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Schlagwortarchiv für: Beneficial Owner

Liechtenstein modern?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen

Nun ja, halt auf Fürstenart.

Das Fürstentum vermeldet stolz: «»LiBot» unterstützt neu auf der gesamten Webseite der Landesverwaltung.» Was ist denn das, und was unterstützt der?

«LiBot beantwortet rund um die Uhr häufig gestellte Fragen zu den Inhalten der Website und führt schnell zu den gewünschten Informationen. So wird der digitale Zugang zu Leistungen und Angeboten der Landesverwaltung noch einfacher und komfortabler.»

Wunderbar, man geht in der Anpreisung sogar noch weiter: «Ein KI-gestütztes Modell unterstützt dabei, verständliche und möglichst präzise Antworten zu generieren.»

Dann gibt man vielleicht ein wenig zu viel Gas, aber die Begeisterung ist unverkennbar: «Damit stärkt die Landesverwaltung ihren Servicegedanken und bietet einen modernen, niederschwelligen Zugang zu Informationen – jederzeit und unkompliziert. Das Projekt unterstreicht das Engagement für eine zeitgemässe, serviceorientierte und agile Verwaltung.»

Na, da wollte untreuhaender.li doch gleich mal ausprobieren, wie sich das mit dem niederschwelligen, zeitgemässen und serviceorientierten Zugang zu präzisen Antworten verhält.

Erste Frage: Welche Bedenken gibt es bezüglich der Errichtung einer Stiftung in Liechtenstein?

Antwort: «Zu Bedenken selbst finde ich in den bereitgestellten Unterlagen keine direkten Ausführungen. Allgemein wird betont, dass Stiftungen keinen gesetz- oder sittenwidrigen Zweck verfolgen dürfen und Aufsichts- bzw. Eintragungspflichten einzuhalten sind.»

Für gesetzes- und sittenwidrige Zwecke sorgen dann allenfalls die Untreuhänder, wenn sie sich dicke Scheiben vom Stiftungsvermögen abschneiden.

Dann eine kleine Fangfrage: Kann man eine Stiftung zur Steuerersparnis nutzen?

Aber darauf fällt der Chatbot nicht herein: «Zu dieser Frage liegen mir in den bereitgestellten Informationen keine ausreichenden Angaben vor. Bitte wenden Sie sich an die zuständige Amtsstelle, die Steuerverwaltung.»

Also ab durch die Mitte: «Wohin kann man sich wenden, wenn man von einem liechtensteinischen Stiftungsrat und Treuhänder betrogen wird?»

Antwort (nach längerem Nachdenken): «Zuständig ist das Amt für Justiz, Bereich Stiftungsaufsicht und Geldwäschereiprävention: Amt für Justiz, Stiftungsaufsicht und Geldwäschereiprävention, Giessenstrasse 3, Postfach 684, 9490 Vaduz».

Das war nun nicht so ganz die gewünschte, präzise Antwort, also nochmal: «Wo kann ein Begünstigter die Auskunftspflicht des Stiftungsrats einfordern?»

Wieder längeres Nachdenken, anschliessend ist der Bot ungefähr so auskunftsfreudig wie ein liechtensteinischer Untreuhänder: «Zu dieser Frage liegen mir in den bereitgestellten Informationen keine ausreichenden Angaben vor. Bitte wenden Sie sich an die zuständige Amtsstelle, z.B. das Amt für Justiz, Stiftungsaufsicht und Geldwäschereiprävention, Giessenstrasse 3, 9490 Vaduz.»

Dann doch mal was anderes, gleich oben einsteigen: Wie kann ich mit dem Fürstenhaus in Kontakt treten?

Da verschluckt sich der Chatbot fast, macht eine lange Pause (wahrscheinlich musste er sich zuerst verbeugen und einen Kratzfuss machen: «Zu dieser Frage liegen mir in den bereitgestellten Informationen keine ausreichenden Angaben vor. Bitte wenden Sie sich an die Regierungskanzlei (info.rk@llv.li, Tel. +423 236 60 30) oder an die Information und Kommunikation der Regierung (office@regierung.li).»

Was da die Regierungskanzlei oder gar die Kommunikationsabteilung bewirken könnte, die doch wenn schon Befehlsempfänger der Trutzburg sind?

Wieder was anderes: Wie finde ich heraus, wer der beneficial owner einer Stiftung, eines Trusts oder einer Anstalt ist?

«Informationen zu wirtschaftlich berechtigten Personen (beneficial owners) sind im Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen von Rechtsträgern (VwbP) hinterlegt. Zuständig ist das Amt für Justiz, Stiftungsaufsicht und Geldwäschereiprävention (info.vwb.aju@llv.li).»

Immerhin, kann man da sagen. Allerdings verschweigt der fürstliche Chatbot eine wesentliche Tatsache: dieses Verzeichnis ist keinesfalls öffentlich zugänglich. Behörden und «Sorgfaltspflichtige» wie Banken, Anwälte und Treuhänder haben Zugriff. Alle anderen haben einen Antrag (kostenpflichtig) zu stellen. Kriegen dann Auskunft – oder auch nicht.

Grundsätzlich gilt: gewisse Daten von Gründern oder Protektoren werden nicht offengelegt.

Somit ist der grossartig angepriesene LiBot einfach eine computergestützte Vernebelungsmaschine. Die sich bestens in die liechtensteinische Informationspolitik einpasst: am liebsten gar nichts sagen. Und wenn, dann nur unter Zwang und in höchster Not.

28. Mai 2026/16 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-26-um-15.50.15.png 547 1134 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-05-28 07:02:032026-05-26 15:54:46Liechtenstein modern?

Der Iran und das Ländle

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Treuhänder

Kaum ein Finanzplatz ist so exponiert wie das Fürstentum.

Es war absehbar: die «Friedensverhandlungen» zwischen den USA und dem Iran wurden ergebnislos abgebrochen. Das bedeutet, dass alle Zeichen wieder auf Eskalation stehen.

Und da die Trump-Regierung im direkten Schlagabtausch nicht gerade viele Punkte macht, werden die USA sicher versuchen, auf allen Ebenen den Iran zu isolieren und zusätzlich zu sanktionieren und zu schikanieren.

Da bieten sich zwei Hebel an. Die Ölexporte des Irans und die Finanzströme.

Mit dem Öl hat Liechtenstein nicht viel zu tun. Aber mit Finanzströmen umso mehr. Und da gibt es die Verwicklungen mit dem Sherkati-Clan. Eine Unternehmerfamilie mit iranischen Wurzeln und Geschäften in Richtung Osteuropa und Asien, inklusive Iran. Also Hochrisikogebiete für jeden Finanzplatz.

Die Familie um den Patriarchen Yousef Sherkati residiert zwar in St. Gallen. Dort gebietet er über ein weit verzweigtes Holdings- und Beteiligungsnetzwerk von rund 100 Firmen um die Transinvest Holding AG.

Transport und Logistik, Rohstoff- und Warenhandel sowie internationale Lieferketten sind das Hauptgeschäft.

Dazu diente unter anderem bis 2022 die Bank Alpinum im Ländle, im Familienbesitz. Die Bank bekam immer mehr Reputationsprobleme mit grenzüberschreitenden Strukturen und wirtschaftlich schwer durchschaubaren Kunden. Sogar die eher verschmachte Finanzmarkaufsicht (FMA) Liechtensteins machte Druck.

Also gab die Familie Sherkati auf, die Bank wurde in Sora Bank umbenannt. Das nützte aber auch nichts, 2023 wurde ihr die Banklizenz entzogen, das Ende.

Aber nicht das Ende der Verwicklungen mit dem Sherkati-Clan und Liechtenstein. Da gibt es zum Beispiel das SHAR Establishment. Das ist eine Anstalt nach Liechtensteinischem Recht.

Das sind Finanzvehikel, die dazu dienen, als Holding- oder Beteiligungsgesellschaft Vermögenswerte zu verwalten. Diskret und intransparent. Zwar tauchen Familienmitglieder im Verwaltungsrat auf, aber was diese Anstalt genau macht, weiss niemand. Auch die beneficial owner sind im Dunklen.

Das ist dann das Geschäftsmodell. Zuerst wird operativ Geld verdient (Transport, Handel). Dann wird das Kapital und die Gewinne in Holdings und Anstalten gebündelt. So werden die Beteiligungen verschachtelt und die Risiken verteilt. Zudem haben solche Konstrukte den Vorteil, dass sie als Netzwerk aus rechtlich separaten Einheiten bestehen.

Das bedeutet, sie sind hoch flexibel und schwer durchschaubar. Das bedeutet: wenn irgendwo der Blitz einschlägt, dann betrifft das nur ein kleines Segment in einem grossen Bauwerk.

Also beste Voraussetzungen, sowohl im Osten wie in Asien Geschäfte zu treiben, die den USA sicherlich nicht gefallen.

Nun haben die USA, wenn sie wollen, den Durchgriff auf so ziemlich alle Informationen im weltweiten Finanzhaushalt. Überweisungen, Geldströme, wer geschäftet mit wem, wer verdient woran. Da gibt es einfach nichts, was diskret und geheim abgewickelt werden kann.

Das SHAR Establishment als Beispiel zeigt, dass der Sherkati-Clan aus dem Untergang seiner Bank gelernt hat. Eine Bank hat ein deutlich sichtbares Profil und erregt Aufmerksamkeit. Dazu muss sie immer strengeren Compliance-Vorshriften (KYC, Geldwäsche, Beachtung von Sanktionen) genügen.

Das ist bei einer Anstalt viel lockerer.

Das sagen sich sicherlich die übrigen Liechtensteiner Banken, die ja sicherlich Kunden und Vermögen der Alpinum Bank übernommen haben. Und weiterhin dafür benützt werden, als Clearingstelle und Drehscheibe für die weiterhin florierenden Geschäfte der iranischen Familie zu dienen.

Allerdings steigt inzwischen das Risiko überproportional, dass das nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch das Missfallen der USA erregt.

Aber wie die 800 Zombie-Trusts mit russischen Besitzern zeigen: erst in höchster Not geben fürstliche Treuhänder ertragreiche Geschäfte auf. Nur ganz starker Druck der FMA überwältigt ihre Geldgier.

Das dürfte beim Iran ähnlich sein …

13. April 2026/20 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-12-um-19.30.36.png 767 1293 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-04-13 07:02:302026-04-12 19:32:54Der Iran und das Ländle

Iranische Geldflüsse ins Ländle?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Treuhänder

Auch der neue iranische Führer Mojtaba Khamenei hat Kontakte in Liechtenstein.

Im Iran wird ein geistlicher oder militärischer Führer nach dem anderen liquidiert. Nach dem frühen Tod des obersten Ayatollahs Khamenei hat nun dessen Sohn Mojtaba seine Position übernommen. Und damit auch die Herrschaft über ein weltverzweigtes Imperium von Geldanlagen.

Der Iran Human Rights Monitor schreibt:

«Neben seiner Rolle im Sicherheitsbereich und in der Politik ist ein weitverzweigtes Finanznetzwerk, das sich Berichten zufolge in den letzten zwei Jahrzehnten innerhalb und außerhalb Irans entwickelt hat, eine der wichtigsten Dimensionen der Macht Mujtaba Khameneis. Dieses Netzwerk umfasst internationale Investitionen, Luxusimmobilien und Bankvermögen.»

Insgesamt gehen Schätzungen von einem Gesamtwert von mindestens 3 Milliarden US-Dollar aus. In erster Linie soll es sich dabei um diverse Luxusimmobilien in London, Hotels in Frankfurt a.M., das Schloss Hotel bei Kitzbühel, Liegenschaften auf Mallorca, in Dubai und in Toronto handeln, unter anderem.

Natürlich müssen dieses Vermögen und vor allem auch die Geldflüsse über Bankverbindungen gemanagt werden. Dazu dienen wie immer in solchen Fällen Mantelgesellschaften, bei denen mit komplexen Strukturen der eigentliche Beneficial Owner, also der wirklich Begünstigte und Inhaber, versteckt wird.

Dort arbeiten Intermediäre als weitere Schutzschicht, zum Beispiel der iranische Geschäftsmann Ali Anasari, der aber jede Beziehung zu Khamenei abstreitet. Beide tauchen in diversen Sanktionslisten auf.

Natürlich dienen diese Strukturen auch dazu, Einkünfte aus Ölexporten in die internationalen Finanzmärkte einzuspeisen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Finanzkonstrukten und Bankkonten in verschiedenen Ländern.

Dazu gehören Grossbritannien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Schweiz – und Liechtenstein.

Logisch. Denn wo es Extraprofite gibt, da ist Liechtenstein dabei. Steuerhinterziehung, Blutgelder, Diktatorengelder, Oligarchengelder, Geldwäsche, Schiebereien, Verstecke bauen, Überweisungen so ausführen, dass Absender und Empfänger verschleiert werden – keine Dienstleistung, die nicht angeboten wird.

Besonders, wenn es eben nicht um Kleckerbeträge, sondern um Dutzende, Hunderte von Millionen geht. Und via die ehemalige Bank Alpinum wurden jahrelang Geldgeschäfte mit dem Iran abgewickelt.

Inzwischen ist das alles natürlich ziemlich heikel geworden. Bloss: seit der Digitalisierung ist es fast unmöglich, alle Spuren auch in der Vergangenheit zu verwischen. Irgendwo in den Weiten des Internets gibt es immer eine Kopie, eine SWIFT-Angabe, ein Clearing, eine verdächtige Bewegung, die mit Suchmaschinen wie denjenigen, die Palantir baut, beim Durchforsten von Big Data gnadenlos gefunden werden.

Ausserdem ist zu vermuten, wenn man die Geldgier von liechtensteinischen Treuhändern, Vermögensverwaltern und Intermediären kennt, dass bis vor Ausbruch des Irankriegs noch kräftig Geld herumgeschoben wurde.

Inzwischen sind in allen Ländle-Banken Krisenstäbe dabei, schwitzend die Archive zu durchforschen, welche verräterischen Spuren es da geben könnte, und ob es möglich ist, die vollständig wegzukriegen. Da werden Harddisks mit dem Hammer bearbeitet, Server zu Kleinholz gehämmert, ganze Papierberge geshreddert.

Und dann gibt es ja immer noch den früher mal ruppig entlassenen Mitarbeiter, der schlau genug war, ein wenig Material mitgehen zu lassen, für den Fall der Fälle in der Zukunft, dass er das mal gewinnbringend einsetzen kann.

Obwohl die Temperaturen nur langsam steigen, wird im Fürstentum an vielen Orten kräftig geschwitzt.

20. März 2026/51 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-18-um-16.13.01.png 842 1323 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-03-20 05:00:082026-03-18 16:18:21Iranische Geldflüsse ins Ländle?

Kriminell und schwerkriminell

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Untreuhänder

Das ist der wesentliche Unterschied im Liechtensteiner Treuhandsumpf.

Es mag Treuhänder im Ländle geben, die aufrecht, anständig und seriös ihrem Namen gerecht werden. Nämlich dass man ihnen etwas zu treuen Händen anvertrauen kann. Wer einen kennt, soll sich bitte melden …

Für die übrigen gilt: es gibt den normal kriminellen Untreuhänder. Der nimmt seine Mandanten aus wie eine Weihnachtsgans. Indem er absurd überhöhte Honorarrechnungen stellt. Indem die «Verwaltung» eines Vermögens, die Steuererklärung, die er in zehn Minuten erledigen kann, die Überwachung, die Anlagestrategie usw. unzählige Arbeitsstunden verursacht.

Die stellt ein Treuhänder ungern für weniger als 600 Franken in Rechnung; beschäftigt er eine Sekretärin, schlägt die mit 350 Franken zu Buch. Dann müssen natürlich gelegentlich andere Fachkräfte hinzugezogen werden. Berater, Anwälte, Vermittler, und was ihm sonst noch so einfällt. Auch die produzieren viele Stunden Schwerstarbeit.

In Wirklichkeit reichen sie eine fiktive Honorarnote ein, und der Treuhänder und sie teilen sich die Beute brüderlich auf. Natürlich kassiert der Untreuhänder bei jedem Bankgeschäft mit. Eigentlich sollte er Retrozessionen und Kick-backs und Kommissionen an seinen Mandanten weitergeben. Aber was der nicht weiss, macht den nicht heiss.

Dann gibt es noch den Katalog der üblichen Massnahmen, wenn der Begünstigte oder der Stifter muff werden. Dann müssen sie als störendes Element aus der Stiftung entfernt werden. Unter gütiger Mithilfe der fürstliche Justiz gelingt das problemlos. Wehrt sich der Entrechtete und Beraubte etwa noch, wird er von cleveren Anwälten auf Kosten der Stiftung und auch unter gütiger Mithilfe der Fürstenjustiz zur Schnecke gemacht.

Das alles ist das Business as usual im Ländle. Das Tagesgeschäft, nichts Aussergewöhnliches.

Dann gibt es aber noch die schwerkriminellen Treuhänder. Die fahren einen noch schärferen Reifen, weil ihnen diese Formen der Bereicherung nicht genügen oder weil sie einfach – nicht zu selten im Zusammenhang mit verbotenen Substanzen – einen Extra-Kick im Leben brauchen.

Der besteht darin, dass sie Beihilfe leisten, schmutzige, kriminelle, entwendete, aus Kriegsgebieten stammende, von Warlords, Oligarchen, Mafiosi und anderem Gesindel zusammengeraffte Gelder zu verstecken und zu verwalten.

Wer skrupellos genug ist, lieber nicht nach der Herkunft ihm angebotener Gelder zu fragen, hat meistens Routine darin, ein wasserdichtes Konstrukt zu entwickeln, in dem diese Gelder jedem rechtlichen Zugriff entzogen sind. Das geschieht über verschachtelte Holdingstrukturen mit Ablegern auf vielen kleinen Inseln der Welt.

Das kann man sich vorstellen wie die Verschleierung des Absenders einer Mail. Mit VPN und anderen Methoden endet der Versuch, den Absender aufzuspüren, in einer Schnitzeljagd quer über den Planeten. Ganz ähnlich ist es bei dieser Holding-Konstruktion.

Der Weg zum beneficial owner und zu dessen Identifikation ist so verschlungen, weit und mit dermassen vielen Hindernissen gespickt, dass selbst mächtige Strafverfolgungsbehörden mal aufgeben. Ganz zu schweigen von den schwachen Kräften in Ländern der Dritten Welt, wo solche Nachforschungen schlichtweg unmöglich sind.

Hier hat der Gangster, der sein Geld verstecken will, kein Problem damit, dass ihm 10 Prozent davon abgeknipst werden. Schliesslich gibt es heutzutage in der Liga Liechtenstein nicht mehr allzu viele Anbieter solch schmutziger Geschäfte.

Das einzige Risiko für den Treuhänder besteht in seiner eigenen Geldgier. Denn schliesslich hat er eine dermassen grosse Distanz zwischen dem Vermögen und dem beneficial owner geschaffen, dass der Untreuhänder locker die letzten Fäden durchtrennen könnte und den Betrüger zum Betrogenen werden lässt.

Schliesslich weiss nur der Untreuhänder, wie er problemlos an die Sore herankommt. Allerdings: der betrogene Betrüger sieht das gar nicht gerne. Und seine Antwort auf ein solches Vorgehen ist alles andere als zivilisiert, wenn er noch genügend Rücklagen hat, um zwei finstere Gesellen loszuschicken, die einen Schuss ins Knie für ein sehr überzeugendes Argument halten.

15. Februar 2026/26 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-15-um-20.09.46.png 600 892 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-02-15 07:07:182026-02-15 20:14:00Kriminell und schwerkriminell

Bereichern ist das Zauberwort

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Stiftungen, Untreuhänder

Für den Treuhänder ist das der Sinn und Zweck einer Stiftung oder eines Trusts.

Immer seltener ist es so, dass ein vermögender Mensch auf die Idee kommt, seine Guthaben und Güter in einer Stiftung in Liechtenstein aufzubewahren.

Aber es kommt doch noch vor. Denn obwohl die weisse Weste Liechtensteins ungefähr so bekleckert ist wie die weisse Weste des ehemaligen CS-VR-Präsidenten Rohner, gelingt es dem Fürstentum immer noch, Reputationsmanagment zu betreiben.

Obwohl es sich mehr und mehr herumspricht, dass es sich bei Übergriffen in die Geldtöpfe anderer Leute nicht um eine Reihe von Einzelfällen handelt, sondern um ein systemisches Problem.

Dabei gibt es die Extremlösung, dass der gesamte Inhalt einer Stiftung entwendet wird. Durch das berüchtigte Dekantieren zum Beispiel. Der Inhalt wird einfach in eine andere Stiftung umgegossen, auf die nur der Treuhänder Zugriff hat. Als Stiftungsrat ist er zu solchen Manövern berechtigt.

Im Notfall schützt ihn die Fürstenjustiz vor den zürnenden Entrechteten und Bestohlenen.

Werden die zu aufmüpfig oder nerven schlichtweg, werden sie als nächsten Schuss vor den Bug aus dem Stiftungsrat gekübelt. Reicht ihnen das immer noch nicht, wird ihnen die Begünstigungen entzogen. Es gibt keine Informationen, keine Kontrolle und kein Geld mehr. Und keinen Rechtstitel, sie können nicht einmal mehr klagen.

Aber schon vorher bereichern sich die Treuhänder auf jede erdenkliche Art. Da wäre einmal die Honorarnote für die Verwaltung der Stiftung. Die kann ungeahnt aufwendig werden, und ein Liechtensteiner Treuhänder verrechnet ungern weniger als 600 Franken die Stunde, für sein Personal nicht weniger als 350 Franken. Und das läppert sich. Das kann locker bis zu 100’000 Franken erreichen. Im Monat, versteht sich.

Eine weitere munter sprudelnde Geldquelle ist all das, was bei der Anlage der ihm anvertrauten Vermögenswerte abgezockt werden kann. Da wären einmal die Retrozessionen, Kick-backs und Kommissionen. Die müsste der Treuhänder eigentlich offenlegen und an den beneficial owner auszahlen. Müsste.

Aber noch im Vorfeld dieser Nebeneinnahmen ist die eigentliche Anlage. Da machen sich viele Stifter und Begünstigte die Illusion, dass der so bieder und seriös wirkende Liechtensteiner Treuhänder zusammen mit einem nicht minder seriösen Vermögensverwalter einer fürstlichen Bank doch sicherlich umsichtig und konservativ das Vermögen anlegen werden.

Auch da täuscht sich das blauäugige Opfer. Immer wieder kommt es vor, dass ganze Vermögen in windige Anlagen gesteckt werden, in Kartenhäuser, in Schneeballsysteme, die früher oder später implodieren. Aber zuvor haben sich alle Beteiligten die Beute geteilt. Dafür, dass er Frischgeld bringt, bekommt der Treuhänder und der Vermögensverwalter eine dicke Scheibe davon abgeschnitten.

Dem betrogenen Mandanten jammert er dann routiniert vor, dass er ja nur das Beste gewollt habe, das sei eigentlich eine seriöse und sichere Anlage gewesen, aber wer wisse denn so etwas im Voraus. Man denke nur an den gefallenen Wunderwuzzi René Benko, dem hätten doch auch kompetente Menschen Multimillionen anvertraut.

Das könne leider immer wieder passieren, und keiner ahnt zuvor etwas. Und überhaupt, selbstverständlich ist jede Haftung für Verluste ausgeschlossen, wo kämen wir denn da hin.

Meckert der abgezockte ehemalige Besitzer eines ansehnlichen Vermögens immer noch, wird er auf den Rechtsweg verwiesen. Allerdings mit der freundlichen Bemerkung, dass er da nur noch mehr Geld sinnlos zum Fenster rausschmeissen werde. Und erst noch über viele Jahre hinweg.

Denn die fürstliche Justiz schützt nicht nur ihre Spiessgesellen, sie ist berüchtigt dafür, dass auch eigentlich einfache Prozesse Jahre dauern können. In jeder Instanz. Und ist der Instanzenzug ausgereizt, geht es wieder die Leiter runter, um nochmals bestiegen zu werden.

Und sollte doch tatsächlich mal ein Gericht befinden, ein entrechteter Begünstigter sei dennoch berechtigt, Informationen aus seiner Stiftung zu bekommen, dann sagen die Untreuhänder eiskalt: nein, ist er nicht. Denn er könnte ja mit diesen Informationen der Stiftung schaden. Also dem Treuhänder selbst, weil dessen unredliches Tun ans Tageslicht käme.

Und das darf in Liechtenstein niemals geschehen.

4. Februar 2026/29 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-03-um-17.48.24.png 470 698 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-02-04 07:11:202026-02-03 17:54:11Bereichern ist das Zauberwort

Das Schicksal von Geldbunkern

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstenjustiz, Fürstentum Liechtenstein, Stiftungen

Ist das gleiche wie das von Geldwaschmaschinen.

Es ist ganz einfach. Aus illegalen Geschäften gewonnene Profite wollen sicher deponiert, weissgewaschen und angelegt werden.

Völlig egal, ob es sich um Korruptionsgelder, Profite aus Menschen- und Waffenhandel, aus Drogengeschäften, dem Handel mit Blutdiamanten, aus Entführung und Erpressung oder aus der Ausbeutung der eigenen Bevölkerung handelt.

Das weltweite BIP betrug 2024 rund 111 Billionen US-Dollar. Davon werden schätzungsweise aus rein kriminellen Aktionen und Schwarzmärkten ca. 1,5 bis 5 Prozent gewonnen.

