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Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Untreuhänder

Skandale um Liechtensteiner Stiftungen bewirken: vom Gebrauch wird abgeraten.

Die möglichen Nebenwirkungen einer Liechtensteiner Stiftung haben Auswirkungen auf den Finanzplatz Schweiz. On the record drücken sich Schweizer Banken vornehm zurückhaltend aus.

“Pictet promotet das Stiftungsgeschäft mit Liechtensteiner Stiftungen nicht.“ Julius Baer sekundiert: „Die Nachfrage nach Stiftungslösungen ist minimal.“

Seit Liechtensteiner Stiftungen als Steuerhinterziehungs-Vehikel dank AIA ausgedient haben, ist ihre Zahl von über 50’000 auf unter 8’000 zusammengeschnurrt.

Aber die Anzahl der Treuhänder im Ländle ist gleich geblieben. Also balgen sich die rund 140 Treuhänder, die obligatorisch Einsitz in den Stiftungsrat nehmen, um die verbliebenen Pfründe.

Dabei verwenden sie nicht selten illegale Methoden. Beliebt wurde das sogenannte Dekantieren.

Also der Treuhänder giesst das Stiftungsvermögen in ein neues Gefäss um und sagt dem Stifter oder Begünstigten, dass leider die Konten leer seien, und wohin das Geld verschwunden sei, nun, da könne er aus Gründen des Anwaltsgeheimnisses leider nichts sagen.

Aber der betrogene Stifter könne gerne den Rechtsweg beschreiten.

Der ist in Liechtenstein steinig. Denn die Fürstenjustiz, zumal verwandt und verschwägert mit den Treuhändern, schickt die Klagenden in unendliche Schleifen, in kafkaeske Abläufe. Zivilprozesse, die Jahre dauern, sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

So sorgt ein Untreuhänder für die ständige Verschiebung seiner Einvernahme in einem Zivilprozess um seine Absetzung, der in der ersten Instanz schon ins dritte Jahr geht.

Er hat sich die Verfügungsgewalt über die Stiftung angeeignet, den Stiftungspräsidenten und Begünstigen gerichtlich rauskübeln lassen.

Als der sich dagegen wehrte, wurde ihm auch noch die Begünstigung und damit das Informations- und Klagerecht von der Fürstenjustiz entzogen.

Putzigste Begründung einer Verschiebung: Er sei leider verhindert, weil er unbedingt an den Trauerfeierlichkeiten für Seine Durchlaucht Prinz Konstantin von und zu Liechtenstein teilnehmen müsse.

Er sei zwar weder verwandt, noch verschwägert, auch nicht Trauzeuge oder Steigbügelhalter, habe aber doch eine enge Beziehung gehabt. Die Richterin akzeptierte diesen Unfug.

Strafrechtlich ist gegen solches Gebaren noch weniger zu machen; mangels Anfangsverdacht schmettert die Staatsanwaltschaft Anzeigen routiniert ab.

Dieser Selbstbereicherung schoben viele Stifter den Riegel, indem sie selbst Einsitz im Stiftungsrat nahmen, um so den Treuhändern auf die Finger schauen zu können.

Aber Geldgier macht erfinderisch. Nun wird diese Doppelrolle dazu benützt, die eigentlichen Inhaber der Stiftung wegen eines „blossen Anscheins einer möglichen Interessenkollision“ per Gericht rauszuschmeissen.

„Sie selbst bietet dies nicht an“, sagt die ZKB auf Anfrage, ob sie die Errichtung von Stiftungen durchführe oder befürworte.

Unterstützung oder Beratung bei der Errichtung einer Liechtensteiner Stiftung „gehört nicht zum Dienstleistungsangebot von Raiffeisen.“

Und Rahn+Bodmer ergänzt: „Wir bieten keine Beratung im Zusammenhang mit der Auswahl, Gründung oder Führung von Strukturen an.“

Allgemein herrscht vornehme Zurückhaltung; von 15 angeschriebenen Banken antworteten nur 6; alle anderen nicht, darunter UBS, Vontobel oder die VP Bank.

Denn Liechtensteiner und Schweizer Banken – sowie Anwaltskanzleien – sind in einer Zwickmühle.

Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». Mit freundlicher Genehmigung.

Teil 2 folgt.

20. März 2025/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-14.05.10-e1741353575826.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-20 06:15:122025-03-11 06:19:46Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein

Liechtenstein unsicher

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Was macht denn das Ländle wegen Trump?

Zölle rauf Zölle runter. Grönland, Panama und der Gazastreifen sollten den USA gehören. Und ist man nicht willig, dann braucht Donald Trump Gewalt.

Hier ist ein Präsident, der ohne Scham oder Zurückhaltung vor aller Augen einen Raubzug zur Selbstbereicherung durchführt, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat.

Gilt hier auch

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner?

Das Ländle regiert so, wie es immer auf mögliche Bedrohungen reagiert. Gar nicht erst ignorieren. Müde lächeln. Weiter Geld schaufeln.

Nach einem Bericht des Vaterland meint Jürgen Nigg, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Liechtenstein, immerhin weise:

«Trump ist unberechenbar, man kann nicht sagen, was er in 24 Stunden macht.»

Nun, da man das nicht weiss, macht es offenbar auch keinen grossen Sinn, Gedanken darüber zu verlieren.

Auch die Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Handelskammer (LIHK), Brigitte Haas, lässt es bei Allgemeinplätzen bewenden: «Der Handel, insbesondere der internationale Handel, basiert auf Vertrauen und auf Planbarkeit. Beides wird derzeit untergraben.»

Dann stapelt sie noch weitere Worthülsen drauf: «Die letzten Jahre waren für viele nicht einfach, insbesondere die wirtschaftlich schwierige Lage in unserem grössten Absatzmarkt Deutschland und in anderen europäischen Ländern ist für viele Mitgliedsunternehmen der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer spürbar.»

Hingegen zeigt eine Umfrage von Raiffeisen, dass Strafzölle in die USA exportierende KMU schmerzlich träfen. Knapp 30 Prozent der befragten Firmen gehen bei einem Importzoll von 10 Prozent von einem Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent aus, ein Viertel von einem Rückgang von bis zu 20 Prozent. «Die kleineren und grösseren liechtensteinischen Industriebetriebe sind in derselben Situation wie die schweizerischen», erklärt Brigitte Haas.

Aber keine Panik, fährt sie fort: «Liechtensteins Industrie ist grundsätzlich gewappnet, da es die Unternehmen gewohnt sind, im Wettbewerb zu stehen, zu agieren und zu reagieren.»

Genau, sekundiert Nigg, man könne halt sowieso nicht viel machen. Ausser das Übliche. Weiterentwicklung, Freihandelsabkommen, Attraktivität des Standorts, Blabla. Und natürlich innenpolitische Stabilität.

Das ist ein gefährlicher Satz, denn worin unterscheidet sich eigentlich die Machtfülle des US-Präsidenten und des herrschenden Kornprinzen Alois?

Trump kann nicht einmal das Parlament auflösen, im Gegensatz zum Fürstenhaus. Trump muss noch daran arbeiten, sich die Justiz gefügig zu machen, der Fürst hat das letzte Wort bei der Einsetzung von Richtern.

Nur gibt es da einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Sollte Trump in seinem unberechenbaren Verhalten plötzlich auf die Idee kommen, seine Aufmerksamkeit Liechtenstein zu schenken, weil dort Milliarden von Russengeldern gebunkert sind, dann würde selbst die Trutzburg ob Vaduz erzittern, und das Fürsteinhaus würde einen Kotau machen, der bis zum Boden reicht.

Würde hingegen der herrschende Kronprinz Trump mit irgend etwas drohen, würde der diese Fliege nicht einmal wahrnehmen. Und wenn, dann würde er sich ausschütten vor Lachen.

18. März 2025/28 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-09.32.14.png 698 1290 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-18 07:30:542025-03-07 11:10:38Liechtenstein unsicher

Macht bricht Recht

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Was den grossen USA recht ist, kann dem kleinen Liechtenstein doch nicht Unrecht sein.

Der US-Präsident Donald Trump hat die Glace-Handschuhe ausgezogen. Er handelt nach dem Prinzip: ich bin gross und mächtig, du bist klein und schmächtig. Sonst noch Fragen? Entweder kriecht die Ukraine zu Kreuze, oder es wird ihr der Stecker rausgezogen. Dafür hat er sogar zwei Möglichkeiten. Er stellt die militärische und finanzielle Unterstützung ein. Oder er lässt Musk sein Starlink abschalten. Damit wäre die gesamte militärische Kommunikation der ukrainischen Armee unterbrochen.

Das ist reine, brutale Machtpolitik, ohne Rücksicht auf internationale Gepflogenheiten oder Benimmregeln. Das kann Trump, wer sollte es ihm verbieten?

Hinter einer Fassade von Wohlanständigkeit verhält sich der fürstliche Finanzplatz genau gleich. Trump machte seine letzte Vorführung öffentlich im Weissen Haus. In Liechtenstein finden solche Machenschaften – soweit das möglich ist – in den Dunkelkammern der Rechtlosigkeit statt, in einer Räuberhöhle.

Treu und Glauben, korrekte Auslegung von Gesetzen, Treuhänder, die ihrem Namen nachleben? Die Fähigkeit, zwischen Meins und Deins zu unterscheiden? Moralvorstellungen, die skrupellose Geldgier einschränken? Die fehlende Trennlinie zwischen legal und illegal, gar illegitim? Na und, sagen da die Liechtensteiner Untreuhänder, und der Fürst, bzw. sein regierender Kronprinz Alois, schauen wohlwollend zu.

Sie sagen höchstens im Vertrauen: also lasst euch doch nicht ständig dabei erwischen, dann müssen die fürstlichen Gerichte euren Dreck wegräumen, und das ist alles keine gute PR für das Image sauberer Finanzplatz, strahlend und rein.

Da gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit mit Trump: das ist den Bewohnern der Räuberhöhle namens Stiftungswesen völlig egal, das tropft an ihnen ab. Im Gegenteil, sie spielen die verfolgende Unschuld und regen sich gelegentlich furchtbar auf, wie ungerecht das sei, angebliche Einzelfälle, die schwarzen Schafe, die es in jeder Herde gibt, zu verallgemeinern und üble Medienberichte zu publizieren. Das sieht Trump auch so, alles Fake News.

Die Wahrheit ist aber bei beiden: das meiste, wenn nicht alles, stimmt, was publiziert wird. Wäre dem nicht so, es würden ja Gegendarstellungen und teure Klagen wegen Falschmeldungen und Rufschädigung nur so hageln.

Da hören aber dann die Ähnlichkeiten schon auf. Pech für Liechtenstein.

Denn der Fürst und seine Untreuhänder verfügen nicht über einen roten Knopf. Sie haben nicht mal eine eigene Armee, um sich im Fall der Fälle zu verteidigen. Und die Schweizer Armee in all ihrer Schwäche würde ihnen auch nicht zu Hilfe eilen.

Daraus ergibt sich das absehbare Problem, dass Liechtenstein zwar noch ein Weilchen, aber nicht unbegrenzte Zeit so weitermachen kann. Schon alleine deswegen, weil die Enteignung von Stiftern, Stiftungsräten und Begünstigten keine Gesetzesübertretungen im Ländle sind, sondern systemische Regel, abgedeckt von entsprechenden Artikeln in den meisten Stiftungsurkunden und gedeckt von der fürstlichen Justiz.

Liechtenstein profitiert – noch – von der Blauäugigkeit und Unkenntnis vieler Stifter. Die sich nicht vorstellen können, dass der so seriös und bieder ihnen gegenübersitzende Treuhänder in Wirklichkeit ihr schlimmster Feind ist. Der gelassen bei allen Untaten in sich ruht und felsenfest überzeugt ist:

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Aber ihm kann man, und wie. Schon im Steuerstreit musste Liechtenstein einknicken. Tat das zwar widerwillig – der Fürst war äusserst ungehalten –, aber dennoch gelenkig und schnell.

Dabei waren damals nur Deutschland und ein paar andere europäische Staaten hinter im Ländle gebunkerten Schwarzgeldern her, die USA liessen es bei einem Nasenstüber bewenden und verbissen sich in die Schweiz.

Aber die Geschichte wiederholt sich nicht. Jetzt sind die USA richtig sauer wegen den Milliarden an Russengeldern, die Liechtensteiner Treuhänder direkt oder über Tarnkonstruktionen verwalten, um ihren gewohnten Lebensstil weiterführen zu können.

Und da kommt eine unangenehme Ähnlichkeit zwischen Trump und Liechtenstein ins Spiel. Der ist genauso skrupellos im Durchsetzen seiner Interessen. Und er ist gross und mächtig, Liechtenstein klein und schmächtig. Das wird kein gutes Ende nehmen. Ausser, der Kronprinz ist so clever wie sein Vater und knickt schnell ein. Wenn er den Selenski spielen will, ohne Karten in der Hand zu haben, kommt’s nicht gut.

5. März 2025/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-03-um-12.04.26.png 669 1196 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-05 07:12:012025-03-03 12:10:31Macht bricht Recht

Der LLB geht’s gut, ihren Kunden weniger

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

Die Liechteinische Landesbank jubiliert über das Geschäftsjahr 2024.

Glaubt man der Medienmitteilung, ist mal wieder alles bestens im Ländle. «Erfolgreich wachsen, historischer Höchstwert, positive Entwicklung, liegt auf Kurs». Keine Worthülse aus dem Finanz-Blabla lässt die LLB aus, um sich selbst in den höchsten Tönen zu loben.

Immerhin, muss man ihr lassen, eine Cost-Income-Ratio von 66,4 Prozent ist nicht schlecht. Aber so rosig war das nicht immer bei der LLB.

Da gab es doch 2023 so eine Affäre. Die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft, was schon ein kleines Wunder war, eröffnete ein Strafverfahren wegen möglicher Geldwäscherei, Urkundenfälschung, Untreue, gewerbesmässigen schweren Betrug.Gegen ein Ex-Kader der Staatsbank.

Also eigentlich gegen Tätigkeiten, die doch im Ländle gerne von Untreuhändern ausgeübt werden – straflos.

Und dann gab es doch den Fall Andreas Gerber letztes Jahr. Der grosse Star aus den Reihen der untergegangenen Credit Suisse hätte bei der LLB eine Spitzenposition übernehmen sollen. Wunderbar, wie immer wurden alle Vorschusslorbeeren über ihn ausgeschüttet.

Aber dann teilte die LLB knapp einen Monat vor Stellenantritt mit, dass Gerber «aus persönlichen Gründen» dann doch lieber nicht zur Bank komme. Grosses Rätselraten bis heute: hat die Liechtensteiner Finanzmarkaufsicht (FMA) die Notbremse gezogen?

Und da war dann noch was im Jahr 2022. Amtshilfegesuch des DoJ, des US-Justitministeriums, an die LLB. Einblick in alle Konti und Depots von US-Kunden mit mehr als 500’000 Dollar. rückwirkend bis 2004. Das richtete sich nicht nur gegen verbiesterte  Steuerhinzterzieher – sondern auch gegen deren Helfershelfer, also «attorneys, accountants, independent financial advisors, asset managers».

Da hörte man in Liechtenstein neues Geräusch: Zähne, die aufeinanderklappern und sich in Fingernägel verbeissen.

Aber Liechtenstein reagierte clever. Bankgeheimnis, Schutz der Kunden, es müssen beweisbare Verdachtsmomente gegen einen konkreten Inhaber vorliegen für diesen Eingriff in die Privatsphäre? Ach was, sagte sich da das Liechtensteiner Parlament, mit 18 von 25 Stimmen war es dafür, dass neben Steuerbetrügern auch reine Steuersünder den USA ausgeliefert würden, ohne dass konkrete Namen oder Verdachtsmomente nötig wären.

Denn wenn ein Stärkerer kommt, dann kuscht der Fürscht. Natürlich beschliesst das Parlament nie etwas, ohne sich vorher vergewissert zu haben, dass in den fürstliche Kellern nicht die Brenneisen angewärmt werden.

Das mit dem Kundenverrat hat bei der LLB sozusagen Tradition. Auch unlängst gab es wieder einen solchen Fall. Da rückte die LLB einfach auf Anfrage – und trotz eines klaren Neins des Kunden – die gesamte Mail-Korrespondenz heraus. An die US-Steuerbehörde? Ach was, die Anfrage eines Liechtensteiner Treuhänders, der es eigentlich besser wissen müsste, genügte.

Der brauchte Munition gegen den LLB-Kunden, und im Liechtensteiner Beziehungssumpf war die Bank gerne bereit, dem Wunsch eines geschätzten Treuhänders nachzukommen. Bankkundengeheimnis, Datenschutz? Ach, das gilt doch nur von Fall zu Fall.

Was, die Datenschutzbehörde hat der Bank eine klatschende Ohrfeige namens Rüge erteilt? Na und, dagegen wird verstockt Rekurs eingelegt, was für eine Unverschämtheit. Hätte sich ein Beispiel an der Staatsanwaltschaft nehmen sollen. Die schüttelte nur den Kopf, als der Kunde eine Strafanzeige einreichte. Gegen die LLB, hätte der Kunde auch gleich tollkühn den Fürsten selbst anzeigen können …

Das sind ein paar weniger schöne Wahrheiten, während sich die LLB mit ihren Jahresbilanzdaten aufplustert wie ein Pfau. Aber unter dem Gefieder sieht es weniger schön aus.

26. Februar 2025/54 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-25-um-12.56.23.png 518 784 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-26 06:27:452025-02-25 15:56:25Der LLB geht’s gut, ihren Kunden weniger

Wieso sind die Liechtensteiner nicht rot?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Untreuhänder

Nein, damit ist nicht die politische Richtung gemeint. Sondern etwas ganz anderes.

Der Mensch im Allgemeinen hat so etwas wie Anstand. Er kennt auch Moral, hält sich meistens an die Gesetze. Nicht, weil er die Strafe fürchtet, sondern weil sein innerer Kompass ihm das gebietet.

Ausserdem weiss der Geschäftsmensch, dass die Regel «nach Treu und Glauben» ausgezeichnet funktioniert. Wenn man sich daran hält. Treu und Glauben, das ist das Verhalten eines redlichen und anständigen Menschen. Schon im zweiten Artikel des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs heisst es:

«Jedermann hat in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung seiner Pflichten nach Treu und Glauben zu handeln. Der offenbare Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz.“

Theoretisch gilt genau das Gleiche in Liechtenstein.Wer ein anständiger Mensch ist und sich nicht daran hält, bekommt einen roten Kopf. Also sollten alle Liechtensteiner mit roten Köpfen herumlaufen. Halten sich etwa alle nicht an Treu und Glauben?

Natürlich nicht, sogar die überwiegende Mehrheit tut das sicher. Ausser den Vertretern eine bestimmten Zunft. Die Treuhänder und die Untreuhänder. Die wissen nämlich von Anfang an, beim Errichten einer Stiftung, dass sich damit der Stifter seines Vermögens begibt, das er in die Stiftung einfliessen lässt. Sie wissen auch, dass sie damit einen weiteren Sitz in einem Stiftungsrat auf sicher haben, wo es für wenig Arbeit viel Geld gibt.

Sie wissen auch, dass es bei einer Stiftung noch viele weitere Möglichkeiten der Selbstbereicherung gibt. Sie wissen, dass im Ernstfall das gesamte Stiftungsvermögen dekantieren können, also in ein neues, für den Stifter nicht zugängliches Gefäss umgiessen.

Sie wissen schliesslich, dass sie selbst bei strafbaren Handlungen von der fürstlichen Justiz so weit wie irgend möglich geschützt werden. Sie wissen schliesslich, dass sie mit dem absurden Argument «blosser Verdacht einer möglichen Interessenskollision» jeden Stiftungsrat rauskippen können, der gleichzeitig Nutzniesser der Stiftung ist.

Denn es könnte ja sein, dass er in seiner Funktion als Stiftungsrat sich selbst als Begünstigtem einen grösseren Happen zukommen liesse, womit die anderen Begünstigten benachteiligt werden könnten. Aber es braucht dafür gar keinen Beweis, der blosse Schein eines Anscheins genügt bereits.

Das alles weiss der Treuhänder, und verschweigt es seinem potenziellen Neukunden. Dafür müsste er eigentlich den ganzen Tag mit einem roten Kopf herumlaufen. Und die übrigen Liechtensteiner auch, weil sie diesem Treiben, gleich wie Fürscht und Erbprinz, tatenlos zusehen und in Kauf nehmen, dass das mühsam nach den Schwarzgeldbunkern etwas aufgehellte Image Liechtensteins wieder in den Dreck gezogen wird.

Aber, Wunder, oh Wunder, man sieht kaum einen Liechtensteiner, eigentlich sogar gar keinen, der mit einem roten Kopf herumläuft. Und warum das?

Zunächst einmal versuchen all die Liechtensteiner, die an diesen Machenschaften nicht beteiligt sind – das ist die grosse Mehrheit –, zu verdrängen, dass die immer häufiger im Ländle stattfinden und sein Image nachhaltig beschädigen, seine angeblich weisse Weste kräftig bekleckern. So nach der Devise: was ich nicht weiss, macht nicht nicht heiss – oder rot.

Aber wie ist es mit denen, die gegen Treu und Glauben tagtäglich verstossen, wie es mit den Justizorganen, die diese Verstösse tagtäglich zu Gesicht bekommen? Auch die sind nicht rot. Dafür gibt es ebenfalls eine einfache Erklärung. Die Untreuhänder sind schlichtweg völlig skrupellos und wissen nicht einmal, was Treu und Glauben eigentlich ist.

Und die Justitorgane sind dermassen gewohnt, den Kopf in die andere Richtung zu drehen, dass sie schon Nackenstarre haben. Darunter leiden sie ein wenig, aber einen Grund, einen roten Kopf zu kriegen, sehen sie auch überhaupt nicht. Schliesslich geht es doch um den Schutz der Landesinteressen, nicht zuletzt des Fürstenhauses. Das mit seiner eigenen Bank LGT kräftig mitmischt …

Und wieso haben Bankangestellte keinen roten Kopf, wenn es wie bei der LLB passiert, dass die schmählichen Kundenverrat begeht, das Bankgeheimnis über Bord wirft und frischfröhlich die strikt vertraulichen Daten eines Kunden an einen Treuhänder ausliefert, gegen den der Kunde prozessiert und der sich Munition zur Gegenwehr verschaffen will?

Auch ganz einfach: weil sie genauso skrupellos sind wie die Untreuhänder.

Und aus diesen Gründen müssten eigentlich alle Liechtensteiner mit einem roten Kopf herumlaufen, tun das aber nicht.

18. Februar 2025/51 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-17-um-15.24.17.png 362 531 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-18 07:12:542025-02-18 00:24:22Wieso sind die Liechtensteiner nicht rot?

Wie erträgt man das als Liechtensteiner?

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Denn die Mehrheit im Ländle sind doch rechtschaffene Leute …

Früher war es so, dass der Schweizer im Ausland gerne mit den üblichen Klischees konfrontiert wurde: Heidi, Berge, Schoggi – und die Gnomen. Die skrupellosen und gewissenlosen, aber stets korrekt gekleideten Schweizer Banker. Seriös, humorlos, rechtschaffen. Aber gleichzeitig völlig skrupellos in der Annahme von Geldern.

Schwarzgeld, Drogengeld, Diktatorengeld, Geld aus schmutzigen Geschäften, von Kriminellen geraubtes Geld, Juden aus dem Mund gebrochenes Gold, nachdem sie vergast wurden? Ach, nehmen, nicht hinschauen. Gold sieht doch immer aus wie Gold, vor allem, nachdem es eingeschmolzen wurde.

Da galt die alte Regel der US-Army gegenüber schwulen Soldaten: don’t ask, don’t tell. Auch die Überprüfung der Personalien eines neuen Kontoinhabers wurde mit einem flüchtigen Blick auf irgend ein Ausweispapier mit mindestens einem Stempel drauf erledigt.

Für solche, die das Maximum an Diskretion wollten, gab es noch das Nummernkonto. Das war zwar nicht herrenlos, aber den Namen des Besitzers kannte nur ein ganz kleiner Kreis der Bankmitarbeiter. Und immer schützte das Bankgeheimnis alle Schweinereien.

Bundesrat Merz machte sich unsterblich mit der Bemerkung, dass man sich daran die Zähne ausbeissen werde. Stabil wie das Matterhorn, aus Granit wie das Gotthard-Massiv. Und siehe da, als die USA zubissen und mit freundlicher Hilfe der UBS verschwand das Bankgeheimnis klaglos und spurlos. Vorbei die Zeiten, als in fast jedem Bond-Film ein schmierig-beflissener Schweizer Banker auftauchte, der mal gerne eine Überweisung bestätigt haben wollte, und vielen Dank auch.

Es hat Liechtenstein viel Arbeit gekostet, diese Position des letzten Fürstentums zu übernehmen, in dem beispielsweise bei Russengeldern bis heute nicht genau hingeschaut wird. Ist doch Win-win. Der reiche Russe kann sein Geld sicher verstauen, der Liechtensteiner Untreuhänder verdient sich dumm und dämlich, weil sein Kunde kaum öffentlich aufheulen wird, wenn er ihn ausnimmt wie eine Weihnachtsgans.

Notfalls hilft die fürstliche Justiz, die Interessen zu wahren. Des Treuhänders, versteht sich. Ist halt etwas komplizierter geworden als früher, auf die Stiftung wird eine Holding gepfropft, die wiederum wird von einer sich im Unendlichen verlierenden Kette von anderen Konstrukten beherrscht. Wer dem nachgehen wollte, wird um den ganzen Erdball über kleine Inseln im Meer gejagt, bis er aufgibt. Und der Treuhänder wird sicher nicht genau nachfragen. Ausserdem ist er geschützt durchs Anwaltsgeheimnis.

Schönes Spiel, wenn einer immer gewinnt, wie im Casino.

Aber dann diese Medien. Zerren einen bedauerlichen Einzelfall nach dem anderen ans Tageslicht und schütten völlig unverdient böse Worte über das gute Fürstentum. Das seien keine Einzelfälle, sondern systemisch.

Deutschland benützte sogar geklaute Kundendaten aus Liechtenstein, ausgerechnet aus der Fürstenbank LGT. Da wurde damals der Fürscht Hans-Adam II. aber richtig ranzig, das seien ja Methoden, die an die dunkle deutsche Vergangenheit erinnerten. Wo allerdings der Gründer berühmten Werkzeugfabrik Hilti fanatischer Anhänger der braunen Pest war. Das ist auch so eine üble Geschichte, die wirklich nicht immer wieder aufgewärmt werden muss. Schlamm drüber.

Aber: wie empfindet das eigentlich die Mehrheit der aufrecht schaffenden und werkelnden Liechtensteiner? Dass das öffentliche Image des Landes so schwarz ist wie seine Nummernschilder? Wenn er im Ausland darauf angesprochen wird, was für Schweinereien sich eigentlich der Finanzplatz Liechtensteins erlaubt? Wieso da die Justiz nicht durchgreife, die Regierung, der Fürst selbst? Gut, der ist inzwischen entschuldigt, aber es gibt doch den herrschenden Kornprinzen Alois?

Das muss doch wehtun. Selber hat man nicht die Hände in den fremden Geldtöpfen, «ich bin klein, mein Herz ist rein» nützt auch nicht viel als Gegenwehr. Oh, ein Liechtensteiner. Der ist doch nicht nur Fürstenknecht, sondern auch einer, dessen Banken und Treuhänder jede Menge Sauereien machen. Ob er da nicht mal beim Fürsten vorstellig werden könne, der ist doch absolutistischer Herrscher und könnte den Unfug mit einem strengen Blick plus fürstlichem Erlass beenden.

Wenn ihr nicht willig seid, dann gehe ich ins Exil. Hat bei seinemVater doch auch geklappt, als der die Gefahr sah, dass seine Verfassungsreform, die ihm noch mehr Macht gab, vom nicht so untertänigen Stimmvolk hätte abgelehnt werden können. Ging dann aber nochmal gut, nun muss er weiter in seiner Trutzburg ob Vaduz sitzen, statt in einem schönen Palast in Wien. Hat er halt davon.

Mein Name ist Hase, ich weiss von nichts, auch das schützt nicht vor bösen Kritiken oder Blicken. Aber wo ist sie nur, des Volkes Stimme, die sich erhebt und sagt: das muss endlich aufhören, es kann doch nicht sein, dass eine Handvoll Banken und zwei Hände voll Treuhänder unsere Reputation als aufrecht schaffende Werktätige so beschmutzen.

Ja, wo ist sie nur? Oder herrscht doch klammheimliche Komplizenschaft, weil jeder jeden kennt, Nestbeschmutzer gar nicht gerne gesehen werden und irgendwo in der näheren Verwandtschaft mindestens einer in einer Bank oder gar als Treuhänder arbeitet?

14. Februar 2025/43 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-05-um-17.45.52.png 315 622 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-14 06:46:562025-02-05 17:47:07Wie erträgt man das als Liechtensteiner?

Prinz Michael warnt

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An der Konferenz «Vision Bank» forderte er weniger Regulierungen.

Zunächst Ehre, wem Ehre gebührt: Es handelt sich um S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, natürlich von fürstlichem Geblüt, aber halt leider nicht der Fürscht.

Der hält gerne Reden, so zum Beispiel vor zweihundert Bankern an einer von Finanz und Wirtschaft organisierten Konferenz. Zwar wurde sein Auftritt etwas von Sergio Ermotti überstrahlt, obwohl der Prinz doch ein Blaublütler ist. Das hinderte ihn nicht daran, Europa streng zu kritisieren.

Es leide «unter Führungsschwäche, Überregulierung und einer negativen demografischen Entwicklung». Also weg mit diesen störenden Regulierungen ungehemmter Finanzgeschäfte à la Liechtenstein.

Weniger gern spricht der Prinz über die Flops in seinem eigenen Geschäftsleben. Denn es lag wohl nicht an Überregulierung, dass ein Unternehmen, in dem er im Verwaltungsrat sass, einfach hops ging.

Die Identec Group hatte Grosses vor, es ging irgendwie um das «Internet der Dinge», mit dem wieder wahre Gelddruckmaschinen virtuell im Internet aufploppten. Aber schade auch, trotz huldvoller Beteiligung eines echten Prinzen meldete diese Luftnummer Anfang 2024 Konkurs an.

Allerdings gab es schon vor dem Zusammenbruch einige Warnzeichen, die aber huldvoll weggewedelt wurden. Es sollte sogar einmal ein IPO geplant gewesen sein, also ein Börsengang. Der fand dann allerdings nicht statt, genauso wenig wie lukrative Wertschöpfungen.

Nun ist es schon etwas peinlich, wenn jemand so Hochwohlgeborener wie Prinz Michael als Verwaltungsrat auf die Nase fällt, wenn man das in prinzlichen Kreisen überhaupt sagen darf.

Der Prinz war auch lange Zeit im Vorstand der Liechtensteiner Treuhandkammer. Diese Position haben seine Durchlaucht allerdings geräumt. Vielleicht sah er dort ein gewisses Reputationsrisiko, bei all den Skandalen, die die Treuhänder produzieren. Ein Prinz in einer Räuberhöhle, das macht sich schon nicht so gut, bei all den Skandalen, die die Treuhänder so tagaus, tagein produzieren.

Da ist es dann besser, von Ferne zuzuschauen und notfalls die schützende Prinzenhand wegwedeln lassen, was da alles Reputationsschädigendes an Tageslicht gezerrt wird.

Merke: weniger Regulierung fordert nur jemand, der gerne umreguliert, ungeniert seinen Geschäften nachgehen will. Und so weit ist es mit Fürstenhaus heutzutage schon gekommen. Auch Blaublüter müssen einer Arbeit nachgehen, wenn auch nicht sehr erfolgreich.

Das waren noch Zeiten, als die Untertanen Frondienst leisten mussten, während es sich Fürst, Prinz und die ganze blaublütige Bagage gutergehen liess.

12. Februar 2025/35 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-04-um-22.55.07.png 416 754 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-12 07:58:542025-02-04 23:01:24Prinz Michael warnt

Wie man es nicht probieren sollte

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Denn in Liechtenstein gibt es so viel bessere Alternativen.

Das ist die Meldung:

«In der Nacht auf Montag, kurz nach 1.30 Uhr, hat eine unbekannte Täterschaft einen Geldautomaten bei der Raststätte Rheintal Ost an der Autobahn A13 aufgesprengt und ist danach geflüchtet. Ob Bargeld erbeutet wurde, ist bisher unklar.»

Dann kam noch Polizist Wäckerli ins Spiel, also die vereinten Kräfte der Polizeien von St. Gallen, des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit und der Landespolizei Liechtenstein. Aber oh je, sie sichteten zwar das Fluchtfahrzeug kurz, aber dann flüchteten die Räuber in den angrenzen Wald. «Dort gelang der Täterschaft trotz zusätzlichem Aufgebot von Drohnen und einem Polizeihund die Flucht.»

Blöd aber auch. Allerdings in erster Linie von der «Täterschaft». Denn was ist denn das, einen Bankomaten aufsprengen, mühsam seinen Inhalt bergen, dann halsbrecherische Flucht, fast erwischt worden. Körperlich sehr anstrengend, hohes Risiko, kaum Ertrag.

Das geht doch auch anders.

Ein richtiger Raubzug beginnt im Büro eines der vielen Liechtensteiner Untreuhänder. Wo es warm und angenehm ist. Hier beginnt das Verbrechen mit dem harmlosen Satz: «Sie möchten also hier in Liechtenstein eine Stiftung errichten.» Und schon nimmt das Unheil seinen Lauf.

Denn was dem edlen Stifter meist nicht bewusst ist: eine solche Stiftung ist eine eigene Rechtspersönlichkeit, er begibt sich damit der Kontrolle über alles Geld, das er in die Stiftung schüttet. Er ist nicht mehr länger Besitzer davon, höchstens noch der Begünstigte. Das mag zwar steuerliche Vorteile haben (und so kann der Stifter von ihm unerwünschte Profiteure wie seine von ihm gehasste Ehefrau und dieser ungeratene Bengel von seinem Geld fernhalten und es anderweitig zueignen. Beispielsweise seiner Geliebten – oder sich selbst).

Aber: er ist nicht mehr Herr seines Geldes. Das verwaltet nun der Stiftungsrat, und Zufall aber auch, in den nimmt obligatorisch mindestens ein Liechtensteiner Treuhänder Einsitz. Normalerweise der, der die Stiftung auch errichtet hat.

Statt nun einen Geldautomaten zu sprengen – hoher Aufwand, hohes Risiko, kleiner Ertrag –, macht der Treuhänder etwas ganz anderes, um an ihm nicht zustehendes Geld zu gelangen. Er beginnt, ungeniert in die Geldtöpfe zu greifen und stellt absurd hohe Honorarnoten her. Umfangreiches Aktenstudium, umsichtige Verwaltung, unzählige Sitzungen, Abklärung gewichtiger, aber völlig unnützer Fragestellungen, und dann noch die Steuererklärung, schweisstreibende Sache. Und schon hat der Untreuhänder ein Vielfaches des Profits erzielt, den die Sprengung eines Bankomaten erwirtschaften könnte.

Kommt ihm der Stifter frech, dann wird einfach dekantiert. Das Geld ist immer noch da, aber woanders. Selber schuld, hätte halt nicht rummosern sollen und freche Dinge zum Untreuhänder sagen, das hat er nun davon.

Und wenn der Stifter richtig ranzig wird und was von Rechtsweg murmelt, dann besorgt sich der Untreuhänder auf dem kurzen Amtsweg, denn jeder kennt jeden im Finanzsumpf Liechtenstein, an die angeblich strikt vertraulichen Kundendaten des Stifters bei der Bank heran. Im besten Fall findet er was, womit er dem Stifter das freche Maul stopfen kann. Beispielsweise die Liechtensteiner Landesbank (LLB) macht bei einem solchen Kundenverrat willig mit und will partout nicht einsehen, was daran illegal sein könnte.

Und dann kommt erst das Beste. Die Räuber eines Bankomaten werden von der Polizei verfolgt und wenn sie Pech haben, auch geschnappt. Da wird mit Lalülala hinterhergejagt, Drohnen und Polizeihunde eingesetzt. Im Fall des Kundenverrats legt die Staatsanwaltschaft Liechtensteins die Füsse auf den Tisch und sagt nach einer Strafanzeige: «eingestellt». Warum? Darum.

Und so kann der Untreuhänder in aller Ruhe das erbeutete Geld zählen und vielleicht sogar am Abend unter Kollegen mit seinem neusten Raubzug angeben. Während die Bankomaträuber auf der Flucht sind und vielleicht sogar noch dingfest gemacht werden.

Hätten halt besser Brecht gelesen: «Was ist schon der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank.»

10. Februar 2025/33 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-04-um-22.04.13.png 185 628 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-10 06:34:102025-02-04 22:34:43Wie man es nicht probieren sollte

Mafiöse Strukturen

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Untreuhänder

Was unterscheidet die Methoden des Finanzplatzes Liechtenstein von der Mafia?

Bei genauerer Betrachtung: nicht viel. Im Gegenteil, die Ähnlichkeiten sind frappant, wenn man genauer hinschaut.

  1. Deckel drauf
    Seit dem Zusammenbruch des Stiftungswesens als Schwarzgeldbunker, also seit rund 20 Jahren, gibt es signifikant mehr Skandale, als in Erinnerung sind. Verweilen, zukleistern, schönreden. Genau wie die «ehrenwerte Gesellschaft», die keine ist, aber die Omertà pflegt, das Schweigeglöbnis aller Beteiligten.
  2. Säubern
    Auch die Mafia arbeitet mit modernen Methoden. Das Internet wird monitoriert und sorgfältig von unangenehmen Nachrichten gesäubert. Man suche mal Stefan Wenaweser, Norbert Seeger oder wie all die Gesetzesbrecher heissen. Man findet nur wunderbare Einträge, staatstragend, seriös.
  3. Einzelfälle
    Sollte kurzzeitig doch mal etwas aufploppen, dann Augen zu und durch. Solange wie möglich ableugnen, auf der Unschuldsvermutung bestehen und schliesslich von einem weiteren «bedauerlichen Einzelfall» sprechen, der überhaupt nicht dazu dienen könne, die stockseriöse Treuhänderzunft in den Schmutz zu ziehen.
  4. Top down
    Wie in der Mafia sind in Liechtenstein die Entscheidungswege kurz und klar strukturiert. Streng hierarchisch, von oben nach unten. Oben wird entschieden, unten wir klaglos ausgeführt. Auch Staatsanwälte und Richter holen Instruktionen ein, bevor sie handeln – oder eben nicht.
  5. Bedrohung
    Es wird mit Einschüchterung und Drohung gearbeitet, sollte es jemand wagen, sich zu wehren. Will ein Begünstigter einer Stiftung sich gegen seine illegale Absetzung als Stiftungsrat wehren, wird ihm mit dem Entzug der Begünstigung gedroht – und das auch umgesetzt, hält er nicht endlich still.
  6. Macht der Maschine
    Bevor es richtig haarig wird, kommt Zermürbungstaktik zum Einsatz. Ausufernde Zivilverfahren über Jahre hinweg, trotz angeblich eindeutiger Rechtslage. Begleitet von ausufernden Strafanzeigen gegen Aufmüpfige, damit sie Zeit und viel Geld aufwenden müssen. Motto: sieh’s ein und gibt auf.
  7. Geldvernichtung
    So wie ein Liechtensteiner Treuhänder obligatorisch Einsitz in den Stiftungsrat nimmt, muss jeder einen Liechtensteiner Anwalt finden, der ihn vertritt. Und der kassiert ab, wenn sich überhaupt jemand bereit erklärt, wenigstens zum Schein gegen seine Kollegen vorzugehen. Hat der Betroffene sein Geld für ihn unerreichbar in der Stiftung gelagert, geht ihm dann mal der Schnauf aus.
  8. Säuhäfeli, Säudeckeli
    Alles ist verfilzt, verwandt, verschwägert im Ländle. Mitglieder der Justizorgane, der Regierung, Treuhänder, Anwälte, Staatsanwälte, Politiker. Einfluss wird genutzt, Gefälligkeiten eingefordert, kurze Amtswege genutzt, «wir sind wir und uns kann keiner». Eine ehrenwerte Gesellschaft halt, ausserhalb des Rechtsstaats.
  9. Loyalität
    Die «Familie» hält zusammen gegen freche Eindringlinge von aussen. Als Fassade ist das eine saubere, anständige und seriöse Familie. Dahinter klaffen Abgründe, Verrat in der Familie wird streng bestraft, der Verräter wird von den Geldtöpfen vertrieben, stigmatisiert, ausgegrenzt, bedroht.
  10. Tarnung
    Solange wie möglich wird der Anschein erweckt, dass hier alles mit rechten Dingen zu und her ginge. Wird dekantiert, werden absurde Honorare in Rechnung gestellt, geht ein Aktenstück durch die Hände von unzähligen Mitarbeitern, die fünf Minuten draufschauen und zwei Stunden in Rechnung stellen, werden feuchtfröhliche Anlässe mit erlesenen Speisen und Weinen zu Geschäftsessen umfirmiert – und meckert da einer, schaut hinter diesen Vorhang von Geheimhaltung, rollt die geballte Kraft des Clans über ihn.

Was in Liechtenstein «Standard Operating Procedures» sind, eingespielt und routiniert angewendet, könnte aus dem Handbuch der Mafia stammen. Nein, die könnten noch einiges von den Liechtensteinern lernen.

Eine weitere verblüffende Ähnlichkeit: die Mafia bietet Schutz gegen eine Bedrohung, die sie selber darstellt. Liechtenstein auch.

8. Februar 2025/45 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-04-um-10.08.37.png 447 799 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-08 06:47:492025-02-04 22:01:28Mafiöse Strukturen

Ausgespielt

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Untreuhänder

Ende Gelände für das LV Casino in Balzers.

Die Spielhölle hat Konkurs erklärt und will sich geordnet abwickeln. Was immer das auch in Liechtenstein bedeuten mag. Das ist einfach ein normaler geschäftlicher Vorgang; verspekuliert, zu wenig Einnahmen, zu viel Ausgaben. Das Casino Schönwald behauptet zwar, es sei – was denn sonst – gut aufgestellt, müsse aber seine Sponsoringverträge überdenken.

Aber he, wir sind hier in Liechtenstein. Denn was beide Casinos nur so nebenbei erwähnen: den drastischen Rückgang der Casino-Umsätze um bis zu 85 Prozent. Oh, sind die Leute des Glücksspiels müde, haben sie endlich geschnallt, dass die Bank immer gewinnt? Dass die Chance, selbst zu gewinnen, deutlich unter 50 Prozent liegt? Dass der Satz «da kann man auch gleich ins Casino gehen», eben doch seine Bewandtnis hat?

Nein, keiner dieser Gründe trifft zu. Es gibt einen anderen, typisch Ländle halt. Der dramatische Rückgang liegt darin begründet, dass Liechtenstein endlich einem Austausch mit der Schweiz zugestimmt hat. Einem Austausch der Listen der Spielsüchtigen, denen der Eintritt verboten ist.

Natürlich wehrte sich Liechtenstein mit den üblichen schummrigen Begründungen so lange wie möglich dagegen. Nach der schönen Devise:

«Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.»

Nun ist’s passiert, und es traf genau das ein, was die Liechtensteiner Casinos befürchtet hatten – drastischer Umsatzrückgang.

Das bedeutet ja nichts anderes, als dass Liechtenstein die Zuflucht für viele war, die andernorts ihrer Spielsucht nicht frönen konnten. Und hier gnadenlos ausgenommen wurden.

Zu ihrer Verteidigung können die Casinos anführen, dass sie schliesslich nichts anderes taten als was auf dem Finanzplatz weiterhin Gang und Gebe ist. Nach dem dramatischen Rückgang der Anzahl der Stiftungen, seitdem das Ländle dem Allgemeinen Informationsaustausch beigetreten ist, hatte dramatische Folgen für die Liechtensteiner Treuhänderzunft. Als das noch Schwarzgeldbunker waren, verdienten die ihr Geld im Schlaf. Stiftung errichten, Textbausteine aus dem Computer ziehen, ein paar neue Namen einsetzen, Bankverbindung eröffnen – und im Stiftungsrat Einsitz nehmen. 5000 Franken hier, 5000 Franken da, Unterhalt, Steuererklärung, Administration, jährlich weitere 10’000 Franken oder mehr.

Bei 100 Stiftungen auf einen Treuhänder (und das ist unterer Durchschnitt) läpperte sich so jährlich eine runde Million zusammen. Gegenleistung allerhöchstens ein paar Arbeitsstunden. Plus etwas Reputationsmanagement. Mal einen Kunden empfangen, Kaffee servieren lassen, beruhigende Geräusche machen, alles in Ordnung, erfreuliche Entwicklung der Anlagen trotz garstigem Marktumfeld, vielleicht ein paar kleine, aber vorübergehende Rückschläge, bis zum nächsten Mal. Der Treuhänder atmete auf: den Trottel bin ich wieder los.

Wollte der Untreuhänder Extraeinkünfte, dekantierte er die Stiftung in ein anderes Gefäss und machte ein besorgtes Gesicht, wenn der Begünstigte Geld abheben wollte. Da ist nix mehr da. Ach, und was passiert ist? Schon mal was vom Anwaltsgeheimnis gehört? Falls Ihnen das nicht passt, wenden Sie sich doch an die Rechtspflege. Die wird Ihnen zwar was husten, aber wenigstens haben Sie zu tun.

Vorbei, verweht, nie wieder.

Also mussten neue Einkommensquellen her, und was bot sich da mehr an als Kunden, die man in der Schweiz wegen des Sanktionsrisikos nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würde. Russengeld? Nun ja, da ist dann besondere Diskretion gefragt, kostet etwas mehr, aber dafür sind wir kulant. Und überweisen Sie das Geld bitte nicht direkt von einer Russenbank; wir zeigen Ihnen, welche Wege besser und diskreter sind. Kostet natürlich extra. Aber dafür ist Ihre Kohle auch sicher bei uns im Ländle.

Und unsere Die Diligence hat ergeben, dass es keine Hinweise auf Terrorfinanzierung, Geldwäsche oder Sanktionsprobleme gibt. Was man halt so findet, wenn man fünf Minuten googelt. Das Schönste daran: diese Kunden werden sicherlich kein öffentliches Geschrei machen, wenn ihr Geld unter dramatischer Schwindsucht leidet.

Glücklicherweise haben die Liechtensteiner gerade einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs, der das Gemecker der USA gegen Liechtenstein furchtbar blöd und ungerecht findet. Öffentlich  echauffierte sich Ernst Walch von der dem Fürstenhaus nahestehenden FBP öffentlich darüber, dass doch tatsächlich Liechtensteiner Treuhänder und Treuhandgesellschaften auch auf die Sanktionsliste des Ofac gekommen sind. Ungerechtigkeit, muss dringlich rückgängig gemacht werden. Sonst wird der Fürscht aber richtig böse, und der ist reicher als der US-Präsident Donald Trump.

Die neue Devise ist: kann man nicht mal in Ruhe diejenigen ausnehmen, die sonst niemand mehr nimmt? Ist doch besser, wenn deren Geld nicht in die Schatullen des US-Schatzamts wandert, sondern in die Taschen von Liechtensteiner Untreuhändern und Banken.

5. Februar 2025/55 Kommentare/von Treuhänder
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