Wie können sich Juristen in Liechtenstein im Spiegel anschauen?

Der grosse Schriftsteller Balzac hat sie unüberbietbar gewürdigt, der grosse Karikaturist Daumier hat sie in nicht überbietbarer Hässlichkeit gezeichnet: Rechtsanwälte, Advokaten, Richter und andere Schandflecke einer ehrbaren Zunft.

Beide kannten das Liechtensteiner Rechtssystem nicht.

Sonst wären ihnen vielleicht mehr Ausdrücke eingefallen. Wie Gesetzesverdreher, berufsmässiger Nebelwerfer, juristischer Taschenspieler, Advokat der Spitzfindigkeit, Mietmaul des Rechts, Gaukler des Verfahrensrechts, Paragrafenschieber, Justizschmarozer, gebührenmaximierter, Aktenaufbläher, Advokat der Winkelzüge, Advokaten, die im Nebel gedeihen und in der Klarheit verkümmern.

Einer, der das Gesetz nicht anwendet, sondern bewirtschaftet. Ein Händler mit Paragraphen statt mit Waren, ein Virtuose der juristischen Finte.

Ist das zu viel der Ehre für die fürstliche Rechtszunft im Ländle?

Keineswegs. Unglaublich, aber wahr: es soll immer noch Beobachter geben, die Liechtenstein für einen Rechtsstaat halten. Natürlich behaupten das die Rechtsvertreter selbst lauthals und bei jeder Gelegenheit.

Hier herrsche eine hohe und exemplarische Rechtsstaatlichkeit mit kurzer Verfahrensdauer und einer bürgernahen Justiz. Das sei international anerkannt, effizient und zudem auch reformbereit.

Nichts wäre weiter von der Wirklichkeit entfernt.

Wer in Liechtenstein sein Recht sucht (und nicht findet), braucht zunächst einmal tiefe Taschen. Denn dem Fürschten hatte es geruht, dass nur Liechteiner Advokaten vor Liechtensteiner Gerichten plädieren dürfen. Dementsprechend verlangen sie exorbitante Honorare. Gerne 600 Franken die Stunde aufwärts, auch Hilfsarbeiter schlagen mit 300 und mehr zu Buche, und es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Stunden so ein Anwaltstag hat und wie viele Tage er für das Durchdringen auch einfacher Rechtsprobleme aufwenden muss.

Vorausgesetzt, es findet sich überhaupt ein Anwalt, wenn es gegen seine Zunftgenossen Treuhänder gehen soll. Da hat der Mandant oft und nicht zu Unrecht den Eindruck, dass er eigentlich gegen zwei Anwälte kämpfen muss. Den gegnerischen – und seinen eignen.

Abgesehen davon, dass alle Richter das von Fürsten Gnaden sind und sich niemals diese Sinekure mit Urteilen, die fürstliches Unbehagen auslösten, verscherzen würden.

Auch die kurze Verfahrensdauer findet nur in einem Fall Anwendung. Wenn es gegen einen frechen ausländischen Kläger oder Beklagten geht, der sich irgendwie unbotmässig verhalten hat. Indem er es zum Beispiel wagte, exorbitante Honorarrechnungen bei der Verwaltung einer Stiftung in Frage zu stellen.

Solche Prozesse finden ganz schnell ihr Ende, durch alle Instanzen hinweg in wenigen Wochen. Natürlich zuungunsten des ausländischen Klägers, versteht sich.

Wird der aber noch frecher und klagt tatsächlich einen liechtensteinischen Untreuhänder ein, dann dauert es. Und dauert. Und dauert. Wochenlang, monatelang, jahrelang. Nur schon in der ersten Instanz.

Da gibt es Schriftwechsel ohne Zahl und im Umfang von Hunderten von Seiten, natürlich bezahlt durch die Stiftung der Klägers, die sich gegen ihn wehrt, missbraucht durch ihre Stiftungsräte, obwohl er eigentlich der Begünstigte wäre.

Es gibt Spezialisten wie den stellvertretenden Regierungschef Liechtensteins, die problemlos Hunderte, insgesamt Tausende von völlig überflüssigen Seiten vollschmieren. Einziger Sinn und Zweck: pro Seite kann man locker 1000 Franken verrechnen, selbst wenn man mehr oder minder das Telefonbuch abschreibt.

Auch vor Parteienverrat schrecken sie nicht zurück.

Aber das ist noch nicht alles. Spricht es gegen den liechtensteinischen Beklagten, dann sind sie geradezu ingeniös in der Erfindung von Rechtsbegriffen, die ausserhalb des Fürstentums noch nie jemand gehört hat. Zum Beispiel der berühmt-berüchtigte blosse Anschein einer möglichen Interessenskollision.

Was das ist? Nun, ein blosser Anschein einer möglichen Rechtsstaatlichkeit ist dann gegeben, wenn man von Liechtenstein spricht.

Liegt die Interessenskollision aber auf der Hand, ein ungetreuer Treuhänder, der tief in die Geldtöpfe gegriffen hat, wehrt sich gegen seine Absetzung, dann sehen die Richter selbst das Offenkundige nicht. Können nicht erkennen, sehen keine ausreichenden Hinweise, halten nicht alle Voraussetzungen für erfüllt, und was der juristischen Rabulistik noch mehr ist.

Nicht nur der aussenstehende Laie fragt sich: wie können das all diese Rechtsverdreher und Winkeladvokaten vor ihrem Gewissen rechtfertigen?

Die Antwort ist allerdings ganz einfach: durch jahrelange Abhärtung. Den wer als Rechtsanwalt oder Richter in Liechtenstein an den Rechstsstaat glaubt, sollte sofort den Beruf wechseln. Aber wer will das schon.