Nehmen wir den Mittelwert von 3 Prozent, sind das 3,33 Billionen Dollar. Oder 3’330 Milliarden. Im Vergleich dazu: das BIP der Schweiz betrug 2025 schätzungsweise 1000 Milliarden. Liechtenstein; rund 9,4 Milliarden.

Nimmt man noch die Schattenwirtschaft zu nicht offiziell abgeschöpften und versteuerten Geldern hinzu, sind wir bereits bei einem Anteil von rund 10 Prozent am weltweiten Bruttoinlandprodukt.

Das sind dann gigantische 11,1 Billionen, die jedes Jahr verstaut, gewaschen und angelegt werden wollen.

Die grössten für Geldwäsche geeigneten Finanzzentren sind New York City, London, Singapur und neuerdings auch Dubai. Die sichersten Plätze für Shell Companies, also für Tarnkonstruktionen, um diese Gelder zu verwalten, sind Miami, Connecticut, Delaware und Texas.

Aber es braucht auch Dienstleister, die danach diskret Transaktionen abwickeln, am besten in einem Finanzplatz, wo nicht viele Fragen gestellt werden und der eine grosse Stabilität und Sicherheit bietet.

Wo zudem Muttergesellschaften, also Holdings ihr Domizil haben können, weil der Beneficial Owner hinter dem Verwalter und seinem Amtsgeheimnis verschwindet. Und wo die Justiz sich im Zweifelsfall immer auf die Seite dieser Verwalter schlägt.

Also in einem Wort: Liechtenstein.

Nun wirken diese Geldbunker auf den ersten Blick so stabil wie das Matterhorn und Fort Knox zusammen.

Der täuscht aber wie meist.

Selbst bei einem vergleichsweise Pipifax-Betrag wie bei den Geldbunkern des Pleitiers René Benko genügte äusserer Druck von einem Zwerg wie Österreich, damit sie zunächst einmal gesperrt wurden. Nicht mehr handlungsfähig sind, wie 800 Zombie-Trusts.

Das Gleiche passiert mit venezolanischen Korruptionsgeldern und steht iranischen illegalen Geldern bevor.

Denn die Zeiten, als sich die Liechtensteiner mit unschuldiger Miene und biederem Getue davonschleichen konnten, sind vorbei. Nur haben sie das vom Fürschten abwärts noch nicht so richtig gemerkt.

Am einfachsten ist der Geldbunker über die ihn verwaltende Bank zu knacken. Selbst wenn noch so viele Treuhänder und Holdings vorgeschaltet sind, für Transaktionen und Aufbewahrung braucht es ein Geldhaus.

Ist das Konstrukt erst mal enttarnt, braucht es nur noch eine scharfe Drohung gegen die Bank – Dollarclearing! – schon schmilzt das Matterhorn unter der Sonne, und Fort Knox öffnet seine Tore.

Und was passiert mit einem Finanzplatz, der Diskretion, Vertrauen und Seriosität verloren hat, seine Fähigkeit, Geld beliebiger Herkunft sicher und unantastbar aufzubewahren und für happige Kosten zu verwalten?

Genau, er verwandelt sich in eine Ruine. Denn welcher Besitzer von illegalen Geldern will schon befürchten müssen, dass sein im Schweisse des Angesichts zusammengeraubtes Geld auch ihm geraubt wird?

Da sind nun die Liechtensteiner Treuhänder und Untreuhänder zwischen Hammer und Amboss. Geben sie die Gelder preis und machen sich mit qualmenden Socken vom Acker wie bei den Zombie-Trusts, dann sind die Besitzer sauer. Und da gibt es viele, bei denen man unter allen Umständen vermeiden sollte, dass die auf einen sauer werden.

Tut das der Treuhänder nicht, läuft er Gefahr, dass die USA oder die EU auf ihn sauer werden und ihn auf ihre berüchtigten Sanktionslisten setzen. Das ist zumindest der soziale Tod. Bankkonten gesperrt, keine Geschäfte mehr, das Ansehen eines Parias, der eine ansteckende Krankheit hat.

Auch die Fürstenbanken LGT oder LLB sind vor dem Schicksal nicht gefeit, dass ihnen das Dollarclearing entzogen wird. Also die Möglichkeit, in der wichtigsten Währung der Welt geschäften zu dürfen. Damit würden sie ebenfalls zu gemiedenen Parias mit Ansteckungsgefahr.

Düster. Düster die Zukunft des Finanzplatzes Liechtenstein.

16. Januar 2026/64 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-14-um-19.53.27.png 911 1484 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2026-01-16 07:09:282026-01-15 17:32:44Das Schicksal von Geldbunkern

Keine Geldsorgen im Fürstentum

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Stiftungen, Treuhänder, Untreuhänder

Hier ist ihr Geld sicher. Im Prinzip.

Es gibt reiche Menschen, die aus durchaus ehrenwerten Gründen eine Finanzkonstruktion in Liechtenstein wählen, um ihr Geld sicher unterzubringen.

Hier ist man in derWahl des Stiftungszwecks oder der Verwendung des Gelds eines Trusts weitgehend frei. Dass obligatorisch ein Liechtensteiner Treuhänder im allmächtigen Stiftungsrat Einsitz nimmt, nun, wieso nicht.

Auch kompliziertere Konstrukte in Form von Holdings oder Dachgesellschaften, die Vermögenswerte in verschiedenen Jurisdiktionen und Steuerumgebungen koordinieren, kein Problem für einen Liechtensteiner Treuhänder. Akkurate Buchführung, kompetente Anlage, überschaubare Kosten. Dazu die Seriosität von rechtschaffenen Männern und Frauen, die noch wissen, was Berufsehre ist und was sie ihrer Bezeichnung schuldig sind.

Eben Gelder zu treuen Händen entgegennehmen und treulich sorgsam damit umgehen.

Soll’s noch geben im Ländle. Angeblich. Man müsste mal mit der Lupe nachschauen.

Denn in Wirklichkeit schwappen ganze Wellen von Skandalen über den Finanzplatz Liechtenstein, schädigen sein Ansehen dermassen massiv, während Fürst und Regierung zuschauen, dass man sich fragt, wie lange das Treuhänder und Banken noch überleben werden.

Die fragen sich selbst das auch.

Zu ihrem Glück gibt es aber auch reiche Menschen, die aus absolut nicht ehrenwerten Gründen eine Finanzkonstruktion in Liechtenstein wählen, um ihr Geld sicher unterzubringen.

Denn sie haben es nicht auf ehrliche Weise erarbeitet oder erhalten. Sondern ihr Anliegen ist es, Raubgeld, kriminelles Geld, sanktioniertes Geld, Erträge aus Menschenhandel, aus dem Verkauf von Blutdiamanten, aus der Ausbeutung der Bevölkerung, aus Schutzgelderpressung oder Drogenhandel, zu verstauen.

Und zwar so, dass man ihnen natürlich nicht so schnell auf die Schliche kommt.

Es soll Treuhänder im Ländle geben, die solche Angebote zurückweisen. Angeblich. Man müsste mal mit der Lupe nachschauen.

Alle anderen sind gerne bereits, Hilfsdienste dabei zu leisten, solche Gelder einerseits sicher zu verstauen, andererseits vor staatlichen Behörden oder Untersuchungsorganen zu verstecken.

Dabei gibt es ein paar ganz banale Hilfskonstruktionen. Zunächst einmal der Schutz durch das Treuhand- und Anwaltsgeheimnis. Der Treuhänder versichert seiner Liechtensteiner Bank, dass ihm der beneficial owner einer Transaktion bekannt sei und er sich für ihn verbürge. Deshalb stelle er ihm auch ein Anderkonto zur Verfügung.

Kinderleicht, und dafür ist schon mal eine hübsche Gebühr fällig.

Ein zweiter einfacher Trick ist noch simpler. Wieso denn Geld auf eine Liechtensteiner Bank transferieren? Mit treuem Augenaufschlag erscheint der Liechtensteiner Treuhänder bei der Bank seines Vertrauens. Beispielsweise LGT oder LLB. Dort präsentiert er eine Bankbestätigung eines Geldinstituts auf einer kleinen Insel in den Weiten der Meere.

Er habe sich persönlich davon überzeugt, dass diese Bestätigung, dass sein Mandant in der angenehmen Position sei, über Einlagen in der Höhe von 80 Millionen US-$ zu verfügen, der Wahrheit entspreche.

Und aus geschäftlichen Gründen hätte sein Mandat gegen diese Summe als Sicherheit einen Kredit in der Höhe von 40 Millionen $. Natürlich zum üblichen Zinssatz für solche Fälle.

Gerne noch knapp einstellig, aber auch zweistellig sei kein Problem. Ach, und dann sei dann noch ein Kick-back für den Treuhänder fällig nicht wahr.

Der gleiche Trick geht nicht nur mit Bankgarantien, sondern auch mit Grundbuchauszügen und der Wertbestätigung eines Grundstücks mit Meeranstoss und einer hübschen Villa drauf.

Oder gegen die Bestätigung von der Existenz von Goldbarren, Geschmeide oder der Wertschätzung einer renommierten Galerie eines Kunstwerks. Denn schliesslich ist die Beleihung jeweils unter 50 Prozent des Wertes, also absolut sicher.

Stellt sich dann heraus, dass der Mandat des Liechtensteiner Treuhänders ein international gesuchter Verbrecher ist: Himmels willen, wenn er das geahnt hätte.

Und ob es seiner Kenntnis nach versteckte Vermögenswerte gäbe? Da produziert der Treuhänder seinen unschuldigsten Augenaufschlag, legt die Hand aufs Herz und sagt tapfer: nicht, dass ich wüsste …

12. Dezember 2025/53 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-08-um-16.28.12.png 1034 1572 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-12-12 06:56:442025-12-08 16:32:24Keine Geldsorgen im Fürstentum

Ukraine, Korruption, Liechtenstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Stiftungen

Wohin bringt ein korrupter Ukrainer wohl sein geraubtes Geld?

In der Ukraine ist der nächste Korruptionsskandal explodiert. Präsident Selenskyj ist es nicht gelungen, diese Bombe noch rechtzeitig zu entschärfen.

Dafür wollte er die Antikorruptionsbehörde gefügig und handzahm machen und dafür sorgen, dass sie auch diesmal die Untersuchungen gegen korrupte Mitarbeiter von ihm einstellen möge. Nach grossen Protestgeschrei der ausländischen Geldgeber musste er einen entsprechenden Gesetzesentwurf zurückziehen.

Das führte dazu, dass das National Anti‑Corruption Bureau of Ukraine (NABU) und das Specialized Anti‑Corruption Prosecutor’s Office (SAPO) nach 15-monatigen Ermittlungen (Operation Midas) zuschlug.

Beim staatlichen Energieunternehmen Energoatom sollen insgesamt rund 100 Millionen Dollar abgezweigt worden sein. Mit der primitivsten Methode: Auftragnehmer mussten ein Kick-back von 15 Prozent zahlen, sonst wurden ihre Dienstleistungen nicht honoriert.

Als zentraler Beschuldigter gilt Tymur Mindich, ein früherer Geschäftspartner des Präsidenten Volodymyr Selenskyj. Er soll die Zahlungsflüsse über Scheinfirmen organisiert haben und konnte, natürlich gewarnt, noch rechtzeitig vor seiner Verhaftung ins Ausland fliehen.

Der Energie- und der Justizminister mussten zurücktreten. Und der Präsident wusste einmal mehr von nichts und fordert harte Bestrafung, dieser Heuchler.  Kein Wunder, dass die Ukraine beim Korruptionsindex von Transparency International auf Rang 105 von 180 Ländern steht – letzter Platz in Europa.

Aber das sind die Probleme der Ukraine.

Die Probleme von Liechtenstein hingegen sind die üblichen. Denn natürlich haben nicht nur russische Oligarchen entdeckt, dass man im Fürstentum nach wie vor recht problemlos Gelder deponieren und verstecken kann.

Dabei hilft schon mal die spezielle Gesetzgebung für Trusts und Stiftungen. Es ist nicht einmal bekannt, wie viele Trusts es im Ländle gibt. Das sind Finanzgefässe, ähnlich wie Stiftungen, die zwar im Handelsregister eingetragen sein müssen.

Aber die inhaltlichen Daten (Begünstigte, Herkunft der Vermögen, „Bezug zur Ukraine“ usw.) sind nicht öffentlich einsehbar. Praktisch. Vermutungen gehen davon aus, dass es über 20’000 Trusts im kleinen Ländle geben soll.

Auch bei den nach dem Steuerstreit verbliebenen paar tausend Stiftungen ist es bis heute möglich, den beneficial owner hinter dem Anwaltsgeheimnis, Holdingstrukturen und Ausflügen auf kleine Inseln zu verschleiern.

Allerdings haben bei rund 800 dieser Finanzvehikel die Liechtensteiner Treuhänder das Kontrollorgan Stiftungsrat blitzartig verlassen. Daher stehen die nun als Zombie-Trusts blöd herum; ihre legitimen Besitzer kommen nicht mehr an ihr Geld, der Rechtsweg in Liechtenstein führt nicht nur in diesen Fällen ins Nirwana.

Das sind aber alles Trusts mit Bezug zu Russland oder zu russischen Besitzern. Die eben teilweise auf der Sanktionsliste der US-Behörde Ofac stehen, auf die kein Liechtensteiner Treuhänder kommen will. Dass es dabei auch völlig unschuldige russische Besitzer traf, die nicht sanktioniert sind: nun, Pech gehabt, Kollateralschaden.

Es gibt keinerlei Sanktionen gegen ukrainische Oligarchen, obwohl die an Korruptheit und beim illegalen Erwerb von Vermögenswerten ihren russischen Kollegen in nichts nachstehen.

Bislang hat das die EU, haben das die USA freundlich übersehen, man will ja dem Bundesgenossen Ukraine nicht schaden.

Auf der anderen Seite werden natürlich auch die Geldgeber zunehmend sauer, wenn sie immer wieder erfahren müssen, dass happige Teile ihrer Zahlungen zweckentfremdet werden und in den Taschen korrupter ukrainischer Oligarchen landen.

Wobei diese Taschen nicht allzu selten in Liechtenstein stehen.

Im Verlauf der Aufarbeitung dieser neusten Korruptionsaffäre werden sicherlich die Geldflüsse nachgezeichnet, also wohin die illegalen Kick-backs verschwunden sind.

Dabei wird dann nicht allzu selten der Name Liechtenstein, der Name LGT, der Name LLB auftauchen.

Es wäre also höchste Zeit, präventiv etwas zu unternehmen.

Aber es gilt auch hier: ich bin Liechtensteiner, mit kann keiner.

Das wird sich ein weiteres Mal als Irrtum erweisen.

18. November 2025/33 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-15-um-14.39.14.png 1164 1864 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-11-18 07:10:042025-11-15 14:42:29Ukraine, Korruption, Liechtenstein

Dunkelstein

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürst von Liechtenstein, Stiftungen, Untreuhänder

Darin verwandelt sich Liechtenstein, wenn es um Stiftungen und Trusts geht.

Die NZZ meldet: «Gemäss dem Vorschlag des Bundesrats müssten künftig rund 500 000 Aktiengesellschaften, GmbH, Genossenschaften und Stiftungen sowie auch gewisse Vereine ihre «wahren» Eigentümer in das geplante Transparenzregister eintragen.»

Dahinter steht das Problem, dass solche Konstrukte aus ehrenwerten – und auch aus nicht ehrenwerten – Gründen dazu dienen, den sogenannten Beneficial Owner, also denjenigen, der letztlich Besitzer und Nutzniesser ist, zu verstecken.

Vorgeschaltet werden Anwälte, Treuhänder und Notare, die als Fassade diese Finanzgesellschaften gegen aussen vertreten und weitere Nachfragen mit Hinweis auf das Anwaltsgeheimnis abblocken.

Die Schweiz will nun etwas dagegen unternehmen, denn selbstverständlich sind das auch Tarnkonstruktionen für Geldwäscherei, für das Verstauen krimineller Gelder aus Drogen- und Menschenhandel, Erlöse aus dem Geschäft mit Blutdiamanten oder Zufluchtsort für Diktatorengelder.

Sei dem Automatischen Informationsaustausch (AIA), dem auch Liechtenstein beigetreten ist, ist das Modell Stiftung als Schwarzgeldbunker explodiert. Genauer: es ist einfach komplizierter und teurer geworden, den Fiskus zu betrügen. Mit weniger als einer Million, besser zehn, lohnt es sich nicht mehr.

Wie steht es aber mit der Transparenz im Ländle? Wie einfach ist es, den Beneficial Owner einer Stiftung oder eines Trusts zu eruieren? Gibt es ein öffentliches Register, herrscht Transparenz?

Die Antwort ist überraschungsfrei nein.

Es gibt zwar ein «Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen». Aber das ist eine typische Nebelgranate aus fürstlichem Hause.

Den Beneficial Owner (wirtschaftlich Berechtigten) einer Liechtensteiner Stiftung zu ermitteln, kann komplex sein. Eine höfliche Formulierung für: eigentlich unmöglich.

  • Das Wirtschaftliche Eigentümer Register (WEREG) wurde 2021 in Umsetzung der 5. EU-Geldwäscherichtlinie eingeführt.

  • Es enthält Informationen über natürliche Personen, die letztlich Eigentümer oder Kontrolleure juristischer Personen (inkl. Stiftungen und Trusts) sind.

  • Zugänglich ist das Register in der Regel nur für:

    • Behörden (z. B. Strafverfolgung, FIU)

    • Verpflichtete nach dem Sorgfaltspflichtgesetz (z. B. Banken, Anwälte)

    • In bestimmten Fällen: Personen mit „berechtigtem Interesse“ (z. B. bei Korruptionsverdacht)

Also ausgerechnet die Behörden, Institutionen und Anwälte, die gerne alles dafür tun, dass im Verborgenen bleibt, was verheimlicht werden soll, haben Zugang. Der Interessent von aussen natürlich nicht.

Privatpersonen, dazu gehören auch Journalisten, müssen ein «berechtigtes Interesse» nachweisen, wollen sie Einblick. Dazu müssen sie über einen liechtensteinischen Anwalt einen Antrag ans Amt für Justiz stellen. Oder auf Deutsch: vergiss es.

Nur ein Bruchteil aller Stiftungen sind im Handelsregister eingetragen, bei allen anderen herrscht sowieso Dunkelkammer.

Es bleibt eigentlich nur, allfällige Querverbindungen Liechtensteiner Treuhänder zu recherchieren. Oder die Datenbanken von Leaks wie Pandora Papers etc. zu durchforsten, ob man dort irgendwelche Hinweise findet.

Natürlich macht Liechtenstein, im Gegensatz zur Schweiz, nicht die geringsten Anstalten, das zu ändern. Denn damit würde ja die Geschäftsgrundlage der Untreuhänder kaputt gemacht.

Blöd nur, wenn durchsickert, dass ganze 475 Trusts von ihren Treuhändern nicht mehr zu treuen Händen verwaltet werden. Sondern diese Zierden ihres Berufs fluchtartig das Weite suchen, weil sie Schiss haben. Denn einige ihrer ehrenwerten Kollegen stehen bereits auf der Sanktionsliste der US-Behörde OFAC. Verdacht auf Beteiligung am Verstecken sanktionierter Russengelder.

Wie viele Trusts es insgesamt im Ländle gibt, ist ebenfalls fürstliches Geheimnis. Es dürfte sich um ungefähr 1600 handeln. Also mehr als ein Viertel beherbergen vermutlich fragwürdige Gelder.

Nicht schlecht für eine Dunkelkammer, deren Landtagspräsident Manfred Kaufmann ohne rot zu werden sagt:

«Dieses System hat sich über Jahrzehnte hinweg bewährt und trägt wesentlich zur Stabilität und zum Vertrauen in unsere Institutionen bei.»

17. Juni 2025/37 Kommentare/von Treuhänder
https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-15-um-10.33.06.png 828 1668 Treuhänder https://untreuhaender.li/wp-content/uploads/2024/06/logoo.png Treuhänder2025-06-17 06:34:072025-06-15 10:42:20Dunkelstein

Tarnen als Einkommensquelle

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Skandale, Stiftungen, Treuhänder

Liechtenstein ist eigentlich ein riesiges Tarnnetz.

Natürlich nehmen wir den hart arbeitenden Teil der Liechtensteiner Bevölkerung ausdrücklich aus. Selbst wer bei Hilti arbeitet, kann ja nichts für die dunkelbraune Vergangenheit des überzeugten Nazis und Gründers Martin Hilti. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Hier geht es um die «Arbeit» einiger weniger. Nämlich in erster Linie der paar Dutzend Treuhänder im Ländle. Unterstützt werden sie von ausgekochten Anwälten und natürlich der fürstlichen Justiz.

Denn neben durchaus ehrenwerten Tätigkeiten widmen sich einige Treuhänder neben anderen kriminellen Aktivitäten dem Aufspannen von Tarnnetzen.

Die Aufgabenstellung ist einfach. Es gibt einen vermögenden Menschen, der zu Recht befürchtet, dass sein eigener Staat oder ein fremder Anspruch auf sein Geld erheben könnte. Ob zu recht oder zu unrecht, sei dahingestellt. Aber heutzutage kann es schnell passieren, dass nur schon aufgrund eines internationalen Rechtshilfeersuchens Vermögenswerte zunächst einmal eingefroren, unter Arrest gestellt, beschlagnahmt werden.

Ob und wann sie wieder für den ursprünglichen Besitzer zugänglich werden, steht in den Sternen. Alleine in der Schweiz sind kontinuierlich Milliardenwerte beschlagnahmt. Teilweise schon seit vielen Jahren.

Das möchte der reiche Mensch, nennen wir ihn Igor, gerne vermeiden. Das kann ihm nur dann gelingen, wenn er genügend Distanz zwischen sich und seinem Vermögen legt.

Dazu schrieb die Süddeutsche Zeitung schon 2023: «In annähernd jedem Liechtensteiner Schwarzgeld- und Geldwäscheskandal der Vergangenheit waren Treuhänder verwickelt. Und seit Monaten wird ein Fall nach dem anderen bekannt, wo Treuhänder aus dem Fürstentum russischen Oligarchen und mutmaßlich sogar Wladimir Putin persönlich dabei halfen, ausländische Vermögenswerte zu tarnen.»

Hierbei handelt es sich – nebenbei gesagt – um Milliardenwerte. Und da gilt im Kapitalismus und in der Finanzwelt ein einfaches Prinzip: umso grösser der Betrag, desto mehr fällt an Kommissionen, Kick-backs, Verwaltungsgebühren und Fees ab.

Hier gibt es nun aber ein kitzliges Problem für alle Beteiligten. Einerseits möchte Igor unter allen Umständen vermeiden, als der Beneficial Owner seines Vermögens aufzutauchen. Auf der anderen Seite möchte Igor natürlich gerne die Kontrolle über sein Geld behalten.

Es gibt auf der Welt diverse kleine Inseln im Meer, die solche Dienstleistungen der Tarnung anbieten. Es gibt auch Panama und Singapur. Am sichersten fährt, wer sein Geld in den USA versteckt. Delaware, Texas, Nevada, Florida: no questions asked, kein Problem.

Und dann gibt es Liechtenstein. Das Ländle arbeitet mit der Eigenwerbung, dass hier das Geld halt sicherer, geschützter und vertrauenswürdiger getarnt werde als anderswo. Der Treuhänder macht sich dafür nicht allzu viel Arbeit. Er hebt eine Stiftung aus der Taufe. Setzt sich selbst als Stiftungsrat ein und nimmt noch ein oder zwei Kollegen an Bord. Als Begünstigten setzt er einen dritten Treuhänder ein, der aus dieser Stiftung Geld bezieht und das in eine weitere giesst. Die wiederum hat einen Treuhänder als Stiftungsrat und eine Person des Vertrauens von Igor. Diese Person ist Begünstigter und bedient sich nun am Stiftungsvermögen.

Das schiebt sie nun zu Igor, füllt dessen Kreditkarten auf, erledigt seinen Zahlungsverkehr, schaut einfach, dass es Igor nie an Kaviar und Wodka mangelt.

So könnten alle ruhig und zufrieden leben und Geld scheffeln. Nun gibt es aber zwei klitzekleine Probleme. Die USA sind immer massiver hinter den Igors her, sofern die ihr Vermögen in Russland gemacht haben. Und die an diesen Tarnkonstruktionen beteiligten Treuhänder fragen sich, ob ihr Risiko durch das normale Honorar eigentlich gedeckt sei. Oder ob es da nicht noch zusätzlich einen Griff in die Kasse bräuchte.

Und Igor sieht ein Problem, das er zuvor nicht so bedacht hat: er ist nun zwar weit genug von seinem Vermögen entfernt, dass man es nicht mehr mit ihm in Verbindung bringen kann. Aber er ist so weit entfernt, dass man ihm auch mit ein paar Handgriffen den Zugang verweigern kann.

Dann haben allerdings Liechtensteiner Treuhänder auch ein Problem. Denn gewisse Russen reagieren eher unwirsch, wenn man sie von ihrem Vermögen trennen möchte. Sehr unwirsch. Unwirsch wie Knieschuss oder Kopfschuss. Oder unauffälliger Verkehrsunfall, und bei einer Bergtour kann auch einiges passieren.

So begibt es sich, dass eben doch nicht alle friedlich leben und Geld scheffeln  können.

3. Dezember 2024/13 Kommentare/von Treuhänder
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