Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
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Schlagwortarchiv für: Informationsrechte

Sumpfblasen made in Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale

14 Skandale und Skandälchen im sauberen Fürstentum.

Es stinkt an so vielen Orten, dass man nicht umhin kann, diesen Überblick stichwortartig zu gestalten.

  1. Der Benko-Komplex in Liechtenstein
    • Inge-Stiftung und weitere Strukturen.
    • Gold- und Bargeldbestände.
    • Zugriffsmöglichkeiten österreichischer Insolvenzverwalter.
    • Rolle liechtensteinischer Gerichte und Treuhänder.
    • Nirgendwo hat es der Konkursverwalter so schwer wie im Fürstentum, an Auskünfte und Geld zu kommen.
  2. Trustrechtsreform per 1. Juli 2026
    • Warum musste das Recht überhaupt geändert werden?
    • Welche Missstände sollten behoben werden?
    • Was bleibt unverändert, insbesondere bei Informationsrechten der Begünstigten?
  3. Die rund 800 «Zombie-Trusts»
    • Wie viele bestehen noch?
    • Wer haftet?
    • Weshalb dauerte die Bereinigung jahrelang?
    • Wer profitierte von der Verzögerung?
  4. Informationsrechte der Begünstigten
    • Trotz Reform weiterhin beschränkt.
    • Praxis der Gerichte bei Auskunftsbegehren.
    • Rolle des neuen Informationsberechtigten ist völlig unklar, wozu braucht es ihn überhaupt?.
  5. Treuhänder als Stiftungsräte
    • Hohe Verwaltungsgebühren.
    • Interessenkonflikte.
    • Absetzung unliebsamer Protektoren oder Verwaltungsräte.
    • Selbstkontrolle statt unabhängiger Aufsicht. Das ist nach wie vor das grösste Sumpfgebiet, eine Räuberhöhle.
  6. FMA-Aufsicht
    • Wie viele Enforcement-Verfahren?
    • Welche Sanktionen gegen Banken, Treuhänder oder Vermögensverwalter?
    • Wie transparent veröffentlicht die FMA ihre Entscheide?
  7. Bekämpfung der Geldwäscherei
    • Nur behauptete hohe regulatorische Standards.
    • Vergleichsweise wenige öffentlich bekannte Strafverfahren.
    • Frage nach der praktischen Durchsetzung («Enforcement Gap»).
  8. Justiz und Verfahrensdauer
    • Teilweise sehr lange Zivilverfahren.
    • Kostenrisiken für Kläger.
    • Hürden für Begünstigte von Stiftungen und Trusts. Hier wird die Fürstenjustiz zum Komplizen der Untreuhänder.
  9. Richterliche Unabhängigkeit
    • Ernennungssystem.
    • Nebenamtliche Richter.
    • Befangenheit bei wirtschaftsnahen Verfahren. Und alles abhängig von der Gnade und dem Wohlwollen des Fürsten.
  10. Politische Transparenz
  • Offenlegung wirtschaftlicher Interessen von Landtagsabgeordneten.
  • Einfluss der Finanzbranche auf Gesetzgebung.
  1. Kryptobranche
  • Umsetzung der europäischen MiCA-Regeln.
  • Kontrolle von Token- und Krypto-Dienstleistern.
  • Belastung der FMA durch neue Aufsichtsaufgaben.
  1. Sanktionsumgehung
  • Prüfung von Strukturen mit Bezug zu russischen oder iranischen Vermögen.
  • Fragliche Wirksamkeit der Kontrollen.
  • Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden nach dem Prinzip: so wenig wie möglich, so intransparent wie möglich.
  1. Stiftungsregister und wirtschaftlich Berechtigte
  • Wie vollständig und aktuell sind die Register?
  • Wer erhält Einsicht?
  • Praktische Wirksamkeit der Transparenzregeln sind nicht erkennbar
  1. Der Ruf des Finanzplatzes
  • Liechtenstein bleibt wegen all diesen Fällen  und seinen Treuhandstrukturen unter kritischer Beobachtung.

Allerdings: Alleine das skandalöse Verhalten der Treuhänderzunft würde in jedem anderen zivilisierten Land Gesetzgeber und Regierung zum sofortigen und energischen Handeln nötigen.

Nicht in Liechtenstein. Schliesslich mehren die Fürstenbanken LGT und LLB das milliardenschwere Vermögen des Monarchen. Denn hier werden all die Gelder aufbewahrt, die Treuhänder mehr schlecht als recht verwalten. Am schönsten: gibt es darüber Streit, wie beispielsweise im Fall Benko, bei den Zombie-Trusts oder bei den beiden Riesenskandalen Bacardí und Hartlaub, dann ruhen Vermögenswerte in Milliardenhöhe in den Banken, die sich ungeniert Gebühren und Kommissionen abgreifen und natürlich auch an der Verwendung als Anlage profitieren.

Genau wie die Treuhänder, die sich falls irgend möglich weiterhin exorbitante und unverschämte Honorare zuschieben oder skrupellose Anwälte auf Kosten ihnen anvertrauter Gelder zur Abwehr berechtigter Forderungen der eigentlich begünstigten engagieren.

In schöner Regelmässigkeit platzen diese Sumpfblasen, hinterlassen einen schlechten Geruch und hässliche Flecke auf der angeblich weissen Weste des Ländle.

10. Juli 2026/51 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-07-um-14.24.37.png 301 509 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-07-10 07:03:472026-07-07 14:27:34Sumpfblasen made in Liechtenstein

Vertrauen? Pfeif drauf

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Statt seriös und anständig: geldgierig und räuberisch.

Im Fürstentum Liechtenstein beginnt für einen betrogenen Stiftungsbegünstigten der Albtraum häufig erst dann richtig, wenn er merkt, dass Geld verschwunden ist. Oder schlimmer: dass er selbst aus der Stiftung entfernt wurde, die eigentlich seinem Schutz dienen sollte. Denn wer glaubt, ein Liechtensteiner Treuhänder sei einfach ein Dienstleister, der irrt gewaltig. In vielen Fällen sitzt er am längeren Hebel – abgesichert durch ein hochkomplexes Stiftungsrecht, enorme finanzielle Ressourcen und eine Justiz, die von Kritikern immer wieder als treuhänderfreundlich beschrieben wird. Wenn die Kritiker ganz sanft gestimmt sind.

Theoretisch hat ein Begünstigter durchaus Rechte. Er kann Auskunft verlangen, Einsicht in Rechnungen fordern, die Absetzung eines Stiftungsrats beantragen oder Schadenersatz einklagen. Das liechtensteinische Personen- und Gesellschaftsrecht kennt entsprechende Instrumente. Auf dem Papier klingt das rechtsstaatlich sauber.

In der Praxis sieht das ganz anders aus.

Denn der erste Schutzwall besteht bereits darin, dass der Begünstigte häufig gar nicht weiss, was innerhalb der Stiftung passiert. Die Informationsrechte sind beschränkt, gestaffelt oder können mit juristischen Spitzfindigkeiten verzögert werden. Der zweite Schutzwall: Die Stiftung bezahlt die Anwälte des Stiftungsrats – also mit dem Geld des Geschädigten selbst. Wer gegen einen ungetreuen Treuhänder kämpft, finanziert oft unfreiwillig dessen Verteidigung gleich mit.

Besonders perfid wird es, wenn Begünstigte schlicht entfernt werden. Genau dieser Vorwurf tauchte in mehreren aufsehenerregenden Fällen der letzten Jahre auf. Im Fall der Hartlaub-Stiftung eskalierte ein Familienkonflikt zu einem exemplarischen Lehrstück darüber, wie schnell ein Begünstigter und Stiftungsrat aus seiner eigenen Struktur gedrängt werden kann. Die Gerichte argumentierten teilweise mit dem

«blossen Anschein einer möglichen Interessenkollision».

Kritiker sprechen von kafkaesker Logik.

Der Fall Thomas Kindler machte international Schlagzeilen. Nachdem er als Stiftungsrat auf mögliche Vermögensverschiebungen hingewiesen hatte, wurde er selbst entfernt. Anschliessend kassierten neu eingesetzte Anwälte laut Berichten hohe Honorare aus dem Stiftungsvermögen. Gleichzeitig wurde sogar seine Stellung als Begünstigter infrage gestellt – womit ihm am Ende auch das Klagerecht hätte entzogen werden können.

Auch die Bacardí-Affäre beschädigte den Ruf des Finanzplatzes massiv. Mitglieder der Bacardí-Familie werfen Liechtensteiner Treuhändern vor, Kontrolle über milliardenschwere Vermögenswerte übernommen und Begünstigtenrechte systematisch unterlaufen zu haben. In öffentlichen Stellungnahmen war gar von einem «kriminellen Netzwerk» die Rede.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Liechtenstein ist winzig. Jeder kennt jeden. Anwälte, Richter, Treuhänder, ehemalige Politiker und Verwaltungsräte bewegen sich oft im selben gesellschaftlichen Biotop. Natürlich bedeutet das nicht automatisch Korruption. Aber es erzeugt einen fatalen Eindruck von Nähe und Abschottung. Kritiker sprechen deshalb regelmässig von einer «fürstlichen Justiz», die eher die Stabilität des Finanzplatzes schützt als die Rechte einzelner Geschädigter.

Und dennoch: Hoffnungslos ist der Kampf nicht. Einzelne Begünstigte gewinnen Prozesse, erzwingen Vergleiche oder bringen Fälle an internationale Öffentlichkeit. Der mediale Druck ist oft wirksamer als die juristische Auseinandersetzung selbst. Denn nichts fürchtet der Finanzplatz mehr als den Verdacht, dass Liechtensteiner Stiftungen nicht Vermögen schützen, sondern deren wahre Eigentümer entrechten könnten.

Genau deshalb sind Fälle wie Hartlaub, Bacardí oder die Debatte um die «Zombie-Trusts» so gefährlich für Vaduz. Sie zerstören das zentrale Geschäftsmodell des Landes: Vertrauen.

1. Juni 2026/31 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-26-um-17.22.28.png 650 1189 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-06-01 07:06:592026-05-26 17:24:09Vertrauen? Pfeif drauf

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