Am 1. Juli ist das neue Trustrecht im Fürstentum in Kraft getreten. Wie immer ein Gebastel auf Druck von aussen.
Kurz vor ihrem 100. Geburtstag unterzieht Liechtenstein sein Trustrecht einer Generalüberholung. Offiziell soll die Reform den Finanzplatz stärken und die Governance verbessern. Tatsächlich liest sich die Gesetzesrevision aber auch wie ein spätes Eingeständnis, dass das bisherige System gravierende Schwächen aufwies – Schwächen, die in internationalen Streitigkeiten um Trusts, Begünstigte und treuwidrig handelnde Trustee immer deutlicher zutage traten.
Die Regierung verkauft die Reform als Modernisierung. Kritiker sehen darin dagegen vor allem den Versuch, jahrelange strukturelle Mängel zu kaschieren, die Liechtensteins Ruf als internationaler Truststandort zunehmend belasteten.
Die wichtigste Neuerung ist die Einführung eines sogenannten Informationsberechtigten. Bislang konnten Begünstigte eines Trusts – insbesondere bei Ermessens-Trusts – unter Umständen weder Einsicht in Unterlagen verlangen noch den Trustee wirksam gerichtlich kontrollieren. Nach der Reform soll künftig eine ausdrücklich bezeichnete Person diese Kontrollfunktion übernehmen. Sie erhält umfassende Auskunfts- und Einsichtsrechte sowie die Möglichkeit, gerichtliche Aufsichtsverfahren einzuleiten.
Gerade diese Änderung wirft aber Fragen auf. Denn anstatt die Rechte der wirtschaftlich Betroffenen – der Begünstigten – zu stärken, verlagert das Gesetz die Kontrolle auf eine dritte Person. Diese kann durchaus unabhängig sein, sie kann aber ebenso vom Trustgründer bestimmt worden sein. Ob dadurch tatsächlich mehr Transparenz entsteht oder lediglich eine weitere Ebene zwischen Trustee und Begünstigten geschaffen wird, wird erst die Praxis zeigen.
Auch die übrigen Governance-Regeln werden deutlich verschärft. Trustee müssen umfangreicher dokumentieren, Auskünfte erteilen und ihre Tätigkeit nachvollziehbar machen. Das klingt selbstverständlich. Gleichzeitig stellt sich jedoch die unbequeme Frage, weshalb all diese Instrumente erst jetzt eingeführt werden. Wenn heute zusätzliche Kontrollmechanismen als notwendig gelten, bedeutet das zwangsläufig, dass sie bislang fehlten.
Die Reform reagiert damit indirekt auf eine jahrelange Kritik internationaler Anwälte und Prozessparteien. Immer wieder wurde beanstandet, Begünstigte hätten kaum Möglichkeiten gehabt, sich gegen intransparente oder pflichtwidrige Trustee zur Wehr zu setzen. Dass der Gesetzgeber nun genau diese Lücken schliesst, kann schwerlich als bloss technische Anpassung dargestellt werden.
Besonders bemerkenswert ist zudem der Paradigmenwechsel im liechtensteinischen Trustrecht. Traditionell stehen im angelsächsischen Trustrecht die Begünstigten im Zentrum der Kontrolle des Trustees. Liechtenstein entfernt sich mit dem neuen Modell bewusst von diesem Ansatz. Künftig soll nicht mehr zwingend der Begünstigte selbst die Kontrollrechte ausüben, sondern der Informationsberechtigte als eigens geschaffene Instanz. Ob dieses Modell international Akzeptanz findet, ist fraglich.
Für gemeinnützige Trusts werden zusätzlich Aufsicht und Revision ausgebaut. Sie werden künftig stärker nach dem Vorbild gemeinnütziger Stiftungen überwacht. Dagegen bleiben das Stiftungsrecht selbst sowie die liechtensteinische Anstalt weitgehend unverändert. Das überrascht kaum.
Die eigentliche politische Botschaft der Reform liegt deshalb weniger in den einzelnen Gesetzesartikeln als in ihrer Existenz. Jahrzehntelang galt das liechtensteinische Trustrecht als angeblich grossartiges Erfolgsmodell. Nun räumt der Gesetzgeber selbst ein, dass zentrale Kontrollmechanismen fehlten und nachgebessert werden müssen. Die Reform ist deshalb zweifellos eine Modernisierung – zugleich aber auch ein spätes Eingeständnis, dass der bisherige Rechtsrahmen den Anforderungen an Transparenz und Governance nicht mehr genügte.
Entscheidend war wie immer gewaltiger Druck. Bis heute hängen rund 800 Zombie-Trusts in der Twilight Zone. Nachdem ihre Verwalter aus Angst vor US-Sanktionen feige die Flucht ergriffen, sind sie Untote – handlungsunfähig, sie können weder agieren, noch abgewickelt werden. Ihre Besitzer, grösstenteils Russen, haben seit Jahren keinen Zugang mehr; Immobilien, Yachten, Flugzeuge, andere Besitztümer zerfallen mangels Unterhalt.
Daran ändert auch dieses neue Trustrecht nichts. Die Skandale bei Stiftungen und Anstalten werden sowieso nicht abreissen. Eine peinliche Veranstaltung.




Bei liechtensteinischen Trusts und Stiftungen zeigt sich seit Jahren immer wieder dasselbe Muster:
– Nach dem Tod des Stifters werden die von ihm eingesetzten Trustverwalter oder Stiftungsräte mit aktiver Hilfe von Richter:innen aus ihren Funktionen abberufen. Dies teilweise mit den abenteuerlichsten Begründungen.
– Anschliessend werden Begünstigte systematisch von Informationen, Mitwirkungsrechten und jeder wirksamen Kontrolle ausgeschlossen. Dies wiederum mit aktiver Hilfe von Richter:innen. In dieser Zeit können die Treuhänder jahrelang völlig unkontrolliert die fremden Vermögen verwalten und sich so bereichern.
– Während Verfahren gegen Begünstigte oder ursprüngliche Stiftungsräte auffallend zügig vorangetrieben werden, ziehen sich Verfahren gegen Liechtensteiner Treuhänder häufig über Jahre hin.
– Suchen die Opfer, also die abgesetzten Trust- oder Stiftungsverwalter dann einen Rechtsanwalt in Liechtenstein auf, wird Ihnen das Märchen vom „bedauerlichen Einzelfall“ erzählt, obwohl in Wirklichkeit allgemein bekannt ist, dass es sich um ein ausgeklügeltes und eingespieltes System handelt, welches seit vielen Jahren immer und immer wieder zur Anwendung kommt. Denn auch die Rechtsanwälte haben kein Interesse daran, dass dieses System endet, da auch sie daran mitverdienen.
Man fragt sich, ob in Liechtenstein tatsächlich noch von irgendjemanden der Wille besteht, den Stifterwillen zu schützen – oder ob sich ein System etabliert hat, in dem Macht, Zeit und finanzielle Ressourcen zulasten der Betroffenen eingesetzt werden.
Ein funktionierender Rechtsstaat würde von Transparenz, wirksamer Kontrolle und der Gleichbehandlung aller Beteiligten leben. Wo der gegenteilige Eindruck entsteht, leidet nicht nur das Vertrauen der Betroffenen, sondern das Vertrauen in die rechtsstaatlichen Institutionen insgesamt.
Der Skandal der Asturion Stiftung der Witwe und des Sohnes des saudi-arabischen Königs Fahd stellt weder einen Einzelfall noch ein bedauerliches Fehlverhalten dar. Vielmehr handelt es sich um ein exemplarisches Beispiel für ein seit Jahren etabliertes, wiederkehrendes, systematisches Vorgehen innerhalb der liechtensteinischen Stiftungs- und Trustverwaltungspraxis.
Das Muster ist regelmäßig identisch: Treuhänder entziehen Begünstigten ihre Rechte, indem sie deren Begünstigtenstellung zunächst pauschal bestreiten. Diese Vorgehensweise kommt einer faktischen Rechtsverweigerung gleich. Die Betroffenen sehen sich gezwungen, ihre eigene Berechtigung in langwierigen Verfahren durch sämtliche Instanzen der liechtensteinischen Gerichtsbarkeit feststellen zu lassen. Gerichtliche Sanktionen gegen die verantwortlichen Treuhänder bleiben dabei aus.
Nach Überwindung dieser ersten Hürde folgt regelmäßig die nächste: die Verweigerung der gesetzlich vorgesehenen Auskunfts- und Rechenschaftsrechte. Erneut bleibt den Begünstigten keine andere Möglichkeit, als jahrelang zu prozessieren – wiederum durch alle Instanzen und wiederum ohne jegliche Konsequenzen für die Treuhänder.
Auf diese Weise vergehen oftmals Jahre, bis Begünstigte erstmals Kenntnis darüber erlangen, wie mit dem ihnen zugeordneten Stiftungs- oder Trustvermögen verfahren wurde. In diesem Zeitraum agieren Stiftungsräte ohne Kontrolle, können Vermögenswerte verschieben und eigene finanzielle Interessen verfolgen. Das System basiert auf Verzögerung, Zermürbung und der berechtigten Erwartung gerichtlicher Unterstützung.
Diese Praxis ist kein Zufallsprodukt. Sie wird ermöglicht durch eine Justiz, die Pflichtverletzungen durch einheimische Treuhänder systematisch folgenlos lässt, sowie durch das Ausbleiben wirksamer staatlicher Aufsicht auf höchster Ebene.
Dieses Vorgehen wird durch die Regierung und das Staatsoberhaupt geduldet, wodurch diese zur Aufrechterhaltung des Systems beitragen.
Richterin am Fürstlichen Landgericht Martina Schöpf-Herberstein ist den Argumenten der Treuhänder gefolgt, dass die Gewährung des gesetzlichen Informationsrechts der Stiftung schaden könne und hat daher entschieden, dass die Begünstigten ihr gesetzliches (!) Informationsrecht nicht erhalten.
Treuhänder der Asturion Stiftung sind Markus Kolzoff und Robert Beck.
Was nützt ein gesetzliches Informationsrecht, wenn Treuhänder dies oftmals verweigern und selbst die Justiz diese Rechtsverweigerung bestätigt. Wenn selbst die Justiz Begünstigte entrechtet.
Critics argue this has been the playbook in Liechtenstein for years. If rights cannot be enforced, they don’t really exist. Investors should proceed with extreme caution.
For years, the same playbook has been used in Liechtenstein: beneficiaries are pushed aside by trustees claiming to act in the best interests of the foundation while in reality protecting their own interests. First, beneficiary status is challenged. Then access to information is denied. This has become standard operating procedure for bad actors in the fiduciary industry. What is truly alarming is that courts appear willing to validate the scheme. For investors, this creates serious legal and governance risks. Extreme caution is warranted when dealing with Liechtenstein trusts and foundations.
Seit Jahren sehen sich die Witwe des verstorbenen Königs Fahd, Al Jawhara bint Ibrahim Al Ibrahim, und ihr Sohn Prinz Abdulaziz bin Fahd in Liechtenstein dem rechtwidrigen, wenn nicht sogar kriminellen System gegenüber, das Begünstigten von Stiftungen faktisch den Zugang zu ihren Rechten erschwert. Trotz klarer gesetzlicher Grundlagen wird ihnen als Begünstigten der Asturion‑Stiftung die Auskunftserteilung von den Liechtensteiner Treuhändern immer wieder verweigert – ein Vorgehen, das in Liechtenstein längst zum Muster, zu einem System geworden ist.
Die Treuhänder bedienen sich dabei regelmäßig derselben Standardformel: Es bestehe eine «hohe Wahrscheinlichkeit», dass die Begünstigten die erbetenen Unterlagen missbräuchlich verwenden und dadurch angeblich die Interessen der Stiftung gefährden könnten. Diese pauschale Unterstellung dient in der Praxis häufig dazu, Berechtigte über Jahre hinweg in kostspielige Mehrinstanzenverfahren zu treiben – ein struktureller Mechanismus, der den Zugang zu elementaren Informationsrechten faktisch aushebelt.
Im Fall der Asturion‑Stiftung wurde diese argumentative Schablone einmal mehr übernommen. Die Entscheidung von Landrichterin Martina Schöpf‑Herberstein, die die Argumentation der Treuhänder übernahm und stützte, fügt sich nahtlos in ein Muster ein, das Begünstigte strukturell benachteiligt und Treuhändern weitreichende Kontrolle über Transparenz und Informationsflüsse belässt.
Das Ergebnis: Selbst hochrangige internationale Begünstigte müssen sich durch eine jahrelange gerichtliche Abwehrhaltung kämpfen – nicht etwa, um Privilegien zu erlangen, sondern schlicht, um ein gesetzlich garantiertes Mindestmass an Transparenz zu erhalten.
Liechtensteinische Stiftungen und Trusts sind einfach extrem riskant, zu viele Betroffene berichten von einem kriminellen System von Treuhändern und Richter:innen, die die Rechte der Stifter und Begünstigten systematisch aushebeln.
Es ist erstaunlich, wieviel Kriminalität in so einem kleinen Land Platz hat.
Es liegt auf der Hand, dass die Rechte der Begünstigten gestärkt hätten werden sollen.
Die Einführung des sog. Informationsberechtigten kann für Begünstigte eine Verbesserung darstellen, muss es aber nicht.
Man kann daher nur weiter dringend abraten von liechtensteinischen Trusts.
Liechtenstein verkauft der Welt das Märchen vom sauberen, stabilen Finanzplatz – während hinter der Fassade ein System aus Wegsehen, Protektion und organisierter Wirtschaftskriminalität gedeiht. Wer gut vernetzt ist, darf offenbar Vermögen verschieben, Begünstigte zermürben und Verfahren endlos verzögern, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen. Der Rechtsstaat endet dort, wo die Interessen von Treuhändern, Banken und Machteliten beginnen. Die eigentliche Krise ist nicht der nächste Skandal – sondern die staatlich geduldete Verlogenheit eines Systems, das Korruption und Wirtschaftskriminalität nicht bekämpft, sondern absichert.
Anstatt die Begünstigten zu stärken, wurde durch die sog. Informationsberechtigten eine Zwischeninstanz geschaffen.
Kritiker fragen:
Warum soll jemand die Interessen der Begünstigten wahrnehmen, wenn die Begünstigten selbst dazu in der Lage wären?
Gerade bei volljährigen, geschäftsfähigen Begünstigten erscheint diese Konstruktion manchen unnötig paternalistisch.
Um wen geht es bei Trusts?
Um Begünstige.
Wurden die Rechte der Begünstigten durch die Reform gestärkt?
Nein.
Der Informationsberechtigte ist ein neues Organ mit unklarer Stellung.
Der wohl größte Kritikpunkt ist, dass mit dem Informationsberechtigten eine völlig neue Figur geschaffen wurde.
Es stellen sich zahlreiche Fragen:
* Wem ist der Informationsberechtigte verpflichtet – dem Treugeber, den Begünstigten oder dem Trust selbst?
* Nach welchem Massstab haftet er?
* Kann er Ermessensentscheidungen des Trustees überprüfen oder nur deren Rechtmässigkeit?
* Wie weit reicht seine Verschwiegenheitspflicht gegenüber den Begünstigten?
Viele dieser Fragen werden erst durch die Rechtsprechung beantwortet werden. Statt Rechtsklarkeit wurde weitere Rechtsunsicherheit geschaffen. Dies sicher zur Freude der liechtensteinischen Rechtsanwälte, die sich auf lukrative Rechsstreite freuen.
Bringt die Reform des Trustrechts den Begünstigten etwas? Nein.
Aber, da sehr viele Fragen zu den informationsberechtigten offen sind, bringt die Reform den liechtensteinischen Rechtsanwälten sehr viel.
Begünstigte hatten vor der Reform keine Rechte, Begünstigte haben nach der Reform keine Rechte.
Typisch Liechtenstein.
Das eigentliche Risiko, nämlich dass Begünstigte keinen Rechtsschutz und keinen Vermögensschutz haben, bleibt exakt so bestehen wie zuvor. Die Reform hat lediglich den Anschein von Verbesserung geschaffen – nicht deren Substanz.
Die Zahl der schwerwiegenden und detaillierten Vorwürfe gegen das liechtensteinische Justiz- und Finanzsystem steigt unübersehbar. Immer dringlicher stellt sich die Frage, ob Liechtenstein seinen Anspruch, ein glaubwürdiger und rechtsstaatlich verlässlicher Finanzplatz zu sein, überhaupt noch einlösen kann. Zahlreiche Betroffene treten erstmals an die Öffentlichkeit und berichten von Strukturen, die den Eindruck tiefgreifender systemischer Missstände und korruptionsähnlicher Praktiken erwecken.
Zugleich entsteht das Bild eingespielter Netzwerke aus Treuhändern, Richtern, Staatsanwälten und Rechtsanwälten, die über Jahre hinweg ein hochgradig routiniertes Vorgehen etabliert haben. Während Geschädigten oft die vertraute Formel vom „bedauerlichen Einzelfall“ präsentiert wird, scheint ein kleiner Kreis von Akteuren weiterhin von einem System zu profitieren, das grundlegende rechtsstaatliche Standards aushebelt und demokratische Kontrolle unterläuft.
Der SPIEGEL‑Artikel zur „Affäre Perry“ kritisiert Liechtenstein über die Darstellung eines konkreten Falls.
1. Kern des Falls
Im Mittelpunkt steht ein großer Erbschaftsfall:
Ein wohlhabender Unternehmer (Israel Perry) hinterlässt ein großes Vermögen. Teile dieses Vermögens liegen in liechtensteinischen Strukturen (Stiftungen/Trusts). Nach seinem Tod kommt es zu einem massiven Streit zwischen Erben und Verwaltern. Liechtenstein ist dabei der zentrale juristische Ort des Systems.
2. Kritikpunkt: Macht der Treuhänder
Der Artikel zeigt ein strukturelles Problem:
Die tatsächliche Kontrolle über das Vermögen liegt bei den Treuhändern – nicht bei den wirtschaftlichen Eigentümern (Begünstigten). Treuhänder verwalten die Strukturen, Begünstigte haben oft keine direkte Zugriffsmacht. In Konfliktfällen können sie ihre Rechte nur schwer durchsetzen.
In vergleichbaren Darstellungen wird betont, dass Begünstigte teils keine effektiven rechtlichen Ansprüche geltend machen können.
3. Kritikpunkt: Intransparenz
Ein zentraler Vorwurf: Strukturen in Liechtenstein (Stiftungen, Trusts) sind sehr intransparent, Außenstehende – auch Begünstigte – haben lediglich eingeschränkten Einblick und wenige Kontrollmöglichkeiten. Das erschwert Aufklärung, die Durchsetzung von Ansprüchen sowie die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.
4. Kritikpunkt: Begünstigung von Konflikten
Ein wichtiger impliziter Vorwurf ist, dass die Struktur selbst Konflikte erzeugt oder verschärft. Dies wegen unklarer Machtverhältnisse, fehlender Transparenz und einer komplexen Rechtslage.
Dies kann leicht zu Streit, Blockaden und gegenseitigen Vorwürfen kommen.
5. Subtile, aber zentrale Botschaft
Der Artikel zeigt durch den Fall:
Das System kann dazu führen, dass Vermögen faktisch der Kontrolle der eigentlichen Eigentümer entzogen wird.
