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Schlagwortarchiv für: Schein und Sein

Grosse Portion Geheucheltes

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Wie schafft es eine Räuberhöhle, sich strahlend sauber darzustellen?

Eines muss man Liechtenstein und seinem Fürstenhaus lassen. Es gelingt dem Ländle, die hässliche Realität mit einem vermeintlich putzig-sauberen Image zu übertünchen.

Eine Beweisführung in fünf Punkten.

  1. Image der Transparenz vs. Realität der Intransparenz

Fassade: Liechtenstein präsentiert sich seit Jahren als „sauberer, transparenter“ Finanzplatz, der internationale Standards (z. B. OECD, FATF) einhält.

Wirklichkeit: Viele Strukturen – etwa Stiftungen, Anstalten und Treuhandkonstruktionen – dienen weiterhin dazu, die wahren Eigentümer von Vermögen zu verschleiern. Diese Konstruktionen ermöglichen es, Geld anonym zu parken oder zu vererben, oft steueroptimiert oder gar steuervermeidend. Ein Schattenfinanzplatz.

2. Moralische Doppelbödigkeit: „Kleine Alpenrepublik als Hüterin der Sauberkeit“

Fassade: Die Regierung und Fürstenfamilie betonen immer wieder, Liechtenstein habe „aus der Vergangenheit gelernt“ (etwa nach der Steueraffäre 2008).

Wirklichkeit: Gleichzeitig basiert der Reichtum des Landes zu einem erheblichen Teil auf Kapitalzuflüssen aus Steuervermeidung, Erbschaftsplanung und Vermögensschutz fragwürdiger Herkunft. Wie aktuell der Skandal um rund 800 Zombie-Trusts beweist.

3. Kooperation nur unter Druck

Fassade: Liechtenstein sei immer vorne dabei, wenn es um die Einführung neuer und schärferer Kontrollregeln bei Finanzflüssen gehe.

Wirklichkeit: Viele Reformen (z. B. Informationsaustausch, Bekämpfung von Geldwäsche) wurden nicht aus Überzeugung, sondern unter massivem internationalen Druck eingeführt.

4. „Legale“ Strukturen für illegitime Zwecke

Fassade: In Liechtenstein geht alles nach Gesetz und Ordnung zu und her, peinlich genau werden alle Regelwerke beachtet, Verstösse von der fürstlichen Justiz gnadenlos geahndet.

Wirklichkeit: Liechtensteinische Finanzdienstleister nutzen hochkomplexe legale Konstrukte, um Vermögen zu „strukturieren“. Dabei werden internationale Regeln zwar formal eingehalten, aber ihrem Geist nach umgangen. Zudem werden Stifter und begünstigte nach allen Regeln der Kunst ausgenommen und enteignet. Was von der fürstlichen Justiz geschützt wird.

5. Verflechtung von Politik, Fürstenhaus und Finanzwirtschaft

Fassade: Es gibt ein über den Dingen stehendes Fürstenhaus, demokratische Strukturen und einen autonomen Finanzmarkt, bei dem die Fürstenbank LGT nur ein Player unter anderen ist.

Wirklichkeit: Die enge Verbindung zwischen Staat, Monarchie und Finanzelite führt zu einer politischen Kultur, in der wirtschaftliche Interessen dominieren. Kritische Stimmen im Land oder im Ausland werden oft als Angriff auf die „Souveränität“ oder den „Erfolg Liechtensteins“ abgetan. Das erzeugt eine Fassade nationaler Einigkeit, hinter der wirtschaftliche Eigeninteressen geschützt werden.

Fazit: Man betont Ethik, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit, während man ein System aufrechterhält, das von Verschleierung, Diskretion und internationaler Steuerflucht profitiert.

Liechtenstein lebt davon, so zu tun, als habe es nichts mehr zu verbergen – und genau darin liegt die Kunst seiner Verlogenheit.

 

20. Oktober 2025/43 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-18-um-11.16.19.png 1130 1828 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-10-20 06:52:052025-10-18 11:19:58Grosse Portion Geheucheltes

Endlich: Liechtenstein wird solidarisch

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Untreuhänder

Wussten wir es doch: Fürst und Vaterland haben ein weiches Herz und dürsten nach Gerechtigkeit.

