Die Moral endet dort, wo das grosse Geld beginnt.
Liechtenstein pflegt sein Image wie kaum ein anderes Land. Rechtsstaat. Integrität. Nachhaltigkeit. Transparenz. Auf internationalen Konferenzen präsentiert sich das Fürstentum als Musterknabe eines sauberen Finanzplatzes. Wer den offiziellen Verlautbarungen glaubt, könnte meinen, zwischen Vaduz und Balzers werde ausschliesslich Vermögen verwaltet, das ebenso makellos ist wie die Alpenkulisse.
Die Wirklichkeit sieht deutlich weniger geschniegelt aus.
Denn überall dort, wo weltweit grosse Vermögen verwaltet, Stiftungen errichtet oder komplizierte Firmengeflechte aufgebaut werden, taucht refelmässig auch Liechtenstein auf. Besonders augenfällig sind die Verbindungen in den Nahen Osten. Vermögende Unternehmer- und Herrscherfamilien aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait oder anderen Golfstaaten gehören seit Jahrzehnten zur internationalen Kundschaft des Finanzplatzes. Die Treuhänder werben offen mit ihrer Erfahrung bei Family Offices, Stiftungen und generationenübergreifender Vermögensplanung für internationale Unternehmerdynastien. Daran ist zunächst nichts Illegales. Die Frage lautet vielmehr: Wo endet seriöse Vermögensverwaltung – und wo beginnt moralische Beliebigkeit?
Während Vaduz regelmässig Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und internationale Verantwortung beschwört, stammen erhebliche Vermögen aus Staaten, die genau für das Gegenteil bekannt sind. Saudi-Arabien steht wegen Menschenrechtsverletzungen seit Jahren in der Kritik. Der Jemenkrieg entwickelte sich zu einer der grössten humanitären Katastrophen der Gegenwart. Dennoch war dies nie ein Grund, auf die Vermögen wohlhabender Familien aus der Golfregion zu verzichten. Geld kennt keine Menschenrechte.
Besonders deutlich zeigte sich die Ambivalenz beim Iran. Liechtenstein übernimmt die Sanktionen der Schweiz und des Europäischen Wirtschaftsraums konsequent. Gleichzeitig wiesen internationale Prüfer von MONEYVAL darauf hin, dass einzelne liechtensteinische Banken Geschäftsmodelle mit starkem Iran-Bezug entwickelt hatten; die Bank Alpinum musste ihr auf Iran fokussiertes Geschäftsmodell bereits 2018 auf behördliche Anordnung aufgeben. Die Finanzmarktaufsicht verschärfte in den vergangenen Jahren ihre Erwartungen an den Umgang mit ausländischen Sanktionen erheblich, weil Verstösse existenzielle Risiken für den gesamten Finanzplatz bedeuten können. Die Botschaft ist eindeutig: Nicht moralische Bedenken treiben den Finanzplatz um, sondern die Gefahr, selbst von amerikanischen oder europäischen Sanktionen getroffen zu werden.
Wie schnell geopolitische Konflikte auf Vaduz zurückschlagen können, zeigt der Fall der Bank Alpinum. Ihr damaliger Eigentümer Yousef Sherkati unterhielt enge geschäftliche Beziehungen zum Iran. Als die USA ihre Sanktionen verschärften, geriet die kleine Bank plötzlich ins internationale Rampenlicht. Nicht etwa wegen einer strafrechtlichen Verurteilung, sondern weil Washington genau hinschaute. Auf einmal stand nicht nur eine Bank, sondern der Ruf des gesamten Finanzplatzes auf dem Spiel. Der Fall machte deutlich, wie eng Liechtenstein mit den politischen Verwerfungen des Nahen Ostens verflochten sein kann.
