Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
  • Untreuhänder
  • Q&A
  • Dokumente
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Fürstenfest

Skandale mit Skandeln zudecken

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Untreuhänder

Ob das eine schlaue Strategie des Fürstentums ist?

Zurzeit beherrscht der Super-GAU die Debatte. Kinderleicht liess sich Liechtenstein das Allerheiligste klauen. Die vollständige und streng geheime Liste aller 31’000 Nutzniesser von Stiftungen, Trusts, Anstalten & Co.

Ade Diskretion und Vertrauen.

Inzwischen wurde sogar noch – neben anderen Plattformen – das Handelsregister abgeschaltet. Offenbar läuft das alles auf der löchrigen IT-Infrastruktur, die eine einheimische KMU gebastelt hat.

Auch mehr als zwei Wochen nach dem Einbruch weiss man weder, wer die Täter gewesen sein könnten, noch, was ihre Absichten sind, was sie mit der Beute anfangen wollen.

Weder die Besitzer noch die liechtensteinischen Treuhänder schlafen gut. Der Krisenstab hingegen schon.

Aber könnte das nicht eine ganz raffinierte Methode sein? Wir lenken vom letzten, noch nicht erledigten Skandal mit einem noch grösseren ab. Schliesslich ist das Problem der rund 800 Zombie-Trusts mit mehrheitlich russischen Begünstigten nicht erledigt.

Die wanken führerlos auch anderthalb Jahre, nachdem sie von ihren treulosen Treuhändern fluchtartig verlassen wurden, handlungsunfähig wie Untote herum. Aber he, sagt sich vielleicht die fürstliche Regierung, wir können noch ganz anders.

Die Zombies hingegen können die Sicht auf die nicht abreissende Kette von Skandalen versperren, in die liechtensteinische Untreuhänder verwickelt sind.

Indem sie methodisch störende Stiftungsräte und Begünstigte aus ihrer eigenen Stiftung Krauskübeln. Wobei die Fürstenjustiz gerne Hand bietet und absurde Begründungen wie den «blossen Anschein einer möglichen Interessenskollision» erfindet. Was das sein soll, weiss niemand. Wozu es nützt, ist hingegen klar: weg sind störende Elemente, der Treuhänder als Stiftungsrat kann sich ungehemmt und ungeniert bereichern. Durch absurd hohe Honorare oder direkt mit dem Griff in die Geldtöpfe.

Es gibt ja niemanden mehr, der ihn kontrollieren kann. Und Selbstkontrolle oder Anstand ist nicht gerade deren starke Seite. Als Sahnehäubchen kommt noch hinzu, dass diese Halunken sich gegen Versuche der wirklich Berechtigten mit skrupellosen Anwälten zur Wehr setzen. Deren exorbitanten Honorare von der Stiftung klaglos bezahlt werden. Ist ja nicht deren Geld.

Der Bacardí-Skandal mottet schon seit Jahren vor sich hin. Ebenso der Skandal um die Hartlaub-Stiftung. Wo der Stiftungsratspräsident, der durch alle Instanzen hindurch innert sieben Wochen aus seinem Amt gekippt wurde, seit inzwischen mehr als vier Jahren vergeblich versucht, zu seinem Recht zu kommen.

Dann gibt es den Skandal um die Witwe eines reichen Scheichs, der ebenfalls mit fadenscheinigen Gründen der Zugang zu ihrer Stiftung verwehrt wird. Oder den Fall eines Schweizer Geschäftsmanns, der sogar schon seit Jahrzehnten darum kämpft, wieder Zugang zu seinem Finanzgefäss zu bekommen.

Gleichzeitig verdienen die wenigen Treuhänder und Treuhandfirmen Jahr für Jahr mindestens 200 Millionen Franken an der Verwaltung dieser Konstrukte. Die Arbeit lässt sich von der Assistentin an einem lockeren Nachmittag erledigen, die Honorarnote beginnt dann bei 10’000 Franken. Mit viel Luft nach oben.

Das ermöglichte sogar einem besonders unverfrorenen Treuhänder, sich die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt zuzulegen, für die er extra noch ein beeindruckendes Mausoleum baute. Er galt lange Jahre als Zierde der Gesellschaft, bis es ihn dann doch noch erwischte und er in U-Haft wanderte.

Künstlerpech, das passiert sonst kaum einem.

Ist es also Wahnsinn mit Methode, einen Skandal mit einem grösseren zuzudecken? Zumindest ist es ein schlechtes Geschäftsmodell. Denn der Schaden durch den Raubzug ist zurzeit weder in Geld, noch in Reputationsverlust zu ermessen. Er ist schlichtweg gigantisch.

Dann gibt es noch ein zweites Problem: es muss gesteigert werden. Der nächste Skandal muss noch grösser als der letzte sein. Denn «schon wieder eine Stiftung gekapert», das ist ja Business as usual und interessiert nicht gross.

Wie kann man also den aktuellen noch steigern? Schwierig. Ein Mitglied der fürstlichen Familie wird entführt? Die Trutzburg ob Vaduz wird gesprengt?

Oder aber was Kleineres: Der Nationalfeiertag am 15. August fällt aus. Regierung und Erbprinz sind unpässlich.

19. August 2026/47 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/08/Bildschirmfoto-2026-08-11-um-13.36.47.png 478 1204 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-08-19 07:00:492026-08-16 18:12:37Skandale mit Skandeln zudecken

Frauen an die Macht

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Am Fürstenfest wurde für Ablenkung gesorgt.

Das Ländle erlebt gerade seine grösste Krise seit der Erfindung von Stiftungen als diskretes Versteck für Geld jeder Art. Sauber bis schmutzig, ehrlich verdient und versteuert oder Gewinn aus allen üblen Geschäften der Welt.

Der Treuhänder nimmt’s, verstaut’s und versteckt’s – gegen ein hübsches Honorar, versteht sich. Aber jetzt wurden alle 31’000 intimste Daten über diese Konstrukte geklaut. Mit einem kinderleichten Einbruch.

Oberpeinlich und der Super-GAU. Weg ist das ertrauen in den Finanzplatz.

Unter diesen traurigen Vorzeichen musste Liechtenstein das Fürstenfest begehen. Brütend heiss war’s; der Erbprinz mit Familie mischte sich nur gut bewacht unters ausgewählte Volk.

Während früher der Zutritt frei war, musste man diesmal eine Einladung lösen und wurde scharf kontrolliert, bevor man sich seiner Durchlaucht allenfalls nähern durfte.

Sätze wie «eine Bombenstimmung hier» sollte man tunlichst unterlassen. Was früher ein lockeres Volksfest war, glich diesmal eher einem Hochsicherheitstrakt. Die Tickets waren schnell ausverkauft. Die stolzen Besitzer mussten sich einer Taschenkontrolle am Eingang unterziehen. Sämtliche Zufahrtsstrassen waren gesperrt und mit Pollern gesichert.

Die paar liechtensteinischen Polizisten reichten natürlich nicht aus. Landespolizei auch Bereitschaftspolizei und Gemeindepolizeien. Hinzu kamen Kräfte aus dem Ausland: Kantonspolizei St. Gallen, österreichische Polizeikräfte aus Vorarlberg und das Schweizer Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit mussten zu Hilfe eilen.

Der Fürscht hatte sich erwartungsgemäss dispensiert. War zwar Kaiserwetter, aber angeblich viel zu heiss für ihn. Also musste Erbprinz Alois wieder die obligate Rede halten. Immerhin, wo er recht hat, hat er recht: Er erinnerte daran, dass er bereits am Staatsfeiertag 2025 angesichts der veränderten Sicherheitslage und der rasanten Digitalisierung eine grundlegende Überarbeitung der liechtensteinischen Sicherheitspolitik gefordert habe.

Aber eben, wenn man nicht mal auf den absolutistischen Herrscher hört, was soll er da machen. Der Einsatz des Folterkellers in der Trutzburg ist leider nicht mehr möglich.

Daher redete er nicht lange um den heissen Brei herum:

«Wie der jüngst erfolgte Cyberangriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen deutlich gezeigt hat, sind insbesondere digitale Angriffe auf die Infrastruktur unseres Landes sehr reale Bedrohungen.»

Unglaublich, zuerst dieser Weitblick, nun die schonungslose Analyse.

überhaupt sei «hybride Kriegsführung eine reale Gefahr, fügte er hinzu. Ob er wohl auch diesen Blog damit meint?

Aanschliessend das übliche langweilige Rhabarber: Liechtensteins Erfolg beruhe auf Verlässlichkeit, Diplomatie, langfristigen Beziehungen und Anpassungsfähigkeit. Entscheidungen dürften nicht nur kurzfristig betrachtet werden; Volk, Landtag, Regierung und Fürstenhaus seien unterschiedliche Säulen des Staates. Fortschritt und Kontinuität müssten miteinander verbunden werden.

Aber, der Knaller, schon einen Tag vorher hatte das Fürstenhaus geruht, eine Abkehr von einer uralten Tradition zu vermelden: neu können auch weibliche erstgeborene Fürst, bzw. Fürstin werden. Das gab es noch nie, das ist erschütternd, das ist modern.

Nun ja, das dürfte allenfalls in dreissig Jahren oder so erstmals der Fall sein. Und soll davon ablenken, dass der Erbprinz präventiv sein Veto angekündigt hat, sollte die Volksabstimmung über die Aufhebung des archaischen Abtreibungsverbots positiv ausgehen.

Nicht mit ihm stellt er klar, ihr Untertanen dürft abstimmen, wie ihr wollt. Wir sind schliesslich angeblich eine Demokratie. Aber wenn mir das Resultat nicht passt, dann könnt ihr’s vergessen mit Volkswillen und so.

Sicher dachte der Erbrpinz dabei: wenn ich den Skandal mit den gestohlenen Nutzerdaten nur auch so einfach aus der Welt schaffen könnte.

So feierte man eher gedrückt, und viele Schweissperlen, vor allem von Treuhändern, waren nicht der Hitze geschuldet. Sondern der nackten Angst.

17. August 2026/51 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/08/Bildschirmfoto-2026-08-16-um-18.09.30.png 1106 2372 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-08-17 07:03:412026-08-16 18:12:01Frauen an die Macht

Bilder des Grauens

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale

Fürstenfest ohne Fürst. Da ist ihm einiges erspart geblieben.

Wieso eigentlich am 15. August? Darauf ist die Antwort, wie bei so vielem in Liechtenstein, ganz einfach: darum. Einfach so. Wieso nicht. Mal wieder zeigen, wo Gott hockt.

Am eindrücklichsten gelingt das immer durch die Illumination der fürstlichen Trutzburg. Die sieht schon bei normalem Tageslicht düster und bedrückend aus. Aber wenn sie dann noch in den Landesfarben angestrahlt wird, könnte sie glatt die Hauptrolle in Kafkas «Schloss» spielen.

Und damit überhaupt keine Missverständnisse aufkommen, wer hier welche Rolle spielt, wird sie noch mit dem offiziellen Spruch untermalt:

«Für Gott, Fürst und Vaterland».

Obwohl sich das Volk tummelte und diejenigen, die eine Einladung ergattert hatten, sogar etwas Flüssiges zu sich nehmen durften, spielt die Bevölkerung des Landes eigentlich nur eine Statistenrolle. Wie es sich für Untertanen gehört.

Denn zuerst kommt Gott, diesmal vertreten durch Bischof Benno Elbs. Immerhin blieb den Liechtensteinern ein Besuch von Bischof Haas erspart. Aber auch der Fürst himself, also der eigentliche Stellvertreter Gottes, glänzte durch Abwesenheit.

Niemand weiss, warum, aber solche Ratschläge übergeordneter Mächte sind halt für Normalsterbliche unerforschlich.

Dafür gab sich allerdings der Stellvertreter des Stellvertreters ein Stelldichein. Erbprinz Alois samt Gattin Sophie. Pardon, also eigentlich Prinzessin von Bayern, Herzogin in Bayern.

Offensichtlich gab es leichte Bedenken, dass vielleicht einige Besitzer von Zombie-Fonds nicht so gut auf das Fürstenhaus zu sprechen sein könnten. Denn das blaublütige Paar war von ein paar diskreten Herren mit Knopf im Ohr umgeben, untrügliches Kennzeichen von Personenschützern.

Allerdings konnten die das hoheitliche Paar nicht vor zwei bedauerlichen Schnitzern in der Bekleidung abhalten:

Natürlich ist es löblich, dass sich der Erbprinz volkstümlich geben wollte und auf Krone, Purpur und andere Insignien der Macht verzichtete, sogar Jacket und Krawatte vom Kammerdiener nicht gereicht bekam.

Aber Seine Durchlaucht, zum Bügeln des Hemdes hat es dann nicht gereicht? Mangelt es etwa schon am Personal auf dem Schloss? Oder wurde dem Oberhemdenbügler an diesem Tag vorschnell frei gegeben? Rätsel über Rätsel.

Und dann die Gattin. Eine schmucke Perlenkette ist immer eine gute Sache, das trägt sich vornehm zum ondulierten Haar. Aber:

Muss es denn die geschätzt sechs Meter lange Version sein? Wirkt das nicht, mit Verlaub, etwas neureich? Und, wenn die Frage erlaubt ist, sind das Zuchtperlen?

Man stelle sich nur vor, ein nervöser Untertan hätte sich in dieser Perlenschlange verheddert, das wäre vielleicht ein lustiges Perlensuchen geworden, und ob sich alle wieder eingefunden hätten?

Obwohl, wie es sich gehört, auch der Wettergott sanftmütig gestimmt war, ohne Rücksicht auf Waldbrandgefahr das traditionelle Feuerwerk den Abschluss bildete und alle furchtbar gut gelaunt schienen, hingen doch unsichtbar, aber spürbar dunkle Wolken über dem Anlass.

Wo ist der Fürscht? Wo sind die rund 20 Milliarden in den Zombie-Fonds? Wann findet die Kette von Skandalen um Stiftungen und Trusts ihr Ende? Was macht Liechtenstein, wenn die USA und Russland beide aufs Ländle stinksauer sind?

Vermögen da Gott und Fürst das Vaterland zu schützen? Oder nein, das wäre ja ein Irrtum. Eigentlich müssen ja die Untertanen Gott, Fürst und Vaterland schützen. Mit Leid und Leben. Pardon, mit Leib und Leben.

19. August 2025/23 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-19-um-11.44.50.png 1032 1746 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-08-19 06:20:132025-08-19 06:20:13Bilder des Grauens

Wer wir sind

Was wir wollen

Wie Sie helfen können

In den Medien

© Copyright - untreuhaender.li | info@untreuhaender.li | Cookie Richtlinien | Datenschutz | Impressum

Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen