Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
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Schlagwortarchiv für: Retrozessionen

Das Einmaleins der Abzocke

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Treuhänder sein ist nicht schwer. Und ertragreich.

Eine einschlägige Ausbildung, und schon kann man zur Treuhänderprüfung in Liechtenstein antreten. Organisiert von der liechtensteinischen Treuhandkammer, eine Organisation, die es selbst mit Seriosität und Korrektheit nicht so genau nimmt.

So musste ihr vorletzter Präsident sein Amt fluchtartig verlassen, weil er auf die Sanktionsliste der US-Behörde OFAC geraten war. Natürlich zu unrecht und völlig unschuldig.

Spass beiseite.

Bei der Prüfung geht es ein wenig um Gesellschaft- und Steuerrecht, dazu Compliance. Besteht heutzutage jede bessere KI.

Dazu braucht es noch einen einwandfreien Leumund, keine relevanten Strafregistereinträge und den Geschäftssitz in Liechtenstein. Und schon kann’s losgehen mit dem Treuhändern.

Theoretisch haben die Treuhänder eine hohe rechtliche Verantwortung, so in Sachen Geldwäscheprävention oder Steuertransparenz. Dazu sollten sie internationale Standards (OECD, FATF) einhalten.

Praktisch kümmert sie das alles nicht gross, denn es steht dem eigentlich Zweck der Tätigkeit entgegen: Geld scheffeln mit  einem überschaubaren Aufwand.

Da sind solche Verantwortlichkeiten schon mal ein guter Vorwand, um exorbitante Honorarnoten zu rechtfertigen. Denn was da alles beachtet werden muss, gerne wird auch noch ein Fachgutachten beigezogen. Das zieht ein befreundeter Anwalt oder Finanzberater aus dem Stehsatz, anschliessend teilt er sich mit dem Treuhänder die finanzielle Beute.

Das gleiche Prinzip gilt für die Zusammenarbeit mit Banken. Denn schliesslich muss das Stiftungsvermögen ja irgendwo aufbewahrt werden, und was bietet sich da besser an die fürstlichen Banken LGT oder LLB? Eben.

Hier kommen dann noch Kick-backs, Retrozessionen, Provisionen und wie geldwerte Zuwendungen sonst noch heissen, obendrauf.

Gerne investiert der Treuhänder auch ihm anvertraute Gelder in den Firmen von Freunden und Bekannten. Das damit verbundene Risiko lässt er sich natürlich unter dem Tisch mit Zuwendung gen oberhalb des vereinbarten und meist lächerlichen Zinssatzes vergüten.

Geht das Investment in die Hose, macht also die Firma des Freundes oder Bekannten die Schraube, dann war das natürlich unvorhersehbar, erfolgte das Investment in bestem Treu und Glauben.

Oder aber, noch einfacher, die Firma wurde schlichtweg dafür gegründet, dass in sie investiert wird, das Geld verschwindet und die Bude bankrott erklärt. Schon wieder eine fette Beute, die geteilt werden kann.

Nur ganz blöde Treuhänder, nebenbei, greifen direkt in die Geldtöpfe der ihnen anvertrauten Vermögen. Sie tun das, um beispielsweise die unersättlichen Bedürfnisse einer brasilianischen Geliebten zu befriedigen. Das Geld ist dann weg, die Geliebte natürlich auch.

Manchmal verlieren die Treuhänder auch den Überblick, weil getreue Buchführung ist nicht so ihre Sache. Sollte es Abflüsse geben, die über das normale Mass hinausgehen, hoffen sie immer darauf, das mit einigen geschickten Spekulationen wieder reinholen zu können.

Kann klappen, muss nicht klappen.

Das wären allerdings erst mal die legalen bis halb-legalen Methoden zur Bereicherung.

Dazu kommt ein ganzes Bündel von Zugriffen, die in jedem normalen Rechtsstaat schwer sanktioniert würden. Allerdings nicht oder nur äusserst ungern von der fürstlichen Justiz.

Der Todesfall des Treugebers oder Stifters ist immer Anlass zu kleinen Freudentänzen des Treuhänders. Denn gegenüber den Erben kann er sich taub und blind stellen. Ich? Ich hätte irgendwas mit einer Stiftung ihres Verstorbenen zu tun? Tut mir Leid, das Anwaltsgeheimnis verbietet mir jede Auskunft.

Beliebt ist auch: da schaue ich gleich nach. Oh, ich sehe gerade, die Stiftung verfügt ja über gar kein Vermögen mehr. Wo das abgeblieben ist? Keine Ahnung. wahrscheinlich haben es die Begünstigten verjubelt.

Dann gibt es noch viele weitere Methoden, für die es nicht mehr als skrupellose Anwälte und rechtlose fürstliche Richter braucht.

Wer sich freiwillig heute noch in diese Räuberhöhle begibt, ist wahrlich selber schuld.

16. April 2026/53 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-13-um-16.29.48.png 649 1288 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-04-16 07:12:362026-04-13 16:40:04Das Einmaleins der Abzocke

Den Leser für dumm verkaufen

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen

Das kann Bernhard Schild von der Liechtensteinischen Landesbank.

«Anlage-Agenda 2030» heisst die bezahlte Beilage der Süddeutschen Zeitung. Die Gelegenheit, nach Kunden im deutschen Raum zu fischen.

Die lässt sich auch Managing Director Schild von der LLB nicht entgehen. Die halbe Fürstenbank (die andere Hälfte gehört dem Staat, also letztlich auch wieder dem Fürsten) hat einen Ableger in München. Und glaubt wohl, der deutsche Anleger sei dümmer als die Polizei erlaubt.

Beim Anlegen gehe es um «Sicherheit und um den Erhalt des Lebenswerks». Soweit richtig. Mit Hilfe von «erfahrenen Steuerberatern oder Juristen» werde daran gebastelt, «individuell die richtige Struktur zu finden».

Weiter unten im Gefälligkeitsinterview hat er schon vergessen, dass er erfahrene Steuerberater nannte, denn auf die Frage, wie wichtig heute der Aspekt Steuerhinterziehung sei (natürlich netter formuliert), antwortet er: «Nicht sonderlich. Die Stifter möchten das Vermögen vor allem vor willkürlichem Zugriff schützen.»

Ob ihnen das allerdings ausgerechnet in Liechtenstein gelingt? Das Fürstentum ist doch das Zentrum willkürlicher Übergriffe. Ungetreue Treuhänder bedienen sich ungeniert aus dem ihnen anvertrauten Vermögen. Sie stellen unverschämte Honorarrechnungen und behalten Kick-backs und Retrozessionen.

Oder sie dekantieren die Stiftung, giessen den Inhalt in ein neues Gefäss um, auf das nur sie Zugriff haben. Oder sie lassen Stiftungen und Trusts blitzartig im Stich, aus Schiss vor US-Sanktionen der Ofac. So stehen rund 800 Zombie-Trusts herrenlos in der Landschaft, deren legale Besitzer haben keinen Zugriff mehr auf ihr Vermögen.

Auch sonst benützt Schild die Gelegenheit, hemmungslos Süssholz zu raspeln. Auf die entsprechende Frage heuchelt er:

«Liechtenstein steht für Stabilität– schuldenfrei, mit klarem, sicherem Rechtsrahmen.»

Die Stabilität Liechtensteins besteht allerdings darin, stabil ein rechtsfreier Raum zu sein. Schuldenfrei ist das Ländle, Multimilliardär ist das Fürstenhaus nicht aus eigenen Kräften.

Der Rechtsrahmen ist tatsächlich klar und sicher. Klar ist, dass kein liechtensteinischer Treuhänder oder Anwalt von den fürstlichen Gerichten etwas zu befürchten hat. Jeder ausländische Stifter oder Begünstigte kann sicher sein, dass er vor Gericht garantiert unterliegt, wenn er das Gebaren eines Liechtensteiners beklagt.

In diesem Sinne strahlt Schild die typische Eigenschaft jedes Bewohners des Ländle aus: Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.

Das ist allerdings nicht besonders klug. Denn Schild geht offenbar davon aus, dass seine Leser keinen einzigen der zahlreichen Skandale mitbekommen haben, unter denen das Image und die Reputation des Finanzplatzes Liechtenstein zunehmend leiden.

Wer nur schon der Witwe Bacardí und ihrer Tochter über Jahre hinweg ein Stiftungsvermögen von einer knappen Milliarde Dollar vorenthält – mit fadenscheinigen Gründen und geschützt durch die fürstliche Justiz –, der sollte die Behauptung «sicherer Rechtsrahmen» eher unterlassen.

Auch die Behauptung, hier seien Vermögen vor willkürlichen Zugriffen geschützt, gehört ins Reich der Fantasie.

Wäre Schild etwas schlauer, würde er wenigstens behaupten, dass es nach einigen unschönen Vorfällen nun deutliche Verbesserungen im Anlegerschutz gäbe. Das wäre zwar auch gelogen.

Aber der Leser käme sich wenigstens nicht völlig für dumm verkauft vor.

14. November 2025/44 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-12-um-14.30.31.png 1194 1868 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-11-14 07:04:312025-11-12 14:33:27Den Leser für dumm verkaufen

Gute Nachrichten für Zombies

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Treuhänder

Die rund 800 enteigneten Trusts in Liechtenstein haben einen Vorteil.

Eigentlich ist es für die ihres Zugriffs beraubten Besitzer eine Ansammlung von schlechten Nachrichten. Ganz unabhängig davon, ob sie auf einer Sanktionsliste der USA stehen oder nicht, verweigert ihnen Liechtenstein den Zugriff auf ihre Vermögenswerte.

Rund 20 Milliarden US-Dollar dümpeln herrenlos vor sich hin, seit ihre untreuen Treuhänder schleunigst Fersengeld gegeben haben. Aus Schiss, wie einige ihrer Kollegen ebenfalls auf der Todesliste der US-Behörde Ofac zu landen.

Denn ohne Treuhänder keine Handlungsfähigkeit des Trusts. Immobilien zerfallen, Schiffe rosten, Flieger lassen die Flügel hängen, in Unternehmen investiertes Geld kann sich nicht bemerkbar machen.

Eigentumsgarantie, Rechtsstaat? Was ist das, fragt das Fürstentum mal wieder.

Also eigentlich business as usual im Ländle. Gegenwehr der Besitzer ist theoretisch möglich, praktisch sinnlos. Denn niemals würde ein fürstliches Gericht mit fürstlich bestellten Richtern gegen einen fürstlichen Beschluss der fürstlichen Regierung und der fürstlichen Finanzmarktaufsicht vorgehen.

Eine Lösung des Problems, das seine Schockwellen inzwischen bis in den internationalen Finanzmarkt, bis in die Karibik und andere Weltgegenden aussendet, ist nicht in Sicht.

Denn Liechtenstein ist sich selbst in die Falle gegangen. Nur ein fürstlicher Treuhänder kann einen solchen Trust lenken, bewegen, abwickeln, liquidieren, seinem Besitzer wieder zuführen – oder ganz wegnehmen. Da aber alle Liechtensteiner Treuhänder Schiss haben, selbst mit einer solchen Tätigkeit auf die Sanktionsliste der Amis zu geraten, traut sich natürlich keiner.

Nicht für Geld und gute Worte. Denn selbst der Fürst oder sein Stellvertreter auf Erden, der Erbprinz Alois, können ihre Untertanen nicht vor dem Zorn der USA schützen. Höchstens im Ländle selbst, aber das macht ja auch keinen Spass, sich auf 160 km2 bewegen zu können. Maximal 25 km in eine Richtung, dann ist Schluss.

Also ist das wirklich ein Haufen schlechter Nachrichten für die Besitzer – und für das Image und die Reputation des Finanzplatzes Liechtensteins. Gut, mit der ist es ja schon länger nicht weit her.

Aber was soll dann die gute Nachricht für die über den Tisch gezogenen Besitzer sein?

Ganz einfach: da kein Treuhänder Zugriff auf die Trusts hat, kann auch keiner sich an ihnen bereichern. Damit wird massig gespart.

Das schmerzt natürlich. Viele der Trusts sind offensichtlich recht komplex aufgebaut, in Holdingstrukturen mit Ausläufern auf kleine Inseln im Meer. Das ist ja alles nicht billig. Da kommen hübsch Verwaltungsgebühren, Unterhalt, Sitzungsgelder, Kick-backs, Retrozessionen, Kommissionen und alle weiteren Formen von Bereicherung zusammen, die einem liechtensteinischen Treuhänder einfallen können.

Und denen fallen viele ein. Selbst einfache Botengänge wie die Weiterleitung von Briefen werden gerne einmal mit 100’000 Franken Gebühr im Jahr in Rechnung gestellt.

Und so ein russischer Trust plus Holding plus dies und das, da kommen locker all in 5 Prozent abgeknipste Verwaltungsgebühr zusammen. Könner schaffen sicherlich 10 Prozent.

Das wären dann eine bis zwei Milliarden im Jahr. Milliarden. Selbst wenn man die gerecht auf die rund 130 Treuhänder verteilt, sind das rund 80 bis 160 Millionen. Pro Nase.

Das ist bitter.

Aber noch bitterer ist: keiner hat Mitleid mit diesen Treuhändern. Dabei müssen sie diesen Verlust mannhaft wegstecken und sich verzweifelt nach anderen Einkommensquellen umschauen.

Und Weihnachten naht. Zeit der Geschenke, der kleinen Aufmerksamkeiten für die Gattin, die Geliebte, für sich selbst. Traurige Festtage in Sicht im Ländle.

10. November 2025/20 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-09-um-18.23.23.png 980 1880 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-11-10 06:56:412025-11-09 18:24:32Gute Nachrichten für Zombies

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