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Schlagwortarchiv für: Russengelder

From Russia, with love

Allgemein, Fürstentum Liechtenstein, Untreuhänder

In der Räuberhöhle Liechtenstein ist alles möglich.

Wenn man Fürscht, putzig, Ländle, bieder und jö beiseite wischt, bleibt als Kern im Finanzbereich des Fürstentums nur eins: Geldgier. Reine, nackte Geldgier.

Denn die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt, Multimillionen kann man sich als seriöser Treuhänder niemals zusammenraffen, wenn man nicht skrupellos ist und dem Prinzip anhängt: bringt’s mich nicht in den Knast, mache ich’s.

Nachdem das Geschäftsmodell Schwarzgeldbunker in die Luft geflogen war, warfen sich viele Untreuhänder auf eine neue Klientel: reiche Russen.

Die hatten sich ihr Vermögen in den wilden Zeiten des Umbruchs in der Ex-Sowjetunion zusammengerafft und waren sich sicher, dass sie es in Sicherheit bringen mussten, bevor das russische Regime unter Putin es ihnen wegnehmen würde.

Malta, Zypern, kleine Inseln im Meer – und Liechtenstein. Da wehte dann plötzlich ein anderer Wind im Ländle, und was vorher unvorstellbar war, fasste das Vaterland in trockene Worte:

«Verbindungen von Treuhänder zu russischen Geheimdiensten: Es sei wichtig, «das Missbrauchspotenzial der auf dem Finanzplatz angebotenen Dienstleistungen anzuerkennen», so das Finanzministerium.»

Denn es ging und geht nicht nur um das ertragreiche Lagern von Russengeldern in Liechtenstein. Sondern es gibt ja noch mehr Möglichkeiten, auf diesem Gebiet Geld zu verdienen. Wenn man keine Skrupel kennt und sich eigentlich sicher ist, dass einem von der fürstlichen Justiz keinerlei Gefahr droht.

Das ist so, aber dann gibt es auch noch die Amis mit ihrer Sanktionsbehörde Ofac. Wer auf deren Liste kommt, hat gesellschaftlichen Selbstmord begangen.

«Missbrauchspotenzial anerkennen», meinte die fürstliche Regierung. Unfreiwillig saukomisch.

So schrieb das Vaterland vor zwei Jahren:

«Die Vorwürfe, die das US-Finanzministerium vor vier Wochen erhob, haben es in sich: Ein Vaduzer Treuhandbüro soll Teil eines Netzwerks gewesen sein, mit dem sich russische Geheimdienste Halbleiter- und Nanotechnologie-Equipment beschafften. Und aufgrund dieser mutmasslichen Geheimdienst-Verbindungen setzte die OFAC – die amerikanische Sanktionsbehörde – das Treuhandbüro sowie dessen mittlerweile zurückgetretenen Direktor am 19. Mai auf die Sanktionsliste.»

Hoppla.

Dann erfolgte das übliche Liechtensteinern. Natürlich seien die Vorwürfe völlig unbegründet, behauptete das Treuhandbüro. Wir sagen nix, sagte die Treuhandkammer. Einzelfall, bedauerlicher Einzelfall, sagte die Regierung.

Allerdings: «Neben der Reaktion von Regierung und Behörden stellt sich aber auch die Frage, wie die Treuhandbranche mit diesem Fall umgeht. Immerhin ist es bereits das zweite Mal, dass ein Treuhandbüro und dessen Geschäftsführer im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg von den USA sanktioniert wird», fügte das Vaterland mutig hinzu.

Also gut, dann halt kein Einzelfall, sondern zwei Einzelfälle.

Wobei dieser Skandal bereits vor zwei Jahren aufpoppte. Haben die Treuhänder damals was draus gelernt?

Wegen der Vorwürfe und der internationalen Sanktionen gegen russische Oligarchen und vermutete Russland-Netzwerke gerät die Treuhandbranche in Liechtenstein zunehmend unter Druck. Viele Treuhänder haben Geschäftsbeziehungen mit russisch-vermuteten Klienten beendet.

Das fand aber erst ab Spätherbst 2024 statt, also mehr als ein Jahr später. Obwohl es längst absehbar war, dass die USA immer allergischer auf Versuche reagierten, ihre Embargopolitik gegenüber Russland zu unterlaufen und die Gelder von sanktionierten russischen Oligarchen aufzubewahren.

Aber da siegte in Liechtenstein wieder mal die Geldgier und übersteuerte alle Vorsicht. Bis es dann urplötzlich zu einem Massenexodus von Treuhändern aus Trust-Konstruktionen kam.

Was dann international Schlagzeilen machte, Stichwort Zombie-Trusts.

Mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner.

Dieses Lied singen die Treuhänder sogar noch, wenn sie am Untergehen sind. Denn dermassen viele Schläge, eine solche Abfolge von reputationsverlust und Imageschaden, das wird der Finanzplatz Liechtenstein als angeblich sicherer Ort für das Aufbewahren grosser Vermögen – Herkunft egal – nicht überleben.

Eigentlich ist auch er selbst ein Zombie. Nur hat er es noch nicht gemerkt.

2. Dezember 2025/30 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-01-um-18.39.28.png 1116 1598 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-12-02 07:11:562025-12-01 18:40:43From Russia, with love

Sanktionen gegen Ländle-Banken?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale

Ähnelt der Bankenplatz der Titanic?

Die fürstlichen Banken und die Titanic haben, bei allen äusseren Unterschieden, etwas gemeinsam: beide werden für unsinkbar gehalten.

Bei der Titanic brauchte es dann nur einen Eisberg, um das Gegenteil zu beweisen. Was braucht es bei den Liechtensteiner Banken wie der Fürstenbank LGT und der Fürstenbank LLB?

Ganz einfach, es braucht die US-Sanktionsbehörde Ofac. Dass ganze 800 Zombie-Trusts herrenlos herumstehen, weil ihre treulosen Treuhänder die Flucht ergriffen haben, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Das Ofac ist dabei ziemlich offenherzig, was die Beschreibung von Handlungen betrifft, die überhaupt nicht genehm sind:

Laut Ofac Advisory können ausländische Finanzinstitute bestraft werden, wenn sie „Konten unterhalten, Gelder transferieren oder andere Finanzdienstleistungen erbringen“ für Personen, die auf der SDN-Liste (Specially Designated Nationals) stehen oder für russische Institutionen, die im militärisch-industriellen Sektor tätig sind.
•Mit der Executive Order E.O. 14114 hat Ofac ausdrücklich die Möglichkeit geschaffen, Foreign Financial Institutions (FFIs) wegen „signifikanter Transaktionen im Auftrag“ sanktionierter russischer Stellen zu belegen.
•Das heisst: Wenn LGT russische Kunden hat, die mit sanktionierten Einheiten verbunden sind, oder Gelder verwaltet, die letztlich von sanktionierten Personen stammen, könnte LGT ins Visier geraten – insbesondere dann, wenn es „strukturierte Transaktionen“ oder Verschleierung gibt.
Darüber hinaus:
Ofac warnt Finanzinstitute, dass bestimmte Praktiken, mit denen versucht wird, Sanktionen zu umgehen („Evasion“), besonders riskant sind. Beispiele: Verschleierung von Zahlungsfeldern, Umgehung regulärer Kanäle.
Falls eine Bank als riskant eingestuft wird, kann Ofac z. B. die Korrespondenz- oder „payable-through“-Konten in den USA einschränken oder ganz schliessen.
Wie man weiss, ist der Ausschluss vom Dollar-Clearing eine tödliche Waffe. Jede Bank, der das passiert, muss innerhalb von 24 Stunden ihre Bücher deponieren.
Nicht nur, weil sie selbst nicht mehr in der Weltwährung handeln kann. Sondern weil sofort alle ihre Korrespondenzbanken aus Angst vor Ansteckung sämtliche Geschäftsbeziehungen einstellen.
Nun beweist die Existenz von mehr als 800 Trusts mit direkten Bezügen zu Russland oder zu russischen Oligarchen, dass der Finanzplatz Liechtenstein geradezu fahrlässig locker mit Russengeldern umgegangen ist.
Das mag bis zum russischen Überfall auf die Ukraine noch angegangen sein. Aber seither sind die USA ernsthaft dabei, vor allem Umgehungsgeschäfte gegen ihre Sanktionen zu verfolgen.
Natürlich wäre es ein Riesenhammer, wenn das Ofac die LGT oder die LLB vom Dollarclearing ausschliessen würde. Auf der anderen Seite mussten diese Zombie-Trusts ja irgendwo ihre Finanzgeschäfte abwickeln. Was lag da näher als über Liechtensteiner Banken?
Damit haben die USA nun einen Trumpf in der Hand. Sie können Ländle-Banken dazu zwingen, ihnen beliebige Informationen über beliebige Kunden auszuhändigen. Immer mit der Drohung: wenn nicht, dann kracht’s.
Dass es liechtensteinischen Banken mit dem Bankgeheimnis nicht so genau nehmen, ist bekannt. Aber welche Kunde möchte schon gerne, dass vertrauliche Informationen und Korrespondenz mit seiner Bank auf direktem Weg in die USA gelangen?
Unabhängig davon, ob er etwas zu verbergen hat oder nicht. Denn die Basis jeder Bankbeziehung – Vertrauen – beruht darauf, dass der Kunde auf die Diskretion und Verschwiegenheit seiner Bank vertraut.
Kann er das in Liechtenstein?
Oder gibt es nach den Zombie-Trusts dann auch mal Zombie-Banken?
19. November 2025/26 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.35.31.png 1024 1252 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-11-19 07:33:362025-11-17 16:37:21Sanktionen gegen Ländle-Banken?

Kontrolle? In Liechtenstein?

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Treuhänder

Stiftungen und Trusts sind der reinen Willkür ausgeliefert.

Schauen wir wieder mal hinter die heile Fassade. Liechtenstein sei ein putziges Fürstentum, in dem Recht und Gesetz herrschen und sich niemand Sorgen machen muss, dass sein Vermögen nicht ordnungsgemäss aufbewahrt und verwaltet wird. Dabei wird grosser Wert auf sauberes Geld gelegt, die sogenannte Weissgeldstrategie.

Daran stimmt genau – nichts.

Am Fürstentum ist überhaupt nichts putzig. Der Fürst, bzw. der herrschende Erbprinz Alois, regiert mit absolutistischer Machtvollkommenheit. Daher hat er es gar nicht nötig, Regierung, Parlament oder Justiz öffentlich in die Schranken zu weisen. Da alle wissen, dass er sie zum Teufel jagen kann, Richter nicht mehr ernennen, gehorchen sie auf sein Fingerschnippen und lesen ihm alle Wünsche von den Augen ab.

Fürstenrecht und Fürstengesetz, das ist das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit. Mit absurden Urteilen, mit der Verschleppung von glasklaren Fällen über Monate und Jahre, mit Absurditäten wie der Erfindung eines «blossen Anscheins einer möglichen Interessenskollision» werden immer wieder Urteile gefällt, die jedem Juristen ausserhalb des Ländle die Haare zu Berge steigen lassen.

Die ordnungsgemässe Aufbewahrung und Verwaltung des Vermögens beinhaltet, dass sich liechtensteinische Treuhänder, die obligatorisch Einsitz in den allmächtigen Stiftungsrat nehmen, sich ungeniert bereichern und durch die Verwaltung Kommissionen, Kick-backs und Retrozessionen verdienen, die sie sich mit den fürstlichen Banken teilen.

Sie werden dadurch so reich, dass sie sich nicht nur teure Autos, kostspielige Geliebte und edle Hobbys leisten können, sondern sogar die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt.

Zwischen fürstlicher Justiz, fürstlicher Treuhandkammer, fürstlicher Finanzmarktaufsicht und fürstlichen Treuhändern herrscht dabei Komplizenschaft wie in einer Räuberhöhle.

Wie grosser Wert auf sauberes Geld gelebt wird, zeigen die rund 800 Zombie-Trusts, die herrenlos herumstehen. Nachdem das Geschäftsmodell Stiftung oder Trust als Schwargeldbunker explodiert war, mussten neue Einkommensquellen gesucht werden. Sie bestehen darin, dass Liechtenstein vor allem aus östlichen Quellen jede Form von Geld annimmt und aufbewahrt.

Der Vorteil ist, dass es kaum ein russischer Oligarch wagt, sich öffentlich darüber zu beschweren, dass er über Jahre abgezockt wurde. Aber immerhin konnte er selbst auch von dem in Liechtenstein verstauten Geld profitieren.

Aber jetzt hängen schätzungsweise 20 Milliarden US-Dollar in der Luft. Genauer gesagt: sie sind eingefroren, ihre Besitzer haben seit vielen Monaten keinen Zugriff mehr darauf.

Das öffentliche Mitleid hält sich in engen Grenzen. Zu wirkmächtig ist die Assoziationskette: reicher Russe, Putin-Freund, hat sein Geld sicherlich mit krummen Geschäften und Korruption verdient. Kommt es ihm abhanden, dann geschieht es ihm nur recht.

Das gilt natürlich auch für den Pleitier René Benko.

So könnte dieses Geschäftsmodell hinter der schönen Fassade eigentlich ungehemmt weitergeführt werden. Wenn es nicht zwei ganz unangenehme Probleme dabei gäbe.

Die blosse Anzahl der herrenlosen Trusts, weil deren Treuhänder mit qualmenden Socken das Weite suchten, beweist, wie sorglos Liechtenstein bei der Annahme von Geldern vorgegangen ist.

Noch schlimmer ist allerdings: die meisten enteigneten Besitzer halten vom Rechtsstaat ungefähr gleich viel wie Liechtensteiner Treuhänder oder das Fürstenhaus: nämlich nichts.

Daher ist es klar, dass viele Treuhänder im Ländle eher unruhige Tage und Nächte verbringen. Denn sie werden von den betrogenen Kunden unter Druck gesetzt, denen wieder den Zugang zu ihren Vermögenswerten zu verschaffen.

Weigern sie sich oder jammern sie gar, dass sie leider dazu nicht mehr in der Lage sind, weil sie ihre Position als Stiftungsrat aufgegeben haben, dann sind sie für den russischen Oligarchen nutzlos geworden. Allerdings tut man ihm das nicht ungestraft an, ihn dermassen brutal von seinem Vermögen zu trennen.

Die einzige Rettung für diese Treuhänder bestünde darin, sich als Liquidatoren dieser Trusts zur Verfügung zu stellen. Und unter der Hand zumindest einen Teil der eigefrorenen Werte ihren Besitzern zurückzugeben. Damit gerieten sie aber auf die gefürchtete Todesliste der US-Sanktionsbehörde Ofac, was auch nicht sehr gesund ist.

Und weder dem Fürstenhaus, noch der Regierung, noch der mit Getöse eingesetzten Task Force ist bislang etwas eingefallen, wie man aus dieser Bredouille gesund und heil herauskommt.

Ausser vielleicht, zu beten.

 

29. Oktober 2025/40 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-28-um-23.23.30.png 1024 1790 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-10-29 06:51:082025-10-28 23:29:56Kontrolle? In Liechtenstein?

Zombies bleiben Zombies

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

800 Trusts hängen in der Luft. Na und, sagt Liechtenstein.

Anfang September 2024 erschreckte die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Liechtensteiner Treuhänder mit der Mitteilung, dass nun aber wirklich eine Null-Toleranz-Politik herrsche.

Bezüglich der Verwaltung von Russengeldern, die möglicherweise von den USA sanktioniert werden könnten. Pah, sagten die Treuhänder, uns kann keiner, wir sind Liechtensteiner.

Dann schlug der Blitz der Ofac, der US-Sanktionsbehörde, bei einem runden Dutzend Liechtensteiner Treuhändern und Treuhandbuden ein. Das bedeutet das gesellschaftliche Todesurteil. Bankkonten werden gekündigt, Kreditkarten gesperrt, Darlehen zurückgefordert, die meisten Airlines verweigern die Beförderung, Geschäftspartner ziehen sich eilends zurück.

Das brachte Bewegung in die Sache. Nun kam es zur Massenflucht. Flächendeckend traten Treuhänder als Direktoren von Trusts zurück und liessen rund 800 schmählich im Stich.

Wohlgemerkt ist seit dem Anfang dieser Absatzbewegung inzwischen mehr als ein Jahr vergangen. Da die Informationspolitik der FMA, der Liechtensteiner Behörden oder gar des Fürstenhauses unterirdisch schlecht ist, kann man nur Vermutungen über den Zustand dieser Trusts anstellen.

Wie viele gestrandete, paralysierte, herrenlose Einheiten gibt es eigentlich? Wie viele sind allenfalls bereits in Abwicklung? Und wenn ja, was bedeutet das genau?

Ein offizielles, konsolidiertes Zählwerk gibt es nicht.

Was bedeutet das? Es gibt rechtlich bestehende, operativ handlungsunfähige Strukturen mit globalen Assets (Immobilien, Yachten, Beteiligungen).

Wenn’s in der Villa zum Dach reinregnet, wenn die Yacht am Absaufen ist, wenn die Beteiligung neu ausgerichtet werden sollte: nix geht, alles steht still.

Alles, ausser einem anschwellenden Reputationsschaden für das Ländle. Denn wer will schon sein Geld an einen Ort bringen, wo ihm vorgegaukelt wird, hier sei es sicher und rechtsstaatlich geschützt – und dann ist es plötzlich weg, und es gibt keine rechtlichen Möglichkeiten, gegen diese Enteignung vorzugehen?

Schlimmer noch: was machen die Autoritären, die Regierung, der Fürst, sein Stellvertreter auf Erden, der Kronprinz Alois?

Eine Taskforce arbeite an Verfahren zur Bestellung von Organen/Liquidatoren und (wo nötig) geordneter Abwicklung; in einer Parallelspur Kooperation mit US-Behörden (Ofac) für Lizenzen/Klarstellungen.

Oder in einfachen Worten: nichts passiert. Schon alleine deswegen, weil kein liechtensteinischer Treuhänder – und nicht mal ein Untreuhänder – so tollkühn wäre, als Liquidator in die Bresche zu springen – und das Risiko zu laufen, selbst auch auf der Sanktionsliste der Ofac zu landen.

Die EU diskutiert inzwischen mit zunehmender Energie Möglichkeiten, wie eingefrorene russische Vermögen der Ukraine zugänglich gemacht werden könnten – oder zumindest die Erträge davon.

Eine fragwürdige Sache bei einem der korruptesten Staaten Europas.

Aber wäre das ein Ausweg für Liechtenstein? Statt vergeblicher Suche nach Liquidatoren einfach weg mit den Assets? Geschenk an die EU, die dann doch selber schauen soll, was sie mit den schätzungsweise 20 Milliarden Dollar eingefrorene Vermögenswerte anstellt?

Das wäre sicherlich der EU und den USA gegenüber eine denkbare Lösung. Sie hat aber nur einen Haken.

Weder die betroffenen russischen Trustbesitzer, noch die russische Regierung im Schutzmodus gegenüber ihren beklauten Landsleuten fänden das toll.

Die Rückgabe an die eigentlichen Besitzer fänden hingegen die USA und die EU nicht toll.

Beide Seiten neigen zudem in letzter Zeit zu durchaus auch unzivilisierten Methoden, um ihren Unwillen auszudrücken. Und schrecken sogar vor Gewalt nicht zurück.

Und ob der Treuhänder in einem US-Folterknast in Polen oder der Türkei landet – oder ob er Opfer eines russischen Rollkommandos wird –, beide Zukunftsaussichten sind nicht schön.

Also bleibt eigentlich nur eins: die Flucht. Nix wie weg. Den Porsche in der Garage stehen lassen, die goldene Rolex anziehen, ein paar Kunstwerke aus dem Rahmen schneiden, möglichst viel Bargeld in Diamanten umtauschen – und dann weg.

Weit weg. Ganz weit weg.

Wie wäre es mit Tristan da Cunha im Südatlantik? Gehört zu St. Helena und ist 2400 km vom nächsten Festland entfernt. Hier hat’s schon Napoleon ausgehalten. Oder die Pitcairn-Inseln in der Südsee. Hier leben immer noch die Nachkommen der Meuterei auf der Bounty.

Gut, die Lebensqualität ist nicht unbedingt mit der in Liechtenstein zu vergleichen. Aber andererseits: es gibt sie, weil der Treuhänder so am Leben bleibt …

 

17. Oktober 2025/52 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-16-um-20.35.17.png 1208 1874 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-10-17 05:59:382025-10-16 20:38:41Zombies bleiben Zombies

Was kann Liechtenstein geschehen?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale

Fürst und Erbprinz ruhen gelassen in der Trutzburg. Noch.

Da sie sich von göttlicher Gnade begleitet fühlen, schauen sie nicht einmal in den Himmel.

Täten sie aber besser, denn dort – und nicht nur dort – ballen sich dunkle Gewitterwolken über dem Ländle. Genauer über seinem Finanzplatz.

Mit viel Mühe und noch mehr Geld haben sie sein Image aufpolieren lassen, nach dem hässlichen Steuerstreit, durch den Tausende von Stiftungen implodierten und den paar Dutzend Treuhändern ihr Geschäftsmodell kaputt machten.

Stiftung errichten, dann abkassieren. Wird der Kunde frech, winkte man mit einer Anzeige bei dessen Fiskus. Verdacht auf Geldwäsche, Untertatbestand Steuerhinterziehung. Dann war meistens Ruhe im Karton.

Aber woher neues Geld zum Verwalten nehmen, wenn nicht stehlen?

Da kamen die Treuhänder auf die Idee, es doch am besten mit Russengeldern zu probieren. Schliesslich gab und gibt es genügend reiche Russen, die dringlich nach einem Ort suchen, wo sie ihr Vermögen – wie auch immer erlangt – sicher verstauen können.

Immer mehr Finanzhäuser oder Finanzintermediäre oder Vermögensverwalter schreckten davor zurück, solche Gelder anzufassen.

Mit kann keiner, ich bin Liechtensteiner, dachten die nach neuen Einkommensquellen suchenden Liechtensteiner Treuhänder und Untreuhänder. Wäre doch gelacht, wenn wir unter dem Schutz der fürstlichen Justiz und des Fürstenhauses so nicht locker Kohle machen könnten wie zuvor.

Nun stehen sie im Regen und haben nicht mal einen Regenschirm dabei.

Die USA sind sauer auf Liechtenstein und zeigen es auch überdeutlich, indem ihre Sanktionsbehörde Ofac reihenweise Treuhänder des Ländle oder ihre Firmen auf die tödliche Sanktionsliste setzen.

Etwa 800 reiche Russen sind stinksauer, weil sie von einem Tag auf den anderen nicht mehr an ihre sicher geglaubten Vermögenswerte herankommen.

Eigentumsgarantie in Liechtenstein? Ach was. Ein Treuhänder verwaltet zu treuen Händen einen ihm anvertrauten Trust? I wo. Liechtenstein ist ein Rechtsstaat, da gibt es doch legale Mittel, wieder an sein Geld heranzukommen? Selten so gelacht.

Ausserdem ist die russische Regierung sauer auf Liechtenstein. Denn sie kann nicht tatenlos zuschauen, wie rund 800 ihrer Staatsbürger plötzlich um ihr Vermögen gebracht werden, das sie sicher verstaut wähnten. Und da geht es nicht um Peanuts, sondern um mindestens 7 Milliarden $ in Cash plus Flugzeuge, Yachten, Immobilien und vieles mehr, im Gesamtwert von sicherlich rund 20 Milliarden.

Was tut Liechtenstein, um dieses heikle Problem zu lösen, das bereits international Schlagzeilen machte? Kein Treuhänder traut sich, einen dieser Trusts auch nur anzuschauen. Die Regierung wiegt bedächtig das Haupt und ruft eine Kommission ein, die dann mal schauen soll, ob und wie man das Problem lösen könnte.

Fürst und Erbrpinz tun gar nichts.

Was könnte ihnen passieren? Einiges.

Die USA könnten damit drohen, der Fürstenbank LGT und der Fast-Fürstenbank LLB das Dollarclearing zu untersagen. Also ihnen zu verbieten, in Dollar Geschäfte zu machen, weil die USA Besitzer der Weltwährung sind. Das hat normalerweise den Tod der Bank innert 48 Stunden zur Folge. Schon alleine die Drohung reicht aus, dass viele Korrespondenzbanken, die man heutzutage haben muss, den Kontakt kappen. Und die verbleibenden verlangen happige Gebühren, als Risikoprämie.

Die USA könnten auch daran denken, den Fürst himself und seinen Stellvertreter und weitere Mitglieder der fürstlichen Familie auf die Sanktionsliste des Ofac zu setzen. Dann wäre fertig lustig, sie alle dürften die Trutzburg oder das kleine Liechtenstein nicht mehr verlassen, denn nur dort würden sie im Fall der Fälle nicht an die USA ausgeliefert.

Das Gleiche könnte auch Regierungsmitgliedern passieren, da würde es auch nichts nützen, als Cousine des Bischofs Haas um göttlichen Beistand zu bitten.

Das Gleiche könnte auch den Geschäftsleitungen der Banken passieren.

Die USA könnten auch ein paar subalterne Mitarbeiter herauspicken, die dann gerne zu Whistleblowern würden, um von dieser Todesliste wieder runterzukommen. Ausserdem winkt, wie im Fall Birkenfeld, eine fette Belohnung, wenn sie verwendbare Informationen aushändigen.

Aber das sind nur die zivilisierten Methoden, die die USA anwenden würden. Es kaum damit zu rechnen, dass Präsident Trump seine big beautiful bomb gegen das fürstliche Schloss einsetzt. Wobei, bei ihm weiss man nie.

Die russische Regierung hingegen ist nicht dafür bekannt, sich an zivilisierte Methoden zu halten, wenn sie mal richtig sauer ist. Präsident Putin hat eine eher kurze Zündschnur.

Aber das ist noch nichts gegen diejenigen Russen, die ihr in Liechtenstein verstautes und blockiertes Geld mit unkonventionellen Methoden während den Wildwestzeiten in Russland ergattert haben. Damals wurde mit allen Mitteln gefightet, Rollkommandos, Killertruppen und alles Unschöne inbegriffen.

Wer da als Sieger mit ein paar Milliarden vom Platz ging, ist ziemlich abgebrüht und skrupellos.

Das ist etwa so, wie wenn man das Geld der Mafia aufbewahrt und es für eine gute Idee hält, es ihr einfach wegzunehmen.

Da werden dann keine Angebote gemacht, die man nicht ablehnen kann. Da wird auch kein blutiger Pferdekopf ins Bett eines liechtensteinischen Treuhänders gelegt. Da gibt es höchstens als letzte Warnung einen Knieschuss.

Natürlich gibt es unter den wohl 800 Betroffenen auch seriöse Geschäftsleute, die niemals zu solchen Mitteln greifen würden. Aber wenn die merken, dass sie in Liechtenstein keinesfalls auf die Unterstützung der fürstlichen Justiz zählen können, um auf legalen Wegen wieder an ihr Vermögen zu kommen?

Dann werden auch die stinksauer. Und erkundigen sich bei ihren weniger seriösen Kollegen, was man machen könnte.

Aber das alles soll doch den Fürsten und seinen Stellvertreter auf Erden überhaupt nicht beunruhigen. Oder etwa doch?

14. Juli 2025/58 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-13-um-18.32.34.png 1088 1888 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-14 06:50:542025-07-13 18:34:07Was kann Liechtenstein geschehen?

Im Namen des Herrn

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale

Mein Name ist Haas, ich weiss von nichts.

In den irdischen Niederungen geht es in Liechtenstein drunter und drüber. 475 Trusts stehen plötzlich herrenlos in der Gegend rum. Ihnen sind ihre Treuhänder untreu geworden. Aus Schiss, wie einige ihrer Kollegen auf die Sanktionsliste der US-Behörde Ofac zu kommen.

Weggen des Verdachts der Beteiligung am Verstecken von sanktionierten Russengeldern.

Dazu die nicht abreissende Reihe von Skandalen um das Enteignen der Besitzer und Begünstigten von Stiftungen.

Dazu die immer lauter werdende Kritik der Antikorruptionsbehörde GRECO des Europarats wegen fehlender Antikorruptionsregeln und an der Allmacht des Fürsten, der absolutistisch in Strafverfahren eingreifen kann.

Dazu AMLA, die „Anti Money Laundering Authority“ der EU, die in Liechtenstein viel aufzuräumen hat. Das Ländle will ihre Reglemente übernehmen – bis 2027. Oder so oder später.

Aber auch in himmlischen Gefilden über Liechtenstein geht es nicht gerade fromm zu.

1997 war der mehr als umstrittene erzkonservative Erzbischof Wolfgang Haas vom Bistum Chur in seine liechtensteinische Heimat wegbefördert worden. Nachdem es in Chur zu wahren Aufständen gegen seine Amtsführung gekommen war.

Die Regierung des Ländle und fast der gesamte Landtag blieben seiner Amtseinführung fern. Das dürfte der katholische Landesfürst Hans-Adam II. gar nicht gerne gesehen haben. Denn er hatte ausdrücklich die Heimkehr von Haas befürwortet und auch das extra für Haas neu gegründete Erzbistum Vaduz hochwohllöblich befördert und unterstützt.

Die NZZ schreibt:

«Haas weihte rund sechzig Priester, vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – eine sehr grosse Zahl für ein Bistum mit zehn Pfarreien. Unter ihnen sind einige zwielichtige Gestalten, die man in ihren Heimat- bistümern als untauglich für das Priesteramt eingestuft hatte. Manche von ihnen wurden des Kindsmissbrauchs und des Besitzes von Kinderpornografie beschuldigt, verbreiteten rechtsextreme Verschwörungstheorien oder schossen sich wegen dessen Reformagenda auf Papst Franziskus ein.»

Alles völlig normal für Liechtenstein, dessen fürstliche Justiz alles unterstützt, was den dortigen Treuhändern nutzt und dabei rechtsstaatliche Prinzipien mit den Füssen tritt. Wieso also auch nicht so einen Erzbischof dulden.

Nachdem der Protest gegen Haas selbst im Ländle nicht abriss, entzog ihm schliesslich auch der Fürscht seine Huld.

Am 7. August wurde Haas 75 Jahre alt. Normalerweise der Zeitpunkt, an dem ein Erzbischof zurückzutreten hat. Das sah der Hirte allerdings anders: Schon Jesus habe seinen Jüngern erklärt:

«Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.»

Dennoch musste er zähneknirschend sein Rücktrittsgesuch einreichen, das vom damals im Vatikan zuständigen Robert Prevost angenommen wurde. Der auch dem Willen von Haas nicht entsprach, einen Bruder im Geist als dessen Nachfolger einzusetzen.

Der heutige Papst Leo XIV ernannte stattdessen einen apostolischen Administrator für Vaduz. Eine provisorische Lösung. Eine Wiedereingliederung von Vaduz ins Bistum Chur ist keine Option, einen ordentlichen Nachfolger für Haas zu finden, äusserst schwierig.

Also muss sich der Papst höchstpersönlich wohl demnächst um das Seelenheil der rund 30’000 Katholiken in Liechtenstein kümmern.

Ex-Bischof Haas ist grummelnd im Ruhestand. Da gibt es aber eine Regierungschefin namens Brigitte Haas. Trotz Vertuschungsvorwürfen gegen ihren Cousin – im kleinen Ländle kennt jeder jeden und fast jeder ist mit fast jedem verwandt – will die höchste Vertreterin der weltlichen Macht (unter dem herrschenden Erbprinz Alois natürlich) sich weiterhin mit ihrem Cousin gut verstehen und verteidigt ihn gegen jegliche Vorwürfe.

Liechtensteinern halt, was sonst.

7. Juli 2025/74 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-06-um-18.43.37.png 858 1582 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-07 07:18:162025-07-06 18:49:17Im Namen des Herrn

Es darf gelacht werden

Allgemein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder

Bei hohen Temperaturen helfen kühlende Worte.

Die Liechtensteiner Untreuhänder sorgen für einen Skandal nach dem anderen.

Was ihnen zu treuen Händen anvertraut wird, verlassen sie im Notfall fluchtartig. So wie 475 Trusts, in denen höchstwahrscheinlich sanktionierte Russengelder aufbewahrt werden.

Aber am liebsten enteignen sie die Besitzer und Begünstigten von Stiftungen, wenn die ihnen blöd kommen. Und schon die Frage nach exorbitanten Verwaltungsgebühren oder absurd hohen Beratungskosten oder happigen Spesen läuft unter blöd kommen.

Die Voraussetzungen, um im Fürstentum Treuhänder zu werden, sind überschaubar.

Man muss Liechtensteiner sein. Eine lächerliche Prüfung ablegen und eine Bewilligung abholen. Man darf ja nicht zum Nestbeschmutzer werden.

Und man muss das Reputationsmanagement im Griff haben. Seriös dreinschauen können, verbindliche Geräusche von sich geben und sich das Lachen solange verkneifen, bis der neue Kunde, das neue Opfer das Büro verlassen hat.

Die Fähigkeiten, um als Liechtensteiner Treuhänder sein Amt ausüben zu können, sind ebenfalls überschaubar. Honorarnoten schreiben, das anvertraute Vermögen mit Hilfe eines fürstlichen Bank mehr schlecht als recht anlegen.

Sich dabei noch zusätzlich eine Scheibe abschneiden. Und Geld zählen können.

Vor allem Ungemach schützt die fürstliche Justiz. Sollte es ein Enteigneter oder Betrogener wagen, den Rechtsweg zu beschreiten, lernt er schmerzlich, dass hier kein Recht gesprochen wird. Sondern im Namen von Fürst und Volk der Recht Suchende erleben muss, dass Franz Kafka schwer untertrieben hat.

Das war der ernsthafte Teil. Jetzt darf gelacht werden. Denn die hochwohllöbliche Liechtensteinische Treuhandkammer sieht das ganz anders.

“Ihr obliegen die Wahrung der Ehre, des Ansehens und der Rechte wie auch die Überwachung der Pflichten des Treuhänderstandes.“

Das ist aber nur der erste Lachschlager. Es wird noch besser:

„Durch ihre hohe Kompetenz und ihr aktuelles Wissen stehen die liechtensteinischen Treuhänder Privatpersonen und Unternehmen als die Fachleute für die Beantwortung sämtlicher Finanz- und Wirtschaftsfragen zur Verfügung.“

Ist da noch ein Auge trocken geblieben? Da legen wir doch gleich noch einen drauf:

„Die Standesrichtlinien verpflichten sämtliche Berufsangehörigen und deren Mitarbeiter, ihr Fachwissen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Unsere Mitglieder bieten damit Gewähr für eine gewissenhafte und getreue Erledigung der ihnen übertragenen Aufgaben. Überdies haben Treuhänder das strenge liechtensteinische Berufsgeheimnis zu wahren.“

Wobei, der letzte Satz ist gar nicht lustig. Denn die Wahrung des strengen Berufsgeheimnisses beinhaltet, dass zum Beispiel Erben einer Stiftung, die nach dem Tod des Stifters wagen wollen, das Erbe anzutreten, beschieden wird: Stiftung? Bei mir? Das wüsste ich aber.

Von der actus ag bis zur zur Zimba Trust reg. bricht dann grosses Gelächter aus, wenn der Erbe mit dem Rechtsweg droht.

Der will vor einem fürstlichen Gericht gegen uns antreten, kichert der Treuhänder. Das muss ich gleich dem zuständigen Richter beim Feierabendcüpli erzählen, damit der auch etwas zu lachen hat.

Denn der möchte schliesslich in meiner Treuhandbude nächstens Partner werden. Aber das beeinträchtigt seine Fähigkeit, ordentlich im Namen des Fürsten und des unwissenden Volks Recht zu sprechen, in keiner Weise.

Da bleibt dann allerdings dem Betrogenen und Entrechteten das Lachen im Hals stecken.

 

4. Juli 2025/55 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/04/Bildschirmfoto-2024-04-23-um-12.20.48-e1713867767729.png 473 829 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-04 07:00:332025-07-03 23:07:12Es darf gelacht werden

Liechentstein fürchtet AMLA

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

EU-Behörde gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung.

AMLA ist die Abkürzung für „Anti Money Laundering Authority“. Sie ist eine EU-Institution mit Sitz in Frankfurt.

Sie wurde 2024 gegründet und übernimmt die grenzüberschreitende Aufsicht im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Insebsondere soll sie die Verwendung von Krypotwährungen überwachen.

Was hat das mit dem Fürstentum zu tun?

Sehr viel.

Zunächst ist Liechtenstein zwar nicht Mitglied der EU, aber seit 1995 Mitglied im EWR. Daher nimmt das Ländle an vielen solcher Regelwerken teil und hat bereits angekündigt, die entsprechenden Regelwerke der AMLA zu übernehmen – bis 2027.

Das ist schön. Allerdings ist doch die Frage, ob das nicht schöner Schein ist. Eine Fassade vor einer Räuberhöhle, einem Unrechtsstaat.

Denn schon im hässlichen Steuerstreit, der zur Explosion von Tausenden als Stiftungen getarnten Schwarzgeldbunkern führte, trat Liechtenstein dem AIA bei. Dem automatischen Informationsausstausch mit dem Fiskus des jeweiligen Landes, in dem ein Kontobesitzer im Ländle seinen Steuersitz hat.

Dennoch geht das Verstauen von Schwarzgeld, von Geldern zweifelhafter Herkunft, ja von sanktionierten Russengeldern fröhlich weiter.

Beweis ist, dass letzthin plötzlich 475 Trusts herrenlos wurden. Ihre verwaltenden Treuhänder hatten die Flucht ergriffen – Schiss, dass sie wie einige Kollegen auch auf die Sanktionsliste der US-Behörde OFAC geraten.

Auch die Antikorruptionsbehörde GRECO des Europarats – Liechtenstein ist Mitglied – versucht seit Jahren vergeblich, das Ländle zu Massnahmen gegen Korruption zu bewegen.

Oder den Fürsten dazu, ein Scheibchen seiner absolutistischen Macht abzugeben. So kann er ohne weiteres ein Strafverfahren einstellen lassen.

Und trifft sich regelmässig mit der Regierung zu Geheimbegegnungen, in denen Befehlsausgabe stattfindet.

Zudem reissen die Skandale um ungetreue Teuhänder nicht ab, die die Besitzer und Begünstigten von Stiftungen enteignen und sich die Vermögenswerte aneignen.

Also ist die Hoffnung nicht allzu gross, dass AMLA im Ländle etwas bewirken wird.

Aber die Chancen steigen, dass weder die EU noch die USA diesem Treiben noch lange zuschauen.

Dann ist fertig mit liechtensteinern und „Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner“.

3. Juli 2025/22 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-05-13-um-23.52.31.png 503 958 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-03 10:09:532025-07-03 10:09:53Liechentstein fürchtet AMLA

Ausmessung des Liechtensteiner Geldspeichers

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen

Es ist unbekannt, wie viele Taler in Dagobert Ducks Tresor liegen. Und im Ländle?

Herauszufinden, wie viel Geld genau im Fürstentum gelagert ist, gleicht dem Versuch, mit einer Taschenlampe in eine geräumige Dunkelkammer zu leuchten.

Zunächst: Es gibt leider keine öffentlich zugänglichen, aktuellen Gesamtzahlen darüber, wie viel Vermögen speziell in Privatstiftungen (Familienstiftungen) in Liechtenstein verwaltet wird. Anders als bei Banken und Fondssektoren werden diese nicht systematisch nach Asset‑Volumen erfasst.

Schliesslich gibt es nur 1780 eingetragene Stiftungen, grösstenteils gemeinnützig. Dazu kommen rund 7400 nicht eingetragene Privatstiftungen, eine Spezialität Liechtensteins.

Dazu kommt noch eine ebenfalls nicht genau ausgewiesene Anzahl von Trusts; Schätzungen gehen hier von bis zu 20’000 aus. Dieses Modell ist gerade bekannt geworden, weil ganze 475 Trusts zurzeit herrenlos sind. Die sie verwaltenden Treuhänder haben die Flucht ergriffen, seit Kollegen von ihnen auf die Sanktionsliste der US-Behörde OFAC kamen: Verdacht auf Beteiligung am Verstecken sanktionierter Russengelder.

Wie viel Geld liegt in diesen Stiftungen und Trusts?

Geht niemanden etwas an, sagt da der Fürscht, beziehungsweise sein Stellvertreter auf Erden, Erbprinz Alois. Schätzungen gehen von bis zu 770 Milliarden Franken aus. Ein hübsches Sümmchen.

Geradezu Kleingeld lagert dagegen bei Stiftungen. Schätzungen gehen von rund 3 Milliarden Franken aus.

Fürstliche und ein paar andere Banken verwalten rund 500 Milliarden Franken, Asset-Manager rund 54 Milliarden.

Das läppert sich, wenn man bedenkt, dass jede Stiftung und jeder Trust mindestens einen Liechtensteiner Treuhänder braucht. Und von denen gibt es nur rund 130 im Ländle.

Greifen wir ein paar besonders hübsche Beispiele heraus.

In der Bacardí-Stiftung, die der verstorbene Rumkönig für seine Tochter errichtete, und um deren Kontrolle seine Witwe mitsamt der Tochter seit Jahren vergeblich kämpfen, lagern allein rund ein Milliarde Dollar.

Die Prince of Liechtenstein Foundation verwaltet sagenhafte 367 Milliarden Franken. Denn ihr gehört die Fürstenbank LGT. Ach, und noch Immobilien, Kunstsammlungen, Agrar- und Forstbetriebe, Weingüter und Beteiligungen an diversen Unternehmen. Wert? Unbekannt, sicherlich Milliarden im mehrstelligen Bereich.

Oder nehmen wir die Stiftungen es einschlägig bekannten Immobilien-Kartenhausbauers René Benko. Die Arual-Stiftung, 2008 heimlich gegründet, besass mal so rund 20 Millionen Euro. In Goldbarren und Immobilien.

Oder die Ingbe-Stiftung, deren Vermögen von mal 81 Millionen Euro in Goldbarren auf die Hälfte zusammenschmolz, aber dazu kommen noch Barreserven, Kunstwerke und Immobilien wie das Luxusressort am Gardasee (Schätzwert 46 Millionen Euro), die ihr, so man dem habhaft werden kann, abgeknipst werden.

Ach, und Russengelder in Multimilliardenhöhe.

Auch das läppert sich.

Auf alles in allem sicherlich über eine Billion Schweizerfranken, oder 1000 Milliarden.

Eine solche Summe hätte es eigentlich verdient, offiziell ausgewiesen zu werden. Aber doch nicht im Fürstenreich. da kommen solche Zahlen nur ans Licht, wenn es einen Skandal gibt und es sich mit keinem Kniff der Fürstenjustiz vermeiden lässt.

Es gibt kein offizielles, aggregiertes Reporting; alle Zahlen stammen aus Schätzungen und einzelnen Rechtsfällen.

Und das soll ein sauberer Finanzplatz sein? Der allerdings mehr einer Räuberhöhle gleicht …

 

 

1. Juli 2025/58 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-20.40.53.png 1174 1904 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-01 06:59:482025-06-30 20:43:14Ausmessung des Liechtensteiner Geldspeichers

Liechtenstein und Benko

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Der Immobilien-Hasardeur hat ein paar Notgroschen beiseite geschafft.

In jedem besseren Finanzkrimi tauchte früher ein schmieriger Schweizer Gnom auf, der dem Bösewicht eilfertig seine Dienste anbot. Geld verstauen, Herkunft egal: kein Problem. In Bar? Kein Problem.

Geheimhaltung des Beneficial Owner? Kein Problem, das Bankgeheimnis, you know. Barabhebungen in beliebiger Höhe, Überweisungen auf beliebige Konten in aller Welt, vor allem der Unterwelt? Kein Problem.

Abklärung der Herkunft, KYC, Geldwäschereivorschriften? Kein Problem. In schalldichten Sitzungszimmern rund um den Paradeplatz in Zürich, oder bei einem Pochettli-Banker in Genf wurden diskrete Gespräche geführt, Kaffee und Friandise gereicht, auf Wunsch auch Wodka, Champagner oder ein edler Cognac.

Vorbei.

Im Steuerstreit verrieten die Schweizer Banken ihre Kunden zu Tausenden, ebenfalls ihre Mitarbeiter, die weltweit und auch in den USA auf Kundenfang gegangen waren. Und ingeniöse Transportdienste erbrachten. Beliebt: Diamanten in Zahnpastatuben verstecken.

Vorbei.

Die Schweizer Banken zahlten Milliarden an Bussen, krochen zu Kreuze. Die Schweiz setzte das Bankkundengeheimnis ausser Kraft und schloss sich dem AIA an, dem Automatischen Informationsaustausch.

Runzeln die USA die Stirn und murmeln OFAC, dann sprudeln aus Schweizer Banken die Informationen. Kriminelle und dunkle Gestalten aus aller Welt wissen: Geld in der Schweiz verstauen – keine gute Idee mehr.

Die Schweizer Banker und Vermögensverwalter wissen: Russengelder anfassen – nicht mal mit der Kneifzange.

Ganz anders Liechtenstein.

AIA, sauberer Finanzplatz, Pflichterfüllung bei den Sanktionen gegen Russland: aber ja, aber sicher, aber immer.

Das ist die Fassade. Dahinter steht: Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Die 132 Treuhänder und Untreuhänder dachten: wir können weiter liechtensteinern. Uns schützt der Fürst, uns schützt die fürstliche Justiz, schliesslich verstauen wir unsere zu treuen Händen übergebenen Gelder in fürstlichen Banken wie der LGT oder der LLB. Was soll da gross passieren.

Aber es ist einiges passiert. 475 Trusts stehen herrenlos herum. Ihre treuen Treuhänder haben Fersengeld gegeben, nachdem die USA einige ihrer Kollegen auf die Sanktionsliste der OFAC setzten: Verdacht der Beihilfe beim Verstecken von Russengeldern. Und ein solcher Verdacht reicht, um die soziale Existenz zu vernichten.

Von der Liste wieder runterzukommen, ist faktisch unmöglich.

Und dann gibt es den Fall René Benko. Nachdem sein Signa-Kartenhaus zusammenbrach und einen Milliardenkrater hinterliess, sitzt der Wunderwuzzi in Untersuchungshaft. Er dachte auch: mir kann keiner und war sogar zu blöd, rechtzeitig in ein Land ohne Auslieferungsvertrag abzuhauen.

Aber er war clever genug, einen Notgroschen auf die Seite zu legen. Wo? Na, in Liechtenstein natürlich, in einer Stiftung. Genauer in der Ingbe-Privatstiftung. Benannt nach und verwaltet von seiner Mutter Ingeborg Benko.

Hier liegen etwas über 12 Millionen Euro wohlverwahrt. Natürlich bestreitet Benko, damit überhaupt etwas zu tun zu haben. Denn hätte er vor seiner Insolvenz Geld auf die Seite geschafft und es nicht angegeben, dann würde sich ein weiterer Anklagepunkt über ihm erheben.

Der Insolvenzverwalter versucht, aus dem Trümmerhaufen, den Benko hinterlassen hat, so viel Geld herauszuholen wie möglich. Die prunkvolle Einrichtung von Villen und Büros wird versteigert. In Safes versteckte Uhrensammlungen und Bargeld wird beschlagnahmt. Immobilien werden verwertet. Bankkonten beschlagnahmt.

Nur: es sieht ganz so aus, als sei die Ingbe-Stiftung (und mögliche weitere Tarnkonstruktionen Benkos in Liechtenstein) nicht zu knacken.

Gerichtsstand in diesen Fällen ist Liechtenstein, und die fürstliche Justiz ist nicht sehr willig, hier Hand zu bieten. Da könnte ja jeder kommen, und würde das Stiftungsvermögen arretiert, dann wäre das ein weiterer Schlag für das Geschäftsmodell der sowieso schon gebeutelten Liechtensteiner Treuhänder – und Banken.

Und überhaupt: auf einen Skandal mehr kommt es nun wirklich nicht mehr an.

Wegducken und hoffen, es geht vorbei. Einmal mehr.

30. Juni 2025/22 Kommentare/von Treuhänder
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