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Schlagwortarchiv für: Schwarze Schafe

Die schwarzen Schafe sind die Herde

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Treuhänder

Liechtenstein hat ein erstaunliches Schafproblem.

Wann immer ein Treuhänder Millionen veruntreut, Begünstigte aus einer Stiftung gedrängt werden, Vermögen verschwinden oder ausländische Behörden einschreiten, trabt zuverlässig das «schwarze Schaf» durchs Fürstentum.

Einzelfall. Bedauerlich. Hat mit dem Finanzplatz nichts zu tun.

Das Problem: Irgendwann besteht die Herde nur noch aus schwarzen Schafen.

Nehmen wir Harry Gstöhl. Treuhänder, Rechtsanwalt, Präsident des Staatsgerichtshofs, Vorsitzender der Treuhänder-Prüfungskommission – näher kann man dem liechtensteinischen Establishment kaum kommen. Dann wurde er wegen schwerer Untreue, schweren gewerbsmässigen Betrugs, Veruntreuung und Geldwäscherei zu insgesamt acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein schwarzes Schaf mit bemerkenswert guten Beziehungen zum Schäferhund.

Oder Mario Staggl: sechseinhalb Jahre Haft wegen Untreue, gewerbsmässigen Betrugs, Veruntreuung und Geldwäscherei. Zuvor dokumentierte bereits der US-Senat seine Rolle bei Offshore-Konstruktionen des amerikanischen Milliardärs Igor Olenicoff.

Zwei schwarze Schafe. Natürlich.

Dann gibt es den Perry-Komplex. Die Familie des verstorbenen israelischen Unternehmers Israel Perry kämpft seit Jahren um ein in Liechtenstein verwaltetes Milliardenvermögen. Im Zentrum stehen Treuhandstrukturen, Kontrolle über Vermögen und Millionen an Gebühren. Hier handelt es sich um umstrittene Vorwürfe, nicht um rechtskräftig festgestellte Straftaten. Genau deshalb wäre eine schnelle, transparente und unabhängige Justiz entscheidend.

Ähnlich im Bacardí-Komplex. Witwe und Tochter von Lord Luis Bacardí werfen Liechtensteiner Treuhändern seit Jahren vor, sie um die Kontrolle über ein Vermögen von Hunderten Millionen gebracht zu haben. Die ZEIT beschrieb 2023 den jahrelangen Kampf um ein mehr als 700 Millionen Dollar schweres Erbe, auf das die Familie keinen Zugriff erhält. Wieder dieselbe Bühne: Trust, Treuhänder, gigantisches Vermögen, liechtensteinische Gerichte.

Und Hartlaub: Ein langjähriger Stiftungsrat wurde wegen des «blossen Anscheins eines möglichen Interessenskonflikts» abberufen. Das Fürstliche Obergericht bestätigte die Entscheidung. Wieder geht es um die Kontrolle eines dreistelligen Millionenvermögens.

Und über diesem Biotop wacht ausgerechnet die Treuhandkammer.

Deren ehemaliger Vizepräsident Anton Wyss landete 2024 auf der amerikanischen Sanktionsliste. Das US-Finanzministerium wirft ihm und Alexander Lins Geschäfte mit sanktionierten Russen vor; beide bestreiten die Anschuldigungen. Besonders hübsch: Die Treuhandkammer selbst erklärt, die Einhaltung gerade der amerikanischen OFAC-Sanktionen sei für Liechtensteins Finanzintermediäre von entscheidender Bedeutung.

An der Spitze der Kammer steht inzwischen Stefan Wenaweser. Und auch da wird es grotesk: 2011 bestätigte der leitende Staatsanwalt, dass ein Liechtensteiner Anwalt bei einer Akteneinsicht Unterlagen ohne Wissen und Zustimmung des zuständigen Richters aus einem Rechtshilfeakt entfernte. Die Dokumente tauchten erst Wochen später wieder auf; es wurde wegen des Verdachts der Urkunden- beziehungsweise Beweismittelunterdrückung ermittelt.