Der SPIEGEL kritisiert an Liechtenstein vor allem die starke Stellung der Treuhänder, die geringe Transparenz von Stiftungen/Trusts sowie die erschwerte Rechtsdurchsetzung für Begünstigte. Dieses System kann Konflikte begünstigen und schwer lösbar machen kann. https://www.spiegel.de/wirtschaft/die-affaere-perry-ein-betrueger-und-sein-raetselhafter-nachlass-a-4cea039c-2de8-45c2-8964-c1834c4140bb
Ms Perry said: “I just want to warn people that if they are thinking of placing their assets in a trust registered in Liechtenstein, then they should run away as fast as possible because they will find that the trustees will become the beneficiaries.”
“Then the judge and Liechtenstein Trust committee will take the side of the trustees. I’m sure I’m not the only one who has been set up in this way but I intend to be the last one. The lesson here is that you cannot always trust the trustees,” she added.
https://philippaseilern.ch/en/related-articles/case-involving-a-liechtenstein-trust
Der Perry-Skandal hat offengelegt, wie vollkommen rechtlos Begünstigte Liechtensteiner Trusts sind. Die jetzige Reform hat diese Rechtlosigkeit der Begünstigten nicht im Geringsten verändert, denn sie haben weiterhin keine Rechte und keinen Vermögensschutz. Wer dieses erhebliche Risiko eingehen möchte, sollte sich dessen bewusst sein.
Alle anderen Länder sind doch nur neidisch, weil sie nicht so erfolgreich sind. Aber der Erfolg kommt von harter und fleissiger Arbeit.
Liechtenstein’s “small-state reality” is no excuse for systemic conflicts of interest. In a country of just 39,000 people, judges, lawyers, trustees, politicians, and financial actors are often related, socially intertwined, or professionally dependent on one another. This is not a conspiracy theory — it is the structural reality of a microstate. Internationally, such dense personal networks are recognized as a textbook risk for bias, compromised independence, and selective justice. Liechtenstein is not the exception; it is the case study. When the same elite circles rotate between politics, fiduciary services, regulatory bodies, and the courts, public trust collapses. The real scandal is not that everyone knows each other — it is the persistent refusal to acknowledge the corrosive impact this has on impartiality, accountability, and the rule of law.
Es ist doch leicht durchschaubar. Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Auffällig ist nicht, dass es Kritik gibt – sondern wie konsistent sie in dieselbe Richtung zeigt: fehlende Kontrolle, enge Netzwerke, begrenzte Transparenz und ein System, das auf Nähe statt Distanz basiert.
Einzelne Fälle, Namen und Beispiele mögen umstritten sein. Aber wenn sich immer wieder ähnliche Muster beschreiben lassen – von Medienkonzentration über gesellschaftliche Abhängigkeiten bis hin zu konkreten Vorwürfen im Finanzsektor –, dann geht es nicht mehr um Einzelfälle, sondern um Struktur.
Das eigentlich Bemerkenswerte ist jedoch etwas anderes:
Dass diese Diskussion zwar geführt wird, aber kaum sichtbare Konsequenzen hat.
Ein System, das auf Vertrauen und Stabilität setzt, kann sehr erfolgreich sein.
Doch wenn Kritik zwar möglich ist, aber folgenlos bleibt, stellt sich eine entscheidende Frage:
Handelt es sich noch um Kontrolle – oder nur um deren Simulation?
Denn langfristig gefährdet nicht Kritik die Reputation eines Finanzplatzes, sondern der Eindruck, dass sie ins Leere läuft.
Der Artikel stellt nicht nur Einzelfälle dar, sondern zeigt ein wiederkehrendes strukturelles Problem im Finanzsystem:
Liechtenstein präsentiert sich seit Jahren als sauberer, reformierter Finanzplatz („weisse Weste“) – aber neue Skandale stellen dieses Selbstbild massiv infrage.
Zentrale Vorwürfe und Themen
1. Geldwäsche & internationale Kriminalität
Laut Artikel war Liechtenstein wiederholt Drehscheibe für internationale Geldwäsche.
Beispiele:
– italienische Mafia (‘Ndrangheta) soll dort Gelder geparkt haben
– Netzwerke rund um veruntreute venezolanische Staatsgelder (Milliardenhöhe) nutzten Strukturen im Fürstentum
Teilweise seien Bargeldsummen über Banken abgewickelt und physisch transportiert worden.
Aussage: Liechtenstein taucht immer wieder als Knotenpunkt für illegale Finanzströme auf.
2. Probleme im Bankensektor
Mehrere Banken gerieten in Turbulenzen oder Ermittlungen.
Insgesamt wird von fragwürdigen Geschäftspraktiken gesprochen.
Das beschädigt den Ruf des Landes zusätzlich.
3. Widerspruch zwischen Image und Realität
Regierung, Fürstenhaus und Finanzbranche betonen seit Jahren, man habe sich reformiert.
Der Artikel stellt dem entgegen: Hinter der „sauberen Fassade“ verbergen sich weiterhin „Abgründe“.
Hauptkritik: Reformen existieren – aber sie reichen offenbar nicht oder werden ausgehebelt.
4. Hoher Ermittlungsdruck
Staatsanwaltschaften und Finanzaufsicht haben viele laufende Verfahren, auch international.
Fälle betreffen oft grenzüberschreitende Netzwerke.
Das Problem ist nicht lokal begrenzt, sondern global vernetzt.
Gesamtbild
Der Artikel vermittelt im Kern:
Liechtenstein hat sich zwar nach früheren Steuerskandalen bemüht, Transparenz zu zeigen
doch:
– neue Fälle von Geldwäsche
– Verbindungen zu Mafia und Staatskorruption
– Probleme bei Banken
untergraben das Vertrauen erneut
https://www.bazonline.ch/liechtensteins-weisse-fassade-broeckelt-971207461924
Die Reform hat lediglich kosmetische Änderungen gebracht, nicht aber die Grundprobleme gelöst:
– mangelnde gerichtliche Kontrolle,
– langwierige Verfahren,
– Machtasymmetrien zwischen Treuhändern und Begünstigten,
– ungelöste „Zombie-Trusts“.
Die Reform ist eher eine Governance-Anpassung als eine Stärkung der Rechte der Begünstigten. Also Augenwischerei.
Typisch Liechtenstein: Kontrolle neu organisiert, Probleme nicht gelöst.
Die Reform suggeriert mehr Schutz, doch Rechtssicherheit und Vermögensschutz der Begünstigten bleiben genauso unsicher und riskant wie bisher.
Das liechtensteinische Trust- und Stiftungswesen steht seit Jahren unter dem massiven Verdacht, dass einzelne Treuhänder und Richter in einer Weise zusammenwirken, die weniger dem Rechtsschutz der Begünstigten als vielmehr der Machterlangung und der Bereicherung jener dient, die die Vermögensstrukturen kontrollieren. Wo Gerichte eigentlich Kontrolle ausüben sollten, entsteht der Eindruck eines Systems gegenseitiger Absicherung.
Treuhänder erhalten dadurch faktisch eine nahezu unangreifbare Stellung: Sie kontrollieren Vermögen in Millionen- oder Milliardenhöhe, während Begünstigte und Familienmitglieder systematisch an den Rand gedrängt werden. Wer sich gegen diese Machtstrukturen wehrt, sieht sich nicht selten Entscheidungen gegenüber, die den Eindruck erwecken, als würden Interessenkonflikte und offensichtliche Widersprüche bewusst ignoriert.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass dieses System seit Jahren von den politischen und institutionellen Spitzen des Landes geduldet wird. Solange Fürstenhaus, Regierung und Justiz keine wirksamen Konsequenzen ziehen, entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass nicht Rechtsstaatlichkeit oberste Priorität hat, sondern der Schutz eines Netzwerks aus Einfluss, Vermögensverwaltung und gegenseitiger Loyalität.
Der eigentliche Skandal ist daher nicht nur das Verhalten einzelner Akteure, sondern ein System, das nach außen Stabilität und Rechtssicherheit verkauft, intern jedoch den Eindruck vermittelt, dass Kontrolle dort endet, wo die Interessen mächtiger Treuhänder beginnen.
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
Contact:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
Contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
Contact :
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Typisch Liechtenstein: Kontrolle neu organisiert, Risiken nicht entschärft. Die Reform suggeriert mehr Schutz, doch Rechtssicherheit und Vermögensschutz der Begünstigten bleiben genauso unsicher wie bisher.
The Reuters article is critical of Liechtenstein mainly in three ways:
1) It highlights Liechtenstein as a hub for Russian wealth
The article stresses that Liechtenstein hosts thousands of low‑tax trusts, many linked to Russians, putting it “in the crosshairs” of Western sanctions efforts.
This implicitly criticizes the country for having allowed large amounts of opaque foreign wealth (including oligarch money) to be parked there.
In short: Liechtenstein is portrayed as part of the problem in hiding or structuring Russian assets.
2) It exposes weaknesses in oversight and transparency
U.S. sanctions triggered mass resignations of trust managers, who feared penalties.
As a result, hundreds of trusts were left unmanaged and in limbo, revealing a “far wider problem” with Russian money.
The criticism here is that:
– The system depends heavily on private intermediaries
– When pressure comes, it breaks down and becomes unmanageable
3) It suggests Liechtenstein still struggles with its reputation as a “safe haven”
The situation is described as a setback for a country trying to shed its image as a safe haven for foreign wealth.
The article also emphasizes deep and opaque financial ties between Russia and Europe via places like Liechtenstein.
So the criticism is reputational:
Even after reforms, Liechtenstein is still seen as
– secretive
– attractive for questionable or politically sensitive wealth
https://www.reuters.com/business/finance/under-us-pressure-liechtenstein-seeks-fix-stranded-russian-wealth-2025-05-30/
Die Zombie Trusts entlarven Liechtenstein in zweierlei Hinsicht – und beide sind verheerend.
Erstens: Der Mythos vom sicheren und verlässlichen Finanzplatz bricht zusammen. Hunderte russische Kunden, die nicht einmal sanktioniert sind, warten seit Monaten vergeblich auf Zugriff auf ihre eigenen Vermögenswerte.
Zweitens: Die Lage ist noch brisanter: Sanktionierte russische Gelder liegen weiterhin in liechtensteinischen Banken, oft nur dürftig in Offshore-Strukturen kaschiert. Das ist ein Pulverfass. Werden diese Verbindungen öffentlich, droht nicht nur ein massiver Reputationsschaden – die Banken selbst könnten ins Fadenkreuz internationaler Sanktionen geraten.
Die Reform gibt den Begünstigten nicht mehr Macht, sondern schafft mit dem Informationsberechtigten eine neue Kontrollinstanz, deren Rolle, Haftung und Befugnisse unklar sind. Dadurch könnten neue Rechtsfragen und Rechtsstreitigkeiten entstehen, ohne dass das grundlegende Machtgefälle zwischen Trustee und Begünstigten vollständig beseitigt wird. Eine Verbesserung der quasi rechtlosen Stellung der Begünstigten ist nicht eingetreten, so dass Liechtensteiner Trusts weiterhin hoch riskant bleiben.
Leidgeplagte liechtensteinische discretionary trusts: nun auch höchstgerichtliche Rechtsschutzverweigerung
Während der beneficiary beim common law trust gemeinhin als ,,equity´s darling”gilt, schlägt das Pendel in Liechtenstein zusehends in eine entgegengesetzte Richtung. Hier zeichnet sich ein massiver Abbau des Begünstigtenrechtsschutzes durch die Gerichtsbarkeit ab. Aufgrund der aktuellen Gesetzesanwendung durch die liechtensteinischen Rechtsfürsorgegerichte ist nun ein nachhaltiger Reputationsverlust des „Truststandorts“ Liechtenstein zu befürchten.
https://kanzleiboesch.com/files/kanzlei-boesch/Publikationen/PDF/Leidgeplagte%20liechtensteinische%20discretionary%20trusts.pdf
Die Reform verkauft Sicherheit, schafft aber keine. Für Begünstigte bleiben Rechtssicherheit und Vermögensschutz ein Risiko.
Besser hätten Fürst und Regierung von Liechtenstein nicht beweisen können, dass es ihnen nicht um die Verbesserung des Rechtsschutzes und des Vermögensschutzes von Begünstigten geht, ansonsten hätten Sie einfach deren Rechte gestärkt. Begünstigte geniessen also weiterhin weder Rechtsschutz noch Vermögensschutz. Hätten sie überhaupt nichts geändert, wäre die wahre Intention, Begünstigte rechtlos zu lassen, nicht so deutlich geworden.
Man kann daher nur ganz klar warnen: Finger weg von liechtensteinischen Strukturen wie Trusts und Stiftungen, man begibt sich ansonsten seiner Rechte.
Der WELT‑Artikel „‚Kriminelles System‘? Die Vorwürfe gegen das Geldparadies der Superreichen“ behandelt Liechtenstein sehr kritisch. Die Kernaussage ist, dass Liechtenstein offiziell als sicherer Hafen für große Vermögen gilt, doch konkrete Einzelfälle dieses Versprechen zunehmend infrage stellen. Der Beitrag stellt die Frage, ob hinter dem Image des sicheren Geldparadieses strukturelle Probleme stecken – und warnt, dass schon einzelne glaubwürdige Fälle ausreichen, um das Vertrauen massiv zu beschädigen.
Zentrale Inhalte und Vorwürfe
1. Zweifel am Kernversprechen des Finanzplatzes
Liechtenstein wirbt damit, dass Vermögen in Stiftungen und Trusts sicher und geschützt sind. Genau dieses Versprechen wird im Artikel angegriffen:
In einzelnen Fällen soll der Zugriff auf Vermögen plötzlich entzogen worden sein.
Das ist besonders brisant, weil:
– viele internationale Kunden genau deshalb nach Liechtenstein gehen
– Vertrauen der entscheidende Faktor ist
2. Konflikte zwischen Begünstigten und Treuhändern
Der Artikel beschreibt Fälle, in denen Begünstigte oder wirtschaftlich Berechtigte nicht mehr an ihr eigenes Vermögen gelangen. Ursache sollen Strukturen der Treuhand- und Stiftungsverwaltung sein.
Implizite Kritik: Wer die Kontrolle hat (Treuhänder), hat faktisch die Macht
3. Reicht das Rechtssystem aus?
Es wird die Frage aufgeworfen: Funktionieren Kontrollmechanismen und Gerichte ausreichend?
Hintergrund:
Wenn Betroffene keinen Zugriff bekommen oder Verfahren lange dauern, entsteht ein systemisches Misstrauen.
4. Reputationsrisiko für das Land
Der Artikel betont dass solche Vorwürfe gefährlich für den Finanzplatz insgesamt sind.
Warum?
Liechtenstein lebt davon, als:
– stabil
– rechtsstaatlich
– verlässlich
wahrgenommen zu werden.
Der Artikel sagt im Kern: konkrete Streitfälle um Trusts und Stiftungen und eingeschränkter Zugriff auf Vermögen untergraben das zentrale Verkaufsversprechen des Landes. Für das Versprechen des Finanzstandorts könnten solche Vorwürfe gefährlich werden.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus255111372/Kriminelles-System-Die-Vorwuerfe-gegen-das-Geldparadies-der-Superreichen.html
Was für ein Land… es wird alles getan, um Begünstigten möglichst wenige Rechte zu geben. Alle Rechte sollen bei den Liechtensteiner Treuhändern bleiben, die möglichst unkontrolliert schalten und walten sollen. Wer einen solchen Trust gründet, sollte einen Sachwalter bekommen.
The reform changes the structure, not the problem. Rather than strengthening beneficiary rights, it creates a new intermediary. Critics see this as a rebranding of the existing control deficit, not a solution.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob es einzelne problematische Themen oder Fälle in Liechtenstein gibt. Die entscheidende Frage lautet, warum seit Jahren ähnliche Vorwürfe erhoben werden, ohne dass erkennbar grundlegende Veränderungen erfolgen. Wenn Begünstigte über mangelnden Rechtsschutz, fehlende Transparenz und unzureichende Kontrolle klagen, betrifft dies längst nicht mehr einzelne Akteure, sondern die Verantwortung der staatlichen Institutionen insgesamt. Derjenige, der die höchste Verantwortung für das Gemeinwesen trägt, muss sich daran messen lassen, ob Rechtsstaatlichkeit, Kontrolle und Schutz von Eigentumsrechten in der Praxis wirksam funktionieren.
Manche Unternehmerfamilien haben Generationen dafür gearbeitet, ein Vermögen zu erwirtschaften und die alleinige Kontrolle darüber zu haben. Mit einer Liechtensteiner Struktur, sei es ein Trust oder eine Stiftung geben sie diese Kontrolle und ihr Vermögen vollständig auf.
Der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Stefan Herter wirbt auf seiner Internetseite für Liechtensteiner Stiftungen wie folgt:
„Eine Stiftung in Liechtenstein ist auch heute noch maßgeschneidert dafür, Vermögen dem Nachlass dauerhaft zu entziehen und auch den Erben vorzuenthalten.»
„Das liechtensteinische Recht gestattet als Stiftungszweck sogar die Behinderung und Vereitelung der Vollstreckung von ausländischen Urteilen gegen den Stifter.»
„Völlige Kontrolle des Stifters über den Treuhänder und den Stiftungsvorstand
Die Mitglieder der Geschäftsführung der Stiftung, die Stiftungsräte, kann der Stifter durch einen Treuhandvertrag an sich binden und so die Stiftung nach Belieben selbst steuern. Nach dem Tod des Stifters können diese Rechte auf beliebige Begünstigte des Stifters übertragen werden.»
„Nach dem maßgeblichen liechtensteinischen Recht ist aber das Motiv „Steuerhinterziehung“ kein Grund für die Unwirksamkeit einer Stiftungsgründung und die Aufhebung.»
https://www.drherter.com/erben-in-der-schweiz/stiftung-liechtenstein-1/
Aussagen wie „maßgeschneidert dafür, Vermögen dem Nachlass dauerhaft zu entziehen“ oder „Behinderung und Vereitelung der Vollstreckung von ausländischen Urteilen“ sind für einen Finanzplatz besonders heikel, weil sie genau jene Vorwürfe verstärken können, die Finanzzentren regelmäßig vermeiden möchten: Vermögensverschleierung, Gläubigerschutzvermeidung und mangelnde Transparenz.
Die Darstellung ist eine Werbung mit Abschottung, Gläubigerabwehr und Entrechtung von Erben, eine bemerkenswerte Darstellung des Finanzplatzes Liechtenstein.
Wenn Begünstigte bislang zu wenig Rechte hatten, warum wurden dann nicht ihre Rechte gestärkt? Stattdessen wurde eine neue, in ihrer Funktion und Verantwortung weitgehend unklare Zwischeninstanz geschaffen. Die Reform beantwortet die entscheidende Frage nicht: Wer kontrolliert den Trustee im Interesse der Begünstigten? Statt mehr Rechtsschutz gibt es vor allem mehr Komplexität.
Das Grundproblem bleibt bestehen. Kriminellen Treuhändern leistet die Gesetzeslage weiterhin Vorschub.
If the true goal had been to strengthen beneficiaries’ rights, the solution would have been obvious: give beneficiaries a legally enforceable right to information.
But this is Liechtenstein. Instead of empowering beneficiaries, lawmakers added yet another layer of bureaucracy while leaving beneficiaries in essentially the same weak position as before. The reforms created more paperwork, more compliance, and more procedural complexity—but not more accountability. Most importantly, they did nothing to make it harder for dishonest or even criminal trustees to exploit the system.
Liechtensteinische Strukturen wie Stiftungen und Trusts sind hoch riskant:
– Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
– Es fehlt richterliche Kontrolle, die liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
– Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
– Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
– Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.
Diese Reform zeigt, dass Begünstigte in Liechtenstein weiterhin ohne Rechte bleiben sollen. Sie zeigt, dass es Liechtenstein nicht um Rechtsschutz der Begünstigten geht. Sie zeigt, dass Liechtenstein als Finanzplatz ganz erhebliche Risiken birgt.
So funktioniert ein Liechtensteiner Trust:
Liechtensteiner Treuhänder haben alle Rechte.
Begünstigte haben überhaupt keine Rechte.
Wie naiv muss man sein, um sich auf so etwas einzulassen?
Fürst und Regierung unterstützen die Liechtensteiner Treuhänder und verweigern den Begünstigten von Trusts auch nach der Reform Rechtsschutz, Rechtssicherheit und Vermögensschutz.
Allergrösste Vorsicht ist geboten!
Man gibt vor, die Stellung der Begünstigten zu stärken. Und was passiert? Man stärkt die Stellung der Begünstigten nicht und ermöglicht weiterhin sehenden Auges, dass sich kriminelle Treuhänder unkontrolliert aus dem Vermögen des Trusts bedienen können.
Liechtenstein verspricht als Finanzplatz
– Rechtssicherheit,
– Vermögensschutz,
– Governance,
– Kontrolle von Trustees,
– Schutz von Begünstigten.
Durch die Trustrechtsreform gibt es keinerlei Verbesserung der Stellung der Begünstigten, sondern nur eine Fortsetzung des bestehenden Kontrolldefizits. Das trifft unmittelbar den Kern dessen, womit Liechtenstein um Vertrauen wirbt. Ein leeres Versprechen.
In dem Spiegel-Artikel wird Liechtenstein als dicht vernetztes, intransparentes Finanzsystem dargestellt, in dem persönliche Beziehungen, Diskretion und schwache Kontrolle problematische Geldflüsse begünstigen.
1. „Spinnennetz“ = eng verflochtenes System
Die zentrale Metapher des Artikels ist: Liechtenstein als „Spinnennetz“ aus Beziehungen. Das bedeutet konkret, dass Banken, Treuhänder, Politiker und Anwälte eng miteinander vernetzt sind, „jeder kennt jeden“ in diesem kleinen System.
Es entsteht ein System gegenseitiger Abhängigkeiten, Kontrolle wird erschwert, weil potenzielle Kontrolleure selbst Teil des Systems sind.
2. Nähe von Politik, Finanz und Justiz
Der Artikel kritisiert, dass selbst Politiker und öffentliche Akteure in Fälle verwickelt sein können.
Es fehlt eine klare Trennung zwischen Staat und Finanzplatz. Es besteht die Gefahr von Interessenkonflikten und mangelnder Unabhängigkeit.
3. Liechtenstein als Plattform für dubiose Geldflüsse
Der SPIEGEL beschreibt, dass sich im Land Hinweise auf viele problematische Geldgeschäfte finden lassen,
„wenn man nur danach sucht“. Gemeint sind Geldwäsche, Steuerumgehung oder Offshore‑Konstruktionen.
Solche Aktivitäten seien nicht zufällig, sondern strukturell möglich. Liechtenstein fungiere als Drehscheibe für internationale Vermögen zweifelhafter Herkunft.
4. Schwächen in Aufsicht und Kontrolle
Ein zentraler impliziter Vorwurf lautet: Ermittlungen mussten von außen oder durch spezielle Ermittler angestoßen werden, im normalen System seien Probleme zu lange unentdeckt geblieben.
Die Aufsicht funktioniert nicht effektiv genug, teilweise sei sie zu passiv und zu eng verbunden mit den beaufsichtigten Kreisen.
5. Tradition der Diskretion als Risiko
Liechtensteins vermeintliche Stärke wird als Schwäche dargestellt, nämlich hohe Diskretion, Verschwiegenheit, Schutz von Vermögen.
Das erleichtert Verschleierung und Intransparenz und damit auch missbräuchliche Nutzung.
6. Internationaler Druck & Imageproblem
Der Artikel steht im Kontext der damaligen Vorwürfe, so internationale Kritik (z. B. Deutschland, FATF). Der Verdacht besteht, Liechtenstein sei zu lax gegenüber Geldwäsche.
Tatsächlich führte das später zu Reformen und kurzfristig sogar zur Blacklist der FATF im Jahr 2000.
7. Gesamtbotschaft des Artikels
Der SPIEGEL sagt im Kern:Liechtenstein ist kein neutrales Finanzzentrum, sondern ein eng verflochtenes Netzwerk, das Intransparenz begünstigt, Kontrolle erschwert und problematische Geldflüsse anzieht.
Der Artikel ist heute ebenso aktuell wie damals, denn es hat sich kaum etwas geändert.
https://www.spiegel.de/politik/es-ist-ein-spinnennetz-a-19836f23-0002-0001-0000-000016466538
Die Kommentare hier sind ein trauriges Sammelbecken gescheiterter Anleger und selbsternannter «Experten». Wer ständig dieselben Geschichten erzählt, sollte sich vielleicht fragen, ob das Problem nicht bei ihm selbst liegt. Zum Glück entscheiden Investoren nach Fakten und nicht nach dem Gejammer anonymer Dauerbeschwerdeführer.
Liechtenstein gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte Europas für Finanz- und Wirtschaftskriminalität. Veruntreuung ist nicht der Ausnahmefall, sondern häufig.
MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Veruntreuung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Der Fürst verkörpert wie keine andere Institution den Staat Liechtenstein. Gerade deshalb stellt sich bei anhaltenden Vorwürfen zu Kontrolle, Transparenz und Rechtsdurchsetzung unweigerlich die Frage nach der Verantwortung der Staatsspitze. Wo weitreichende verfassungsmässige Befugnisse bestehen, werden auch entsprechend hohe Erwartungen an die Sicherung von Rechtsstaatlichkeit, Aufsicht und institutioneller Integrität gestellt.
Ganz klar: die Reform sollte die Stellung der Begünstigten doch deswegen nicht verbessern, damit kriminelle Treuhänder sich auch weiterhin an den Vermögen von Trusts unkontrolliert hemmungslos bereichern können.
Das ist Teil des Geschäftsmodells und niemand will dies ändern.
Wer verstehen will, warum der Finanzplatz Liechtenstein unter zunehmendem Druck steht, muss sich weniger mit Einzelfällen beschäftigen als mit den Mustern, die dahinter sichtbar werden.
Was sich in einschlägigen Fällen wie dem Bacardi-Skandal, dem Asturion-Skandal der Stiftung der saudischen Königsfamilie oder dem Hartlaub-Skandal zeigt, wirkt wie ein immer gleiches Drehbuch: Zunächst werden innerhalb von Stiftungen oder Trusts von den neuen Treuhändern Vergütungsmodelle eingeführt mit Vergütungen von bis zu 1 Mio. Franken pro Treuhänder pro Jahr, die in ihrer Höhe zumindest erklärungsbedürftig erscheinen. Transparenz darüber bleibt für die eigentlich Berechtigten oft begrenzt.
Sobald Betroffene beginnen, ihre Rechte aktiv einzufordern, verschiebt sich das Kräfteverhältnis weiter. Informations- und Kontrollrechte werden zum Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, die sich über Jahre hinziehen können. Die Neutralität der Justiz steht dabei sehr in Frage. In dieser Zeit bleibt effektive Kontrolle häufig theoretisch anstatt wie gesetzlich vorgesehen praktisch.
Hält der Widerstand an, folgen weitere Eskalationsstufen: die rechtliche Stellung von Begünstigten wird infrage gestellt, Verfahren vervielfachen sich, die Neutralität der Justiz steht weiter in Frage, und die Durchsetzung von Ansprüchen wird zunehmend zur Frage von Ausdauer und Ressourcen. Der Eindruck entsteht, dass nicht Klärung, sondern Ermüdung Teil der Dynamik ist. Die Justiz tut das Ihrige dazu.
Besonders problematisch wirkt dabei die Finanzierung: Die Mittel für diese Auseinandersetzungen stammen regelmäßig aus genau jenen Vermögenswerten, um deren ordnungsgemäße Verwaltung es eigentlich geht. Damit steht ein strukturelles Ungleichgewicht im Raum.
Noch gravierender ist die Wahrnehmung auf institutioneller Ebene: Wenn solche Konstellationen ohne sichtbare Konsequenzen bleiben, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Wirksamkeit von Kontrolle, Aufsicht und gerichtlicher Korrektur.
Der eigentliche Schaden entsteht nicht durch den einzelnen Fall, sondern durch das Bild, das sich daraus ergibt: ein System, das Konflikte nicht auflöst, sondern verlängert – und in dem Verantwortlichkeit schwer greifbar bleibt.
Für einen Finanzplatz, der von Vertrauen lebt, ist genau dieses Bild das eigentliche Risiko.
Der Europarat (MONEYVAL) hat festgestellt: «Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Veruntreuung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein».
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Veruntreuungen von Trust- und Stiftungsvermögen sind in Liechtenstein eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität. Dieses sog. «Dekantieren» hätte der Liechtensteinische Gesetzgeber erheblich erschweren können, wenn er den Begünstigten Informationsrechte eingeräumt hätte. Das hat er aber ganz bewusst nicht getan, so dass die Veruntreuungen von Trust- und Stiftungsvermögen weiterhin leicht möglich sind.
Dieses Verhalten der Regierung und des Fürsten, der bei der Gesetzgebung das letzte Wort hat, ist bedenklich, denn so wird schwerer Kriminalität Vorschub geleistet – zulasten der Begünstigten.
Der Artikel zeichnet ein kritisches Bild von Liechtenstein als Finanzplatz, der durch seine Strukturen Geldwäsche, Steuerflucht und internationale Kriminalität begünstigen könnte.
1. „Paradies“ für Kriminelle
Liechtenstein wird als Ort dargestellt, der nicht nur Steuerflüchtlingen, sondern auch „allen Arten von Kriminellen“ attraktive Möglichkeiten bietet.
2. Nutzung des Finanzsystems für Geldwäsche
Laut Bericht sollen mehrere internationale Verbrecherbanden (z. B. aus Spanien) liechtensteinische Banken genutzt haben, um Geld zu waschen. Dabei wurden häufig Stiftungen gegründet, über die dann Bankkonten eröffnet wurden – ein Mechanismus, der Verschleierung erleichtert.
3. Verbindung zu schwerer Kriminalität
Es wird konkret erwähnt, dass Gelder aus Drogengeschäften (u. a. kolumbianische Kartelle) über Liechtenstein geschleust wurden.
4. Beteiligung an Korruptions- und Betrugsskandalen
Auch Korruptionsgelder aus politischen Skandalen sollen im Fürstentum gelandet sein. Damit wird Liechtenstein indirekt mit internationaler Korruption und Wirtschaftskriminalität in Verbindung gebracht.
5. Kritik an mangelnder Kontrolle/Attraktivität der Strukturen
Implizit wird kritisiert, dass das Finanzsystem (insbesondere Stiftungen und Bankgeheimnis) Kriminellen das Verbergen von Geld erleichtert.
https://www.tagesspiegel.de/politik/liechtenstein-hort-der-kriminellen-1619899.html
Herrlich, wie sich hier die Looser gegenseitig bestätigen. Alle Institutionen korrupt, alle Richter befangen, alle Treuhänder kriminell, alle Medien gekauft – außer natürlich die Kommentatoren hier, die als Einzige die Wahrheit kennen. Wer im Leben gescheitert ist, erklärt danach Liechtenstein zum Problem. Ein Glück, dass Investoren ihr Geld nach Fakten anlegen und nicht nach dem Gejammer gescheiterter Looser.
Was für ein kriminelles Pflaster!
Das kriminelle System in Liechtenstein ist bekannt, Trusts und Stiftungen werden seit Jahren regelmässig von kriminellen Treuhändern geplündert, aber in Liechtenstein ist jeder mit jedem verwandt oder verschwägert oder geschäftlich verbunden, so dass keiner jemand verpetzt.
Dass die Rechte der Begünstigten bei der „Reform» nicht gestärkt werden, sondern nur noch mehr Bürokratie geschaffen wird, passt genau in das Bild. Kein Mensch wollte die Rechte der Begünstigten ernsthaft stärken.
If rights do not exist and cannot be enforced, they don‘t really exist. Investors should proceed with extreme caution.