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Schlagwortarchiv für: Geldgier

Aus, vorbei, Ende Gelände

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Skandale

Die Treuhänder im Ländle wollen es noch nicht wahrhaben: ihr Geschäftsmodell ist am Ende.

Naturgemäss gibt es nur Schätzungen, wie viel Geld in Konstrukten wie Stiftungen, Trusts, Anstalten etc. im Fürstentum Liechtenstein gebunkert sind.

Darunter gibt es sicherlich einen Prozentsatz von völlig legalen, ordentlich erworbenen (und versteuerten) Vermögen. Die werden hier gelagert, wie beispielsweise in der Stiftung der Birkenstock-Familie, um ein Gefäss zu haben, mit dem komplizierte Finanzverhältnisse in einer verästelten Familie, die in verschiedenen Ländern und Steuersystemen lebt, zusammengefasst und organisiert werden können. Oder zur Nachlassplanung bei grossen Vermögen mit diversen Anspruchsgruppen und speziellen Wünschen des Erblassers.

Das ist der helle Teil. Und dann gibt es den dunklen und schliesslich den rabenschwarzen.

Der dunkle Teil besteht aus Vermögen, die aus welchen Gründen auch immer das Licht der Öffentlichkeit scheuen. Das kann noch halbwegs ehrenhaft sein, wenn beispielsweise eine reiche Person in der Dritten Welt nicht damit auffallen will, über ein dickes Bankkonto zu verfügen. Denn das steigert die Gefahr einer Entführung mit Lösegelderpressung ungemein. Und diese Gangster arbeiten natürlich mit Bankangestellten zusammen.

Also wird das Geld nach Panama – oder Liechtenstein transferiert. Mit dem hübschen Nebeneffekt, dass keine Steuern fällig sind.

Aber dann gibt es noch den rabenschwarzen Teil. Gelder aus Diktaturen, aus Unrechtsstaaten wie Venezuela oder Iran oder all den Regimes in Afrika, Lateinamerika und Asien. Gelder aus dem Handel mit Blutdiamanten, Gelder von Warlords, Drogenbaronen, Menschenhändlern, Gelder von all dem Abschaum der Menschheit.

Hier ist von gigantischen Beträgen die Rede. Alleine die organisierte Schwerkriminalität ist laut Schätzungen der UNO für 1,5 Prozent des Welt-BIP zuständig. Das wären rund 1,8 Billionen US-Dollar, 1800 Milliarden. Nimmt man sämtliche kriminellen Aktivitäten, sprechen wir von mindestens 2 bis zu 5 Prozent des Welt-BIP. Also von 2,4 bis 6 Billionen.

Von diesen gigantischen Beträgen ist garantiert ein unbekannter Prozentsatz in Liechtenstein gelandet. Allen Schwüren zum Trotz, dass man einen sauberen Finanzplatz wolle und von Gebräuchen der Vergangenheit Abstand genommen hätte.

Denn es gibt einen Faktor, der all das übersteuert, auch das Risiko, erwischt zu werden: reine Geldgier.

Aber hier gibt es ein Problem. Wird der Anwalt oder Treuhänder von einer staatlichen Stelle erwischt, dann gibt es in Liechtenstein von der Fürstenjustiz höchstens einen Klaps auf die Finger. In den letzten 15 Jahren gab es zwischen 10 bis 20 Strafverfahren, eine reine Schätzung. Verurteilungen? Eine niedrige, einstellige Zahl.

Aber: Wie werden schwerkriminelle Begünstigte einer solchen Tarnkonstruktion reagieren, wenn sie erfahren, dass ihre Namen und alle nötigen Merkmale zur Identifikation gestohlen wurden und sich nun ihrerseits in den Händen von Cyber-Kriminellen befinden? Wie werden sie erst reagieren, wenn sie mit einer Erpressung kontaktiert werden? Mit einer Forderung, deren Höhe sich nach dem in ihrer liechtensteinischen Konstruktion lagernden Vermögenswerten richtet.

Wen werden sie dafür verantwortlich machen? Richtig, den Treuhänder oder Anwalt, der ihnen mit heiligen Schwüren versicherte, dass Diskretion in Liechtenstein oberste Maxime ist, der Schutz der Anonymität vollkommen, das alles so sicher und stabil wie die fürstliche Trutzburg ob Vaduz sei.

Und nun das.

Im Weiteren werden sie Behörden, Regierung und schliesslich den absolutistisch regierenden Landesherrn verantwortlich machen. Also den Fürsten und seinen regierenden Erbprinzen Alois.

Eigentlich möchte niemand den Zorn solcher finsterer Gestalten auf sich ziehen. Nicht von einem, und erst recht nicht von Dutzenden, Hunderten.

Die 130 Treuhänder dürften inzwischen schlaflose Nächte haben – und aufschrecken, wenn sie im Garten ein verdächtiges Geräusch hören. Allerdings: Profis machen keine verdächtigen Geräusche. Plötzlich sind sie lautlos da, und dann ist’s zu spät.

6. August 2026/27 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/08/Bildschirmfoto-2026-08-04-um-12.06.38.png 534 1191 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-08-06 07:02:312026-08-04 13:13:47Aus, vorbei, Ende Gelände

Schrumpf, schmelz, schwund

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Das Fürstentum ist stolz auf seine Stiftungen und Finanzvehikel. Nur: immer weniger wollen sie.

Das kommt halt davon, wenn man seinen Ruf gnadenlos ruiniert. Als Herbert Batliner die vermeintlich geniale Erfindung machte, liechtensteinische Stiftungen als Schwarzgeld- und Steuerhinterziehungsbunker zu missbrauchen, explodierte die Anzahl.

Und die paar Handvoll Liechtensteiner Treuhänder verdienten sich blöd. Denn der weise Fürscht hatte geruht, gesetzlich verankern zu lassen, dass in jeder Stiftung mindestens ein Treuhänder, und zwar natürlich aus Liechtenstein, Einsitz nehmen muss. Als Stiftungsrat.

Und weil dass das allmächtige Herrschaftsorgan ist, bietet die Stelle viele Möglichkeiten für Spass und Tollerei. Je nachdem, wie ausgeprägt die Geldgier und die kriminelle Energie des ungetreuen Stiftungsrats ist.