Das alles wäre schon bemerkenswert genug. Aber das System kontrolliert sich auch noch teilweise selbst. Die Treuhandkammer ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, sämtliche zugelassenen Treuhänder gehören ihr an; zu ihren Aufgaben gehört ausdrücklich die Überwachung der Pflichten des Berufsstandes. Sie verfügt über eigene Disziplinarorgane.

Und nun kommt der entscheidende Punkt.

Ein System, in dem dieselben kleinen beruflichen Kreise Vermögen verwalten, sich berufsständisch kontrollieren, vor denselben Gerichten auftreten und sich in immer neuen Millionenskandalen begegnen, produziert nicht bloss Einzelfälle. Es produziert strukturell die Möglichkeit des Missbrauchs.

Selbst die Regierung hat inzwischen Handlungsbedarf erkannt. In ihrer Reform des Treuhändergesetzes begründete sie neue Aufsichtsinstrumente ausdrücklich mit Sanktionsrisiken und der Gefahr von Reputationsschäden für Land und Berufsstand.

Allerdings sorgt die Fürstenjustiz weiterhin mit allen Mitteln dafür, dass fehlbare Untreuhänder nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Das schwarze Schaf ist deshalb die bequemste Legende des Finanzplatzes.

Gstöhl war ein Einzelfall. Staggl war ein Einzelfall. Perry ist ein Einzelfall. Bacardi ist ein Einzelfall. Hartlaub ist ein Einzelfall. Ein sanktionierter ehemaliger Kammer-Vizepräsident ist ein Einzelfall. Der Aktenskandal ist ein Einzelfall.

Natürlich.

Vielleicht sind das tatsächlich alles Einzelfälle.

Aber eben einzelne Fälle desselben Systems.

Und irgendwann ist nicht mehr das schwarze Schaf erklärungsbedürftig.

Sondern die Herde.

18. September 2026/62 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-16-um-16.11.01.png 510 1230 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-09-18 07:04:072026-09-16 16:12:13Die schwarzen Schafe sind die Herde

Die Selbstbegünstiger

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Treuhänder mit schmutzigen Händen im Fürstentum.

Der Trick ist so alt wie das liechtensteinische Stiftungswesen – und so perfide, dass er in seiner Dreistigkeit fast schon bewundert werden muss. In Liechtenstein, diesem scheinbar geschniegelt-sauberen Finanzplatz im Alpenidyll, existiert eine Praxis, die mit Treuhand wenig, mit Enteignung dafür umso mehr zu tun hat: Stiftungsräte, die Begünstigte systematisch ausschalten – und sich selbst an die Töpfe setzen.

Das Muster ist immer ähnlich. Ein vermögender Stifter errichtet eine Stiftung, oft mit dem Ziel, Familie, Nachkommen oder bestimmte Personen langfristig zu begünstigen. Die Verwaltung überträgt er einem Treuhänder – vermeintlich neutral, professionell, gesetzestreu. Doch genau hier beginnt das Problem: Der Stiftungsrat hat in Liechtenstein eine Machtfülle, die in anderen Jurisdiktionen undenkbar wäre.

Und, weise Entscheidung des Fürsten und seiner Pseudoregierung, abgesegnet vom Pseudoparlament: in jeder Stiftung muss mindestens ein liechtensteinischer Treuhänder in diesem Rat sitzen.

Solange der Stifter lebt, hält sich der Treuhänder oft noch zurück. Doch spätestens mit dessen Tod beginnt die „Bereinigung“. Begünstigte werden plötzlich in Frage gestellt, ihre Ansprüche bestritten, ihre Rechte kleingeredet. Dokumente verschwinden in der Blackbox der Stiftung, Auskünfte werden verweigert, Anfragen ignoriert oder mit juristischen Nebelgranaten beantwortet.

Die zentrale Waffe: Informationskontrolle. Wer nichts weiss, kann nichts durchsetzen. Und genau darauf setzen diese Konstrukte. Begünstigte werden bewusst im Unklaren gelassen – über Vermögenshöhe, Struktur, Ausschüttungen oder sogar ihre eigene Stellung. Aus einem klar definierten Anspruch wird ein Gnadenakt. Aus Recht wird Willkür.

Noch dreister wird es, wenn Stiftungsräte beginnen, sich selbst oder ihnen nahestehende Personen als neue „wirtschaftlich Berechtigte“ zu installieren. Formal oft abgesichert durch interne Beschlüsse oder schwammige Stiftungsstatuten, materiell jedoch nichts anderes als ein Griff in die Kasse. Die Stiftung mutiert vom Instrument des Stifters zum Selbstbedienungsladen der Verwalter.

Und wer sich wehrt? Der prallt gegen eine Mauer. Prozesse in Liechtenstein sind teuer, langwierig und für Aussenstehende schwer durchschaubar. Der Treuhänder sitzt am längeren Hebel: Er kontrolliert die Akten, finanziert die Verteidigung aus dem Stiftungsvermögen – also letztlich aus dem Geld der eigentlich Begünstigten – und kann jede Herausgabe von Informationen verzögern.

Das System schützt sich selbst. Aufsichtsmechanismen greifen spät oder gar nicht. Transparenz ist ein Fremdwort, wenn sie den falschen trifft. Und so entsteht ein toxisches Geflecht aus Macht, Intransparenz und ökonomischem Eigeninteresse.

Natürlich gibt es sie, die seriösen Treuhänder. Doch die schwarzen Schafe profitieren von einem Rahmen, der Missbrauch nicht nur ermöglicht, sondern strukturell begünstigt. Wer die Regeln kontrolliert, kontrolliert das Vermögen.

Das eigentliche Skandalon ist daher nicht der einzelne Fall. Es ist das System, das solche Fälle immer wieder hervorbringt. Ein System, das vorgibt, Vermögen zu schützen – und es in Wahrheit allzu oft denjenigen ausliefert, die es verwalten.

Oder auf den Punkt gebracht: In Liechtenstein stirbt nicht nur der Stifter. Mit ihm stirbt oft auch die Kontrolle über sein Vermögen. Und was bleibt, ist ein Treuhänder – der plötzlich weiss, wie man sich selbst begünstigt.

19. Mai 2026/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-18-um-13.42.21.png 524 1188 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-05-19 07:08:492026-05-18 13:43:15Die Selbstbegünstiger

«Niemand möchte in diesen Sanktionsstrudel geraten»

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale

Auch SRF nimmt sich des Zombie-Trust-Skandals in Liechtenstein an.

Redaktor Pascal Schumacher blickt kurz in die Vergangenheit: «Im Frühjahr 2023 sanktionierten die USA den Sequoia Treuhand Trust im liechtensteinischen Ruggell. Laut dem US-Finanzministerium soll der Trust Gelder von Gennadi Timtschenko und Alisher Usmanow verwaltet haben – beides enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Über verschachtelte Firmenkonstrukte wurden damit Yachten, Offshore-Holdings und Immobilien in Monaco und Italien abgesichert. Die US-Sanktionsbehörde OFAC warnte Liechtensteinwegen möglicher Verstösse bereits mehrfach – und drohte unverhohlen mit Sekundärsanktionen, sollten Trusts mit Russland-Bezug weitergeführt werden. Auch die EU erhöht den Druck: Als EWR-Mitglied muss sich Liechtenstein an verschärfte Richtlinien halten – trotz formeller Nichtmitgliedschaft.»

Zudem hat es – neben anderen – den ehemaligen Vizepräsidenten der Liechtensteinischen Treuhandkammer erwischt. Auch er steht auf der Sanktionsliste des OFAC – ein geschäftliches Todesurteil.

Trotz solcher Einschläge machten die Treuhänder das, was im Ländle seit Alters her Brauch ist: sie liechtensteinerten. Blöd gelaufen, aber he, Einzelfälle, weiter mit Business as usual.

Aber dann brach Panik aus; Liechtensteiner Treuhänder verliessen in Scharen ihnen zu treuen Händen übergebene Trusts. Schumacher: «Selbst wenn diese nicht sanktionierte russische Staatsangehörige betreffen. Aus Angst vor Reputationsrisiken oder US-Strafen bleibt das Vermögen blockiert – die Trusts sind zwar rechtlich intakt, aber faktisch handlungsunfähig.»

Das hat die Besitzer von rund 800 Trusts unangenehm überrascht. Selbst wenn sie nicht auf der Sanktionsliste der US-Behörde OFAC stehen, also völlig legal über ihr Vermögen verfügen könnten: weg ist es. Eigentumsgarantie? Das gilt im Ländle nur für den Fürsten und seine Untertanen.

Regierungschefin Haas verkennt derweil völlig den Ernst der Lage und säuselt: «Liechtenstein sei ein sauberer Finanzplatz, auch wenn es schwarze Schafe geben könne, sagt Regierungschefin Brigitte Haas: «Eine hundertprozentige Garantie gibt es nie. Es wäre eine schöne Welt, wenn wir dies hätten », aber 99.9 Prozent seien sauber. Darüber wache Liechtenstein. «Wenn jemand ausschert, dann legen wir das offen und transparent», sagt die Regierungschefin.»

Man rechne. Wenn 99,9 Prozent aller Trusts «sauber» seien, aber 800 nicht, dann würde das ja bedeuten, das Liechtenstein 800’000 Trusts beherbergt. Absurd.

Und mit der Transparenz ist es auch nicht weit her. Wer sind denn die Treuhänder, die diese 800 Trusts schmählich im Stich gelassen haben? Tiefes Schweigen. Und wer sind denn die betroffenen und bestohlenen Besitzer? Tiefes, tiefes Schweigen.

Was wird denn Liechtenstein mit den herrenlos herumliegenden rund 20 Milliarden Dollar machen, die in diesen Trusts lagern? Da sei eine «Steuerungsgruppe» eingesetzt, die «Lösungen» dafür suche. Nach wochenlangem Grübeln schon fündig geworden? Ganz tiefes Schweigen.

SRF: «Sanktionen bedeuten Karriere-Aus für Treuhänder: Die US-Sanktionen haben in der liechtensteinischen Finanzwelt eine Schockwelle ausgelöst.»

«Niemand möchte in diesen Sanktionsstrudel geraten», lässt sich eine Liechtensteiner Rechtsanwältin zitieren.

Und was tut der Fürst? Nichts. Sein Stellvertreter auf Erden, Erbprinz Alois, der dank absolutistischer Macht sofort eingreifen könnte? Nichts.

Und was soll diese «Steuerungsgruppe» ausrichten? Regierungschefin Haas: «Eine Lösung so rasch wie möglich, aber natürlich so intensiv wie möglich und so rechtssicher wie möglich.»

Da beeile ich mich mal, sagt die Schnecke. Was eine «intensive» Lösung sein soll, das weiss wohl nur sie. Dass sie so «rechtssicher wie möglich» sein sollte, das kann angesichts der Zustände in der Fürstenjustiz nur ein schlechter Scherz sein.

Es ist offenkundig: ausser bei den ungetreuen Treuhändern ist das wahre Ausmass des Problems noch bei keinem Entscheidungsträger angekommen.

28. Juli 2025/51 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-21-um-10.59.51.png 980 1734 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-28 07:28:512025-07-21 19:01:59«Niemand möchte in diesen Sanktionsstrudel geraten»

Die Untreuhandkammer von Liechtenstein

Allgemein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Gegen Kritiker losschlagen ja, aber den eigenen Verein ausmisten nein.

Die Liechtensteinische Treuhandkammer tut ganz edel und vornehm auf ihrer Webseite:

«Ihr obliegen die Wahrung der Ehre, des Ansehens und der Rechte wie auch die Überwachung der Pflichten des Treuhänderstandes.»

Zurzeit widmen sich wahre Zierden ihres Berufsstands dieser edlen Aufgabe. Der Präsident ist Dr. iur. Stefan Wenaweser. Im Brotberuf Partner bei Marxer & Partner, einer einschlägig bekannten Treuhänderfirma. Vizepräsident der Treuhandlkammer ist Dr. nur. Peter Prast. Mandatsleiter bei Allgemeines Treuhandunternehmen ATU, im Geschäft seit 1929. Weiter im Vorstand sind Ernst Blöchlinger, im Team von Industrie- und Finanzkontor, «Wealth Preservation Experts», angeführt vom geschäftsführenden Präsidenten des Verwaltungsrats S.D. (Seine Durchlaucht) Prinz Michael von und zu Liechtenstein.

Dann hätten wir noch Mag. iur. Marion Kranz. Die Dame ist bei Walch & Partner, die ihre Kunden auch gerne bei Stiftungen & Trusts beraten. Dr. Thomas Zwiefelhofer, der ist im VR der First Advisory Group. «Ein führendes, unabhängiges Finanzdienstleistungsunternehmen mit Geschäftsstellen in Vaduz, Zürich, Genf, Hongkong und Singapur».

Und schliesslich MLaw David Meier, Inhaber von Advokatur David Meier: «Als Rechtsanwalt unterstütze ich Privatpersonen, Familienstiftungen und Unternehmen zudem in der Rechtsberatung mit Fokus auf Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht.»

Wir haben es hier also mit der geballten Kompetenz, hervorragenden Vertretern des Liechtensteiner Anwalts- und Treuhandwesens zu tun. Ausgesuchte Fachkräfte, würdig, die rund 180 Liechtensteiner Treuhänder wuchtig zu vertreten und deren Vereinsmitgliedschaftsbeiträge umsichtig – als wären es Kundenvermögen – zu verwalten.

Aber, oh Schreck, wie verträgt es sich mit all dem, dass diese Treuhandkammer schätzungsweise 100’000 Franken zum Fenster hinausgeworfen hat? Zweck- und sinnlos? Aus Spass und Tollerei? Oder vielleicht aus Ingrimm, aus gar nicht hochstehenden Gefühlen der Rache.

Denn diesen schönen Batzen hat die Treuhandkammer aufgeworfen, um einen sackteuren Zürcher Medienanwalt damit zu beauftragen, diesen Blog hier plattzumachen. Dafür reichte dieser Rechtsanwalt vor dem Handelsgericht Zürich eine vielseitige Klageschrift ein.

Auf ganzen 74 Seiten (plus einem Packen Beilagen) las der Anwalt diesem Blog hier die Leviten. untreuhaender.li musste erschreckt zur Kenntnis nehmen, dass wir angeblich die rechtschaffenen Treuhänder «in unlauterer Weise herabsetzen, eventualiter widerrechtlich in ihrer Persönlichkeit verletzen».

Dabei läge uns nichts ferner, jemanden in seiner Persönlichkeit zu verletzen, schon gar nicht widerrechtlich. Aber wir können nur dringlich dazu raten, dass die Treuhandkammer endlich mal dafür Geld ausgibt, dass in ihren eigenen Reihen alles korrekt abläuft.

Wir wollen ja keine Persönlichkeiten verletzen, aber Tatsachenbehauptungen – wenn sie zutreffen – tun das nicht. Zum Beispiel hat der bis im Juni amtierende Vizepräsident der Treuhandkammer inzwischen seine Treuhandlizenz zurückgegeben. Einfach so? Nicht wirklich, genauso wenig, wie Anton Wyss routinemässig als Vizepräsident zurücktrat. Er ist nämlich angeblich verwickelt in sanktionierte russische Gelder und nun selbst auf der Liste sanktionierter Personen der US-Behörde Ofac. Natürlich ein fürchterliches Missverständnis der Amis, of course.

Weiterhin im Amt als Präsident ist hingegen Stefan Wenaweser. Eine Zierde seines Berufsstands. Zu seiner Geschäftstätigkeit gehörte mal, dass er Gerichtsakten entwendete und erst nach einigem Druck wieder zurückgab. Auch nicht so die feine Treuhänderart.

Was die übrigen vielen schwarzen Schafe unter den Treuhändern so alles anstellen, davon berichtet dieser Blog täglich. Und weder dem teuren Zürcher Medienanwalt, noch der Treuhandkammer ist es bislang gelungen, auch nur eine einzige, eine winzig kleine Tatsachenbehauptung zu falsifizieren.

Kein Wunder, denn es stimmt alles, was hier beschrieben wird. Schon alleine aus einem Grund: so viel kriminelle Fantasie hätten wir gar nicht, auf solche diabolischen Ideen kämen wir niemals.

Also wiederholen wir dringlich unsere Bitte: statt auf den Boten loszugehen, sollte der Vorstand der Treuhandkammer doch endlich mal in den eigenen Reihen aufräumen. Noch besser: bei sich selber anfangen. Darüber würde untreuhaender.li sehr gerne lobend berichten.

 

19. Dezember 2024/22 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-18-um-21.29.16.png 521 916 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-19 07:51:262024-12-18 21:37:45Die Untreuhandkammer von Liechtenstein

Lösung für Liechtenstein

Allgemein

Manchmal muss man nur eine unkonventionelle Idee haben.

Liechtensteins Treuhänderunwesen oder Untreuhänderwesen ist ein Sumpf. Es ist nur deswegen kein schreiender Skandal, weil bislang der Deckel auf dem Topf mit ungeniessbarem Gebräu hält. Einzelfälle, schwarze Schafe, ansonsten sauberes, seriöses, kompetentes, anständiges Handeln zu treuen Händen.

So geht die Mär.

Die Wirklichkeit sieht anders aus, wie untreuhaender.li unermüdlich belegt.

Aber man muss sich natürlich fragen: was ist die Lösung? Wie säubert man den Finanzplatz Liechtenstein von der Herde schwarzer Schafe? Wie vermeidet man weitere Beschädigungen seiner Reputation?

Es gäbe da eine Möglichkeit. Denn schliesslich ist Liechtenstein die letzte absolutistische Monarchie Europas, wo der Fürst, bzw. sein amtierender Erbprinz, fast unbeschränkte Macht hat. Gesetze bedürfen seiner Zustimmung, im Parlament bewegt sich kein Blatt, ohne dass er zuvor huldvoll sein Einverständnis gegeben hat. Also könnte doch der Fürst oder sein Erbprinz …

Aber leider sieht es so aus, als wolle das Fürstenhaus dem schändlichen Treiben weiterhin zuschauen, wegschauen, die Augen davor verschliessen.

Was tun? Die «Welt am Sonntag» hat da eine Idee, auf die wir ehrlich gesagt nie gekommen wären. In der Kolumne «Zipperts Wort zum Sonntag» macht sich der Autor  Gedanken, welchen Gegner die marode deutsche Bundeswehr eigentlich noch angreifen, bzw. besiegen könnte. Da kommen ihm die Salomonen oder Tuvalu in den Sinn, aber der schlechte Zustand der deutschen Marine würde solche Pläne zunichte machen.

Dann aber der Geistesblitz, den wir hier zitieren wollen:

«Da wäre Liechtenstein die ideale Option, ein schwerreiches Fürstentum, ohne eigene Armee. 56 Milliarden Euro hat der regierende Fürst jederzeit in der Portokasse, die sich die Bundeswehr ohne grösseres Blutvergiessen aneignen könnte. Um weitere Milliardenlöcher zu verhindern, muss man den Zwergenstaat anschliessend natürlich zu regelmässigen Schutzgeldzahlungen verpflichten.»

Ein guter Gedanke, dem wir durchaus etwas abgewinnen können. Nur ist er nicht vollständig zu Ende gedacht. Mit den Schutzgeldern sollten dann noch alle betrogenen Besitzer oder Begünstigten von Stiftungen entschädigt werden, dann wäre es ein rundum perfekter Plan.

12. Februar 2024/0 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-12-um-16.28.35-e1707751745437.png 486 495 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-02-12 16:33:282024-02-13 10:40:59Lösung für Liechtenstein

Schwarze Schafe

Allgemein

Eine Mär verliert ihren Glanz.

Liechtenstein, seine Parteien, sein Fürst, seine Medien, sein Finanzplatz hat über lange Jahre hinweg immer eine Erklärung gehabt, wenn der nächste Skandal platzte:

Bedauerlich, unschön, unvorstellbar. Was, ein Treuhänder verwandelte sich in einen Untreuhänder und griff in die Kasse des ihm zu treuen Händen anvertrauten Vermögens? Pfui, wie kann er nur.

Was, ein Treuhänder verweigert nach dem Ableben des Stifters seinen Begünstigten Einblick in die Stiftung, vor allem, was die von ihm kassierten Honorare betrifft? Ts, ts, das ist gar nicht nett.

Was, ein Treuhänder giesst den Inhalt der Stiftung in ein neues Gefäß, in Fachkreisen dekantieren genannt, und bedauert gegenüber den eigentlichen Besitzern, dass die Konten leider leer seien und der Verblieb des Inhalts unbekannt, da stehe leider das Anwaltsgeheimnis blöd im Weg. Hei, hei, was für ein Frechdachs.

Ach, neuerdings genügt bereits der «blosse Anschein eines möglichen Interessenkonflikts», eine juristische Formulierung, bei der es jedem anständigen Anwalt die Nackenhaare aufstellt, um einen Stiftungsrat abzusetzen, und wenn er sich dagegen wehrt, wird ihm auch noch das Informationsrecht und die Begünstigung entzogen? Aber, aber, was für Schlingel sind denn das, die wollen offenbar ungestört abräumen.

Und da will doch eine reiche Witwe und Trägerin eines weltbekannten Namens dafür sorgen, dass ihre Tochter die auf deren 18. Geburtstag zugesagten Hunderte von Millionen bekommt? Nö, kriegt sie nicht. Ätsch. Schlimm, schlimm.

Oh je, und der eine oder andere Treuhänder greift wirklich einfach ins Treuhandvermögen, weil er eine brasilianische Geliebte oder seine Rolls-Royce-Sammlung finanzieren will und muss? Hm, menschlich verständlich, aber wirklich unschön. Und schliesslich gilt immer und überall die Unschuldsvermutung.

Man könnte diese Liste beliebig weiterführen; der Fantasie der Untreuhänder sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, die Selbstbereicherung auf die Spitze zu treiben.

Aber so kunterbunt die Verbrechen auch sind, die offizielle Antwort ist immer die gleiche: nun ja, das ist schon nicht so toll, aber bitte, das sind doch nur einzelne, seltene schwarze Schafe. Die gibt es doch überall und in jeder Herde.

Und überhaupt: schliesslich gebe es doch die fürstliche Justiz. Ab und an wandert tatsächlich so ein Treuhänder auch in den Knast. Da sieht man doch, dass auch in Liechtenstein der Betrogene sich an den Rechtsstaat wenden kann und vor Gericht dann Gerechtigkeit erfährt.

Bloss: eine Strafanzeige wird häufig damit abgeschmettert, dass die Staatsanwaltschaft keinen Anfangsverdacht erkennen kann. Was wunder, wenn der Betrogene von sämtlichen Informationen abgeschnitten ist. Aber, da bleibt doch noch der Zivilweg, um sein Recht zu erstreiten.

Theoretisch schon. Aber wie soll das der Betrogene finanzieren, wenn ihm sein Vermögen geraubt wurde? In Liechtenstein sind die Anwälte teuer, und guter Rat auch. Prozesse werden gedehnt wie ein Kaugummi, das Instanzenleiterchen hoch und runter geschickt. Monatelang, jahrelang. Bis sich das Problem finanziell (der Kläger ist pleite) oder biologisch (der Kläger ist verstorben) gelöst hat.

Nur ein paar schwarze Schafe? Bei 133 Treuhändern, einer doch eher kleinen Herde, müsste man vielleicht eher fragen, wie viele weisse Schafe es eigentlich gibt.

11. Februar 2024/0 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-11-um-16.33.14.png 669 676 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-02-11 16:53:202024-02-12 20:11:32Schwarze Schafe

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