Weg aus der beschädigten Glitzerwelt von Dubai & Co.?
Alleine an Vermögen im privaten Welt Management werden in den Emiraten rund 1,5 Billionen US-Dollar verwaltet. Nicht nur sanktionierte oder nicht-sanktionierte Russen verlagerten ihr Geld vor allem von Europa nach dem Nahen Osten.
Vor allem die Glitzerwelt von Dubai lockte nicht nur mit sicherer Geldanlage, stabilem System und Rechtssicherheit. Sondern auch mit hoher Lebensqualität, trotz meistens brütend heissen Temperaturen. Aber davon merkt der Reiche nichts, der in einer rundum klimatisierten Blase lebt und höchstens bei einem Ausflug in die Wüste kurz ins Schwitzen kommt.
Seitdem allerdings der Flughafen von Dubai mehrfach geschlossen werden musste, sogar in den Burj al Arab Trümmerteile einer iranischen Drohne einschlugen, ist es eher vorbei mit der Champagnerlaune der Gäste.
Da reiben sich Vermögensverwalter weltweit die Hände. Natürlich auch in der Schweiz und im Fürstentum nebendran.
In der Finanz und Wirtschaft schwärmt der Leiter institutionelle Kunden bei Systrade: er kenne «zwei Vermögensverwalter aus Dubai und Abu-Dhabi, die Gelder abziehen und in liechtensteinische Alternative-Investment-Fonds (AIF) anlegen wollen. Als Mindestanlagesumme gelten 7 Mio. Fr. Der Finanzplatz Liechtenstein sei inzwischen attraktiver als der Standort Dubai, ist Thomas Heyden überzeugt».
Das ist interessant. Denn zunächst tritt Systrade als Introducing Broker auf, vermittelt also schlichtweg Kunden an aktive Broker. Dazu bietet die Firma Vermögensverwaltung, unverbindliche Marktinformationen und die Beteiligung an Krypto-Token-Projekten an.
Laut ihren AGB bietet die Bude aber keine individuelle Beratung an, lässt die Kunden dabei im Irrglauben, sie täte das. Die Einnahmen hängen von Tranig-Aktivitäten ab, wobei Systrade bis zu 80 Prozent an Gebühren kassiert.
Die Kunden zahlen für diesen middle man schlichtweg mehr, als wenn sie direkt zu einem Broker gingen. Also Mehrkosten ohne klaren Mehrwert, Interessenskonflikte durch Provisionen und keine echte Beratung trotz «Finanzanbieter»-Image.
Heyden selbst hat seinen Fokus auf Kundenakquise und Betreuung, liefert also keineswegs eine unabhängige Beratung, sondern ist auch provisionsgetrieben. Mehr Trades, mehr Einnahmen, so einfach ist das. Performance spielt dabei keine grosse Rolle. Die Verantwortung liegt völlig beim Kunden.
Keine Haftung bei Verlusten, keine echte Fiduciary Duty. Hier werden Strukturen angeboten, die nur für ausgewiesene Fachleute durchschaubar sind, die zudem von einem ganzen Wald von Gebühren und Provisionen umgeben sind.
Ein kleines Beispiel, mit wie viel Vorsicht man einem fürstlichen Geldmenschen begegnen sollte. Dass die seriöse Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft seine Leser nicht darauf hinweist, nun, im heutigen Journalismus müssen auch solche Blätter in erster Linie überleben.
Aber das wäre bei Liechtenstein ja nur die Einstiegsabzocke. Anschliessend würden die Broker sich ihre Scheibe abschneiden, dann die veraltenden Geldhäuser, und wenn es ganz blöd für den Anleger läuft, hätte er auch noch gerne eine Stiftung mit mindestens einem liechtensteinischen Treuhänder im alles entscheidenden Stiftungsrat.
Da kann sich der ausländische Geldanleger endgültig von seinem Vermögen verabschieden.
Dann doch lieber gelegentlich eine iranische Drohne als einen liechtensteinischen Angriff auf das Geld, zudem in einem weitgehend rechtsstaatfreien Raum.









