Ein Balsamico-Skandal mit Verbindungen zu Liechtenstein.
Das Angebot ist, nun ja, etwas speziell. Der Edelessig Balsamico wird in Eichenfässern gelagert und gereift. Nicht irgendwo, sondern in den Kellern des Jungfraujochs.
«Eine edle Essenz, gefangen in schützenden Eichenfässern, gereift in den Tiefen des Ewigen Eises der Schweizer Alpen», schwadroniert die Firma auf ihrer edel gemachten Webseite. Wer will da nicht zugreifen, wenn er sich einen «Tropfen Ewigkeit» ergattern kann.
Mehr als ein Tropfen, 30-Liter-Fässer stehen zum Verkauf. Für schlappe 12’000 Franken. Zunächst sollen sie mal fünf Jahre ruhen. Danach kann der Essigbesitzer die Reifung fortsetzen, sich das Fass liefern lassen oder die Firma beauftragen, es weiterzuverkaufen.
Man errät es: eine alternative Geldanlage mit hoher Rendite und niedrigem Risiko. Denn wer braucht schon keinen Balsamico in der Küche.
Allerdings ist es hier so wie häufig bei solchen exotischen Geldanlagen. Schöne Worte, eine edle Webseite und schmackhafte Versprechen sind das eine. Die Wirklichkeit ist eine andere. Oder wie das Thuner Tagblatt grossartig titelt: «Essig auf dem Joch: Käufer sind sauer».
Denn viele warten zum Teil schon seit Jahren auf die versprochene Rückzahlung ihrer Investition. Und versuchen, oft vergeblich, mit der Essigfirma Kontakt aufzunehmen. Das ist nicht so einfach, denn sie residiert – wo sonst – im Fürstentum Liechtenstein.
Dazu schreibt der Investigativjournalist Philippe Miller auf seiner Webseite «Warning Trading«:
«Die Gesellschaft Baerg Marti (Liechtenstein) AG ist seit dem 1. September 2014 im liechtensteinischen Handelsregister eingetragen und weist ein besonders intransparentes Profil auf. Trotz ihres mehr als elfjährigen Bestehens sind über ihre tatsächliche Geschäftstätigkeit, ihren Umsatz oder ihre Mitarbeiterzahl kaum öffentliche Informationen verfügbar. Als Tätigkeitsbereich wird sogar «keine bekannten Informationen» angegeben, was für Beobachter der Wirtschaft einen ersten Warnhinweis darstellt.
Liechtenstein gilt historisch als ein Finanzplatz mit geringer Transparenz, insbesondere aufgrund seiner Attraktivität für Offshore-Strukturen und private Stiftungen.»
Im fürstlichen Handelsregister sind zwar drei Personen aufgeführt, die mit dieser Firma in Kontakt stehen: Michael Istvan Töröcsik, Dominik Eggenberger und Annette Plummer. Das ist die für Liechtenstein typische Mischung. Töröcsik ist Mitglied des VR und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift. Er taucht auch noch als VR der Firma Beyond Barrell (Europe) AG auf. Auch diese in Liechtenstein domizilierte Bude verfügt über eine edle Webseite:

Hier kann man eine Flasche oder auch gleich ein ganzes Fass kaufen, wenn man sich das Problem mit dem Balsamico-Essig schönsaufen will.
Als zweiter VR erscheint der Liechtensteiner Treuhänder Eggenberger, wie üblich mit zahlreichen Verwaltungsrats- und Stiftungsmandaten ausgestattet. Er ist in der Geschäftsleitung und Partner des Treuhandbüros Presanta AG mit 50 Mitarbeitern in Schaan:

Mit diesem sympathischen Herren möchte man gerne mal ein Gläschen Rum kippen.
Die Dritte im Bunde, Plummer, ist ansonsten ein weitgehend unbeschriebenes Blatt.
Die Baerg Marti AG existiert seit 2014, über ihren Geschäftszweck ist in öffentlichen Verzeichnissen nichts bekannt. Wirtschaftlich Berechtigte, Umsatz, Bilanzsumme, Mitarbeiterzahl, Jahresabschlüsse, Aktionärsstruktur: aber bitte, wir sind hier im diskreten Fürstentum, wo solche Angaben nur sehr ungern und höchstens unter Zwang erfolgen.
Wie soll es mit dem Balsamico und seinen sauren Besitzern weitergehen? Einzelne bekamen ein Schreiben der Firma, dass nicht so drängeln sollen. Sie könnten sich das Fass für 500 Franken nach Hause liefern lassen. Da nicht allzu viele Kunden unbedingt ein 30-Liter-Fass in der Küche oder im Keller lagern wollen, gäbe es noch die zweite Option, die Lagerung für 2’200 Franken um fünf Jahre zu verlängern.
Das mache den Inhalt des Fasses noch wertvoller, die Rendite noch attraktiver. Tamedia ist es gelungen, den Essiglagerer zu einer Stellungnahme zu bewegen:
«Baerg Marti hat seinen Kunden zu keinem Zeitpunkt eine Wertentwicklung oder eine fixe Rendite, einen Markt für den Weiterverkauf oder einen erfolgreichen Weiterverkauf an Dritte garantiert.»
Zudem befände sich das Unternehmen in einer Umbauphase, da müssten diverse interne Abläufe überprüft werden.
Natürlich kann man jedem Kunden, der in eine so exotische Sache mit einem in Liechtenstein domizilierten Geschäftspartner investiert, ein gewisses Eigenverschulden vorwerfen.
Auf der anderen Seite ist es so, dass solche Buden eigentlich nur auf kleinen Inseln im Meer, weit weg von Europa – oder in seinem Herzen, nämlich in Liechtenstein – existieren. Wobei: der Fürst hätte in den tiefen Kellern seiner Trutzburg doch sicherlich noch ein Plätzchen für so ein Fass.




Ich werde die Hälfte meines Vermögens in diesem Essig anlegen, der von Tag zu Tag im Wert steigen wird. Als Liechtensteiner Unternehmen ist dies sicher vertrauenswürdig.
Die andere Hälfte werde ich bei der TGI AG in Liechtenstein anlegen, denn da bekomme ich Gold mit Rabatt.
So einfach ist es, in Liechtenstein reich zu werden.
Liechtenstein gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte Europas für Finanz- und Wirtschaftskriminalität.
MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Die Zeitungen schreiben doch schon ganz offen über die massive Kriminalität in Liechtenstein, hier der Tagesspiegel:
Das Fürstentum Liechtenstein ist offenbar nicht nur für Steuerflüchtlinge sondern auch für alle Arten von Kriminellen ein Paradies. Eine spanische Zeitung berichtet über Gelder aus Drogengeschäften und Korruption, die in das Land geflossen sind.
https://www.tagesspiegel.de/politik/liechtenstein-hort-der-kriminellen-1619899.html
Liechtenstein zieht bestimmte Firmen an, weil es als rechtsfreier Raum gilt.
In einem Land mit schwerer und organisierter Kriminalität kann man mit einer Gesellschaft mit einem fragwürdigen Geschäftsmodell doch problemlos agieren.
Das höchste Gericht in Liechtenstein ist das Verfassungsgericht, der Staatsgerichtshof. Von den bisher 8 – 10 Präsidenten des Staatsgerichtshofs seit seiner Gründung wurden zwei wegen Vermögensdelikten verurteilt, nämlich Herbert Batliner, der Erfinder der Familienstiftung und Harry Gstöhl, der als Treuhänder zweistellige Millionenbeträge seiner Kunden veruntreut hat und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
Nachdem dies die obersten Repräsentanten Liechtensteins sind, würde ich irgendwelche kriminellen Aktivitäten auch von Liechtenstein aus unternehmen. Da versteht man so etwas wenigstens.
Die Justiz in Liechtenstein wird von Kritikern als nicht neutral bezeichnet, die Finanzmarktaufsicht als Vetternwirtschaft. Für fragwürdige Geschäftsmodelle geradezu ideale Bedingungen.
Die letzten Neubauvillen auf grossen Grundstücken auf dem Mars zu verkaufen. Beeilen Sie sich, bevor es zu spät ist. Zahlen Sie jetzt, Fertigstellung demnächst. Tausende zufriedene Kunden. Garantierte Sicherheit durch Liechtensteiner Gesellschaft, Aufsicht und Gerichtsstand.
ROCKSOLID TRUST Treuhand AG, Schlossgasse, Vaduz
Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder, des Regierungssekretärs bzw. der Regierungssekretärin, der Generalsekretäre bzw. Generalsekretärinnen und Persönlichen Mitarbeitenden sowie der Mitglieder der Landespolizei. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state
Das Versagen der Finanzmarktaufsicht (FMA) in Liechtenstein bei der Verhinderung von Skandalen kann auf mehrere mögliche Ursachen zurückgeführt werden.
1. Interessenkonflikte und politischer Einfluss
In kleinen Staaten wie Liechtenstein sind die Beziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und Finanzaufsicht oft eng verwoben. Es kann vorkommen, dass die FMA unter Druck steht, bestimmte Akteure oder Institutionen nicht zu streng zu überwachen, um negative Auswirkungen auf den Finanzsektor oder die nationale Wirtschaft zu vermeiden.
2. Mangelnde Konsequenzen und Durchsetzung
Auch wenn die FMA Unregelmäßigkeiten feststellt, können mangelnde Sanktionen oder eine ineffiziente Rechtsverfolgung durch voreingenommene Staatsanwälte dazu führen, dass Skandale nicht wirksam bekämpft werden. Wenn Finanzinstitute oder Einzelpersonen keine signifikanten Konsequenzen für Fehlverhalten befürchten müssen, bleibt der Anreiz bestehen, illegale Geschäfte fortzuführen.
3. Reputationsschutz
Aufsichtsbehörden können zögern, Missstände öffentlich zu machen, um den Ruf des Finanzplatzes zu schützen. Solche Bemühungen zur Schadensbegrenzung könnten allerdings dazu führen, dass tiefere Probleme ungelöst bleiben.
Zusammengefasst könnte das Versagen der FMA in Liechtenstein auf eine Kombination aus systemischen Schwächen sowie politischen Einflüssen zurückzuführen sein. Eine effektive Aufsicht setzt voraus, dass diese Herausforderungen angegangen werden, um zukünftige Skandale zu vermeiden.
Man kann vor Liechtensteiner Stiftungen und Trusts nur warnen:
1. Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
2. Es fehlt richterliche Kontrolle, die Liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
3. Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
4. Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
5. Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.
Investoren können weder den Gerichten vertrauen, noch einer angeblichen Rechtssicherheit.
Offensichtlich sind in Liechtenstein Vetternwirtschaft und Willkür höherrang als Recht und Gesetz. Das stellt die Rechtsstaatlichkeit selbst des Finanzplatzes und des Landes infrage. Interessenskonflikte sind offensichtlich systemisch, Justiz, Politik, Anwaltschaft und Treuhandwesen sind miteinander verbunden, so dass es keine Neutralität mehr gibt. Dies sind keine Einzelfälle, dies ist ein Problem des Standorts.
Das ist gravierend für einen Finanzplatz. Für Investoren heißt das: Rechte sind eventuell nicht verlässlich durchsetzbar.
Heute bezahlen, Lieferung vielleicht irgendwann einmal?
Kein Wunder, dass diese Firma nicht in der Schweiz domiziliert ist, sondern in Liechtenstein. Das passt ins Bild.
Der Artikel stellt nicht nur Einzelfälle dar, sondern zeigt ein wiederkehrendes strukturelles Problem im Finanzsystem:
Liechtenstein präsentiert sich seit Jahren als sauberer, reformierter Finanzplatz („weisse Weste“) – aber neue Skandale stellen dieses Selbstbild massiv infrage.
Zentrale Vorwürfe und Themen
1. Geldwäsche & internationale Kriminalität
Laut Artikel war Liechtenstein wiederholt Drehscheibe für internationale Geldwäsche.
Beispiele:
– italienische Mafia (‘Ndrangheta) soll dort Gelder geparkt haben
– Netzwerke rund um veruntreute venezolanische Staatsgelder (Milliardenhöhe) nutzten Strukturen im Fürstentum
Teilweise seien Bargeldsummen über Banken abgewickelt und physisch transportiert worden.
Aussage: Liechtenstein taucht immer wieder als Knotenpunkt für illegale Finanzströme auf.
2. Probleme im Bankensektor
Mehrere Banken gerieten in Turbulenzen oder Ermittlungen.
Insgesamt wird von fragwürdigen Geschäftspraktiken gesprochen.
Das beschädigt den Ruf des Landes zusätzlich.
3. Widerspruch zwischen Image und Realität
Regierung, Fürstenhaus und Finanzbranche betonen seit Jahren, man habe sich reformiert.
Der Artikel stellt dem entgegen: Hinter der „sauberen Fassade“ verbergen sich weiterhin „Abgründe“.
Hauptkritik: Reformen existieren – aber sie reichen offenbar nicht oder werden ausgehebelt.
4. Hoher Ermittlungsdruck
Staatsanwaltschaften und Finanzaufsicht haben viele laufende Verfahren, auch international.
Fälle betreffen oft grenzüberschreitende Netzwerke.
Das Problem ist nicht lokal begrenzt, sondern global vernetzt.
Gesamtbild
Der Artikel vermittelt im Kern:
Liechtenstein hat sich zwar nach früheren Steuerskandalen bemüht, Transparenz zu zeigen
doch:
– neue Fälle von Geldwäsche
– Verbindungen zu Mafia und Staatskorruption
– Probleme bei Banken
untergraben das Vertrauen erneut
https://www.bazonline.ch/liechtensteins-weisse-fassade-broeckelt-971207461924
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
Contact:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
Contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
Criminalité Économique et Criminalité Organisée au Liechtenstein
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
Contact :
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Je fragwürdiger ein Geschäftsmodell, desto eher ist es in Liechtenstein angesiedelt. Denn da hat es viel Verständnis, wenn Gelder plötzlich weg sind, da hat es ein Justiz, die alles andere als neutral ist und da würden kleine Veruntreuungen gar nicht erst beachtet werden.
The core criticism in the Independent article from 21. March 2018 is quite sharp and focuses on a structural weakness in Liechtenstein’s trust system, not just isolated abuses.
The article argues that Liechtenstein’s trust system creates a dangerous imbalance, where trustees can hold decisive control while beneficiaries may lack effective legal rights—meaning that wealth placed there can, in extreme cases, become inaccessible to its intended owners.
1. Main Criticism: Beneficiaries can lose control over their own wealth
The article’s central claim is that in Liechtenstein discretionary trusts, legal control lies with trustees—not with the beneficiaries.
– Beneficiaries may have no enforceable legal rights
– In disputes, they may not even be heard properly in court
– Trustees hold the decisive legal authority over the assets
This creates the risk that:people can lose access to their own wealth once it is placed in a trust.
2. Criticism of the legal structure (systemic issue)
The problem is presented as built into the legal framework, not accidental:
Liechtenstein law allows“all legal rights” to sit with the trustee.
Beneficiaries—especially “discretionary” ones—have limited rights and weak enforcement options
Courts may confirm this imbalance (as in the Perry case)
Key message:
The legal design prioritizes asset control by fiduciaries over protection of beneficiaries
3. Weak legal recourse against trustees
The article highlights a crucial risk:
Even if trustees act improperly, beneficiaries may struggle to challenge them, legal remedies are limited or ineffective.
In extreme cases, beneficiaries can be locked out completely
This leads to the perception of insufficient legal protection and enforcement.
4. The “secrecy vs. risk” trade‑off
Liechtenstein is described as attractive because of secrecy, asset protection and stability
But the article argues: That secrecy comes at a price:
– Lack of transparency leads to less oversight
– Less oversight leads to higher risk of misuse
Core criticism:
The same features that attract wealth also create vulnerability to abuse
5. Risk of trustee abuse or misappropriation
Because trustees control information, control legal rights, manage the assets, the article implies that the system can allow trustees to misuse or retain assets against beneficiaries’ interests.
6. Reputational criticism: “losing the trust of the super‑rich”
The headline itself reflects the broader conclusion:
– Liechtenstein used to be a“gold standard” for wealth protection
– But cases like the Perry dispute show that wealthy clients are losing confidence
The criticism is therefore not only legal but reputational: The system may undermine the very trust it promises.
https://www.independent.co.uk/news/long_reads/liechtenstein-tax-haven-super-rich-trust-lost-beneficiaries-trustees-legal-laws-a8239956.html
Antworten
Manche Firmen begeben sich eben gerne in einen rechtsfreien Raum, um zu geschäften, und da bietet sich Liechtenstein augenscheinlich an.
Der WELT‑Artikel „‚Kriminelles System‘? Die Vorwürfe gegen das Geldparadies der Superreichen“ behandelt Liechtenstein sehr kritisch. Die Kernaussage ist, dass Liechtenstein offiziell als sicherer Hafen für große Vermögen gilt, doch konkrete Einzelfälle dieses Versprechen zunehmend infrage stellen. Der Beitrag stellt die Frage, ob hinter dem Image des sicheren Geldparadieses strukturelle Probleme stecken – und warnt, dass schon einzelne glaubwürdige Fälle ausreichen, um das Vertrauen massiv zu beschädigen.
Zentrale Inhalte und Vorwürfe
1. Zweifel am Kernversprechen des Finanzplatzes
Liechtenstein wirbt damit, dass Vermögen in Stiftungen und Trusts sicher und geschützt sind. Genau dieses Versprechen wird im Artikel angegriffen:
In einzelnen Fällen soll der Zugriff auf Vermögen plötzlich entzogen worden sein.
Das ist besonders brisant, weil:
– viele internationale Kunden genau deshalb nach Liechtenstein gehen
– Vertrauen der entscheidende Faktor ist
2. Konflikte zwischen Begünstigten und Treuhändern
Der Artikel beschreibt Fälle, in denen Begünstigte oder wirtschaftlich Berechtigte nicht mehr an ihr eigenes Vermögen gelangen. Ursache sollen Strukturen der Treuhand- und Stiftungsverwaltung sein.
Implizite Kritik: Wer die Kontrolle hat (Treuhänder), hat faktisch die Macht
3. Reicht das Rechtssystem aus?
Es wird die Frage aufgeworfen: Funktionieren Kontrollmechanismen und Gerichte ausreichend?
Hintergrund:
Wenn Betroffene keinen Zugriff bekommen oder Verfahren lange dauern, entsteht ein systemisches Misstrauen.
4. Reputationsrisiko für das Land
Der Artikel betont dass solche Vorwürfe gefährlich für den Finanzplatz insgesamt sind.
Warum?
Liechtenstein lebt davon, als:
– stabil
– rechtsstaatlich
– verlässlich
wahrgenommen zu werden.
Der Artikel sagt im Kern: konkrete Streitfälle um Trusts und Stiftungen und eingeschränkter Zugriff auf Vermögen untergraben das zentrale Verkaufsversprechen des Landes. Für das Versprechen des Finanzstandorts könnten solche Vorwürfe gefährlich werden.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus255111372/Kriminelles-System-Die-Vorwuerfe-gegen-das-Geldparadies-der-Superreichen.html
Rechtsstaatlichkeit ist in Liechtenstein offenbar oft nicht mehr als Fassade. Hinter dem schönen Bild eines Rechtsstaats scheint ein System zu stehen, in dem Beziehungen mehr zählen als Recht und Gesetz. Wer nicht Teil dieser Netzwerke ist, läuft Gefahr, praktisch rechtlos zu sein – weil selbst die Justiz nach Eindruck vieler Betroffener eher Vetternwirtschaft als unabhängiger Rechtsfindung folgt.
Ist mein Geld sicher bei einer Liechtensteiner Gesellschaft, die Luxus Balsamico Essig verkauft, aber vielleicht nicht gleich liefert?
Ist mein Geld sicher bei einem Liechtensteiner Treuhänder oder einer liechtensteinischen Bank, wenn Rechtsschutz und Vermögensschutz in Liechtenstein in Frage gestellt werden?
Dieses Schema „heute zahlen, Lieferung vielleicht eines Tages einmal, Firmensitz Liechtenstein“ ist suspekt, erinnert an die TGI AG, wo man Gold mit „Rabatt“ kaufen kann, welches irgendwann einmal vielleicht geliefert wird.
In Liechtenstein verschwinden ganze Vermögen. Hunderte Zombie Trusts, bei denen Nicht-Sanktionierte ihre Vermögen verloren haben. Da kommt es auf ein paar Tausend Franken wegen möglicherweise nicht gelieferter Essigfässer nicht mehr an.
Der Finanzplatz Liechtenstein muss sich angesichts der vielen, über Jahre hinweg ähnlichen Medienberichte eine grundlegende Frage gefallen lassen: Wie belastbar sind seine zentralen Vertrauensgrundlagen tatsächlich?
Im Kern geht es dabei um drei entscheidende Pfeiler:
* Rechtssicherheit
* Institutionelle Integrität
* Vermögensschutz
Wenn sich Kritik über so lange Zeit in ähnlicher Form wiederholt, lässt sich nicht mehr einfach von Einzelfällen sprechen. Dann drängt sich vielmehr die Frage auf, ob diese Grundlagen wirklich so verlässlich sind, wie es nach außen dargestellt wird – oder ob genau hier zunehmend Zweifel entstehen.
Manche unternehmen gehen nach Liechtenstein, weil sie auf die korrupte Justiz in Liechtenstein hoffen..,,.
Es wird interessant, ob der Fürst sich dieses Jahr beim Fürstenfest (Staatsfeiertag) am 15. August sehen lässt. Immerhin gibt es ein paar Hundert Russen, denen, obwohl sie nicht sanktioniert sind, der Zugang zu ihren Vermögen verweigert wird. Es wird spannend.
Der Erbprinz hat sich zwar letztes Jahr bei der Huldigungsfeier (Staatsfeiertag) gezeigt, er war da kaum zu sehen, so viele Bodyguards waren um ihn herum. Bei seiner Ansprache hat er natürlich die Zombie Trust nicht erwähnt, sondern hat über künstliche Intelligenz geredet.
Liechtenstein lebt davon, dass sich niemand vorstellen kann, dass es ein völlig korruptes Land mitten in Europa gibt. Aber das gibt es.
Liechtenstein is a well known hub for economic crime. That’s why some companies use Liechtenstein as their registered headquarters.