Aber der Ruf des Trägers des Komturkreuzes des Fürstlichen Liechtensteinischen Verdienstordens, des Grosskreuzes mit Brillanten des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens, des Fürstlichen Kommerzialrats Batliner war ziemlich bekleckert, als er in Schimpf und Schande ins Grab sank.

Er musste noch erleben, wie sein Geldscheffelmodell von Staaten geschleift wurde, die nach der Finanzkrise eins 2008 dringenden Steuerbedarf hatten.

Da krachten dann Stiftungen zu Tausenden zusammen, und unter den Treuhändern begann grosses Geschrei und Wehklagen. Die Cleveren, und auch solche gibt es ein paar wenige, begannen, die verbliebenen Stiftungen und andere Finanzvehikel in einer Art zu melken, über die sich jede Kuh beschweren würde.

Bei solchen Übergriffen ins Kässeli wussten die Untreuhänder immer, dass sie von der fürstlichen Justiz geschont und beschützt würden, sollte ein Enteigneter so blöd sein, den Rechtsweg beschreiten zu wollen.

Aber: das sorgte dann halt leider für eine nicht abreissende Kette von Skandalen mit internationaler Beachtung. Und dabei haben wir die 800 russischen Zombie-Fonds noch gar nicht erwähnt.

Also schrumpft und schrumpft der Bestand an solchen Konstrukten weiterhin. Gerade hat die Stiftungsaufsichtsbehörde die frischesten Zahlen veröffentlicht. So sad, würde Präsident Trump dazu sagen.

Denn aktuell gibt es gerade noch mal 7145 Stiftungen im Ländle. Einerseits: das bedeutet, wenn die Welt gerecht wäre und jeder der rund 130 Treuhänder gleich viele Stiftungen betreuen würde, dass er rund 55 mal Einsitz in den Stiftungsräten hätte. Grundgebühr, Aktenstudium, Verwaltung, Aufsicht, Steuererklärung und was ihm als Vorwand sonst noch alles einfällt: macht mal mindestens 20’000 Franken im Jahr. Pro Stiftung, versteht sich.

Ds sind 1,1 Millionen Franken Grundeinkommen für nix und Pipifax.

Aber die Welt ist natürlich nicht so gerecht; es gibt die Multistiftungsräte und diejenigen Treuhänder, die mit ganz wenigen über die Runden kommen müssen.

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre: die Anzahl solcher Konstrukte schrumpft und schrumpft von Jahr zu Jahr.

Gab es 2014 immerhin noch 20’317 Stiftungen, sind es aktuell eben nur noch 7145. Das ist ein Rückgang um sagenhafte knapp 65 Prozent, zwei Drittel sind hops gegangen.

Und auch vom Vorjahr auf das aktuelle Jahr schrumpften die Stiftungen um 3,26 Prozent. Da muss man als Treuhänder ganz tapfer sein und allenfalls auch an den Verkauf seines Porsche Taycan denken.

Es gibt nicht nur Stiftungen, sondern weitere Rechtseinheiten wie Trusts usw. Aber auch da herrscht Heulen und Zähneklappern: Waren es 2014 noch über 41’000, sind es heute noch knapp 23’000. Rückgang um 44,5 Prozent, fast halbiert.

Und im Vergleich zum letzten Jahr mussten auch hier die Treuhänder einen Verlust von 381 Stück wegstecken.

Schlimm, schrecklich, zum Fürchten. Und am schlimmsten ist: man kann ausrechnen, wann bei der letzten Stiftung, dem letzten Finanzvehikel das Licht ausgeht.

Was machen dann die Treuhänder? Die haben doch nichts anderes gelernt und praktiziert. Und so viele Taxifahrer und Kellner braucht’s dann auch nicht im Ländle.

4. Mai 2026/23 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-03-um-18.45.18.png 505 1123 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-05-04 07:12:202026-05-03 18:54:57Schrumpf, schmelz, schwund

Gier frisst Hirn

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Eigentlich wüssten es die Treuhänder besser. Aber …

Liechtensteins Treuhänder geben sich gern als Hüter von Diskretion, Stabilität und juristischer Präzision. In der Aussendarstellung dominieren Begriffe wie „Vertrauen“, „Verantwortung“ und „Langfristigkeit“. Doch hinter dieser sorgfältig gepflegten Fassade zeigt sich ein weniger schmeichelhaftes Bild: ein Geschäftsmodell, das in weiten Teilen von Opportunismus, Gebührenmaximierung und systematischer Intransparenz geprägt ist.

Der Kern des Problems liegt im Anreizsystem. Treuhänder verdienen nicht an Einfachheit, sondern an Komplexität. Je verschachtelter eine Struktur, je undurchsichtiger ein Vermögensgeflecht, desto höher der Beratungsaufwand – und damit die Rechnung. Es ist ein System, das nicht darauf ausgelegt ist, Klarheit zu schaffen, sondern sie zu vermeiden.

Transparenz wäre geschäftsschädigend.

Dabei wird gern argumentiert, man handle im Rahmen des Gesetzes. Formal mag das stimmen. Doch genau darin liegt die eigentliche Brisanz: Die Grenze zwischen legaler Gestaltung und moralischer Verantwortung wird systematisch bis zum Äussersten ausgereizt. Was möglich ist, wird gemacht. Nicht weil es sinnvoll oder gesellschaftlich vertretbar wäre, sondern weil es sich lohnt.

Besonders deutlich wird diese Haltung im Umgang mit internationalen Kunden. Vermögen aus politisch instabilen Regionen, aus Grauzonen der globalen Wirtschaft oder aus fragwürdigen Quellen finden seit Jahrzehnte ihren Weg in liechtensteinische Strukturen. Offiziell natürlich stets geprüft, kontrolliert und abgesichert. Inoffiziell jedoch oft ein Geschäft mit kalkuliertem Risiko – solange die Honorare stimmen.

Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen haben diese Praxis unfreiwillig offengelegt. Kaum drohten Sanktionen oder Reputationsschäden, zogen sich zahlreiche Treuhänder abrupt aus Mandaten zurück. Nicht aus plötzlicher moralischer Einsicht, sondern aus Selbstschutz. Die gleiche Kundschaft, die zuvor willkommen war, wurde über Nacht zur Belastung. Loyalität endet dort, wo das eigene Risiko beginnt.

Hinzu kommt ein strukturelles Machtgefälle. Die Branche ist klein, eng vernetzt und weitgehend abgeschottet. Kritik dringt selten nach aussen, interne Kontrolle bleibt begrenzt. Wer Teil des Systems ist, hat wenig Interesse daran, es grundlegend zu hinterfragen. Wer es verlässt, verliert Zugang zu einem lukrativen Netzwerk. Diese Dynamik begünstigt eine Kultur des Wegsehens.

Gleichzeitig wird die Verantwortung gern externalisiert. Man verweist auf internationale Kunden, auf globale Entwicklungen, auf regulatorische Vorgaben. Doch die Realität ist einfacher: Ohne die aktive Mitwirkung der Treuhänder gäbe es viele dieser Strukturen schlicht nicht. Sie sind nicht neutrale Dienstleister, sondern zentrale Architekten eines Systems, das Vermögen abschirmt, verschiebt und in vielen Fällen der öffentlichen Kontrolle entzieht.

Das vielleicht grösste Problem ist jedoch die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realität. Während man sich als verlässlicher Partner in einer komplexen Welt inszeniert, basiert ein erheblicher Teil des Geschäfts auf der systematischen Ausnutzung genau dieser Komplexität. Vertrauen wird eingefordert, ohne dass echte Transparenz geboten wird.

Liechtensteins Finanzplatz steht heute unter wachsendem Druck. Regulatoren schauen genauer hin, internationale Standards werden verschärft, die Toleranz gegenüber intransparenten Strukturen sinkt. Doch solange das Geschäftsmodell auf Maximierung von Gebühren durch maximale Verschachtelung basiert, bleibt die Versuchung gross, die Grenzen weiter auszudehnen.

Am Ende stellt sich eine einfache Frage: Geht es um verantwortungsvolle Vermögensverwaltung – oder primär um die Optimierung eigener Erträge? Die bisherige Praxis der Branche gibt eine klare Antwort: Geldgier frisst Hirn und Vernunft.

27. März 2026/38 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-24-um-17.00.38.png 809 1318 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-03-27 07:01:092026-03-24 17:29:45Gier frisst Hirn

Kriminell und schwerkriminell

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Untreuhänder

Das ist der wesentliche Unterschied im Liechtensteiner Treuhandsumpf.

Es mag Treuhänder im Ländle geben, die aufrecht, anständig und seriös ihrem Namen gerecht werden. Nämlich dass man ihnen etwas zu treuen Händen anvertrauen kann. Wer einen kennt, soll sich bitte melden …

Für die übrigen gilt: es gibt den normal kriminellen Untreuhänder. Der nimmt seine Mandanten aus wie eine Weihnachtsgans. Indem er absurd überhöhte Honorarrechnungen stellt. Indem die «Verwaltung» eines Vermögens, die Steuererklärung, die er in zehn Minuten erledigen kann, die Überwachung, die Anlagestrategie usw. unzählige Arbeitsstunden verursacht.

Die stellt ein Treuhänder ungern für weniger als 600 Franken in Rechnung; beschäftigt er eine Sekretärin, schlägt die mit 350 Franken zu Buch. Dann müssen natürlich gelegentlich andere Fachkräfte hinzugezogen werden. Berater, Anwälte, Vermittler, und was ihm sonst noch so einfällt. Auch die produzieren viele Stunden Schwerstarbeit.

In Wirklichkeit reichen sie eine fiktive Honorarnote ein, und der Treuhänder und sie teilen sich die Beute brüderlich auf. Natürlich kassiert der Untreuhänder bei jedem Bankgeschäft mit. Eigentlich sollte er Retrozessionen und Kick-backs und Kommissionen an seinen Mandanten weitergeben. Aber was der nicht weiss, macht den nicht heiss.

Dann gibt es noch den Katalog der üblichen Massnahmen, wenn der Begünstigte oder der Stifter muff werden. Dann müssen sie als störendes Element aus der Stiftung entfernt werden. Unter gütiger Mithilfe der fürstliche Justiz gelingt das problemlos. Wehrt sich der Entrechtete und Beraubte etwa noch, wird er von cleveren Anwälten auf Kosten der Stiftung und auch unter gütiger Mithilfe der Fürstenjustiz zur Schnecke gemacht.

Das alles ist das Business as usual im Ländle. Das Tagesgeschäft, nichts Aussergewöhnliches.

Dann gibt es aber noch die schwerkriminellen Treuhänder. Die fahren einen noch schärferen Reifen, weil ihnen diese Formen der Bereicherung nicht genügen oder weil sie einfach – nicht zu selten im Zusammenhang mit verbotenen Substanzen – einen Extra-Kick im Leben brauchen.

Der besteht darin, dass sie Beihilfe leisten, schmutzige, kriminelle, entwendete, aus Kriegsgebieten stammende, von Warlords, Oligarchen, Mafiosi und anderem Gesindel zusammengeraffte Gelder zu verstecken und zu verwalten.

Wer skrupellos genug ist, lieber nicht nach der Herkunft ihm angebotener Gelder zu fragen, hat meistens Routine darin, ein wasserdichtes Konstrukt zu entwickeln, in dem diese Gelder jedem rechtlichen Zugriff entzogen sind. Das geschieht über verschachtelte Holdingstrukturen mit Ablegern auf vielen kleinen Inseln der Welt.

Das kann man sich vorstellen wie die Verschleierung des Absenders einer Mail. Mit VPN und anderen Methoden endet der Versuch, den Absender aufzuspüren, in einer Schnitzeljagd quer über den Planeten. Ganz ähnlich ist es bei dieser Holding-Konstruktion.

Der Weg zum beneficial owner und zu dessen Identifikation ist so verschlungen, weit und mit dermassen vielen Hindernissen gespickt, dass selbst mächtige Strafverfolgungsbehörden mal aufgeben. Ganz zu schweigen von den schwachen Kräften in Ländern der Dritten Welt, wo solche Nachforschungen schlichtweg unmöglich sind.

Hier hat der Gangster, der sein Geld verstecken will, kein Problem damit, dass ihm 10 Prozent davon abgeknipst werden. Schliesslich gibt es heutzutage in der Liga Liechtenstein nicht mehr allzu viele Anbieter solch schmutziger Geschäfte.

Das einzige Risiko für den Treuhänder besteht in seiner eigenen Geldgier. Denn schliesslich hat er eine dermassen grosse Distanz zwischen dem Vermögen und dem beneficial owner geschaffen, dass der Untreuhänder locker die letzten Fäden durchtrennen könnte und den Betrüger zum Betrogenen werden lässt.

