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Schlagwortarchiv für: Schweinereien

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen

Ein unglücklicher Morgen in Liechtenstein.

Wie jeden Freitagmorgen fuhr Fridolin Murxer seinen Porsche Taycan schwungvoll in die Tiefgarage. Früher war das ohne Zwischenstopp möglich gewesen, aber leider hatten einige unerfreuliche Ereignisse dazu geführt, dass ein ziemlich stabiles Gitter vor der Einfahrt angebracht worden war, das ein Weilchen brauchte, bis starke Motoren es hochgezurrt hatten.

Nichts ist mehr wie früher, seufzte Murxer, als er sich etwas mühsam aus dem Wagen stemmte. Das künstliche Hüftgelenk machte ihm wieder zu schaffen.

Daher war er nicht bester Laune, als er mit dem Cheflift direkt in sein Büro fuhr. So am frühen Morgen vertrug er nur sehr beschränkt andere Menschen um sich, und sicherlich hätte der eine oder andere der mehr als 100 Mitarbeiter von Murxer & Murxer, Treuhänder und Anwälte, ein Anliegen gehabt, wenn er den Weg durch den Maschinenraum genommen hätte, wie er das Grossraumbüro im unteren Stock insgeheim nannte.

Seine Sekretärin – heutzutage heisst das Assistenten, rief er sich zur Ordnung – hatte bereits die wichtigsten E-Mail ausgedruckt und auf seinen Schreibtisch gelegt. Alter englischer Stil, mit grünem Leder bespannt. Völlig leer, ausser einem dekorativen Füllerhalter in Roségold und ein paar Papieren.

Lustlos blätterte er die E-Mail durch, nichts, was dringenden Handlungsbedarf erforderte. Hm, dachte Murxer, ein paar Kollegen sind doch sicherlich auch schon um 6.30 Uhr im Büro, bevor der tägliche Zirkus losgeht. Mal schauen, wie so die allgemeine Stimmung ist.

Er zog sein Handy heraus, wechselte auf Threema und wählte die erste Nummer. Anrufbeantworter. Ich wusste doch, dass Eddy langsam faul wird, dachte Murxer, und wählte die zweite Nummer. Es tutete, sonst nichts. Nicht mal ein Anrufbeantworter. Unglaublich, dachte Murxer, was ist denn da los, Andreas war doch sonst immer der Allererste im Büro.

Dritter Versuch. Wieder nichts.

Nun war Murxer aber langsam echt beunruhigt. Er machte die Türe zu seinem Vorzimmer auf. Aber dass seine Sekretärin, Herrgott, Assistentin noch frühstücken gegangen war, das war ja normal. Er schloss die Türe wieder und dachte: also da muss mal bei Freund Hans nachfragen. So nannte er den stellvertretenden Regierungschef Liechtensteins. Schliesslich hatte man schon genügend Fälle gemeinsam geschaukelt, und Hans war ein wahres Genie, wenn es darum ging, herumstänkernde Begünstigte einer Stiftung ruhigzustellen.

Murxer atmete auf, als Hans nach dem dritten Läuten antwortete. «Sage mal», begann Murxer launig, «sind meine Kollegen heute zufällig alle in den Streik getreten? Oder habe ich ein Golfturnier verpasst? Oder …» Hans unterbrach ihn barsch: «Hast du’s nicht mitgekriegt? Kein Radio heute morgen gehört?» – «Nein», sagte Murxer verblüfft, «du weisst doch, dass ich am frühen Morgen keine Nachrichten vertrage.»

«Na, die wirst du sicher nicht vertragen», sagte Hans, «heute in den frühen Morgenstunden wurden insgesamt 67 Treuhänder verhaftet.» Murxer sah einen Moment lang wie ein Boxer aus, dem eine krachende Gerade an die Kinnlade gedonnert worden war.

Er schnappte nach Luft: «Was? Aber warum denn, von wem denn?» – «Amtshilfe von der Schweiz und von Österreich» sagte Hans. «Wir haben protestiert, sogar Seine Durchlaucht der Erbprinz hat sein höchstes Missvergnügen zum Ausdruck gebracht. Hat aber nichts genutzt.»

«Ja aber warum denn auf einmal», sagte Murxer fassungslos. «Tja», meinte Hans, «irgendwann ist halt das Gefäss übergelaufen. Du weisst doch, die übliche Anzahl Skandale beim Verwalten von Stiftungen. Dann die Zombie-Trusts. Dann die Multimillionen aus Venezuela. Und aus dem Iran. Und aus Kuba. Und, und, und.»

«Aber das war doch schon immer so», stammelte Murxer fassungslos, «wenn der Druck zu gross wurde, haben wir doch immer nachgegeben. Und was sind eigentlich die Vorwürfe?» – «Ach», sagte Hans launig, «das ganze Alphabet eigentlich. Veruntreuung, Beihilfe zur Geldwäsche, Unterstützung terroristischer Akteure, Diebstahl, Bereicherung, Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe, Unterschlagung, ungetreue Geschäftsbesorgung, und ein paar Punkte habe ich sicher noch vergessen. Das dürfte für viele, viele Jahre im Knast reichen.»

Murxer war zuerst bleich geworden, jetzt lief er rötlich an: «Aber sage mal, wieso sitze ich dann eigentlich noch an meinem Schreibtisch? Sollte ich da nicht eher sofort …» Zum letzten Mal unterbrach ihn Hans: «Ach ja, als ich deine Nummer sah, fiel mir auf, dass wir dich doch in der Eile vergessen hatten. Aber keine Sorge, es sollte jetzt gleich an deine Türe klopfen.» Dann legte er auf.

Es wurde aber nicht geklopft, sondern ein Team von in schwarze Kampfausrüstung gekleideten Polizisten brach mit einer Ramme die gar nicht abgeschlossene Türe auf. Als Murxer aufstand, trafen ihn zwei Teaser-Pfeile, worauf er zuckend und stöhnend zu Boden fiel und sich einnässte.

«Was ist denn mit dir los», fragte seine Frau besorgt, als Murxer schweissnass mit einem Schrei erwachte.

13. Februar 2026/52 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-19.39.00.png 582 802 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-02-13 07:06:392026-02-12 19:42:39Kein Anschluss unter dieser Nummer

Vernachlässigte Aufsicht

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale, Untreuhänder

Wer absolutistisch regiert wie der Fürscht, ist auch für alles verantwortlich.

Es gibt knapp 40’000 Liechtensteiner. Von denen sind sicherlich über 39’000 rechtschaffene, für ihren Lebensunterhalt arbeitende Menschen.

Dann gibt es die Welt der Finanzintermediäre, Banker, Anwälte und Treuhänder. Auch unter ihnen mag es den einen oder anderen rechtschaffenen, seriösen Dienstleister geben.

Aber angesichts der Tatsache, dass es nicht einmal 200 Treuhänder oder Treuhandbuden gibt, ist die Anzahl der Skandale, die hier produziert wird, überproportional hoch.

Angesichts der Tatsache, dass es eine überschaubare Anzahl von Finanzinstituten gibt, wobei die grössten direkt oder indirekt vom Fürstenhaus kontrolliert werden, ist ist die Anzahl der Skandale, die hier immer wieder aufbrechen, überproportional hoch.

Angesichts der Tatsache, dass Liechtenstein klein und vergleichsweise unbedeutend ist, ist die Aufmerksamkeit, deren sich das Ländle von Seiten der USA, vor allem von der Sanktionsbehörde Ofac, ausgesetzt sieht, überproportional hoch.

Angesichts der Tatsache, dass sich Liechtenstein seit dem Steuerstreit und der Explosion all der Stiftungs-Schwarzgeldbunker darum bemüht, das Image eines sauberen, seriösen und vertrauenserweckenden Finanzplatzes zu propagieren, sind die negativen Schlagzeilen in internationalen Medien, die immer wieder über Skandale in Liechtenstein berichten, überproportional gross.

Überproportional gross ist auch die Macht des Fürstenhauses. In Liechtenstein wird noch wie im Mittelalter regiert. In allen Belangen, Legislative, Exekutive und Judikative, hat der Fürst das letzte, bzw. das erste Wort. Das spricht er zwar nicht mehr selbst, aber er lässt es den Erbprinzen Alois sprechen, der jeweils am Anfang einer neuen Legislaturperiode mit seiner «Thronrede» im Parlament den Tarif durchgibt.

Widerspruch wird nicht geduldet. Als es mal so aussah, dass das Volk einer vom Fürsten gewollten Verfassungsänderung, die ihm noch mehr Macht gab, nicht zustimmen könnte, drohte er offen damit, in diesem Fall ins Exil nach Wien auszuwandern. Wo er schliesslich schönere Schlösser besitzt als die hässliche Trutzburg ob Vaduz.

Er musste das dann nicht tun, das Volk kuschte. Aber so sind die Verhältnisse in diesem mittelalterlichen Land, das so aussieht, als wäre es im 21. Jahrhundert angekommen. Aber dieser Schein trügt.

Die entscheidende Frage ist: wer absolute Macht hat, hat auch absolute Verantwortung. Also ist das Fürstenhaus für all die Schweinereien verantwortlich, die weiterhin auf dem Finanzplatz Liechtenstein geschehen.

Also ist die Anschlussfrage: wieso tut weder der Fürst, noch sein regierender Erbprinz Alois etwas dagegen? Sie müssten doch gar nicht langwierige Parlamentsdebatten abwarten. Oder einem zögerlichen Handeln der Regierung zuschauen. Oder erdulden, dass die fürstlichen Gerichte beide Augen zudrücken, wenn es darum geht, einen Untreuhänder oder sonst einen Halunken vor der verdienten Strafe zu beschützen.

Mit einem donnernden Machtwort aus dem Schloss könnte all das von einem Tag auf den anderen abgestellt werden.

Was zur entscheidenden Frage führt: wieso tut das weder Fürst noch Erbprinz nicht?

28. April 2025/20 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/04/Bildschirmfoto-2025-04-27-um-21.49.00.png 764 1470 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-28 05:49:582025-04-27 21:53:09Vernachlässigte Aufsicht

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Leitmotiv der Treuhänder und Untreuhänder im Ländle.

Der Fürscht und sein herrschender Erbprinz Alois stehen über dem Gesetz und sind unantastbar, von irdischen Gerichten. Zumindest im von ihnen absolutistisch regierten Liechtenstein.

Nicht umsonst lautet sein Wappenspruch: «Für Gott, Fürst und Vaterland«. Immerhin kommt Gott an erster Stelle, das Volk aber an letzter.

Besser geeignet wäre der Spruch:

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Bei den beiden ist es Gesetz. Bei den Liechtensteiner Treuhändern und Untreuhändern ist es die Regel, ist es Gewohnheitsrecht.

Sie halten sich an die Gesetze und Standesregeln? Wunderbar, aber etwas blöd.

Sie halten sich nicht daran? Na und?

Da gibt es Folgen, die sehr überschaubar sind.

Aus fremden Geldtöpfen bedienen, unverschämte Rechnungen stellen, in den eigen Sack wirtschaften, nervt ein Begünstigter, den Inhalt der Stiftung dekantieren. Stirbt der Stifter, seinen Erben jegliche Auskunft verweigern. Das sind nur einige der unzähligen Untaten, die auf dem Finanzplatz Liechtenstein sytemisch betrieben werden. Und dann?

  1. Die ganze Chose bleibt unter dem Deckel. Die Betrogenen schämen sich, haben ihre Gründe, das nicht an die grosse Glocke zu hängen, an die Öffentlichkeit oder vor Gericht zu gehen. Fall erledigt.
  2. Die ganze Chose wird von den Enteigneten gar nicht bemerkt. Sie vertrauen weiterhin den ihnen vorgelegten Bilanzen und glauben ihr Vermögen in guten Händen, bei Treuhändern eben. Fall erledigt.
  3. Sie wagen es, an die Öffentlichkeit zu gehen. Im besten Fall erscheint ein Artikel, der wieder einmal das kriminelle System in Liechtenstein anprangert. Und in kurzer Zeit wieder vergessen ist. Fall erledigt.
  4. Sie beschreiten den Rechtsweg und wollen ihr Anliegen vor Gericht durchkämpfen. Haben sie ihr ganzes Geld in der Stiftung gebunkert, geht es ihnen schnell aus, denn Liechtensteiner Anwälte, und nur die dürfen dort tätig werden, haben exorbitante Stundenansätze. 100 Stunden Aktenstudium, und das ist erst der Anfang, schlagen problemlos mit mit 60’000 Franken oder mehr zu Buche. Fall erledigt.
  5. Sie gehen vor Gericht und haben sogar das Geld dafür. Dann zeigt ihnen die fürstliche Justiz, wie unwillkommen sie sind. Jahre vergehen ohne ein Urteil der ersten Instanz. Dann vergehen Jahre bis zu einem Urteil der zweiten. Dann wird der Fall immer wieder die Leiter der Instanzen hoch- und runtergehoben. Bis der Kampfeswillige aufgibt oder es eine biologische Lösung gibt. Er verstirbt, seine Erben haben nichts in der Hand. Fall erledigt.
  6. Sehr selten und sehr ungern einigt man sich auf einen Vergleich, mit strafbewehrter Stillschweigensvereinbarung. Fall erledigt.
  7. So selten wie ein vierblättriges Kleeblatt ist ein Fall, bei dem sich der Treuhänder so bescheuert anstellte, dass die fürstliche Justiz nicht umhin kann, ihm einen Klaps auf die Finger zu geben, diesem schwarzen Schaf in einer weissen Herde. Fall erledigt.

Da ist das Fürstenhaus gar nicht amüsiert und macht den Richter darauf aufmerksam, dass seine Bestätigung im Amt schliesslich von fürstlicher Huld abhängt – und sonst von nichts. Fall auch erledigt.

27. März 2025/21 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-10-um-14.40.36.png 504 907 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-27 06:55:392025-03-10 18:56:23Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner

Wie erträgt man das als Liechtensteiner?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Untreuhänder

Denn die Mehrheit im Ländle sind doch rechtschaffene Leute …

Früher war es so, dass der Schweizer im Ausland gerne mit den üblichen Klischees konfrontiert wurde: Heidi, Berge, Schoggi – und die Gnomen. Die skrupellosen und gewissenlosen, aber stets korrekt gekleideten Schweizer Banker. Seriös, humorlos, rechtschaffen. Aber gleichzeitig völlig skrupellos in der Annahme von Geldern.

Schwarzgeld, Drogengeld, Diktatorengeld, Geld aus schmutzigen Geschäften, von Kriminellen geraubtes Geld, Juden aus dem Mund gebrochenes Gold, nachdem sie vergast wurden? Ach, nehmen, nicht hinschauen. Gold sieht doch immer aus wie Gold, vor allem, nachdem es eingeschmolzen wurde.

Da galt die alte Regel der US-Army gegenüber schwulen Soldaten: don’t ask, don’t tell. Auch die Überprüfung der Personalien eines neuen Kontoinhabers wurde mit einem flüchtigen Blick auf irgend ein Ausweispapier mit mindestens einem Stempel drauf erledigt.

Für solche, die das Maximum an Diskretion wollten, gab es noch das Nummernkonto. Das war zwar nicht herrenlos, aber den Namen des Besitzers kannte nur ein ganz kleiner Kreis der Bankmitarbeiter. Und immer schützte das Bankgeheimnis alle Schweinereien.

Bundesrat Merz machte sich unsterblich mit der Bemerkung, dass man sich daran die Zähne ausbeissen werde. Stabil wie das Matterhorn, aus Granit wie das Gotthard-Massiv. Und siehe da, als die USA zubissen und mit freundlicher Hilfe der UBS verschwand das Bankgeheimnis klaglos und spurlos. Vorbei die Zeiten, als in fast jedem Bond-Film ein schmierig-beflissener Schweizer Banker auftauchte, der mal gerne eine Überweisung bestätigt haben wollte, und vielen Dank auch.

Es hat Liechtenstein viel Arbeit gekostet, diese Position des letzten Fürstentums zu übernehmen, in dem beispielsweise bei Russengeldern bis heute nicht genau hingeschaut wird. Ist doch Win-win. Der reiche Russe kann sein Geld sicher verstauen, der Liechtensteiner Untreuhänder verdient sich dumm und dämlich, weil sein Kunde kaum öffentlich aufheulen wird, wenn er ihn ausnimmt wie eine Weihnachtsgans.

Notfalls hilft die fürstliche Justiz, die Interessen zu wahren. Des Treuhänders, versteht sich. Ist halt etwas komplizierter geworden als früher, auf die Stiftung wird eine Holding gepfropft, die wiederum wird von einer sich im Unendlichen verlierenden Kette von anderen Konstrukten beherrscht. Wer dem nachgehen wollte, wird um den ganzen Erdball über kleine Inseln im Meer gejagt, bis er aufgibt. Und der Treuhänder wird sicher nicht genau nachfragen. Ausserdem ist er geschützt durchs Anwaltsgeheimnis.

Schönes Spiel, wenn einer immer gewinnt, wie im Casino.

Aber dann diese Medien. Zerren einen bedauerlichen Einzelfall nach dem anderen ans Tageslicht und schütten völlig unverdient böse Worte über das gute Fürstentum. Das seien keine Einzelfälle, sondern systemisch.

Deutschland benützte sogar geklaute Kundendaten aus Liechtenstein, ausgerechnet aus der Fürstenbank LGT. Da wurde damals der Fürscht Hans-Adam II. aber richtig ranzig, das seien ja Methoden, die an die dunkle deutsche Vergangenheit erinnerten. Wo allerdings der Gründer berühmten Werkzeugfabrik Hilti fanatischer Anhänger der braunen Pest war. Das ist auch so eine üble Geschichte, die wirklich nicht immer wieder aufgewärmt werden muss. Schlamm drüber.

Aber: wie empfindet das eigentlich die Mehrheit der aufrecht schaffenden und werkelnden Liechtensteiner? Dass das öffentliche Image des Landes so schwarz ist wie seine Nummernschilder? Wenn er im Ausland darauf angesprochen wird, was für Schweinereien sich eigentlich der Finanzplatz Liechtensteins erlaubt? Wieso da die Justiz nicht durchgreife, die Regierung, der Fürst selbst? Gut, der ist inzwischen entschuldigt, aber es gibt doch den herrschenden Kornprinzen Alois?

Das muss doch wehtun. Selber hat man nicht die Hände in den fremden Geldtöpfen, «ich bin klein, mein Herz ist rein» nützt auch nicht viel als Gegenwehr. Oh, ein Liechtensteiner. Der ist doch nicht nur Fürstenknecht, sondern auch einer, dessen Banken und Treuhänder jede Menge Sauereien machen. Ob er da nicht mal beim Fürsten vorstellig werden könne, der ist doch absolutistischer Herrscher und könnte den Unfug mit einem strengen Blick plus fürstlichem Erlass beenden.

Wenn ihr nicht willig seid, dann gehe ich ins Exil. Hat bei seinemVater doch auch geklappt, als der die Gefahr sah, dass seine Verfassungsreform, die ihm noch mehr Macht gab, vom nicht so untertänigen Stimmvolk hätte abgelehnt werden können. Ging dann aber nochmal gut, nun muss er weiter in seiner Trutzburg ob Vaduz sitzen, statt in einem schönen Palast in Wien. Hat er halt davon.

Mein Name ist Hase, ich weiss von nichts, auch das schützt nicht vor bösen Kritiken oder Blicken. Aber wo ist sie nur, des Volkes Stimme, die sich erhebt und sagt: das muss endlich aufhören, es kann doch nicht sein, dass eine Handvoll Banken und zwei Hände voll Treuhänder unsere Reputation als aufrecht schaffende Werktätige so beschmutzen.

Ja, wo ist sie nur? Oder herrscht doch klammheimliche Komplizenschaft, weil jeder jeden kennt, Nestbeschmutzer gar nicht gerne gesehen werden und irgendwo in der näheren Verwandtschaft mindestens einer in einer Bank oder gar als Treuhänder arbeitet?

14. Februar 2025/43 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-05-um-17.45.52.png 315 622 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-14 06:46:562025-02-05 17:47:07Wie erträgt man das als Liechtensteiner?

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