Ähnlichkeiten wären rein zufällig. Oder eben nicht.
Selten hat eine Schweizer Bank einen so heissen Reifen gefahren wie die MBaer. 2018 vom Urenkel des Gründer der Bank Bär ins Leben gerufen, wurde ihr vor Kurzem der Stecker gezogen.
Zuerst wurde sie wegen Geldwäsche für den Iran und Russland vom US-Finanzsystem ausgeschlossen. Dann wachte tatsächliche auch die FINMA auf und entzog ihr die Banklizenz. Laut FINMA wiesen satte 80 Prozent aller Geschäftsbeziehungen «erhöhte Risiken» auf, 98 Prozent (!) der Vermögenswerte stammten von «Hochrisikokunden».
Da braucht es schon ziemlichen Todesmut, um eine Bank so zu führen. Auf der anderen Seite: Michael Bär und die anderen leitenden Figuren der Bank sind nach erbitterter Gegenwehr abgesprungen und müssen sicherlich nicht darben. Etwas anders sieht es bei den Kunden aus.
Und dann gibt es, worauf die SonntagsZeitung zu recht hinweist, die türkische Halkbank. Die wurde 2019 in den USA wegen systematischer Geldwäsche und Umgehung von Sanktionen in der Höhe von bis zu 20 Milliarden Dollar angeklagt. Sie wehrte sich mit dem Argument, dass sie eine Staatsbank sei und daher immun.
Wunder über Wunder: ein US-Bundesgericht verkündete gerade die Aussetzung der Strafverfolgung, die liege nicht im Interesse der USA. Es gibt allerdings kaum Zweifel an der Schuld der Bank, genauso wenig wie daran, dass der türkische Machthaber Erdogan vom Schalten und Walten der Bank wusste.
Aber eben, es gibt Entscheidungen im Rahmen des Rechtsstaats, und es gibt politische Entscheidungen. Und die USA wollen die Türkei als Verbündeten behalten.
Währenddessen dürfen bei der Mbaer nur Gelder bis zu 100’000 Franken ausbezahlt werden. Überweisungen nur auf ein anderes Bankkonto in der Schweiz oder in Liechtenstein.
Womit wir beim Fürstentum wären. MBaer hat nicht zuletzt vermutete Geldwäsche für den Iran den Kopf gekostet. Denn auch Banden wie die Revolutionswächter oder die ganze Führungsschicht des Mullahstaats müssen ja irgendwie ihren Geldhaushalt regulieren, und da sprechen wir nicht von Peanuts.
Auf der anderen Seite weiss jede Bank: no risk, no fun. Kommen bei der Abwicklung von Geldverkehr oder der Aufbewahrung von Geld die Themen Geldwäsche oder Sanktionen ins Spiel, dann wird es für den Kunden teuer. Gebühren von 10 Prozent, 20 Prozent, 30 Prozent sind keine Seltenheit, eine Traumrendite.
Allerdings wird der Traum zum Alptraum, wenn die Behörden der Bank auf die Schliche kommen. Dann helfen nur noch gute Beziehungen.
Wie steht es damit in Liechtenstein? Die LGT ist faktisch Staatsbank, sie gehört dem Fürschten, und der ist der Staat. Die LLB ist ein staatliches Institut, sie gehört zur Hälfte dem Land Liechtenstein und zur anderen Hälfte dem Fürschten. Also auch ihm.
Kann man davon ausgehen, nachdem schon die Ländle-Bank Alpinum engste Beziehungen zum Iran unterhielt, genauso wie der in St. Gallen domizilierte stinkreiche Sherkati-Clan, dass das Fürstentum und sein Finanzsystem völlig sauber von iranischen Geldern ist?
Wer das glaubt, glaubt auch an den Osterhasen.
Noch ist nichts aufgepoppt im Ländle. Dass die dortige fürstliche Bankenaufsicht FMA bei fürstlichen Banken ganz genau hinschaut: wer das glaubt, glaubt an den Weihnachtsmann.
Es ist anzunehmen, dass nicht nur in der LGT oder der LLB hektisch Nachtschichten eingeschaltet werden, um zu überprüfen, wie tief die Verwicklungen mit iranischen Geldern ist.
Nur: in den guten alten Zeiten konnte das zentrale Kontenbuch geschnetzelt, gerübelt, verbrannt werden. Und dann galt: was, wir? Womit? Mit wem? Niemals, Ehrenwort.
Heute aber hinterlässt alles, einfach alles seine digitalen Spuren, und die sind nicht löschbar.
Und ob dann auch der Fürscht sagen kann, dass seine Staatsbanken immun vor Strafverfolgung seien? Wobei doch eher anzunehmen ist, dass Präsident Trump im Fall der Fälle sagen würde: Who the fuck is this Prince of what? Of Liechtenstein? What’s that?