Schliesslich weiss nur der Untreuhänder, wie er problemlos an die Sore herankommt. Allerdings: der betrogene Betrüger sieht das gar nicht gerne. Und seine Antwort auf ein solches Vorgehen ist alles andere als zivilisiert, wenn er noch genügend Rücklagen hat, um zwei finstere Gesellen loszuschicken, die einen Schuss ins Knie für ein sehr überzeugendes Argument halten.

15. Februar 2026/26 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-15-um-20.09.46.png 600 892 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-02-15 07:07:182026-02-15 20:14:00Kriminell und schwerkriminell

From Russia, with love

Allgemein, Fürstentum Liechtenstein, Untreuhänder

In der Räuberhöhle Liechtenstein ist alles möglich.

Wenn man Fürscht, putzig, Ländle, bieder und jö beiseite wischt, bleibt als Kern im Finanzbereich des Fürstentums nur eins: Geldgier. Reine, nackte Geldgier.

Denn die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt, Multimillionen kann man sich als seriöser Treuhänder niemals zusammenraffen, wenn man nicht skrupellos ist und dem Prinzip anhängt: bringt’s mich nicht in den Knast, mache ich’s.

Nachdem das Geschäftsmodell Schwarzgeldbunker in die Luft geflogen war, warfen sich viele Untreuhänder auf eine neue Klientel: reiche Russen.

Die hatten sich ihr Vermögen in den wilden Zeiten des Umbruchs in der Ex-Sowjetunion zusammengerafft und waren sich sicher, dass sie es in Sicherheit bringen mussten, bevor das russische Regime unter Putin es ihnen wegnehmen würde.

Malta, Zypern, kleine Inseln im Meer – und Liechtenstein. Da wehte dann plötzlich ein anderer Wind im Ländle, und was vorher unvorstellbar war, fasste das Vaterland in trockene Worte:

«Verbindungen von Treuhänder zu russischen Geheimdiensten: Es sei wichtig, «das Missbrauchspotenzial der auf dem Finanzplatz angebotenen Dienstleistungen anzuerkennen», so das Finanzministerium.»

Denn es ging und geht nicht nur um das ertragreiche Lagern von Russengeldern in Liechtenstein. Sondern es gibt ja noch mehr Möglichkeiten, auf diesem Gebiet Geld zu verdienen. Wenn man keine Skrupel kennt und sich eigentlich sicher ist, dass einem von der fürstlichen Justiz keinerlei Gefahr droht.

Das ist so, aber dann gibt es auch noch die Amis mit ihrer Sanktionsbehörde Ofac. Wer auf deren Liste kommt, hat gesellschaftlichen Selbstmord begangen.

«Missbrauchspotenzial anerkennen», meinte die fürstliche Regierung. Unfreiwillig saukomisch.

So schrieb das Vaterland vor zwei Jahren:

«Die Vorwürfe, die das US-Finanzministerium vor vier Wochen erhob, haben es in sich: Ein Vaduzer Treuhandbüro soll Teil eines Netzwerks gewesen sein, mit dem sich russische Geheimdienste Halbleiter- und Nanotechnologie-Equipment beschafften. Und aufgrund dieser mutmasslichen Geheimdienst-Verbindungen setzte die OFAC – die amerikanische Sanktionsbehörde – das Treuhandbüro sowie dessen mittlerweile zurückgetretenen Direktor am 19. Mai auf die Sanktionsliste.»

Hoppla.

Dann erfolgte das übliche Liechtensteinern. Natürlich seien die Vorwürfe völlig unbegründet, behauptete das Treuhandbüro. Wir sagen nix, sagte die Treuhandkammer. Einzelfall, bedauerlicher Einzelfall, sagte die Regierung.

Allerdings: «Neben der Reaktion von Regierung und Behörden stellt sich aber auch die Frage, wie die Treuhandbranche mit diesem Fall umgeht. Immerhin ist es bereits das zweite Mal, dass ein Treuhandbüro und dessen Geschäftsführer im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg von den USA sanktioniert wird», fügte das Vaterland mutig hinzu.

Also gut, dann halt kein Einzelfall, sondern zwei Einzelfälle.

Wobei dieser Skandal bereits vor zwei Jahren aufpoppte. Haben die Treuhänder damals was draus gelernt?

Wegen der Vorwürfe und der internationalen Sanktionen gegen russische Oligarchen und vermutete Russland-Netzwerke gerät die Treuhandbranche in Liechtenstein zunehmend unter Druck. Viele Treuhänder haben Geschäftsbeziehungen mit russisch-vermuteten Klienten beendet.

Das fand aber erst ab Spätherbst 2024 statt, also mehr als ein Jahr später. Obwohl es längst absehbar war, dass die USA immer allergischer auf Versuche reagierten, ihre Embargopolitik gegenüber Russland zu unterlaufen und die Gelder von sanktionierten russischen Oligarchen aufzubewahren.

Aber da siegte in Liechtenstein wieder mal die Geldgier und übersteuerte alle Vorsicht. Bis es dann urplötzlich zu einem Massenexodus von Treuhändern aus Trust-Konstruktionen kam.

Was dann international Schlagzeilen machte, Stichwort Zombie-Trusts.

Mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner.

Dieses Lied singen die Treuhänder sogar noch, wenn sie am Untergehen sind. Denn dermassen viele Schläge, eine solche Abfolge von reputationsverlust und Imageschaden, das wird der Finanzplatz Liechtenstein als angeblich sicherer Ort für das Aufbewahren grosser Vermögen – Herkunft egal – nicht überleben.

Eigentlich ist auch er selbst ein Zombie. Nur hat er es noch nicht gemerkt.

2. Dezember 2025/30 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-01-um-18.39.28.png 1116 1598 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-12-02 07:11:562025-12-01 18:40:43From Russia, with love

Wer das Recht hat, …

Allgemein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

… sitzt am längeren Hebel. Vor allem in einer Stiftung.

Trotz einer unablässigen Kette von Skandalen, trotz 800 Zombie-Trusts, trotz Misswirtschaft, Bereicherung und Diebstahl soll es immer noch Leute geben, die die Errichtung eines Stiftung in Liechtenstein für eine gute Idee halten.

Dabei ist es eine schlechte Idee.

Denn eine solche Stiftung besteht aus drei Parteien. Da ist zum einen der Stifter, der das Geld gibt. Dann der oder die Begünstigten, die nach vom Stifter festgelegten Ansätzen die Erträge der Stiftung oder auch das Stiftungsvermögen selbst konsumieren dürfen. Und der Stiftungsrat, das Entscheidungsgremium, in das immer mindestens ein Liechtensteiner Treuhänder Einsitz nehmen muss.

Was vielen nicht bewusst ist: dadurch entsteht eine eindeutige Hierarchie der Macht. Und nicht zugunsten des Stifters oder der Begünstigten.

Der Stifter ist von dem Moment an draussen, als er die Stiftungsurkunde unterzeichnet hat und seine Investition getätigt. Mit ihrer Gründung ist die Stiftung eine eigene Rechtspersönlichkeit, der Geldgeber hat keine Kontrollmöglichkeiten mehr und kann nur hoffen, dass die Stiftungsräte seinen Weisungen gemäss handeln.

Seine Rechte sind nur dann einforderbar, wenn sie in der Stiftungsurkunde ausdrücklich erwähnt wurden. Insbesondere das Recht auf Information, das Recht auf Ernennung oder Abberufung von Begünstigten oder das Recht, Stiftungsräte zu ernennen oder abzuberufen.

Ein eigentliches Weisungsrecht hat der Stifter hingegen nicht, die Stiftungsräte sind nicht weisungsgebunden und lediglich dazu verpflichtet, dem Stifterwillen nachzuleben – was immer sie darunter verstehen mögen.

Noch schütterer steht es um die Rechte eines Begünstigten. Er hat keine Organstellung innerhalb der Stiftung, er ist lediglich empfangsberechtigt. Auch seine Informationsrechte sind sehr beschränkt, meistens lediglich auf die Ausschüttungen bezogen.

Kontroll- oder Mitwirkungsrechte hat er keine.

Ist der Stifter einmal verstorben (was nicht zu selten vorkommt, da solche Stiftung häufig der Nachlassplanung dienen), gibt es also niemanden mehr, der die Stiftungsräte auch nur ansatzweise kontrollieren kann.

Genau aus diesem Grund gehen immer mehr Begünstigte dazu über, zur Sicherheit selbst in den Stiftungsrat einzutreten. Dort haben sie dann alle Kontroll- und Bestimmungsrechte.

Das ist schön für sie, aber ein Ärgernis für die liechtensteinischen Treuhänder. Denn so kontrolliert, können sie nicht wie gewohnt und ungehemmt ihrer Geldgier nachleben, müssen sich gar für Spesen oder happige Honorarnoten rechtfertigen. Schlimmer noch, sie müssen offenlegen, ob und in welcher Form sie selbst von Anlageentscheiden beim Stiftungsvermögen profitiert haben.

Denn es ist nicht allzu selten, dass der Stiftungsrat solche Anlagen von einer Firma tätigen lässt, die ihm direkt oder über zwei Ecken hinweg gehört. Denn schöner, als auf einer Seite eines Geschäfts zu verdienen, ist natürlich, auf beiden Seiten abzukassieren.

Also wird ein solcher Einsitz eines Begünstigten in den Stiftungsrat gar nicht gerne gesehen. Und dafür gesorgt, dass er hinausgekübelt wird, sollte er mit unangenehmen Fragen zu sehr nerven und das Geldscheffeln unnötig erschweren.

Dafür hat die fürstliche Justiz eine handliche Waffe geschmiedet, die ausserhalb Liechtensteins als absurd und illegal angesehen würde. Nämlich die Erfindung eines «blossen Anscheins einer möglichen Interessenkollision».

Was das genau sein soll, ist völlig egal. Denn diese absurde Konstruktion erfüllt ihren Zweck dadurch, dass sie zur Abberufung eines nervigen Begünstigten aus dem Stiftungsrat verwendet werden kann.

Wehrt der sich dagegen, wird er auf den Instanzenzug geschickt, wo er nach fünf oder mehr Jahren dann vielleicht einsieht, dass in Liechtenstein juristische Gegenwehr völlig sinnlos und reine Geldverschwendung ist.

Das ist die Wahrheit über die Liechtensteiner Stiftung.

Obwohl das Fürstentum alles dafür tut, sie zu unterdrücken, erhebt sie immer häufiger in weiteren Skandalen ihr hässliches Haupt. Und für jeden enteigneten Begünstigten gibt es sicherlich zehn, die das gar nicht mehr werden wollen. Zumindest nicht in Liechtenstein.

21. November 2025/46 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-15-um-16.35.14.png 1164 1864 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-11-21 06:31:002025-11-15 16:39:02Wer das Recht hat, …

Mafia, Venezuela, Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale

Kriminell – mit System.

Auch in den wenigen Rechtsstaaten der Welt geschieht Unrecht. Sind das Einzelfälle, handelt es sich um Verstösse gegen ein System. Die weisse Westen hat ein paar hässliche schwarze Flecken.

Die Weste Liechtensteins ist schwarz. Mit ein paar weissen Flecken. Auf denen befindet sich die grosse Mehrheit der Bevölkerung. Im Finanzwesen sieht es anders aus. Ganz anders.

Hier herrscht Unrecht, gedeckt von einem Unrechtsstaat unter einem mittelalterlich absolutistisch herrschenden Fürsten und seinem Stellvertreter auf Erden, der Erbprinz Alois.

Da gab es das System Schwarzgeldbunker. Wenn nicht erfunden, so doch zur Perfektion weiterentwickelt von Herbert Batliner. In höchsten Ehren gehalten, mit Orden geschmückt, bis er ein schimpfliches Ende nahm. Er hatte sich sogar am Vermögen einer dementen Kundin vergriffen.

Als das explodierte, verlegte sich der Finanzplatz Liechtenstein auf die Beherbergung krimineller Gelder aus aller Welt. Der Tages-Anzeiger schrieb 2020:

«Ein italienischer Mafia-Clan und eine Bande, die offenbar die Staatskassen von Venezuela geplündert hat, sollen jahrelang im grossen Stil schmutziges Geld in Liechtenstein gewaschen haben. Obendrein werden 5 der 14 Liechtensteiner Banken von heftigen Turbulenzen geschüttelt, zum Teil ausgelöst durch fragwürdige Geschäfte.»

