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Schlagwortarchiv für: Konkurs

Ein Sumpfbläschen

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale

Identec Group und Sun Contracting AG. Zwei Millionengräber aus Liechtenstein.

Die Identec Group AG hat ihre Sitz in Vaduz. Sie emittierte Aktien und Obligationen über ihren Liechtenstein-Ansatz an Hunderte Anleger, vorrangig in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland. Diese Papiere wurden mit stark positiven Renditeaussichten beworben, die konnten aber nicht erfüllt werden.

Die Sun Contracting AG hat ihren Sitz in Balzers und ist Muttergesellschaft einer Unternehmensgruppe. Auch hier wurden Anleihen und Produkte Anlegern in der Schweiz, Österreich und Deutschland verkauft. Als nachhaltige Anlage mit stabilen Renditen.

Beide Firmen sind pleite. Konkurs. In Liquidation. Sie hinterlassen Hunderte von geprellten Anlegern, oft finanztechnische Laien. Der Gesamtschaden liegt in Millionenhöhe.

Gegen beide Buden laufen oder liefen Strafverfahren in Liechtenstein und in Österreich, Unter anderem wegen möglicher Täuschung von Anlegern. Gegen Verantwortliche der Sun Contracting Gruppe laufen Ermittlungen der österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) u. a. wegen Betrugs- und Bilanzvorwürfen.

Die Identec Group AG und die Sun Contracting AG sind (bzw. waren) über ihren rechtlichen Sitz in Liechtenstein unmittelbar mit dem Fürstentum verbunden, was sich in Firmenregistrierung, Insolvenzverfahren und rechtlichen Auseinandersetzungen widerspiegelt.

Es gab aber auch eine ganz direkte Verbindung mit dem Fürstenhaus: Prinz Michael sass in ihrem Verwaltungsrat.

Michael Karl Maria Josef (* Michael Karl Alfred Maria Felix Moritz Prinz von und zu Liechtenstein) ist auch in der Geschäftsleitung beim Industrie- und Handelskontor Ets. in Vaduz.

Zudem war der Prinz lange Jahre im Vorstand der Liechtensteinischen Treuhandkammer. Also des Aufsichtsorgans über Geschäftsleute wie ihn, die in Verwaltungsräten von Finanzfirmen Einsitz nehmen.

Gegen die Vermittler der beiden Pleitefirmen laufen inzwischen Strafverfahren. Denn hier muss mit einiger krimineller Energie vorgegangen worden sein.

Letztlich mit einem der ältesten Tricks in der Branche: einem Renditeversprechen. Einem Versprechen das zudem deutlich über den marktüblichen Zinsen lag.

Was fast immer darauf hinweist: hier entsteht ein Schneeballsystem. Die Verzinsung von ersten Einlagen wird mit Hilfe von neuen Einlagen getätigt. Allerdings erwirtschaften diese neuen Anlagen nicht nur keine Erträge, sie werden auch in der Substanz ausgehöhlt.

Das müsste eigentlich jedem VR klar sein, insbesondere, wenn er wie Prinz Michael offenbar über solide finanztechnische Kenntnisse verfügt. Denn er beglückt auch die Welt regelmässig mit ökonomischen Analysen.

Und diese Koryphäe will nicht gemerkt haben, dass er im VR einer Schwindelfirma sitzt?

Im Gegensatz zu den Geschäftsleitungen, Finanzintermediären und Anlageberatern muss der Prinz allerdings keine Strafverfolgung befürchten.

Oder hat man schon jemals davon gehört, dass in Liechtenstein ein Prinz und Mitglied der erweiterten fürstlichen Familie vor Gericht stand? Kein fürstlicher Richter würde das wagen, dessen Tun im Gerichtssaal jeweils von einem mässig gelungenen Schwarzweiss-Porträt des Fürschten Hans Adam II. himself im Profil streng überwacht wird.

Denn neben den grossen Skandalen, die zuletzt gehäuft das Fürstentum erschüttern, laufen die Kleinskandale natürlich im Windschatten mit.

Sozusagen kleine Sumpfblasen im grossen Sumpf Finanzplatz Liechtenstein. Wo Prinzen und andere Mitglieder der umfangreichen fürstlichen Familie ihre Finger in allerlei Geschäften haben. Ganz zu schweigen von den Fürstenbanken LGT und LLB.

Auch diese Blasen werden erst verschwinden, wenn der ganze Sumpf trockengelegt ist. Damit wird bereits langsam, aber stetig begonnen.

19. Januar 2026/49 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-17-um-21.10.16.png 496 934 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-01-19 07:12:052026-01-17 21:20:51Ein Sumpfbläschen

Sumpf, blubber, Blase

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Treuhänder

Wo man in Liechtenstein hinschaut, es ist Übles zu sehen.

Treuhänder? Fühlen sich sehr wohl in der Räuberhöhle Liechtenstein. Anwälte? Verdienen sehr schön in der Räuberhöhle, weil nur sie hier tätig sein dürfen. Die Staatsanwaltschaft? Versucht erfolgreich mit allen Tricks, so viel Arbeit wie möglich wegzuschieben. Die Justiz? Einäugig, langsam neigt zu Urteilen, bei denen es jedem anständigen Juristen die Nackenhaare aufstellt. Und braucht dafür erst noch Jahre.

Der Fürst? Ist unsichtbar, steht aber über dem Gesetz. Sein Erbprinz Alois herrscht und beeinflusst das Gesetz. Die grösste Industriefirma Hiltl? Sollte statt rote braungefleckte Werkzeugkoffer verkaufen.

So ist’s im Ländle, nun kommt noch ein weiterer Skandal auf einem ganz anderen Gebiet hinzu. Kurze Vorgeschichte: Es gab einmal eine Medicnova Klinik in Bendern. Über die AG wurde 2018 das Konkursverfahren eröffnet und mit typisch Liechtensteiner Geschwindigkeit am 20. April 2022 abgeschlossen und die Privatklinik für illiquide erklärt,

Nun hat die ehemalige Aktionärin, eine Fundatio Corona Stiftung, Amtshaftungsansprüche gegen das Land Liechtenstein erworben und eine Amtshaftungsklage beim dafür zuständigen Obergericht eingereicht.

Wieso das? Das Vaterland erklärt:

«Die Vorwürfe: Der damalige Regierungsrat Mauro Pedrazzini habe durch zweijährige Untätigkeit beim OKP-Antrag die Klinik in den Ruin getrieben und den Verkauf der Spitalinfrastruktur an das Landesspital «wissentlich und willentlich» verhindert. In diesem Zusammenhang habe er auch den Landtag falsch informiert.»

Damit habe die Regierung dem Gesundheitsstandort geschadet und der Bevölkerung moderne Behandlungen, insbesondere in der Kardiologie, vorenthalten. Nochmals das Vaterland: «Auch nach dem Konkurs der Klinik habe sich die Regierung gegen eine bessere Lösung für den Steuerzahler ausgesprochen.  «Der Neubau des Landesspitals kostet viel mehr als die damaligen Investitionen in die bestehende Klinikinfrastruktur der Medicnova», erklärt der Rechtsanwalt dazu.»

Natürlich lehnt die Regierung diese Ansprüche ab und wird deswegen jetzt verklagt. Selbstverständlich ist es nicht gesagt, dass diese Forderung zu Recht besteht. Es dürfen auch Wetten darüber abgeschlossen werden, wie ein fürstliches Gericht entscheiden wird, wenn die fürstliche Regierung auf der Klagebank sitzt.

untreuhaender.li ist sich sicher, dass das Obergericht in aller gebotenen Objektivität und Unabhängigkeit und Gesetzestreue urteilen wird. Dafür ist es bekannt, und es ist reiner Bösartigkeit der EU zuzuschreiben, das der Europäische Menschenrechtsgerichtshof eins ums andere Mal ein Urteil der Fürstenjustiz kassiert.

Aber darüber hinaus ist das ein weiterer Fall, der belegt, wie verfault, morsch und merkwürdig das gesamte Herrschaftswesen Liechtensteins ist. In welchem anderen mitteleuropäischen Land ist es möglich, dass ein Mitglied der Landesregierung beschuldigt wird, durch zweijährige Untätigkeit ein Spital in den Ruin getrieben zu haben?

Selbstverständlich gilt auch hier die Unschuldsvermutung, aber aus dem hohlen Bauch heraus ist diese Klage sicherlich nicht erhoben worden.

Zudem passt diese Sumpfblase ins Bild von ach so vielen Sumpfblasen, die in Liechtenstein regelmässig an die Oberfläche steigen, platzen und einen schlechten Geruch hinterlassen. Worauf dann Regierung und Fürstenhaus sagen: schlechter Geruch? Wass für ein schlechter Geruch? Bei uns in der der Trutzburg riecht es nur angenehm nach Geld und vornehmem Getue, das muss eine bösartige Unterstellung sein.

Allerdings: wenn die Liechtensteiner Untertanen mal die Möglichkeit haben, drücken sie ihren Unwillen mit den Zuständen durchaus aus. Denn trotz väterlichen Ermahnungen durch die Herrschenden und die Regierung zogen sie beim Fürstenfunk gerade den Stecker heraus. Obwohl ihnen weissgemacht worden war, wie unverzichtbar dieses Radio doch sei, gerade auch in Notfällen. Aber die Stimmbürger liessen sich nicht ins Bockshorn jagen und wollten lieber 4 Millionen Franken Steuergelder einsparen.

Wenn sie jetzt noch hören müssen, dass auch ihre Gesundheitsfürsorge viel zu teuer geregelt ist, weil das einem Regierungsmitglied so gefiel – au weia.

Dem steht aber sicherlich das Obergericht entgegen, anschliessend der übliche Instanzenzug, und wenn der Kläger nicht gestorben ist, erlebt er vielleicht sogar noch das endgültige Urteil in ferner Zukunft. Dass es gegen die Regierung, gegen das Land ausfallen könnte, ist eigentlich ausgeschlossen.

27. November 2024/11 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-26-um-15.41.40.png 507 891 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-27 07:42:072024-11-27 09:45:57Sumpf, blubber, Blase

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