48 Kommentare
  1. Liechtenstein: Der Rechtsstaat als Kulisse für die Mächtigen
    Liechtenstein: Der Rechtsstaat als Kulisse für die Mächtigen sagte:

    Liechtenstein verkauft der Welt das Märchen vom sauberen, stabilen Finanzplatz – während hinter der Fassade ein System aus Wegsehen, Protektion und organisierter Wirtschaftskriminalität gedeiht. Wer gut vernetzt ist, darf offenbar Vermögen verschieben, Begünstigte zermürben und Verfahren endlos verzögern, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen. Der Rechtsstaat endet dort, wo die Interessen von Treuhändern, Banken und Machteliten beginnen. Die eigentliche Krise ist nicht der nächste Skandal – sondern die staatlich geduldete Verlogenheit eines Systems, das Korruption und Wirtschaftskriminalität nicht bekämpft, sondern absichert.

    Antworten
    • Wer trägt die Verantwortung?
      Wer trägt die Verantwortung? sagte:

      Liechtenstein ist eine konstitutionelle Monarchie, in der der Fürst gemäss der Verfassung über weitreichende Kompetenzen verfügt. Dazu zählen insbesondere das Recht, Gesetze abzulehnen (Vetorecht), die Befugnis zur Auflösung des Landtags sowie ein erheblicher Einfluss auf Regierung und Justiz.

      Diese Machtkonzentration schränkt die klassische Gewaltenteilung ein und führt dazu, dass dem Fürsten in zentralen staatlichen Fragen faktisch die letzte Entscheidungsbefugnis zukommt.

      Verfügt ein Monarch über derart umfassende Befugnisse und lässt ein politisch-rechtliches System zu oder fördert ein solches, in dem kriminelle Praktiken — etwa die Aneignung und Schädigung von Stiftungen und Trusts unter Mitwirkung staatlicher Akteure wie Richterinnen, Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten — begünstigt werden, so begründet dies zumindest eine moralische Mitverantwortung.

      Antworten
    • Wirtschaftskriminalität als strukturelles Problem in Liechtenstein
      Wirtschaftskriminalität als strukturelles Problem in Liechtenstein sagte:

      Spätestens seit den Bewertungen von Europarat und MONEYVAL ist klar: Wirtschaftskriminalität und Veruntreuungen sind in Liechtenstein kein Randphänomen, sondern strukturelles Problem. Wer hier noch von einem makellosen Finanzplatz spricht, ignoriert bewusst die Realität. Die Fassade hält – aber nur, weil niemand zu genau hinschauen soll.

      Antworten
    • Die Fassade ist stabiler als der Rechtsschutz
      Die Fassade ist stabiler als der Rechtsschutz sagte:

      Wer sich auf den Finanzplatz Liechtenstein verlässt, geht ein erhebliches Risiko ein. Wo Macht konzentriert ist, Kontrolle schwach bleibt und internationale Gremien wie MONEYVAL wiederholt strukturelle Defizite bei Wirtschafts‑ und Finanzkriminalität feststellen, ist Vertrauen fehl am Platz. Rechtssicherheit wird behauptet, aber nicht verlässlich garantiert. Im Ernstfall zeigt sich: Die Fassade ist stabiler als der Rechtsschutz.

      Antworten
    • Risiko-Finanzplatz Liechtenstein
      Risiko-Finanzplatz Liechtenstein sagte:

      Nicht allein untreue Treuhänder sind das Kernrisiko, sondern eine Justiz, die Neutralität behauptet, aber Systemschutz praktiziert.

      Antworten
  2. Warnung vor Liechtenstein!
    Warnung vor Liechtenstein! sagte:

    Man kann vor Liechtenstein nur warnen:

    1. Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
    2. Es fehlt richterliche Kontrolle, die Liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
    3. Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
    4. Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
    5. Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.

    Investoren können weder den Gerichten vertrauen, noch einer angeblichen Rechtssicherheit.

    Antworten
    • Sumpf, Sumpf, Sumpf
      Sumpf, Sumpf, Sumpf sagte:

      Liechtenstein ist ein Zwergstaat, jeder ist mit jedem verwandt oder verschwägert, alle halten zusammen, keiner würde es wagen, etwas gegen einen anderen zu sagen, da er sonst von der Gemeinschaft zum Nestbeschmutzer abgestempelt werden würde. Daher die ganzen Skandale, die nicht aufgearbeitet, sondern vertuscht werden, daher die nicht neutrale Justiz, da ja die Liechtensteiner bevorzugt werden müssen, daher Nepotismus, Vetternwirtschaft und Korruption an allen Ecken.
      Wer es wagt, sich als Ausländer in ein solches geschlossenes System zu begeben, der wird möglicherweise das nächste Opfer des nächsten Skandals.

      Antworten
  3. Liechtenstein: Rule of law as a mere façade
    Liechtenstein: Rule of law as a mere façade sagte:

    Liechtenstein markets the illusion of a clean and stable financial centre to the world—while behind the façade, a system of willful blindness, protectionism, and organized financial misconduct continues to thrive. Those with the right connections appear able to move assets, wear down beneficiaries, and drag out proceedings indefinitely without facing meaningful consequences.

    The rule of law seems to end where the interests of trustees, banks, and entrenched elites begin. The real crisis is not the next scandal—it is the state-tolerated dishonesty of a system that does not combat corruption and financial crime, but effectively shields it.

