Zumindest die Medienwelt …

Gerald Hosp und Patrick Böhler hatten Gelegenheit, in der NZZ zu behaupten:

«Von Liechtensteins Medienlandschaft lernen.»

Zunächst: wer sind denn die beiden Geistesriesen?

«Gerald Hosp ist Geschäftsführer der Denkwerkstatt Stiftung Zukunft.li; Patrick Böhler ist Gründer des Medienforschungsunternehmens Gazzetta

Ob es wohl eine Rolle spielt, dass es sich bei Gazzetta um ein von Zukunft.li unterstütztes Projekt handelt? Ob es wohl eine Rolle spielt, dass Zukunft.li sich zwar als unabhängige Denkwerkstatt bezeichnet. Aber ausschliesslich von privaten Förderern und Unternehmen finanziert wird?

Wer ist das wohl? Um die Unabhängigkeit zu überprüfen, wären die Namen von Geldgebern durchaus interessant. Aber hallo, wir sind hier in Liechtenstein. Da dankt die Stiftung zwar ihren «langjährigen und treuen Förderern», Namen nennen will sie allerdings nicht.

Während Zukunft.li häufig mehr Transparenz in Politik, Verwaltung und Medien fordert, bleibt die Herkunft der finanziellen Mittel ihrer eigenen Förderer weitgehend intransparent.

Gut, aber das ist halt der übliche Sumpf im Ländle, über den Konfetti gestreut wird und alle Beteiligten sagen: Sumpf? Was für ein Sumpf? Hier ist kein Sumpf.

Aber welche Gedankenblitze lassen die beiden völlig unabhängigen – auch voneinander natürlich auch – Herren über die Leser der NZZ niedergehen?

Sie wollen, nach der Ablehnung der 200-Franken-Initiative in der Schweiz, der Frage nachgehen: «Was sollen öffentliche Medien leisten und für wen?» Das ist unbestreitbar eine gute Frage. Eine Antwort gaben die Liechtensteiner Stimmbürger, sie haben sich «im Oktober 2024 mit 55,4 Prozent für die Aufhebung des Rundfunkgesetzes ausgesprochen».

Warum sie damit das Ende des Radio Liechtenstein besiegelten, darüber verlieren die beiden Herren kein Wort. Ob es wohl daran gelegen sein könnte, dass die Steuerzahler nicht länger einen Fürstenfunk finanzieren wollten? Oder der richtigen Ansicht waren, dass ein Multimilliardär das fehlende Geld doch problemlos aus der Kasse für Pipifax und Ähnliches einschiessen könnte. Denn der Fürst, sowie sein Statthalter auf Erden, sind schätzungsweise eine zweistellige Milliardenzahl wert. Wobei ihre Kunstsammlung fast unschätzbar ist.

Aber gut, Reiche sind meistens geizig, das ist bekannt und gilt auch für den Fürschten. Aber nach dem Ableben des Radios und nachdem das Volksblatt Ende 2023 die Schraube machte, bleibt eigentlich nur noch das Vaduzer Medienhaus übrig, das die einzige Tageszeitung «Vaterland» herausgibt.

Dieses Medienhaus gehört wiederum der «Stiftung Vaterländische Union«, die wiederum mit der gleichnamigen Partei eng verbandelt ist. Es wäre nicht Liechtenstein, wenn die Parteizeitung ebenfalls 2023 nicht ein Redaktionsstatut eingeführt hätte, dass die redaktionelle Unabhängigkeit behauptet.

Das ist ungefähr so glaubhaft wie dass im Hause Ringier der Hausherr Ringier keinesfalls in die Belange der Redaktion der glücklichen «Blick»-Familie eingreifen würde. Wobei er das nur äusserst selten tun muss, so wie der Coninx-Vertreter Pietro Supino bei Tamedia. Denn vorauseilender Gehorsam ist die beste Arbeitsplatzgarantie für Journalisten im Rahmen der allgemeinen Sparmassnahmen.

Was fällt denn nun den beiden Herren ein, wovon andere sogar lernen könnten? «So soll das Vaduzer Medienhaus, Verlegerin des Leitmediums «Vaterland», von einer Stiftung mit breiter gesellschaftlicher Trägerschaft übernommen werden, um das Medium zu entpolitisieren, das noch im Besitz einer Partei ist. Die Medienförderung soll zudem demokratisiert werden: Bei diesem Modell verteilt die Bevölkerung und nicht eine Bürokratie die Fördersumme auf die einzelnen Medienunternehmen. Jeder und jede wird zum Medienförderer. Der Einfluss eines dominanten Mediums wird gedämpft.»

Das hört sich wunderbar geschwollen an. Lässt man aber die Luft raus, bedeutet dieses «Modell», dass alle mitreden könnten – was immer bedeutet, dass niemand mitreden kann.

Statt dass eine parteipolitisch gebundene Stiftung die Monopolzeitung herausgibt, was wenigstens keinen Zweifel offenlässt, wer hier das Sagen hat, soll eine Pseudomasse («jeder und jede wird zum Medienförderer«) Inhalt und Kurs bestimmen. Dass es dabei keine Unfälle, sprich kritische Artikel über die heiligen Kühe Liechtensteins gibt, gilt noch Folgendes: «Gerade auf lokaler und regionaler Ebene bedarf es einer Verschränkung zwischen privater Initiative, wenn nötig philanthropischem Geld und auch klug eingesetzten öffentlichen Mitteln.»

Am Schluss dann noch etwas zur Erheiterung: «Vielmehr gilt es, private Initiative zu stützen und Lücken zu benennen, damit Journalismus das liefert, was er sollte: konkreten Nutzen für seine Nutzerschaft.»

Nur mal so aus Spass: wenn der konkrete Nutzen für die Leserschaft darin bestünde, den unsäglichen Filz im Finanzplatz zu kritisieren, das Zusammenspiel zwischen räuberischen Treuhändern, geldgierigen Bankern und willigen Gerichten, wäre das unter einer solchen Trägerschaft möglich?

Bitte nicht zu laut lachen.

52 Kommentare
  1. Peter Lustig
    Peter Lustig sagte:

    In Liechtenstein wäre man schön dumm, den Filz und Sumpf auszurotten bzw. trockenzulegen. Wozu? Es lebt sich doch prima so.

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    • Benedikt
      Benedikt sagte:

      Und wenn jemand gemeint hat, mit der neuen Regierungspräsidentin würde sich etwas ändern im Ländle… 🙂 🙂 🙂

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    • Die Probleme in Liechtenstein sind seit Jahren die gleichen
      Die Probleme in Liechtenstein sind seit Jahren die gleichen sagte:

      Die Probleme in Liechtenstein sind seit Jahren die gleichen, selbst wenn die Regierung seit Jahren gebetsmühlenartig beteuert, die Aufsicht sei verstärkt worden:

      – mangelnde Kontrolle,
      – Treuhänder mit zu viel Macht,
      – fehlende Transparenz,
      – Medienkonzentration,
      – schwache Rechtsdurchsetzung.

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  2. Johannes
    Johannes sagte:

    Im Zusammenhang mit der Monarchie in Liechtenstein verweisen manche Beobachter darauf, dass die Fürstenfamilie dort im Vergleich zu vielen anderen europäischen Monarchien relativ weitreichende politische Befugnisse besitzt. Kritiker argumentieren deshalb, dass gerade in einem solchen System eine starke und vielfältige Medienlandschaft besonders wichtig sei, um öffentliche Debatten und Machtkontrolle zu gewährleisten.

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  3. Lars v. Ditfurth
    Lars v. Ditfurth sagte:

    Immerhin durfte dort abgestimmt werden. Bei uns in Deutschland wird einem der Beitrag abgezwackt, auch wenn man den Mist nie guckt.

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  4. Keine Kritik
    Keine Kritik sagte:

    Wer ist denn im Stiftungsrat der Stiftung Zukunft.li?

    Vizepräsidentin ist Martin Batliner, bekannt als Stiftungsrat in dem Hartlaub Fall, wo er sich selbst angeblich 750‘000 Franken jährlich aus der Stiftung genehmigt und gegen den ein Abberufungsverfahren läuft. Würde der kritische Berichte über ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern wünschen?

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    • Staatsanwaltschaft in Deutschland ermittelt gegen Martin Batliner
      Staatsanwaltschaft in Deutschland ermittelt gegen Martin Batliner sagte:

      In Deutschland läuft ein Strafverfahren gegen Martin Batliner. Er wird sicher nicht für eine kritische Berichterstattung sein.

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    • Bedienungsanleitung für Treuhänder von Martin Batliner und Philipp Wanger
      Bedienungsanleitung für Treuhänder von Martin Batliner und Philipp Wanger sagte:

      Die Liechtensteiner Treuhänder Martin Batliner und Philipp Wanger zeigen im Skandal der Hartlaub-Stiftung allen anderen Treuhändern, was man in Liechtenstein als Treuhänder machen kann, ohne in der ersten Instanz vom Fürstlichen Landgericht (Richterin Diana Kind) abberufen zu werden:

      1. Man nehme sich aus der Stiftung, deren Interessen man wahren sollte, 75’000 – 100’000 Franken pro Monat pro Person. Zusätzlich zu den 25’000 Franken Jahresgrundpauschale pro Person.

      2. Wenn der mithilfe des Gerichts abservierte Stiftungsrat und Begünstigte es wagt, mit einem Abberufungsantrag gegen sie vorzugehen, dann entzieht man ihm eben dessen gesetzliches Informations- und Kontrollrecht. So ist er kalt gestellt und kann nicht mehr sehen, wie sich die beiden unkontrolliert aus der Stiftung bereichern.

      3. Sollte der absolvierte Stiftungsrat und Begünstigte sich immer noch nicht zermürben lassen, dann entzieht man ihm eben dessen Begünstigung und stellt sich auf den Standpunkt, er habe mit der Stiftung nichts mehr zu tun und deswegen falle auch dessen Abberufungsantrag in sich zusammen.

      4. Und dann initiiert man noch eine Strafanzeige wegen angeblicher Untreue gegen den Begünstigten.

      Und als Kriegskasse für all diese Handlungen nimmt man als Treuhänder natürlich das Stiftungsvermögen.

      Wenn die beiden Treuhänder damit auch in der nächsthöheren Instanz durchkommen, ohne abberufen zu werden, dann sind sie die besten und erfolgreichsten Treuhänder Liechtensteins aller Zeiten. Und ein Vorbild für jeden Treuhänder in Liechtenstein. Sich jeder etwa eine Million Franken im Jahr aus einer Stiftung nehmen und den Begünstigten kalt stellen. Und dies abgesegnet von der Liechtensteinischen Justiz.

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      • Raffa aus Vaduza
        Raffa aus Vaduza sagte:

        Ein sehr eindrückliches Beispiel für Liechtensteiner „Treuhänder» und ihre Freunde bei der Liechtensteiner Justiz. Was für ein mieses Spiel…

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      • Musterbeispiel für gewisse Liechtensteiner Treuhänder
        Musterbeispiel für gewisse Liechtensteiner Treuhänder sagte:

        Bedenken hinsichtlich Liechtensteiner Treuhänder und Untreue beziehen sich meist auf mangelnde Transparenz, Interessenkonflikte und intransparente Gebührenstrukturen. In der Vergangenheit haben Datenlecks und spektakuläre Betrugsfälle das Vertrauen in die Verwaltung von Stiftungen und Trusts mitunter erschüttert.

        Die wichtigsten Kritikpunkte und Risiken zusammengefasst:

        Machtmissbrauch und Selbstbereicherung:
        Es gab prominente Fälle, in denen Treuhänder unberechtigt Zugriff auf Millionenvermögen nahmen und sich überhöhte Gebühren oder Honorare genehmigten.

        Intransparenz und Informationsverlust:
        Begünstigte von Stiftungen klagen oft über mangelnden Einblick in die Geschäftsunterlagen und hohe Hürden, an ihr eigentliches Erbe zu gelangen.

        Klüngelei und Rechtsdurchsetzung:
        Aufgrund der überschaubaren Größe des Fürstentums gibt es personelle Verflechtungen. Betroffene berichten teilweise von langwierigen Prozessen und der Sorge, dass die lokale Justiz Stiftungsräte schützt, was die Durchsetzung von Ansprüchen erschwert.

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      • Landrichterin Diana Kind
        Landrichterin Diana Kind sagte:

        Die Liechtensteiner Landrichterin Diana Kind hat in dem Verhalten der Liechtensteiner Treuhänder keinen Interessenskonflikt und keine Pflichtverletzung erkennen können.

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    • I. K.
      I. K. sagte:

      Martin Batliner hat sich als Stiftungsrat der von dem verstorbenen Dirigenten Herbert von Karajan gegründeten Stiftung selbst ein Jahreshonorar genehmigt von 100.000 Franken, einfach so als Honorar. Die Vermögensverwaltung wird extern erledigt, das Honorar ist praktisch nur für das Weiterleiten von vier Quartalsberichten der Vermögensverwaltung. Vorsicht vor Liechtenstein!

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  5. Christiane
    Christiane sagte:

    Wenn ein Land faktisch nur eine Tageszeitung hat, gibt es keine Meinungsvielfalt.

    – Bürger erhalten Informationen aus weniger unabhängigen redaktionellen Perspektiven.

    – Bestimmte Themen oder Sichtweisen können unterrepräsentiert sein.

    – Es wird schwieriger, unterschiedliche politische Positionen miteinander zu vergleichen.

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  6. Kaum Kontrolle von Macht
    Kaum Kontrolle von Macht sagte:

    Medien werden oft als „vierte Gewalt“ bezeichnet, weil sie Regierung, Verwaltung, Gerichte und andere mächtige Akteure kontrollieren.

    Wenn nur wenige Medien existieren, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Missstände durch konkurrierende Recherchen aufgedeckt werden.

    Antworten
  7. Alpenprawda
    Alpenprawda sagte:

    In Russland gibt es die Prawda, die als offizielles Organ der kommunistischen Partei gilt. Diese berichtet regierungsnah oder machtnah, ist unkritisch gegenüber den Herrschenden und enthält eher Propaganda als unabhängigen Journalismus.

    In Liechtenstein gibt es das Vaterland.

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  8. Selbstzensur
    Selbstzensur sagte:

    In kleinen Ländern kennen sich Politiker, Unternehmer, Finanzakteure, Journalisten und andere Entscheidungsträger oft persönlich.
    Dadurch besteht ein indirekter Druck, bestimmte Themen vorsichtiger oder gar nicht zu behandeln.

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  9. Lothar
    Lothar sagte:

    Da kann man getrost nach Deutschland gucken: Das Mediengeflecht der SPD wird zentral über die parteieigene Holding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG) gebündelt, die sich zu 100 % im Eigentum der Partei befindet. Über diese Medienholding hält die SPD direkte und indirekte Beteiligungen an zahlreichen Verlagen, Zeitungen und Radiobeteiligungen.

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  10. Tanja Weding
    Tanja Weding sagte:

    In Deutschland nicht viel besser!! Die «alte Tante SPD» sichert sich ihren Einfluss über die eigene DDVG: Die DDVG kommt als Verlagsgruppe mit den ihr zuzurechnenden Tageszeitungen auf eine anteilige Gesamtauflage von rund 441.090 Exemplaren und einen Marktanteil am bundesdeutschen Tageszeitungsmarkt in Höhe von 3,4 %. Sie hält mit einer Ausnahme ausschließlich Minderheitsanteile an rund 30 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von ca. 1,2 Millionen verkauften Exemplaren bei einer Gesamtauflage aller Zeitungen in Deutschland von 14,6 Millionen im Jahr 2020. Lediglich am Verlag der Neuen Westfälischen in Bielefeld hält die DDVG eine Mehrheit der Kapitalanteile; bis Ende 2015 mit indirekt 57,5 % und seit dem 1. Januar 2016 mit 100 %.

    Der Jahresüberschuss der DDVG belief sich im Jahr 2023 auf 2,9 Mio. Euro. An die SPD als Gesellschafterin wurden 4,2 Mio. € (brutto) ausgeschüttet.

    Die DDVG sieht sich als sozialdemokratisches Unternehmen. Unternehmensphilosophie ist es nach eigenen Angaben, mit ihren Beteiligungen zu einer demokratisch geprägten und freien Gesellschaft positiv beizutragen und die Substanz des Vermögens zu wahren.

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  11. «Von Liechtensteins Medienlandschaft lernen»
    «Von Liechtensteins Medienlandschaft lernen» sagte:

    Von „Medienlandschaft“ zu sprechen, obwohl es in Liechtenstein nur ein einziges Medium, die Zeitung mit dem schönen Namen „Vaterland“ gibt, ist absurd.

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  12. Robert
    Robert sagte:

    Wenn sich die publizistische Macht in Liechtenstein auf eine einzige Zeitung konzentriert, dann gibt es keine unabhängige Berichterstattung. Und davon soll man lernen können?

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  13. Kleinstaat-Finanzplatz
    Kleinstaat-Finanzplatz sagte:

    In Liechtenstein regieren
    – Intransparenz
    – elitäre Strukturen
    – Korruption
    – ein ausgeklügeltes System der Selbstbereicherung
    – fehlende Selbstkritik

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  14. Tagesspiegel: „Liechtenstein: Hort der Kriminellen"
    Tagesspiegel: „Liechtenstein: Hort der Kriminellen" sagte:

    Der Artikel zeichnet ein kritisches Bild von Liechtenstein als Finanzplatz, der durch seine Strukturen Geldwäsche, Steuerflucht und internationale Kriminalität begünstigen könnte.

    1. „Paradies“ für Kriminelle
    Liechtenstein wird als Ort dargestellt, der nicht nur Steuerflüchtlingen, sondern auch „allen Arten von Kriminellen“ attraktive Möglichkeiten bietet.

    2. Nutzung des Finanzsystems für Geldwäsche
    Laut Bericht sollen mehrere internationale Verbrecherbanden (z. B. aus Spanien) liechtensteinische Banken genutzt haben, um Geld zu waschen. Dabei wurden häufig Stiftungen gegründet, über die dann Bankkonten eröffnet wurden – ein Mechanismus, der Verschleierung erleichtert.

    3. Verbindung zu schwerer Kriminalität
    Es wird konkret erwähnt, dass Gelder aus Drogengeschäften (u. a. kolumbianische Kartelle) über Liechtenstein geschleust wurden.

    4. Beteiligung an Korruptions- und Betrugsskandalen
    Auch Korruptionsgelder aus politischen Skandalen sollen im Fürstentum gelandet sein. Damit wird Liechtenstein indirekt mit internationaler Korruption und Wirtschaftskriminalität in Verbindung gebracht.

    5. Kritik an mangelnder Kontrolle/Attraktivität der Strukturen
    Implizit wird kritisiert, dass das Finanzsystem (insbesondere Stiftungen und Bankgeheimnis) Kriminellen das Verbergen von Geld erleichtert.
    https://www.tagesspiegel.de/politik/liechtenstein-hort-der-kriminellen-1619899.html

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  15. Medienfreiheit auf dem Papier, Macht in der Praxis
    Medienfreiheit auf dem Papier, Macht in der Praxis sagte:

    Der Fall Herbert Wille zeigt die Grenzen der Meinungsfreiheit in Liechtenstein exemplarisch.

    Das Regierungsmitglied Herbert Wille vertritt öffentlich die juristische Auffassung, dass im Konflikt zwischen Staat und Fürst das Verfassungsgericht das letzte Wort haben sollte – und wird daraufhin vom Fürsten faktisch aus allen künftigen politischen Ämtern ausgeschlossen.

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellt später klar: Diese Sanktion verletzt die Meinungsfreiheit Willes. Liechtenstein wird verurteilt.

    Die Konsequenz?
    Wille gewinnt vor Gericht – und verliert seine politische Karriere.

    Ein Befund, der mehr über die reale Machtbalance aussagt als jede offizielle Verlautbarung.

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  16. L“etat c‘est moi
    L“etat c‘est moi sagte:

    Wer braucht da noch mehr als ein einziges Sprachrohr mit dem an vergangene Zeiten erinnernden Namen Vaterland?

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  17. Ein Erfolgsmodell braucht keine Belehrung
    Ein Erfolgsmodell braucht keine Belehrung sagte:

    Es ist immer wieder bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit Aussenstehende Liechtenstein beurteilen wollen, ohne das System wirklich zu verstehen. Liechtenstein ist eben anders.

    Liechtenstein funktioniert seit Jahrzehnten stabil, erfolgreich und im Interesse seiner Bevölkerung – ganz offensichtlich besser als viele grössere Staaten. Dennoch wird von aussen versucht, unsere Strukturen mit fremden Massstaeben zu bewerten.

    Der Fall Wille wird regelmaessig instrumentalisiert, ohne den Kontext zu kennen. In einem Land unserer Grösse gelten andere Spielregeln, insbesondere was Vertrauen und persönliche Integrität betrifft. Wer das nicht nachvollziehen kann, sollte vorsichtig sein mit vorschnellen Urteilen.

    Nicht jedes erfolgreiche Modell muss sich an internationalen Erwartungen messen lassen.

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    • Wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein
      Wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein sagte:

      Alle anderen Länder sind doch nur neidisch, weil sie nicht so erfolgreich sind. Aber der Erfolg kommt von harter und fleissiger Arbeit.

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  18. Stabilität ohne Kontrolle ist kein Erfolg, sondern ein Risiko
    Stabilität ohne Kontrolle ist kein Erfolg, sondern ein Risiko sagte:

    Liechtenstein gilt gerne als Erfolgsmodell. Wohlstand, Stabilität, kurze Wege – alles stimmt. Doch genau diese Eigenschaften sind auch Teil des Problems.

    In einem System, in dem politische Macht, wirtschaftliche Interessen und gesellschaftliche Beziehungen eng miteinander verflochten sind, entsteht keine robuste Kontrolle, sondern ein empfindliches Gleichgewicht. Kritik wird formal toleriert, aber faktisch begrenzt – nicht durch Zensur, sondern durch Abhängigkeiten, Nähe und Konsequenzen.

    Der Fall Herbert Wille ist dabei kein Ausreisser, sondern ein Lehrbeispiel: Eine juristisch legitime Position gegen die Machtbalance des Systems – mit dem Ergebnis, dass eine politische Karriere endet, während ein internationales Gericht die Verletzung der Meinungsfreiheit bestätigt. Das Signal ist eindeutig: Wer die strukturellen Grundlagen infrage stellt, zahlt einen Preis.

    Ein System, das auf Loyalität, Vertrauen und persönlicher Nähe basiert, kann effizient sein. Aber es ersetzt keine institutionelle Distanz, keine echte Kontrolle und keine offene Reibung. Genau diese Reibung ist jedoch Voraussetzung für Transparenz und langfristige Glaubwürdigkeit.

    Solange wirtschaftlicher Erfolg als Argument gegen Kritik dient, bleibt eine zentrale Frage unbeantwortet:
    Ist das System stabil, weil es gut ist – oder weil es sich wirksam gegen grundlegende Kritik abschirmt?

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  19. GlobalPost: "Trust in Zombies: How the Tiny Principality of Liechtenstein Faces a Massive Crisis Because of a Distant War"
    GlobalPost: "Trust in Zombies: How the Tiny Principality of Liechtenstein Faces a Massive Crisis Because of a Distant War" sagte:

    The article in Global Post, published August 6, 2025, criticizes Liechtenstein as a financial system built on trust structures that are economically powerful but reputationally sensitive and vulnerable to global political disruptions.

    1. Reputation as a tax haven / opaque financial hub
    Liechtenstein is portrayed as a long‑standing center for trusts and foundations. These structures are described as historically linked to tax evasion and secrecy.
    Even if reforms were made, the country still carries a legacy reputation problem.

    2. Vulnerability of its financial model
    The article highlights the enormous size of the trust industry (hundreds of billions). This sector is central to the economy, making the country structurally dependent on it.
    Liechtenstein’s prosperity is concentrated in a niche financial model, which makes it fragile.

    3. Exposure to external geopolitical shocks
    The “zombie trust crisis” is triggered by U.S. sanctions against Russia. Trust structures linked to sanctioned individuals/assets become problematic.
    A distant war (Ukraine/Russia sanctions) has major consequences for Liechtenstein, showing high dependence on global capital flows and foreign clients.

    4. “Zombie trusts” as a systemic problem
    Some trusts become effectively “frozen” or unusable due to sanctions. They still exist legally but cannot function normally.
    Legal structures can become dysfunctional under stress. The system struggles to adapt quickly, exposing legal and operational weaknesses.

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    • https://globalpost.com/stories/trust-in-zombies-how-the-tiny-principality-of-liechtenstein-faces-a-massive-crisis-because-of-a-distant-war/
      https://globalpost.com/stories/trust-in-zombies-how-the-tiny-principality-of-liechtenstein-faces-a-massive-crisis-because-of-a-distant-war/ sagte:

      Link in the header

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  20. Das eigentliche Problem ist nicht das System – sondern dass es niemand mehr hinterfragt
    Das eigentliche Problem ist nicht das System – sondern dass es niemand mehr hinterfragt sagte:

    Auffällig ist nicht, dass es Kritik gibt – sondern wie konsistent sie in dieselbe Richtung zeigt: fehlende Kontrolle, enge Netzwerke, begrenzte Transparenz und ein System, das auf Nähe statt Distanz basiert.

    Einzelne Fälle, Namen und Beispiele mögen umstritten sein. Aber wenn sich immer wieder ähnliche Muster beschreiben lassen – von Medienkonzentration über gesellschaftliche Abhängigkeiten bis hin zu konkreten Vorwürfen im Finanzsektor –, dann geht es nicht mehr um Einzelfälle, sondern um Struktur.

    Das eigentlich Bemerkenswerte ist jedoch etwas anderes:
    Dass diese Diskussion zwar geführt wird, aber kaum sichtbare Konsequenzen hat.

    Ein System, das auf Vertrauen und Stabilität setzt, kann sehr erfolgreich sein.
    Doch wenn Kritik zwar möglich ist, aber folgenlos bleibt, stellt sich eine entscheidende Frage:

    Handelt es sich noch um Kontrolle – oder nur um deren Simulation?

    Denn langfristig gefährdet nicht Kritik die Reputation eines Finanzplatzes, sondern der Eindruck, dass sie ins Leere läuft.

    Antworten
    • Walter
      Walter sagte:

      Vetternwirtschaft, Korruption, Wirtschaftskriminalität, all das gibt es schon seit Jahrzehnten in Liechtenstein. Reformen, Verstärkung der Aufsicht, all das wird seit Jahrzehnten versprochen. Aber geändert hat sich an dem System in Liechtenstein nichts.

      Antworten
    • Gute Nacht FL
      Gute Nacht FL sagte:

      Das Ländle meint wohl, dass wenn die massive Wirtschaftskriminalität nicht im Vaterland stehen, sie niemand mitkriegt. Schon mal was vom Internet gehört in der Burg, pardon im Schloss?

      Antworten
  21. Europarat: «Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
    Europarat: «Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein» sagte:

    Über so etwas schreibt die Fürstenzeitung Vaterland national nichts, denn kritische Berichterstattung ist nicht gewünscht:

    Liechtenstein gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte Europas für Finanz- und Wirtschaftskriminalität.

    MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:

    «Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»

    https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86

    Antworten
  22. Konrad
    Konrad sagte:

    Wann hat das Vaterland zuletzt über die Zombie Trusts geschrieben? Am 6. Februar 2026, also vor knapp fünf Monaten. Unangenehme Themen wie die allgegenwärtige Wirtschaftskriminalität schweigt man im Ländle tot, anstatt sie anzugehen, was dafür spricht, dass nicht einmal der Wille da ist, etwas zu ändern.

    Antworten
  23. Michael
    Michael sagte:

    Diese dauernde Kritik an Liechtenstein ist doch nur Neid. Liechtenstein gehört zu den wenigen Ländern, die es geschafft haben, wirtschaftlich stabil und wohlhabend zu sein. Und das stört eben andere. Alles nur Neid und sonst gar nichts.

    Antworten
  24. Gleichschaltung
    Gleichschaltung sagte:

    Wenn die Medien bzw. die einzige Zeitung im Land den Vorgaben eines Regimes untergeordnet werden, ist das Gleichschaltung.

    Antworten
  25. Lieber Earl Grey als Fürst von Liechtenstein
    Lieber Earl Grey als Fürst von Liechtenstein sagte:

    Ich würde mich als Fürst von Liechtenstein nur noch in meiner Burg verstecken, die Zugbrücke hochfahren und mich nie wieder sehen lassen. Und in den Spiegel könnte ich auch nicht mehr schauen.

    Antworten
  26. SZ: „Liechtenstein: Treue Hände, schmutzige Hände"
    SZ: „Liechtenstein: Treue Hände, schmutzige Hände" sagte:

    Der SZ‑Artikel „Liechtenstein: Treue Hände, schmutzige Hände“ vom 2. Juli 2017 richtet seine Kritik im Kern gegen das Geschäftsmodell seines Finanzplatzes, insbesondere rund um Treuhänder, Stiftungen und Vermögensverwaltung.

    Hier sind die zentralen Kritikpunkte verständlich zusammengefasst:

    1. Beihilfe zur Steuerhinterziehung
    Ein Hauptvorwurf ist, dass Liechtensteins Finanzdienstleister (vor allem Treuhänder) aktiv dabei geholfen haben sollen, Vermögen vor ausländischen Steuerbehörden zu verstecken, Strukturen wie Stiftungen genutzt wurden, um Eigentümer zu verschleiern.
    Deutsche Ermittler haben laut Kontext des Artikels gezielt untersucht, welche Treuhänder in solche Fälle involviert waren.

    2. System aus Diskretion und Intransparenz
    Der Artikel kritisiert, dass Liechtenstein lange ein Modell betrieben hat, das auf maximaler Diskretion, komplexen rechtlichen Konstruktionen und schwer nachvollziehbaren Eigentumsverhältnissen basierte.
    Das wird implizit als bewusste Standortstrategie dargestellt – attraktiv für internationale Kunden, aber problematisch für Transparenz und Steuergerechtigkeit.

    3. Kultur des Wegschauens
    Ein besonders kritischer Punkt ist die Beschreibung einer Art „Systemkultur“:
    Die Tätigkeit der Treuhänder sei zwar bekannt gewesen – gleichzeitig habe ein Teil der Gesellschaft „lieber nicht so genau hingeschaut“.
    Die Branche war wirtschaftlich wichtig, deshalb wurde sie lange toleriert oder geschützt.

    4. Konflikt mit ausländischen Behörden
    Der Artikel thematisiert auch Spannungen mit ausländischen Steuerfahndern sowie frühere Verweigerung von Amtshilfe oder zumindest sehr restriktive Kooperation.
    Aus Sicht der Kritiker: Liechtenstein habe sich lange als sicherer Hafen für unversteuertes Geld positioniert.

    5. Strafrechtliche Ermittlungen gegen Branchenakteure
    Ein weiterer Fokus liegt darauf, dass nicht nur Banken, sondern auch Treuhänder ins Visier von Ermittlungen geraten und ihnen teilweise Beihilfe zu organisiertem Steuerbetrug vorgeworfen wird.
    Der Artikel zeichnet also ein Bild, in dem das Problem nicht nur einzelne schwarze Schafe, sondern strukturell verankert ist.

    Kurz gesagt kritisiert die SZ vor allem, dass Liechtensteins Wohlstand zu einem erheblichen Teil auf einem Finanzsystem aufgebaut ist, das lange von Geheimhaltung, Steuervermeidung und rechtlichen Grauzonen profitiert hat. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/liechtenstein-treue-haende-schmutzige-haende-1.3570056

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  27. „Schwarze Schafe“
    „Schwarze Schafe“ sagte:

    Mangels einer „vierten Gewalt“, also kritischen Medien in Liechtenstein wurde 2018 der Blog „Schwarze Schafe“ ins Leben gerufen.

    „Schwarze Schafe“ war ein Enthüllungs‑Blog über Liechtensteins Finanzplatz, der Missstände anprangerte und die heimische Finanzbranche zeitweise ziemlich unter Druck setzte. Sein erklärtes Ziel war es, „schwarze Schafe“ im System sichtbar machen, mutmaßliche problematische Akteure „vor den Vorhang zu holen“ und Hinweisgeber (Whistleblower) zu ermutigen, Informationen zu liefern.

    Inhaltlich ging es um Treuhänder, Anwälte und Finanzakteure in Liechtenstein, konkrete Verdachtsfälle, Skandale und Missstände. Also um das Tagesgeschäft in Liechtenstein.

    Der Blog stand für eine bestimmte Perspektive, nämlich: Das Problem sind nicht nur Regeln, sondern Akteure, die das System missbrauchen.

    Der Blog wurde als „Nestbeschmutzer“ wahrgenommen, in Liechtenstein gab es starke Kritik und öffentliche Empörung. https://insideparadeplatz.ch/2018/12/14/panik-im-laendle-anonym-blog-orakelt-ueber-scoops/

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  28. Liechtensteiner, der nicht mitmacht
    Liechtensteiner, der nicht mitmacht sagte:

    Als einer der Liechtensteiner, der nicht mitmacht, denke ich jeden Tag an das Zitat von Albert Einstein:

    «Intelligent zu sein ist ein Fluch. Du verstehst das Spiel, erkennst die Lügen und durchschaust die Muster. Und trotzdem musst du manchmal so tun, als wärst du ahnungslos, um zu überleben.»

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  29. Kopfschüttler
    Kopfschüttler sagte:

    Es ist schon bemerkenswert, wie beharrlich man ni Liechtenstein offenbar glaubt, dass Realität eine Frage der Perspektive ist: Wenn kritische Themen nicht berichtet werden, existieren sie einfach nicht.

    Dieses Selbstverständnis – Wohlstand als Beweis für Systemintegrität – wirkt von außen weniger souverän als vielmehr erstaunlich naiv. Gerade Systeme, die sich für unangreifbar halten, sind erfahrungsgemäß die, die am wenigsten hinterfragt wrden.

    Man gewinnt den Eindruck: Nicht die Kritik ist das Problem, sondern dass sie sich trotz aller Bemühungen nicht mehr kontrollieren lässt. Und genau das ist heute, im Zeitalter von internationaler Vernetzung und Transparenz, der eigentliche Realitätsschock.

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  30. «Asturion»-Skandal, ein Musterbeispiel für das Risiko Liechtensteiner Stiftungen
    «Asturion»-Skandal, ein Musterbeispiel für das Risiko Liechtensteiner Stiftungen sagte:

    Der «Asturion»-Skandal ist ein Rechtsstreit zwischen der Witwe eines saudischen Königs (Al‑Jawhara al‑Ibrahim) und einer liechtensteinischen Stiftung um Immobilien, Vermögen und vor allem um Zugang zu Informationen.
    Vor seinem Tod gründete König Fahd in Liechtenstein zwei Stiftungen. Diese liegen seit Jahren im Rechtsstreit mit der begünstigten Witwe.

    König Fahd hatte schon in den 1970er‑Jahren mehrere Stiftungen in Liechtenstein gegründet. Diese hielten Vermögenswerte für die Familie, z. B.: Luxusimmobilien in Europa (London, Spanien, Frankreich) Nach seinem Tod 2005 sind die Witwe und sein Sohn begünstigt.

    Nach dem Tod von König Fahd spielen die Treuhänder das übliche, inzwischen allgemein bekannte Speil:

    -> Die Liechtensteiner Treuhänder bestreiten, dass die Witwe und der Sohn tatsächlich die Begünstigten seien. Diese müssen erst darauf klagen, dass ihre Begünstigung festgestellt wird. Die Klage gewinnen sie, die Treuhänder gehe natürlich in Berufung. Dadurch gewinnen sie schon einmal 2-3 Jahre, in denen sie die Stiftung völlig unkontrolliert verwalten können. Konsequenzen für die Treuhänder? Nicht in Liechtenstein, nicht von einem Liechtensteiner Gericht.

    -> Wenn dann feststeht, dass die Witwe und der Sohn die Begünstigten sind und diese Informationen über das Stiftungsvermögen wollen, was ihnen gesetzlich zusteht, werden ihnen diese Auskünfte einfach verweigert. Die Begünstigten müssen also schon wieder klagen. Sie gewinnen, die Treuhänder gehen in Berufung. Dadurch gewinnen sie erneut 2-3 Jahre, in denen sie die Stiftung völlig unkontrolliert verwalten können. Konsequenzen für die Treuhänder? Nicht in Liechtenstein, nicht von einem Liechtensteiner Gericht.

    So funktioniert das System in Liechtenstein. Wer sich auf ein solches Risiko einlassen möchte, sollte besser ins Spielcasino gehen, dort stehen die Chancen besser.

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    • Richterin am Fürstlichen Landgericht Martina Schöpf-Herberstein
      Richterin am Fürstlichen Landgericht Martina Schöpf-Herberstein sagte:

      Die Richterin am Fürstlichen Landgericht Martina Schöpf-Herberstein hat entschieden, dass den Begünstigten, also der Witwe und dem Sohn des verstorbenen Königs Fahd das gesetzliche Informationsrecht von den Treuhändern verweigert werden dürfe. Damit konnten die Begünstigten aufgrund dieser Entscheidung die Handlungen der Treuhänder nicht sehen und nicht kontrollieren.

      Die Liechtensteiner Treuhänder waren sicher sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

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  31. Vorsicht vor Liechtenstein!
    Vorsicht vor Liechtenstein! sagte:

    Liechtensteinische Strukturen wie Stiftungen und Trusts sind hoch riskant:

    – Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
    – Es fehlt richterliche Kontrolle, die liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
    – Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
    – Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
    – Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.

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  32. SPIEGEL: „Die Affäre Perry"
    SPIEGEL: „Die Affäre Perry" sagte:

    Der SPIEGEL‑Artikel zur „Affäre Perry“ kritisiert Liechtenstein über die Darstellung eines konkreten Falls.

    1. Kern des Falls
    Im Mittelpunkt steht ein großer Erbschaftsfall:
    Ein wohlhabender Unternehmer (Israel Perry) hinterlässt ein großes Vermögen. Teile dieses Vermögens liegen in liechtensteinischen Strukturen (Stiftungen/Trusts). Nach seinem Tod kommt es zu einem massiven Streit zwischen Erben und Verwaltern. Liechtenstein ist dabei der zentrale juristische Ort des Systems.

    2. Kritikpunkt: Macht der Treuhänder
    Der Artikel zeigt ein strukturelles Problem:
    Die tatsächliche Kontrolle über das Vermögen liegt bei den Treuhändern – nicht bei den wirtschaftlichen Eigentümern (Begünstigten). Treuhänder verwalten die Strukturen, Begünstigte haben oft keine direkte Zugriffsmacht. In Konfliktfällen können sie ihre Rechte nur schwer durchsetzen.
    In vergleichbaren Darstellungen wird betont, dass Begünstigte teils keine effektiven rechtlichen Ansprüche geltend machen können.

    3. Kritikpunkt: Intransparenz
    Ein zentraler Vorwurf: Strukturen in Liechtenstein (Stiftungen, Trusts) sind sehr intransparent, Außenstehende – auch Begünstigte – haben lediglich eingeschränkten Einblick und wenige Kontrollmöglichkeiten. Das erschwert Aufklärung, die Durchsetzung von Ansprüchen sowie die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen.

    4. Kritikpunkt: Begünstigung von Konflikten
    Ein wichtiger impliziter Vorwurf ist, dass die Struktur selbst Konflikte erzeugt oder verschärft. Dies wegen unklarer Machtverhältnisse, fehlender Transparenz und einer komplexen Rechtslage.
    Dies kann leicht zu Streit, Blockaden und gegenseitigen Vorwürfen kommen.

    5. Subtile, aber zentrale Botschaft
    Der Artikel zeigt durch den Fall:
    Das System kann dazu führen, dass Vermögen faktisch der Kontrolle der eigentlichen Eigentümer entzogen wird.

    Der SPIEGEL kritisiert an Liechtenstein vor allem die starke Stellung der Treuhänder, die geringe Transparenz von Stiftungen/Trusts sowie die erschwerte Rechtsdurchsetzung für Begünstigte. Dieses System kann Konflikte begünstigen und schwer lösbar machen kann. https://www.spiegel.de/wirtschaft/die-affaere-perry-ein-betrueger-und-sein-raetselhafter-nachlass-a-4cea039c-2de8-45c2-8964-c1834c4140bb

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    • "If people are thinking of placing their assets in a trust registered in Liechtenstein, then they should run away as fast as possible"
      "If people are thinking of placing their assets in a trust registered in Liechtenstein, then they should run away as fast as possible" sagte:

      Israel Perry’s daughter Tamara Perry in an interview about the court case decided by judge Stefan Rosenberger:

      Ms Perry said: “I just want to warn people that if they are thinking of placing their assets in a trust registered in Liechtenstein, then they should run away as fast as possible because they will find that the trustees will become the beneficiaries.”

      “Then the judge and Liechtenstein Trust committee will take the side of the trustees. I’m sure I’m not the only one who has been set up in this way but I intend to be the last one. The lesson here is that you cannot always trust the trustees,” she added.

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  33. Beobachter
    Beobachter sagte:

    Auffällig ist weniger die einzelne Kritik, sondern wie unterschiedlich sie immer wieder ist – und doch immer beim gleichen Punkt landet: Das Problem in Liechtenstein ist Kontrolle, Transparenz und tatsächliche Durchsetzung von Rechten.

    Der SPIEGEL‑Fall „Perry» zeigt es, manche Kommentare hier sprechen es direkt aus – aber das Muster bleibt dasselbe: In dem Moment, in dem Interessen auseinanderfallen, stellt sich die Frage, wer wirklich die Kontrolle hat.

    Genau hier entsteht der eigentliche Schaden: nicht durch einzelne Vorwürfe, sondern durch die wiederkehrende Unsicherheit, ob rechtliche Ansprüche im Konfliktfall auch praktisch durchsetzbar sind.

    Ein System, das auf Vertrauen basiert, funktioniert nur so lange gut, wie es nicht belastet wird. Entscheidend ist aber nicht der Normalfall, sondern der Konfliktfall – und genau in diesen Fällen scheint sich in Liechtenstein immer wieder zu zeigen, wo die tatsächlichen Machtverhältnisse liegen.

    Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob Liechtenstein funktioniert – sondern für wen es im Ernstfall funktioniert.

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  34. Luke Skywalker
    Luke Skywalker sagte:

    Die USA haben den RICO-Act, der die Verfolgung ganzer Organisationen, nicht nur einzelner Täter ermöglicht, wenn ein „Muster“ mehrerer Straftaten vorliegt. Er kann auch gegen Personen eingesetzt werden, die nur Entscheidungen getroffen haben. Der RICO-Act wurde eingeführt gegen Korruption oder Finanzbetrug (z.B. Bernie Madoff).

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