Es ging um einen Clan der kalabrischen ’Ndrangheta. Der deponierte Kohle in Liechtensteiner Banken, lagerte dort schmutziges Geld und hob grosse Bargeldbeträge ab, um sie nach Italien zu transportieren.

Als in Venezuela Hugo Chávez herrschte, klaute eine hohe Beamtin rund 350 Dollar aus der Staatskasse, wandelte sie zum Teil in Goldbarren um und lagerte die im idyllischen Dorf Triesen. Unter freundlicher Mithilfe eines Liechtensteiner Treuhänders, der sich, als der Skandal explodierte, nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen konnte.

Liechtensteiner Banken fielen ganz allgemein mit groben Compliance-Problemen auf und befolgten die primitivsten Regeln von KYC, «know your customer», nicht. Identifikation des Kunden, Erforschung, woher sein Geld stammt – ach, um so höher die Beträge, um so geringer die Lust, sich mit blöden Fragen das Geschäft verderben zu lassen.

Dann regnete es Russengelder übers Ländle. Es hatte sich herumgesprochen, dass Liechtenstein sehr kulant ist, wenn es um die Annahme von durch Oligarchen zusammengeraffte Millionen- und Milliardenvermögen geht.

Eine beeindruckende Anzahl von Treuhändern steht auf der Sanktionsliste der US-Behörde Ofac, weil sie Helfershelfer beim sicheren Verstecken dieser wohl grösstenteils illegal erworbenen Gelder sind.

Als wäre das noch nicht genug, gibt es trotz schrumpfender Anzahl eine nicht abreissende Reihe von Skandalen im Stiftungsunwesen. Ausgeplünderte oder gleich ganz enteignete Stifter und Begünstigte, oftmals wäre es sinnvoller, das Geld gleich in ein Liechtensteiner Casino zu tragen. Aber die schliessen reihenweise ihre Pforten, nachdem sich Liechtenstein endlich und zähneknirschend entschlossen hat, die schwarze Liste der gesperrten Spielsüchtigen auch anzuwenden.

Zuvor war das Ländle ein Mekka für diese Zocker aus allen umliegenden Ländern, die hier noch ungestört ihrer Spielsucht frönen könnten. Und bis aufs Hemd ausgeplündert wurden.

Ds sind alles Vorfälle, bei denen sich ein Rechtsstaat bemühen würde, sie auf ein Minimum zu reduzieren und ertappte Übeltäter und ihre Helfershelfer streng zu bestrafen.

Die fürstliche Justiz hingegen bemüht sich, sie möglichst ungestraft davonkommen zu lassen. Nur wer zu blöd in die Geldtöpfe ihm anvertrauter Stiftungsgelder gelangt hat, wird – wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt – so mild wie möglich bestraft. Und verliert meistens nicht mal seine Lizenz zur Berufsausübung.

Die Lautsprecher des Fürstenhauses bemühen sich – inzwischen immer mehr vergeblich –, das als bedauerliche Einzelfälle abzutun und alle, die von einem kriminellen System sprechen, als bösartige Neidhammel zu denunzieren, die es dem Ländle nicht gönnen, dass es sich halt so bereichert.

Aber kriminelle Einzelfälle sind das eine, ein kriminelles System ist das andere. Ein Rechtsstaat wird zum Unrechtsstaat, wenn er diesem Treiben mehr oder minder tatenlos zuschaut. Denn der Mensch ist nicht von Natur aus gut.

Weiss er, dass er sich illegal bereichern kann, und die Wahrscheinlichkeit, damit ungeschoren davonzukommen, ist sehr hoch, dann tut er es. Dann lebt er ungehemmt seine Geldgier aus, ist weder von moralischen, noch von gesetzlichen Hemmungen in seinem Handeln beschränkt.

Reputationsschaden, Imageverlust, Liechtenstein als Räuberhöhle? Ach, das wird huldvoll weggelächelt oder mit finsterer Miene als bösartige Verleumdung zurückgewiesen.

Nestbeschmutzer sieht man im kleinen Ländle, wo fast jeder jeden kennt, und im Finanz- und Justizzirkus sowieso jeder jeden, äusserst ungern, sie werden sofort ausgestossen und zum Paria. Und Kritik von aussen? Unverschämte Einmischung in innere Angelegenheiten.

Die meisten, die in Liechtenstein mit Finanzen zu tun haben, tragen lieber eine schwarze Weste und tun so, als ob sie weiss wäre.

23. Mai 2025/76 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/05/Bildschirmfoto-2025-05-22-um-22.58.08.png 1012 1928 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-05-23 07:21:372025-05-22 23:06:50Mafia, Venezuela, Liechtenstein

Die Gierbremse für Treuhänder

Allgemein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Eigentlich gäbe es eine einfache Methode, ihre Geldgier in Grenzen zu halten.

Die Ausgangslage für einen Liechtensteiner Treuhänder ist ideal. Will jemand im Ländle eine Stiftung gründen, dann muss er sich an einen solchen Untreuhänder wenden. Der zieht aus dem Stehsatz einige Textbausteine heraus, setzt einen neuen Namen ein und kassiert für seine Mühen schon mal ein paar tausend Franken.

Aber das ist eine einmalige Angelegenheit. Anschliessend wird der Treuhänder meistens Stiftungsrat der neuen Stiftung und kassiert in dieser Funktion weiter. Wichtige Sitzungen, Entscheidungen, Überprüfungen, Geldanlagen, Abwicklungen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, um Rechnungen zu schreiben.

Sollte der Stifter oder sein Bevollmächtigter im Stiftungsrat gegen dieses Treiben einschreiten wollen, dann gibt es wiederum mit Hilfe der fürstlichen Justiz einige Möglichkeiten, solche Attacken auf die Selbstbereicherung von Untreuhändern zu kontern. Kehr keine Ruhe ein, dann werden halt im schlimmsten Fall alle ausser dem Treuhänder aus der Stiftung rausgekübelt. Der Stifter sowieso, der ist ja gar nicht drin. Unbotmässige Stiftungsräte auch, wenn sie zu sehr auf den Wecker gehen.

Und schliesslich auch noch der oder die Begünstigten, denn die haben blöderweise Informationsrecht; können sich also darüber schlau machen, wie ungeniert der Treuhänder im Stiftungsrat abkassiert.

Das ist das Motto dieser Zunft, das ist ihre Geldquelle – und das ist völlig legal. Illegal ist hingegen in Liechtenstein, sich dagegen zu wehren.

Nun hat jede Stiftung ihre Satzung. Damit das dem Treuhänder nicht zu viel Arbeit macht, nimmt er deren Artikel auch aus dem Stehsatz und verwendet immer die gleichen.

Genau hier könnte aber ein gewitzter Stifter zwei Bremsen einbauen. Dass die funktionieren, merkt er sofort am erbitterten Widerstand des Treuhänders dagegen.  Dabei wären sie einfach zu installieren.

Die erste Bremse kann darin bestehen, dass aus Gründen der Vermeidung eines Interessenkonflikts der Treuhänder, der die Stiftung errichtet hat, nicht in den Stiftungsrat einziehen darf. Ist ja naheliegend, dass das eigentlich sowieso nicht passieren sollte. Aber natürlich in Liechtenstein Brauch und Gang und Gebe ist.

Nun muss aber obligatorisch ein Liechtensteiner Treuhänder im Stiftungsrat sitzen. Da hat der Stifter weiterhin das Problem, dass es ja äusserst schwierig ist, in ganz Liechtenstein einen Treuhänder zu finden, der nicht geldgierig ist und abkassieren möchte, wie es nur geht. Denn schliesslich ist die Zahl der Stiftungen dermassen geschrumpft, dass die Geldberge, die hier verteilt werden können, gewaltig abgeschmolzen sind.

Also muss der Stifter, und da wird der Widerstand dann fast mörderisch, noch eine zweite Bremse einbauen. Er setzt eine Obergrenze, was der Treuhänder im Stiftungsrat verrechnen, was er kassieren darf. Mehr ist nicht, mehr gibt es nicht.

Das kann ganz einfach bei den ersten Besprechungen mal erwähnt werden, denn da wird der Treuhänder mit treuem Augenaufschlag behaupten, dass die Verwaltung einer solchen Stiftung im Normalfall kaum mehr als 5000 Franken im Jahr kosten werde.

Super, sagt da der Stifter, dann ist es doch kein Problem, einen Passus in die Stiftungsurkunde aufzunehmen, dass die maximale Obergrenze des Verdiensts eines Stiftungsrats bei 20’000 Franken liegt. Sollten tatsächlich Sonderanstrengungen nötig sein, kann das nur mit separater Rechnungsstellung geschehen, die zuvor bewilligt werden muss, und keinesfalls der Stiftung in Rechnung gestellt werden.

Wenn man einen Liechtensteiner Treuhänder sehen will, der rot anläuft und seine Fassung verliert, dann muss man das unbedingt vortragen.

Denn es gibt ja Halunken, die sich selbst monatlich zum Beispiel 75’000 Franken Honorar bewilligen. Jeden Monat, seit fast drei Jahren.

Denn wenn es eine solche Bremse nicht gibt, dann ist die Geldgier ungebremst in Liechtenstein.

11. Dezember 2024/13 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/12/Bildschirmfoto-2024-12-10-um-19.05.40.png 504 908 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-12-11 07:48:062024-12-10 19:10:58Die Gierbremse für Treuhänder

Schöner Schein und hässliches Sein

Allgemein

Merkwürdig, wie Liechtenstein leuchtet, aber in Wirklichkeit sehr düster ist.

Wer Liechtenstein nicht besser kennt, hat ein neutrales oder sogar positives Bild vom Ländle. Etwas schrullige Eingeborene, die doch tatsächlich im 21. Jahrhundert sich noch als Untertanen eines Fürsten sehen und auch so behandeln lassen.

Aber ansonsten ein lustiger, kleiner Fleck auf der Landkarte, an die Schweiz geflanscht, ohne eigene Währung oder Armee. Schöne Landschaften, ein paar Berge, man kann Skifahren, gut essen, wird freundlich gegrüsst. Die Folklore mit dem Fürsten und seinem Prinzregenten Alois, köstlich. Die haben wirklich noch eine Trutzburg oberhalb der Hauptstadt Vaduz, und gelegentlich lässt sich die Fürstenfamilie in der Öffentlichkeit blicken und winkt huldvoll.

Ach ja, dann gibt es noch die Finanzhäuser, Treuhänder, Stiftungen, Anwälte und Vermögensverwalter, die sich aufrecht, verschwiegen und seriös um die Verwaltung ihnen anvertrauter Güter und Vermögen kümmern. Also rundum ein schönes, prosperierendes, idyllisches Ländle mit glücklichen Menschen und Kühen.

So der schöne Schein, der auch kräftig poliert, aufgehübscht und propagiert wird. Unter den knapp 40’000 Einwohnern Liechtensteins gibt es aber in einer Berufsgattung so viel schwarze Schafe, dass die eine eigene Herde bilden. Das sind die Untreuhänder.

Finstere Gestalten, geldgierig, skrupellos, kriminell, ohne Anstand, Gewissen oder Moral.

Natürlich sind nicht alle mit der Verwaltung von Geld oder Stiftungen befassten Liechtensteiner so. Aber eine erschreckend hohe Anzahl. Nur sehr selten trägt’s mal einen aus der Kurve und die Liechtensteinische Justiz kommt nicht umhin, ihn ins Gefängnis zu stecken. Aber das sind die absoluten Ausnahmen.

Die meisten, fast alle dieser Gangster, die sich skrupellos an fremdem Gut vergreifen, kommen völlig schadlos davon. Denn hinter dem schönen Schein verbirgt sich auch eine einäugige Justiz, die ihre vornehmste Aufgabe darin sieht, ihre getreuen Landsgenossen gegen freche Angriffe fremder Fötzel zu verteidigen.

Die jammern herum, ihnen sei viel Geld, sei ihre eigene Stiftung gestohlen worden? Die behaupten so freche Sachen wie die, dass ein Liechtensteiner Treuhänder doch nicht mit ehrlicher Arbeit sich die grösste Rolls Royce Sammlung der Welt zulegen konnte.

Aber wer hinter die schöne Fassade Liechtensteins blickt, wer die wahren Interessen und das Verhalten des absolutistischen Fürstenhofs sieht oder gar am eigenen Leib erlebt, der weiss: hinter dem schönen Schein verbirgt sich eine üble Räuberhöhle, faktisch gesetzlos, wo der nichtsahnende Gast bis aufs Hemd ausgeraubt wird. Beschwert er sich darüber, kommt noch der Hohn der Justiz dazu, die ihn entweder sofort abschmettert oder auf einen unendlich verschnauften Instanzenweg schickt, bis er ermattet, noch von seinen Anwälten ausgeraubt und depressiv aufgibt.

Aber der schöne Schein täuscht immer weniger, bald einmal muss sich Liechtenstein ernsthaft überlegen, wie es denn an seinem abbröckelnden Image Verbesserungen vornehmen kann.

Denn statt dem lächelnden Ländle sieht man immer öfter die hässliche Fratze von Räuberbanden, die völlig unbehelligt von Fürst, Vaterland und Justiz ihr Unwesen treiben und sich schamlos bereichern.

Aber Raub als Geschäftsmodell, das musste schon die Raubritter (und Vorfahren des Liechtensteiner Fürstenhauses) bitter erfahren, ist nicht nachhaltig. Das mag einige Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte gutgehen. Aber dann kommt der Absturz. Die Räuberhöhle wird ausgeräuchert, und Heerscharen von Treuhändern und Anwälten wissen plötzlich nicht mehr, was sie zu tun haben.

Es ist zu hoffen, dass die meisten von ihnen genügend Geld auf die Seite geschaufelt haben, um bis ans Lebensende ein glückliches Leben zu führen. Und die anderen? Wass für andere? Hat jemand schon jemals einen ärmlichen Liechtensteiner Treuhänder oder einen unbemittelten Anwalt oder einen gegen den Bankrott kämpfenden Banker gesehen?

Eben.

15. November 2024/12 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-14-um-23.20.07.png 505 909 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-15 05:12:262024-11-14 23:25:06Schöner Schein und hässliches Sein

Worum sich die Regierung kümmern sollte

Allgemein

Ein aufmüpfiger Untertan schreibt einen Leserbrief.

Wer einen Beweis dafür braucht, dass im Fürstentum die freie Meinungsäusserung gewährleistet ist, sollte diesen Blog hier anschauen. Gut, falsches Beispiel. Obwohl hier alle Anmerkungen zum Treiben von Liechtensteiner Treuhändern, ihren Schutz durch die fürstliche Justiz und zu der unablässigen Serie von Skandalen belegt und bewiesen sind, wollte ihn die Liechtensteinische Treuhandkammer mundtot machen.

Was ihr offenbar nicht gelungen ist.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Im «Vaterland», der einzigen überlebenden Tageszeitung im Ländle, beschwert sich ein Bürger über die Politik; sie sei «völlig losgelöst von den Bürgern», schimpft ein Valentin Ritter aus Eschen.

Spitz merkt er an:

«Der Regierungschefkandidat der Bürgerpartei sorgt sich um die liechtensteinische Bevölkerung. Zumindest für jenen Teil, welcher wegen mutmasslicher Hilfe zur Umgehung von Russland-Sanktionen auf der OFAC-Liste steht.»

Hingegen: «Kein Wort wird über die Sorgen der Bevölkerung verloren, kein Wort zu Gesundheits­kosten, Klimakrise, Verkehrsproblem oder der Medienlandschaft. Stattdessen möchte man zur Befriedigung einzelner Treuhänder einen Streit mit den USA anzetteln. In wessen Interesse ist das? Wenn das die erste politische Forderung des Wahlkampfes ist, können wir uns auf einiges gefasst machen.»

Für die Zukunft sieht dieser Liechtensteiner eher schwarz: «Das Letzte, was wir brauchen, ist ein Finanzplatz, der uns wegen fahrlässiger Politik noch einmal um die Ohren fliegt. Wir sollten jahrelange Weissgeldstrategie nicht ins Weltall schiessen. Auch wenn es den Traum eines ehemaligen Aussenministers erfüllen würde …»

Das sind klare Worte; sie widerspiegeln wohl auch die Befürchtungen vieler Liechtensteiner Untertanen. Die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass es dem Fürstentum –und der fürstlichen Familie – wunderprächtig geht.

Auf der anderen Seite haben sie bereits miterlebt, wie im Steuerstreit mit den USA (und Deutschland) das Ländle schwer unter die Räder kam; der Fürst zuerst aufmupfte und vorlaut von Methoden wie in dunkler Vergangenheit sprach. als ausgerechnet ein Angestellter seiner Fürstenbank den deutschen Fiskus mit Kontodaten von Tausenden von deutschen Schwarzgeldbunkerern versorgte.

Damit hatte die LGT, wie so manche andere Liechtensteiner Bank, wie so mancher Treuhänder, wie so mancher Vermögensverwalter, prächtige Geschäfte gemacht. Nur zähneknirschend willigte das Fürstenhaus in eine neue, sogenannte Weissgeldstrategie ein.

Das hiess im Klartext: der kleine Steuerhinterzieher mit seiner Klitsche von Stiftung wird entsorgt. Die ganz grossen Brocken werden weiterhin umsorgt. Zu denen gehört aber eine ungesunde Häufung von russischen Oligarchen, die ihre ansehnlichen Vermögen teilweise oder ganz im Ländle verstaut haben. Und meinten, dort sei ihre Kohle vor Sanktionen der USA oder der EU sicher.

Nun bekommen Liechtensteiner Politiker, Treuhänder, Anwälte und Finanzdienstleister regelmässig Dollarzeichen in die Augen, wenn es um Zahlen mit mindestens sieben oder acht Nullen geht. Was ist schon eine Witwe Bacardí mit ihrer Milliarde im Vergleich zu einigen Dutzend russischen Oligarchen mit Dutzenden von Milliarden im Ländle.

Diese fette Beute wollen sich alle Profiteure nur ungern wegnehmen lassen. Und genau deswegen macht sich der Leserbriefschreiber Ritter völlig zu recht Sorgen, ob das gutgeht.

Das Problem ist halt: die Mentalität von Untreuhändern – solange es mich nicht in den Knast bringt, mache ich’s – bringt man eben nicht so schnell weg. Vor allem, wenn die fürstliche Justiz immer wieder besänftigend sagt: macht euch keine Sorgen, wir tun euch nichts.

31. Oktober 2024/14 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/10/Bildschirmfoto-2024-10-30-um-14.02.57.png 523 814 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-10-31 06:17:042024-10-30 14:07:58Worum sich die Regierung kümmern sollte

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