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Schlagwortarchiv für: Maximilian von und zu Liechtenstein

Fürstliche Transparenz

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Stiftungen

Welche Auswirkungen hat der Zombie-Trust-Skandal auf die LGT?

Die Fürstenbank spart nicht mit Eigenlob: «Vorausschauend seit Generationen. Erfolgreich anlegen mit der LGT Bank in Liechtenstein». Es wird mit allen Buzzwords geklimpert, das Banker halt so verwenden: «Geld ist Vertrauenssache».

Das ist wahr.

Ein weiterer Begriff darf nicht fehlen: «Transparenz ist uns wichtig. Darum stellen wir Halbjahresberichte, Jahresberichte und Nachhaltigkeitsberichte öffentlich zur Verfügung.»

Da gibt es nur ein kleines Problem. Sucht man nach dem Halbjahresbericht 2025, überhaupt nach Halbjahresberichten, kommt das hier:

Nix Halbjahresberichte. Überhaupt ist die fürstliche Webseite nicht wirklich aktuell:

Offenbar ist Nachhaltigkeit ein ewiger Wert. Deshalb wurde das Thema im März das letzte Mal aktualisiert. Im März 2023.

Interessant für den Anleger, der sein Geld in fürstliche Hände legen möchte, wäre die Entwicklung der Kundenvermögen im ersten Halbjahr 2025. Das ist Ende Juni abgelaufen. Im Banking ist es Brauch, dass spätestens vor Ende Juli diese Berichte – im Sinne der Transparenz – veröffentlicht werden.

Allerdings findet man bei der LGT diesen Bericht nicht. Trotz fürstlichem Versprechen, dass Halbjahresberichte der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, findet man überhaupt keinen.

Dabei ist Maximilian von und zu Liechtenstein der CEO der LGT Group. Philipp von und zu Liechtenstein ist ihr Chairman.

Also genug blaues Blut, um höchsten Ansprüchen ans Banking zu genügen. Verstaut ist das Ganze in der Fürst von Liechtenstein Stiftung. In weiser Voraussicht trennte sich die LGT 2009 von ihrem Treuhandgeschäft. Die LGT Treuhand war 2008 ins Visier der deutschen Steuerfahnder geraten.

Peinlicherweise hatte ein ungetreuer Mitarbeiter massenhaft Kundendaten abgesaugt und sie gegen Bares dem deutschen Fiskus übergeben. In der guten Tradition des Ablasshandels zahlte die LGT 46 Millionen Euro an die deutsche Staatskasse, das Verfahren gegen sie wurde eingestellt.

Ziemlich gerupft hingegen wurden Hunderte von deutschen Steuerhinterziehern, die im Vertrauen auf fürstliche Diskretion ihr Geld in Liechtenstein gebunkert hatten. Damit implodierte dieses Geschäftsmodell. Die Anzahl Stiftungen schrumpfte von über 50’000 auf weniger als 9000.

Die fürstliche Stiftung profitiert hingegen von völliger Intransparenz. Man weiss nur, dass sie die Aktien der LGT hält, dazu eine der grössten privaten Kunstsammlungen der Welt, ein Museum, einen umfangreichen Immobilienbesitz mit Schlössern, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe und an mehreren Unternehmen weltweit beteiligt ist.

Genaueres weiss man nicht, genauso wenig, welchen Wert all das darstellt. Es dürfte sich aber um einen ein- oder zweistelligen Milliardenbetrag handeln.

Denn mehr Transparenz ist da nicht:

«Zweck der Stiftung ist die Erhaltung, Verwaltung, Sicherung und Vermehrung des Stiftungsvermögens sowie die Vornahme von Zuwendungen beziehungsweise Ausschüttungen an den Stiftungsbegünstigten.»

Nebenbei ist das Fürstenhaus steuerbefreit, so viel Adel muss dann schon sein.

Allerdings setzt das alles doch einige Fragezeichen, wenn sich ein potenzieller Kunde, zum Beispiel ein reicher Russe, nicht sanktioniert und völlig legal Besitzer eines ansehnlichen Vermögens, überlegt, ob er sein Geld der LGT anvertrauen sollte.

Über die Stabilität einer Bank gibt normalerweise der Geschäftsbericht des Jahres Auskunft. Über ihre aktuelle Situation der Halbjahresbericht.

Aber eben, in Liechtenstein ist alles etwas anders als in der übrigen Welt.

Wie steht es dann mit der LLB, immerhin zur Hälfte im Fürstenbesitz, die andere Hälfte gehört dem Staat Liechtenstein, also eigentlich auch dem Fürst.

Die veröffentlicht tatsächlich Halbjahresberichte. Allerdings ticken auch hier die Uhren im Ländle anders. Der letzte stammt vom 26. August 2024. So lange brauchte die Bank, um ihn fertigzustellen.

Hoffentlich findet sie auf Anfrage Angaben zum Kontostand eines Kunden etwas schneller …

20. August 2025/38 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-24-um-09.17.06.png 856 1612 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-08-20 06:55:482025-08-19 06:20:38Fürstliche Transparenz

Bei den Reichen lernt man sparen

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale, Treuhänder

Die Fürstenbank LGT verschlankt sich.

Es ist ein etwas merkwürdiger Name für eine Fürstenbank: Liechtenstein Global Trust, abgekürzt LGT. Dabei ist die Bank fest in fürstlicher Hand:

Maximilian von und zu Liechtenstein ist der CEO, und Philipp von und zu Liechtenstein ist der VR-Präsident. Und über allem und allen schwebt der Fürscht himself, bzw. sein Vertreter auf Erden Erbprinz Alois. Natürlich alle auch von und zu und Seine Durchlaucht, bitte.

1921 nahm die Bank bescheiden mit 10 Angestellten ihre Tätigkeit auf. 1930 übernahm dann das Fürschtenhaus 90 Prozent der Aktien. 2009 trennte sich die LGT von ihrem Treuhandbereich. Eine weise Entscheidung, da das aktive Verstecken von Vermögen von Steuerhinterziehern den Liechtensteiner Treuhändern gewaltigen Ärger einbrachte.

Der lustigerweise von der LGT selbst verursacht wurde, denn ihr kamen dank eines ungetreuen Angestellten Tausende von Kundendaten abhanden, die dann für den deutschen Fiskus und andere Steuerbehörden ein gefundenes Fressen waren, um über dieses Geschäftsmodell des Ländle herzufallen.

Das war dann das Ende dieser Goldgrube, und auch die LGT musste Federn lassen: «Am 16. Dezember 2010 wurden deutsche Strafverfahren gegen die LGT Group und ihre frühere Tochter LGT Treuhand für Zahlung von rund 46 Millionen Euro an die deutsche Staatskasse eingestellt», weiss Wikipedia.

Zurück in die Gegenwart. Nachdem die LGT Group fleissig expandierte, unter anderem auch in die Schweiz, wird nun kräftig gespart.

«Fürstenbank legt Bereiche zusammen, streicht Stellen», vermeldet InsideParadeplatz. Und fügt gleich ein paar kritische Fragen hinzu:

Dort legten die Chefs des Schweizer Ablegers soeben zwei Bereiche zusammen: Research und Advisory. Zumindest in Teilen.

«Die Massnahme ist umstritten. Wie soll die nötige Chinese Wall zwischen den zwei Abteilungen halten? Wie stellt die LGT sicher, dass die Kunden nicht die Leidtragenden sind?»

Grund dafür, so vermutet IP richtig, ist die Cost/Income-Ratio, der Verhältnis zwischen Kosten und Einkommen, der zentrale Indikator im feinen Banking.

Für jeden verdienten Franken gebe die LGT satte 90 Rappen aus, das ist für eine Bank dieses Zuschnitts ein sehr ungünstiges Verhältnis. Alles, was über 70 liegt, gilt als tendenziell ungesund.

Auf der anderen Seite ist es so, dass zwischen Research und Advisory, als Marktanalysen und Beratung, Distanz gehalten werden sollte. mindestens durch eine Chinese Wall. Denn nur so kann dem Kunden garantiert (oder zumindest vorgegaukelt) werden, dass sein Berater völlig unabhängig von anderen internen Bankstellen für ihn die besten Anlagetipps zusammenstellt. Und nicht einfach das empfiehlt, das vorher in seiner eigenen Abteilung für gut befunden wurde.

Normalerweise sind Privatbanken heutzutage genauso profitorientiert wie alle anderen Geldhäuser auch. Nur noch ganz wenige verfügen über persönlich haftende Teilhaber, die mit ihrem ganzen Vermögen dranhängen.

Das ist bei der LGT schon lange nicht mehr der Fall. Trotzdem könnte es sich das Fürstenhaus (geschätztes Vermögen mindestens 8 Milliarden Franken) eigentlich durchaus leisten, auch bei einer kürzeren Durststrecke halt etwas Geld reinzustecken, um erstklassigen Service zu garantieren, bis die C/I-Ratio wieder ein gesundes Verhältnis erreicht hat.

Aber wie sagt das Sprichwort so richtig: bei den Reichen lernt man sparen.

Schliesslich kommt auch ein Milliardenvermögen nicht aus dem Nichts. Sondern entsteht nur, wenn man sparsam einen Franken auf den anderen legt. Und das halt ein paar Milliarden mal.

21. April 2025/26 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/04/Bildschirmfoto-2025-04-20-um-13.29.10.png 1230 1960 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-21 06:27:042025-04-20 14:03:50Bei den Reichen lernt man sparen

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