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Schlagwortarchiv für: Fürstenhaus

Die Machtmaschine im Fürstenschloss

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein

Das Fürstenhaus Liechtenstein: Die erstaunlich skrupellose Karriere einer Dynastie.

Man muss dem Fürstenhaus Liechtenstein eines lassen: Kaum einer europäischen Dynastie ist es gelungen, sich über sieben Jahrhunderte so elegant durch alle politischen Systeme zu lavieren. Kaiserreich, Absolutismus, Revolutionen, Weltkriege, Kalter Krieg, Globalisierung – andere Königshäuser verloren ihre Macht, die Liechtensteiner verstanden es immer wieder, sie in neuer Form zu konservieren.

Der Mythos erzählt von einer ehrwürdigen Dynastie, die Kultur und Tradition bewahrte. Die Geschichtet eine andere: ein Lehrstück darüber, wie sich Besitz in Macht und Macht wieder in Besitz verwandelt.

Der märchenhafte Reichtum fiel schliesslich nicht vom Himmel. Die gigantischen Ländereien in Böhmen, Mähren, Österreich und Ungarn entstanden durch jahrhundertelange Nähe zum Haus Habsburg. Wer den Kaisern diente, wurde reich belohnt. So funktionierte Feudalismus. Aus den Erträgen riesiger Güter entstand jene Kunstsammlung, die heute als kulturelles Kronjuwel präsentiert wird. Rubens, van Dyck oder Raffael waren nicht nur Ausdruck exquisiten Geschmacks, sondern auch Symbole eines Vermögens, das auf feudalen Strukturen beruhte. Also auf Ausbeutung der Untertanen.

Dann kam das 20. Jahrhundert. Die Donaumonarchie zerfiel, nach dem Zweiten Weltkrieg enteigneten die Beneš-Dekrete den grössten Teil des liechtensteinischen Besitzes in der Tschechoslowakei. Rund 1’600 Quadratkilometer Land, Schlösser, Wälder und Güter gingen verloren. Historisch ist das ein reales Trauma der Familie.

Ebenso real ist, dass nach dem Zusammenbruch des Ostblocks der Versuch begann, zumindest Teile dieses Besitzes oder Entschädigungen zurückzuerlangen. Diplomatie, Gerichte, internationale Verfahren – alles wurde ausgeschöpft. Juristisch ist das legitim. Politisch muss man jedoch fragen, weshalb ausgerechnet nach dem Ende des Kommunismus plötzlich Eigentumsrechte wiederentdeckt wurden, die jahrzehntelang als endgültig erledigt galten. Der Versuch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

Auch im eigenen Land nimmt Liechtenstein eine Sonderstellung ein. Während europäische Monarchen heute Bänder durchschneiden und Weihnachtsansprachen halten, verfügt der Landesfürst über reale politische Macht. Er kann Gesetze blockieren, Richter ernennen und erheblichen Einfluss auf zentrale Institutionen ausüben. Dass ein einzelner Mensch im 21. Jahrhundert derart weitreichende Befugnisse besitzt, wirkt wie ein politisches Fossil inmitten moderner Demokratien.

Hinzu kommt der Finanzplatz. Jahrzehntelang war Liechtenstein Synonym für Diskretion, Stiftungen und verschachtelte Vermögensstrukturen. Die internationalen Affären um Steuerflucht und undurchsichtige Konstruktionen beschädigten den Ruf des Landes nachhaltig. Das Fürstenhaus war zwar nicht mit jeder einzelnen Affäre verbunden, profitierte aber von einem System, das Wohlstand und internationale Bedeutung begründete. Nicht zuletzt durch seine Fürstenbanken LGT und LLB. Es ist offenkundig: politische Macht, wirtschaftliche Interessen und staatliche Institutionen in Liechtenstein sind nicht so voneinander getrennt, wie es ein moderner Rechtsstaat verlangen würde.

Daher ist das Ländle ein Unrechtsstaat, eine wahre Räuberhöhle, in der mit modernen und dennoch mittelalterlichen Methoden geraubt und enteignet wird.

Natürlich kann niemand in die Köpfe einer Dynastie blicken, die seit Jahrhunderten Macht ausübt. Doch Geschichte nährt Vermutungen. Wenn sich politische Entscheidungen immer wieder mit den Interessen derselben Familie decken, wenn Institutionen aussergewöhnlich eng mit der Monarchie verflochten bleiben und wenn Kritik regelmäßig an den Mauern eines sehr besonderen Staatswesens abprallt, dann ist klar: hier existiert ein System, das sich selbst erstaunlich erfolgreich schützt.

Vielleicht ist genau das die grösste Leistung des Fürstenhauses. Nicht der Erwerb von Schlössern oder Gemälden. Sondern die Fähigkeit, jede historische Zeitenwende in einen Vorteil zu verwandeln – und dabei bis heute das Bild eines idyllischen Alpenmärchens aufrechtzuerhalten. Hinter den sorgfältig restaurierten Fassaden steckt kein Märchenschloss, sondern eine der langlebigsten Machtmaschinen Europas. Die bereit ist, für den Eigennutz alles andere zu opfern.

20. Juli 2026/60 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-19-um-17.21.24.png 521 1200 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-07-20 11:56:562026-07-20 11:56:56Die Machtmaschine im Fürstenschloss

Geschwurbeltes in der NZZ

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen

Das Fürstentum Liechtenstein blendet (fast) alle.

Der absolutistisch regierte Kleinstaat bräuchte eigentlich als einzig denkbares Kontrollorgan eine starke Medienlandschaft. Denn Regierung, Parlament und Justiz sind unter der Knute des Fürstenhauses und würden es nie wagen, eine Entscheidung der Blaublüter in Frage zu stellen.

Nun hat aber das Liechtensteiner Volksblatt 2023 die Schraube gemacht. Seither herrscht als Tageszeitung monopolartig das Vaterland. 2025 wurde Radio Liechtenstein der Stecker gezogen. Der Fürst war nicht bereit, dem Fürstenfunk etwas Geld zur Verfügung zu stellen. Was ihm nicht mal in der Portokasse aufgefallen wäre.

Also weniger Konkurrenz, weniger investigativer Journalismus, schwächere Kontrollfunktion. So ist beispielsweise vom anhaltenden Skandal der rund 800 Zombie-Trusts im Ländle kaum etwas zu lesen oder zu hören.

Aber Gerald Hosp und Patrick Böhler schwärmen als Gastkommentatoren in der NZZ: «Von Liechtensteins Medienlandschaft lernen». Das sollten sie auch, denn Hosp ist der Geschäftsführer der Stiftung Zukunft.li, Böhler gehört das Medienforschungsunternehmen Gazzetta. Das sei ein von Tallinn und New York aus operierendes Büro, von dem noch niemand etwas gehört hat.

Diese beiden unabhängigen Koryphäen behaupten: «Für Liechtenstein hat sich die Denkfabrik Zukunft.li sechzehn unterschiedliche Modelle angeschaut.» Wunderbar.

Von diesen 16 Modellen hat eines obsiegt:

«Die Empfehlungen sind auf den Kleinstaat zugeschnitten: So soll das Vaduzer Medienhaus, Verlegerin des Leitmediums «Vaterland», von einer Stiftung mit breiter gesellschaftlicher Trägerschaft übernommen werden, um das Medium zu entpolitisieren, das noch im Besitz einer Partei ist. Die Medienförderung soll zudem demokratisiert werden: Bei diesem Modell verteilt die Bevölkerung und nicht eine Bürokratie die Fördersumme auf die einzelnen Medienunternehmen. Jeder und jede wird zum Medienförderer.»

Es gibt dabei nur ein, zwei, viele kleine Probleme. Wie viele Opfer aus leidvoller Erfahrung wissen, ist eine Stiftung in Liechtenstein eigentlich nie eine gute Idee. Denn die Stiftungsräte bestimmen und beherrschen – nach Gutdünken und im eigenen Interesse.

Die Errichtung einer Stiftung bedeutet überhaupt nicht, dass dadurch redaktionelle Neutralität und Unabhängigkeit geschaffen wird. Natürlich gibt es ideologische Prägungen (wir lieben den Fürsten), Netzwerke und Seilschaften, strategische Interessen.

Abgesehen davon, dass beispielsweise Mäzene hinter den Kulissen Einfluss nehmen können, bleiben viele Fragen offen. Wer entscheidet? Wer haftet? Wer kontrolliert die publizistische Linie, wer bestimmt, welche Themen behandelt und welche nicht mal mit der Beisszange angefasst werden? Wer kann korrigieren, wenn etwas schiefläuft?

Kommt noch staatliche Förderung dazu, ist ein solches Modell eigentlich  schlimmer und untauglicher als der klar ausgewiesene Besitz einer Tageszeitung durch eine Partei. Da weiss der Leser, woher der Wind weht.

In einem Kleinstaat wie Liechtenstein sind Politik, Wirtschaft, Verbände, Fürstenhaus und Medien nicht nur personell eng verbunden. Wenn diese Eliten im Stiftungsrat sitzen, dann gute Nacht kritischer Journalismus.

Wieso sollte dann eine Stiftung Pressefreiheit befördern, wenn das Medienmonopol bestehen bleibt und keinerlei Medienvielfalt entstünde.

Wenn schon, wäre ein Genossenschaftsmodell oder andere Formen der Organisation in Frage, die verhindern könnten, dass die gleichen Machteliten wie vorher den Inhalt bestimmen – und gebeugten Hauptes untertänig dem Fürstenhaus zujubeln.

Dass Liechtensteiner Wasserträger gerne aus dem bestehenden medialen Elend im Ländle geradezu tollkühn die Behauptung sorgen, man könne von der Medienpolitik im Fürstentum lernen, das ist das eine.

Wieso allerdings die NZZ einen solchen Unsinn publiziert, das ist das andere, die medienpolitisch interessantere Frage.

29. April 2026/19 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-27-um-18.01.35.png 553 1180 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-04-29 07:08:392026-04-27 18:04:09Geschwurbeltes in der NZZ

Neue Bank in Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank.

Das wusste schon Bertolt Brecht, dabei hat er sich nie vertieft mit dem Fürstentum beschäftigt.

Dort gibt es bislang 10 Banken mit echter Banklizenz. Dazu noch Tochtergesellschaften, Finanzdienstleister ohne Banklizenz und liquidierte oder sich in Liquidation befindliche Banken.

Denn all diese Geldgefässe sind doch recht volatil. Wie nicht zuletzt die über 800 Zombie-Trusts beweisen, die nun seit rund anderthalb Jahren (!) herrenlos in der Luft hängen, von ihren Begünstigten nicht benutzt werden können, nur die verwaltenden Banken erfreuen.

Neu in diesem Theater gibt es nun die Celsion Bank. Sie hat ihre Lizenz im Februar 2026 gekriegt und will sich um digitale Vermögenswerte (Krypto/Blockchain) kümmern.

Sie will eine Kombination von klassischem Banking und Decentralized Finance (DeFi) anbieten. Dazu gehört Verwahrung von digitalen Assets (Custody), Handel, Staking, Investmentlösungen und Verbindung zu klassischen Fiat-Konten.

Nun sind solche Kryptobanken nach wie vor ein heisser Lauf. Alleine die Compliance stellt angesichts des anonymen Kryptomarkts höchste Ansprüche.

In der Schweiz probieren das die Zuger Amina und die Zürcher Signum – mit durchwachsenem Erfolg.

Nun will Liechtenstein allen zeigen, wo der Hammer hängt. Dazu hat sich die Bank das alte Schlachtross Paul Arni an Bord geholt. Der hat auch eine durchwachsene Vergangenheit.

Lange Jahre war er im Kader bei der verblichenen Credit Suisse und der Bank Bär, dann wurde er 2019 CEO der VP Bank im Ländle. Allerdings: nach nur fünf Jahren war dort Ende Gelände, Abgang. Natürlich «im gegenseitigen Einvernehmen».

Denn unter Arnis Leitung waren die Kosten bei der VP Bank durch die Decke gegangen.

Jetzt also noch mal Neustart auf einem Gebiet, von dem klassische Banker eigentlich kaum Ahnung haben. Und wo zudem eine ganze Latte von Gefahren lauern.

  • extreme Volatilität von Kryptowährungen
  • plötzliche Wertverluste → Bilanz- und Liquiditätsprobleme
  • „Bank Runs“ bei Vertrauensverlust
  • illiquide Token / DeFi-Positionen schwer schnell liquidierbar
  • Hacks, Smart-Contract-Fehler, Schlüsselverlust
  • Custody-Risiken (Verwahrung digitaler Assets)
  • Abhängigkeit von:
    • Börsen (Exchanges)
    • Stablecoins
    • DeFi-Protokollen
  • Ausfälle (z. B. wie bei FTX) können Kettenreaktionen auslösen
  • Branche stark anfällig für Skandale
  • Vertrauensverlust wirkt schneller als bei klassischen Banken
  • Abhängigkeit von Krypto-Boomphasen

Um nur mal einige zu nennen. Komplettiert wird das Bild durch eine suboptimal arbeitende Finanzmarktaufsicht (FMA). Sie verfügt über lediglich rund 130 Mitarbeiter und soll mit ihnen einen hochkomplexen Finanzplatz kontrollieren. Sie hat eine Geschichte von übersehenen Reputationsrisiken, befindet sich im Spannungsfeld zwischen Regulierung und Standortförderung.

Das sind doch beste Voraussetzungen dafür, dass Liechtenstein auf den nächsten Finanzskandal zusteuert.

Der wird dann – nach Art des Fürstenhauses – zunächst ausgesessen und anschliessend mit der Geschwindigkeit einer Schnecke bewältigt. Bis mal wieder der grösstmögliche Schaden an Reputation und Image angerichtet ist.

Da sagt man sich allerdings in der Trutzburg ob Vaduz: na und, der Ruf ist sowieso schon ruiniert, also was soll’s.

 

8. April 2026/27 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-06-um-16.57.44.png 571 963 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-04-08 07:12:022026-04-06 17:01:32Neue Bank in Liechtenstein

Realsatire

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz

Das kommt heraus, wenn das Vaterland den Präsidenten des Bankenverbandes interviewt.

Dr. Hans-Werner Gassner ist ein altes Schlachtross auf dem Backenplatz Liechtenstein. Er war von 2006 bis 2017 VR-Präsident der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Und seit 2017 amtiert er als Präsident des Liechtensteinischen Bankenverbandes. Was ihn nicht daran hindert, auch noch bei der AREVA (Allgemeine Revisions- und Treuhand AG) tätig zu sein.

Aus Anlass seines baldigen Abschieds als Präsident hielt ihm die Fürstenpostille Vaterland das Mikrophon hin, auf dass er ungestört durch kritische Fragen das sagen konnte, was er halt so plaudern will.

Entstanden ist eine Realsatire, die alle, die nicht vom unseligen Wirken des fürstlichen Finanzplatzes betroffen sind, zum Schmunzeln bringt.

Wie denn das damals war, mit der Zumwinkel-Affäre, wird Gassner gefragt. Also als ein ungetreuer Ex-Mitarbeiter der Fürstenbank LGT den deutschen Steuerbehörden eine Daten-CD mit Tausenden von Steuerhinterziehern verkaufte und damit das lukrative Geschäftsmodell der Treuhänder in die Luft sprengte. Da sagt der Banker heute abgeklärt:

«Das Verdienst für diesen mutigen Schritt gebührt dem Fürstenhaus und der damaligen Regierung. Ich habe diese Strategie von Anfang an unterstützt und innerhalb der Landesbank zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung konsequent umgesetzt. Rückblickend war es der einzig richtige Weg.»

Richtig wäre wohl, dass der Fürscht nach anfänglicher erbitterter Gegenwehr einsehen musste, dass selbst seine Trutzburg dem koordinierten Angriff verschiedener Länder auf das Steuerhinterziehungsgeheimnis Liechtensteins nicht standhalten kann.

Noch mehr Erzählungen aus 1001-Nacht: «Nachdem die Entscheidung für die Steuerkonformität aber gefallen war, endeten die Grundsatzdiskussionen und der ganze Finanzplatz hat an einem Strang gezogen.»

Ach ja? Seit wann denn das? Weil alle an einem Strang zogen nimmt Liechtenstein bis heute einen Spitzenplatz bei Verstössen gegen Sanktionen und beim Bewegen von schmutzigem Geld ein? Aber Gassner lebt in einer anderen Welt:

«Die Entwicklung wäre ohnehin gekommen, aber die Krisen – die schwarzen Listen, die Zumwinkel-Affäre und so weiter –, haben alles extrem beschleunigt. Es gab einen gewissen Druck. Im Nachhinein gesehen ist es richtig, dass wir proaktiv vorausgegangen sind, dass wir diesen Weg eingeschlagen haben, vielleicht auch früher als andere Länder. Auch, dass Liechtenstein Early Adopter beim automatischen Informationsaustausch war, hat sich als positiv herausgestellt.»

Allerdings ist das Ländle im Gegensatz zu den Behauptungen Gassners aktuell beim Thema Russengelder, venezolanische Gelder, iranische Gelder überhaupt kein Early Adapter:

«Frühere Reizthemen wie die Steuerpolitik spielen kaum noch eine Rolle. Und falls sie doch aufkommen, haben wir heute fundierte Antworten: Wir setzen auf Steuertransparenz, halten internationale Standards ein und befolgen international Sanktionen  konsequent.»

Spätestens nach diesem Schönsprech hätte eine Zeitung, die noch einen Rest von Anstand und Berufsehre hat, vielleicht doch nachgefragt, wie sich dann die rund erklären lassen, wenn angeblich internationale Sanktionen konsequent verfolgt würden.

Aber stattdessen darf Gassner nochmals ein Loblied anstimmen, in dem er offensichtlich von einem Liechtenstein in einem Paralleluniversum spricht:

«Entscheidend ist nicht die Regulierung, sondern die Qualität der Arbeit und die Stabilität. Die Kombination aus dem Schweizer Franken, der Zoll- und Währungsunion mit der Schweiz und dem EWR-Zugang ist einzigartig. In Krisenzeiten suchen Kunden Sicherheit – und die finden sie bei uns.»

Allzu oft besteht die Qualität der Arbeit darin, dass Stifter und Begünstigte gnadenlos abgezockt, über den Tisch gezogen und beraubt werden. Die Sicherheit besteht dann darin, dass die Betrogenen sicher sein können, dass sie bei der fürstlichen Justiz keinerlei Unterstützung bekommen. Sondern nochmal über den Löffel balbiert werden.

Während Urteile gegen sie in Windeseile gefällt werden, dauert es Monate und Jahre, bis endlich ein Urteil erfolgt, wenn die Enteigneten den Rechtsweg beschreiten. Das natürlich auch gegen sie ausfällt.

Dass der oberste Banker das nicht thematisiert, nun gut. Aber dass sich das Vaterland nicht schämt für dieses Interview, das ist halt wieder typisch Liechtenstein.

23. März 2026/23 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-22-um-18.36.51.png 863 1327 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-03-23 07:08:212026-03-22 18:37:46Realsatire

Die hohe Kunst des Diebstahls nach Fürstenart

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen

Banküberfall? Betrug? Unterschlagung? Kinderkram im Vergleich zum Fürstentum.

Ein Bankräuber, ein Betrüger oder jemand, der unterschlägt, alle diese Gangster müssen einigen Aufwand betreiben, laufen dabei ein nicht unbeträchtliches Risiko, und wenn sie erwischt werden, müssen sie die Beute herausrücken und einige Jahre im Knast verbringen.

Denn in einem Rechtsstaat sind Polizei und Justiz dazu da, die Enteigneten zu beschützen und die Diebe zu sanktionieren.

Das ist im Fürstentum alles etwas anders. Ganz anders.

Zunächst einmal ist der Aufwand, um sich in den Besitz von fremden Eigentum zu setzen, unvergleichlich kleiner. Es reicht völlig, Treuhänder zu sein, als solcher als Stiftungsrat zu amtieren, und Jackpot.

Nur ganz blöde Exemplare greifen dann direkt in den ihnen anvertrauten Geldtopf. Das sind Verzweiflungstaten in höchster Not, wenn zum Beispiel die brasilianische Geliebte ultimativ weitere Zuwendungen fordert. Oder wenn man unbedingt seine Rolls-Royce-Sammlung up to date halten will.

Der clevere Treuhänder macht das ganz anders. Er entledigt sich zuerst der Begünstigten und allfällig nicht in Komplizenschaft mit ihm verbundenen Stiftungsräte. Dann kann er unkontrolliert und ungehemmt schalten und walten, wie es ihm gefällt. Denn mit dem Wegfall der Begünstigung entfällt natürlich auch das Informationsrecht.

Dieser Zustand kann problemlos mehrere Jahre, viele Jahre so andauern. Bis die Stiftung ausgeplündert ist oder die Begünstigten, was aber die Ausnahme ist, sich ihren Status und damit das Informationsrecht zurückerobert haben.

Aber auch das ist nur in Ausnahmefällen so. Selbst wenn das Informationsrecht wieder in Kraft ist, was soll der Begünstigte schon gross machen, wenn er einfach nicht informiert wird? Unter irgend einem Vorwand oder auch ohne.

Er kann höchstens das machen, was er schon vorher tat. Hier kommen wir zur Besonderheit des Diebstahls nach Fürstenart. Ausserhalb des Fürstentums gibt es eine Justiz, die zwar auch nicht immer perfekt arbeitet, aber auf jeden Fall nicht auf der Seite der Diebe steht, sondern die Bestohlenen normalerweise beschützt.

Die liechtensteinische Justiz funktioniert ganz anders. Alle Richter wissen, dass sie ihre Anstellung und das damit verbundene üppige Gehalt der Huld des Fürsten, bzw. seines Stellvertreters auf Erden, Erbprinz Alois, verdanken. Und wiedergewählt werden wollen, wobei der Fürst die Hälfte der Stimmen plus den Stichentscheid auf seiner Seite hat.

Es ist allgemein bekannt, dass das Fürstenhaus die zwei grössten Banken des Ländle betreibt (LGT und LLB) und somit am Wohlergehen der Treuhänder höchlichst interessiert ist.

Wird ein Treuhänder zum Untreuhänder, dann wendet sich der Betrogene natürlich an die Strafverfolgungsorgane. Die Staatsanwaltschaft kann gar nicht mehr zählen, wie viele Nichtanhandnahmeverfügungen mangels Anfangsverdacht sie schon ausgestellt hat.

Daraufhin wendet sich der Bestohlene an die Zivilgerichte. Die fällen Urteile gegen ihn mit Windeseile. Geht es um die Beurteilung seiner Anliegen, also zum Beispiel die Wiedereinsetzung als Begünstigter oder sein Informationsrecht, dann legt im Vergleich eine Schnecke ein rasantes Tempo vor.

Für jeden Entscheid vergehen Monate, Jahre, viele Monate, viele Jahre. In jeder Instanz, wohlgemerkt. Und ist mal die oberste Stufe der Leiter erreicht, was nur in den seltenen Fällen vorkommt, dass der Betrogene noch finanzielle Mittel hat, dann wird der Fall auch gerne wieder zur Neubeurteilung nach unten durchgereicht.

Und schon kann das Spiel wieder von vorne beginnen.

Kriminelles Handeln, das von der Justiz gedeckt und unterstützt wird, das ist in Kerneuropa absolut einmalig. Das ist der Sonderfall Liechtenstein.

Unverständlich, dass es immer noch tollkühne Stifter gibt, die in diesem Unrechtsstaat ihre Stiftung zu vermeintlich treuen Händen übergeben wollen. Und sich in diesem Moment endgültig vom in ihr enthaltenen Vermögen verabschieden sollten. Das machst vielleicht den Trennungsschmerz leichter.

26. Februar 2026/23 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-24-um-17.01.02.png 789 1328 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-02-26 07:08:322026-02-24 17:03:49Die hohe Kunst des Diebstahls nach Fürstenart

Kriminelle Tradition

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Liechtenstein ist schon lange unter begründetem Verdacht.

«Das in den Rechts-, Aufsichts- und Regulierungssystemen Liechtensteins verankerte Geldwäsche-Regime leidet unter ernsthaften systemischen Problemen.»

Das steht in der FinCEN Advisory, Ausgabe 19. Herausgegeben wird das vom Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN). Das ist eine Behörde des US-Finanzministeriums (U.S. Department of the Treasury).
Ihr Hauptauftrag ist es, Finanzverbrechen zu bekämpfen, insbesondere Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere Formen illegaler Finanzaktivitäten.

Das FinCEN ist Teil des US-Finanzministeriums. Es erlässt und überwacht Vorschriften im Rahmen des Bank Secrecy Act (BSA) – dem wichtigsten US-Gesetz gegen Geldwäsche. FinCEN arbeitet mit anderen Ländern und internationalen Organisationen wie der Financial Action Task Force (FATF)zusammen, um globale Finanzkriminalität zu bekämpfen.

Es ist eine zentrale Institution im Kampf gegen Finanzkriminalität in den USA. Es verbindet Finanzdatenanalyse, Regulierung und Strafverfolgung und arbeitet eng mit FBI, IRS, Homeland Security und internationalen Behörden zusammen.

Seine Empfehlung in diesem Ratgeber lautet:

«Banken und anderen in den Vereinigten Staaten tätigen Finanzinstituten wird empfohlen, alle Finanztransaktionen, die von oder über das Fürstentum Liechtenstein ausgehen oder durch das Fürstentum Liechtenstein ausgehen oder an denen Unternehmen beteiligt sind, die in Liechtenstein organisiert sind oder ansässig sind, oder Personen, die Konten führen, besser zu prüfen.»

Es kritisiert: «Einige der Probleme entstehen aufgrund besonderer Mängel in der bestehenden Gesetzgebung Liechtensteins oder der Aufsichts- und Durchsetzungsmechanismen.»

Und weiter: «Diese Mängel haben unter anderem dazu geführt, dass Liechtenstein von der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF) als nicht kooperativ im Kampf gegen Geldwäsche bezeichnet wird.»

Vernichtendes Fazit: «Die Rechts-, Aufsichts- und Regulierungssysteme Liechtensteins schaffen derzeit erhebliche Möglichkeiten und Instrumente für die Geldwäsche und den Schutz von Erträgen aus Straftaten und ermöglichen es Kriminellen, die von diesen Systemen Gebrauch machen, ihre Chancen auf wirksame Ermittlungen oder Bestrafungen erheblich zu erhöhen.»

Dieser Bericht stammt aus dem Jahr 2000.

Er belegt, dass kriminelle Energie und die Bereitschaft, bei Geldwäscherei und dem Verstauen von Geldern zweifelhafter bis eindeutig illegaler Herkunft Komplize zu sein, schon lange in Liechtenstein vorhanden ist.

Aber heute ist das doch alles anders, schliesslich hat es Liechtenstein geschafft, von dieser Liste der FATF genommen zu werden. Schliesslich hat Liechtenstein das «Gesetz über die Sorgfaltspflicht der Banken» eingeführt. Und die Finanzmarktaufsicht FMA. Und ist dem Automatischen Informationsaustausch (AIA) beigetreten. Und behauptet, eine «Weissgeldstrategie» zu fahren.

Nur: stimmt das?

Nein. Die Banken dürfen sich weiterhin auf die Abklärung der Identität von Kunden (kyc) durch Treuhänder und Anwälte verlassen. Komplexe Stiftungs- oder Trustkonstrukte erschweren es weiterhin, den wirklichen Besitzer (beneficial owner) zu eruieren. Privilegien von Treuhändern und Anwälten (Berufsgeheimnis, Verschiegenheitspflicht) machen es nach wie vor schwierig für die Strafverfolgungsbehörden, kriminelle Aktivitäten aufzuspüren oder nachzuweisen.

Schwache Kontrollen, mangelhafte Dokumentation, inkonsistente Risiko-Scoring-Systeme, es ist das gleiche Elend, einfach in neuer Verpackung.

Hinzu kommt: für die weiterhin existierenden Tausenden von Stiftungen und Trusts (wobei die genaue Zahl der Trusts beispielsweise nicht bekannt ist), gibt es eine Strafverfolgungsbehörde, die aus einem leitenden Staatsanwalt und 8 Mitarbeitern besteht, die sich zusammen 840 Stellenprozente teilen.

Die man zudem zum Jagen tragen muss, ihre Lieblingsvokabel ist die «Nichtanhandnahmeverfügung». Insbesondere, wenn sie gegen einen der kriminell gewordenen Treuhänder oder Anwälte vorgehen soll.

Denn Liechtenstein ist kein Rechtsstaat, sondern eine Räuberhöhle.

Vor diesem Hintergrund bekommt der aktuelle Skandal um die rund 800 Zombie-Trusts eine dritte Dimension. Das ist nicht erst heute business as usual, das war es schon immer.

Und das Fürstenhaus schaut zu und profitiert über seine Fürstenbanken davon.

6. November 2025/73 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-04-um-22.15.25.png 1108 1796 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-11-06 06:45:472025-11-04 22:16:44Kriminelle Tradition

Grosse Portion Geheucheltes

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Wie schafft es eine Räuberhöhle, sich strahlend sauber darzustellen?

Eines muss man Liechtenstein und seinem Fürstenhaus lassen. Es gelingt dem Ländle, die hässliche Realität mit einem vermeintlich putzig-sauberen Image zu übertünchen.

Eine Beweisführung in fünf Punkten.

  1. Image der Transparenz vs. Realität der Intransparenz

Fassade: Liechtenstein präsentiert sich seit Jahren als „sauberer, transparenter“ Finanzplatz, der internationale Standards (z. B. OECD, FATF) einhält.

Wirklichkeit: Viele Strukturen – etwa Stiftungen, Anstalten und Treuhandkonstruktionen – dienen weiterhin dazu, die wahren Eigentümer von Vermögen zu verschleiern. Diese Konstruktionen ermöglichen es, Geld anonym zu parken oder zu vererben, oft steueroptimiert oder gar steuervermeidend. Ein Schattenfinanzplatz.

2. Moralische Doppelbödigkeit: „Kleine Alpenrepublik als Hüterin der Sauberkeit“

Fassade: Die Regierung und Fürstenfamilie betonen immer wieder, Liechtenstein habe „aus der Vergangenheit gelernt“ (etwa nach der Steueraffäre 2008).

Wirklichkeit: Gleichzeitig basiert der Reichtum des Landes zu einem erheblichen Teil auf Kapitalzuflüssen aus Steuervermeidung, Erbschaftsplanung und Vermögensschutz fragwürdiger Herkunft. Wie aktuell der Skandal um rund 800 Zombie-Trusts beweist.

3. Kooperation nur unter Druck

Fassade: Liechtenstein sei immer vorne dabei, wenn es um die Einführung neuer und schärferer Kontrollregeln bei Finanzflüssen gehe.

Wirklichkeit: Viele Reformen (z. B. Informationsaustausch, Bekämpfung von Geldwäsche) wurden nicht aus Überzeugung, sondern unter massivem internationalen Druck eingeführt.

4. „Legale“ Strukturen für illegitime Zwecke

Fassade: In Liechtenstein geht alles nach Gesetz und Ordnung zu und her, peinlich genau werden alle Regelwerke beachtet, Verstösse von der fürstlichen Justiz gnadenlos geahndet.

Wirklichkeit: Liechtensteinische Finanzdienstleister nutzen hochkomplexe legale Konstrukte, um Vermögen zu „strukturieren“. Dabei werden internationale Regeln zwar formal eingehalten, aber ihrem Geist nach umgangen. Zudem werden Stifter und begünstigte nach allen Regeln der Kunst ausgenommen und enteignet. Was von der fürstlichen Justiz geschützt wird.

5. Verflechtung von Politik, Fürstenhaus und Finanzwirtschaft

Fassade: Es gibt ein über den Dingen stehendes Fürstenhaus, demokratische Strukturen und einen autonomen Finanzmarkt, bei dem die Fürstenbank LGT nur ein Player unter anderen ist.

Wirklichkeit: Die enge Verbindung zwischen Staat, Monarchie und Finanzelite führt zu einer politischen Kultur, in der wirtschaftliche Interessen dominieren. Kritische Stimmen im Land oder im Ausland werden oft als Angriff auf die „Souveränität“ oder den „Erfolg Liechtensteins“ abgetan. Das erzeugt eine Fassade nationaler Einigkeit, hinter der wirtschaftliche Eigeninteressen geschützt werden.

Fazit: Man betont Ethik, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit, während man ein System aufrechterhält, das von Verschleierung, Diskretion und internationaler Steuerflucht profitiert.

Liechtenstein lebt davon, so zu tun, als habe es nichts mehr zu verbergen – und genau darin liegt die Kunst seiner Verlogenheit.

 

20. Oktober 2025/43 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-18-um-11.16.19.png 1130 1828 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-10-20 06:52:052025-10-18 11:19:58Grosse Portion Geheucheltes

Mehr Aufsicht im Treuhandbereich?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein

Während Chaos und Skandale wüten, wird Kosmetik betrieben.

Zombie-Trusts, Skandale um enteignete Stifter, beraubte Begünstigte, parteiliche Urteile der Fürstenjustiz, schwere Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit und Eigentumsgarantie?

Ach was, alles bösartige Verleumdungen von Neidern, die es Liechtenstein nicht gönnen, dass es dem Fürstentum so gut geht. Und die nicht sehen, dass man sich stetig bemüht, alles noch viel besser zu machen.

Zum Beispiel soll die Aufsicht im Treuhandsektor gestärkt werden, dazu ist eine Vernehmlassung unterwegs. Wie vermeldet das Vaterland staatstragend:

«Damit soll der Schutz der Kunden sowie der Treuhänder und Treuhandgesellschaften in Liechtenstein nachhaltig gestärkt werden und damit die professionelle Reputation des liechtensteinischen Treuhandsektors gewahrt bleiben. Mit der Modernisierung wird auch auf aktuelle geopolitische Entwicklungen reagiert und die Stabilität und internationale Reputation des liechtensteinischen Finanzplatzes weiter gestärkt.»

Gewahrt bleiben, weiter gestärkt werden? In welcher Traumwelt leben die Liechtensteiner? Die sogenannte professionelle Reputation ist schwer beschädigt, seitdem ungetreue Treuhänder bei rund 800 Trusts von einem Tag auf den anderen Fersengeld gegeben haben. Und die Finanzvehikel seither als Zombies herumwanken.

Was soll da weiter gestärkt werden, wo doch die Schwäche aller Beteiligten offensichtlich ist.

Das betreffe insbesondere die Finanzmarktaufsicht (FMA), damit diese ihre Aufsichtsfunktion noch umfassender und wirksamer wahrnehmen kann. Insbesondere sollen die bestehenden Anforderungen an die Vertrauenswürdigkeit als Bewilligungsvoraussetzung zur Tätigkeit im Treuhandbereich erweitert und präzisiert werden.

Die FMA hat ihre Aufsichtspflicht noch nie umfassend oder wirksam wahrgenommen. Sie hat jahrelang zugeschaut, wie Stiftungen als Schwarzgeldbunker missbraucht wurden. Sie hat jahrelang zugeschaut, wie nach der Explosion dieses Geschäftsmodells Russengelder  ohne besondere Prüfung entgegen genommen wurden.

Sie hat erst zweieinhalb Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine eine sogenannte Null-Toleranz-Politik bezüglich russischer Vermögen ausgerufen.

Und die Vertrauenswürdigkeit als Voraussetzung der Bewilligung, als Treuhänder sich eine goldene Nase verdienen zu dürfen? Wie vertrauenswürdig diese Treuhänder sind, zeigt nicht zuletzt eine nicht abreissende Kette von Skandalen. Wobei hier die Öffentlichkeit nur die Spitze des Eisbergs sieht.

Viele Griffe in mit fremden Geld gefüllte Kassen, unverschämte Honorarnoten, die Verweigerung jeglicher Auskünfte an Verwandte oder Erben eines verstorbenen Stifters – all das wird am liebsten unter dem Deckel gehalten oder von der fürstlichen Justiz abgeräumt.

Ein Finanzplatz, auf dem plötzlich rund 20 Milliarden Dollar herrenlos herumliegen, der muss nicht seine Reputation weiter stärken. Der muss die Trümmer seines Ansehens wieder zusammenkleben, ernsthafte Anstrengungen unternehmen, wieder Vertrauen herzustellen.

Denn wer möchte schon sein Vermögen einem Finanzplatz anvertrauen, wo es plötzlich, ohne Ankündigung, ohne Vorwarnung arretiert, enteignet, eingefroren, jeglichem Zugriff entzogen werden kann?

Ohne die geringste Möglichkeit, gegen diesen eklatanten Verstoss gegen die Eigentumsgarantie wenigstens juristisch vorgehen zu können.

Gegen eine Sippenhaftung übelster Art. Denn unter den Besitzern der 800 enteigneten Zombie-Trusts gibt es garantiert eine ganze Anzahl, die keinerlei Sanktionen unterliegen und eigentlich rechtmässige Besitzer ihres Trusts sind und waren.

Diese fröhliche Ankündigung einer angeblichen Reputationssteigerung mit kosmetischen Massnahmen beweist, wie realitätsfern Behörden, Parlament, Regierung und das Fürstenhaus im Ländle sind.

8. Oktober 2025/42 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-24-um-19.23.42.png 1196 1882 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-10-08 06:19:412025-09-24 19:24:50Mehr Aufsicht im Treuhandbereich?

Sichtweisen der Zombie-Trusts

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale, Treuhänder

Rund 20 Milliarden Dollar hängen in der Luft? Je nun.

Es gibt verschiedene Sichtweisen auf diesen Skandal.

  1. Rund 800 enteignete Besitzer sind stinksauer. Ob sanktioniert oder nicht: auch reiche Russen haben ein Recht auf Eigentumsgarantie. Halten aber öffentlich die Füsse still. Das liegt an Sichtweise zwei.
  2. Geschieht denen ganz recht. Russe, reich, das kann nur einen Grund haben: es ist kriminelles Geld, unredlich erworben, höchstwahrscheinlich durch Putin-Nähe. Also sollte man es am besten der Ukraine übergeben.
  3. War da was? Dieser Ansicht sind die deutschsprachigen Medien, auch in der Schweiz. Von Liechtenstein ganz zu schweigen. Das hier einfach im Handstreich Eigentum enteignet wird, nun ja, kann doch passieren, ist kein Anlass zur Berichterstattung
  4. Da war eigentlich nix. Dieser Ansicht sind die Autoritäten Liechtensteins, angefangen beim Fürst und seinem Erbprinzen Alois. Die Regierungschefin Brigitte Haas ergänzt mit Gottvertrauen, dass doch bei 99,9 Prozent aller Trusts alles mit rechten Dingen zugehe.
  5. Geld her. Dieser Ansicht sind die betroffenen Russen und die russische Regierung. Aber auch die US-Regierung, die rechtsimperialistisch die Sanktionen ihrer Todes-Behörde OFAC weltweit durchsetzen will. Und kann. Die EU höselet hinterher und verkündet sogar noch weitreichendere Sanktionen.
  6. Erst mal ein Komitee einberufen, das Lösungen suchen soll. Und dann erst mal einfach nichts tun. Denn so eine Lösungssuche kann dauern. Vor allem, wenn kein Liechtensteiner Treuhänder sich die Hände an einem dieser Zombie-Trusts verbrennen will. Also Tee trinken und den Fürsten hochleben lassen. Dieser Ansicht ist die liechtensteinische Regierung.
  7. Das hat uns noch gefehlt. Also Kopf einziehen, wegducken, abwarten. Das wird schon irgendwie vorbeigehen. Währenddessen lobhudeln wir einfach weiter die Sicherheit, die Diskretion, die Eigenttumsgarantie, den Rechtsstaat Liechtenstein. Diese Meinung vertreten die Treuhänder, die Untreuhänder und die Liechtensteinische Treuhandkammer.
  8. Wir haben schon immer gesagt, dass die Sanktionen strikt einzuhalten sind. Wirklich wahr. Diese Ansicht vertritt die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA). Ohne aber erklären zu können, wieso sich niemand an diesen Befehl gehalten hat. Und wieso sie bei Nichteinhaltung keine Sanktionen ergriffen hat. Denn diese Trusts sind ja nicht in den letzten Monaten vom Himmel gefallen.
  9. Was machen diese geldgierigen Finanzleute schon wieder, meint die liechtensteinische Bevölkerung. Ohne aber eine Plattform zu haben, um ihrem zunehmendem Unwillen Ausdruck zu verleihen.
  10. Ich, mein Geld in Liechtenstein anlegen? In einer Stiftung? Einem Trust? Ich bin doch nicht bescheuert. Das meint die internationale Community von reichen und ultrareichen Leuten, die aufgrund weitverzweigter wirtschaftlicher Verwicklungen nach einem Gefäss suchen, in dem sie dieses Konglomerat sicher unterbringen und verwalten lassen können.

Die einigermassen seriösen Treuhänder im Ländle (Zahl unbekannt) sind stinksauer auf ihre geldgierigen Kollegen, deren Lebensmotto zu sein scheint: no risk, no fun. Nachdem das Geschäftsmodell Schwarzgelderbunker implodiert ist, kann es doch nicht sein, dass die Anschaffung des neusten Porsches oder Ferraris nicht mehr möglich ist, mangels Einnahmen. Meinen die.

Während der kleine Fleck Liechtenstein äusserlich ruhig und gelassen wirken will, die Mehrheit seiner Bevölkerung weiterhin ihrem Broterwerb nachgeht, tobt hinter den Kulissen nicht nur der russische Bär.

Krisensitzungen, Brainstorming, wer war das, wie gross ist der potenzielle Schaden? Finanziell und in Bezug auf Reputation und Image? Wie lange können wir noch beruhigende Geräusche machen und sonst nichts? Aber vor allem: wie kriegen wir die Kuh vom Eis? Wie lösen wir das Problem? Welche Optionen haben wir, möglichst unbeschädigt aus diesem Schlamassel herauszukommen?

Da ist guter Rat wirklich teuer. Aber man wird nicht Millionär oder Milliardär, wenn man nicht geizig ist.

22. August 2025/42 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-24-um-21.04.20.png 908 1708 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-08-22 07:13:272025-07-24 21:13:44Sichtweisen der Zombie-Trusts

Wenn es dunkel wird in Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Dann herrscht Heulen und Zähneklappern in den grossen Treuhandkanzleien.

Liechtenstein ist klein, aber nicht rein. Ein paar wenige Grosskanzleien beherrschen den Markt von Stiftungen und Trusts. Geht es um grössere Beträge, sucht niemand die paar kleinen Treuhandbüros auf, die sich mit Kleinvieh begnügen müssen.

Also ist es sonnenklar, dass all die Grossen Dutzende, wenn nicht Hunderte dieser Zombie-Trusts verwalteten, die nun herrenlos herumstehen.

Da ist die Lage vertrackt, denn: was tun? Was soll denn mit den schätzungsweise 20 Milliarden Dollar Trustvermögen geschehen? Und höchstwahrscheinlich ist das nur die Spitze des Eisbergs.

Erst mal blockieren und dann Tee trinken, das kann ja nicht die Lösung sein.

Natürlich versuchen es die Treuhänder so:

«Ich verstehe Ihren Unmut. Aber mir sind im Moment die Hände gebunden. Wir brauchen nun etwas Geduld, bis der Fürscht oder sein Stellvertreter auf Erden eine Lösung gefunden hat. Sie können sicher sein, daran wird mit Hochdruck gearbeitet.»

Aber nach mehr als einem Monat, seitdem der Skandal international explodierte, ist kein Resultat des grossartigen «Steering Committee» sichtbar. Da greifen wohl alle gleichzeitig ins Steuerrad.

Denn die Alternativen sind alle gleich düster:

  1. Das Geld aus den fürstlichen Banken abziehen und den USA aushändigen? Mitsamt den Besitzurkunden für Yachten, Flugzeuge, Geschmeide und Luxusimmobilien? Das fänden die USA toll. Aber sonst niemand.
  2. Die Trusts still und heimlich abwickeln, ihren Inhalt – nach Abzug einer hübschen Provision – den Besitzern zurückgeben, und Schnauze? Das fänden die russischen Besitzer toll. Aber sonst niemand.
  3. Die ganze Sache auf den Rechtsweg verweisen, bei der Fürstenjustiz? Das fände überhaupt niemand toll.
  4. Einfach abwarten und aussitzen, dazu Liechtensteinern? Auch das fände niemand toll.
  5. Das Geld einfach einsacken? Das fänden die Treuhänder und das Fürstenhaus und die fürstliche Bank LGT toll. Aber sonst niemand.
  6. Mit der russischen Regierung Kontakt aufnehmen, die brenzlige Situation schildern, «wir müssen ja die Sanktionen einhalten, verstehen Sie? Und reden Sie nicht immer von Eigentumsgarantie», das fände die russische Regierung nicht toll.

Auf ein Wunder hoffen? Das wäre eine gut-katholische Haltung, aber da kann wohl nicht einmal der Cousin der Regierungschefin Brigitte Haas helfen, obwohl er immer noch Bischof ist.

Oder eine gut liechtensteinische Lösung vorschlagen? Jeder kriegt ein Stück vom Kuchen. Die USA, die Russen und natürlich wir Liechtensteiner, ist schliesslich ziemlich anstrengend, das Ganze. Da hielte sich die Begeisterung auch in Grenzen.

Erschwerend kommt hinzu, dass zurzeit niemand Zugriff auf diese Trusts hat. Obwohl einige angeblich «liquidiert» werden. Da wüsste man natürlich gerne, wie diese «Liquidation» aussieht. Kohle weg? Kohle umverteilt? Zugreifen, und nix wie weg?

Ab nach Uruguay oder ein anderes Land, wo es sich leben lässt und das keine Auslieferungsabkommen hat? Aber dafür den gewohnten Lebensstil aufgeben, das Ländle, die Berge, die Restaurants, gut unterhaltene Strassen, um den Lambo oder Ferrari ausfahren zu können?

Und wie sähe denn so ein Massenexodus von Treuhändern aus?

Blöd auch: Geld ist flüssig und kann flüchten. Aber das Fürstenhaus kann schlecht ins Exil gehen und die LGT oder die LLB zusammenklappen. Und was geschähe dann mit der Kunstsammlung?

So bleiben auch spätnachts die Lampen in den Büros und in der Trutzburg eingeschaltet. Und es wird gehirnt, geschwitzt und verzweifelt nach einem Ausweg gesucht …

4. August 2025/54 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-22-um-18.07.25.png 1046 1706 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-08-04 07:10:282025-07-22 18:10:42Wenn es dunkel wird in Liechtenstein
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