: «Keinesfalls aber sei vorgesehen, unterstrich der Regierungsbericht an das Parlament, Gold- und Silbermünzen zu verschenken – «weder an Gäste noch an in- oder ausländische Amtsinhaber oder Würdenträger».»
So gehört sich das für ein sparsames Ländle, wo der Fürst lange Zeit einen Franken auf den anderen legen musste, bis er endlich Milliardär wurde.













