Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
  • Untreuhänder
  • Q&A
  • Dokumente
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: gedrückte Stimmung

Frauen an die Macht

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Am Fürstenfest wurde für Ablenkung gesorgt.

Das Ländle erlebt gerade seine grösste Krise seit der Erfindung von Stiftungen als diskretes Versteck für Geld jeder Art. Sauber bis schmutzig, ehrlich verdient und versteuert oder Gewinn aus allen üblen Geschäften der Welt.

Der Treuhänder nimmt’s, verstaut’s und versteckt’s – gegen ein hübsches Honorar, versteht sich. Aber jetzt wurden alle 31’000 intimste Daten über diese Konstrukte geklaut. Mit einem kinderleichten Einbruch.

Oberpeinlich und der Super-GAU. Weg ist das ertrauen in den Finanzplatz.

Unter diesen traurigen Vorzeichen musste Liechtenstein das Fürstenfest begehen. Brütend heiss war’s; der Erbprinz mit Familie mischte sich nur gut bewacht unters ausgewählte Volk.

Während früher der Zutritt frei war, musste man diesmal eine Einladung lösen und wurde scharf kontrolliert, bevor man sich seiner Durchlaucht allenfalls nähern durfte.

Sätze wie «eine Bombenstimmung hier» sollte man tunlichst unterlassen. Was früher ein lockeres Volksfest war, glich diesmal eher einem Hochsicherheitstrakt. Die Tickets waren schnell ausverkauft. Die stolzen Besitzer mussten sich einer Taschenkontrolle am Eingang unterziehen. Sämtliche Zufahrtsstrassen waren gesperrt und mit Pollern gesichert.

Die paar liechtensteinischen Polizisten reichten natürlich nicht aus. Landespolizei auch Bereitschaftspolizei und Gemeindepolizeien. Hinzu kamen Kräfte aus dem Ausland: Kantonspolizei St. Gallen, österreichische Polizeikräfte aus Vorarlberg und das Schweizer Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit mussten zu Hilfe eilen.

Der Fürscht hatte sich erwartungsgemäss dispensiert. War zwar Kaiserwetter, aber angeblich viel zu heiss für ihn. Also musste Erbprinz Alois wieder die obligate Rede halten. Immerhin, wo er recht hat, hat er recht: Er erinnerte daran, dass er bereits am Staatsfeiertag 2025 angesichts der veränderten Sicherheitslage und der rasanten Digitalisierung eine grundlegende Überarbeitung der liechtensteinischen Sicherheitspolitik gefordert habe.

Aber eben, wenn man nicht mal auf den absolutistischen Herrscher hört, was soll er da machen. Der Einsatz des Folterkellers in der Trutzburg ist leider nicht mehr möglich.

Daher redete er nicht lange um den heissen Brei herum:

«Wie der jüngst erfolgte Cyberangriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen deutlich gezeigt hat, sind insbesondere digitale Angriffe auf die Infrastruktur unseres Landes sehr reale Bedrohungen.»

Unglaublich, zuerst dieser Weitblick, nun die schonungslose Analyse.

überhaupt sei «hybride Kriegsführung eine reale Gefahr, fügte er hinzu. Ob er wohl auch diesen Blog damit meint?

Aanschliessend das übliche langweilige Rhabarber: Liechtensteins Erfolg beruhe auf Verlässlichkeit, Diplomatie, langfristigen Beziehungen und Anpassungsfähigkeit. Entscheidungen dürften nicht nur kurzfristig betrachtet werden; Volk, Landtag, Regierung und Fürstenhaus seien unterschiedliche Säulen des Staates. Fortschritt und Kontinuität müssten miteinander verbunden werden.

Aber, der Knaller, schon einen Tag vorher hatte das Fürstenhaus geruht, eine Abkehr von einer uralten Tradition zu vermelden: neu können auch weibliche erstgeborene Fürst, bzw. Fürstin werden. Das gab es noch nie, das ist erschütternd, das ist modern.

Nun ja, das dürfte allenfalls in dreissig Jahren oder so erstmals der Fall sein. Und soll davon ablenken, dass der Erbprinz präventiv sein Veto angekündigt hat, sollte die Volksabstimmung über die Aufhebung des archaischen Abtreibungsverbots positiv ausgehen.

Nicht mit ihm stellt er klar, ihr Untertanen dürft abstimmen, wie ihr wollt. Wir sind schliesslich angeblich eine Demokratie. Aber wenn mir das Resultat nicht passt, dann könnt ihr’s vergessen mit Volkswillen und so.

Sicher dachte der Erbrpinz dabei: wenn ich den Skandal mit den gestohlenen Nutzerdaten nur auch so einfach aus der Welt schaffen könnte.

So feierte man eher gedrückt, und viele Schweissperlen, vor allem von Treuhändern, waren nicht der Hitze geschuldet. Sondern der nackten Angst.

17. August 2026/51 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/08/Bildschirmfoto-2026-08-16-um-18.09.30.png 1106 2372 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-08-17 07:03:412026-08-16 18:12:01Frauen an die Macht

Wer wir sind

Was wir wollen

Wie Sie helfen können

In den Medien

© Copyright - untreuhaender.li | info@untreuhaender.li | Cookie Richtlinien | Datenschutz | Impressum

Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen