Manchmal braucht es keinen Zusammenbruch, damit etwas vorbei ist. Es genügt, dass niemand mehr daran glauben kann.
Liechtenstein steht noch. Die Banken öffnen morgens ihre Türen, die Treuhänder ihre Büros, die Regierung verbreitet Zuversicht. Stiftungen werden verwaltet, Trusts betreut, Anstalten gegründet. Die Gebührenrechnungen werden weiterhin verschickt.
Nur: Das Geschäftsmodell, das diesen Kleinstaat jahrzehntelang märchenhaft reich gemacht hat, ist am Ende.
Noch sieht man es nicht. Aber man kann es bereits spüren. Und riechen. Wegen des Angstschweisses der Untreuhänder.
Dieses Geschäftsmodell beruhte nie auf Bergen, Briefmarken oder der angeblich so legendären liechtensteinischen Innovationskraft. Es beruhte auf einem einzigen Rohstoff: Diskretion.
Diskrete Stiftungen. Verschwiegene Trusts. Undurchsichtige Anstalten. Konstruktionen, deren grösster Reiz darin bestand, dass möglichst wenige Menschen wussten, wer dahintersteckt, wem was gehört und wer wovon profitiert. Oder woher das Geld kam.
Dafür brauchte es Treuhänder. Eine überschaubare Kaste von Türstehern zur Welt der Diskretion. Sie gründeten, verwalteten, unterschrieben, kassierten. Und kassierten nochmals.
Das Schöne an diesem Geschäftsmodell war seine geradezu geniale Skalierbarkeit. War eine Stiftung einmal errichtet, musste man nicht täglich das Rad neu erfinden. Ein paar Sitzungen, Unterschriften, Formulare, Compliance, Korrespondenz – und jedes Jahr flatterte eine stattliche Rechnung zum Kunden.
Vermögend werden durch Vermögensverwaltung anderer. Mit erstaunlich überschaubarem körperlichem Verschleiss.
Das funktionierte prächtig, solange ein unausgesprochener Vertrag galt: Was in Liechtenstein liegt, bleibt in Liechtenstein.
Genau dieser Vertrag ist zerfetzt.
Beim grössten Datenraub der jüngeren Landesgeschichte wurden ausgerechnet Informationen über die wirtschaftlich Berechtigten der liechtensteinischen Konstruktionen erbeutet. Nicht irgendwelche Adresslisten. Sondern das Allerheiligste eines Finanzplatzes, dessen wichtigstes Produkt Vertrauen ist.
Man kann Server wieder hochfahren. Sicherheitslücken schliessen. Firewalls installieren, Penetrationstests bestellen und Berater beschäftigen, die anschliessend PowerPoint-Präsentationen über «Cyber Resilience» halten.
Verlorenes Vertrauen lässt sich nicht patchen.
Das ist der Punkt, den man in Vaduz offenbar noch nicht begreifen will.
Denn natürlich wird morgen nicht die letzte Stiftung liquidiert. Natürlich werden nicht sämtliche Trusts verschwinden. Natürlich werden Treuhänder weiterhin viel Geld verdienen. Das Ende eines Geschäftsmodells ist kein Lichtschalter.
Es ist ein langsames Sterben.
Ein potenzieller Kunde stellt sich künftig eine sehr einfache Frage: Warum soll ich mein Vermögen ausgerechnet dort strukturieren lassen, wo unbekannte Eindringlinge offenbar an hochsensible Daten gelangen konnten?
Darauf gibt es keine gute Antwort.
Schweigen hilft nicht. Beschwichtigen hilft nicht. Und die gebetsmühlenartige Versicherung, Liechtenstein sei weiterhin ein sicherer Finanzplatz, erinnert zunehmend an den Wirt eines brennenden Hotels, der seinen Gästen erklärt, die Küche funktioniere einwandfrei.
Besonders bitter ist das für jene Handvoll Treuhänder, die sich daran gewöhnt haben, dass Diskretion ein knappes Gut ist, das sich hervorragend fakturieren lässt.
Sie werden nicht morgen verarmen.
Aber ihre Lizenz zum Gelddrucken ist abgelaufen.
Und manchmal erkennt man das Ende eben lange bevor der Letzte das Licht ausmacht.
Was bleibt den Treuhändern? Ganz einfach. Sie werden sich noch ein Weilchen immer ungehemmter bereichern, immer tiefer in Geldtöpfe greifen, die ihnen nicht gehören. Immer beschützt von der Fürstenjustiz.
Bis es der Fürstenfamilie endlich dämmert: wir haben doch immer noch die grössten Banken im Ländle, sind Milliardäre und wollen das auch bleiben. Und bevor gar die LGT oder die Stiftung Liechtenstein ins Wanken gerät – fort mit Schaden. Fort mit den Treuhändern.




Liechtenstein geht an seiner Unföhigkeit zugrunde. Die Unfähigkeit, die ganzen Skandale in den Griff zu bekommen, die Unfähigkeit, die Krise der verwaisten Zombie Trusts zu lösen und die Unfähigkeit, seine wertvollsten Daten zu schützen.
Allein die intransparente Aufklärung des Datendiebstahls, bei welcher die Regierung sich weigert, den Namen der liechtensteinischen Softwarefirma zu nennen, die für die Katastrophe verantwortlich ist, zeigt doch, dass Vetternwirtschaft über allem steht. Intransparenz bis zum letzten Tag. Wie soll man so einem Land vertrauen?
ZDF heute Artikel vom 3. August 2026
Das ZDF stellt den Cyberangriff nicht nur als IT-Sicherheitsvorfall dar, sondern als Ereignis mit potenziell weitreichenden Folgen für den Ruf des liechtensteinischen Finanzplatzes. Die zentrale Kritik lautet, dass der Hack die Transparenz über Vermögensstrukturen erhöhen könnte und gleichzeitig alte Fragen zu Steuervermeidung, Geldwäsche und der Rolle Liechtensteins als internationaler Finanzplatz wieder aufwirft.
Der Artikel enthält mehrere kritische Untertöne:
– Vertrauensproblem des Finanzplatzes:
Der Hack trifft einen Kernbereich des liechtensteinischen Finanzplatzes, der von Stiftungen, Trusts und Vermögensstrukturen geprägt ist.
– Mögliche Steuervermeidung:
Das ZDF weist darauf hin, dass die Daten möglicherweise offenlegen könnten, wer Vermögen vor dem heimischen Fiskus versteckt hat.
– Historische Belastung:
Der Artikel erinnert an frühere Steuerskandale und die LGT-Affäre, wodurch der Eindruck entsteht, dass Liechtenstein trotz Reformen weiterhin mit seiner Vergangenheit als diskreter Finanzplatz kämpft.
– Zweifel an der Sauberkeit des Finanzplatzes:
Besonders deutlich wird der Satz, dass „ganz sauber das Geld in Liechtenstein nicht“ sei. Als Beispiele nennt das ZDF frühere US-Ermittlungen und Geschäfte mit vermögenden russischen Kunden.
– Sicherheitsversagen:
Indirekt kritisiert der Artikel, dass ein derart sensibles Register erfolgreich gehackt werden konnte.
Kernaussage
Das ZDF stellt den Cyberangriff nicht nur als IT-Sicherheitsvorfall dar, sondern als Ereignis mit potenziell weitreichenden Folgen für den Ruf des liechtensteinischen Finanzplatzes. Die zentrale Kritik lautet, dass der Hack die Transparenz über Vermögensstrukturen erhöhen könnte und gleichzeitig alte Fragen zu Steuervermeidung, Geldwäsche und der Rolle Liechtensteins als internationaler Finanzplatz wieder aufwirft.
Aber es isch scho e geile Ziit gsi. Wie mir de Stiftern das Märli vo dr «absolute Sicherheit» verzellt hend, und mir denn die Stifter oder Begünstigte mithilfe vo üse Fründ, de Richter, reihewiis, eine nach em andere, us de Stiftige oder Trusts usehaue händ loh, sodass mir völlig unkontrolliert nach Herzensluscht die Stiftige oder Trusts plündere chönd händ. Und üsi Fründ, die Rechtsanwält, hend die au no usgnoh und ihne s Märli vom «beduurliche Einzelfall» verzellt. Und mir hend sie alli usgnoh – die Bacardis, die Karajans, sogar d saudischi Königsfamilie mit ihrer Asturion Stiftung. E geile Ziit isch es scho gsi.
Jeder, der jetzt noch Vermögen in einer Stiftung oder einem Trust hat, muss doch Angst haben:
– wird sein Treuhänder, sobald die Namen der wirtschaftlich Berechtigten auftauchen, selbst sanktioniert, weil er Vermögen sanktionierter Personen verwaltet hat? Kommt er dann noch an sein Geld?
– wird seine Stiftung oder Trust jetzt auch geplündert, da sein Treuhänder doch niemals mehr neue Stiftungen oder Trusts gründen wird und jetzt mitnimmt, was er irgendwie nehmen kann?
Marktteilnehmer, Investoren sowie Begünstigte sollten bei der Errichtung oder Nutzung liechtensteinischer Stiftungen und Trusts erhöhte Vorsicht walten lassen.
Seit Jahren werden schwerwiegende und wiederkehrende Vorwürfe erhoben, die darauf hindeuten, dass es sich bei den beanstandeten Vorgängen möglicherweise nicht lediglich um vereinzelte Fehlentwicklungen handelt, sondern um strukturelle Defizite mit potenziell systemischen Auswirkungen.
Wesentliche Risikofaktoren
1. Strukturelle Anreize zur Selbstbegünstigung
Es bestehen wiederholt vorgebrachte Vorwürfe, wonach bestimmte Treuhand- und Stiftungsstrukturen in einer Weise genutzt werden können, die es Treuhändern, Stiftungsräten oder sonstigen Intermediären ermöglicht, eigene wirtschaftliche Interessen gegenüber den Interessen der Begünstigten zu priorisieren.
Kritiker sehen darin das Risiko eines strukturell angelegten Interessenkonflikts, der Missbrauchsmöglichkeiten begünstigen könnte.
2. Zweifel an der Wirksamkeit gerichtlicher Schutzmechanismen
Darüber hinaus werden erhebliche Bedenken hinsichtlich der praktischen Wirksamkeit und Unabhängigkeit gerichtlicher Kontrollmechanismen geäußert.
Insbesondere wird die Frage aufgeworfen, ob Begünstigte und wirtschaftlich Berechtigte ihre Rechte in Auseinandersetzungen mit Treuhändern oder Stiftungsorganen effektiv, unparteiisch und innerhalb angemessener Fristen durchsetzen können.
3. Wahrnehmung institutioneller Duldung problematischer Praktiken
Kritiker vertreten die Auffassung, dass bestehende Missstände nicht mit der erforderlichen Konsequenz auf regulatorischer, gerichtlicher oder politischer Ebene adressiert würden.
Hieraus ergibt sich die Wahrnehmung, dass problematische Verhaltensweisen möglicherweise nicht konsequent unterbunden werden und strukturelle Schwächen fortbestehen.
4. Zweifel an der Verlässlichkeit der Rechtssicherheit
Obwohl Liechtenstein international als Standort für Vermögensschutz, Stabilität und Rechtssicherheit auftritt, werden Zweifel geäußert, ob diese Erwartungen im Konfliktfall stets in vollem Umfang erfüllt werden.
Insbesondere bei Streitigkeiten über Begünstigtenrechte, Vermögenszugriff oder Kontrollrechte wird teilweise die Auffassung vertreten, dass die tatsächliche Durchsetzbarkeit von Ansprüchen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sein könne.
5. Hinweise auf strukturelle statt lediglich vereinzelte Probleme
Die genannten Kritikpunkte werden von ihren Vertretern nicht als isolierte Einzelfälle beschrieben, sondern als mögliche Indikatoren grundlegender Schwächen innerhalb des Treuhand-, Stiftungs- und Rechtsschutzsystems.
Gerade die wiederholte und inhaltlich ähnliche Natur der Vorwürfe führt dazu, dass vereinzelt von systemischen Risiken gesprochen wird.
Schlussfolgerung: Erhöhtes Risikoumfeld
Vor diesem Hintergrund sollte die Reputation Liechtensteins als sicherer und rechtlich besonders verlässlicher Finanz- und Vermögensverwaltungsstandort nicht ohne sorgfältige unabhängige Prüfung als gegeben vorausgesetzt werden.
Investoren und Begünstigte sollten insbesondere folgende Risikobereiche einer vertieften Analyse unterziehen:
– tatsächliche Kontrolle über Vermögenswerte nach deren Übertragung in Treuhand- oder Stiftungsstrukturen,
– praktische Durchsetzbarkeit von Begünstigten- und Informationsrechten,
– Effizienz, Unabhängigkeit und Verlässlichkeit gerichtlicher Streitbeilegungsmechanismen.
Eine Nutzung liechtensteinischer Trust- und Stiftungsstrukturen sollte daher nur auf Grundlage einer vertieften Due-Diligence-Prüfung, geeigneter Schutzmechanismen sowie eines realistischen Verständnisses der damit verbundenen rechtlichen und operativen Risiken erfolgen.
Der Finanzplatz, an dem Wirtschafts- und Finanzkriminalität unter dem Schutz von oben gedeihen konnte, geht an der Kriminalität Zugrunde.
Mandanten unserer Kanzlei sind Begünstigte, also wirtschaftlich berechtigte Personen liechtensteiner Stiftungen. Das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen in Liechtenstein wurde in der Nacht zum 30. Juli 2026 gehackt, sämtliche 31.000 Rechtsträger wurden heruntergeladen. Es handelt sich daher um einen sehr schweren Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Nach Art. 34 Abs. 1 DSGVO müssen betroffene Personen einer schweren Datenschutzverletzung unverzüglich darüber informiert werden.
Heute ist der 26. August 2026. Entgegen den gesetzlichen Vorschriften des Art. 34 DSGVO wurde keiner unserer Mandanten informiert.
Das stellt einen erneuten Verstoss gegen die DSGVO durch die Liechtensteinische Landesverwaltung dar.
Der Hackerangriff auf das Verzeichnis der wirtschaftlich Berechtigten hat nicht nur Daten offengelegt. Er hat die Glaubwürdigkeit des gesamten Finanzplatzes erschüttert.
Liechtenstein lebt von einem einzigen Rohstoff: Vertrauen. Wer Vermögen in Stiftungen und Trusts einbringt, kauft keine Berge, keine Industrie und keine natürlichen Ressourcen. Er kauft das Versprechen von Rechtssicherheit, Vertraulichkeit, stabilem Eigentumsschutz und funktionierenden Institutionen.
Genau dieses Versprechen steht heute stärker infrage als je zuvor. Der Datendiebstahl von Informationen zu zehntausenden wirtschaftlich Berechtigten wäre in jedem Staat ein schwerer Vorfall. Für einen Finanzplatz, dessen Geschäftsmodell maßgeblich auf Diskretion und Sicherheit beruht, ist er eine Katastrophe.
Hinzu kommt, dass seit Jahren immer wieder Vorwürfe zu Treuhändern, Stiftungen, Begünstigtenrechten, Aufsicht und Justiz erhoben werden. Ob diese Vorwürfe im Einzelfall zutreffen, müssen Gerichte und Behörden beurteilen. Doch die eigentliche Gefahr liegt längst in der Summe der Ereignisse. Wo ständig neue Skandale, Affären, Datenskandale und Missstände diskutiert werden, entsteht zwangsläufig der Eindruck eines Systems, das die Kontrolle über sich selbst verloren hat.
Ein Finanzplatz kann Krisen überstehen. Was er nicht übersteht, ist der Verlust seiner Glaubwürdigkeit. Wer Sicherheit verspricht und Unsicherheit liefert, wer Vertraulichkeit verspricht und Daten verliert, wer Vertrauen einfordert und Zweifel erntet, beschädigt sein wichtigstes Kapital.
Die wahre Gefahr für Liechtenstein ist deshalb nicht der nächste Hacker, nicht der nächste Prozess und nicht der nächste Skandal. Die wahre Gefahr ist, dass internationale Investoren irgendwann zu dem Schluss kommen, dass andere Standorte schlicht mehr Vertrauen verdienen. Ein Finanzplatz stirbt nicht an einem einzelnen Ereignis. Er stirbt daran, dass ihm niemand mehr glaubt.
RIP Liechtenstein
Wer heute noch mit Liechtenstein geschäftet, besucht einen Sachwalter. Jetzt hat doch jeder mitgekriegt, dass man dort weder Rechtsschutz, noch Eigentumsschutz noch Datenschutz hat.
El País argues in the article of August 6, 2026 that the cyberattack has struck at the heart of Liechtenstein’s financial model. While no assets were stolen, the exposure of sensitive ownership data undermines the confidentiality, trust, and legal certainty on which the country’s reputation as a wealth management centre depends. The article suggests that this reputational damage could prove more serious than the technical breach itself.https://english.elpais.com/economy-and-business/2026-08-06/liechtenstein-a-haven-of-secrecy-for-the-ultra-rich-is-beginning-to-crumble.html?outputType=amp
Bruno Capone: «Liechtenstein unter der Lupe»
Capone wirft Liechtenstein vor, Liechtenstein habe ein System geschaffen bzw. aufrechterhalten, das den Interessen des lokalen Treuhand- und Finanzsektors diene, während die Rechte von Stiftern, Begünstigten und Erben nicht ausreichend geschützt würden.
– Wirtschaftliche Eigeninteressen könnten wichtiger sein als die Rechte der Vermögensinhaber
– Treuhänder erhielten faktisch große Kontrolle über fremde Vermögen.
Capone kritisiert, dass Trust- und Stiftungsstrukturen teilweise dazu führten, dass Vermögenswerte den eigentlichen Eigentümern oder deren Erben entzogen würden und sich die Strukturen verselbständigten.
– Begünstigte hätten oft zu wenige Rechte
Besonders scharf kritisiert er, dass Begünstigte eines Trusts oder einer Stiftung bei Strafverfahren gegen Treuhänder häufig keine ausreichende Parteistellung und damit keine wirksamen Einsichtsrechte hätten.
– Das System begünstige Insider
Capone stellt die grundsätzliche Frage, ob Strukturen akzeptabel seien, durch die große Vermögen in die Kontrolle weniger Insider gelangen könnten.
Capones Vorwurf lautet, dass Trusts und Stiftungen in Liechtenstein teilweise weniger dem Schutz fremden Vermögens dienen als dem wirtschaftlichen Nutzen jener, die diese Strukturen verwalten.
https://www.finews.ch/news/finanzplatz/43030-finews-first-lextray-bruno-capone-fuerstentum-liechtenstein-luxemburg-trusts-stiftungen-gesetz
Die Kritik in dem Artikel der FAZ vom 11. August 2026 ist, dass Liechtenstein lange von einem Finanzmodell profitierte, das ausländisches Vermögen besonders diskret und steuerlich attraktiv verwaltete. Durch internationale Transparenz- und Steuerregeln funktioniert dieses Modell immer weniger.
Die zentrale These des Artikels: Liechtensteins traditionelles Geschäftsmodell ist deshalb fundamental unter Druck.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/das-geschaeftsmodell-von-liechtenstein-ist-fundamental-bedroht-accg-201114036.html
Liechtenstein has a long-standing record of scandals involving beneficiaries of trusts and foundations being deprived of their assets. Even the family of the late Saudi King Fahd was reportedly affected.
The approximately 800 orphaned “zombie trusts,” including those involving non-sanctioned settlors, further undermine Liechtenstein’s claim to provide secure asset protection.
The latest disclosure of data relating to some 31,000 beneficial owners adds yet another serious breach of trust.
How much more evidence is needed before Liechtenstein is recognised as an unsuitable and unreliable jurisdiction for trusts and foundations?
Man muss vor Liechtenstein warnen:
1. Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
2. Es fehlt richterliche Kontrolle, die Liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
3. Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
4. Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
5. Datensicherheit und Vertraulichkeit werden suggeriert, bestehen aber faktisch nicht.
6. Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.
Investoren können weder den Gerichten vertrauen, noch einer angeblichen Rechtssicherheit, noch einem Eigentumsschutz.
Zu viele Skandale, in denen ganze Vermögen verschwunden sind, zu viele verwaiste Zombie Trusts, nämlich etwa 800 und zu viele Datensätze wirtschaftlich begünstigter Personen, nämlich 31.000, die gehackt werden konnten. Das übersteht kein Finanzstandort.
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Unabhängigkeit der rechtlichen Beratung
Sollten liechtensteinische Rechtsberater von solchen Schritten abraten, ist eine kritische Prüfung der Beweggründe ratsam. In Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass lokale Interessen oder strukturelle Abhängigkeiten die Empfehlung beeinflussen. Eine unabhängige, grenzüberschreitend erfahrene rechtliche Einschätzung ist daher häufig von Vorteil.
Fazit
Die konsequente Wahrnehmung und Durchsetzung eigener Rechte ist ein zentraler Baustein im Umgang mit Wirtschafts- und organisierter Kriminalität. Betroffene sollten verfügbare nationale und internationale Rechtsmittel sorgfältig prüfen und nutzen. Entschlossenes, informiertes Vorgehen kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Missstände rechtlich überprüfen zu lassen.
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
Contact:
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Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
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3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
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3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Korruption in Liechtenstein: GRECO empfiehlt Antikorruptionsreformen für die Justiz, die Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt in Liechtenstein
Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption in der Justiz und unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state
Liechtenstein hat ja immer noch die Spielcasinos, auch wenn eines nach dem anderen schliesst 🤪
Nach alldem, was passiert ist , können sich die Landesregierung, der Fürst und der Erbprinz die Kugel geben. Sie stehen da wie begossene Pudel, haben versprechen von Sicherheit und Vertrauen abgegeben, die gebrochen wurden.
The question is: What is left after the trust is lost?
Der Schein vom sicheren Finanzplatz war seit Jahren angekratzt. Zu viele Skandale hatten das Vertrauen in das Land infrage gestellt. Dann kamen die zombie trust Krise, die von der Regierung seit einem Jahr nicht gelöst werden konnte. Und jetzt der Diebstahl der geheimsten Daten, der Kronjuwelen des Landes. Liechtenstein hat bewiesen, dass es unsicher, vertrauensunwürdig und unglaubwürdig ist.
Es wird spannend, wer alles in dem Register auftaucht. Welche Diktatoren, Despoten, Russen, osteuropäischen Minister, Drogenbarone, Waffenschieber usw.
Dieser Datenskandal blamiert Liechtenstein bis auf die Knochen.
Erstens, dass die Sicherheitsstruktur der IT so stümperhaft war, dass Unbekannte in das Register eindringen konnten, sich dann stundenlang ohne jeden Alarm darin aufhalten konnten und dann 31.000 Datensätze ohne Alarm herunterladen konnten. Das ist wirklich stümperhaft.
Zweitens, dass das Amt für Justiz bis heute, über drei Wochen später, die Betroffenen entgegen der gesetzlichen Vorschrift in Art 34 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) die betroffenen nicht informiert hat.
Drittens, dass die Regierung, anstatt transparent aufzuklären, selbst den Namen der verantwortlichen IT-Firma nicht nennen will und so lieber vertuscht und verheimlicht als aufklärt.
All das zusammen bestätigt sämtliche Vorurteile, die es gegen Liechtenstein gibt: Mehr Schein als sein, das Recht , hier die DSGVO gilt nicht für Liechtenstein und man muss ja zusammenhalten und selbst liechtensteiner IT-Firmen protegieren.
MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
Für einen Finanzplatz ist diese Feststellung des Europarats kritisch, da sie Vertrauen in Produkte und Strukturen (Stiftungen, Anlagen) unterminiert und Kunden- und Investorenschutz infrage stellt.
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Die Strategie, das System, alle Aufträge nur im Land zu vergeben, um die Gemeinschaft zu stärken und interne Abhängigkeiten zu verstärken, so dass es niemand wagt, kriminelle Machenschaften im Land anzuprangern oder einen anderen zu verpfeifen, wurde jetzt zum goldenen Eigentor. Das geschlossene System der Vetternwirtschaft hat dazu geführt, dass eine nicht ausreichend kompetente einheimische Softwarefirma die Cyberattacke ermöglicht hat. Die Regierung hält an ihrer eingespielten Strategie fest und weigert sich, transparent aufzuklären, insbesondere protegiert sie die einheimische Softwarefirma und verheimlicht deren Namen. Diese ganze Strategie ging jetzt nach hinten los und Liechtensteins geheimsten Daten wurden wegen der fehlenden Kompetenz gehackt. Liechtenstein hat seinen wertvollstes Kapital, das Vertrauen, verloren. Da hilft kein Verheimlichen und kein Vertuschen mehr, Liechtenstein ist kein vertrauenswürdiger Finanzplatz mehr.
Liechtenstein has a long-standing record of scandals involving beneficiaries of trusts and foundations being deprived of their assets. Even the family of the late Saudi King Fahd was reportedly affected.
The approximately 800 orphaned “zombie trusts,” including those involving non-sanctioned settlors, further undermine Liechtenstein’s claim to provide secure asset protection.
The latest disclosure of data relating to some 31,000 beneficial owners adds yet another serious breach of trust.
How much more evidence is needed before Liechtenstein is recognised as an unsuitable and unreliable jurisdiction for trusts and foundations?
„Finanzplatz“ ohne Rechtsschutz, ohne Eigentumsschutz, ohne Datenschutz – dafür mit jeder Menge Skandalen, hunderten verwaisten Zombie-Trusts, Wirtschaftskriminalität, Finanzkriminalität und Korruption. Das geht nicht lange gut.
Stört die Totenruhe nicht!
Der Reputationsschaden entsteht nicht nur durch einen Hackerangriff. Cyberangriffe können jeden Staat und jedes Unternehmen treffen. Entscheidend ist, wie danach mit dem Vorfall umgegangen wird.
Sollte die Regierung tatsächlich wissen, welcher Dienstleister verantwortlich war, dies aber nicht offenlegen, entsteht ein weiteres Problem: der Eindruck mangelnder Transparenz. Für einen Finanzplatz, der auf Vertrauen, Rechtssicherheit und Verlässlichkeit angewiesen ist, ist das oft mindestens ebenso schädlich wie der eigentliche technische Fehler.
Investoren und Kunden fragen sich dann nicht nur: „Wie konnte das passieren?“, sondern auch: „Wird hier vollständig aufgeklärt?“ und „Werden Verantwortlichkeiten offen benannt?“
Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass Fehler verheimlicht werden, sondern dadurch, dass Fehler offen untersucht, Verantwortlichkeiten geklärt und Konsequenzen gezogen werden. Wo Transparenz fehlt, entstehen Spekulationen. Und Spekulationen sind für einen Finanzplatz regelmäßig giftiger als unangenehme Wahrheiten.
Wenn Menschen den Eindruck gewinnen, dass Informationen zurückgehalten werden, entsteht schnell ein sogenanntes Vertrauensvakuum. Die fehlenden Informationen werden dann durch Vermutungen, Gerüchte und Misstrauen ersetzt. Für einen Finanzplatz, dessen wichtigstes Kapital das Vertrauen ist, kann ein solcher Eindruck besonders problematisch sein.
Der Standard am 22. August 2026: „Datenklau in Liechtenstein: Welche Folgen könnte der Cyberangriff haben?“
Der Cyberangriff dürfte nun einen Rattenschwanz an rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen. Die Regierung in Vaduz musste die Betroffenen informieren, so wie das in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorgesehen ist. Je nachdem, wie sich die Situation weiter entwickelt, könnten auch finanzielle Schäden entstehen, erklärt Andreas Grünbichler, Adjunct Professor an der Universität St. Gallen und ehemaliges Vorstandsmitglied der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA). «Das Register verrät, wer welches Vermögen kontrolliert. Das ist eine potenzielle Zielliste für Erpressungsversuche.»
Denkbar sind auch geschäftliche Folgen, erklärt Grünbichler: «Stiftungen dienen häufig der Unternehmensnachfolge. Wird sichtbar, wie ein Familienunternehmen tatsächlich funktioniert, verändert das Verhandlungspositionen gegenüber Banken, Mitgesellschaftern und Wettbewerbern.» Der Experte weist zudem auf einen Standortschaden hin. Am Finanzplatz Liechtenstein gibt es ein Ökosystem an Treuhändern, Stiftungen und Banken, die einen Schaden erleiden, selbst wenn ihre Klienten individuell nicht betroffen sind.
https://www.derstandard.at/story/3000000335930/datenklau-in-liechtenstein-welche-folgen-koennte-der-cyberangriff-haben
Wenn Wirtschaftskriminalität von Cyberkriminaliät überholt und gekillt wird…