Treuhänder & Stiftungen Liechtenstein
  • Untreuhänder
  • Q&A
  • Dokumente
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Ernst Walch

Bacardí, Bastille und die wundersame Unsterblichkeit eines Trusts

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen

Unrühmliches Schicksal eines rumreichen Konstrukts.

Wer sein Vermögen vor seinen Erben schützen will, bringt es nach Liechtenstein. Wer seine Erben vor seinem Vermögen schützen will, offenbar auch.

Der Fall des Bastille Trust ist eine dieser Geschichten, bei denen man irgendwann nicht mehr weiss, ob man sich in einem Rechtsstaat, einem Roman von Kafka oder in einer besonders schwarzen Folge von «Succession» befindet.

Am Anfang steht Luis Adalberto Facundo Gómez del Campo Bacardí, Grossaktionär des Rum-Konzerns Bacardí. 2003 wird in Liechtenstein der Bastille Trust errichtet. Darin steckt der eigentliche Schatz: über die Anstalten Rantex und Arateo gehaltene Aktien von Bacardí Ltd. – insgesamt 1’404’222 Stück. Der Anteil wurde in Gerichtsakten mit rund sechs Prozent und damals ungefähr einer halben Milliarde Dollar bewertet.

Gedacht war die Konstruktion als Nachfolgeinstrument zugunsten seiner Frau Monika Bacardí und insbesondere seiner einzigen Tochter Maria Luisa.

Dann bemerkte Bacardí offenbar, was für ein hübsches Instrument er geschaffen hatte: Zwei seiner drei Treuhänder konnten ihn überstimmen.

2004 wollte er deshalb raus.

Ein Urteil des Supreme Court der Bahamas rekonstruiert den Vorgang bemerkenswert deutlich: Bacardi wollte den Bastille Trust widerrufen und die Aktien auf die eigens gegründete Baron’s Court Holdings Ltd. übertragen. Die beiden anderen Trustees, Ernst Walch und Louis Mudry, wiesen Bacardí Ltd. jedoch an, seinen Weisungen nicht zu folgen. Bacardí verlangte ihren Rücktritt. Sie weigerten sich. Am 29. Oktober 2004 zog Bacardí vor Gericht.

Das ist der Moment, an dem die Geschichte ihren besonderen Liechtensteiner Duft entwickelt.

Der Mann, dessen Vermögen im Trust steckte, wollte die Treuhänder loswerden. Die Treuhänder blieben.

Im Januar 2005 starb Bacardí.

Und der Trust lebte.

2006 kam es dann knüppeldick. Das Fürstliche Landgericht setzte Louis Mudry, Ernst Walch, WalPart Trust, John Iglehart und Facundo Luis Bacardí als Treuhänder ab. Das ist keine Behauptung der Witwe, sondern steht im Urteil.

Besonders appetitlich ist ein weiteres Detail aus dem Verfahren: Für den Bastille Trust wurde vom Juli 2003 bis Anfang 2005 zunächst keine Buchhaltung geführt.

Bei einem Gebrauchtwagenhändler wäre das ungewöhnlich. Bei einer Struktur mit Bacardí-Aktien im dreistelligen Millionenwert darf man es wohl unter «innovatives Asset Management» verbuchen.

Damit hätte die Geschichte enden können.

Natürlich tat sie das nicht.

2009 wurde Monika Bacardí selbst zusammen mit professionellen Treuhändern in die Verwaltung des Bastille Trust eingesetzt. Danach entbrannte über Jahre ein immer groteskerer Kampf darüber, wer den Trust kontrolliert, wie der letzte Wille Luis Bacardís auszulegen sei und wann seine Tochter tatsächlich über das Vermögen verfügen dürfe.

2019 wurde Maria Luisa volljährig. Gerade jetzt hätte man erwarten können, dass sich der Nebel lichtet.

Stattdessen wurde er dichter.

Nach Darstellung von Mutter und Tochter sollten gestaffelt Teile der aufgelaufenen und laufenden Dividenden verfügbar werden. Die Trustees vertreten eine andere Interpretation. Der heutige Treuhänder Bernhard Lorenz erklärte gegenüber der «Zeit», der Trust solle Maria Luisa schrittweise an das Vermögen heranführen. Nach einer später veröffentlichten Darstellung erhält sie Millionen an Dividenden, während die Aktien selbst weiterhin im Trust gebunden bleiben.

2020 eskalierte der Krieg endgültig. Monika und Maria Luisa Bacardí erhoben schwerste Vorwürfe gegen Beteiligte und sprachen sogar von einem «kriminellen Netzwerk».

Monika Bacardí verlor schliesslich ihre Stellung als Treuhänderin; im Handelsregister ist ihr Ausscheiden dokumentiert. 2022 trat Daniel Tschikof als Treuhänder hinzu. Bernhard Lorenz ist weiterhin eingetragen; noch im Juli 2025 wurde eine Änderung seiner Staatsangehörigkeitsangabe publiziert. Der Bastille Trust existiert also weiterhin.

Und damit sind wir in der Gegenwart.

Mehr als zwanzig Jahre nach seiner Errichtung lebt die Konstruktion weiter.

Der Mann, um dessen Willen es angeblich geht, ist seit 2005 tot. Seine Tochter ist längst erwachsen. Mehrere Generationen von Anwälten, Treuhändern und Gerichten haben sich mit der Konstruktion beschäftigt. Prozesse liefen oder laufen in mehreren Jurisdiktionen. Der wirtschaftliche Wert des Aktienpakets wurde inzwischen auf Hunderte Millionen Dollar beziffert.

Und über allem schwebt die geradezu philosophische Frage:

Wem dient eigentlich ein Trust, wenn derjenige, der ihn errichtete, ihn noch zu Lebzeiten wieder loswerden wollte, seine Witwe seit Jahren dagegen kämpft und seine erwachsene Tochter weiterhin nicht frei über die Aktien verfügen kann?

Die Trustees haben darauf eine Antwort: Sie vollstrecken den Willen des Verstorbenen und schützen die Begünstigte.

Monika und Maria Luisa Bacardí sagen das Gegenteil.

Vielleicht liegt genau darin das Geschäftsgeheimnis des liechtensteinischen Treuhandwesens.

Ein normaler Mensch stirbt irgendwann.

Ein Trust hat dieses Problem nicht.

2. Oktober 2026/59 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-28-um-16.20.50.png 456 1381 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-10-02 07:03:282026-09-28 16:22:04Bacardí, Bastille und die wundersame Unsterblichkeit eines Trusts

Ein ehrenwerter Liechtensteiner Banker

Allgemein, Fürstenjustiz, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Was nur im Ländle möglich ist: die durchwachsene Karriere von Stephan Häberle.

Ihn hat es immer wieder aus der Kurve getragen. Häberle war fast überall. Bank Leu, UBS, Mitglied der Generaldirektion der LGT, dann knapp drei Jahre CEO bei der Centrum Bank in Liechtenstein. Etwas mehr als zwei Jahre CEO bei der MediBank AG. Dann CEO bei der Valartis Group, zwei Jahre.

Dann 2 Jahre und acht Monate CEO der Bank Alpinum AG, der Sherkati-Bank, die nach gröberen Problemen mit der Compliance notverkauft wurde, umfirmiert und schliesslich die Bücher deponierte.

Schliesslich Mitglied der Geschäftsleitung der MBaer Merchant Bank AG (3 Jahre 10 Monate bis 2024), die vor Kurzem von der Finma den Stecker gezogen bekam. Sie hatte Gelder aus dubiosen Quellen, vor allem aus dem Osten, angenommen, als ob es keine Geldwäschereigesetze gäbe.

Ein Stehaufmännchen. Inzwischen ist er auch schon mal als strategischer Berater bei der Privatbank Kaleidoskop.

«Inside Paradeplatz» bezeichnete ihn auch schon als den «Zwei-Jahres-CEO», weil viel länger dauerte seine Anstellung meistens nicht.

Wie ist es nur möglich, dass so ein Liechtenstein-Banker immer wieder nicht nur auf die Füsse fällt, sondern nach jedem Abgang wieder in einem Chefsessel landet?

Die Erklärung ist einfach, wenn man Liechtenstein versteht. Denn hier gilt im Banking: wenn es mich nicht in den Knast bringt, mach ich’s.

Dieses Prinzip ist eigentlich universell gültig, also auch in der Schweiz, in Deutschland oder in den USA.

Aber die Besonderheit des Finanzplatzes Liechtenstein ist: die Chance, im Knast zu enden, ist verschwindend gering.

Man denke nur an das Schicksal des Treuhänders Mario Staggl. Der half in seinen besseren Zeiten nicht nur Steuerhinterziehern wie Igor Olenicof, in komplexen Trust-Konstruktionen einen Notgroschen zu verstecken. Blöd allerdings, dass dessen UBS-Banker Bradley Birkenfeld auf seinen Arbeitgeber sauer wurde und beschloss, als Whistleblower die Fronten zu wechseln.

Damit leitete er den Niedergang des Schweizer Bankgeheimnisses ein und sorgte bei der UBS für eine Riesenbusse von 780 Millionen Dollar. Für Birkenfeld lohnte es sich gewaltig. Er kassierte über 100 Millionen Dollar Finderlohn vom US-Justizministerium. Da er allerdings nicht völlig ausgepackt hatte, was Grundlage für den Deal war, musste Birkenfeld eine Weile in den Knast. Konnte er aber verschmerzen.

Für Staggl ging’s bei dieser Gelegenheit ohne Knast ab. Er figurierte zwar auf der Most-Wanted-Liste des FBI, konnte sich aber einfach unter dem fürstlichen Schutzschirm in Liechtenstein verstecken.

Dadurch übermütig geworden, eröffnete er die Bar Esquire, wo sich alles, was Rang und Namen in der Finanzwelt Liechtenstein hatte, ein Stelldichein gab. Und er führte die beiden Treuhandgesellschaften Salamander Trust und New Haven Trust. Die dazugehörenden Konti verwaltete die Neue Bank in Vaduz.

Dass die nebenbei Auszahlungen mit zweifelhafter Begründung und mit der Unterschrift des längst verstorbenen Kompagnons von Staggl versehen, ausführte, nun ja, es ist halt Liechtenstein.

Dass sich Staggl kräftig an ihm anvertrauten Geldern vergriff, auch das ist Liechtenstein.

Dass damals der Anwalt der Bank, der frühere Regierungschef Mario Frick, gleichzeitig Verwaltungsrat in Staggls Familienstiftung war, in der Staggl sein Geld in Sicherheit gebracht hatte – Liechtenstein.

Dass der VR der Bank, der frühere Aussenminister Ernst Walch, gleichzeitig der Verteidiger von Staggl war – Liechtenstein.

Dass Staggl nach der Birkenfeld-Affäre und als von den USA gesuchter Verbrecher immer noch als Treuhänder amtieren durfte – Liechtenstein.

Dass Staggl einen Schaden von rund 30 Millionen Franken bei seinen Kunden anrichtete – Liechtenstein.

Dass am Schluss ein Prozess gegen ihn geführt wurde, das war dann nicht mehr Liechtenstein, sondern die Ausnahme. Ebenso, dass Staggl nicht mal ein Attest rettete, dass er wegen einer schweren Jugend eine narzisstische Persönlichkeitsstörung habe, sondern dass er 2019 zu sechs Jahren Knast verurteilt wurde – auch das war eher ungewöhnlich in Liechtenstein.

Angesichts solcher Zustände ist die wechselhafte Karriere von Häberle. nun wirklich in jeder Beziehung völlig normal – in Liechtenstein.

 

 

 

12. März 2026/20 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-10-um-16.32.27.png 859 1273 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-03-12 07:02:082026-03-10 16:39:35Ein ehrenwerter Liechtensteiner Banker

Das Ländle der Spinnennetze

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Skandale, Untreuhänder

Jeder kennt jeden: das ist schlecht.

In Liechtenstein sind nicht nur die Amtswege kurz. In einer so kleinen Finanzszene kennt jeder jeden. Jeder weiss, dass er mal mit jedem beliebigen anderen Mitspieler zusammenspannen wird.

Als dessen VR, Stiftungsrat, Vermögensverwalter, Vermittler oder gar Partner.

Also kann es eigentlich keine Nestbeschmutzer geben. Mitwirkende, die doch noch ihr Gewissen entdecken und bei all den Schweinereien, die in Liechtensteins Finanzwelt täglich passieren, nicht mehr länger mitmachen wollen.

Wie eng diese Spinnennetze sind, sei an einem Fall illustriert, der zwar schon ein Weilchen zurückliegt. Aber dennoch symptomatisch ist und alles enthält, was diesen Finanzplatz so anrüchig macht.

Symbol dafür ist die längst geschlossene Bar «Esquire». Der langjährige Treffpunkt der lokalen High Society war ein Kollateralschaden  in einem Finanzskandal.

Mario Staggl ist ein besonders unappetitliches Exemplar in Liechtensteins Treuhändersumpf. Das erste Mal schlug er in der Öffentlichkeit auf, als der Steuerhinterziehungsskandal um den US-Amerikaner Igor Olenicoff platzte. Zusammen mit dem UBS-Banker Bradley Birkenfeld wurde Staggl vorgeworfen, für vermögende US-Kunden rund 200 Millionen Franken zu verstecken.

Das war 2009, seither gilt Staggl für die USA als flüchtig, weil er sich nicht den Anklagepunkten gestellt hatte.

Es war für ihn ratsam, Liechtenstein nicht zu verlassen. Das war ihm dann auch lange Jahre nicht möglich. Denn 2018 explodierte ein neuer Skandal um Staggl. Er benutzte jahrelang ihm anvertraute Kundengelder, um seinen aufwendigen Lebensstil zu finanzieren.

Dazu gehörte auch die Bar «Esquire».

Der geschätzte Schaden lag bei rund 20 bis 30 Millionen Franken, rund 60 Anleger waren betroffen.

2019 wurde Staggl zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Ein grosser Teil der Schadensumme war unwiederbringlich verloren. Ausserdem hatte Staggl ein Teil seines Privatvermögens in eine Stiftung transferiert und so dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen. Im Gegensatz zum Fall Benko schützte das die fürstliche Justiz.

Da anzunehmen ist, dass sich Staggl in der Haft vorbildlich verhielt, ist davon auszugehen, dass er sich inzwischen wieder auf freiem Fuss befindet.

Aber in diesem Fall ist er einfach die Spinne im Netz, ohne das seine Taten gar nicht möglich gewesen wären. In welchem Netz?

Damals schrieb die «Bilanz»:

«Besonders brisant: Staggls Mutter Gertrud Frick soll Minderheitsaktionärin der Neuen Bank sein. Der frühere Aussen​minister des Landes, Ernst Walch, ist VR der Bank und amtet gleichzeitig als Verteidiger von Staggl. Und der Anwalt der Bank, der frühere Regierungschef Mario Frick, ist Verwaltungsrat in Staggls Familienstiftung. Dorthin hat der Treuhänder seine Immobilen vor dem Zugriff der Justiz in Sicherheit gebracht.

«Wir dachten, Liechtenstein sei einer der sichersten Orte der Welt», sagt Ian Burns, Protektor des geschädigten Aspasia Trusts. «Leider ist das Gegenteil der Fall.»»

Die Neue Bank verwaltete die Treuhandkonten und sah nichts Aussergewöhnliches darin, dass Staggl immer mal wieder für private Auslagen, so für die Anschaffung eines Bentley, in diese Geldtöpfe griff.

Blieb dann alles sozusagen in der Familie. Die Mutter war Minderheitsaktionärin der Bank, ein ehemaliges Regierungsmitglied war VR und amtete gleichzeitig als Staggls Verteidiger, ein anderer als Stiftungsrat.

Zwar kassierte Staggl dann doch eine happige Gefängnisstrafe. Aber bei dieser Schadenssumme, dem Entzug von Geldern aus der Konkursmasse und dieser kriminellen Energie Staggls hätte sie noch viel höher ausfallen müssen.

Oder nehmen wir den noch skandalöseren Fall des «Fürstlichen Justizrats» und ehemaligen Präsidenten des Staatsgerichtshofs Liechtensteins. Der Träger dieser Ehrentitels und höchster Richter im Ländle Harry Gstöhl wurde 2017 und 2018 in zwei Verfahren zu insgesamt acht Jahren Knast verurteilt.

Untreue, schwerer gewerbsmäßigen Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche. Er schädigte rund 30 Mandaten um eine Deliktsumme von 42 Millionen Franken. Auch sie ist unwiederbringlich verloren, viele seiner Kunden standen anschliessend vor dem Nichts.

Besonders pikant war, dass Gstöhl Millionen in eine Schwindelkonstruktion eines Kosmetikunternehmens in Italien investierte. Um die Ansprüche seiner brasilianischen Geliebten zu erfüllen. Das Geld war dann weg – sie auch.

In solchen emotionalen und hormonellen Wallungen schweben höchste fürstliche Würdenträger und Richter im Ländle.

Gstöhl wehrte sich mit allen juristischen Mitteln gegen den Vollzug dieser Strafen. Obwohl er ein Geständnis abgelegt hatte, kritisierte er vor allem ihre Höhe.

Daher ist zurzeit nicht bekannt, ob er sich im Knast befindet, den Gefängnisaufenthalt angetreten oder bereits beendet hat.

Verständlich, dass auch Gstöhl enttäuscht war, dass die fürstliche Justiz sich ihm gegenüber so hartherzig zeigte. Man stelle sich nur vor, der fürstliche Staatsanwalt ermittelt gegen den ehemalig höchsten Richter und Träger einer Ehrentitels.

Aber wie Staggl hatte Gstöhl halt zu ungestüm und unverfroren in die Geldtöpfe gegriffen.

Wird das eleganter gemacht, beispielsweise durch Dekantieren oder durch das Rausschmeissen von störenden Stiftungsräten, um sich anschliessend bis zu 100’000 Franken Honorar pro Monat zu spendieren – dann ist die Fürstenjustiz gerne bereit, ihre Kollegen Untreuhänder zu beschützen.

21. Januar 2026/25 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-19-um-16.42.56.png 559 876 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-01-21 07:07:082026-01-19 16:45:31Das Ländle der Spinnennetze

Eine Frau an der Spitze

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein

Brigitte Haas ist die erste Regierungschefin im Ländle. Allerdings: sie ist die Cousine von Bischof Haas …

Eine politische Quereinsteigerin besiegt den Trump-Fan, vermeldet die Presse. Ihr unterlegener Gegenkandidat Ernst Walch hat es ihr allerdings auch leicht gemacht.

Denn der Vertreter der sogenannten «Fortschrittlichen Bürgerpartei», die in Wirklichkeit monarchistisch-rückschrittlich ist, ist selbst für Liechtensteiner Verhältnisse eine schräge Nummer. Er kaufte sich nicht nur vor ein paar Jahren für einen Haufen Geld ein Ticket. Ein sehr spezielles: um mit einer Rakete ins All zu fliegen. Nun ist er allerdings politisch gegroundet.

Walch ist zudem im Ländle bekannt wie ein bunter Hund. Er war Aussenminister, Schauspieler, Harfenspieler und Rechtsanwalt, der sein Studium in New York abschloss. Da sollte er es eigentlich besser wissen, dass es keine gute Idee ist, dagegen anzustänkern, dass die gefürchtete US-Behörde Ofac bereits einige Liechtensteiner Anwaltskanzleien und Treuhänder auf ihre Sanktionsliste gesetzt hat. Das sei unerhört, und als Regierungschef werde er alles daran setzen, dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten, tönte er. Der Plan ist auch gegroundet.

Aber gegenüber der NZZ hielt Walch nach seiner Niederlage fest, dass er weiterhin entschlossen sei, ins Weltall zu fliegen. So Anfang 2026.

Aber eigentlich hat doch Brigitte Haas gewonnen, wieso dann Ladies last? Nun ja, Liechtenstein hat erst 1984 überhaupt das Frauenstimmrecht eingeführt, und nun das. Allerdings ist auch Haas Juristin, und ihre Vaterländische Union ist nicht viel mehr rechtsgewickelt als die FBP. Und stockkatholisch ist sie natürlich auch. Gegenüber der Plattform kath.ch meinte sie: “Gerne kann ich Ihnen mitteilen, dass mich mit dem früheren Erzbischof Wolfgang Haas ein schönes verwandtschaftliches Verhältnis verbindet, und ich meinen Cousin schätze.”

Ansonsten ist sie bislang nie durch politische Visionen oder energische Aktionen aufgefallen. Sie ist vielmehr glatt wie Teflon, und das hat ihr den Wahlsieg beschert.

Die beiden Parteien werden im Übrigen in alter Tradition weiterhin eine Koalition bilden. Allerdings, für das Ländle ein Erdrutsch, gewann ihre Partei ein Zuwachs auf 38,8 Prozent, während die FBP einen historischen Verlust von 8,4 Prozent verschmerzen musste und nur von 27,5 Prozent aller Liechtensteiner gewählt wurde.

Kommt noch hinzu, dass bei knapp 40’000 Einwohnern jeder mit jedem verbandelt ist. Der Parteichef der FBP heisst Alexander Batliner. Davon gibt es viele, aber er ist der Sohn des berüchtigten Treuhänders Herbert Batliner, der seine Karriere in Schimpf und Schande beenden musste.

Der eigentliche Wahlsieger heisst aber mal wieder, wie immer, Fürst Hans-Adam II. Denn der, beziehungsweise sein herrschender Sohn Erbprinz Alois, können nach Belieben Regierungen absetzen, den Landtag auflösen, in die Entstehung von Gesetzen eingreifen oder gar mit Notrecht regieren. Was aber die Untertanen Liechtensteins bislang noch nie provoziert haben.

Und wer da sagt, es gäbe doch schliesslich noch die dritte Gewalt, die Judikative, kennt sich nicht aus. Alle Richter im Ländle werden von einem Gremium gewählt, in dem Erbprinz Alois den Stichentscheid hat, während die Hälfte der Mitglieder vom Fürstenhaus ernannt werden. Und um alles klar zu machen, werden Urteile im Namen von Fürst und Volk gesprochen, natürlich in dieser Reihenfolge. Immerhin tritt der Fürscht beim Wahlspruch des Ländle hinter einen zurück: «Für Gott, Fürst und Vaterland».

Hier hat das Volk dann eher nichts mehr zu suchen. Für Walch ist der Wahlausgang natürlich frustrierend. Aber es wird ihn sicher beruhigen, dass sich weder am Ländle, noch an seiner Politik gross etwas ändern wird. Dafür wird nur schon die grosse Koalition sorgen, die über eine satte Mehrheit im Parlament verfügt. Und eben, sollte da etwas aus dem Ruder laufen, dann kann der Fürscht und sein Erbprinz notfalls lenkend eingreifen.

 

17. Februar 2025/33 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-16-um-19.15.51.png 307 595 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-17 06:46:212025-02-16 19:21:35Eine Frau an der Spitze

Ausgespielt

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Untreuhänder

Ende Gelände für das LV Casino in Balzers.

Die Spielhölle hat Konkurs erklärt und will sich geordnet abwickeln. Was immer das auch in Liechtenstein bedeuten mag. Das ist einfach ein normaler geschäftlicher Vorgang; verspekuliert, zu wenig Einnahmen, zu viel Ausgaben. Das Casino Schönwald behauptet zwar, es sei – was denn sonst – gut aufgestellt, müsse aber seine Sponsoringverträge überdenken.

Aber he, wir sind hier in Liechtenstein. Denn was beide Casinos nur so nebenbei erwähnen: den drastischen Rückgang der Casino-Umsätze um bis zu 85 Prozent. Oh, sind die Leute des Glücksspiels müde, haben sie endlich geschnallt, dass die Bank immer gewinnt? Dass die Chance, selbst zu gewinnen, deutlich unter 50 Prozent liegt? Dass der Satz «da kann man auch gleich ins Casino gehen», eben doch seine Bewandtnis hat?

Nein, keiner dieser Gründe trifft zu. Es gibt einen anderen, typisch Ländle halt. Der dramatische Rückgang liegt darin begründet, dass Liechtenstein endlich einem Austausch mit der Schweiz zugestimmt hat. Einem Austausch der Listen der Spielsüchtigen, denen der Eintritt verboten ist.

Natürlich wehrte sich Liechtenstein mit den üblichen schummrigen Begründungen so lange wie möglich dagegen. Nach der schönen Devise:

«Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.»

Nun ist’s passiert, und es traf genau das ein, was die Liechtensteiner Casinos befürchtet hatten – drastischer Umsatzrückgang.

Das bedeutet ja nichts anderes, als dass Liechtenstein die Zuflucht für viele war, die andernorts ihrer Spielsucht nicht frönen konnten. Und hier gnadenlos ausgenommen wurden.

Zu ihrer Verteidigung können die Casinos anführen, dass sie schliesslich nichts anderes taten als was auf dem Finanzplatz weiterhin Gang und Gebe ist. Nach dem dramatischen Rückgang der Anzahl der Stiftungen, seitdem das Ländle dem Allgemeinen Informationsaustausch beigetreten ist, hatte dramatische Folgen für die Liechtensteiner Treuhänderzunft. Als das noch Schwarzgeldbunker waren, verdienten die ihr Geld im Schlaf. Stiftung errichten, Textbausteine aus dem Computer ziehen, ein paar neue Namen einsetzen, Bankverbindung eröffnen – und im Stiftungsrat Einsitz nehmen. 5000 Franken hier, 5000 Franken da, Unterhalt, Steuererklärung, Administration, jährlich weitere 10’000 Franken oder mehr.

Bei 100 Stiftungen auf einen Treuhänder (und das ist unterer Durchschnitt) läpperte sich so jährlich eine runde Million zusammen. Gegenleistung allerhöchstens ein paar Arbeitsstunden. Plus etwas Reputationsmanagement. Mal einen Kunden empfangen, Kaffee servieren lassen, beruhigende Geräusche machen, alles in Ordnung, erfreuliche Entwicklung der Anlagen trotz garstigem Marktumfeld, vielleicht ein paar kleine, aber vorübergehende Rückschläge, bis zum nächsten Mal. Der Treuhänder atmete auf: den Trottel bin ich wieder los.

Wollte der Untreuhänder Extraeinkünfte, dekantierte er die Stiftung in ein anderes Gefäss und machte ein besorgtes Gesicht, wenn der Begünstigte Geld abheben wollte. Da ist nix mehr da. Ach, und was passiert ist? Schon mal was vom Anwaltsgeheimnis gehört? Falls Ihnen das nicht passt, wenden Sie sich doch an die Rechtspflege. Die wird Ihnen zwar was husten, aber wenigstens haben Sie zu tun.

Vorbei, verweht, nie wieder.

Also mussten neue Einkommensquellen her, und was bot sich da mehr an als Kunden, die man in der Schweiz wegen des Sanktionsrisikos nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würde. Russengeld? Nun ja, da ist dann besondere Diskretion gefragt, kostet etwas mehr, aber dafür sind wir kulant. Und überweisen Sie das Geld bitte nicht direkt von einer Russenbank; wir zeigen Ihnen, welche Wege besser und diskreter sind. Kostet natürlich extra. Aber dafür ist Ihre Kohle auch sicher bei uns im Ländle.

Und unsere Die Diligence hat ergeben, dass es keine Hinweise auf Terrorfinanzierung, Geldwäsche oder Sanktionsprobleme gibt. Was man halt so findet, wenn man fünf Minuten googelt. Das Schönste daran: diese Kunden werden sicherlich kein öffentliches Geschrei machen, wenn ihr Geld unter dramatischer Schwindsucht leidet.

Glücklicherweise haben die Liechtensteiner gerade einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs, der das Gemecker der USA gegen Liechtenstein furchtbar blöd und ungerecht findet. Öffentlich  echauffierte sich Ernst Walch von der dem Fürstenhaus nahestehenden FBP öffentlich darüber, dass doch tatsächlich Liechtensteiner Treuhänder und Treuhandgesellschaften auch auf die Sanktionsliste des Ofac gekommen sind. Ungerechtigkeit, muss dringlich rückgängig gemacht werden. Sonst wird der Fürscht aber richtig böse, und der ist reicher als der US-Präsident Donald Trump.

Die neue Devise ist: kann man nicht mal in Ruhe diejenigen ausnehmen, die sonst niemand mehr nimmt? Ist doch besser, wenn deren Geld nicht in die Schatullen des US-Schatzamts wandert, sondern in die Taschen von Liechtensteiner Untreuhändern und Banken.

5. Februar 2025/55 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-04-um-09.35.10.png 441 808 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-05 07:10:542025-02-04 09:41:23Ausgespielt

Qual der Wahl im Ländle

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Untreuhänder

Kein Scherz: die Liechtensteiner wählen.

Einen neuen Fürsten? Also bitte, das ist ein Scherz, ausserdem gibt es im Ländle immer noch Gesetzesartikel gegen Majestätsbeleidigung. Daher Scherz beiseite, obwohl es doch schwerfällt, über diese Wahlen ernsthaft zu berichten.

Sagen wir so: bei Liechtensteiner Wahlen geht es ungefähr so zu wie in Stiftungsräten einheimischer Stiftungen. Eher speziell und eigen.

Auf jeden Fall wählen die Liechtensteiner Untertanen, Pardon, mündigen Stimmbürger, am 9. Februar ihr Parlament, den Landtag. Weil das Ländle überschaubar ist, seine Einwohnerzahl auch, gibt es dort 25 Abgeordnete in ganzen zwei Wahlkreisen zu erküren.

Die beiden gewichtigsten Parteien haben zwei gewöhnungsbedürftige Namen: da wäre die Vaterländische Union (VU), deren Name überall anderswo unter strengem Rechtspopulismusverdacht stünde. Und die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP), deren Name auch vor sich hinstaubt.

Die beiden teilen sich seit vielen Jahren in eine Koalitionsregierung. Kaum bedrängt von zwei Mini-Oppositionsparteien, der Freien Liste (FL) und den Demokraten pro Liechtenstein (DpL). Seit es denen allerdings gelungen ist, dem Fürstenfunk, dem Liechtensteiner Radio, den Stecker zu ziehen,, bzw. die Subventionierung mit Steuergeldern abzudrehen, herrscht für Liechtensteiner Verhältnisse doch leichte Nervosität.

Obwohl die beiden Kleinparteien gar nicht den Anspruch erheben, je 25 Kandidaten auf ihre Liste zu setzen. Aber das alles wäre ja noch nicht absonderlich genug, Daher haben die beiden Grossparteien in ihrer Koalition lediglich drei Kandidaten für die fünfköpfige Regierung des Ländle nominiert. Damit wollen sie allenfalls auch einer Oppositionspartei die Chance geben, unter dem strengen Regiment des Fürstenhauses Regierung zu spielen. Daher erklärte auch die DpL bereits tapfer, dass sie bereit sei, «Verantwortung zu übernehmen».

Besonderes Augemmerk legt der Liechtensteiner auf den Kandidaten für das Amt des Regierungschefs.

Zum zweiten Mal in der noch nicht allzu langen Geschichte des Liechtensteiner Frauenstimmrechts wagt es diesmal die VU, mit Brigitte Haas eine Frau aufzustellen. Während die FBP, nachdem sie 2021 mit einer Kandidatin gescheitert war, wieder auf das Bewährte setzt, auf den Mann Ernst Walch.

Ach, und die Parteiprogramme? Nun, Unterschiede muss man mit der Lupe suchen. Und wird sich überhaupt etwas in Liechtenstein bewegen oder verändern? Kaum, denn notfalls kann ja der Fürst eine ihm missliebige Regierung absetzen, das Parlament auflösen und ihm nicht genehmen Gesetzen die Zustimmung verweigern.

Es gäbe allerdings ein Gebiet, auf dem tatsächlich dringlicher Handlungsbedarf besteht: das Liechtensteiner Untreuhänderunwesen. Dass der Kandidat für den Chefposten in der Regierung Walch allerdings schon über die US-Behörde Ofac geschimpft hat, die es doch wagte, angesehene Liechtensteiner Treuhänder auf ihre Sanktionsliste zu nehmen, weil sie angeblich Russengelder versteckt haben sollen, ist kein gutes Omen.

Keine der Parteien, kein Kandidat fürs Parlament oder gar für die Regierung hat bislang erkennen lassen, dass er diesen Sumpf austrocknen will, der inzwischen mit unablässigen Skandalen den Ruf des Finanzplatzes Liechtenstein ramponiert und vielleicht sogar ruiniert, wenn die USA dann mal richtig böse werden.

Festhalten am Bewährten, aber Unguten, das war noch nie eine zukunftsträchtige Haltung.

8. Januar 2025/22 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/01/Bildschirmfoto-2025-01-07-um-18.17.47.png 399 515 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-01-08 06:06:532025-01-07 23:04:41Qual der Wahl im Ländle

Herr US-Botschafter ist ungehalten

Allgemein

Der Kolonialherr zu Bern hat gesprochen. Hat Liechtenstein zugehört?

Letzte Woche hat es zwei Schweizer Rechtsanwälte erwischt. Sie kamen auf die Liste der sanktionierten Personen des OFAC. Das ist eine US-Dunkelkammer, die nach undurchsichtigen Kriterien Menschen und Firmen weltweit gesellschaftlich und wirtschaftlich ruiniert.

Wer auf die schwarze Liste kommt, wird zum Ausgestossenen. Banken künden seine Konten, seine Kreditkarten werden gesperrt, niemand will mit ihm Kontakt haben – Ansteckungsgefahr.

Den beiden Anwälten wird – ohne jeglichen Beweis – vorgeworfen, sie hätten Trusts und Unternehmen eingerichtet, um ihren russischen Kunden bei der Umgehung von Sanktionen zu helfen. Die beiden Anwälte bestreiten das entschieden. Aber bei der OFAC gilt keine Unschuldsvermutung.

Nun ist das Errichten von Trusts und anderen Konstrukten die Lieblingsbeschäftigung der Liechtensteiner Treuhänder, die ja auch nicht viel anderes gelernt haben. Der US-Botschafter in Bern, der auch für Liechtenstein zuständig ist, hat dazu kommentiert: «Die Vereinigten Staaten konzentrieren sich darauf, die Umgehung von Sanktionen überall auf der Welt zu bekämpfen.»

Dass sie dabei nicht viel Federlesen machen und nach Kolonialherrenart ihre Regeln und Anordnungen für allgemeingültig erklären, ist bekannt. Und schliesslich hat es auch schon in Liechtenstein fünf Treuhandbüros und vier Treuhänder erwischt. Sie wurden allesamt wegen Russland sanktioniert.

Nun vermeldet das Liechtensteiner «Vaterland» eine erstaunlich aufmüpfige Wortmeldung des FBP-Kandidaten für die Position des Regierungschefs, sie habe «für Irritationen auf dem Finanzplatz» gesorgt. Denn: «Walch erklärte, dass er, wenn er Regierungschef werden sollte, die Streichung der sanktionierten Treuhänder in Liechtenstein weit oben auf seiner Prioritätenliste stehe.»

Hoppla. Und Ernst Walch zog noch mehr vom Leder: «Er kritisierte in diesem Zusammenhang die aktuelle Regierung scharf.  «Die OFAC ist ein verlängerter Arm der amerikanischen Steuerbehörde, das ist eine rein politische Behörde. Es wird einfach behauptet, dass die betroffenen Treuhänder Geschäfte mit sanktionierten Personen machen. Und es gibt kein Gericht, um dagegen vorzugehen», beschreibt Walch die Problematik.»

Er hingegen wisse, wie man diese Kuh vom Eis bringe, behauptet Walch forsch. Das kam auch dem US-Botschafter Scott Miller in Bern zu Ohren, der mit leise drohendem Unterton entgegnet: «Man sollte sehr vorsichtig gegenüber Personen sein, die versuchen, Sanktionen zu umgehen. Die US-Regierung stuft Personen oder Unternehmen nicht leichtfertig ein, sondern benötigt dazu Beweise.»

Das ist allerdings eine leere Behauptung. Keine leere Drohung ist hingegen die Fortsetzung, die das «Vaterland» zitiert:

«Wenn jedoch jemand versucht, den normalen Prozess durch politische Manöver zu umgehen, wird dies in der Regel mit Misstrauen betrachtet und kann den Prozess für diese Person tatsächlich komplizierter machen», so Miller zu den Plänen von FBP-Regierungschefkandidat Ernst Walch.»

Hoppla.

Komplizierter machen, das ist diplomatisch ausgedrückt und bedeutet im Klartext: Wenn Liechtenstein versuchen sollte, seine Treuhänder gegen die USA zu beschützen, dann wird das mit weiteren Repressionen gegen das Ländle beantwortet werden.

Und da kennen die USA keinen Spass. In diesem Fall werden sie zwar nicht einmarschieren. Aber der Besitz des Dollar, der Weltwährung, genügt bereits, um dem Finanzplatz Liechtenstein die Luft abzudrehen, falls nötig. Denn die USA können jederzeit die Verwendung von Dollar untersagen – das Todesurteil für jedes Geldhaus.

Da muss Kandidat Walch sich vielleicht überlegen, ob ein so forsches Auftreten vom Fürsten goutiert wird. Denn der mag absolutistischer Herrscher auf ein paar Quadratkilometern sein und ein ansehnliches Milliardenvermögen besitzen. Aber gegen die USA ist er nicht mal ein Zwerg, eher eine Stubenfliege.

6. November 2024/15 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-05-um-22.51.12.png 495 906 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2024-11-06 07:54:292024-11-05 22:55:46Herr US-Botschafter ist ungehalten

Wer wir sind

Was wir wollen

Wie Sie helfen können

In den Medien

© Copyright - untreuhaender.li | info@untreuhaender.li | Cookie Richtlinien | Datenschutz | Impressum

Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen