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Schlagwortarchiv für: Liechtensteinische Treuhandkammer

Massgeschneidert in den Abgrund

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Der verstorbene Modegigant Valentino hinterlässt sein Vermögen einer Liechtensteiner Stiftung. Schlechte Idee.

Schon wieder gibt es eine multimillionenschwere Stiftung im Fürstentum. Sie heisst Valentino Garavani – Giancarlo Giammetti Foundation und hat ihren Sitz in Vaduz.

Der mit 93 Jahren verstorbene Valentino hat keine Erben; sein Gesamtvermögen wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Gut, dass der geniale Couturier nicht mehr erleben muss, was mit dieser Stiftung passieren könnte. Wenn in Liechtenstein das passiert, was häufig passiert. Missbrauch, Abzockerei und sogar reiner Diebstahl.

Die Voraussetzungen sind ideal. Der Stifter ist verstorben, es gibt keine bekannten Begünstigten, sondern die Stiftung soll eine Art Sammelgefäss für seine Immobilien, Kunstwerke und sein Vermögen sein.

Wie bei jeder Stiftung ist das beherrschende Organ der Stiftungsrat. In ihm sitzen Giancarlo Giammetti, der langjährige Geschäftspartner Valentinos. Dazu Ronald Feijen, enger Vertrauter Valentinos, Marc André Bonnant, Genfer Anwalt und Testamentsvollstrecker, Grégoire Bordier, Präsident der Vereinigung der Schweizer Privatbanken und Teilhaber von Bordier & Cie. und der Genfer Anwalt Matteo Pedrazzini. Wahrscheinlich deswegen, weil Valentino sein Testament an seinem Wohnsitz in Gstaad abfasste und es somit dem Schweizer Recht unterstellte.

Das nützt aber alles nicht viel, denn in einer liechtensteinischen Stiftung muss obligatorisch ein dazu autorisierter Anwalt oder Treuhänder aus dem Ländle Einsitz nehmen. Das hatte der Fürst schon vor langer Zeit so bestimmt, damit seinen Anwälten und Treuhändern eine lukrative Geldquelle zur Verfügung steht, aus der sie exorbitante Honorarnoten saugen können, die in keinerlei Verhältnis zu ihrer Tätigkeit stehen.

In diesem Fall handelt es sich um den liechtensteinischen Rechtsanwalt Dr. Peter Goop. Er ist einer der vielen im Ländle bestens vernetzten Multistiftungsräte. Da sieht man allerdings nur die Spitze des Eisbergs, weil es dem Fürsten auch beliebte zu verfügen, dass Familienstiftungen und Trusts nicht öffentlich einsehbar sind, also niemand weiss, wer hier im Stiftungsrat sitzt.

Im Fall Goop ist immerhin bekannt, dass er auch Präsident des Stiftungsrats der Maiores Stiftung ist, ausserdem war er Stiftungsrat und dann Liquidator der Valüna Stiftung. Benecare Foundation, Beneficentia Stiftung, Samina Stiftung, wo sich auch Prinz Niklaus von und zu Liechtenstein die Ehre gibt. Sein eigenes Familienvermögen verwaltet er in der Sammlung Adulf Peter Goop Stiftung, benannt nach seinem verstorbenen Vater.

Verbandelt ist Goop unter anderem mit Stefan Wenaweser. Der Partner der bekannt-berüchtigten Kanzlei Marxer & Partner ist zudem öffentlicher Notar und Präsident der Liechtensteinischen Treuhandkammer. Dass ihm vorgeworfen wird, in einem Prozess Akten aus dem Gericht entwendet und sie erst unter Androhung von Zwangsmassnahmen wieder zurückgegeben zu haben, solche Kavaliersdelikte haben im Fürstentum noch niemandem geschadet.

Ob der Sachverstand der fünf Nicht-Liechtensteiner ausreicht, um eine allfällige Usurpation der Stiftung zu verhindern?

Das wäre Business as usual in der Räuberhöhle Liechtenstein. Zunächst einmal könnte Goop in Frage stellen, wer hier Begünstigter ist. Und gleichzeitig sämtliche Informationsrechte kappen. Im sicheren Wissen, dass ein Prozess gegen diese Entscheidung vor den fürstlichen Gerichten Jahre dauern wird.

Sollten nun die übrigen Stiftungsräte protestieren, lassen sich leicht Vorwände finden, um sie ihres Amtes zu entheben. Wären sie auch Begünstigte, was zum teil anzunehmen ist, gibt es den bewährten «blossen Anschein einer möglichen Interessenskollision». Es kommt praktisch nie vor, dass ein fürstliches Gericht einen solchen Antrag eines fürstlichen Treuhänders abweist.

Und schwups, schon wäre Goop zumindest für einige Jahre der nicht mehr rechenschaftspflichtige Alleinherrscher in dieser Stiftung. Und niemand würde erfahren, wie er sich viele Millionen in den eigenen Geldbeutel schaufelt.

Das wäre dann neben dem Bacardí-Skandal, dem Skandal um die Asturion und die Hartlaub Stiftung und neben den verwaisten rund 800 Zombie-Trusts einfach neu der Valentino-Skandal. Na und, sagen da die Liechtensteiner, uns kann keiner.

13. Juli 2026/44 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-10-um-15.25.34.png 619 1198 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-07-13 07:02:182026-07-10 15:28:45Massgeschneidert in den Abgrund

Ein Sumpfbläschen

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale

Identec Group und Sun Contracting AG. Zwei Millionengräber aus Liechtenstein.

Die Identec Group AG hat ihre Sitz in Vaduz. Sie emittierte Aktien und Obligationen über ihren Liechtenstein-Ansatz an Hunderte Anleger, vorrangig in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland. Diese Papiere wurden mit stark positiven Renditeaussichten beworben, die konnten aber nicht erfüllt werden.

Die Sun Contracting AG hat ihren Sitz in Balzers und ist Muttergesellschaft einer Unternehmensgruppe. Auch hier wurden Anleihen und Produkte Anlegern in der Schweiz, Österreich und Deutschland verkauft. Als nachhaltige Anlage mit stabilen Renditen.

Beide Firmen sind pleite. Konkurs. In Liquidation. Sie hinterlassen Hunderte von geprellten Anlegern, oft finanztechnische Laien. Der Gesamtschaden liegt in Millionenhöhe.

Gegen beide Buden laufen oder liefen Strafverfahren in Liechtenstein und in Österreich, Unter anderem wegen möglicher Täuschung von Anlegern. Gegen Verantwortliche der Sun Contracting Gruppe laufen Ermittlungen der österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) u. a. wegen Betrugs- und Bilanzvorwürfen.

Die Identec Group AG und die Sun Contracting AG sind (bzw. waren) über ihren rechtlichen Sitz in Liechtenstein unmittelbar mit dem Fürstentum verbunden, was sich in Firmenregistrierung, Insolvenzverfahren und rechtlichen Auseinandersetzungen widerspiegelt.

Es gab aber auch eine ganz direkte Verbindung mit dem Fürstenhaus: Prinz Michael sass in ihrem Verwaltungsrat.

Michael Karl Maria Josef (* Michael Karl Alfred Maria Felix Moritz Prinz von und zu Liechtenstein) ist auch in der Geschäftsleitung beim Industrie- und Handelskontor Ets. in Vaduz.

Zudem war der Prinz lange Jahre im Vorstand der Liechtensteinischen Treuhandkammer. Also des Aufsichtsorgans über Geschäftsleute wie ihn, die in Verwaltungsräten von Finanzfirmen Einsitz nehmen.

Gegen die Vermittler der beiden Pleitefirmen laufen inzwischen Strafverfahren. Denn hier muss mit einiger krimineller Energie vorgegangen worden sein.

Letztlich mit einem der ältesten Tricks in der Branche: einem Renditeversprechen. Einem Versprechen das zudem deutlich über den marktüblichen Zinsen lag.

