Zombie-Land Liechtenstein
Kein Problem findet eine Lösung im Trümmerhaufen Finanzplatz.
Jahrzehntelang wussten Liechtensteins Treuhänder ganz genau, wie man Vermögen in Stiftungen, Trusts und Anstalten versorgt. Nun wissen sie plötzlich nicht mehr weiter. Und die Aufsichtsbehörde FMA schaut beim organisierten Davonlaufen zu.
Man stelle sich vor, eine Bank würde bei Schwierigkeiten erklären: Leider ist der Verwaltungsrat verschwunden, einen neuen finden wir nicht, deshalb lassen wir den Laden einfach stehen.
In Liechtenstein nennt man das offenbar Finanzplatz.
Seit den Russland-Sanktionen geistern rund 800 Zombie-Strukturen durchs Fürstentum. Stiftungen, Trusts und andere Rechtsträger haben Vermögen und wirtschaftlich Berechtigte – aber kein handlungsfähiges Organ mehr.
Denn als es ungemütlich wurde, entdeckten Liechtensteins Treuhänder eine Kernkompetenz, mit der vorher niemand gerechnet hatte: den Rücktritt.
Jahrzehntelang funktionierte das Geschäftsmodell hervorragend. Geld kam nach Liechtenstein, der Treuhänder stellte Verwaltungs- und Stiftungsräte, kassierte Honorare und verlieh dem Gebilde jene lokale Seriosität, die das Gesetz verlangte.
Dann kamen Sanktionen gegen Russland.
Plötzlich wurde aus lukrativer Vermögensverwaltung ein Haftungs- und Reputationsrisiko. Also verliessen Treuhänder ihre Posten. Zurück blieb der Müll.
2025 war von bis zu 800 potenziell betroffenen Strukturen die Rede. Die Regierung identifizierte später 218 Rechtsträger mit Russlandbezug, darunter 71 «verwaiste».
Man könnte meinen, nun würde die Finanzmarktaufsicht FMA auf den Tisch hauen. Schliesslich beaufsichtigt sie einen Finanzplatz, dessen Geschäftsmodell wesentlich auf professionellen Intermediären beruht.
Stattdessen entwickelte sich ein absurdes Schauspiel.
Noch im Februar 2026 steckten laut Regierung rund 150 Rechtsträger fest, weil kein Liquidator bestellt werden konnte.
Das Fürstentum verfügt über Banken, Vermögensverwalter, Anwälte, Treuhänder, eine Treuhandkammer, eine FMA, Gerichte, ein Amt für Justiz und eine Regierung. Was es offenbar nicht besitzt, sind 150 Personen, die bereit sind, den Scherbenhaufen aufzuräumen.
Also tat Liechtenstein das, was Bürokratien tun, wenn sie ein Problem nicht lösen können: Es regelte das Nichtlösen.
Die Handelsregisterverordnung wurde angepasst. Kann kein Liquidator eingesetzt werden, darf das Verfahren unterbrochen bleiben.
Voilà.
Aus Staatsversagen wird ein Verwaltungszustand.
Besonders grotesk: Bei sanktionierten Strukturen kann dieser Zustand nach Darstellung der Regierung grundsätzlich so lange andauern, bis die Sanktionen aufgehoben werden.
Das können Jahre sein.
Die Zombies bekommen also nicht den Gnadenschuss. Sie erhalten eine Aufenthaltsbewilligung.
Und die FMA? Die soll nun zusätzliche Kompetenzen erhalten. Das ist die klassische Pointe staatlicher Aufsicht: Nachdem das Kind im Brunnen liegt, wird die Brunnenaufsichtsverordnung verschärft.
Der Internationale Währungsfonds befand immerhin, die Reputationsrisiken erschienen «eingedämmt».
Dann kam der Juli 2026.
Ausgerechnet aus dem staatlichen Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen wurden Daten zu rund 31’000 Rechtsträgern kopiert. Geklaut. Kinderleicht abgeräumt.
Auch da weiss man bis heute nichts Genaues. Wer war’s, wer hat diese tölpelhafte IT-Plattformen gebaut und bewacht? Was sagen die Betroffenen? Tiefes Schweigen.
Das vollendet das Bild.
Die Treuhänder laufen davon. Die Aufsicht verhindert es nicht. Der Staat kann die zurückgelassenen Strukturen nicht liquidieren. Also legalisiert er den Stillstand. Und während er versucht herauszufinden, wem was gehört, lässt er sich die Datenbank mit den wirtschaftlich Berechtigten ausräumen.
Ein Finanzplatz, der vom Vertrauen lebt, demonstriert damit eine erstaunliche Kernkompetenz:
Vermögen hereinholen kann Liechtenstein hervorragend.
Nur beim Aufräumen wird es schwierig.










Die EU hat die personenbezogenen Russland-Sanktionen am 22. September 2026 verlängert – und zwar ungewöhnlich lange um drei Jahre bis zum 22. September 2029.
https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2026/09/22/ukraine-s-territorial-integrity-eu-extends-individual-listings-for-further-three-years/
Wo ist das Problem für Liechtenstein? Die Handelsregisterverordnung wurde doch angepasst, kann kein Liquidator eingesetzt werden, darf das Verfahren unterbrochen bleiben. Dann bleiben die Zombie-Trusts eben noch drei weitere Jahre.
Was für ein Moloch! Keine Rechtsstaatlichkeit, kein Eigentumsschutz, kein Rechtsschutz. Dafür umso mehr Korruption und Wirtschaftskriminalität.
Die US-amerikanischen Sanktionen beruhen auf Executive Ordern und sind unbefristet. Der Zustand der verwaisten Zombie Trusts kann sich daher noch Jahre hinziehen. Aber jeder Tag fügt der Glaubwürdigkeit des Standorts Liechtenstein Weiteren Schaden zu.
Es ist unglaublich, wie es Liechtenstein geschafft hat, seine Reputation als seriöser und vertrauenswürdiger Finanzstandort innerhalb kurzer Zeit so schwer zu beschädigen. Nachdem man anfänglich nur gedacht hat, die Skandale seien nur vereinzelt, hat sich herausgestellt, dass es sich um ein seit Jahren regelmäßig wiederkehrendes Muster, um ein System handelt, in welches Treuhänder Richter involviert sind. Dann die rund 800 Zombie Trusts, bei denen auch nicht sanktionierte Personen seit eineinhalb Jahren nicht mehr an ihre Vermögen kommen und quasi enteignet wurden. Und jetzt noch, dass das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen gehackt und die vertraulichen Daten sämtlicher wirtschaftlich berechtigter Personen sämtlicher Stiftungen, Trusts usw. heruntergeladen wurden.
Was bleibt da noch von dem Vertrauen in den Finanzstandort Liechtenstein übrig?
Ich finde es ungeheuerlich, dass die Liechtensteiner Regierung sich weigert, den Namen der liechtensteinischen Softwarefirma zu nennen, die für die fehlerhafte Logik bei der Zugangsberechtigung und damit den Datendiebstahl des Verzeichnisses der wirtschaftlichen Berechtigten sämtlicher 31.000 Stiftungen, Trusts und sonstige Rechtsträger verantwortlich ist. Das sendet das Signal: uns der Schutz der einheimischen Firma wichtiger als die Rechte der wirtschaftlich Betroffenen der 31.000 Rechtsträger.
Damit disqualifiziert sich Liechtenstein als vertrauenswürdiger Finanzplatz selbst.
Liechtenstein schert sich einen Dreck um die Opfer der Cyberattacke, das sind ja nur Ausländer und Ausländer sind Ausbeutungsopfer und haben in Liechtenstein keine Rechte – wie man sieht. Dire sollen ihr Geld bringen, damit man ihnen das abnehmen kann und sollen die Goschen halten.
Ganz gleich, ob es 800 oder 150 Zombie Trusts sind. Es reicht aus, dass auch nur ein einziger nicht sanktionierter Anleger, der dem Finanzstandort Liechtenstein vertraut hat, nicht mehr an sein Vermögen kommt.
Das ist ungefähr so wie wenn eine Bank sagen würde, es seien doch „nur“ die Gelder von 150 Kunden weg, das ist doch nichts.
Entscheidend ist, dass Liechtenstein damit sein Vertrauen als Finanzzentrum verspielt hat.
„Die Handelsregisterverordnung wurde angepasst. Kann kein Liquidator eingesetzt werden, darf das Verfahren unterbrochen bleiben.“
Damit wurde ein für Liechtenstein formal rechtmässiger Zustand für den Trust oder die Stiftung geschaffen, aber das Problem der Verweigerung des Zugriffs auf die Vermögen nicht ansatzweise gelöst.
Vermögen anziehen, Verantwortung abstreifen, Stillstand legalisieren: Kaum etwas beschreibt den Zustand des Finanzplatzes treffender.
800 verwaiste Zombie Trusts sind keine Bagatelle – sondern ein Reputationsrisiko
Wo niemand mehr zuverlässig sagen wer für Vermögen verantwortlich ist, entsteht der Verdacht eines Finanzplatzes ohne ausreichende Kontrolle.
Für Liechtenstein geht es damit nicht nur um Trusts oder Stiftungen. Es geht um die Glaubwürdigkeit des gesamten Finanzplatzes.
MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
Für einen Finanzplatz ist diese Feststellung des Europarats kritisch, da sie Vertrauen in Produkte und Strukturen (Stiftungen, Anlagen) unterminiert und Kunden- und Investorenschutz infrage stellt.
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Liechtenstein ist kein Finanzplatz. Liechtenstein ist ein Tatort.
Ein einziger verwaister Zombie-Trust einer nicht sanktionierten Person würde schon ausreichen, die Glaubwürdigkeit eines Finanzplatzes zu erschüttern.
Die wichtigsten Kriterien eines Finanzplatzes für vermögende Privatkunden, Unternehmen, Fonds und Investoren sind vor allem:
1. Vertrauen
Das wichtigste Gut eines Finanzplatzes ist Vertrauen. Kunden müssen darauf vertrauen können, dass:
– ihr Vermögen sicher ist,
– Verträge eingehalten werden,
– Behörden professionell handeln,
– Krisen kompetent bewältigt werden.
Vertrauen ist oft wichtiger als Steuervorteile oder Gebühren.
-> Es gibt Zweifel, dass in Liechtenstein Vermögen sicher ist, da die Justiz den Ruf hat, nicht neutral zu sein.
2. Rechtsstaatlichkeit
Investoren wollen wissen:
– Eigentumsrechte werden geschützt.
– Gerichte entscheiden unabhängig.
– Verträge sind durchsetzbar.
– Streitigkeiten werden fair gelöst.
Viele Experten betrachten die Rechtssicherheit als eine der zentralen Grundlagen eines Finanzzentrums.
-> Zahlreiche Skandale haben zu erheblichen Zweifeln an der Neutralität der Justiz in Liechtenstein geführt. Kritiker bemängeln, dass allzu oft Vetternwirtschaft über Recht und Gesetz gestellt und die einheimische Finanzelite bevorzugt wird. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit in Liechtenstein unterliegen erheblichen Zweifeln.
3. Sicherheit
Heute umfasst Sicherheit mehrere Ebenen:
– Sicherheit von Vermögenswerten
– Sicherheit der Banken
– Cybersicherheit
– Datenschutz
– Schutz vor Betrug und Wirtschaftskriminalität
-> Gerade Cyberangriffe auf sensible Register können deshalb erhebliche Aufmerksamkeit erzeugen. Aufgrund der nach zahlreichen übereinstimmenden Medienberichten nicht neutralen Justiz gibt es keine Sicherheit von Vermögenswerten. Dass Cybersicherheit und Datenschutz nicht bestehen, haben die erfolgreichen Datendiebstähle am 30. Juli 2026 gezeigt, in denen sämtliche wirtschaftlich Begünstigte sämtlicher Stiftungen und Trusts erbeutet werden konnten.
4. Reputation
Der Ruf eines Finanzplatzes ist häufig entscheidend. Fragen potenzieller Kunden sind:
– Wird dieser Standort international respektiert?
– Wird er mit Professionalität verbunden?
– Gibt es wiederkehrende Skandale?
– Wie berichten internationale Medien darüber?
-> Reputation kann über Jahrzehnte aufgebaut und in kurzer Zeit beschädigt werden. Nicht nur die Cyberattacke vom Juli 2026, in welcher sämtliche wirtschaftlich Berechtigten sämtlicher Stiftungen und Trusts erbeutet werden konnten, sondern auch die seit Jahren nicht abreissende Kette von Skandalen, mit welchen Begünstigte vermögender Stiftungen mithilfe der nicht neutralen Justiz um ihre Rechte gebracht wurden (Skandale wie z.B. Perry, Bacardi, Karajan, Asturion Stiftung der saudischen Königsfamilie) belegen, dass die Reputation des Finanzplatzes Liechtenstein mehr als zweifelhaft ist.
5. Kompetenz und Infrastruktur
Ein Finanzplatz braucht:
– gute Banken,
– Vermögensverwalter,
– Treuhänder,
– Anwälte,
– moderne IT-Systeme.
Die besten gesetzlichen Rahmenbedingungen helfen wenig, wenn die Umsetzung schwach ist.
-> Die Zuverlässigkeit zahlreicher Treuhänder steht ebenso in Frage wie die angeblich modernen IT-Systeme, die eine Cyberattacke auf die vertraulichsten Daten, die der wirtschaftlich Berechtigten, nicht verhindern konnte.
6. Vertraulichkeit und Datenschutz
Früher war dies oft der zentrale Wettbewerbsfaktor vieler Finanzplätze.
Heute sind aufgrund internationaler Transparenzstandards absolute Geheimhaltung und Bankgeheimnisse deutlich eingeschränkt. Dennoch erwarten Kunden weiterhin:
– Schutz sensibler Daten,
– Schutz vor Datenabfluss,
– professionelle Informationssicherheit.
-> Dass diese Kriterien in Liechtenstein nicht erfüllt werden, hat die Cyberattacke deutlich belegt.
8. Internationale Glaubwürdigkeit
Wichtig sind Bewertungen durch Organisationen wie:
– FATF
– MONEYVAL
– OECD
– EU
-> Der Expertenausschuss des Europarates MONEYVAL hat festgestellt: «Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein».
Und der Expertenausschuss des Europarats GRECO hat Antikorruptionsmassnahmen für Richter, Regierungsmitglieder und selbst den Fürsten Liechtensteins angeordnet.
Der eigentliche Exportartikel Liechtensteins scheint nicht Vertrauen zu sein, sondern organisierte Verantwortungslosigkeit.
echtenstein’s inability to effectively resolve the Zombie Trust crisis exposes fundamental structural weaknesses in the jurisdiction. Rather than acting as a sovereign decision-maker, the country appears increasingly constrained by external geopolitical forces. Caught between competing U.S. and Russian interests, Liechtenstein lacks the leverage necessary to enforce and defend the legal protections on which its financial center is built. For investors, settlors, and asset owners, this is a deeply troubling signal. Property rights derive their value not from legal promises on paper, but from the government’s ability and willingness to uphold them in practice.
Der wahre Standortvorteil Liechtensteins scheint nicht Vermögensverwaltung zu sein, sondern die professionelle Verwaltung von Ausreden.
Liechtenstein’s business model was simple: collect the fees, dump the risks, walk away. What remains is a graveyard of zombie structures and regulators pretending to be in control.
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Unabhängigkeit der rechtlichen Beratung
Sollten liechtensteinische Rechtsberater von solchen Schritten abraten, ist eine kritische Prüfung der Beweggründe ratsam. In Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass lokale Interessen oder strukturelle Abhängigkeiten die Empfehlung beeinflussen. Eine unabhängige, grenzüberschreitend erfahrene rechtliche Einschätzung ist daher häufig von Vorteil.
Fazit
Die konsequente Wahrnehmung und Durchsetzung eigener Rechte ist ein zentraler Baustein im Umgang mit Wirtschafts- und organisierter Kriminalität. Betroffene sollten verfügbare nationale und internationale Rechtsmittel sorgfältig prüfen und nutzen. Entschlossenes, informiertes Vorgehen kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Missstände rechtlich überprüfen zu lassen.
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
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Attn: Legal Attaché’s Office
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3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
Contacto:
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Attn: Legal Attaché’s Office
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3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
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3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Die Dauer des Problems darf nicht unterschätzt werden.
Ein kurzfristiger Schock wäre verkraftbar.
Aber: Das Problem besteht seit über zwei Jahren.
Das signalisiert langsame Reaktionsfähigkeit, politische/juristische Blockaden und Handlungsunfähigkeit. Wenn nicht auch Unfähigkeit.
Und genau das verstärkt alle anderen Schäden.
Erst Honorare kassieren, dann Verantwortung entsorgen: Aus Treuhändern wurden Fluchthelfer ihrer eigenen Pflichten.
Es gab eine Volksinitiative für eine Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch. Der Erbprinz kündigte unmissverständlich an, einem solchen Gesetz die notwendige Sanktion zu verweigern. Nun hat der Landtag die Vorlage selbst übernommen und den Erbprinzen in eine politische Falle manövriert.
Unterschreibt er das Gesetz, wirkt seine frühere Drohung wie ein Rückzieher. Verweigert er die Unterschrift, provoziert er einen offenen Machtkampf zwischen demokratischer Mehrheit und Monarchie.
Denn dann ginge es längst nicht mehr um die Fristenregelung. Im Zentrum stünde die viel grundlegendere Frage, warum ein nicht gewählter Monarch den Willen von Volk und Parlament blockieren können soll.
Genau darin liegt die politische Sprengkraft. Nicht das Gesetz selbst wäre die eigentliche Gefahr für das Fürstenhaus, sondern die Signalwirkung eines Vetos. Wer eine demokratisch legitimierte Entscheidung verhindert, riskiert eine Debatte über die Legitimität seiner eigenen Macht.
Die entscheidende Frage würde dann lauten: Wer hat im Staat das letzte Wort, die demokratisch gewählte Volksvertretung oder ein Erbprinz? Und das ist eine Diskussion, die für die Monarchie unerquicklich enden könnte.
Der Erbprinz dachte, er kann das Volk einschüchtern oder erpressen – und wurde vom Landtag gnadenlos vorgeführt. Seine Drohungen ziehen nicht mehr, sein Bluff ist aufgeflogen. Zeit, das Lamento zu beenden, Durchlaucht, und endlich zu kapieren, dass Liechtenstein nicht Ihnen gehört!
Der Erbprinz setzte auf Drohkulissen und Einschüchterung, der Landtag auf Demokratie. Das Ergebnis spricht für sich. Zeit zu akzeptieren, dass sich die Zeiten geändert haben.
Am Ende wird nicht über eine Fristenlösung abgestimmt, sondern über die Zukunft der Monarchie.
«Der Datenklau schüttelt das Land bei weitem nicht so durch wie die Fristenlösung» schrieb die NZZ am 5. September 2026.
Die NZZ deutet an, dass sich in Liechtenstein möglicherweise ein Wandel vollzieht. Eine Umfrage ergab, dass 74 Prozent der Befragten möchten, dass bei wichtigen politischen Fragen letztlich die Bevölkerung das letzte Wort hat. Damit werden die traditionellen Machtverhältnisse zwischen Demokratie und Monarchie zunehmend hinterfragt.
Die Abtreibungsdebatte dient als Auslöser für eine viel grundlegendere Auseinandersetzung über die politische Zukunft Liechtensteins: Wie viel Macht soll das Fürstenhaus im 21. Jahrhundert noch haben?
Der Erbprinz ist einer der glaubt übers Wasser gehen zu können, jegliche Bodenhaftung verloren.
Kommt dann wieder die Drohung mit dem Wegzug des Fürsten nach Wien? Ich glaube, es gäbe ein paar Tausend freiwillige Umzugshelfer.
Dass die Zombie Trust Krise seit über einem oder zwei Jahren nicht gelöst werden konnte, zeigt eine Unfähigkeit, wie sie noch kein Finanzmarkt zuvor gezeigt hat.
The Crown Prince is apparently aware of corruption in the oversight system and the judiciary, but that doesn’t seem to bother him much.
Abortion, on the other hand, is where he draws the line—because he’s a devout Catholic, of course.
Funny how principles work when they’re convenient
Teil 1: Skandale über Skandale
Teil 2: Hunderte Zombie Trusts und Zombie Trusts auch bei nicht sanktionierten Anlegern
Teil 3: Cyberattacke und Diebstahl der vertraulichsten Daten: sämtliche wirtschaftlich berechtigten Personen aller Stiftungen und Trusts, selbst bereits gelöschter
Wenn Treuhänder gehen, Behörden wegsehen, Verfahren einfach eingefroren werden und sensible Daten verschwinden, ist „Finanzplatz“ nur noch eine höfliche Umschreibung für institutionelles Versagen. Liechtenstein verwaltet inzwischen offenbar nicht mehr Vermögen – sondern die eigene Verantwortungslosigkeit.
Liechtenstein lebt davon, dass Strukturen wie Trusts und Stiftungen verlässlich funktionieren.
Bei den Zombie Trusts passiert das Gegenteil:
-> Vermögen sind blockiert
-> Entscheidungen können nicht getroffen werden
–> Strukturen sind rechtlich vorhanden, aber praktisch handlungsunfähig
Das ist Gift für Investoren, denn ein Finanzplatz muss funktionieren – gerade in Krisen.
Liechtenstein ist ja ganz hübsch mit seinen Bergen und der Burg. Nur als Finanzzentrum ist es inakzeptabel geworden, weil es nicht in der Lage ist, Rechtsschutz und Eigentumsschutz zu bieten, wie die seit über einem Jahr ungelöste Zombie-Trust-Krise und das gehackte und gestohlene Verzeichnis der wirtschaftlich Berechtigten beweisen.
Der Skandal der Asturion-Stiftung der Witwe und des Sohnes des verstorbenen saudischen Königs Fahd, die seit Jahren um ihre Rechte als Begünstigte der von König Fahd für sie gegründeten Asturion-Stiftug kämpfen müssen, ist nach Ansicht vieler Kritiker kein Einzelfall. Er steht vielmehr für ein Muster, das dem liechtensteinischen Stiftungs- und Trustwesen seit Jahren vorgeworfen wird: Wer seine Rechte als Begünstigter durchsetzen will, muss zunächst gegen genau jene Strukturen kämpfen, die sein Vermögen eigentlich schützen sollten.
Das eigentliche Problem liegt dabei nicht in einzelnen Fehlentscheidungen. Das eigentliche Problem entsteht dann, wenn sich Fehlentwicklungen seit Jahren ständig wiederholen und dennoch keine wirksamen Konsequenzen folgen. Wenn Begünstigte über Jahre um Anerkennung, Auskunft und Rechenschaft streiten müssen, während die Kontrolle über die Vermögenswerte bei denselben Akteuren verbleibt, deren Verhalten überprüft werden soll, entsteht ein verheerender Eindruck: Das System schützt nicht die Berechtigten. Das System schützt sich selbst.
Genau darin sehen Kritiker den Kern des Missstands. Wer über Zeit, Geld, Informationen und institutionelle Nähe verfügt, kann Verfahren in die Länge ziehen. Wer auf sein Recht angewiesen ist, wird mürbe gemacht. Aus Rechtsdurchsetzung wird ein Ausdauerwettbewerb. Aus Vermögensschutz wird Vermögenskontrolle durch Dritte.
Für einen Finanzplatz ist das brandgefährlich. Investoren vertrauen ihr Vermögen nicht an, weil sie schöne Broschüren lesen. Sie vertrauen ihr Vermögen an, weil sie glauben, dass ihre Rechte im Konfliktfall wirksam geschützt werden. Wenn sich jedoch seit Jahren der Eindruck verfestigt, dass Verzögerung belohnt und Aufklärung erschwert wird, verliert ein Finanzplatz sein wichtigstes Kapital: Vertrauen.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr, ob einzelne Fälle problematisch verlaufen. Die eigentliche Frage lautet, weshalb dieselben Vorwürfe seit Jahren immer wieder erhoben werden. Wo ständig dieselben Zweifel an Rechtsschutz, Kontrolle und Interessenkonflikten auftauchen, entsteht irgendwann der Verdacht, dass nicht einzelne Akteure versagen, sondern dass strukturelle Fehlanreize bestehen.
Ein Rechtsstaat beweist sich nicht daran, wie gut er Vermögen verwalten kann. Er beweist sich daran, wie konsequent er diejenigen kontrolliert, die es verwalten.
Wenn Begünstigte jahrelang um elementare Rechte kämpfen müssen, während die Verantwortlichen ihre Positionen behalten, entsteht zwangsläufig eine Frage, die für Liechtenstein immer gefährlicher wird:
Dient das System noch dem Schutz des Vermögens oder dient das Vermögen längst dem Schutz des Systems?
Auch der hartnäckigste Parasit überlebt nicht ewig. Die politische Führung, die Aufsichtsbehörden, die Justiz und jene Finanzakteure, die über Jahre von Veruntreuung, Intransparenz und der Verwahrung fragwürdiger Gelder profitiert haben, sollten das verstehen. Wer einen Finanzplatz auf Kosten von Transparenz, Vertrauen und internationaler Glaubwürdigkeit betreibt, sägt an dem Ast, auf dem er selbst sitzt – dann endet auch das parasitäre Geschäftsmodell.
Ein Finanzplatz zeigt seinen wahren Charakter nicht im Boom, sondern beim Aufräumen. Das Ergebnis für Liechtenstein ist vernichtend.
Mensch, hätte ich gerne so viel Zeit um solche Beiträge zu schreiben…was für ein quatsch
Das Vaterland berichtete am 16. Juli 2025:
„Vermögen einer russischen Oligarchentochter eingefroren
Das Vermögen einer Russin wurde gesperrt, weil ihr Vater auf der Sanktionsliste steht. Der Staatsgerichtshof in Liechtenstein lehnte ihre Beschwerde ab.»
https://www.vaterland.li/liechtenstein/politik/vermoegen-der-tochter-eines-russischen-oligarchen-eingefroren-art-604808
Natürlich hat Liechtenstein Angst vor weiteren Sanktionen von Treuhändern (man denke nur an den ehemaligen Vizepräsidenten der Treuhandkammer Anton Wyss, der sanktioniert worden ist, weil er Transaktionen mit sanktionierten Geldern gefördert hatte) oder sogar einer Bank, was extrem weitreichende Folgen hätte.
Aber darf man deswegen übervorsichtig sein und das Vermögen von Personen einfrieren, die selber nicht sanktioniert sind?
Nach den von Liechtenstein übernommenen Sanktionen müssen Vermögenswerte grundsätzlich Personen oder Unternehmen zugerechnet werden können, die selbst sanktioniert sind oder von diesen beherrscht, gehalten oder kontrolliert werden. Lediglich Verwandtschaft genügt dafür nicht.
Vermutlich ist die Entscheidung nicht juristisch, sondern politisch. Wollte Liechtenstein riskieren, dass weitere Treuhänder oder gar eine Bank (schlimmstenfalls eine dem Fürsten gehörende Bank) sanktioniert wird, was der GAU wäre oder nimmt man lieber den kleineren Reputationsschaden in Kauf, dass in Liechtenstein Vermögen von selbst nicht sanktionierten Personen eingefroren werden.
So oder so, diese Entscheidung zeigt auf, dass Rechtsschutz und Vermögensschutz in Liechtenstein nicht gewährleistet sind und nationales Interessen über der Rechtsstaatlichkeit stehen, was für einen Finanzplatz sehr kritisch ist.
Es ging um die Tochter des russischen Oligarchen Alexei Mordaschow (Severstal), die gegen die Sperrung von Vermögenswerten in Höhe von 638 Mio. US-Dollar vorging. Die Gelder sollen zwischen 2019 und 2021 in einen liechtensteinischen Trust eingebracht worden sein. Der Staatsgerichtshof bestätigte die Vermögenssperre.
Interessant ist, dass der Europäische Gerichtshof (CJEU) 2026 ausdrücklich betont hat, dass ein bloßer «Link» oder eine bloße Verbindung zu einer sanktionierten Person nicht ausreicht. Es muss eine rechtlich relevante Eigentums- oder Kontrollbeziehung nachgewiesen werden.
Siehe hierzu den Artikel vom 3. September 2026 in financialcrime.lu:
EU Court Sets Limits on National Asset Freezes Linked to Sanctioned Persons
https://financialcrime.lu/judgments/2026/09/2026-09-03-Ruling-%5BCJEU%5D-Limits-on-National-Asset-Freezes/
Die anhaltende Handlungsunfähigkeit bei der Bewältigung der Zombie-Trust-Krise ist ein Offenbarungseid des Finanzplatzes Liechtenstein. Sie zeigt, dass der Staat dort, wo seine zentralen Versprechen auf den Prüfstand gestellt werden, weder die politische noch die wirtschaftliche Durchsetzungskraft besitzt, um wirksame Lösungen herbeizuführen. Zwischen den Interessen der USA und Russlands bleibt Liechtenstein letztlich Zuschauer statt Akteur. Für einen Standort, dessen Geschäftsmodell wesentlich auf Rechtssicherheit, Eigentumsschutz und Vertrauen beruht, istdiese Entwicklung hochgradig rufschädigend.
Ebenso alarmierend ist das offensichtliche Versagen beim Schutz der sensibelsten Informationen wirtschaftlich berechtigter Personen. Wenn bereits die grundlegende Logik der Zugriffssteuerung fehlerhaft ist und vertrauliche Daten nicht zuverlässig geschützt werden können, steht nicht weniger als die Glaubwürdigkeit des Datenschutzversprechens auf dem Spiel. Wer Diskretion und Vermögensschutz als Standortvorteile vermarktet, muss sich daran messen lassen, ob diese Versprechen auch unter Belastung Bestand haben. Gerade darn bestehen inzwischen erhebliche Zweifel.
Liechtenstein: Aus Vermögensverwaltung wurde Schadensverwaltung. Aus Aufsicht wurde Zuschauertribüne.
Was für ein peinlicher Unsinn. Der ganze Artikel ist einfach nur lächerlich und die Kommentare darunter sind nicht besser. Kein Argument, keine Fakten, nur endloses Gemecker. Zeitverschwendung.
Reputation baut man über Jahrzehnte auf und verspielt sie in kürzester Zeit. Durch nicht abreissende Skandale, durch die in über einem Jahr nicht gelöste Krise der verwaisten Zombie Trusts und durch das Eindringen durch eine fehlerhafte Zugangskontrolle in das sensibelste und geheimste Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen. Von einem reputablen Finanzplatz zu einem Finanz-Bermudadreieck im Schnellgang.
Die fehlende Neutralität der Justiz wird von vielen Kritikern als die eigentliche Kernursache zahlreicher Missstände in Liechtenstein betrachtet. Wäre die Justiz bereit, ohne Ansehen von Personen, Vermögen oder Einfluss konsequent gegen Missstände im Treuhand- und Stiftungswesen vorzugehen, könnte ein erheblicher Teil der Wirtschafts- und Finanzkriminalität wirksam eingedämmt werden. Dass dies bis heute nicht in ausreichendem Mass geschieht, hat bei vielen Betroffenen die Überzeugung entstehen lassen, dass bestimmte Macht- und Interessenkreise faktisch besonderen Schutz genießen. Dadurch geraten nicht nur einzelne Entscheidungen, sondern die Glaubwürdigkeit des gesamten (Rechts-)Staats zunehmend in Zweifel.
Man möge sich daran erinnern, dass der Gegenkandidat der jetzigen Regierungschefin Brigitte Haas, Ernst Walch es als seine wichtigste Aufgabe als Regierungschef gesehen hätte, sich wofür einzusetzen?
Nicht dafür, dass Sanktionen eingehalten werden, sondern dafür, dass diejenigen, die gegen Sanktionen verstossen haben und selbst sanktioniert wurden von den Sanktionen befreit werden würden.
Ferkeln für alle!
The fact that the crisis involving roughly 800 orphaned zombie trusts remains unresolved after 18 months is a damning indictment of the Liechtenstein government’s inability to deliver a credible solution. For a financial center, this sends a deeply damaging signal: that legal certainty, property rights, and effective investor protection cannot be taken for granted.
Das Problem ist weniger, dass es solche Trusts überhaupt gibt, sondern dass ein Finanzplatz, der für Rechtssicherheit und professionelle Vermögensverwaltung stehen möchte, erklären muss, wie er mit Rechtsträgern umgeht, bei denen niemand mehr handlungsfähig ist – insbesondere wenn Sanktionen betroffen sind.