    Antworten
  4. «Kriminelle in Liechtenstein»
    «Kriminelle in Liechtenstein» sagte:

    «Kriminelle in Liechtenstein

    Das wichtigste Element der Korruption in Liechtenstein ist die Unfreiheit der Justiz. Es wird damit ein Grundprinzip des Internationalen Völkerrechts verletzt, die eine unabhängige Justiz als unabdingbar erachtet. Eine unabhängige Justiz ist die Basis für echte Demokratie!
    Die Folge der unfreien Justiz ist die ungleiche Behandlung der Bürger vor der Justiz. Damit werden Menschenrechte gravierend verletzt, ohne dass sich jemand von der EU aufregen würde! Viele Menschen in Liechtenstein wünschten sich einen gerechten Staat. Doch keiner wagt es, sich gegen das herrschende System aufzulehnen. Wer es doch tut, wird mit Privilegien ruhig gestellt oder gnadenlos verfolgt. Wer gegen das System ist, hat in Liechtenstein keine Chance. Über kurz oder lang verfängt er sich in den Netzen der Obrigkeit und endet entehrt und gedemütigt am Rande der Gesellschaft.»
    https://matrixchange.blogspot.com/2019/06/kriminelle-in-liechtenstein.html

    Antworten
  5. Rule of Law unter Vorbehalt: Strukturelle Interessenkonflikte im liechtensteinischen Treuhand‑ und Justizsystem
    Rule of Law unter Vorbehalt: Strukturelle Interessenkonflikte im liechtensteinischen Treuhand‑ und Justizsystem sagte:

    Liechtenstein präsentiert sich als sauberer Finanz‑ und Rechtsstaat, praktiziert aber andere „Sitten“, in denen Macht, Nähe und Schutzmechanismen über Rechtsschutz und Transparenz gestellt werden.

    Der Artikel „Liechtensteiner Regierungs-Mitglied angezeigt» in Inside Paradeplatz am 1. Dezember 2025 beschreibt das Bild eines Staates, in dem Anwälte, Treuhänder, Justiz und Politik zu eng verflochten sind, Interessenkonflikte bagatellisiert werden, effektive Kontrolle fehlt, und das Treuhand‑ und Stiftungssystem systematisch zulasten der Begünstigten funktioniert.

    1. Schwere Interessenkonflikte im Anwaltswesen
    Der Artikel schildert den Fall des liechtensteinischen Rechtsanwalts Christoph Büchel, der zunächst von einem Mandanten ein Honorar und Vorschuss kassiert und später gegen denselben Mandanten auf der Gegenseite auftritt.
    Es wird kritisiert, dass ein Verhalten, das außerhalb Liechtensteins als klarer Interessenkonflikt gelten würde, dort lediglich als „bloßer Anschein“ behandelt wird – mit faktischer Straffreiheit.

    2. Aushöhlung des Begriffs „Interessenkollision“
    Der Artikel stellt infrage, wie Liechtenstein mit Interessenkonflikten umgeht Der Begriff des „bloßen Anscheins einer Interessenskollision“ wird als juristisch nebulös und schützend für Machtträger dargestellt. Internationale Juristen könnten diese Logik nicht nachvollziehen.
    Der Maßstab für berufsethisches Verhalten sei daher systematisch abgesenkt.

    3. Justiz schützt Treuhänder statt Begünstigte
    Im konkreten Stiftungsstreit wurde ein Begünstigter und zugleich Stiftungsrat aus „seiner“ Stiftung entfernt,
    während die Treuhänder im Amt blieben und die Gerichte Anträge auf deren Absetzung zurückwiesen.
    Die Justiz stelle sich daher strukturell auf die Seite der Treuhänder – nicht der wirtschaftlich Berechtigten.

    4. Selbstbedienung am Stiftungsvermögen
    Der Artikel kritisiert scharf, dass Anwälte und Treuhänder ihre umfangreichen Honorare
    aus dem Stiftungsvermögen finanzieren, also aus dem Vermögen, das sie eigentlich schützen sollen.
    Es wird bemängelt, dass das System eine asymmetrische Machtposition ermögliche, in der sich Verwalter aus dem verwalteten Vermögen selbst verteidigen und bereichern.

    5. Fehlende Disziplinaraufsicht
    Weder das Fürstliche Obergericht noch die Rechtsanwaltskammerreagierten laut Artikel auf Disziplinarbeschwerden gegen den Anwalt Christoph Büchel.
    Standesrechtliche Kontrolle existiere faktisch nicht oder werde nicht angewandt.

    6. Machtkonzentration im Staat
    Der Artikel betont die politische Dimension: Über allem stehe der absolutistisch regierende Fürst bzw. Erbprinz.
    Hohe staatliche und juristische Ämter seien eng verflochten.
    Gewaltenteilung sei zwar formell vorhanden, funktioniere aber faktisch nicht unabhängig.

    7. Systematische Skandale im Treuhandwesen
    Der Artikel ordnet den Einzelfall in eine lange Reihe von Skandalen ein:
    – Selbstbegünstigung von Treuhändern
    – Entzug von Stiftungen von Begünstigten
    – internationale Großfälle (z. B. Bacardí)
    – hunderte „Zombie‑Trusts“, die aus Angst vor US‑Sanktionen aufgegeben wurden

    Es handle sich daher nicht um Ausnahmen, sondern um ein strukturelles Muster.
    https://insideparadeplatz.ch/2025/12/01/liechtensteiner-regierungsmitglied-angezeigt/

    Antworten
    • Monika
      Monika sagte:

      Wenn selbst der Stellvertreter der Regierungschefin, Rechtsanwalt Büchel kein Problem mit INteressenskollisionen hat, der Europarat (GRECO) Korruption in Liechtenstein bemängelt und der Europarat (MONEYVAL) Veruntreuung als relativ häufige Form der Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein bezeichnet, dann fragt man sich schon, ob man darauf vertrauen kann, dass in Liechtenstein sein Geld sicher sein kann.

      Antworten
    • Eberhardt
      Eberhardt sagte:

      Liechtenstein hat als Stellvertreter der Regierungschefin einen Rechtsanwalt, den Interessenskollisionen nicht stören.

      Liechtenstein hat als Präsidenten der Treuhandkammer einen Rechtsanwalt und Treuhänder, Stefan Wenaweser, der bei einer Akteneinsicht Dokumente aus Gerichtsakten entwendet hatte, und den die Treuhänder dennoch zu ihrem Präsidenten gewählt haben.

      Sind das die besten Repräsentanten, die man in Liechtenstein für diese Ämter finden konnte? Was ist dann mit den anderen Rechtsanwälten und Treuhändern? Ist das vertrauenswürdig, soll man da an Rechtmässigkeit und Rechtsstaatlichkeit in Liechtenstein glauben?

      Antworten
    • „Vom Verhalten Einzelner zum Problem des Systems“
      „Vom Verhalten Einzelner zum Problem des Systems“ sagte:

      Entscheidend ist nicht der Einzelfall, sondern das Muster dahinter.

      Wenn an zentralen Stellen des Systems – Regierung (fragwürdiges Verhalten des Stellvertreters der Regierungschefin), Justiz und Treuhandwesen (fragwürdiges verhalten des Präsidenten der Treuhandkammer) – selbst grundlegende Regeln wie der Umgang mit Interessenkonflikten oder gerichtlichen Dokumenten relativiert werden, ist das kein Randphänomen mehr.

      In solchen Konstellationen prägt das Verhalten derjenigen an der Spitze zwangsläufig das gesamte System. Vertrauen entsteht dort nicht mehr durch Regeln, sondern wird von Personen abhängig – und genau das ist das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit.

      Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr, ob einzelne Vorgänge erklärbar sind, sondern ob die institutionellen Mechanismen tatsächlich noch verlässlich funktionieren.

      Wenn selbst bei den Repräsentanten entscheidender Institutionen Zweifel bestehen, stellt sich unausweichlich die Frage:
      Worauf kann man sich in diesem System überhaupt noch verlassen?

      Antworten
  6. Markus Schäfer
    Markus Schäfer sagte:

    Das liechtensteinische Trust- und Stiftungswesen steht seit Jahren unter dem massiven Verdacht, dass einzelne Treuhänder und Richter in einer Weise zusammenwirken, die weniger dem Rechtsschutz der Begünstigten als vielmehr der Machterlangung und der Bereicherung jener dient, die die Vermögensstrukturen kontrollieren. Wo Gerichte eigentlich Kontrolle ausüben sollten, entsteht der Eindruck eines Systems gegenseitiger Absicherung.

    Treuhänder erhalten dadurch faktisch eine nahezu unangreifbare Stellung: Sie kontrollieren Vermögen in Millionen- oder Milliardenhöhe, während Begünstigte und Familienmitglieder systematisch an den Rand gedrängt werden. Wer sich gegen diese Machtstrukturen wehrt, sieht sich nicht selten Entscheidungen gegenüber, die den Eindruck erwecken, als würden Interessenkonflikte und offensichtliche Widersprüche bewusst ignoriert.

    Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass dieses System seit Jahren von den politischen und institutionellen Spitzen des Landes geduldet wird. Solange Fürstenhaus, Regierung und Justiz keine wirksamen Konsequenzen ziehen, entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass nicht Rechtsstaatlichkeit oberste Priorität hat, sondern der Schutz eines Netzwerks aus Einfluss, Vermögensverwaltung und gegenseitiger Loyalität.

    Der eigentliche Skandal ist daher nicht nur das Verhalten einzelner Akteure, sondern ein System, das nach außen Stabilität und Rechtssicherheit verkauft, intern jedoch den Eindruck vermittelt, dass Kontrolle dort endet, wo die Interessen mächtiger Treuhänder beginnen.

    Antworten
  7. Reputation statt Realität: Wie Liechtenstein sein Image manipuliert und Kritik unsichtbar macht
    Reputation statt Realität: Wie Liechtenstein sein Image manipuliert und Kritik unsichtbar macht sagte:

    Liechtenstein betreibt intensives Reputationsmanagement durch Suchmaschinenoptimierung («SEO-ORM»), also „Online-Image-Kontrolle“ oder „Suchmaschinenmanipulation“ oder «Narrativsteuerung».

    Negative Berichte über den Finanzplatz werden unterdrückt, indem Suchmaschinenbetreiber aufgefordert werden, bestimmte Inhalte nicht mehr anzuzeigen (technisch «De-Indexierung» oder rechtlich nach EU-DSGVO), das Internet wird praktisch gesäubert.

    Positive Berichte über Liechtenstein erscheinen prominent weit oben bei Suchen, indem viele neue, positive Inhalte veröffentlicht werden (sog. «Content Flooding»).

    So erscheinen bei der Suche über Liechtenstein keine Artikel über die schwere Zombie-Trust Krise, die vielzähligen Skandale oder die Kritik des Europarats betreffend mangelnder Antikorruptionsmassnahmen, aber unzählige Artikel über Märchenhochzeit, Urlaubsparadies Liechtenstein etc..

    Auf diese Weise soll die öffentliche Wahrnehmung des Landes gezielt gesteuert und manipuliert werden.

    Antworten
  8. Das Märchen vom sicheren Vermögen: Die strukturellen Risiken liechtensteinischer Stiftungen und Trusts
    Das Märchen vom sicheren Vermögen: Die strukturellen Risiken liechtensteinischer Stiftungen und Trusts sagte:

    Es ist längst kein Geheimnis mehr: Wer Vermögen in liechtensteinische Stiftungen oder Trusts einbringt, riskiert zunehmend, den Zugriff darauf zu verlieren.

    Die Ursachen sind weder neu noch überraschend – sie sind seit Jahren bekannt und strukturell angelegt:
    – fehlender effektiver Rechtsschutz,
    – ein massives Machtgefälle zugunsten der Treuhänder,
    – eine Justiz, die in entscheidenden Fällen zu oft wirkungslos bleibt,
    – sowie ein System, das genau diese Risiken begünstigt statt verhindert.

    Wer das noch als Einzelfall abtut, verkennt das eigentliche Problem: Es geht nicht um Ausreißer – es geht um ein Systemversagen.

    Antworten
  9. Machtkonzentration statt Rechtsstaat
    Machtkonzentration statt Rechtsstaat sagte:

    Liechtenstein weist eine ungewöhnlich starke Bündelung staatlicher Macht auf, die die klassische Gewaltenteilung faktisch schwächt. Wo wirksame Gegengewichte fehlen, bleiben Fehlentwicklungen nicht die Ausnahme, sondern können zum System werden.

    Wenn ein politisch‑rechtliches Umfeld es zulässt, dass gravierende Missstände im Stiftungs‑ und Trustbereich auftreten und staatliche Institutionen dabei wiederholt wirkungslos bleiben, dann ist das kein Zufall. Verantwortung entsteht in solchen Systemen nicht erst durch aktives Handeln, sondern bereits durch Duldung.

    Für einen Finanzplatz, der von Vertrauen lebt, ist genau das fatal: Nicht einzelne Skandale zerstören Glaubwürdigkeit, sondern der Eindruck, dass das System selbst keine verlässlichen Korrektive kennt.

    Antworten
  10. Liechtensteins strukturelle Risiken für Vermögensschutz und Rechtsdurchsetzung
    Liechtensteins strukturelle Risiken für Vermögensschutz und Rechtsdurchsetzung sagte:

    Liechtenstein weist strukturelle Risiken für Vermögensschutz und Rechtsdurchsetzung auf. Kritiker verweisen insbesondere auf folgende Risiken:

    * Vermögen ist möglicherweise nicht sicher
    * Rechte sind nicht immer zuverlässig durchsetzbar
    * Bankgeheimnis und Datenschutz können versagen
    * Justiz und Aufsicht wirken nicht durchgehend unabhängig oder effektiv

    Antworten
  11. Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität in Liechtenstein
    Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität in Liechtenstein sagte:

    Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.

    1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
    Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.

    2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
    Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.

    Kontakt:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Unabhängigkeit der rechtlichen Beratung
    Sollten liechtensteinische Rechtsberater von solchen Schritten abraten, ist eine kritische Prüfung der Beweggründe ratsam. In Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass lokale Interessen oder strukturelle Abhängigkeiten die Empfehlung beeinflussen. Eine unabhängige, grenzüberschreitend erfahrene rechtliche Einschätzung ist daher häufig von Vorteil.

    Fazit
    Die konsequente Wahrnehmung und Durchsetzung eigener Rechte ist ein zentraler Baustein im Umgang mit Wirtschafts- und organisierter Kriminalität. Betroffene sollten verfügbare nationale und internationale Rechtsmittel sorgfältig prüfen und nutzen. Entschlossenes, informiertes Vorgehen kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Missstände rechtlich überprüfen zu lassen.

    Antworten
    • Strukturelles Risiko statt Rechtsstaat
      Strukturelles Risiko statt Rechtsstaat sagte:

      Wer Vermögen dem Finanzplatz Liechtenstein anvertraut, begibt sich in ein strukturelles Risiko. In einem Kleinstaat mit dichter personeller Verflechtung, schwacher Kontrolle und begrenzter institutioneller Distanz verschwimmen Aufsicht, Justiz und Interessen. Internationale Berichte bestätigen Defizite bei der Bekämpfung von Wirtschafts‑ und Finanzkriminalität. Vertrauen wird inszeniert – Rechtsschutz ist nicht garantiert. Im Konfliktfall schützt das System sich selbst, nicht den Anleger.

      Antworten
  12. Economic Crime and Organized Crime in Liechtenstein
    Economic Crime and Organized Crime in Liechtenstein sagte:

    Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.

    1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
    If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.

    2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
    In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.

    Contact:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Independence of Legal Advice
    If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.

    Conclusion
    The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.

    Antworten
  13. Delincuencia Económica y Delincuencia Organizada en Liechtenstein
    Delincuencia Económica y Delincuencia Organizada en Liechtenstein sagte:

    La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.

    1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
    Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.

    2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
    Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.

    Contacto:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Independencia del asesoramiento jurídico
    Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.

    Conclusión
    La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.

    Antworten
  14. Criminalité Économique et Criminalité Organisée au Liechtenstein
    Criminalité Économique et Criminalité Organisée au Liechtenstein sagte:

    La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.

    1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
    Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.

    2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
    Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.

    Contact :
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Indépendance du conseil juridique
    Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.

    Conclusion
    L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.

    Antworten
  15. Vom Vertrauensversprechen zum Systemzweifel
    Vom Vertrauensversprechen zum Systemzweifel sagte:

    Entscheidend ist nicht mehr, ob es problematische Einzelfälle gibt – sondern warum sie offenbar immer wieder möglich sind.

    Ein Finanzplatz wird nicht im Idealfall bewertet, sondern im Krisenfall: Funktionieren Rechtsschutz, Kontrolle und Zugriff auf Vermögen auch dann verlässlich?

    Genau daran entstehen aktuell grundlegende Zweifel.