Das fürstliche Ministerium für Äusseres, Bildung und Sport (was für eine Mischung) kriegt sich kaum wieder ein:

«Die neue Plattform dient dazu, Liechtensteins internationales Engagement sichtbarer zu machen, den Austausch zwischen staatlichen und privaten Akteuren zu fördern sowie der breiten Öffentlichkeit einen umfassenderen und noch transparenteren Zugang zu Informationen über Projekte und Initiativen im Bereich der internationalen Solidarität Liechtensteins zu ermöglichen.»

Diese Plattform solidarisch.li, dazu noch als solidarity.li für Fremdsprachige, ist ein wahres Wunderwerk und wurde von Regierungsrätin Dominique Hasler stolz vorgestellt: «die Lancierung einer Solidaritätsplattform»sei «eines der Ziele im Regierungsprogramms 2021-2025. Sie stellt einen wichtigen Schritt dar, um Liechtenstein als solidarischen Standort auf internationaler Ebene zu positionieren».

Man scheut sich auch nicht, von Geld zu reden: «Mit einem Budget von 29 Millionen Franken im Jahr 2025 für die Internationale Humanitäre Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt Liechtenstein sein klares Bekenntnis zur globalen Solidarität.»

Nun ja. Dieses angeblich «klare Bekenntnis» macht haargenau 0,39 Prozent vom BIP Liechtensteins aus. International gefordert sind mindestens 0,7 Prozent. Alle umgebenden Staaten liegen deutlich höher, zum Beispiel die Schweiz bei 0,6 Prozent, deutlich oberhalb Liechtensteins.

Dabei wurde der Fürst gar noch nicht erwähnt, der über ein stattliches Vermögen von schätzungsweise über 8 Milliarden Franken verfügt. Wobei das sehr schwierig ist, weil alleine seine Kunstsammlung nicht im Wert zu bestimmen ist. Und dann hat er ja auch noch eine eigene Bank LGT.

Wie wäre es denn da mit einem «klaren Bekenntnis»? Abgesehen davon, dass ein Blick auf die Beispiele von gelebter Solidarität eher ernüchternd ist. Da gibt es zum Beispiel so ein «Resilienz-Programm» innerhalb des Welternährungsprogramms der UNO. Was das ist? «Planung von Wassereinzugsgebieten und Bodensanierung, u.a. mittels Stein- und Erdwällen, Wasserfanggräben entlang von Höhenlinien» usw. Das wird den damit beglückten Ländern Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad sicherlich deutlich weiterhelfen. «Liechtenstein unterstützt das Programm», heisst es hier wolkig. Schöne «Unterstützung», das gesamte Programm für ein riesiges Gebiet Schwarzafrikas hat ein Budget von – 100’000 Franken. Und da zahlt das Ländle einen Batzen dran.

Wer das als Projekt aufführt, ohne rot zu werden, ist ein typischer Vertreter Liechtensteins. Ein skrupelloser Heuchler und Schönschwätzer.

Ganz abgesehen davon, dass Solidarität doch auch im Landesinnern stattfinden könnte. Wie wäre es zum Beispiel damit, übergriffige Untreuhänder, die ungeniert in die Schatullen ihnen anvertrauter Gelder greifen, schnell und hart zu sanktionieren? Wie wäre es damit, die Entlassung der bei der LLB für einen eklatanten Kundenverrat Verantwortlichen mit der Macht der Finanzmarkaufsicht zu fordern? Wie wäre es mit Solidarität mit all den Opfern, die auf dem Finanzplatz Liechtenstein übers Ohr gehauen wurden und werden?

Und wie wäre es, wenn der Fürst als Zeichen seiner Solidarität mal etwas in diese Projekte einzahlen würde? Statt ein Anteil an lächerlichen 100’000 Franken mal einfach so eine runde Million? Deswegen könnte seine Trutzbug im Winter immer noch behaglich beheizt werden.

Aber Schein und Sein, das klafft in Liechtenstein so auseinander wie sonst nirgendwo in Kerneuropa.

22. Januar 2025/35 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/01/Bildschirmfoto-2025-01-21-um-17.42.08.png 745 1111 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-01-22 06:42:192025-01-21 18:12:30Endlich: Liechtenstein wird solidarisch

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