Was fast immer darauf hinweist: hier entsteht ein Schneeballsystem. Die Verzinsung von ersten Einlagen wird mit Hilfe von neuen Einlagen getätigt. Allerdings erwirtschaften diese neuen Anlagen nicht nur keine Erträge, sie werden auch in der Substanz ausgehöhlt.

Das müsste eigentlich jedem VR klar sein, insbesondere, wenn er wie Prinz Michael offenbar über solide finanztechnische Kenntnisse verfügt. Denn er beglückt auch die Welt regelmässig mit ökonomischen Analysen.

Und diese Koryphäe will nicht gemerkt haben, dass er im VR einer Schwindelfirma sitzt?

Im Gegensatz zu den Geschäftsleitungen, Finanzintermediären und Anlageberatern muss der Prinz allerdings keine Strafverfolgung befürchten.

Oder hat man schon jemals davon gehört, dass in Liechtenstein ein Prinz und Mitglied der erweiterten fürstlichen Familie vor Gericht stand? Kein fürstlicher Richter würde das wagen, dessen Tun im Gerichtssaal jeweils von einem mässig gelungenen Schwarzweiss-Porträt des Fürschten Hans Adam II. himself im Profil streng überwacht wird.

Denn neben den grossen Skandalen, die zuletzt gehäuft das Fürstentum erschüttern, laufen die Kleinskandale natürlich im Windschatten mit.

Sozusagen kleine Sumpfblasen im grossen Sumpf Finanzplatz Liechtenstein. Wo Prinzen und andere Mitglieder der umfangreichen fürstlichen Familie ihre Finger in allerlei Geschäften haben. Ganz zu schweigen von den Fürstenbanken LGT und LLB.

Auch diese Blasen werden erst verschwinden, wenn der ganze Sumpf trockengelegt ist. Damit wird bereits langsam, aber stetig begonnen.

19. Januar 2026/49 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-17-um-21.10.16.png 496 934 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-01-19 07:12:052026-01-17 21:20:51Ein Sumpfbläschen

Wieso keine Volksinitiative?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Untreuhänder

Bevor der Finanzplatz mit seinen Untreuhändern Liechtenstein in den Abgrund reisst.

Die Liechtensteiner sind ein gschaffiges Völkchen. Jedenfalls die überwiegende Mehrheit. Bei etwas über 7000 ist das ein wenig anders. Denn sie arbeiten im Finanzsektor.

Auch da gibt es natürlich rechtschaffene Erbsenzähler und aufrechte Vermögensverwalter. Blöd auch, daneben gibt es eine ganze Horde schwarzer Schafe, die skrupellos und aus reiner Geldgier alles tun, um sich zu bereichern. Ohne Rücksicht auf Verluste. Solange es nicht ihre eigenen sind, versteht sich.

Nun bringen rund 800 verwaiste Zombie-Trusts das Fürstentum gewaltig in die Bredouille. Internationale Schlagzeilen, Eigentumsgarantie, Rechtsstaatlichkeit, Vertrauen. Die Grundwerte jedes Finanzplatzes geraten ins Wanken.

Und was tun Fürst, Erbprinz Alois, die Regierung, das Parlament, die Finanzmarkaufsicht (FMA), die Liechtensteinische Treuhandkammer? Nichts.

Fast nichts. Es wurde mit gewichtiger Miene ein «Steering Committee» einberufen, das Lösungen für dieses verzwickte Problem suchen soll. das tut seither auch nichts. Und die Regierungschefin Brigitte Haas behauptet doch allen Ernstes, dass es vielleicht das eine oder andere schwarze Schaf geben möge – aber in «99,9 Prozent» aller Trusts gehe alles mit rechten Dingen zu.

Offensichtlich hatte sie einen Fensterplatz, als in der Schule Prozentrechnen durchgenommen wurde. Denn wenn es in 800 mit unrechten Dingen zugeht und das 0,1 Prozent sein sollen, dann beherbergte Liechtenstein 800’000 Trusts. Wenn jeder Trust ein Briefkastenschild von 1 cm Höhe hätte, wäre das ein Turm von 8000 Metern.

Also niemand tut nix, Liechtensteinern halt. Aber wenn selbst das Fürstenhaus nicht von seiner absolutistischen Macht Gebrauch machen will, was könnte helfen?

Ganz einfach: eine Volksinitiative. Die müsste fünf simple Forderungen aufstellen und ihre Verwandlung in ein einfaches Gesetz verlangen.

  1. Jeder Treuhänder ist persönlich haftbar dafür, was in einem von ihm verwalteten Trust oder einer Stiftung geschieht.
  2. Er ist insbesondere haftbar, was die Abklärung der Herkunft von ihm verwalteter Gelder oder Vermögen betrifft.
  3. Sollte sich bei einer Überprüfung herausstellen, dass dieses Finanzvehikel durch staatliche Behörden blockiert wird, obwohl sein Besitzer völlig legal der Beneficial Owner ist, haftet der Treuhänder mit seinem Privatvermögen.
  4. Legt ein Treuhänder ohne ausreichende Begründung sein Amt nieder, muss er es solange weiter ausüben, bis er einen Nachfolger gefunden hat.
  5. Sämtliche Trusts und Stiftungen müssen im Handelsregister eingetragen sein, wo der Beneficial Owner ausgewiesen wird.

Diese Initiative könnte einen eingängigen Namen tragen: «Zombies raus aus Liechtenstein«.

Natürlich würden in diesem Fall alle vorher Genannten blitzartig aktiv werden. Teure PR-Agenturen dafür bezahlen, Zeter und Mordio zu schreien. Das wäre der Untergang des Finanzplatzes. Tausende von Arbeitsplätzen seien in Gefahr. Liechtenstein sei beim Thema Vermögensverwaltung international nicht mehr konkurrenzfähig. Der Rhein würde seine Flussrichtung ändern. Im Sommer würde es schneien. Aus Liechtenstein würde Düsterstein.

Vielleicht würde sogar das Fürstenhaus geruhen, mitzuteilen, dass seine Durchlauchten durchaus daran denken, bei Annahme dieser Initiative ins Exil zu gehen. Wie das der alte Fürst Johannes Adam Ferdinand Alois Josef Maria Marco d’Aviano Pius Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf zu Rietberg, Regierer des Hauses von und zu Liechtenstein – oder kurz Hans-Adam II. – schon mal tat.

Auf der anderen Seite braucht es in Liechtenstein lediglich 1000 Unterschriften für eine Volksinitiative. Es gibt haargenau 21’183 Wahlberechtigte im Ländle. Bei der letzten Landtagswahl nahmen 16’171 teil, das entspricht 76,3 Prozent.

Das wiederum bedeutet, dass ein hoher Prozentsatz der Liechtensteiner Untertanen politisch interessiert ist. Nur rund 6,2 Prozent von ihnen, etwas mehr als jeder Zwanzigste, müsste diese Initiative unterschreiben. Nicht mal unbedingt, weil er mit den Forderungen einverstanden wäre. Sondern einfach, weil er einsieht, dass zu diesem Thema dringend etwas geschehen muss.

Das gleiche Initiativkomitee, das bereits den vergeblichen Kampf um den Erhalt von Radio Liechtenstein führte, verfügt über die Infrastruktur und das nötige Know-how, um diese Unterschriften zu sammeln. Dazu hätte es sechs Wochen Zeit. Das ist nicht gerade üppig bemessen, aber machbar.

 

 

 

11. August 2025/44 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-23-um-18.42.47.png 988 1712 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-08-11 06:50:372025-07-23 18:50:50Wieso keine Volksinitiative?

Es darf gelacht werden

Allgemein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder

Bei hohen Temperaturen helfen kühlende Worte.

Die Liechtensteiner Untreuhänder sorgen für einen Skandal nach dem anderen.

Was ihnen zu treuen Händen anvertraut wird, verlassen sie im Notfall fluchtartig. So wie 475 Trusts, in denen höchstwahrscheinlich sanktionierte Russengelder aufbewahrt werden.