    Wenn Macht konzentriert ist, wirksame Kontrollen fehlen und Betroffene ihre Rechte nur eingeschränkt durchsetzen können, wird aus einzelnen Vorfällen zwangsläufig ein strukturelles Problem.

    Für einen Standort, der auf Rechtssicherheit und Vertrauen basiert, ist das kein Reputationsrisiko – sondern ein Substanzrisiko.

    Antworten
  16. INDEPENDENT: "Liechtenstein: The mysterious tax heaven that's losing the trust of the super-rich"
    INDEPENDENT: "Liechtenstein: The mysterious tax heaven that's losing the trust of the super-rich" sagte:

    The core criticism in the Independent article from 21. March 2018 is quite sharp and focuses on a structural weakness in Liechtenstein’s trust system, not just isolated abuses.

    The article argues that Liechtenstein’s trust system creates a dangerous imbalance, where trustees can hold decisive control while beneficiaries may lack effective legal rights—meaning that wealth placed there can, in extreme cases, become inaccessible to its intended owners.

    1. Main Criticism: Beneficiaries can lose control over their own wealth
    The article’s central claim is that in Liechtenstein discretionary trusts, legal control lies with trustees—not with the beneficiaries.
    – Beneficiaries may have no enforceable legal rights
    – In disputes, they may not even be heard properly in court
    – Trustees hold the decisive legal authority over the assets

    This creates the risk that:people can lose access to their own wealth once it is placed in a trust.

    2. Criticism of the legal structure (systemic issue)
    The problem is presented as built into the legal framework, not accidental:
    Liechtenstein law allows“all legal rights” to sit with the trustee.
    Beneficiaries—especially “discretionary” ones—have limited rights and weak enforcement options

    Courts may confirm this imbalance (as in the Perry case)

    Key message:
    The legal design prioritizes asset control by fiduciaries over protection of beneficiaries

    3. Weak legal recourse against trustees
    The article highlights a crucial risk:
    Even if trustees act improperly, beneficiaries may struggle to challenge them, legal remedies are limited or ineffective.
    In extreme cases, beneficiaries can be locked out completely
    This leads to the perception of insufficient legal protection and enforcement.

    4. The “secrecy vs. risk” trade‑off
    Liechtenstein is described as attractive because of secrecy, asset protection and stability
    But the article argues: That secrecy comes at a price:
    – Lack of transparency leads to less oversight
    – Less oversight leads to higher risk of misuse

    Core criticism:
    The same features that attract wealth also create vulnerability to abuse

    5. Risk of trustee abuse or misappropriation
    Because trustees control information, control legal rights, manage the assets, the article implies that the system can allow trustees to misuse or retain assets against beneficiaries’ interests.

    6. Reputational criticism: “losing the trust of the super‑rich”
    The headline itself reflects the broader conclusion:
    – Liechtenstein used to be a“gold standard” for wealth protection
    – But cases like the Perry dispute show that wealthy clients are losing confidence

    The criticism is therefore not only legal but reputational: The system may undermine the very trust it promises.

    https://www.independent.co.uk/news/long_reads/liechtenstein-tax-haven-super-rich-trust-lost-beneficiaries-trustees-legal-laws-a8239956.html

    Antworten
  17. Systematic Abuse of Liechtenstein Foundations: A Scandal Ignored
    Systematic Abuse of Liechtenstein Foundations: A Scandal Ignored sagte:

    For years, serious allegations have persisted that foundations and trusts in Liechtenstein are being systematically abused and diverted from their intended purpose by unscrupulous trustees, allegedly with the support or protection of elements within the judiciary. Critics argue that these practices are an open secret within the country, yet neither the Prince nor the government has taken decisive action to address them.

    What is increasingly alarming is not only the alleged misconduct itself, but the apparent lack of accountability. As awareness of these allegations continues to spread beyond Liechtenstein’s borders, the country’s reputation as a trustworthy financial center faces growing international scrutiny.

    Antworten
  18. Rechtsschutzverweigerung: Warnung vor Liechtensteiner Trusts
    Rechtsschutzverweigerung: Warnung vor Liechtensteiner Trusts sagte:

    Leidgeplagte liechtensteinische discretionary trusts: nun auch höchstgerichtliche Rechtsschutzverweigerung

    Während der beneficiary beim common law trust gemeinhin als ,,equity´s darling”gilt, schlägt das Pendel in Liechtenstein zusehends in eine entgegengesetzte Richtung. Hier zeichnet sich ein massiver Abbau des Begünstigtenrechtsschutzes durch die Gerichtsbarkeit ab. Aufgrund der aktuellen Gesetzesanwendung durch die liechtensteinischen Rechtsfürsorgegerichte ist nun ein nachhaltiger Reputationsverlust des „Truststandorts“ Liechtenstein zu befürchten.
    https://kanzleiboesch.com/files/kanzlei-boesch/Publikationen/PDF/Leidgeplagte%20liechtensteinische%20discretionary%20trusts.pdf

    Antworten
  19. Wenn das System nicht mehr selbst korrigiert – wer greift dann ein?
    Wenn das System nicht mehr selbst korrigiert – wer greift dann ein? sagte:

    Wenn sich Probleme nicht mehr als Einzelfälle erklären lassen, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Verantwortung ganz oben.

    Ein funktionierender Rechtsstaat zeichnet sich dadurch aus, dass Fehlentwicklungen institutionell korrigiert werden. Wenn jedoch gerade bei zentralen Akteuren grundlegende Regeln wie Interessenkonflikte oder der Umgang mit sensiblen Dokumenten infrage stehen, deutet das darauf hin, dass diese Korrekturmechanismen nicht mehr zuverlässig greifen.

    In einem solchen System entsteht ein strukturelles Vakuum: Zuständigkeiten verschwimmen, Verantwortung wird weitergereicht – und Vertrauen erodiert.

    Genau hier wird die Rolle der obersten staatlichen Instanz entscheidend. Wenn Institutionen nicht mehr aus eigener Kraft für Ordnung sorgen, bleibt letztlich nur die Frage, ob und von wem die notwendige Korrektur ausgeht.

    Wenn selbst an den Schaltstellen Zweifel entstehen – wer, wenn nicht der Fürst, wäre dann gefordert, klar sichtbar einzugreifen und die Verlässlichkeit des Systems wiederherzustellen?

    Antworten
  20. Friedrich der Grosse
    Friedrich der Grosse sagte:

    Wer auch nur kurz durch diesen Blog stöbert, weiß doch sofort, wie es in dem geschlossenen System Liechtenstein funktioniert. Alle helfen zusammen, keiner traut sich, einen anderen zu verpfeifen.

    Antworten
  21. Johannes
    Johannes sagte:

    Der Fürst hat sich überall das letzte Wort gesichert – bei Gesetzen, Richtern und Staatsgeschäften. Macht nimmt er gerne. Geht es aber um Verantwortung für die Folgen, ist plötzlich niemand zuständig. Herrschen ja, haften nein.

    Antworten
  22. Konrad Wagner
    Konrad Wagner sagte:

    Wer diese Fälle noch als bedauerliche Einzelfälle abtut, verweigert sich der Realität. In Liechtenstein zeigt sich seit Jahren dasselbe Muster: Macht wird geschützt, Aufklärung behindert und Verantwortung weitergereicht. Das ist kein Zufall – das ist System

    Antworten
  23. Hochglanzkulisse Liechtenstein
    Hochglanzkulisse Liechtenstein sagte:

    Liechtensteins Rechtsstaatlichkeit wirkt zunehmend wie eine Hochglanzkulisse: perfekt inszeniert, um Vertrauen, Stabilität und Seriosität vorzutäuschen. Doch hinter der Fassade sprechen Skandale und hunderte „Zombie‑Trusts“ eine andere Sprache – nicht von funktionierender Kontrolle, sondern von systemischem Wegsehen. Wer genauer hinschaut, erkennt: Das Bild vom verlässlichen Rechtsstaat ist weniger Realität als Marketing.

    Antworten
  24. Spiegel: »Es ist ein Spinnennetz«
    Spiegel: »Es ist ein Spinnennetz« sagte:

    In dem Spiegel-Artikel wird Liechtenstein als dicht vernetztes, intransparentes Finanzsystem dargestellt, in dem persönliche Beziehungen, Diskretion und schwache Kontrolle problematische Geldflüsse begünstigen.

    1. „Spinnennetz“ = eng verflochtenes System
    Die zentrale Metapher des Artikels ist: Liechtenstein als „Spinnennetz“ aus Beziehungen. Das bedeutet konkret, dass Banken, Treuhänder, Politiker und Anwälte eng miteinander vernetzt sind, „jeder kennt jeden“ in diesem kleinen System.
    Es entsteht ein System gegenseitiger Abhängigkeiten, Kontrolle wird erschwert, weil potenzielle Kontrolleure selbst Teil des Systems sind.

    2. Nähe von Politik, Finanz und Justiz
    Der Artikel kritisiert, dass selbst Politiker und öffentliche Akteure in Fälle verwickelt sein können.
    Es fehlt eine klare Trennung zwischen Staat und Finanzplatz. Es besteht die Gefahr von Interessenkonflikten und mangelnder Unabhängigkeit.

    3. Liechtenstein als Plattform für dubiose Geldflüsse
    Der SPIEGEL beschreibt, dass sich im Land Hinweise auf viele problematische Geldgeschäfte finden lassen,
    „wenn man nur danach sucht“. Gemeint sind Geldwäsche, Steuerumgehung oder Offshore‑Konstruktionen.
    Solche Aktivitäten seien nicht zufällig, sondern strukturell möglich. Liechtenstein fungiere als Drehscheibe für internationale Vermögen zweifelhafter Herkunft.

    4. Schwächen in Aufsicht und Kontrolle
    Ein zentraler impliziter Vorwurf lautet: Ermittlungen mussten von außen oder durch spezielle Ermittler angestoßen werden, im normalen System seien Probleme zu lange unentdeckt geblieben.
    Die Aufsicht funktioniert nicht effektiv genug, teilweise sei sie zu passiv und zu eng verbunden mit den beaufsichtigten Kreisen.

    5. Tradition der Diskretion als Risiko
    Liechtensteins vermeintliche Stärke wird als Schwäche dargestellt, nämlich hohe Diskretion, Verschwiegenheit, Schutz von Vermögen.
    Das erleichtert Verschleierung und Intransparenz und damit auch missbräuchliche Nutzung.

    6. Internationaler Druck & Imageproblem
    Der Artikel steht im Kontext der damaligen Vorwürfe, so internationale Kritik (z. B. Deutschland, FATF). Der Verdacht besteht, Liechtenstein sei zu lax gegenüber Geldwäsche.
    Tatsächlich führte das später zu Reformen und kurzfristig sogar zur Blacklist der FATF im Jahr 2000.

    7. Gesamtbotschaft des Artikels
    Der SPIEGEL sagt im Kern:Liechtenstein ist kein neutrales Finanzzentrum, sondern ein eng verflochtenes Netzwerk, das Intransparenz begünstigt, Kontrolle erschwert und problematische Geldflüsse anzieht.

    Der Artikel ist heute ebenso aktuell wie damals, denn es hat sich kaum etwas geändert.
    https://www.spiegel.de/politik/es-ist-ein-spinnennetz-a-19836f23-0002-0001-0000-000016466538

    Antworten
    • 008
      008 sagte:

      Bei alldem, was man über Liechtenstein liest und hört, Ist jeder selber schuld, der sich freiwillig in so ein Spinnennetz begibt.

      Antworten
  25. Rechtsstaat als Kulisse: Wie Machtkonzentration und Kontrollversagen Liechtensteins Fassade entlarven
    Rechtsstaat als Kulisse: Wie Machtkonzentration und Kontrollversagen Liechtensteins Fassade entlarven sagte:

    Liechtenstein ist keine vollwertige Demokratie, sondern ein Machtstaat mit demokratischem Anstrich. Die Gewaltenteilung ist strukturell geschwächt, zentrale Entscheidungsbefugnisse sind konzentriert, politische Verantwortung bleibt diffus. Wo Kontrolle vom System her begrenzt ist, entsteht kein Rechtsstaat – sondern Abhängigkeit.

    Dass dieses Modell versagt, ist längst international dokumentiert. Die Berichte von MONEYVAL des Europarats zeichnen ein klares Bild: erhebliche Defizite bei der Bekämpfung von Wirtschafts‑ und Finanzkriminalität, wiederkehrende Veruntreuungsfälle, unzureichende Durchsetzbarkeit von Rechten. Das sind keine Einzelfälle, sondern Symptome eines Systems, das Kontrolle simuliert, statt sie konsequent auszuüben.

    Ein Finanzplatz, der Vertrauenswürdigkeit predigt, aber strukturelles Wegsehen praktiziert, lebt von seiner Fassade. Solange Macht nicht wirksam kontrolliert und Verantwortung nicht klar zugeordnet wird, bleibt Rechtsstaatlichkeit in Liechtenstein vor allem eines: ein Versprechen ohne belastbare Substanz.

    Antworten
  26. robert
    robert sagte:

    Die Vorwürfe gegen den Finanzplatz Liechtenstein richten sich vor allem gegen strukturelle Governance- und Kontrollprobleme: mangelnde Aufsicht über Treuhänder, mögliche Interessenkonflikte sowie der Vorwurf, dass Missstände durch Justiz und Behörden zu wenig konsequent verfolgt werden. Auch die Assoziationen mit Steuervermeidung, intransparenten Stiftungs- und Trustkonstruktionen sowie dem Umgang mit Geldern fragwürdiger Herkunft oder sanktionierter Personen. Am stärksten ist jedoch der Vorwurf, dass diese Probleme nicht Einzelfälle, sondern bewusst gewollte systemische Schwächen eines auf Diskretion und Abschirmung aufgebauten Geschäftsmodells sind.

    Antworten
  27. Sabine
    Sabine sagte:

    Die Hunderten verwaisten Zombie Trusts, auch von Nicht-Sanktionierten demonstrieren sehr eindrücklich, dass Liechtenstein keineswegs der stabile und sichere Finanzplatz ist, der es vorgibt zu sein, sondern dass er bei Gegenwind der USA zittert wie Espenlaub.

    Der Europarat hat mit seiner Staatengeneinschaft GRECO eindrücklich auf Probleme mit Korruption und Vetternwirtschaft hingewiesen und mit seiner Behörde MONEYVAL darauf, dass Veruntreuung eine häufige Form der Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein ist.

    Sieht so ein vertrauenswürdiger Finanzplatz aus?

    Antworten
  28. Kleinstaat-Problem: verwandt, verschwägert oder seit Ewigkeit bekannt
    Kleinstaat-Problem: verwandt, verschwägert oder seit Ewigkeit bekannt sagte:

    Liechtenstein hat rund 39.000 Einwohner. Das führt zwangsläufig zu einem Justizumfeld, in dem Richter:innen, Rechtsanwält:innen, Treuhänder:innen, Politiker:innen und sonstige Wirtschaftsbeteiligte sich persönlich kennen, oft über Jahre oder Jahrzehnte oder verwandt sind. Diese personelle Verflechtung wird international als klassisches Risiko für Befangenheit in Kleinstaaten beschrieben. Liechtenstein ist ein Musterbeispiel dafür.

    Antworten
  29. Risiko Liechtenstein
    Risiko Liechtenstein sagte:

    Wer dem Finanzplatz Liechtenstein vertraut, geht ein hohes Risiko ein. MONEYVAL dokumentiert strukturelle Defizite, GRECO dokumentiert Korruption, Kontrolle bleibt schwach, Macht konzentriert. Rechtssicherheit wird versprochen – im Ernstfall trägt die Fassade jedoch besser als der Rechtsschutz, der zweifelhaft ist.

    Antworten
  30. Korruption in Liechtenstein: Europarat empfiehlt Antikorruptionsreformen für die Justiz, die Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt in Liechtenstein
    Korruption in Liechtenstein: Europarat empfiehlt Antikorruptionsreformen für die Justiz, die Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt in Liechtenstein sagte:

    Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder, des Regierungssekretärs bzw. der Regierungssekretärin, der Generalsekretäre bzw. Generalsekretärinnen und Persönlichen Mitarbeitenden sowie der Mitglieder der Landespolizei. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
    https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state

    Antworten
  31. Fürsten und Lügenbarone
    Fürsten und Lügenbarone sagte:

    Es ist höchste Zeit, dass sich die internationale Staatengemeinschaft um Liechtenstein kümmert und das Piratennest aushebt.

    Antworten
  32. Felix
    Felix sagte:

    Wenn man das hier liest, fragt man sich wirklich, weshalb nicht schon längst von internationalen Behörden Voruntersuchungen gegen das Land Liechtenstein eingeleitet worden sind.

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert