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Schlagwortarchiv für: Donald Trump

Was wäre, wenn …

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

… Donald Trump richtig auf Liechtenstein sauer wird?

Inzwischen weiss die Welt: es ist keine gute Idee, den US-Präsidenten zu ärgern. Im Mindestfall bekommt man Strafzölle aufgebrummt, in der Höhe von bis zu 100 Prozent.

Nehmen wir also an, dem Fürsten wäre das irgendwie gelungen. Am ehesten dadurch, dass sich weiterhin eine beeindruckend hohe Zahl von liechtensteinischen Treuhändern um die US-Sanktionen foutieren. Das hat bekanntlich bereits dazu geführt, dass üperproportional viele von ihnen selbst auf der Sanktionsliste der US-Behörde Ofac gelandet sind.

Ein gescheiterter Kandidat für das Amt des Regierungschefs hatte vollmundig angekündigt, dass das natürlich nicht gehe und er in einer seiner ersten Amtshandlungen bei Trump intervenieren werde, dass der diese Massnahmen sofort rückgängig machen solle. Wie man weiss, reagiert Trump auf solche Forderungen oder Anliegen sehr ungnädig.

Das musste schon die Schweizer Finanzministerin erfahren, die meinte, dank eines besonderen Drahts könne sie Trump am Telefon erklären, wieso seine Zollpläne gegenüber der Schweiz falsch seien.

Nehmen wir also an, diesem Kandidaten wäre es doch gelungen, die Wahlen zu gewinnen. Also hätte er zum Telefonhörer gegriffen, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass sich Trump die Zeit nehmen würde, den Liechtensteiner Regierungschef persönlich zu empfangen.

Unterstützt durch einen Übersetzer hätte der dann Trump dazu aufgefordert, seine falschen und ungerechten Sanktionen gegen blitzsaubere und anständige Treuhänder des Fürsten sofort aufzuheben. Denn so ginge das ja wirklich nicht.

Wahrscheinlich hätte sich der Regierungschef dann einen Moment lang gewundert, wieso sein Gesprächspartner kommentarlos den Hörer aufgelegt hatte. Wahrscheinlich gibt er gleich die entsprechenden Anweisungen, hätte der Liechtensteiner gedacht.

Stattdessen wäre er kurz darauf mit der Ankündigung überrascht worden, dass die USA per sofort 100 Prozent Zusatzzölle auf den Import aller Liechtensteiner Produkte erhöben. Dann hätte man dem Präsidenten allerdings erklärt, dass die 500 Millionen Franken, für die das Ländle in die USA exportiert, doch Pipifax seien.

Also hätte Trump kurz überlegt und seine Berater gefragt, was denn Liechtenstein, diesem «shithole», wie er gesagt haben soll, richtig wehtäte. Einer kam auf die nahtliegende und clevere Idee: na, ein Ausschluss vom Dollarclearing wäre ziemlich schädlich. Nachdem man Trump erklärt hatte, was das bedeutet, nämlich schlichtweg den Tod aller liechtensteinischen Banken innerhalb von 48 Stunden, schlug der begeistert mit der Faust auf den Tisch und sagte: let’s do it.

Kurz nach Verkündigung dieser Massnahmen läutete das Handy des Regierungschefs Sturm. Die LGT, die LLB und alle anderen Banken des Ländle riefen ihn an und tobten dermassen, dass er ein ganz rotes Ohr bekam. Er wollte schon entnervt das Handy abschalten, als er eine ihm wohlbekannte Nummer aufleuchten sah.

Er nahm unwillkürlich Haltung an und sagte: «Seine Durchlaucht, mein lieber Fürst, was verschafft mir die Ehre Ihres Anrufs?»

Allerdings musste er dann auch hier das Handy auf Armlänge von seinem Ohr weghalten, denn auch der Fürscht geruhte in seinem Zorn, seine Stimmbänder gewaltig zu strapazieren.

«Jawoll, mein Fürst», stammelte der Regierungschef, «ich werde mich sofort darum bemühen, ihr untertänigster Diener.»

Dann wählte er mit zitternden Fingern die Nummer des persönlichen Assistenten von Präsident Trump. «Ich muss ihn sofort sprechen», jammerte er mit seinem kläglichen Englisch ins Handy, «es geht um Leben oder Tod».

«Ach was», antwortete der Assistent cool, «der Präsident ist auf dem Golfplatz und möchte unter keinen Umständen gestört werden. Rufen Sie doch morgen nochmal an, oder besser, übermorgen».

Das war der Moment, wo sich zum ersten Mal in der Geschichte Liechtensteins ein amtierender Regierungschef aus dem Fenster stürzte.

6. März 2026/47 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-01-um-18.54.27.png 781 1309 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-03-06 07:07:122026-03-01 18:58:44Was wäre, wenn …

Der Erbprinz hat gesprochen

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Bevor Regierung und Parlament ans Gerät gehen, gibt Alois die grossen Linien vor.

Damit klar ist, wer in Liechtenstein eigentlich das Sagen hat, eröffnet der Fürscht, also sein Stellvertreter und Herrscher Erbprinz Alois, jeweils die neue Landtagssession mit seiner «Thronrede».

Allerdings fiel ihm dieses Jahr nicht wirklich Neues ein. Liechtenstein sei ein kleines Boot auf unruhiger See, meinte Alois. Dazu bemerkte sogar das «Vaterland» spitz, dass er das letztes Jahr auch schon gesagt habe.

Aber er konnte noch einen drauflegen:

«Leider hat sich der Wind inzwischen nicht gelegt, sondern ist nur noch stürmischer geworden.»

Ja aber auch. Daher müsse noch mehr aussenpolitisch vorgearbeitet werden, sogar sicherheitspolitisch.

«Auf Nachfrage des «Vaterlands», ob eine Beteiligung Liechtensteins an einem Militärbündnis in irgendeiner Form aufgrund von Unsicherheiten bezüglich Sicherheitsgarantien nötig sei, antwortete der Erbprinz: «Eine Kooperation in irgendeiner Form könnte im Raum stehen.» Eine Beteiligung in Form eines Militärs schlies­st er jedoch aus.»

Das ist nun so dunkel wie im Verliess der Trutzburg ob Liechtenstein. Kooperation irgendwie ja, militärische Zusammenarbeit irgendwie nein. Wäre auch schwierig für das Ländle, das zwar über ein paar Polizisten, aber keinen einzigen Soldaten verfügt.

Nicht viel Erhellendes fiel dem Erbprinzen zum Thema KI ein: «Zwar profitieren unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft von den Vorteilen der Digitalisierung, insbesondere der rasanten Entwicklung bei der Künstlichen Intelligenz, sie sind aber gleichzeitig auch mit deren Nachteilen immer stärker gefordert.»

Das sind weise Worte von einer Ausgewogenheit, wie sie höchstens ein Lufthauch hinkriegt.

Da man als Erbprinz ja auch so seine Zeit braucht, um auf aktuelle politische Ereignisse zu reagieren, vermisst man in seiner Thronrede allerdings jeden Hinweis darauf, wie das Ländle eigentlich mit Donald Trumps irrer Zollpolitik umgehen sollte.

Bekanntlich hätte Liechtenstein sogar noch höhere Zölle aufgebrummt bekommen als die Schweiz. 37 Prozent zusätzliche Strafzölle hatte Trump verkündet.

Nun ist’s mal wieder April, April. Um 90 Tage verschoben, zurzeit gelten nur 10 Prozent Zusatzzölle. Für alle, ausser für China.

In seiner geschmackvollen Sprache hatte Trump zuvor verkündet, dass ihm Staatenlenker reihenweise den «Arsch küssen» würden und ihre Bereitschaft erklärt hätten, alles zu tun, um solchen Strafzöllen zu entgehen.

Da erhebt sich natürlich die Frage, die keine Antwort findet, ob Erbprinz Alois ebenfalls, nun ja, wie sollen wir das unter Wahrung der fürstlichen Würde beschreiben, ob Alois ebenfalls den Mund gespitzt hat.

Das wäre vor allem auch im Zusammenhang damit interessant, dass Liechtenstein sich bekanntlich den besonderen Zorn der USA zugezogen hat, weil das Ländle einen echt lockeren Umgang mit den gegen Russland verhängten Sanktionen pflegt.

Prozentual zur Bevölkerung sind in keinem anderen Land der Welt so viele Treuhänder, Finanzintermediäre und Buden auf die Shitlist der US-Kontrollbehörde Ofac gelangt – wie in Liechtenstein.

Da gäbe es also durchaus Gesprächsbedarf. Ob und in welcher Form dem nachgelebt wurde, das hat der Erbprinz in seiner Thronrede nicht verraten. Also ob er allenfalls auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten verhandelte – oder in einer gebückten Position.

Das wird man allerdings leider nie erfahren, ausser, der US-Präsident selbst verrät es uns.

12. April 2025/13 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-09.32.14.png 698 1290 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-12 06:52:222025-04-25 07:40:34Der Erbprinz hat gesprochen

Ihro Durchlaucht geruhen zu sprechen

Allgemein, Fürst von Liechtenstein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein, Untreuhänder

Huldvoll wurde der NZZ von Erbprinz Alois ein Interview gewährt.

Kommt auch nicht alle Tage vor, dass die republikanische NZZ ein Interview mit der Anrede «Durchlaucht» beginnt. Dabei würde wenn schon der vollständige Titel lauten: Erbprinz Alois Philipp Maria von und zu Liechtenstein, Graf zu Rietberg.

Wir wollen ihn hier aber der Einfachheit halber Alois nennen, auch wenn dafür im Ländle Kerker bei Wasser und Brot drohen könnten.

Anlass des Gesprächs ist die Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump Liechtenstein in seiner Zollorgie ebenfalls bedacht hat. Während die Schweiz bislang mit 31 Prozent Zöllen auf alles (ausser Pharma, aber das kommt noch) davonkam, sind es bei Liechtenstein sogar turmhohe 37 Prozent.

Aber das kann einen Thronfolger und Erbprinzen nicht wirklich erschüttern, da ist er ganz souveräner Diplomat:

«Die Einführung von Zöllen ist eine handelstechnische Massnahme der USA, die alle Staaten trifft.Wir werden unseren Austausch mit Washington weiterhin intensiv pflegen, nicht zuletzt, um konstruktive Lösungen in dieser schwierigen Situation zu finden.»

Wohlgesetzte Worte. Anschliessend, mit Verlaub, Seine Durchlaucht, wird es aber etwas schwammig: «Wir investieren in die Cybersicherheit und setzen auf eine konsequente Sanktionspolitik, damit Liechtenstein nicht für Umgehungsgeschäfte genutzt wird.» Nun ja, wie konsequent diese Politik ist, beweist sicher, dass sich in Liechtenstein Milliardenvermögen russischer Oligarchen befinden. Wohl verstaut und versteckt hinter ingeniösen Finanzkonstrukten, erschaffen von findigen Treuhändern und Vermögensverwaltern.

Richtig lustig wird es aber, wenn der Erbprinz über die Vorteile einer Monarchie schwärmt, wo der Stimmbürger theoretisch den Fürsten absetzen kann, dieser wiederum theoretisch und praktisch die Regierung zum Teufel jagen und das Parlament auflösen kann:

«Das monarchische Element sichert dem Land eine langfristige Ausrichtung der Politik.Es steht über der Politik und den Parteien und kann zwischen diesen vermitteln. Die Monarchie ist auch identitätsstiftend. Die direkte Demokratie wiederum sorgt für eine grosse Bürgernähe, ein Modell, das man aus der Schweiz kennt.»

Dsa sind nun handgeschnitzte Sprachhülsen, wie sie nur ein begabter Kommunikationsspezialist hinkriegt. So plätschert das Gespräch dahin.

Leider ist zu vermuten, dass sich die NZZ einigen Vorbedingungen gebeugt hat, um das fürstliche Licht in ihre Spalten giessen zu können. Denn man vermisst schmerzlich jede Frage zur nicht abreissenden Reihe von Skandalen, die von Liechtensteiner Treuhändern und Untreuhändern verursacht werden. Man vermisst Fragen zur Tatsache, dass die USA, mit denen Liechtenstein doch angeblich ein so blendendes Verhältnis hat, mehr als ein Dutzend Treuhänder und Treuhandbuden auf die Sanktionsliste des Ofac gesetzt hat, weil sie eben doch bei Umgehung von Sanktionen kräftig mithelfen.

Man vermisst Fragen nach dem rechtlosen Zustand, in dem sich viele Begünstigte von Stiftungen befinden, die vor fürstlichen Gerichten vergeblich versuchen, zu ihrem Recht zu kommen. Und mit aberwitzigen Begründungen abgeschmettert werden oder jahrelang im Instanzenzug verröcheln.

Da war die eigentlich republikanische NZZ für ein Mal zu untertänig. Fast wie ein Liechtensteiner.

8. April 2025/31 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-05-um-19.53.59.png 691 660 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-04-08 07:12:102025-04-07 09:10:55Ihro Durchlaucht geruhen zu sprechen

Liechtenstein unsicher

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein

Was macht denn das Ländle wegen Trump?

Zölle rauf Zölle runter. Grönland, Panama und der Gazastreifen sollten den USA gehören. Und ist man nicht willig, dann braucht Donald Trump Gewalt.

Hier ist ein Präsident, der ohne Scham oder Zurückhaltung vor aller Augen einen Raubzug zur Selbstbereicherung durchführt, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat.

Gilt hier auch

Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner?

Das Ländle regiert so, wie es immer auf mögliche Bedrohungen reagiert. Gar nicht erst ignorieren. Müde lächeln. Weiter Geld schaufeln.

Nach einem Bericht des Vaterland meint Jürgen Nigg, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Liechtenstein, immerhin weise:

«Trump ist unberechenbar, man kann nicht sagen, was er in 24 Stunden macht.»

Nun, da man das nicht weiss, macht es offenbar auch keinen grossen Sinn, Gedanken darüber zu verlieren.

Auch die Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Handelskammer (LIHK), Brigitte Haas, lässt es bei Allgemeinplätzen bewenden: «Der Handel, insbesondere der internationale Handel, basiert auf Vertrauen und auf Planbarkeit. Beides wird derzeit untergraben.»

Dann stapelt sie noch weitere Worthülsen drauf: «Die letzten Jahre waren für viele nicht einfach, insbesondere die wirtschaftlich schwierige Lage in unserem grössten Absatzmarkt Deutschland und in anderen europäischen Ländern ist für viele Mitgliedsunternehmen der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer spürbar.»

Hingegen zeigt eine Umfrage von Raiffeisen, dass Strafzölle in die USA exportierende KMU schmerzlich träfen. Knapp 30 Prozent der befragten Firmen gehen bei einem Importzoll von 10 Prozent von einem Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent aus, ein Viertel von einem Rückgang von bis zu 20 Prozent. «Die kleineren und grösseren liechtensteinischen Industriebetriebe sind in derselben Situation wie die schweizerischen», erklärt Brigitte Haas.

Aber keine Panik, fährt sie fort: «Liechtensteins Industrie ist grundsätzlich gewappnet, da es die Unternehmen gewohnt sind, im Wettbewerb zu stehen, zu agieren und zu reagieren.»

Genau, sekundiert Nigg, man könne halt sowieso nicht viel machen. Ausser das Übliche. Weiterentwicklung, Freihandelsabkommen, Attraktivität des Standorts, Blabla. Und natürlich innenpolitische Stabilität.

Das ist ein gefährlicher Satz, denn worin unterscheidet sich eigentlich die Machtfülle des US-Präsidenten und des herrschenden Kornprinzen Alois?

Trump kann nicht einmal das Parlament auflösen, im Gegensatz zum Fürstenhaus. Trump muss noch daran arbeiten, sich die Justiz gefügig zu machen, der Fürst hat das letzte Wort bei der Einsetzung von Richtern.

Nur gibt es da einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied. Sollte Trump in seinem unberechenbaren Verhalten plötzlich auf die Idee kommen, seine Aufmerksamkeit Liechtenstein zu schenken, weil dort Milliarden von Russengeldern gebunkert sind, dann würde selbst die Trutzburg ob Vaduz erzittern, und das Fürsteinhaus würde einen Kotau machen, der bis zum Boden reicht.

Würde hingegen der herrschende Kronprinz Trump mit irgend etwas drohen, würde der diese Fliege nicht einmal wahrnehmen. Und wenn, dann würde er sich ausschütten vor Lachen.

18. März 2025/28 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2025-03-07-um-09.32.14.png 698 1290 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-03-18 07:30:542025-03-07 11:10:38Liechtenstein unsicher

Ausgespielt

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen, Untreuhänder

Ende Gelände für das LV Casino in Balzers.

Die Spielhölle hat Konkurs erklärt und will sich geordnet abwickeln. Was immer das auch in Liechtenstein bedeuten mag. Das ist einfach ein normaler geschäftlicher Vorgang; verspekuliert, zu wenig Einnahmen, zu viel Ausgaben. Das Casino Schönwald behauptet zwar, es sei – was denn sonst – gut aufgestellt, müsse aber seine Sponsoringverträge überdenken.

Aber he, wir sind hier in Liechtenstein. Denn was beide Casinos nur so nebenbei erwähnen: den drastischen Rückgang der Casino-Umsätze um bis zu 85 Prozent. Oh, sind die Leute des Glücksspiels müde, haben sie endlich geschnallt, dass die Bank immer gewinnt? Dass die Chance, selbst zu gewinnen, deutlich unter 50 Prozent liegt? Dass der Satz «da kann man auch gleich ins Casino gehen», eben doch seine Bewandtnis hat?

Nein, keiner dieser Gründe trifft zu. Es gibt einen anderen, typisch Ländle halt. Der dramatische Rückgang liegt darin begründet, dass Liechtenstein endlich einem Austausch mit der Schweiz zugestimmt hat. Einem Austausch der Listen der Spielsüchtigen, denen der Eintritt verboten ist.

Natürlich wehrte sich Liechtenstein mit den üblichen schummrigen Begründungen so lange wie möglich dagegen. Nach der schönen Devise:

«Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.»

Nun ist’s passiert, und es traf genau das ein, was die Liechtensteiner Casinos befürchtet hatten – drastischer Umsatzrückgang.

Das bedeutet ja nichts anderes, als dass Liechtenstein die Zuflucht für viele war, die andernorts ihrer Spielsucht nicht frönen konnten. Und hier gnadenlos ausgenommen wurden.

Zu ihrer Verteidigung können die Casinos anführen, dass sie schliesslich nichts anderes taten als was auf dem Finanzplatz weiterhin Gang und Gebe ist. Nach dem dramatischen Rückgang der Anzahl der Stiftungen, seitdem das Ländle dem Allgemeinen Informationsaustausch beigetreten ist, hatte dramatische Folgen für die Liechtensteiner Treuhänderzunft. Als das noch Schwarzgeldbunker waren, verdienten die ihr Geld im Schlaf. Stiftung errichten, Textbausteine aus dem Computer ziehen, ein paar neue Namen einsetzen, Bankverbindung eröffnen – und im Stiftungsrat Einsitz nehmen. 5000 Franken hier, 5000 Franken da, Unterhalt, Steuererklärung, Administration, jährlich weitere 10’000 Franken oder mehr.

Bei 100 Stiftungen auf einen Treuhänder (und das ist unterer Durchschnitt) läpperte sich so jährlich eine runde Million zusammen. Gegenleistung allerhöchstens ein paar Arbeitsstunden. Plus etwas Reputationsmanagement. Mal einen Kunden empfangen, Kaffee servieren lassen, beruhigende Geräusche machen, alles in Ordnung, erfreuliche Entwicklung der Anlagen trotz garstigem Marktumfeld, vielleicht ein paar kleine, aber vorübergehende Rückschläge, bis zum nächsten Mal. Der Treuhänder atmete auf: den Trottel bin ich wieder los.

Wollte der Untreuhänder Extraeinkünfte, dekantierte er die Stiftung in ein anderes Gefäss und machte ein besorgtes Gesicht, wenn der Begünstigte Geld abheben wollte. Da ist nix mehr da. Ach, und was passiert ist? Schon mal was vom Anwaltsgeheimnis gehört? Falls Ihnen das nicht passt, wenden Sie sich doch an die Rechtspflege. Die wird Ihnen zwar was husten, aber wenigstens haben Sie zu tun.

Vorbei, verweht, nie wieder.

Also mussten neue Einkommensquellen her, und was bot sich da mehr an als Kunden, die man in der Schweiz wegen des Sanktionsrisikos nicht mehr mit der Kneifzange anfassen würde. Russengeld? Nun ja, da ist dann besondere Diskretion gefragt, kostet etwas mehr, aber dafür sind wir kulant. Und überweisen Sie das Geld bitte nicht direkt von einer Russenbank; wir zeigen Ihnen, welche Wege besser und diskreter sind. Kostet natürlich extra. Aber dafür ist Ihre Kohle auch sicher bei uns im Ländle.

Und unsere Die Diligence hat ergeben, dass es keine Hinweise auf Terrorfinanzierung, Geldwäsche oder Sanktionsprobleme gibt. Was man halt so findet, wenn man fünf Minuten googelt. Das Schönste daran: diese Kunden werden sicherlich kein öffentliches Geschrei machen, wenn ihr Geld unter dramatischer Schwindsucht leidet.

Glücklicherweise haben die Liechtensteiner gerade einen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs, der das Gemecker der USA gegen Liechtenstein furchtbar blöd und ungerecht findet. Öffentlich  echauffierte sich Ernst Walch von der dem Fürstenhaus nahestehenden FBP öffentlich darüber, dass doch tatsächlich Liechtensteiner Treuhänder und Treuhandgesellschaften auch auf die Sanktionsliste des Ofac gekommen sind. Ungerechtigkeit, muss dringlich rückgängig gemacht werden. Sonst wird der Fürscht aber richtig böse, und der ist reicher als der US-Präsident Donald Trump.

Die neue Devise ist: kann man nicht mal in Ruhe diejenigen ausnehmen, die sonst niemand mehr nimmt? Ist doch besser, wenn deren Geld nicht in die Schatullen des US-Schatzamts wandert, sondern in die Taschen von Liechtensteiner Untreuhändern und Banken.

5. Februar 2025/55 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-04-um-09.35.10.png 441 808 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-02-05 07:10:542025-02-04 09:41:23Ausgespielt

Übernimmt Trump Liechtenstein?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Treuhänder, Untreuhänder

Der lockere Umgang mit Russengeldern könnte ein Grund sein.

Immer mehr Liechtensteiner Treuhänder und Treuhandgesellschaften landen auf der Sanktionsliste des Ofac. Das ist die mächtige US-Behörde, die die Einhaltung von Sanktionen kontrolliert. Bislang sagt das Ländle: «Ich bin Liechtensteiner, mir kann keiner.» Man fühlt sich sicher in seinem Alpenreduit mit der Erfahrung, dass es seit mehr als 200 Jahren niemandem gelungen ist, sich das Fleckchen einzuverleiben.

Aber nun ist Donald Trump Präsident in den USA, und er hat schon in mehreren Fällen klargestellt, dass für ihn sein Staat nicht an den heutigen Landesgrenzen endet. Er will Grönland in Besitz nehmen, er will den Panama-Kanal zurück, er schliesst sogar militärische Mittel ausdrücklich nicht aus. Und er macht immer wieder klar, dass es sein voller Ernst ist.

Grönland ist wegen seiner riesigen Rohstoffvorkommen attraktiv, der Panama-Kanal ist von grosser strategischer Bedeutung für den weltweiten Handelsverkehr. Inzwischen heisst auf Google-Maps in den USA der Golf von Mexico bereits Golf von Amerika, weil auch das ein Wunsch Trumps war.

Liechtenstein hat weder grosse Rohstoffvorkommen, noch ist es von überragender strategischer Bedeutung. Aber es ist ein riesiger Geldspeicher. Rund 200 Milliarden lagern hier, mehr oder minder seriös verwaltet von den einheimischen Banken. Nicht alles ist dabei sauber, nicht alles ist legal. Für viele reiche Russen erscheint das Ländle attraktiv, um ihre Vermögen vor dem Zugriff von Sanktionen in Sicherheit zu bringen.

Ein Bombengeschäft für die Liechtensteiner Treuhänder, die händeringend nach Ersatz für die weitgehend abgeflossenen Schwarzgelder suchten, seit sich das Fürstentum entschieden, hat, dem Allgemeinen Informationsaustausch (AIA) beizutreten. Das bedeutet, dass Liechtenstein dem Fiskus des Steuersitzes seiner Kunden Auskunft über dessen Vermögenswerte erteilt.

Viele Milliarden wurden danach rasant abgezogen, immer aufwendigere Konstrukte mussten erfunden werden, um andere weiterhin steuerneutral zu lagern. Und mehr Aufwand bedeutet mehr Arbeit, und das scheuen Liechtensteiner Treuhänder – und die Untreuhänder erst recht – wie der Teufel das Weihwasser.

Bislang hielten sich die US-Administrationen zurück, sie setzten den Knüppel Ofac ein, sie drohten höchstens damit, die Benützung des US$ zu verbieten. Aber nun ist da Trump.

Der hat keine allzu grosse Aufmerksamkeitsspanne und eine sehr kurze Zündschnur. Wenn ihm nun gesagt wird, dass «this fucking little principality» sich einen Deut um US-Sanktionen gegen russische Vermögenden schert («they give a flying fart»), dann könnte es ihm schnell die Hutschnur lüpfen. Erfährt er dann noch, dass der Fürst entschieden reicher ist als er selbst, steigert das seine Stimmung auch nicht ungemein.

Zudem ist ja so, dass Dänemark, zuständig für die Landesverteidigung Grönlands, dort immerhin etwas mehr als 100 Soldaten stationiert hat. Plus eine Schlittenhundestaffel. Liechtenstein verfügt über beides nicht. Schlittenhunde sowieso nicht, aber auch keine eigene Armee. Im Fall der Fälle sollte die Schweiz die Verteidigung übernehmen.

Nun ist es so, dass die Schweiz, bei allem tapferen Wehrwillen der Eidgenossen, sich hüten würde, Krach mit der grössten und stärksten Militärmacht der Welt anzufangen. Die noch amtierende Schweizer Verteidigungsministerin würde dem Fürsten bedeuten, dass das nun wirklich sein Problem sei.

Wenn Trump dann noch erführe, dass Liechtenstein – im Gegensatz zu Dänemark und damit auch Grönland – nicht in der NATO ist, müsste er sich nicht einmal Gedanken um den Bündnisfall machen. Also ein Angriff auf ein NATO-Mitglied wird als Angriff auf alle gesehen.

Was im Falle Grönlands ein kitzliges Problem ist – was passiert eigentlich, wenn ein NATO-Mitglied ein anderes angreift –, spielte im Fall Liechtenstein keine Rolle.

Also ist es doch denkbar, dass der Amok im Weissen Haus fragt:

Wieso erteilen wir diesem Fürsten und seinem Furz von Land nicht eine Lektion? Greifen wir da mal ordentlich durch, dann schreckt das doch alle anderen auch ab, die bislang ein eher lockeres Verhältnis zum Aufbewahren von Russengeldern, sanktioniert oder nicht, haben.

Das wäre unter normalen Umständen höchstens ein amüsantes Denkspiel. Aber seit der US-Präsident offen mit Waffengewalt droht, um seine Ansprüche durchzusetzen, ist das gar nicht mehr so sicher.

31. Januar 2025/21 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/01/Bildschirmfoto-2025-01-29-um-15.53.00.png 722 1309 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-01-31 05:57:022025-01-29 16:00:37Übernimmt Trump Liechtenstein?

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