14 Skandale und Skandälchen im sauberen Fürstentum.
Es stinkt an so vielen Orten, dass man nicht umhin kann, diesen Überblick stichwortartig zu gestalten.
- Der Benko-Komplex in Liechtenstein
- Inge-Stiftung und weitere Strukturen.
- Gold- und Bargeldbestände.
- Zugriffsmöglichkeiten österreichischer Insolvenzverwalter.
- Rolle liechtensteinischer Gerichte und Treuhänder.
- Nirgendwo hat es der Konkursverwalter so schwer wie im Fürstentum, an Auskünfte und Geld zu kommen.
- Trustrechtsreform per 1. Juli 2026
- Warum musste das Recht überhaupt geändert werden?
- Welche Missstände sollten behoben werden?
- Was bleibt unverändert, insbesondere bei Informationsrechten der Begünstigten?
- Die rund 800 «Zombie-Trusts»
- Wie viele bestehen noch?
- Wer haftet?
- Weshalb dauerte die Bereinigung jahrelang?
- Wer profitierte von der Verzögerung?
- Informationsrechte der Begünstigten
- Trotz Reform weiterhin beschränkt.
- Praxis der Gerichte bei Auskunftsbegehren.
- Rolle des neuen Informationsberechtigten ist völlig unklar, wozu braucht es ihn überhaupt?.
- Treuhänder als Stiftungsräte
- Hohe Verwaltungsgebühren.
- Interessenkonflikte.
- Absetzung unliebsamer Protektoren oder Verwaltungsräte.
- Selbstkontrolle statt unabhängiger Aufsicht. Das ist nach wie vor das grösste Sumpfgebiet, eine Räuberhöhle.
- FMA-Aufsicht
- Wie viele Enforcement-Verfahren?
- Welche Sanktionen gegen Banken, Treuhänder oder Vermögensverwalter?
- Wie transparent veröffentlicht die FMA ihre Entscheide?
- Bekämpfung der Geldwäscherei
- Nur behauptete hohe regulatorische Standards.
- Vergleichsweise wenige öffentlich bekannte Strafverfahren.
- Frage nach der praktischen Durchsetzung («Enforcement Gap»).
- Justiz und Verfahrensdauer
- Teilweise sehr lange Zivilverfahren.
- Kostenrisiken für Kläger.
- Hürden für Begünstigte von Stiftungen und Trusts. Hier wird die Fürstenjustiz zum Komplizen der Untreuhänder.
- Richterliche Unabhängigkeit
- Ernennungssystem.
- Nebenamtliche Richter.
- Befangenheit bei wirtschaftsnahen Verfahren. Und alles abhängig von der Gnade und dem Wohlwollen des Fürsten.
- Politische Transparenz
- Offenlegung wirtschaftlicher Interessen von Landtagsabgeordneten.
- Einfluss der Finanzbranche auf Gesetzgebung.
- Kryptobranche
- Umsetzung der europäischen MiCA-Regeln.
- Kontrolle von Token- und Krypto-Dienstleistern.
- Belastung der FMA durch neue Aufsichtsaufgaben.
- Sanktionsumgehung
- Prüfung von Strukturen mit Bezug zu russischen oder iranischen Vermögen.
- Fragliche Wirksamkeit der Kontrollen.
- Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden nach dem Prinzip: so wenig wie möglich, so intransparent wie möglich.
- Stiftungsregister und wirtschaftlich Berechtigte
- Wie vollständig und aktuell sind die Register?
- Wer erhält Einsicht?
- Praktische Wirksamkeit der Transparenzregeln sind nicht erkennbar
- Der Ruf des Finanzplatzes
- Liechtenstein bleibt wegen all diesen Fällen und seinen Treuhandstrukturen unter kritischer Beobachtung.
Allerdings: Alleine das skandalöse Verhalten der Treuhänderzunft würde in jedem anderen zivilisierten Land Gesetzgeber und Regierung zum sofortigen und energischen Handeln nötigen.
Nicht in Liechtenstein. Schliesslich mehren die Fürstenbanken LGT und LLB das milliardenschwere Vermögen des Monarchen. Denn hier werden all die Gelder aufbewahrt, die Treuhänder mehr schlecht als recht verwalten. Am schönsten: gibt es darüber Streit, wie beispielsweise im Fall Benko, bei den Zombie-Trusts oder bei den beiden Riesenskandalen Bacardí und Hartlaub, dann ruhen Vermögenswerte in Milliardenhöhe in den Banken, die sich ungeniert Gebühren und Kommissionen abgreifen und natürlich auch an der Verwendung als Anlage profitieren.
Genau wie die Treuhänder, die sich falls irgend möglich weiterhin exorbitante und unverschämte Honorare zuschieben oder skrupellose Anwälte auf Kosten ihnen anvertrauter Gelder zur Abwehr berechtigter Forderungen der eigentlich begünstigten engagieren.
In schöner Regelmässigkeit platzen diese Sumpfblasen, hinterlassen einen schlechten Geruch und hässliche Flecke auf der angeblich weissen Weste des Ländle.


