Es gäbe Auswege. Aber doch nicht in Liechtenstein.
Kein Problem ohne Lösung. Auch für das Ländle gäbe es Hoffnung und Zukunft. Allerdings: diese Vorschläge würde der Fürscht nie akzeptieren. Würde der absolutistisch herrschende Erbprinz Alois nie akzeptieren. Würde die Marionettenregierung nie akzeptieren. Würde das Pseudoparlament nie akzeptieren.
Schade auch, denn sie wären die Abzweigung vor dem Abgrund:
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Radikaler Schnitt mit Altlasten
Zombie-Trusts, inaktive Stiftungen und rechtlich wie wirtschaftlich sinnentleerte Konstrukte müssen systematisch liquidiert oder bereinigt werden – ohne Ausnahme, ohne Schonfristen. -
Null-Toleranz-Linie bei Herkunft und Zweck von Vermögen
Kein Geschäft mit unklarer Mittelherkunft, geopolitisch exponierten Personen oder juristischen Grauzonen – auch wenn dies kurzfristig Volumen kostet. -
Treuhandsektor neu erfinden oder verkleinern
Klare Haftungsregeln, persönliche Verantwortung, harte Sanktionen: Qualität vor Quantität. Weniger Treuhänder, dafür glaubwürdige. -
Transparenz nicht nur erfüllen, sondern vorleben
Liechtenstein sollte regulatorisch bewusst über internationale Mindeststandards hinausgehen und Transparenz aktiv kommunizieren – nicht defensiv rechtfertigen. -
Unabhängige Aufsicht sichtbar stärken
Mehr Ressourcen, mehr Durchsetzungskraft, mehr öffentliche Klarheit bei Sanktionen – Vertrauen entsteht nicht durch Diskretion, sondern durch Konsequenz. -
Strategische Fokussierung statt Alles-für-alle
Klare Entscheidung: Welche Geschäfte will Liechtenstein nicht mehr? Ein glaubwürdiger Finanzplatz braucht Ausschlusskriterien, keine Beliebigkeit. -
Reputationsmanagement als Chefsache
Nicht Marketing, sondern Governance, Prozesse und Entscheidungen müssen reputationsgetrieben sein – auch gegen kurzfristige Geschäftsinteressen. -
Öffentliche Aufarbeitung statt stilles Aussitzen
Vergangene Fehlentwicklungen, Skandale und strukturelle Schwächen offen benennen und analysieren – ohne Relativierung, ohne Schuldverschiebung. -
Substanzielle Neugeschäftsfelder mit echtem Mehrwert
Impact Investing, nachhaltige Fondsstrukturen, Family-Governance, Nachfolge- und Strukturberatung – aber nur dort, wo reale Kompetenz vorhanden ist. -
Vertrauen als knappstes Gut behandeln
Jede Struktur, jedes Mandat, jede Kundenannahme muss die Frage bestehen: Stärkt oder schwächt sie das Vertrauen in den Finanzplatz insgesamt?
Machen diese Vorschläge Sinn? Allerdings. Haben Sie Hand und Fuss? Aber sicher. Könnten sie in einer absolutistischen Monarchie mit einem allmächtigen Herrscher sofort umgesetzt werden? Kein Problem. Der Erbprinz eilt in den Landtag und hält eine Thronrede neuer Art. Alles nicken, und schon wäre es passiert.
Liechtenstein wäre gerettet. Zu schön, um wahr zu sein? Allerdings. Denn offenbar glaubt man im Fürstenhaus immer noch an das Märchen, dass am Schluss immer alle glücklich und zufrieden bis an ihr seliges Ende leben. Oder: wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Das tun die Machthaber Liechtensteins. Aber glücklich und zufrieden werden sie nicht enden. Das gilt übrigens auch für die rund 6000 Mitarbeiter der Fürstenbank LGT.
Die auch einmal so aussehen wird wie der Kaiser im Märchen mit seinen neuen Kleidern. Nämlich nackt und hässlich.