Aber am liebsten enteignen sie die Besitzer und Begünstigten von Stiftungen, wenn die ihnen blöd kommen. Und schon die Frage nach exorbitanten Verwaltungsgebühren oder absurd hohen Beratungskosten oder happigen Spesen läuft unter blöd kommen.

Die Voraussetzungen, um im Fürstentum Treuhänder zu werden, sind überschaubar.

Man muss Liechtensteiner sein. Eine lächerliche Prüfung ablegen und eine Bewilligung abholen. Man darf ja nicht zum Nestbeschmutzer werden.

Und man muss das Reputationsmanagement im Griff haben. Seriös dreinschauen können, verbindliche Geräusche von sich geben und sich das Lachen solange verkneifen, bis der neue Kunde, das neue Opfer das Büro verlassen hat.

Die Fähigkeiten, um als Liechtensteiner Treuhänder sein Amt ausüben zu können, sind ebenfalls überschaubar. Honorarnoten schreiben, das anvertraute Vermögen mit Hilfe eines fürstlichen Bank mehr schlecht als recht anlegen.

Sich dabei noch zusätzlich eine Scheibe abschneiden. Und Geld zählen können.

Vor allem Ungemach schützt die fürstliche Justiz. Sollte es ein Enteigneter oder Betrogener wagen, den Rechtsweg zu beschreiten, lernt er schmerzlich, dass hier kein Recht gesprochen wird. Sondern im Namen von Fürst und Volk der Recht Suchende erleben muss, dass Franz Kafka schwer untertrieben hat.

Das war der ernsthafte Teil. Jetzt darf gelacht werden. Denn die hochwohllöbliche Liechtensteinische Treuhandkammer sieht das ganz anders.

“Ihr obliegen die Wahrung der Ehre, des Ansehens und der Rechte wie auch die Überwachung der Pflichten des Treuhänderstandes.“

Das ist aber nur der erste Lachschlager. Es wird noch besser:

„Durch ihre hohe Kompetenz und ihr aktuelles Wissen stehen die liechtensteinischen Treuhänder Privatpersonen und Unternehmen als die Fachleute für die Beantwortung sämtlicher Finanz- und Wirtschaftsfragen zur Verfügung.“

Ist da noch ein Auge trocken geblieben? Da legen wir doch gleich noch einen drauf:

„Die Standesrichtlinien verpflichten sämtliche Berufsangehörigen und deren Mitarbeiter, ihr Fachwissen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Unsere Mitglieder bieten damit Gewähr für eine gewissenhafte und getreue Erledigung der ihnen übertragenen Aufgaben. Überdies haben Treuhänder das strenge liechtensteinische Berufsgeheimnis zu wahren.“

Wobei, der letzte Satz ist gar nicht lustig. Denn die Wahrung des strengen Berufsgeheimnisses beinhaltet, dass zum Beispiel Erben einer Stiftung, die nach dem Tod des Stifters wagen wollen, das Erbe anzutreten, beschieden wird: Stiftung? Bei mir? Das wüsste ich aber.

Von der actus ag bis zur zur Zimba Trust reg. bricht dann grosses Gelächter aus, wenn der Erbe mit dem Rechtsweg droht.

Der will vor einem fürstlichen Gericht gegen uns antreten, kichert der Treuhänder. Das muss ich gleich dem zuständigen Richter beim Feierabendcüpli erzählen, damit der auch etwas zu lachen hat.

Denn der möchte schliesslich in meiner Treuhandbude nächstens Partner werden. Aber das beeinträchtigt seine Fähigkeit, ordentlich im Namen des Fürsten und des unwissenden Volks Recht zu sprechen, in keiner Weise.

Da bleibt dann allerdings dem Betrogenen und Entrechteten das Lachen im Hals stecken.

 

4. Juli 2025/55 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/04/Bildschirmfoto-2024-04-23-um-12.20.48-e1713867767729.png 473 829 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-07-04 07:00:332025-07-03 23:07:12Es darf gelacht werden

Die Untreuhandkammer von Liechtenstein

Allgemein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Gegen Kritiker losschlagen ja, aber den eigenen Verein ausmisten nein.

Die Liechtensteinische Treuhandkammer tut ganz edel und vornehm auf ihrer Webseite:

«Ihr obliegen die Wahrung der Ehre, des Ansehens und der Rechte wie auch die Überwachung der Pflichten des Treuhänderstandes.»

Zurzeit widmen sich wahre Zierden ihres Berufsstands dieser edlen Aufgabe. Der Präsident ist Dr. iur. Stefan Wenaweser. Im Brotberuf Partner bei Marxer & Partner, einer einschlägig bekannten Treuhänderfirma. Vizepräsident der Treuhandlkammer ist Dr. nur. Peter Prast. Mandatsleiter bei Allgemeines Treuhandunternehmen ATU, im Geschäft seit 1929. Weiter im Vorstand sind Ernst Blöchlinger, im Team von Industrie- und Finanzkontor, «Wealth Preservation Experts», angeführt vom geschäftsführenden Präsidenten des Verwaltungsrats S.D. (Seine Durchlaucht) Prinz Michael von und zu Liechtenstein.

Dann hätten wir noch Mag. iur. Marion Kranz. Die Dame ist bei Walch & Partner, die ihre Kunden auch gerne bei Stiftungen & Trusts beraten. Dr. Thomas Zwiefelhofer, der ist im VR der First Advisory Group. «Ein führendes, unabhängiges Finanzdienstleistungsunternehmen mit Geschäftsstellen in Vaduz, Zürich, Genf, Hongkong und Singapur».

Und schliesslich MLaw David Meier, Inhaber von Advokatur David Meier: «Als Rechtsanwalt unterstütze ich Privatpersonen, Familienstiftungen und Unternehmen zudem in der Rechtsberatung mit Fokus auf Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht.»

Wir haben es hier also mit der geballten Kompetenz, hervorragenden Vertretern des Liechtensteiner Anwalts- und Treuhandwesens zu tun. Ausgesuchte Fachkräfte, würdig, die rund 180 Liechtensteiner Treuhänder wuchtig zu vertreten und deren Vereinsmitgliedschaftsbeiträge umsichtig – als wären es Kundenvermögen – zu verwalten.

Aber, oh Schreck, wie verträgt es sich mit all dem, dass diese Treuhandkammer schätzungsweise 100’000 Franken zum Fenster hinausgeworfen hat? Zweck- und sinnlos? Aus Spass und Tollerei? Oder vielleicht aus Ingrimm, aus gar nicht hochstehenden Gefühlen der Rache.

Denn diesen schönen Batzen hat die Treuhandkammer aufgeworfen, um einen sackteuren Zürcher Medienanwalt damit zu beauftragen, diesen Blog hier plattzumachen. Dafür reichte dieser Rechtsanwalt vor dem Handelsgericht Zürich eine vielseitige Klageschrift ein.

Auf ganzen 74 Seiten (plus einem Packen Beilagen) las der Anwalt diesem Blog hier die Leviten. untreuhaender.li musste erschreckt zur Kenntnis nehmen, dass wir angeblich die rechtschaffenen Treuhänder «in unlauterer Weise herabsetzen, eventualiter widerrechtlich in ihrer Persönlichkeit verletzen».

Dabei läge uns nichts ferner, jemanden in seiner Persönlichkeit zu verletzen, schon gar nicht widerrechtlich. Aber wir können nur dringlich dazu raten, dass die Treuhandkammer endlich mal dafür Geld ausgibt, dass in ihren eigenen Reihen alles korrekt abläuft.

Wir wollen ja keine Persönlichkeiten verletzen, aber Tatsachenbehauptungen – wenn sie zutreffen – tun das nicht. Zum Beispiel hat der bis im Juni amtierende Vizepräsident der Treuhandkammer inzwischen seine Treuhandlizenz zurückgegeben. Einfach so? Nicht wirklich, genauso wenig, wie Anton Wyss routinemässig als Vizepräsident zurücktrat. Er ist nämlich angeblich verwickelt in sanktionierte russische Gelder und nun selbst auf der Liste sanktionierter Personen der US-Behörde Ofac. Natürlich ein fürchterliches Missverständnis der Amis, of course.

Weiterhin im Amt als Präsident ist hingegen Stefan Wenaweser. Eine Zierde seines Berufsstands. Zu seiner Geschäftstätigkeit gehörte mal, dass er Gerichtsakten entwendete und erst nach einigem Druck wieder zurückgab. Auch nicht so die feine Treuhänderart.

Was die übrigen vielen schwarzen Schafe unter den Treuhändern so alles anstellen, davon berichtet dieser Blog täglich. Und weder dem teuren Zürcher Medienanwalt, noch der Treuhandkammer ist es bislang gelungen, auch nur eine einzige, eine winzig kleine Tatsachenbehauptung zu falsifizieren.

Kein Wunder, denn es stimmt alles, was hier beschrieben wird. Schon alleine aus einem Grund: so viel kriminelle Fantasie hätten wir gar nicht, auf solche diabolischen Ideen kämen wir niemals.

Also wiederholen wir dringlich unsere Bitte: statt auf den Boten loszugehen, sollte der Vorstand der Treuhandkammer doch endlich mal in den eigenen Reihen aufräumen. Noch besser: bei sich selber anfangen. Darüber würde untreuhaender.li sehr gerne lobend berichten.

 

19. Dezember 2024/22 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-18-um-21.29.16.png 521 916 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-19 07:51:262024-12-18 21:37:45Die Untreuhandkammer von Liechtenstein

Best of Glasl, Part II

Fürstenjustiz

Eine Rechtsschrift des teuren Medienanwalts ist immer ein Quell der Freude und des Amüsements.

Allerdings es schon verräterisch, welche Stellen RA Glasl unbedingt gelöscht haben möchte. Da fragt man sich, ob er tatsächlich auftrags der Treuhandkammer arbeitet oder ob nicht auch einzelne Mitglieder ihn brieften. Denn in der langen, geldtreibenden Liste von Einzelstellen, die – falls nicht gleich der ganze Blog verschwindet – gelöscht werden müssten, kommt auch dieser Kommentar vor:

Martin Batliner und Philipp Wanger zeigen allen anderen Treuhändern, was man in Liechtenstein als Treuhänder machen kann:

1. Man nehme sich aus der Stiftung, deren Interessen man wahren sollte, 75.000 Franken pro Monat pro Person.

2. Wenn der mithilfe des Gerichts abservierte Stiftungsrat und Begünstigte es tatsächlich wagt, mit einem Abberufungsantrag gegen sie vorzugehen,, dann entzieht man ihm eben dessen gesetzliches Informationsrecht. So ist er kalt gestellt und kann nicht mehr sehen, wie sich die beiden unkontrolliert aus der Stiftung bereichern.

3. Sollte der absolvierte Stiftungsrat und Begünstigte sich immer noch nicht zermürben lassen, dann entzieht man ihm eben dessen Begünstigung und stellt sich auf den Standpunkt, er habe mit der Stiftung nichts mehr zu tun und deswegen falle auch dessen Abberufungsantrag in sich zusammen.

Und als Kriegskasse nimmt man als Treuhänder natürlich das Stiftungsvermögen.

Wenn die beiden damit durchkommen, ohne abberufen zu werden, dann sind sie die besten und erfolgreichsten Treuhänder Liechtensteins aller Zeiten. Sich jeder etwa eine Million Franken im Jahr aus einer Stiftung nehmen und den Begünstigten kalt stellen – das ist ein Meisterwerk!

So geht Treuhänder in Liechtenstein!

Auch dieser Kommentar erzählt eine wahre und gerichtsfeste Geschichte aus dem Treiben Liechtensteiner Untreuhänder. Jede einzelne Aussage kann belegt werden. Was daran Anlass bieten soll, unter Missachtung der Meinungsfreiheit diesen Kommentar zu löschen, weiss wohl nur RA Glasl. Oder die beiden namentlich erwähnten Herren.

Vielleicht ist es auch so, dass im absolutistischen Fürstentum Liechtenstein solche frechen Aussagen nicht geduldet würden. Aber glücklicherweise unterliegt untreuhaender.li nicht der Fürstenjustiz und fürchtet sich vor dem Zorn Seiner Durchlaucht und Seiner herrschenden Durchlaucht und überhaupt aller Durchlauchtigkeiten nicht.

Dann wird’s etwas persönlich, aber auch hier kann problemlos der Wahrheitsbeweis angetreten werden, obwohl Glasl unbedingt löschen will:

«Dass in Liechtenstein Treuhänder mit Richter*innen «unter einer Decke stecken», wie in dem vorhergehenden Kommentar geschrieben wird, trifft wohl genau zu, dabei kommt es wohl auch dazu, dass uneheliche Kinder gezeugt werden,»

Sicherlich ist das im katholischen Liechtenstein mit seinem frommen Fürstenhaus eine peinliche Sache, aber das macht es ja nicht ungeschehen. Auch hier könnte man, aber untreuhaender.li ist gnädig, im wahrsten Sinne des Wortes Ross und Reiter nennen …

Wahrhaft zum Brüllen komisch ist der Antrag, im Artikel «Skandale ohne Ende» diesen Kommentar zu löschen:

 «Wenn man nach den Begriffen «Liechtenstein, Treuhänder, Skandale» sucht, gibt’s reichlich Beute bei Google. Insgesamt über 10’000 Ergebnisse werden aufgelistet, und dabei sind das nur die Resultate auf Deutsch.»

Das ist nun eine Tatsachenbehauptung, deren Wahrheitsgehalt von jedem überprüft werden kann, der Zugang zum Internet hat und diese Begriffe bei Google eingeben kann. Was offenbar weder der Treuhandkammer, noch ihrem teurer Anwalt RA Glasl möglich ist.

Ins gleiche Kapitelgehört der folgende Löschungsantrag: «Das Problem dabei: die paar Handvoll Treuhänder in Liechtenstein sorgen für eine nicht abreissende Kette von Skandalen. Grossen und kleinen, aber meistens geht es um Millionen, nicht zu selten auch um Hunderte von Millionen.»

Himmels willen, RA Glasl, um des Fürsten willen, Treuhandkammer, mit völliger Realitätsblindheit geschlagen? Gibt es denn keine Skandale im Ländle? Gibt es nicht mehr als einen? Sind sie etwa nicht manchmal klein, manchmal gross? Geht es alleine beim Bacardí-Skandal nicht um über eine Milliarde Dollar? In welcher Welt leben die denn?

Und noch ein letztes Schmankerl eines Löschungsantrags, über den ein Gericht nicht einmal lachen würde. Wohlgemerkt ein Zürcher Gericht; in Liechtenstein sähe das vielleicht anders aus. Aber RA Glasl hat halt Rechtsstand Zürich gewählt. Wohl nicht zuletzt deswegen, weil er selbst in Liechtenstein gar nicht prozessieren dürfte. Dazu bräuchte er die Unterstützung eines einheimischen Anwalts. Die bekäme er zwar, aber das könnte sein Honorar schmälern.

Der nächste, aber längst nicht letzte Knaller:

«Wohin denn das Geld verschwunden sei? Tja, sagt da der Liechtensteiner Treuhänder, dazu könne er leider, leider nichts sagen, Anwaltsgeheimnis, nicht wahr. Aber das sind ja nur die kleinen Piranhas, die in den trüben Gewässern Liechtensteins schwimmen.»

Wie lang soll hier die Zeugenliste sein, die das bestätigen?

Allerdings da geht untreuhaender.li ein wenig in sich, natürlich sind die Gewässer im Ländle blitzsauber, so wie alles dort. Aber man kann das vielleicht so retten, dass es sich doch nur um ein Sprachbild, eine Metapher handelt …

4. Oktober 2024/18 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/10/Bildschirmfoto-2024-10-01-um-13.45.16.png 514 918 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-10-04 06:32:252024-11-14 09:39:12Best of Glasl, Part II

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