Auch die Bank Frick illustriert die Gratwanderung. Sie gilt als innovative Privatbank und Vorreiterin im Bereich digitaler Vermögenswerte. Gleichzeitig musste sie – wie der gesamte Finanzplatz – ihre Compliance-Strukturen laufend verschärfen, weil internationale Sanktionen, Geldwäschereivorschriften und geopolitische Risiken immer stärker in den Mittelpunkt rückten. Dass die Finanzmarktaufsicht regelmässig vor missbräuchlicher Verwendung des Namens der Bank warnt, ist nur ein kleines Symptom eines viel grösseren Problems: Wer weltweit Finanzdienstleistungen anbietet, zieht zwangsläufig auch Kunden und Strukturen an, die einer besonders intensiven Prüfung bedürfen.
Die offizielle Antwort aus Vaduz lautet stets gleich: Man halte sich an Recht und Gesetz. Das mag juristisch richtig sein. Aber nur innerhalb der Fürstenjustiz, die jeder Rechtsstaatlichkeit spottet. Politisch beantwortet es jedoch die eigentliche Frage nicht. Denn ein Finanzplatz entscheidet selbst, welche Kundschaft er aktiv umwirbt. Liechtenstein verdient nicht an Demokratie, nicht an Menschenrechten und auch nicht an humanitärer Verantwortung. Es verdient an Vermögen.
Wieso kein offenes Wort? Nicht das Märchen vom moralisch überlegenen Alpenstaat, sondern das offene Bekenntnis, dass wirtschaftliche Interessen regelmässig schwerer wiegen als moralische Ansprüche. Solange das Geld die Compliance-Abteilung passiert, ist fast alles willkommen. Die Hochglanzbroschüren sprechen von Werten. Die Bilanz spricht von verwalteten Milliarden.
Das Geschäftsprinzip ist: bringt es mich nicht ins Gefängnis, mache ich’s.




Treffend formuliert. Moral ist auf Hochglanzbroschüren billig, auf Kontoauszügen wird sie plötzlich sehr teuer.
Über Jahre hinweg wiederholt sich dieselbe Kritik. Nicht einmal. Nicht zweimal. Sondern immer wieder.
– Es geht um Treuhänder, denen mangelnde Kontrolle vorgeworfen wird.
– Es geht um eine Justiz, deren Unabhängigkeit zunehmend hinterfragt wird.
– Es geht um Regierung und Fürstenhaus, denen vorgeworfen wird, trotz immer neuer Kontroversen nicht entschlossen einzugreifen.
– Es geht um Rechtssicherheit, die offiziell versprochen, von Kritikern jedoch immer häufiger bezweifelt wird.
– Es geht um Vermögensschutz – also genau das Fundament, auf dem der Finanzplatz sein Geschäftsmodell aufgebaut hat.
– Und es geht um Kritiker, die seit Jahren dieselben Fragen stellen und deren Einwände regelmässig als Einzelfälle, Übertreibungen oder Störgeräusche abgetan werden.
Irgendwann stellt sich jedoch eine unangenehme Frage:
Was, wenn das eigentliche Risiko nicht die Kritik ist, sondern die Weigerung, sich ernsthaft mit ihr auseinanderzusetzen?
Ein Finanzplatz lebt nicht von Hochglanzbroschüren, Rankings oder offiziellen Verlautbarungen. Er lebt von Vertrauen.
– Vertrauen in die Gerichte.
– Vertrauen in die Aufsicht.
– Vertrauen in die Durchsetzbarkeit von Rechten.
– Vertrauen in die Integrität der Institutionen.
Wenn genau dieses Vertrauen Gegenstand immer neuer Debatten wird, entsteht ein Problem, das sich nicht mehr wegkommunizieren lässt.
Denn am Ende zählt nicht, was ein Finanzplatz über sich selbst sagt.
Entscheidend ist, was Investoren, Begünstigte und internationale Geschäftspartner über ihn denken.
Und genau dort beginnt für Liechtenstein das eigentliche Reputationsrisiko.
Organisierte Kriminalität ist keine Frage der Moral, sondern eine Frage des Strafrechts. Sie wird nicht dadurch besser, dass man sie sprachlich verharmlost oder in ethische Grauzonen verschiebt.
War das im Zusammenhang mit der Doppelmoral in Liechtenstein, dass Max Liebermann gesagt hat:
„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“
Der Artikel verwechselt Moral mit Legalität. Ein Finanzplatz muss Gesetze einhalten, nicht die Welt retten.
Es geht in Liechtenstein nicht um Moral oder Doppelmoral, es geht vielmehr um schwere und organisierte Kriminalität im Namen von Fürst und Volk. Das ist eine andere Dimension.
Als Liechtensteiner stört mich vor allem die Selbstbeweihräucherung. Wenn man offen sagen würde, dass man ein internationaler Finanzplatz ist und damit Geld verdient, wäre das ehrlicher.
Genau deshalb gibt es doch Compliance-Abteilungen. Nicht weil plötzlich alle moralisch geworden wären, sondern weil die Amerikaner sehr unangenehm werden können.
Ein berechtigter Punkt. Man hört ständig von Nachhaltigkeit, ESG und Verantwortung, aber sobald Milliarden locken, gelten offenbar andere Massstäbe.
Interessant wäre ein Vergleich mit Luxemburg, Singapur oder der Schweiz. Sind die wirklich so viel besser?
Luxemburg, Singapur und die Schweiz sind nicht korrupt und haben keine korrupte Justiz.
Der Fall Bank Alpinum war damals tatsächlich ein Weckruf. Viele haben gemerkt, wie abhängig selbst kleine Finanzplätze von amerikanischen Sanktionen geworden sind.
Die Geschichte der Bank Alpinum, später Sora Bank, ist nicht deshalb bemerkenswert, weil eine kleine Bank scheiterte. Banken gehen ein, das passiert. Bemerkenswert ist, wie oft auf dem Finanzplatz Liechtenstein aus Skandalen angeblich bloß Kommunikationsprobleme werden. Erst gibt es Turbulenzen, dann Ermittlungen, dann eine Umfirmierung, dann neue Eigentümer, dann wieder Unruhe und am Ende die Liquidation. Die Moral von der Geschichte: Man kann einen Namen ändern, ein Logo austauschen und Hochglanzbroschüren drucken. Was man nicht umbenennen kann, ist die Vergangenheit. Und am Schluss bleibt die unangenehme Frage, warum auf einem angeblich so sauberen und eng überwachten Finanzplatz immer wieder dieselben Geschichten auftauchen.
Geld stinkt nicht. Das war schon bei den Römern so und gilt offenbar auch heute noch.
Liechtenstein verkauft der Welt das Märchen vom sauberen, stabilen Finanzplatz – während hinter der Fassade ein System aus Wegsehen, Protektion und organisierter Wirtschaftskriminalität gedeiht. Wer gut vernetzt ist, darf offenbar Vermögen verschieben, Begünstigte zermürben und Verfahren endlos verzögern, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen. Der Rechtsstaat endet dort, wo die Interessen von Treuhändern, Banken und Machteliten beginnen. Die eigentliche Krise ist nicht der nächste Skandal – sondern die staatlich geduldete Verlogenheit eines Systems, das Korruption und Wirtschaftskriminalität nicht bekämpft, sondern absichert.
Mir fehlt etwas Differenzierung. Die meisten Kunden aus den Golfstaaten sind Unternehmer oder Familienunternehmen und nicht automatisch irgendwelche dubiosen Figuren.
Der entscheidende Satz ist: Nicht Moral, sondern das Risiko von Sanktionen bestimmt das Handeln. Das beschreibt leider die Realität vieler internationaler Finanzplätze.
Ich frage mich seit Jahren, weshalb Liechtenstein so grossen Wert auf sein moralisches Image legt. Man könnte doch einfach sagen: Wir sind ein professioneller Finanzdienstleister und halten uns ans Gesetz. Dieses permanente Eigenlob wirkt eher kontraproduktiv.
@F. Weber Da stimme ich Ihnen zu. Mich stört weniger das internationale Geschäft als diese dauernde Behauptung moralischer Überlegenheit. Wer sich selbst auf ein Podest stellt, muss sich eben auch daran messen lassen.
Die Hochglanzbroschüren und die Wirklichkeit klaffen tatsächlich oft auseinander. Marketing ersetzt keine Ethik.
Es wäre spannend zu wissen, wie gross der Anteil von Vermögen aus dem Nahen Osten überhaupt ist. Ohne Zahlen bleibt vieles Spekulation.
Wer Milliarden verwaltet, zieht zwangsläufig auch problematische Kunden an. Das gilt für jede Bank der Welt.
Der Iran-Bezug einzelner Banken wurde tatsächlich schon vor Jahren diskutiert. Dass viele das heute vergessen haben, macht den Artikel umso interessanter.
Das Problem für Liechtenstein ist nicht, dass Personen mit iranischen Wurzeln Geschäfte machen. Das Problem ist, dass der Finanzplatz seit Jahrzehnten vom Geschäft mit Intransparenz lebt, gleichzeitig aber den Anspruch erhebt, weltweit als Musterbeispiel für Sauberkeit zu gelten. Wo internationale Sanktionen, verschachtelte Holdings, Stiftungen, Treuhänder und grenzüberschreitende Geldströme zusammentreffen, entsteht ein permanentes Spannungsfeld zwischen legaler Vermögensverwaltung und dem Risiko, als Drehscheibe für problematische Gelder wahrgenommen zu werden. Genau deshalb geraten Fälle wie Bank Alpinum immer wieder ins Rampenlicht.
Gute Analyse, aber etwas polemisch. Ein paar Gegenstimmen aus der Branche hätten den Text noch stärker gemacht.
@Neutral Polemik gehört zu einem Kommentar. Wer nur ausgewogene Verwaltungsprosa lesen will, muss Regierungsmitteilungen studieren.
Die eigentliche Macht liegt doch bei den Treuhändern. Sie entscheiden, welche Konstruktionen aufgebaut werden und welche Kunden willkommen sind. Darüber wird viel zu selten gesprochen.
Wer glaubt, Geld und Moral liessen sich dauerhaft trennen, irrt. Irgendwann holen einen die politischen Realitäten immer ein.
Vielleicht sollte man den Begriff «wertebasierter Finanzplatz» einfach aus allen Broschüren streichen. Dann gäbe es diese Diskussion gar nicht.
Ich habe mehrere Jahre im Bankenbereich gearbeitet. Dort sprach niemand über Moral, sondern über regulatorische Risiken, Reputationsrisiken und Compliance. Genau deshalb finde ich den Artikel treffend: Er zeigt den Unterschied zwischen öffentlicher Selbstdarstellung und internem Denken. Das mag wirtschaftlich nachvollziehbar sein, ist aber eben etwas anderes als die oft beschworene ethische Verantwortung.
Liechtenstein ist nicht besser und nicht schlechter als andere Finanzplätze. Aber es verkauft sich gerne als besser. Genau dort beginnt das Problem.
Der Satz über die Bilanz und die Hochglanzbroschüren bleibt hängen. Manchmal sagt ein Schlussabsatz mehr als zwanzig Seiten Imagekampagne.
Mich würde interessieren, ob die Regierung auf solche Kritik jemals sachlich eingeht oder einfach auf Gesetze und Compliance verweist.
Die neue Regierung unter der Regierungschefin Brigitte Haas hat sich angepasst und spielt die Spielchen, die schon vorher gespielt worden sind, mit. Man kann sich daher nicht erhoffen, dass die, nennen wir es «fragwürdigen» Machenschaften in Liechtenstein aufhören. Man sollte daher grösste Vorsicht walten lassen, wenn man Liechtenstein geschäften möchte.
Der Artikel erinnert daran, dass Wirtschaft und Ethik selten dieselben Prioritäten haben. Das gilt für Banken, Rohstoffkonzerne, Technologieunternehmen und leider oft auch für Staaten. Liechtenstein ist kein Sonderfall, aber wegen seiner Grösse und seines gepflegten Images fällt der Kontrast besonders auf. Gerade deshalb lohnt sich diese Debatte.
Mag sein, dass dies auch für Staaten gilt. Aber hat der Europarat (GRECO) auch anderen europäische Staaten Antikorruptionsmassnahmen für Richter, Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt angeordnet? Mir ist nur Liechtenstein bekannt.
Korruption in Liechtenstein: GRECO empfiehlt Antikorruptionsreformen für die Justiz, die Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt in Liechtenstein
https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state
Solange die Milliarden geschniegelt auftreten und alle Formulare korrekt ausgefüllt sind, scheint das Gewissen problemlos mitzusaldieren. Das ist wohl die modernste Form der Moral.
– Anton Wyss, Treuhänder, ehemals Vizepräsident der Liechtensteiner Treuhandkammer, wurde von der US-Behörde OFAC (Office of Foreign Asset Control) sanktioniert, weil er Transaktionen mit sanktionierten Geldern gefördert hat.
– Stefan Wenaweser, Treuhänder, wurde von den Liechtensteiner Treuhändern zu ihrem Präsidenten gewählt, obwohl jeder wusste, dass er bei einer Akteneinsicht Dokumente aus Gerichtsakten entwendet hat.
– Harry Gstöhl, Treuhänder, ehemals Präsident des höchsten Liechtensteinischen Gerichts, des Staatsgerichtshofes, wurde wegen Veruntreuung von etwa 40 Millionen Franken zu insgesamt etwa 8 Jahren Gefängnis verurteilt.
– Mario Staggl, Liechtensteinischer Treuhänder, hat nur etwa 30 Millionen Franken veruntreut und wurde nur zu 6 1/2 Jahre Gefängnis verurteilt.
Ehrenbürger Liechtensteins:
– Roland Oehri, Treuhänder, wurde von der US-Behörde OFAC sanktioniert, weil sein Treuhandunternehmen Sequoia Treuhand Trust Teil eines Netzwerks von Dienstleistern gewesen sei, das mit den Vermögensstrukturen des sanktionierten russischen Oligarchen Alisher Usmanov verbunden war..
– Norbert Seeger, Treuhänder mit der weltweit grössten Rolls Royce Sammlung, der laut Staatsanwaltschaft Veruntreuungen in Höhe von mehr als 20 Millionen Franken begangen haben soll.
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Unabhängigkeit der rechtlichen Beratung
Sollten liechtensteinische Rechtsberater von solchen Schritten abraten, ist eine kritische Prüfung der Beweggründe ratsam. In Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass lokale Interessen oder strukturelle Abhängigkeiten die Empfehlung beeinflussen. Eine unabhängige, grenzüberschreitend erfahrene rechtliche Einschätzung ist daher häufig von Vorteil.
Fazit
Die konsequente Wahrnehmung und Durchsetzung eigener Rechte ist ein zentraler Baustein im Umgang mit Wirtschafts- und organisierter Kriminalität. Betroffene sollten verfügbare nationale und internationale Rechtsmittel sorgfältig prüfen und nutzen. Entschlossenes, informiertes Vorgehen kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Missstände rechtlich überprüfen zu lassen.
Antworten
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
Contact:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
Contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
Contact :
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Man kann vor Liechtenstein nur warnen:
1. Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
2. Es fehlt richterliche Kontrolle, die Liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
3. Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
4. Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
5. Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.
Investoren können weder den Gerichten vertrauen, noch einer angeblichen Rechtssicherheit.
Current developments and recurring allegations in the Liechtenstein fiduciary and foundation sector raise material concerns from a risk, governance, and enforceability perspective.
There are increasing indications that existing structures may allow for a concentration of control in the hands of fiduciary actors, combined with limited transparency for beneficiaries and complex legal arrangements. In such settings, the effective enforcement of rights may be materially constrained in practice, particularly in contentious situations.
Of specific concern is the perceived reliability of judicial oversight and regulatory enforcement. Questions regarding the independence, effectiveness, and practical enforceability of legal remedies – even if not universally substantiated – are highly relevant from a risk management standpoint. For institutional investors and asset holders, even the perception of such deficiencies can materially impact the assessment of legal certainty.
This creates a potentially elevated risk profile with regard to:
* effective control over transferred assets
* enforceability of beneficiary rights
* predictability and impartiality of dispute resolution
From a prudential perspective, jurisdictions where structural imbalances, limited transparency, and perceived gaps in oversight intersect require enhanced scrutiny. In such environments, legal protections may not perform as expected under stress scenarios.
Conclusion:
Reliance on the assumption of robust legal certainty and institutional neutrality should be critically reassessed. Engagement with Liechtenstein fiduciary structures may require enhanced due diligence, independent verification, and additional safeguards to mitigate potential structural risks.
Es scheint fast so, als würde man in Liechtenstein für Geld alles tun. Anstand? Pfeif drauf!
Moral? Ist nur was für Rechtsstaaten.
Legal? Sch…egal!
Wer Moral ständig predigt, muss sich auch an ihr messen lassen. Genau das macht der Artikel.
Ein Finanzplatz ohne internationale Kundschaft wäre wirtschaftlich bedeutungslos. Die eigentliche Frage ist, wie konsequent geprüft wird.
Ich fand besonders den Hinweis auf den Unterschied zwischen Legalität und Moral überzeugend. Das wird viel zu oft vermischt.
Der Autor legt den Finger in eine Wunde, über die man in Vaduz nicht besonders gern spricht.
Man könnte denselben Text fast unverändert über Luxemburg schreiben. Oder über London. Oder über Dubai.
Mich überrascht eher, dass sich noch immer so viele vom Image des «sauberen Alpenstaats» blenden lassen.
Die Welt ist komplizierter. Auch Vermögen aus autoritären Staaten sind nicht automatisch schmutzig.
@Observer Natürlich ist nicht jedes Vermögen problematisch. Aber genau deshalb müsste man transparent erklären, nach welchen Kriterien Kunden ausgewählt werden.
Wer weltweit Family Offices betreut, kommt zwangsläufig mit Herrscherhäusern, Oligarchen und Grossunternehmern in Kontakt. Das ist Teil des Geschäftsmodells.
Der Schluss trifft ins Schwarze: Die Bilanz spricht oft eine deutlichere Sprache als jede Imagebroschüre.
Früher sprach man einfach vom Bankgeheimnis und von Vermögensverwaltung. Heute braucht es dafür Hochglanzbegriffe wie ESG, Nachhaltigkeit und Verantwortung. Die Geschäfte sind im Kern dieselben geblieben.
Ich habe den Eindruck, dass kleine Staaten besonders grossen Wert auf moralische Selbstdarstellung legen. Vielleicht weil ihnen sonst die politische Bedeutung fehlt.
Der Artikel ist unbequem, aber gerade deshalb lesenswert.
Wer Milliarden verwaltet, lebt in einer anderen Realität als der Durchschnittsbürger. Moral wird dort oft zu einer Frage des Risikomanagements.
Mich hätte noch interessiert, welche Rolle die Treuhänder konkret bei der Akquisition solcher Kundschaft spielen.
Die Ironie ist herrlich: Ausgerechnet jene Branche, die vom Vertrauen lebt, investiert am meisten in Imagepflege.
Vielleicht überschätzt der Autor den moralischen Anspruch Liechtensteins. Viele sehen das Land schlicht als effizienten Finanzplatz.
Die Beispiele machen den Artikel stark. Ohne konkrete Fälle wäre er bloss eine allgemeine Abrechnung geworden.
Es gibt keinen moralisch neutralen Finanzplatz. Jede Bank entscheidet täglich, mit wem sie Geschäfte machen will oder eben nicht. Deshalb ist die Diskussion absolut legitim.
@Altliberaler Genau. Niemand zwingt eine Bank, jeden Kunden anzunehmen. Diese Entscheidung ist eben nicht nur juristisch, sondern auch ethisch.
Die USA bestimmen mit ihren Sanktionen inzwischen weltweit, was Banken tun dürfen. Das wird oft vergessen.
Ein schönes Beispiel dafür, wie wirtschaftliche Interessen und politische Sonntagsreden auseinanderlaufen können.
Der Artikel liest sich flüssig und bringt einige Zusammenhänge auf den Punkt, die in der öffentlichen Diskussion häufig untergehen.
Wer Milliarden verdienen will, sollte wenigstens den Mut haben, auf moralische Selbstinszenierung zu verzichten. Ehrlichkeit wäre ein guter Anfang.
Nicht die Kritik ist das Problem. Problematisch wird es, wenn dieselben Vorwürfe seit Jahren im Raum stehen und ohne sichtbare Folgen bleiben.
Bei der Fristenlösung gibt man sich streng katholisch. Aber die Wirtschaftskriminalität, die ist ok. Das ist Doppelmoral.
So funktioniert Doppelmoral in Liechtenstein:
Der nigerianische Diktator Sani Abacha plünderte nach Schätzungen 2–5 Milliarden US-Dollar aus der Staatskasse Nigerias. Ein Teil dieses Geldes wurde über internationale Finanzplätze – u. a. Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein – in Stiftungen, Trusts und Briefkastenfirmen verschoben.
Dem früheren Liechtensteiner Parlamentspräsident und Außenminister Ernst Walch wurde in Medienberichten vorgeworfen, bei Strukturen zur Verwaltung oder Verschleierung von Vermögen autoritärer Herrscher und Oligarchen geholfen zu haben, darunter auch Geld aus dem Umfeld von Abacha. Er selbst hat solche Vorwürfe stets bestritten bzw. darauf verwiesen, dass seine Arbeit juristische und treuhänderische Dienstleistungen im Rahmen des damaligen Rechts gewesen sei.
Für die Landtagswahl 2025 wurde Erndt Walch von der FBP als Kandidat für das Amt des Regierungschefs nominiert.
Selbst wenn seine Arbeit im Rahmen des Rechts gewesen sei, mit Moral hat das nichts zu tun.
Und so jemand wird Kandidat als Regierungschef.
Das ist Liechtenstein:
Reich werden durch das Verwalten veruntreuter Millionen Entwicklungshilfen eines Diktators.
Und dann auf katholisch und Moral machen. 🤮
Einfach nur widerlich! Liechtenstein!
Auf ihrer Internetseite tönt die Liechtensteiner Treuhandkammer:
„Die Liechtensteinische Treuhandkammer (THK) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihr obliegen die Wahrung der Ehre, des Ansehens und der Rechte wie auch die Überwachung der Pflichten des Treuhänderstandes.“
Und wie definiert die Treuhandkammer Ehre und Ansehen:
Die Mitglieder der Treuhandkammer haben den Treuhänder Stefan Wenaweser zu ihrem Präsidenten gewählt. Jeder weiss, dass Wenaweser bei einer Akteneinsicht Dokumente aus Gerichtsakten gestohlen hatte.
Die Mitglieder der Treuhandkammer haben Anton Wyss zu ihrem Vizepräsidenten gewählt, der von der US-Behörde OFAC sanktioniert wurde, weil er Transaktionen mit sanktionierten russischen Geldern ermöglicht hat.
Das ist die Liechtensteiner Doppelmoral.
Das passt zu der Doppelmoral: Ehre und Ansehen predigen und in Wirklichkeit solche Typen an der Spitze.
Wenn die Treuhänder in Liechtenstein solche Personen zu ihren Repräsentanten wählen, dann weiss man, was Man einen Treuhändern erwarten kann.
Das höchste Gericht in Liechtenstein, der Liechtensteiner Staatsgerichtshof hatte in seiner Geschichte bisher 8 – 10 Präsidenten. Zwei von ihnen, nämlich Herbert Batliner und Harry Gstöhl wurden wegen Vermögensdelikten verurteilt. Bei Harry Gstöhl soll der Schaden laut Gericht bei über 40 Millionen Schweizer Franken gelegen haben.
Das sind dann Repräsentanten des Landes Liechtenstein.
Das Fürstenhaus gibt sich so katholisch und doch hält es seine schützende Hand über die Wirtschaftskriminalität im Land.
Man gibt sich seriös, aristokratisch und katholisch. Und ist Monarch des vielleicht kriminellsten Landes Europas.
800 Zombie Trusts weiter unter den Teppich zu kehren wird sehr sehr schwierig für einen Finanzplatz.
Ob aus Saudi Arabien noch Gelder nach Liechtenstein kommen werden, wage ich zu bezweifeln, nachdem Liechtensteiner Treuhänder ja selbst die Witwe und den Sohn des verstorbenen saudischen König Fahd mit dessen Asturion Stiftung über den Tisch gezogen haben. Mit Unterstützung des Fürstlichen Landgerichts, Richterin Schöpf-Herberstein. Da geht doch kein Saudi mehr nach Liechtenstein, um das nächste Opfer zu werden.
Die EU hat Sanktionen gegen Russland erlassen. Wann erlässt sie Sanktionen gegen Liechtenstein?
Ein Bekannter hat mich auf diese Internetseite aufmerksam gemacht. Wer macht denn bei Kenntnis dieser Umstände noch eine Stiftung oder ein Bankkonto in Liechtenstein, wenn man befürchten muss, dass der Treuhänder oder die Bank demnächst sanktioniert wird, weil der nächste Skandal ans Licht kommt?
Wie es scheint, haben Iwan, Dimitri und Sergei Rache geübt und sich an Liechtenstein gerächt. Der Finanzplatz ist jedenfalls nicht mehr sicher, das weiss die Welt jetzt.
Der Ruf Liechtensteins als Bankenplatz dürfte durch die jüngsten Ereignisse sehr schwer geschädigt worden sein.
Der ehemalige nigerianische Militärherrscher Sani Abacha hat während seiner Herrschaft Milliarden US-Dollar aus der Staatskasse abgezweigt wurden. Ein erheblicher Teil dieser Vermögenswerte wurde später von Ländern wie Liechtenstein identifiziert und an Nigeria zurückgeführt.
Der frühere Außenminister Liechtensteins, der Rechtsanwalt und Treuhänder Ernst Walch verwaltete das Vermögen in Liechtenstein und setzte sich gegen die Rückführung der Gelder an den nigerianischen Staat ein.
Ethische und politische Fragen sind manchen Treuhändern in Liechtenstein gleichgültig.
Die Geldwäsche-Risiken aus Sicht der Banken sind bei Kryptotranssktionen sehr hoch. Kryptotransaktionen können schwer nachverfolgt werden, besonders bei Mixing-Services, Privacy-Coins, DeFi-Protokollen.
So müssen deutsche Banken strenge Geldwäschegesetze einhalten (z. B. Geldwäschegesetz), in Liechtenstein ist dies natürlich absichtlich weitaus weniger streng. Man möchte ja das Geschäft haben…
Liechtenstein bietet sich selbst als Kryptostandort an, weil es eines der ersten klaren Blockchain-Gesetze hatte (TVTG) und über den EWR Marktzugang zur EU bietet.
Der EU-Marktzugang von Liechtenstein für Kryptofirmen wird teilweise kritisch beobachtet. Die Kritik betrifft vor allem Regulierungs-Arbitrage, also dass Firmen ein Land mit lockereren Regeln wählen, aber trotzdem im EU-Markt tätig sind.