Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
  • Untreuhänder
  • Q&A
  • Dokumente
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Stiftungen

Liechentstein fürchtet AMLA

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

EU-Behörde gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung.

AMLA ist die Abkürzung für „Anti Money Laundering Authority“. Sie ist eine EU-Institution mit Sitz in Frankfurt.

Sie wurde 2024 gegründet und übernimmt die grenzüberschreitende Aufsicht im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Insebsondere soll sie die Verwendung von Krypotwährungen überwachen.

Was hat das mit dem Fürstentum zu tun?

Sehr viel.

Zunächst ist Liechtenstein zwar nicht Mitglied der EU, aber seit 1995 Mitglied im EWR. Daher nimmt das Ländle an vielen solcher Regelwerken teil und hat bereits angekündigt, die entsprechenden Regelwerke der AMLA zu übernehmen – bis 2027.

Das ist schön. Allerdings ist doch die Frage, ob das nicht schöner Schein ist. Eine Fassade vor einer Räuberhöhle, einem Unrechtsstaat.

Denn schon im hässlichen Steuerstreit, der zur Explosion von Tausenden als Stiftungen getarnten Schwarzgeldbunkern führte, trat Liechtenstein dem AIA bei. Dem automatischen Informationsausstausch mit dem Fiskus des jeweiligen Landes, in dem ein Kontobesitzer im Ländle seinen Steuersitz hat.

Dennoch geht das Verstauen von Schwarzgeld, von Geldern zweifelhafter Herkunft, ja von sanktionierten Russengeldern fröhlich weiter.

Beweis ist, dass letzthin plötzlich 475 Trusts herrenlos wurden. Ihre verwaltenden Treuhänder hatten die Flucht ergriffen – Schiss, dass sie wie einige Kollegen auch auf die Sanktionsliste der US-Behörde OFAC geraten.

Auch die Antikorruptionsbehörde GRECO des Europarats – Liechtenstein ist Mitglied – versucht seit Jahren vergeblich, das Ländle zu Massnahmen gegen Korruption zu bewegen.

Oder den Fürsten dazu, ein Scheibchen seiner absolutistischen Macht abzugeben. So kann er ohne weiteres ein Strafverfahren einstellen lassen.

Und trifft sich regelmässig mit der Regierung zu Geheimbegegnungen, in denen Befehlsausgabe stattfindet.

Zudem reissen die Skandale um ungetreue Teuhänder nicht ab, die die Besitzer und Begünstigten von Stiftungen enteignen und sich die Vermögenswerte aneignen.

Also ist die Hoffnung nicht allzu gross, dass AMLA im Ländle etwas bewirken wird.

Aber die Chancen steigen, dass weder die EU noch die USA diesem Treiben noch lange zuschauen.

Dann ist fertig mit liechtensteinern und „Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner“.

3. Juli 2025/22 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-05-13-um-23.52.31.png 503 958 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-03 10:09:532025-07-03 10:09:53Liechentstein fürchtet AMLA

Zahlen, bitte

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Auf welchen Geldbergen sitzt eigentlich Liechtenstein?

Fangen wir mit kleineren Zahlen an. Die 92 in Liechtenstein zugelassenen Vermögensverwaltungsgesellschaften horten rund 55 Milliarden Franken. Das sind immerhin rund 600 Millionen pro Bude. Wenn man annimmt, das sich jede so 5 Prozent davon abschneidet (Verwaltungsgebühren, Kick-backs. Retrozessionen, Eigengeschäfte), dann kassiert jede schon mal 30 Millionen.

Da lohnt es sich, jeden Kunden zu bewirten und mit einem dankbaren Händedruck zu verabschieden. Und auf den Stockzähnen zu grinsen, während man einer Milchkuh zum Abschied freundlich nachwinkt.

Aber das kann der Fürst natürlich besser. Seine fürstliche LGT verwaltet Kundenvermögen von rund 290 Milliarden Franken. Aber auch er tut’s natürlich nicht für Gotteslohn. Nur bei seinen eigenen Milliarden ist er sicherlich huldvoll gnädig, wenn es um die Kosten geht. Dafür gibt es auch bei ihm eine ganze Herde Milchkühe, die sich fröhlich melken lassen.

Auch die Liechtensteinische Landesbank, die ihm offiziell zur Hälfte, faktisch via Staat gänzlich gehört, bringt es noch auf 106 Milliarden, die VP Bank folgt mit etwas über 50 Milliarden.

Ach ja, und dann gibt es noch Fonds, die immerhin weitere 55 Milliarden verwalten.

Das sind schon mal alles in allem über eine halbe Billion. Nicht schlecht für das kleine Ländle.

Dazu kommt noch eine riesengrosse Dunkelkammer, sonst wäre es ja nicht Liechtenstein. Nämlich alle Stiftungen. Von den insgesamt rund 7600 sind lediglich 1774 im Handelsregister aufgeführt und müssen minimalen Offenlegungspflichten genügen. Der grosse Rest ist nicht eingetragen.

Aber immerhin weiss man diese Zahl. Die seit den glorreichen Zeiten Herbert Batliners, dem Erfinder des Schwarzgeldbunkers, dramatisch geschrumpft ist. Denn so wie er in Schimpf und Schande endete, explodierte dieses Geschäftsmodell im Steuerstreit.

Natürlich gibt es noch viele Milliarden Schwarzgeld in Liechtenstein. Einfach nicht mehr vom deutschen Zahnarzt, sondern von reichen Russen.

Ein Segen für die etwas über 130 Treuhänder und die vielen Untreuhänder unter ihnen. Denn sonst könnten sie sich liebgewonnene Hobby wie beispielsweise die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt, gar nicht mehr leisten.

Allerdings hört hier die Auskunftsfreude der Liechtensteiner abrupt auf. Es gibt schlichtweg keine Angabe, wie viele Milliarden eigentlich in diesen Stiftungen verstaut sind. Nicht mal Schätzungen, einfach nichts. Nada. Nitschewo.

Klar ist höchstens, dass ein Liechtensteiner Treuhänder ungern unter einer Million im Jahr verdient. Man hat halt so seine Unkosten, nicht wahr.

Gerne auch mehr, dafür gibt es dann das Dekantieren, also das Umgiessen des Stiftungsvermögens in ein eigenes Gefäss. Und noch viele weitere clevere Tricks der Selbstbereicherung.

Immer unter gütiger Mithilfe der fürstlichen Justiz, die jedem rechtsstaatlichen Prinzip ins Gesicht lacht.

Denn hier ist Diskretion und Verschwiegenheit oberstes Prinzip. Natürlich auch dem Stifter und seinen Begünstigten gegenüber, wenn’s sein muss. Und das muss schnell mal sein, wenn die freche Fragen über überhöhte Honorare und Gebühren bei niedrigem Ertrag stellen.

Die «mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner»-Schlawiner sind schon clevre Kerlchen. Niemand weiss, wie gross eigentlich die Geldtöpfe sind, in die sie ihre gierigen Finger stecken.

Also weiss auch niemand, wie viel sie sich von einer unbekannten Milliardensumme abgreifen. Und welcher russische Oligarch würde es schon wagen, öffentlich oder vor Gericht aufzujaulen, wenn man ihn bis auf eine Flasche Wodka in der Hand abgezockt und ausgeplündert hat.

Alleine was deren Vermögenswerte in Liechtenstein betrifft, geht man von bis zu 80 Milliarden Dollar aus. Aber auch das ist nur eine grobe Schätzung.

Die einzige Gefahr, die diesen Hütern der unbekannten Schätze droht, geht von der US-Behörde Ofac aus. Die hat doch tatsächlich schon mehr als ein Dutzend Treuhänder oder -buden auf ihre Liste sanktionierter Personen wegen Verstosses gegen US-Sanktionen gesetzt. Was sogar der unterlegende Kandidat fürs Regierungspräsidium unerhört fand.

Ist ja auch eine Frechheit, Licht in diese Dunkelkammer in einer Räuberhöhle scheinen zu lassen. Dafür ist die Schatzkammer noch zu gut beschützt.

14. Mai 2025/48 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-05-13-um-23.52.31.png 503 958 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-05-14 07:06:072025-05-13 23:53:20Zahlen, bitte

Der Treuhänder hat’s schwer

Allgemein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder

Man muss ihn auch mal richtig verstehen. Dann bekommt man Mitleid mit ihm. Fast.

Sehen wir die Sache doch einmal aus der Perspektive des Liechtensteiner Treuhänders. Der kann nunmal nicht viel mehr, als Stiftungen oder Trusts zu errichten. Alles andere, was er im Studium noch gelernt hat, hat er inzwischen längst vergessen.

Mit dieser Tätigkeit muss er das Lebensnotwendige für sich und für die Seinen erwirtschaften. Also beispielsweise eine Rolls-Royce-Sammlung oder den Unterhalt für ein uneheliches Kind. Oder für die Geliebte, die manchmal so exorbitante Forderungen stellt, dass ein armer Treuhänder auch mal in die Geldtöpfe seiner Kunden griff.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Anzahl Treuhänder im Ländle ziemlich konstant ist, die Anzahl Stiftungen aber dramatisch zurückgegangen ist. Nur noch 7600 sind von einstmals stolzen 50’000 übriggeblieben. Der grausame deutsche Fiskus hat dem Businessmodell Schwarzgeldbunker den Garaus gemacht. Das noch ausgerechnet damit, dass ein ungetreuer Mitarbeiter der Fürstenbank LGT den deutschen Behörden die Kontodaten von Steuerhinterziehern verkaufte.

Nach diesem schweren Schicksalsschlag müssen also die Treuhänder aus einem Bruchteil von Stiftungen das gleiche Einkommen herausmelken. Das ist gar nicht so einfach.

Wer früher 100 Stiftungen betreute, kochte aus jeder jährlich mindestens 10’000 Franken ab. Damit kam er auf ein hübsches Einkommen von einer runden Million. Zeitaufwand, intellektuelle Leistung: kaum messbar.

Aber wie soll er das mit vielleicht zehn oder zwölf Stiftungen schaffen? Oder mit nur zwei oder drei? Da muss er halt schon zu anderen Mitteln greifen.

Denn bei einer Stiftung gibt es für den Treuhänder zwei störende Elemente: den Stifter und den oder die Begünstigten. Die machen dem Treuhänder das Leben schwer. Denn der Stifter will doch einen genau definierten Zweck mit der Stiftung verfolgen, und die Begünstigten wollen doch tatsächlich durch die Stiftung begünstigt werden.

Und wo bleibt da der Treuhänder? Greift er etwas zu nassforsch ins Stiftungsvermögen, in dem er unverschämte Honorarnoten einreicht, kommen doch tatsächlich Begünstigte auf die Idee, in den Stiftungsrat einzutreten, um solches ungebührliches Verhalten zu kontrollieren.

Da geht nicht mal mehr dekantieren. Aber auch da gibt es Abhilfe, denn die fürstliche Justiz ist der Freund jedes Treuhänders. Die bietet willig Hand, um störende Begünstigte wegen eines angeblichen «blossen Anscheins eines möglichen Interessenkonflikts» aus dem Stiftungsrat zu kübeln. Was das genau sein soll, weiss nicht einmal der Fürst, und der weiss doch sonst alles.

Wehrt sich der Begünstigte frecherweise gegen seinen Rausschmiss, dann kriegt er auch noch die Begünstigung entzogen, und endlich herrscht Ruhe im Laden.

Endlich kann der Treuhänder wieder dafür sorgen, dass sein Jahreseinkommen auf der gleichen Höhe wie in den guten, alten Zeiten sprudelt. Denn nun kann ihm keiner mehr reinreden, wenn er sich beispielsweise ein Monatshonorar von 75’000 Franken gönnt. Pro Nase, versteht sich. Spesen extra. Damit wäre er dann wieder bei der gewohnten Million.

Und ein Leben mit weniger Geld kann sich ein Liechtensteiner Treuhänder nur schwer vorstellen.

2. Mai 2025/48 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/10/Bildschirmfoto-2024-10-30-um-14.02.57.png 523 814 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-05-02 07:05:202025-04-30 22:06:43Der Treuhänder hat’s schwer

Mehr Kontrolle für Treuhänder

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Liechtenstein bastelt mal wieder ein nutzloses Gesetz.

Die Sache kommt pompös daher: «Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom 15. April 2025 den Bericht und Antrag zur Optimierung des Trustrechts verabschiedet.»

Da erhebt sich zunächst einmal die Frage, was denn da überhaupt noch optimiert werden muss. Es läuft doch eigentlich alles optimal. Für die Treuhänder und vor allem für die Untreuhänder. Die können schalten und walten, wie sie wollen. Sowohl in Trusts wie auch in Stiftungen.

Sollte das jemandem nicht passen, zum Beispiel dem Treugeber oder Stifter, oder aber einem Begünstigten, dann wird der Frechdachs einfach rausgekübelt, ihm wird jegliches Informations- oder gar Kontrollrecht entzogen, und schon ist das Problem gelöst. Für die liechtensteinischen Treuhänder in ihrer Räuberhöhle, genannt Fürstentum.

Nun soll eine Gesetzesvorlage «eine wirksame und durchgehende Überwachung der Verwaltungstätigkeit des Treuhänders  bei Treuhänderschaften (Trusts) sicherstellen und mögliche Kontrolldefizite ausschliessen».

Ach was, könnte es denn tatsächlich solche Kontrolldefizite geben? Das Gesetz sehe nun «die zwingende Bestimmung von mindestens einem sogenannten Informationsberechtigten vor, der von Gesetzes wegen über umfassende Informations- und Auskunftsrechte verfügt. Um der privatautonomen Gestaltung des Treugebers weiterhin den Vorzug einzuräumen, soll es der Entscheidung des Treugebers überlassen werden, wem diese Rechte eingeräumt werden».

Das werden die Treuhänder und vor allem die Untreuhänder gar nicht gerne lesen. Aber es kommt noch viel schlimmer für sie:

«Zudem sollen neu neben dem Treuhänder auch dem Treugeber und dem Informationsberechtigten sowohl Antragsbefugnis als auch Parteistellung im gerichtlichen Aufsichtsverfahren zukommen».

Um das richtig zu verstehen, muss man es nur am aktuellen Zustand spiegeln. Da ist es so, dass nur der Treuhänder selbst Anträge stellen kann und auch Partei in einem Aufsichtsverfahren sein kann.

Der Treugeber oder der Stifter hingegen haben dieses Recht bislang nicht. Und sie können auch keinen Informationsberechtigten ernennen. Muss man sich mal vorstellen, kann man aber kaum.

Die einzige Erklärung dafür: das ist halt Liechtenstein. Das ist halt die Räuberhöhle Liechtenstein, wo keine rechtsstaatlichen Grundsätze herrschen, sondern fürstliche Gerichte alles so hinbiegen, wie es den Treuhändern – und vor allem den Untreuhändern – in den Kram passt.

Denn wo käme man denn da hin. Ist es ihnen, mit gütiger Hilfe der fürstlichen Gerichte, erst mal gelungen, alle ihr Geldscheffeln störenden Elemente aus einer Stiftung zu entfernen, gäbe es da immer noch einen Informationsberechtigten, der ihnen so blöde Details wie Honorarrechnungen, Spesenrechnungen, das Einstecken von Kick backs und Retrozessionen, den Missbrauch von Stiftungsgeldern zum eigenen Nutzen um die Ohren schlagen könnte.

Schlimmer noch, er könnte dann sogar Anträge stellen und eine Parteistellung im Verfahren besitzen – also über alles, was in einem solchen Verfahren ans Licht kommt, informiert werden.

Das sind natürlich alles Entwicklungen, gegen die die Treuhandkammer und andere Lobbyorganisationen in Liechtenstein vor und hinter den Kulissen mit aller Kraft vorgehen werden.

Nur jemand, der einem Liechtensteiner Treuhänder vertraut, kann so naiv sein anzunehmen, dass diese Gesetzesnovelle so in Rechtskraft erwachsen wird.

Bevor das geschieht, sind ihr alle Zähne gezogen worden, wird sie so weichgespült und in heisse Luft verwandelt, dass die Treuhänder – und vor allem die Untreuhänder – wie gewohnt ihren lichtscheuen Geschäften nachgehen können. Wohlwollend begleitet von der fürstlichen Justiz. Wie es halt Brauch ist im mittelalterlichen Absolutismus im Herzen Europas.

29. April 2025/36 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-27-um-18.45.18.png 743 996 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-29 06:16:422025-04-28 21:41:06Mehr Kontrolle für Treuhänder

Liechtenstein hat Schwein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Kleine Verbrechen verschwinden hinter grösseren.

Alle Welt redet von der irrwitzigen Zoll-Orgie, die der US-Präsident Donald Trump veranstaltet. Über 100 Prozent Aufschlag auf alle in die USA importierten Produkte aus China, das Reich der Mitte schlägt mit über 80 Prozent Zoll auf alle US-Produkte zurück.

Und Liechtenstein wird mit 37 Prozent Zusatzzöllen bestraft. Mehr als die Schweiz mit «nur» 31 Prozent.

Wieso denn das? Nun, das Handelsdefizit, der absurde Massstab für die Höhe der Zölle, ist im Fall Liechtensteins tatsächlich höher als bei der Schweiz.

Aber es ist doch zu vermuten, dass es noch einen zweiten Grund gibt, wieso Trump das Ländle so harsch bestraft.

Der hat damit zu tun, dass hinter grossem Wahnsinn kleine Verbrechen verschwinden. Aber nicht vergessen gehen. Denn neben den Zöllen, dem Ukrainekrieg, dem Erdbeben in Myanmar und dem Gemetzel im Sudan und in Somalia sollte nicht vergessen gehen, dass das Ländle für einen hübschen Teil an krummen Finanzgeschäften verantwortlich ist.

Nicht nur, dass Untreuhänder immer wieder arglose Stifter und Begünstigte von Stiftungen abzocken. Nicht nur, dass die Fürstenjustiz dieses zum Himmel schreiende Unrecht regelmässig deckt. Nicht nur, dass der allmächtige herrschende Kronprinz Alois gnädig wegschaut, obwohl er es in der Hand hätte, diesen Schweinereien per sofort ein Ende zu bereiten.

Nicht nur, dass Liechtenstein mit seiner braunen Vergangenheit genauso Mühe hat wie mit seiner kriminellen Gegenwart.

Nein, es gibt schon einen Grund, wieso das Ländle den besonderen Zorn der US-Administration auf sich gezogen hat. Die Wurzel des Übels liegt in reiner Geldgier.

Denn als das Liechtensteiner Stiftungswesen als ideales Konstrukt für Schwarzgeldbunker in die Luft flog und der Automatische Informationsaustausch (AIA) solchen einfachen Verstecken den Garaus machte, suchten die Liechtensteiner Treuhänder und Unterhändler verzweifelt nach einem Ersatz für diese einstmals sprudelnde Geldquelle.

Und fanden ihn. Allerdings auf einem heiklen Gebiet. Liechtenstein wurde die erste Adresse (und viel sicherer als Zypern oder Malta) für das Verstauen von russischen Oligarchengeldern. Denn schlauere russische Reiche wissen, dass die Huld Putins schnell und ohne Ankündigung erlöschen kann. Und da ist es dann gut, nicht nur Leib und Leben in Sicherheit zu bringen, sondern auch genügend Geld vorrätig zu haben, das ausserhalb des Zugriffs des russischen Autokraten liegt.

Also stockten die Liechtensteiner Treuhänder ihre Wodkavorräte auf, machten sich bei den Kaviarsorten schlau und bastelten schöne Holdingstrukturen mit Ausflügen auf kleine Inseln in grossen Meeren, um solche Russengelder vermeintlich bombensicher zu verstecken.

Natürlich, das geschah schon lange bevor Präsident Putin beschloss, dass er in einer kurzen militärischen Spezialoperation die Ukraine vom Faschismus befreien müsse.

Aber auch danach siegte Gier über Hirn in Liechtenstein, und die Beherbergung von Russengeldern ging fröhlich weiter, es gab natürlich plötzlich viel mehr Nachfrage.

Dass das den USA nicht verborgen bleiben konnte, da ist der Liechtensteiner Treuhänder abgebrüht und sagt sich: mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner.

Das sehen die USA aber entschieden anders. Ihre Kontrollbehörde Ofac, die ungefähr so mächtig ist wie die Inquisition im Mittelalter, hat Liechtenstein ins Visier genommen und bereits diverse Treuhänder und Treuhandbuden auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

Weil die Beihilfe zum Verstecken von Russengeldern geleistet haben sollen, damit gegen die Sanktionen gegen Russland verstossen hätten.

Und was macht Liechtenstein, ich bin klein, mein Herz ist rein? Nichts.

Auch hier erhebt sich die Frage: wieso schaut Erbprinz Alois zu, wie ein eine Handvoll Untreuhänder das ganze Ländle ins Elend stürzen will?

10. April 2025/24 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/04/Bildschirmfoto-2025-04-09-um-21.40.42.png 1146 1896 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-10 06:16:322025-04-09 21:44:05Liechtenstein hat Schwein

Man muss schweigen können

Allgemein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Das Geschäftsprinzip in der Liechtensteiner Räuberhöhle.

Sauereien, Schweinereien, bestohlene Inhaber und Begünstigte von Stiftungen, Banken-Skandale, Russengelder. Schweigen ist Gold im Ländle, wer aufmuckt, wird an seinen Platz verwiesen. Schliesslich kennt fast jeder jeden, ist vernetzt, verbandelt, verpflichtet, abhängig.

Jeder weiss über den anderen Dinge, die der auf keinen Fall in der Öffentlichkeit sehen möchte. Ein Treuhänder hat ein uneheliches Kind mit einer Richterin, mein Gott, das Fleisch ist schwach. Solange der Wille zum Geldscheffeln stark ist, ist doch alles in Ordnung.

Und dann die grossen, braunen Flecke. Das erinnere ihn an dunkle Zeiten in Deutschland, polterte Fürst Hans-Adam II, als der deutsche Fiskus mit einer aus der fürstlichen Bank LGT gestohlenen Kundendatensammlung die Schwarzgeldbunker in die Luft sprengte.

Stattdessen hätte er sich doch an dunkle Zeiten erinnern können, als der Renommier-Unternehmer der heute noch weltweit tätigen Werkzeugschmiede Hilti ein dunkelbrauner, überzeugter Nazi war.

Zusammen mit seinem Bruder hatte Martin Hilti (1915 bis 1997) die Technologiefirma gegründet. Hilti war Mitglied der Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein. Sie und er wollten unbedingt den Anschluss ans Dritte Reich. Als «Schriftführer» der Zeitschrift «Der Umbruch» trommelte er dafür.

Juden raus aus Liechtenstein, Geflüchtete wurden namentlich genannt und beschimpft. So auch der Vater des bekannten Theatermanns Werner Wollenberger. O-Ton:

«Jud Wollenberger ist ein Parasit und ein Zwietrachtstifter in der Gemeinde. Die Schaaner fordern eindeutig die Ausweisung des Juden Wollenberger.»

Und nach 1945? Der Jud Wollenberger überlebte und prozessierte gegen Hilti, der bekam eine kleine Geldstrafe aufgebrummt.

Sonst? Nichts, Schweigen, Omertà. Die braune Gesinnung des Gründers kommt in der Firmengeschichte nicht vor, sei seine Privatangelegenheit gewesen. Gelegentliche Publikationen, ja Bücher zum Thema werden in Liechtenstein nicht besprochen, kein Thema.

In Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, dann auch in Spanien fanden Versuche der Bewältigung der braunen Vergangenheit statt. Nicht so in Liechtenstein. Das Ländle will unschuldig und rein glänzen.

Aber wer in der Lage ist, eine solche Schweinerei in der Vergangenheit totzuschweigen, der kann natürlich auch problemlos alle aktuellen Schweinereien übergehen, als wäre nichts passiert.

Treuhandkammer, Parlament, Regierung, der Justizapparat, das Fürstenhaus?

Ausser «bedauerliche Einzelfälle, von der Sensationspresse zum Skandal hochgeschrieben», ist nicht zu hören. Wobei auch das die Ausnahme ist. Geht vorbei, sagen sich die Liechtensteiner, ist nur Neid, weil es uns so gut geht.

Ist doch jeder selber schuld, soll halt mal die Stiftungsurkunde genauer durchlesen; das ist dann nicht mehr sein Vermögen. Wenn der Liechtensteiner Untreuhänder in die Geldtöpfe greift, das ist doch sein Recht. Das bestätigen schliesslich auch die Gerichte. Also was soll der Lärm?

Ab und an wird sogar einer verurteilt, wenn er es zu tollkühn getrieben hat, darunter auch honorige Persönlichkeiten, denen man das nicht zugetraut hätte. Aber wer legt sich auch schon eine brasilianische Geliebte zu. Beim Puffbesuch oder als Escort ist das ja okay. Aber gleich so viel Geld nachschmeissen? Offensichtlich ein Irrer.

Verdrängung und Totschweigen als Existenzprinzip. Das kann lange gutgehen. Aber nicht allzu lange.

28. März 2025/31 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-08-um-13.34.55.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-28 07:35:442025-03-08 13:35:57Man muss schweigen können

Reaktionen auf «Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein»

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Untreuhänder

Das Publikum auf «Inside Paradeplatz» ist meist kritisch, Hier war es einer Meinung.

Es gab zahlreiche Kommentare zu diesem Artikel (siehe Teil 1 und 2). Offensichtlich herrscht grosser Leidensdruck bei den geprellten Stiftern und Begünstigten von Liechtensteiner Stiftungen. So viel zur Mär, dass es sich allenfalls um einzelne schwarze Schafe handle. In dieser Herde gibt es nur einzelne weisse …

Eine Auswahl:

«Sie sprechen mir aus der Seele, kann dies alles aus eigener Erfahrung nur bestätigen!»

«Das Kapern und Plündern von Stiftungen mit Hilfe der Gerichte hat in Liechtenstein System. Die Stifter oder Begünstigten werden mit Unterstützung der Gerichte aus dem Stiftungsrat entfernt und die liechtensteinische Stiftungsräte haben sodann unkontrollierten Zugriff auf das Stiftungsvermögen. Gegen etwaige Abberufungsverfahren schützen wiederum die Gerichte, als Kriegskasse verwenden Sie das Stiftungsvermögen. Die Gerichte ziehen die Verfahren gegen die Liechtensteiner Stiftungsräte in endlose Länge. Zuletzt wieder genauso gesehen bei den Lichtensteiner Stiftungsräten X. und Y. Und der Fürst und die Regierung schauen zu und tun so, als wüssten sie von nichts.»

«Lieber werfe ich das Geld aus dem Fenster hinaus, als es einem FL Treuhänder anzuvertrauen.»

«Das „Dekantieren“ ist in Vaduz seit mindestens 10 Jahren gängige Praxis. Ich hatte als FL – Anwalt (ohne Treuhandanbindung) zahlreiche Fälle welche stets von den Gerichten mit Argumenten zu Gunsten der Treuhänder entschieden wurden. Mittlereile lehne ich alle Fälle betreffend Veruntreuung ab und drücke den Mandanten einfach die Telefonnummer eines „Problemlösers“ mit einem sehr pragmatischen „approach“ in die Hand. Meistens kriege ich dann nach 3 Monaten einen Früchtekorb mit Dankesschreiben des Mandanten. Es ist tragisch und ich würde mir wünschen, dass das Fürstenhaus endlich einschreiten würde. Ich schäme mich für meine Staatsbürgerschaft.»

«Buchempfehlung von Martin Batliner und Philipp Wanger: „Dekantieren leicht gemacht“. Gibt es in jeder guten Weinhandlung.»

«Betroffene, die mit absurden Entscheidungen der willfährigen Gerichte abberufen worden sind, sollten sich melden. Vielleicht ist ja auch ein Amerikaner dabei, dann hätten die amerikanischen Behörden Zuständigkeit. Die amerikanischen Behörden würden sich überaus freuen, endlich eine ganz gründliche Investigation durchführen zu dürfen.»

«Die Fälle, in denen Stiftungsräte Liechtensteiner Stiftungen, die zugleich Begünstigte sind, mit absurden Gerichtsentscheidungen wie wegen des „blossen Anscheins eines möglichen Interessenskonflikts“ vom hilfsbereiten Gericht als Helfeshelfer abberufen werden und die einheimischen Treuhänder sich dann ungehindert aus den Stiftungen mit auch bis zu 75’000 Franken monatlich bedienen, sind längst keine Einzelfälle mehr. Dies hat inzwischen System in Liechtenstein. Es wurde nur darauf gesetzt, dass die Fälle zum einen nicht an die Öffentlichkeit kommen und zum anderen die Betroffenen nicht voneinander erfahren. Doch das System wurde inzwischen durchschaut. Betroffene sollten sich melden, die Angelegenheit erhält eine neue Dimension.»

„Liechtenstein wäscht nicht nur sauber sondern rein“.

«Ihr Beitrag trifft punktgenau. Mir geht es ähnlich (nur dass mein Vermögen ein anderes ist, aber das ändert nichts am Prinzip).»

«Danke für die Hinweise. Der scheinbar steuerliche Vorteil wandelt sich zum grösstmöglichen Nachteil. So was braucht niemand.»

24. März 2025/44 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-14.23.01.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-24 06:23:442025-03-07 14:23:55Reaktionen auf «Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein»

Banken auf Distanz, Teil 2

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Stiftung in Liechtenstein? Schweizer Banken raten ab.

Liechtensteiner und Schweizer Banken – sowie Anwaltskanzleien – sind in einer Zwickmühle.

Einerseits möchten sie gerne an der Vermittlung und Errichtung von Stiftungen in Liechtenstein verdienen, da es dieses Finanzvehikel in der Schweiz nicht gibt.

Und reisst sich nicht ein Liechtensteiner Geldhaus die Verwaltung der Gelder unter den Nagel, kann von der Schweizer Bank nochmal kassiert werden.

Auf der anderen Seite sagen Banken und Anwälte off the record, dass die ewige Erzählung beim Aufploppen eines neuen Skandals, dass das nur bedauerliche Einzelfälle seien, schlichtweg gelogen sei.

Das Dekantieren, das Hinauskübeln von Stiftern aus ihrer eigenen Stiftung, die Komplizenschaft der Liechtensteiner Justiz, das sei systemisch geworden.

Neben dem öffentlich bekannten Fall Bacardí, wo es um das Vorenthalten einer runden Milliarde Euro geht, dem Fall Kindler, wo es immerhin um 250 Millionen geht, gebe es eine zunehmende Dunkelziffer von ähnlichen Skandalen.

Häufig scheuen die Betroffenen allerdings den Weg in die Öffentlichkeit. Nicht, weil sie aus steuerlichen Gründen etwas zu verbergen hätten.

Sondern aus Scham, dermassen dreist übers Ohr gehauen worden zu sein. Oder weil sie schlichtweg ihre Privatsphäre wahren wollen.

Deshalb gehen in der Schweiz immer mehr Banker und Anwälte dazu über, ihren Kunden oder Mandanten nicht nur von der Errichtung einer Liechtensteiner Stiftung abzuraten.

Sondern sie empfehlen sogar, existierende Stiftungen aufzulösen und das Vermögen so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

Seit den vergangenen Steuerskandalen in der Ära Batliner hat sich Liechtenstein nach Kräften bemüht, das Image als Hort von Schwarzgeldern oder Geldern krimineller Herkunft abzustreifen.

Viel besser als der Schweiz ist es dem Fürstentum gelungen, sich mit den USA, Deutschland und anderen Staaten auf Lösungen zu einigen.

Aber das Treuhandwesen macht immer noch einen bedeutenden Anteil des BIP vom Ländle aus, rund 23 Prozent. Darauf möchte der Fürst natürlich nicht verzichten.

Auf der anderen Seite schädigen die Untreuhänder systematisch die Reputation von Liechtenstein, während die Justiz bislang gnädig Amtshilfe leistet.

Natürlich wird dem Fürstenhof und der Regierung dieses Problem immer wieder hinterbracht – bislang ohne Reaktion.

Aber wenn’s um den Inhalt der fürstlichen Schatulle, um die Zukunft der Fürstenbank und des Finanzplatzes Liechtenstein geht, könnte der letzte in Europa weitgehend absolutistisch regierende Fürst, beziehungsweisee sein Erbprinz, ohne grosses Federlesen durchgreifen. Das ist überfällig.

Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». Mit freundlicher Genehmigung.

22. März 2025/35 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-14.05.10-e1741353575826.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-22 07:20:152025-03-07 14:25:33Banken auf Distanz, Teil 2

Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Untreuhänder

Skandale um Liechtensteiner Stiftungen bewirken: vom Gebrauch wird abgeraten.

Die möglichen Nebenwirkungen einer Liechtensteiner Stiftung haben Auswirkungen auf den Finanzplatz Schweiz. On the record drücken sich Schweizer Banken vornehm zurückhaltend aus.

“Pictet promotet das Stiftungsgeschäft mit Liechtensteiner Stiftungen nicht.“ Julius Baer sekundiert: „Die Nachfrage nach Stiftungslösungen ist minimal.“

Seit Liechtensteiner Stiftungen als Steuerhinterziehungs-Vehikel dank AIA ausgedient haben, ist ihre Zahl von über 50’000 auf unter 8’000 zusammengeschnurrt.

Aber die Anzahl der Treuhänder im Ländle ist gleich geblieben. Also balgen sich die rund 140 Treuhänder, die obligatorisch Einsitz in den Stiftungsrat nehmen, um die verbliebenen Pfründe.

Dabei verwenden sie nicht selten illegale Methoden. Beliebt wurde das sogenannte Dekantieren.

Also der Treuhänder giesst das Stiftungsvermögen in ein neues Gefäss um und sagt dem Stifter oder Begünstigten, dass leider die Konten leer seien, und wohin das Geld verschwunden sei, nun, da könne er aus Gründen des Anwaltsgeheimnisses leider nichts sagen.

Aber der betrogene Stifter könne gerne den Rechtsweg beschreiten.

Der ist in Liechtenstein steinig. Denn die Fürstenjustiz, zumal verwandt und verschwägert mit den Treuhändern, schickt die Klagenden in unendliche Schleifen, in kafkaeske Abläufe. Zivilprozesse, die Jahre dauern, sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

So sorgt ein Untreuhänder für die ständige Verschiebung seiner Einvernahme in einem Zivilprozess um seine Absetzung, der in der ersten Instanz schon ins dritte Jahr geht.

Er hat sich die Verfügungsgewalt über die Stiftung angeeignet, den Stiftungspräsidenten und Begünstigen gerichtlich rauskübeln lassen.

Als der sich dagegen wehrte, wurde ihm auch noch die Begünstigung und damit das Informations- und Klagerecht von der Fürstenjustiz entzogen.

Putzigste Begründung einer Verschiebung: Er sei leider verhindert, weil er unbedingt an den Trauerfeierlichkeiten für Seine Durchlaucht Prinz Konstantin von und zu Liechtenstein teilnehmen müsse.

Er sei zwar weder verwandt, noch verschwägert, auch nicht Trauzeuge oder Steigbügelhalter, habe aber doch eine enge Beziehung gehabt. Die Richterin akzeptierte diesen Unfug.

Strafrechtlich ist gegen solches Gebaren noch weniger zu machen; mangels Anfangsverdacht schmettert die Staatsanwaltschaft Anzeigen routiniert ab.

Dieser Selbstbereicherung schoben viele Stifter den Riegel, indem sie selbst Einsitz im Stiftungsrat nahmen, um so den Treuhändern auf die Finger schauen zu können.

Aber Geldgier macht erfinderisch. Nun wird diese Doppelrolle dazu benützt, die eigentlichen Inhaber der Stiftung wegen eines „blossen Anscheins einer möglichen Interessenkollision“ per Gericht rauszuschmeissen.

„Sie selbst bietet dies nicht an“, sagt die ZKB auf Anfrage, ob sie die Errichtung von Stiftungen durchführe oder befürworte.

Unterstützung oder Beratung bei der Errichtung einer Liechtensteiner Stiftung „gehört nicht zum Dienstleistungsangebot von Raiffeisen.“

Und Rahn+Bodmer ergänzt: „Wir bieten keine Beratung im Zusammenhang mit der Auswahl, Gründung oder Führung von Strukturen an.“

Allgemein herrscht vornehme Zurückhaltung; von 15 angeschriebenen Banken antworteten nur 6; alle anderen nicht, darunter UBS, Vontobel oder die VP Bank.

Denn Liechtensteiner und Schweizer Banken – sowie Anwaltskanzleien – sind in einer Zwickmühle.

Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». Mit freundlicher Genehmigung.

Teil 2 folgt.

20. März 2025/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-14.05.10-e1741353575826.png 525 911 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-20 06:15:122025-03-11 06:19:46Schweizer Banken gehen auf Distanz zu Liechtenstein

Macht bricht Recht

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Was den grossen USA recht ist, kann dem kleinen Liechtenstein doch nicht Unrecht sein.

Der US-Präsident Donald Trump hat die Glace-Handschuhe ausgezogen. Er handelt nach dem Prinzip: ich bin gross und mächtig, du bist klein und schmächtig. Sonst noch Fragen? Entweder kriecht die Ukraine zu Kreuze, oder es wird ihr der Stecker rausgezogen. Dafür hat er sogar zwei Möglichkeiten. Er stellt die militärische und finanzielle Unterstützung ein. Oder er lässt Musk sein Starlink abschalten. Damit wäre die gesamte militärische Kommunikation der ukrainischen Armee unterbrochen.

Das ist reine, brutale Machtpolitik, ohne Rücksicht auf internationale Gepflogenheiten oder Benimmregeln. Das kann Trump, wer sollte es ihm verbieten?

Hinter einer Fassade von Wohlanständigkeit verhält sich der fürstliche Finanzplatz genau gleich. Trump machte seine letzte Vorführung öffentlich im Weissen Haus. In Liechtenstein finden solche Machenschaften – soweit das möglich ist – in den Dunkelkammern der Rechtlosigkeit statt, in einer Räuberhöhle.

Treu und Glauben, korrekte Auslegung von Gesetzen, Treuhänder, die ihrem Namen nachleben? Die Fähigkeit, zwischen Meins und Deins zu unterscheiden? Moralvorstellungen, die skrupellose Geldgier einschränken? Die fehlende Trennlinie zwischen legal und illegal, gar illegitim? Na und, sagen da die Liechtensteiner Untreuhänder, und der Fürst, bzw. sein regierender Kronprinz Alois, schauen wohlwollend zu.

Sie sagen höchstens im Vertrauen: also lasst euch doch nicht ständig dabei erwischen, dann müssen die fürstlichen Gerichte euren Dreck wegräumen, und das ist alles keine gute PR für das Image sauberer Finanzplatz, strahlend und rein.

Da gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit mit Trump: das ist den Bewohnern der Räuberhöhle namens Stiftungswesen völlig egal, das tropft an ihnen ab. Im Gegenteil, sie spielen die verfolgende Unschuld und regen sich gelegentlich furchtbar auf, wie ungerecht das sei, angebliche Einzelfälle, die schwarzen Schafe, die es in jeder Herde gibt, zu verallgemeinern und üble Medienberichte zu publizieren. Das sieht Trump auch so, alles Fake News.

Die Wahrheit ist aber bei beiden: das meiste, wenn nicht alles, stimmt, was publiziert wird. Wäre dem nicht so, es würden ja Gegendarstellungen und teure Klagen wegen Falschmeldungen und Rufschädigung nur so hageln.

Da hören aber dann die Ähnlichkeiten schon auf. Pech für Liechtenstein.

Denn der Fürst und seine Untreuhänder verfügen nicht über einen roten Knopf. Sie haben nicht mal eine eigene Armee, um sich im Fall der Fälle zu verteidigen. Und die Schweizer Armee in all ihrer Schwäche würde ihnen auch nicht zu Hilfe eilen.

Daraus ergibt sich das absehbare Problem, dass Liechtenstein zwar noch ein Weilchen, aber nicht unbegrenzte Zeit so weitermachen kann. Schon alleine deswegen, weil die Enteignung von Stiftern, Stiftungsräten und Begünstigten keine Gesetzesübertretungen im Ländle sind, sondern systemische Regel, abgedeckt von entsprechenden Artikeln in den meisten Stiftungsurkunden und gedeckt von der fürstlichen Justiz.

Liechtenstein profitiert – noch – von der Blauäugigkeit und Unkenntnis vieler Stifter. Die sich nicht vorstellen können, dass der so seriös und bieder ihnen gegenübersitzende Treuhänder in Wirklichkeit ihr schlimmster Feind ist. Der gelassen bei allen Untaten in sich ruht und felsenfest überzeugt ist:

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Aber ihm kann man, und wie. Schon im Steuerstreit musste Liechtenstein einknicken. Tat das zwar widerwillig – der Fürst war äusserst ungehalten –, aber dennoch gelenkig und schnell.

Dabei waren damals nur Deutschland und ein paar andere europäische Staaten hinter im Ländle gebunkerten Schwarzgeldern her, die USA liessen es bei einem Nasenstüber bewenden und verbissen sich in die Schweiz.

Aber die Geschichte wiederholt sich nicht. Jetzt sind die USA richtig sauer wegen den Milliarden an Russengeldern, die Liechtensteiner Treuhänder direkt oder über Tarnkonstruktionen verwalten, um ihren gewohnten Lebensstil weiterführen zu können.

Und da kommt eine unangenehme Ähnlichkeit zwischen Trump und Liechtenstein ins Spiel. Der ist genauso skrupellos im Durchsetzen seiner Interessen. Und er ist gross und mächtig, Liechtenstein klein und schmächtig. Das wird kein gutes Ende nehmen. Ausser, der Kronprinz ist so clever wie sein Vater und knickt schnell ein. Wenn er den Selenski spielen will, ohne Karten in der Hand zu haben, kommt’s nicht gut.

5. März 2025/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-03-um-12.04.26.png 669 1196 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-05 07:12:012025-03-03 12:10:31Macht bricht Recht
Seite 2 von 41234

Wer wir sind

Was wir wollen

Wie Sie helfen können

In den Medien

© Copyright - untreuhaender.li | info@untreuhaender.li | Cookie Richtlinien | Datenschutz | Impressum

Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen