Das Fürstentum Liechtenstein lebt vom Ruf der Stabilität, Diskretion und Vermögensverwaltung.
Doch genau diese Kombination macht den Kleinstaat seit Jahrzehnten attraktiv für Gelder aus autoritären Regimen, korrupten Staatsapparaten und sanktionsnahen Netzwerken. Besonders auffällig: die wiederkehrenden Spuren venezolanischer und iranischer Gelder.
Bewiesen ist nicht alles. Aber die Indizienlage ist dicht genug, um unangenehme Fragen zu stellen.
Im Fall Venezuelas führt die Spur regelmässig zur Staatsölgesellschaft PDVSA – einem der grössten Korruptionskomplexe Lateinamerikas. Milliarden verschwanden über Jahre aus dem ölreichen Land, während die Bevölkerung verarmte. Internationale Ermittlungen sprechen von gigantischen Bestechungs- und Geldwäschereinetzwerken mit Konten, Offshore-Strukturen und Briefkastenfirmen in diversen Finanzplätzen.
Liechtenstein taucht dabei immer wieder am Rand auf – nie als grosses Epizentrum wie Andorra oder gewisse Schweizer Banken, aber regelmässig als diskreter Teil internationaler Vermögensstrukturen. Bereits 2019 gab es Berichte über ein korruptes venezolanisches Netzwerk mit Verbindungen zu Firmenstrukturen rund um das Fürstentum. Auch der Fall der ehemaligen Chávez-Vertrauten Claudia Díaz, der vorgeworfen wird, venezolanische Millionen und Gold in Liechtenstein versteckt zu haben, zeigt die Attraktivität des Landes für politisch exponierte Personen aus Caracas.
Ein gewisses Lightstone Wealth Service Establishment mit Hauptsitz in Triesen soll da seine Finger im Spiel gehabt haben.
Das Muster ist stets ähnlich: verschachtelte Holdings, Treuhänder, Stiftungen, Trusts, wirtschaftlich Berechtigte im Nebel. Genau dafür wurde Liechtenstein jahrzehntelang optimiert. Nicht offiziell natürlich. Offiziell spricht man von «Asset Protection», «Privatsphäre» und «internationaler Vermögensplanung». In der Praxis bedeutet das häufig: maximale Intransparenz mit legalem Anstrich.
Noch heikler ist die iranische Spur. Hier geht es nicht nur um Korruption, sondern um Sanktionen, geopolitische Umgehungsgeschäfte und potenziell terrorismusnahe Geldflüsse. Internationale Behörden warnen seit Jahren vor systemischen Schwächen im iranischen Geldwäschereisystem. FATF und FinCEN stuften Iran wiederholt als Hochrisikostaat ein.
Und wieder taucht Liechtenstein auf. Besonders im Umfeld der ehemaligen Bank Alpinum. Diese stand über Jahre unter Beobachtung wegen grenzüberschreitender und schwer durchschaubarer Kundenstrukturen. Eigentümer war zeitweise der iranischstämmige Geschäftsmann Yousef Sherkati. Später verschwand die Bank vom Markt; die Nachfolgeinstitution verlor schliesslich die Lizenz.
Natürlich gilt die Unschuldsvermutung. Der Besitz einer Bank durch einen iranischstämmigen Unternehmer ist kein Delikt. Aber genau darin liegt das Problem des Finanzplatzes Liechtenstein: Er operiert ständig an der Grenze zwischen formeller Legalität und maximalem Reputationsrisiko.
Die Behörden reagieren meist erst unter massivem internationalem Druck. Das zeigte sich bereits bei den russischen «Zombie-Trusts», als amerikanische Sanktionen plötzlich hunderte liechtensteinische Konstrukte lähmten. Dasselbe Muster zeigt sich bei iranischen und venezolanischen Geldern: Solange das Geld fliesst, herrscht bemerkenswerte Gelassenheit. Erst wenn OFAC, FINMA, europäische Ermittler oder US-Staatsanwälte genauer hinschauen, beginnt hektische Betriebsamkeit.
Liechtenstein verteidigt sich gerne mit dem Hinweis auf verschärfte Geldwäschereigesetze, Sorgfaltspflichten und internationale Kooperation. Das stimmt formal durchaus. Das Land ist heute weit regulierter als vor zwanzig Jahren. Aber Regulierung allein beseitigt kein Geschäftsmodell.
Denn das eigentliche Produkt des Finanzplatzes bleibt weiterhin Diskretion. Und Diskretion zieht nun einmal nicht nur ehrbare Familienvermögen an, sondern auch Oligarchen, Politclans, Sanktionierte und dubiose Rohstoffmilliarden.
Vaduz ist vielleicht nicht der Ursprung dieser Gelder. Aber immer wieder ein erstaunlich bequemer Zwischenparkplatz.




Hätte ich mein Vermögen bei einer Liechtensteinischen Bank, so könnte ich nicht mehr ruhig schlafen vor Angst, dass die Bank von der US-Behörde Office of Foreign Asset Control (OFAC) sanktioniert wird, weil sie sanktionierte Gelder verwahrt, die vielleicht verschleiert waren. Dann wäre mein Vermögen wohl auch weg.
The Venezuelan strongman’s former nurse, Claudia Díaz, became head of the country’s treasury. She’s now serving a term in a U.S. prison for laundering millions — but European investigators are looking into the rest of her fortune. She didn’t stash it alone.
– In April, Díaz was sentenced in the United States for laundering more than $136 million in bribes while she was head of the Venezuelan treasury.
– Now underway is a separate European investigation into her alleged use of millions of dollars’ worth of gold bars to launder still more illicit proceeds.
– For years, the gold was stashed in a secret vault in Liechtenstein — and reporters tracked down the men she authorized to handle it.
– Swiss banker Ronnie Budja and former Venezuelan official José Alcántara de la Torre — who are not charged with any crimes and are living privileged cosmopolitan lives in Europe — may now hold the key to the rest of her fortune.
https://www.occrp.org/en/investigation/hugo-chavezs-nurse-stashed-gold-bars-in-a-secret-vault-in-europe-investigators-allege-heres-who-they-say-helped-her
Alex Saab ist ein kolumbianisch-venezolanischer Unternehmer, der international vor allem wegen seiner engen Verbindungen zur venezolanischen Regierung unter Nicolás Maduro bekannt wurde.
Es gibt eine dokumentierte Verbindung zwischen Alex Saab und Liechtenstein, nämlich die Einführung und das Einfrieren großer Geldmittel durch US-Behörden, die über ein liechtensteinisches Finanzsystem geleitet worden sein sollen.
Im September 2020 meldeten Medien und Ermittlungsquellen, dass von Alex Saab bis zu etwa 700 Millionen USD in Konten in Liechtenstein im Zusammenhang mit Saab eingefroren worden seien. https://www.quepasa.com.ve/internacionales/ee-uu-ubico-y-congelo-700-millones-de-dolares-vinculados-a-alex-saab/
Die US-Behörde OFAC (Office of Foreign Assets Control) hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Banken, Finanzinstitute und deren Führungskräfte sanktioniert oder vom US-Finanzsystem ausgeschlossen.
Die Maßnahmen reichen von:
* Einfrieren von Vermögenswerten,
* Verbot von Dollar-Transaktionen,
* Ausschluss vom Korrespondenzbank-System,
* bis hin zu milliardenschweren Strafen.
Ein aktueller und prominenter Fall war die Schweizer Bank MBaer Merchant Bank AG. Im Februar 2026 kündigte das US-Finanzministerium Maßnahmen an, die die Bank praktisch vom US-Finanzsystem abschneiden sollten. Der Vorwurf: Geldwäsche sowie Unterstützung sanktionierter Netzwerke aus Russland und Iran.
Laut Reuters leitete die Schweizer Finanzaufsicht danach sogar die Abwicklung/Liquidation der Bank ein.
Die OFAC hat u.a. folgende Banken sanktioniert. Noch ist keine liechtensteinische Bank dabei.
– Gazprombank
– VTB Bank
– Sberbank
– Promsvyazbank
– Sovcombank
– Novikombank
– Vnesheconombank
– Bank Otkritie
– Bank Melli Iran
– Bank Mellat
– Bank Sepah
– Export Development Bank of Iran
– Central Bank of Syria
In dieser Liste hätte die eine oder andere Liechtensteinische Bank noch Platz. Vielleicht findet die OFAC ja versteckte sanktionierte russische oder venezolanische Gelder bei einer der Banken im Ländle.
Venezuela‑Korruptionsskandal 2020 der LGT Bank mit den Verwicklungen mit PDVSA.
Die LGT war in Geschäfte involviert, die mit dem stark korruptionsbelasteten venezolanischen Staatskonzern PDVSA verbunden waren.
Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA verhängte Sanktionen gegen die Bank und ordnete interne personelle Maßnahmen an.
Beitrag in der SonntagsZeitung:
«Die Veröffentlichung der Offshore-Leaks-Daten enthüllte, dass mindestens 120 Personen und Firmen aus Liechtenstein in Steuerparadiesen aktiv waren. Trotz der 2009 eingeführten Weissgeldstrategie gerieten Liechtensteiner Treuhänder immer wieder in dubiose Geschäfte. Ein prominenter Fall ist der kasachische Unternehmer Margulan Seisembayew, dessen Offshore-Konstrukte in Liechtenstein und der Schweiz zur Veruntreuung von 1,1 Milliarden Dollar führten. Weitere Untersuchungen zeigten Verbindungen zu russischen Betrügern und Korruptionsfällen wie dem Magnitski-Skandal. Experten kritisieren die unzureichende Kontrolle der Treuhänder, die oft Risiken unterschätzen und in kriminelle Netzwerke verwickelt sind. Trotz negativer Erfahrungen halten einige Treuhänder an riskanten Geschäftsmodellen fest.»
Meine Güte, was man hier in dem Blog so alles lesen kann. Läuft eigentlich in Liechtenstein irgendetwas geprüft nach europäisch/etischen Standards? Irgendetwas?
Der FT‑Artikel enthält mehrere klare Kritikpunkte am Finanzplatz Liechtenstein.
1. Abhängigkeit von russischem Vermögen (Image‑Risiko)
Der Artikel macht deutlich:
– Liechtenstein war ein wichtiger Standort für russisches Vermögen (Trusts, Stiftungen etc.)
– Viele der betroffenen Strukturen sind mit russischen Eigentümern verbunden
Der Finanzplatz war stark in russische Offshore‑Strukturen eingebunden. Das kann geopolitisch heikel wirken (Sanktionen, Oligarchen-Debatte)
Fazit:
Liechtenstein erscheint als wichtiger „Storage-Ort“ für risikoreiches oder politisch sensibles Kapital
2. „Zombie Trusts“ = Funktionsversagen des Systems
Kernproblem im Artikel:
– Hunderte Trusts existieren weiter, aber ohne Verwaltung („zombie trusts“)
– Grund: Treuhänder sind massenhaft zurückgetreten aus Angst vor Sanktionen
Das bedeutet:
Vermögen im Milliardenbereich ist blockiert, nicht steuerbar, rechtlich „in der Luft“.
Implizite Kritik:
– Das System kann in Krisen nicht stabil funktionieren
– Es entstehen rechtliche und operative„tote Zonen“
Fazit::
Ein Finanzplatz lebt von Kontrolle – hier zeigt sich Kontrollverlust
3. Regulatorische und rechtliche Unsicherheit
Der Artikel hebt hervor:
– Liechtensteinische Aufsicht (FMA) hat US-Sanktionen de facto übernommen
– Dadurch entstand massiver Druck auf Treuhänder (Rücktritte)
Kritik:
– Das System ist anfällig für externen Druck (USA)
– Regeln wirken nicht stabil und schwer kalkulierbar
Zusätzlicher Effekt:
– selbst nicht sanktionierte russische Kunden sind betroffen
Fazit:
Zweifel an:
– Rechtssicherheit
– Planbarkeit
– Souveränität des Systems
4. Fehlende Lösungen / Krisenmanagement
Der Artikel beschreibt:
– Regierung musste Taskforce gründen
– aber: keine klare Lösung in Sicht. erhebliche Unsicherheit, wie mit den „Zombie Trusts“ umzugehen ist
Implizite Kritik:
– Behörden reagieren reaktiv statt vorbereitet
– strukturelles Problem ohne klare Governance
Fazit:
Eindruck: System ist in Ausnahmesituationen überfordert
Financial Times: “Liechtenstein hit by Russia‑linked ‘zombie trust’ crisis“
Es gibt wiederkehrende Verbindungen zu Korruption und Hochrisiko-Staaten. So gibt es Spuren von Geldern u. a. aus: Venezuela (PDVSA-Korruption)und Iran (Sanktionsumgehung). Liechtenstein ist zwar selten Hauptort, aber immer wieder Teil internationaler Geldstrukturen. Es fungiert als „diskreter Zwischenparkplatz“ für problematisches Kapital.
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Unabhängigkeit der rechtlichen Beratung
Sollten liechtensteinische Rechtsberater von solchen Schritten abraten, ist eine kritische Prüfung der Beweggründe ratsam. In Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass lokale Interessen oder strukturelle Abhängigkeiten die Empfehlung beeinflussen. Eine unabhängige, grenzüberschreitend erfahrene rechtliche Einschätzung ist daher häufig von Vorteil.
Fazit
Die konsequente Wahrnehmung und Durchsetzung eigener Rechte ist ein zentraler Baustein im Umgang mit Wirtschafts- und organisierter Kriminalität. Betroffene sollten verfügbare nationale und internationale Rechtsmittel sorgfältig prüfen und nutzen. Entschlossenes, informiertes Vorgehen kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Missstände rechtlich überprüfen zu lassen.
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
Contact:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
Contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
Contact :
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Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Liechtenstein ist ein Finanzplatz, der: stark von Diskretion lebt, dadurch systematisch Risiken anzieht und trotz Reformen weiterhin anfällig für problematische Kapitalströme ist
Die wirtschaftliche Logik des Finanzplatzes begünstigt weiterhin Intransparenz und damit potenziell illegitime Geldflüsse, was ein Geschäftsmodell darstellt.
Current developments and recurring allegations in the Liechtenstein fiduciary and foundation sector raise material concerns from a risk, governance, and enforceability perspective.
There are increasing indications that existing structures may allow for a concentration of control in the hands of fiduciary actors, combined with limited transparency for beneficiaries and complex legal arrangements. In such settings, the effective enforcement of rights may be materially constrained in practice, particularly in contentious situations.
Of specific concern is the perceived reliability of judicial oversight and regulatory enforcement. Questions regarding the independence, effectiveness, and practical enforceability of legal remedies – even if not universally substantiated – are highly relevant from a risk management standpoint. For institutional investors and asset holders, even the perception of such deficiencies can materially impact the assessment of legal certainty.
This creates a potentially elevated risk profile with regard to:
* effective control over transferred assets
* enforceability of beneficiary rights
* predictability and impartiality of dispute resolution
From a prudential perspective, jurisdictions where structural imbalances, limited transparency, and perceived gaps in oversight intersect require enhanced scrutiny. In such environments, legal protections may not perform as expected under stress scenarios.
Conclusion:
Reliance on the assumption of robust legal certainty and institutional neutrality should be critically reassessed. Engagement with Liechtenstein fiduciary structures may require enhanced due diligence, independent verification, and additional safeguards to mitigate potential structural risks.
Wer heute sein Vermögen zu einem Treuhänder oder einer Bank nach Liechtenstein bringt, kann doch nicht wissen, ob diese nicht doch sanktionierte Gelder verwalten. selbst wenn diese in irgendwelchen Konstruktionen verpackt sind. Wird dann der Treuhänder oder die Bank sanktioniert. dann ist doch mein Geld weg. Das Risiko würde ich nicht eingehen.
Das gehört doch zum liechtensteiner Geschäftsmodell: Gelder annehmen, die kein anderes Land nicht einmal mehr mit der Kneifzange anfassen würde, für die Verwahrung viel Gebühren nehmen und gelegentlich die gesamten Gelder einsacken.
The Reuters article is critical of Liechtenstein mainly in three ways:
1) It highlights Liechtenstein as a hub for Russian wealth
The article stresses that Liechtenstein hosts thousands of low‑tax trusts, many linked to Russians, putting it “in the crosshairs” of Western sanctions efforts.
This implicitly criticizes the country for having allowed large amounts of opaque foreign wealth (including oligarch money) to be parked there.
In short: Liechtenstein is portrayed as part of the problem in hiding or structuring Russian assets.
2) It exposes weaknesses in oversight and transparency
U.S. sanctions triggered mass resignations of trust managers, who feared penalties.
As a result, hundreds of trusts were left unmanaged and in limbo, revealing a “far wider problem” with Russian money.
The criticism here is that:
– The system depends heavily on private intermediaries
– When pressure comes, it breaks down and becomes unmanageable
3) It suggests Liechtenstein still struggles with its reputation as a “safe haven”
The situation is described as a setback for a country trying to shed its image as a safe haven for foreign wealth.
The article also emphasizes deep and opaque financial ties between Russia and Europe via places like Liechtenstein.
So the criticism is reputational:
Even after reforms, Liechtenstein is still seen as
– secretive
– attractive for questionable or politically sensitive wealth
https://www.reuters.com/business/finance/under-us-pressure-liechtenstein-seeks-fix-stranded-russian-wealth-2025-05-30/
Ohne eine schnelle Lösung der «Zombie Trust» Krise, die seit eineinhalb Jahren Liechtensteins Finanzplatz bedroht und als unsicher erweist, kann das Problem auf den breiteren Finanzsektor übergreifen, der das Rückgrat der liechtensteinischen Wirtschaft bildet. Das kann von einer «Zombie Trust» Krise sehr schnell zu einer Finanzkrise in Liechtenstein führen und die Stabilität des Finanzsektors insgesamt stark gefährden.
Man kann vor Liechtensteiner Stiftungen und Trusts nur warnen:
1. Es besteht ein ausgeklügeltes System der systematischen Selbstbereicherung von Treuhändern.
2. Es fehlt richterliche Kontrolle, die Liechtensteinische Justiz dient nicht dem Recht, sondern den Interessen der Liechtensteiner Treuhänder.
3. Es existiert ein System der institutionellen Protektion, Fürstenhaus und Regierung dulden die Missstände.
4. Rechtssicherheit wird suggeriert, besteht aber faktisch nicht.
5. Es handelt sich um strukturelle Missstände, und keineswegs um Einzelfälle.
Investoren können weder den Gerichten vertrauen, noch einer angeblichen Rechtssicherheit.
Laut Bloomberg gibt konkrete Hinweise darauf, dass die vom Iran geforderten, im Ausland blockierten oder verschleierten Gelder – bis zu 12 Milliarden Dollar – zu einem Teil auch über Finanzplätze in Liechtenstein und der Schweiz geleitet oder geparkt wurden.
Diese Erkenntnisse lassen sich anhand folgender Punkte zusammenfassen:
Finanznetzwerke:
Investigativen Recherchen (unter anderem basierend auf durchgesickerten Dokumenten und richtlinienbezogenen Untersuchungen) zufolge, werden Gelder aus iranischen Ölverkäufen teilweise über Banken in Großbritannien, der Schweiz, Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgewickelt.
Offshore-Strukturen:
Diese Vermögenswerte, bei denen es sich teils um die privaten Reserven regimetreuer Eliten handelt, werden oft über undurchsichtige Offshore-Konstruktionen, Stiftungen oder Mantelgesellschaften verschleiert, deren Endbegünstigte in westlichen Ländern oder Steueroasen liegen.
Gegenstand weltweiter Forderungen:
Die nun von Teheran geforderten eingefrorenen Gelder in Milliardenhöhe stammen primär aus asiatischen und nahöstlichen Konten (hauptsächlich in Katar, Indien, dem Irak und China). Die Offshore-Strukturen in Europa und Liechtenstein dienen jedoch oftmals der Verwaltung von weiteren, privat gehaltenen oder sanktionierten Staatsvermögen.
https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=1296591349005602&id=100059642464980
Das Wirtschaftsmagazin «Bloomberg» stellt einen Zusammenhang zwischen Bankkonten im Land und einer Terrororganisation her.
https://www.vaterland.li/liechtenstein/politik/entgeht-irans-neuer-revolutionsfuehrer-den-sanktionen-ueber-liechtenstein-art-714495
Liechtenstein scheint aufgrund der Vielzahl der vorliegenden Berichte ein rechtlich unsicherer Finanzplatz mit systematischen Transparenz- und Kontrollproblemen zu sein – auch für legitime Anleger.
Für Insider völlig unverständlich ist, weshalb die Verantwortlichkeit des Fürsten noch nicht von einem internationalen Gericht überprüft worden ist.
The message is straightforward and clear:
“The United States is focused on tackling sanctions circumvention wherever it occurs in the world. Neither our companies nor our people should be complicit in evading sanctions and helping to feed Putin’s war machine as the Kremlin continues its brutal war of aggression. Sanctions evaders and illicit finance facilitators are a significant threat to the United States’ and other countries’ financial systems.”
https://ch.usembassy.gov/u-s-government-announces-russia-related-sanctions-designations/
In Liechtenstein gibt es eine Einlagensicherung, diese beträgt bis CHF 100.000 pro Person und Bank.
Diese schützt bei Insolvenz der Bank.
Sie schützt aber NICHT bei Sanktionen.
Der Financial Times‑Artikel ist deutlich kritischer als die offiziellen Darstellungen und besagt im Kern: „Das System zeigt in einer Stresssituation ernsthafte Schwächen.“
1. Zentraler Vorwurf: Große Mengen russischen Geldes im System
Liechtenstein beherbergt tausende Trusts, darunter viele mit Russland‑Bezug. Seit dem Ukraine‑Krieg sind hunderte dieser Strukturen unter Druck geraten.
Kritik:
Der Finanzplatz ist stärker von russischem Geld geprägt als lange angenommen. Das widerspricht dem Image eines „sauberen“ Wealth‑Management‑Standorts.
2. „Zombie Trusts“ – strukturelles Problem
Ein Kernpunkt des FT‑Artikels: Hunderte Trusts sind „verwaist“, weil Treuhänder aus Angst vor US‑Sanktionen zurückgetreten sind. Diese Trusts existieren rechtlich weiter, sind aber praktisch handlungsunfähig.
Kritik:
Das System kann in Stresssituationen nicht mehr richtig funktionieren. Es entstehen Blockaden statt geordneter Abwicklung.
3. Abhängigkeit von externem Druck (USA)
Die Krise wurde nicht intern gelöst, sondern durch US‑Sanktionen ausgelöst. Liechtenstein steht unter massivem Druck aus Washington.
Implizite Kritik:
Das Land ist verwundbar gegenüber geopolitischem Druck. Entscheidungen werden teilweise „erzwungen“, nicht autonom getroffen.
4. Massiver Vertrauens- und Reputationsschaden
Die Krise ist ein Rückschlag für Liechtensteins Image.
Kritik:
Der Finanzplatz wirkt weniger stabil und weniger verlässlich als dargestellt.
5. Intransparenz & undurchsichtige Strukturen
Ein wichtiger Punkt (zwischen den Zeilen):
Viele Trusts haben komplexe Eigentümerstrukturen oder internationale Verflechtungen.
Der Artikel deutet an, dass schwer zu erkennen sei, wem Vermögen wirklich gehört. Genau das erschwert die Umsetzung von Sanktionen.
6. Kollateralschäden: auch „saubere“ Kunden betroffen
Besonders heikel ist, dass viele betroffene Trusts gehören nicht sanktionierten Personen gehören. Trotzdem werden Vermögen eingefroren oder Strukturen blockiert.
Kritik:
Das System erzeugt Rechtsunsicherheit und mangelnde Planbarkeit für Kunden.
7. Grundsätzliche strukturelle Schwächen
Der FT-Artikel impliziert ein tieferes Problem: Das Geschäftsmodell basiert auf internationalen Vermögen, komplexen Strukturen sowie Vertrauen in Treuhänder
In Krisen zeigt sich, dass wenn Treuhänder aussteigen, das System teilweise kollabiert (niemand zuständig)
8. Politische und wirtschaftliche Dimension
Für ein kleines Land wie Liechtenstein ist der Finanzplatz zentral. Solche Krisen sind daher systemisch relevant und nicht nur Einzelfälle.
Fazit – die eigentliche Kritik des FT
Der Artikel stellt kritisch fest: Liechtenstein hat ein strukturelles Problem:
– Hohe Abhängigkeit von internationalem Kapital (inkl. Russland)
– Komplexe Strukturen → anfällig für Sanktionen
– Treuhandmodell bricht unter Druck teilweise zusammen
– Reputationsrisiken bleiben bestehen
– Staat reagiert eher reaktiv als proaktiv
Financial Times: «Liechtenstein’s ‘zombie trust’ woes spread to Caribbean» vom 3. November 2025
Financial Times: «Liechtenstein’s ‘zombie trust’ woes spread to Caribbean»
Massive resignations by Liechtenstein trustees—driven by fear of secondary U.S. sanctions on Russian-linked wealth—have created hundreds of abandoned «zombie trusts». This paralysis of management and stranded assets has spilled over to Caribbean subsidiaries in the British Virgin Islands, Bahamas, and Cayman Islands.
The Core Issues:
The «Zombie» Phenomenon:
Around 475 to 800 trusts, many holding billions in assets like luxury real estate and superyachts, were left without legally authorized managers after panicked trustees resigned.
Regulatory Panic:
Fear of strict secondary U.S. sanctions following the invasion of Ukraine led trustees to abandon entities even with remote or non-sanctioned Russian connections.
Caribbean Contagion:
Because many European trust structures use offshore subsidiaries to hold actual assets, the manager exodus has left Caribbean service providers with stranded portfolios, unpaid fees, and paralyzed local operations.
Current Status:
Government Intervention:
Liechtenstein established a government task force to explore legal solutions, including state-coordinated appointments of interim administrators to regain control.
Global Impact:
Law firms in offshore jurisdictions are grappling with how to handle these orphaned entities under localized trust laws without clear international consensus.
Liechtenstein likes to present itself as a modern, well-regulated financial centre. Increasingly, however, reality appears to suggest the opposite: a system that drags along structural legacies, tolerates opacity, and prefers to outwait criticism rather than confront it.
The debates surrounding “zombie trusts,” dormant structures, and the lack of effective enforcement mechanisms are not marginal issues—they expose a systemic blind spot. Anyone who merely claims oversight without visibly enforcing it undermines trust. And trust is the only hard currency this jurisdiction truly has.
More troubling than the issues themselves is the pattern behind them: silence, relativisation, delay. This does not resemble confident regulation—it looks like a system reluctant to subject itself to rigorous scrutiny.
A financial centre that fails to address its weaknesses transparently does more lasting damage to its credibility than any external criticism ever could. Liechtenstein risks exactly that: being seen as a jurisdiction sustained less by quality than by willful neglect.
There has to be accountability – and there will be.
Liechtenstein lebt doch davon, „Aufsicht“ und „Regulierung“ vorzugeben, und doch in Wirklichkeit gerade diese Aufsicht nicht ernst zu meinen, so dass leicht „verkleidete“ sanktionierte Gelder mit Handkuss – natürlich zu überhöhten Gebühren – angenommen werden.
Wegen strikter US-Sanktionen steht der Finanzplatz Liechtenstein unter erheblichem Druck, was zu blockierten Russengeldern und einer Schockwelle bei Treuhändern führt. Die Regierung sucht fieberhaft nach einer «rechtssicheren Lösung», um das Problem zu bewältigen, ohne selbst in den Sanktionsstrudel zu geraten.
Die wichtigsten Kernpunkte der aktuellen Situation im Fürstentum:
Das Dilemma der Branche: Treuhänder und Banken halten sich streng zurück. Selbst legale Gelder werden vorsorglich blockiert, da niemand Gefahr laufen will, von den USA sanktioniert zu werden.
Sanktionsstrudel-Angst: Die US-Sanktionen wirken global und extralokal. Der kleinste Fehler in der Kundenprüfung (Compliance) kann für Finanzinstitute existenzbedrohend sein, weshalb die Angst vor Repressalien zu massiver Übervorsicht führt.
Politische Reaktion: Regierungschefin Brigitte Haas verurteilt den Krieg, betont die Sauberkeit des Finanzplatzes und bekräftigt die Suche nach einem gangbaren, rechtlich einwandfreien Weg. Bislang gestaltet sich die Freigabe oder Handhabung der blockierten Vermögenswerte jedoch äußerst komplex.
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/russengelder-in-liechtenstein-juristin-niemand-moechte-in-diesen-sanktionsstrudel-geraten
Für diejenigen, die so naiv sind und glauben, dass die Skandale alle „bedauerliche Einzelfälle“ und nicht der Regelfall seien:
https://youtu.be/0OUm0sbwW8A?feature=shared
Russische oder venezolanische Gelder werden oft über Holdingstrukturen, Trusts und Offshore-Firmen verschleiert. Dadurch kann passieren, dass eine Bank glaubt, ein Kunde sei «clean», sich aber später herausstellt, dass der wirtschaftliche Berechtigte sanktioniert ist. Wenn so ein Verstoss ans Licht kommt, kann es sein, dass Treuhänder oder eine Bank sanktioniert wird – auch liechtensteinische.
Dieses Risikos sollte man sich bewusst sein, wenn man Vermögen einem Liechtensteiner Treuhänder einer liechtensteinische Bank anvertrauen möchte.
Es besteht einfach ein Risiko, dass in Liechtenstein Treuhänder oder Banken sanktioniert werden können. Oder dass aus einer Stiftung oder einem Trust ein «Zombie Trust» wird. Weil der Treuhänder oder die Bank verschleierte sanktionierte Gelder verwahrt hat. Und was passiert dann mit einem Vermögen? Die «Zombie Trusts» sind seit eineinhalb Jahren verwaist. Warum sollte man so en Risiko eingehen, wenn man nicht unbedingt muss?
Klaus LINS, Mitarbeiter in einer der verschwiegensten Treuhandkanzleien weltweit, konkret bei der Kanzlei «Prof. Dr. Herbert BATLINER» in Vaduz, Liechtenstein, vermag es nicht mehr mit seinem Gewissen zu vereinbaren, wenn nach dem Ableben der Stiftungsgeber Millionenbeträge beim Treuhänder einfach so ‚verschwinden‘. Bei einer anonymen Stiftung gibt es nur zwei Personen, die Bescheid wissen: der Stiftungsgeber und sein Treuhänder. LINS wurmt es auch, dass oftmals Gelder, die nach dem Tod der Stiftungsgründer für gemeinnützige Zwecke vorgesehen sind, dort nicht ankommen. Er kündigt. Und nimmt eine kleine Datensammlung mit. Auf einer CD. Er übergibt sie dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.
In dem Spiegel-Artikel vom 21. Mai 2000 wird Liechtenstein als dicht vernetztes, intransparentes Finanzsystem dargestellt, in dem persönliche Beziehungen, Diskretion und schwache Kontrolle problematische Geldflüsse begünstigen.
1. „Spinnennetz“ = eng verflochtenes System
Die zentrale Metapher des Artikels ist: Liechtenstein als „Spinnennetz“ aus Beziehungen. Das bedeutet konkret, dass Banken, Treuhänder, Politiker und Anwälte eng miteinander vernetzt sind, „jeder kennt jeden“ in diesem kleinen System.
Es entsteht ein System gegenseitiger Abhängigkeiten, Kontrolle wird erschwert, weil potenzielle Kontrolleure selbst Teil des Systems sind.
2. Nähe von Politik, Finanz und Justiz
Der Artikel kritisiert, dass selbst Politiker und öffentliche Akteure in Fälle verwickelt sein können.
Es fehlt eine klare Trennung zwischen Staat und Finanzplatz. Es besteht die Gefahr von Interessenkonflikten und mangelnder Unabhängigkeit.
3. Liechtenstein als Plattform für dubiose Geldflüsse
Der SPIEGEL beschreibt, dass sich im Land Hinweise auf viele problematische Geldgeschäfte finden lassen,
„wenn man nur danach sucht“. Gemeint sind Geldwäsche, Steuerumgehung oder Offshore‑Konstruktionen.
Solche Aktivitäten seien nicht zufällig, sondern strukturell möglich. Liechtenstein fungiere als Drehscheibe für internationale Vermögen zweifelhafter Herkunft.
4. Schwächen in Aufsicht und Kontrolle
Ein zentraler impliziter Vorwurf lautet: Ermittlungen mussten von außen oder durch spezielle Ermittler angestoßen werden, im normalen System seien Probleme zu lange unentdeckt geblieben.
Die Aufsicht funktioniert nicht effektiv genug, teilweise sei sie zu passiv und zu eng verbunden mit den beaufsichtigten Kreisen.
5. Tradition der Diskretion als Risiko
Liechtensteins vermeintliche Stärke wird als Schwäche dargestellt, nämlich hohe Diskretion, Verschwiegenheit, Schutz von Vermögen.
Das erleichtert Verschleierung und Intransparenz und damit auch missbräuchliche Nutzung.
6. Internationaler Druck & Imageproblem
Der Artikel steht im Kontext der damaligen Vorwürfe, so internationale Kritik (z. B. Deutschland, FATF). Der Verdacht besteht, Liechtenstein sei zu lax gegenüber Geldwäsche.
Tatsächlich führte das später zu Reformen und kurzfristig sogar zur Blacklist der FATF im Jahr 2000.
7. Gesamtbotschaft des Artikels
Der SPIEGEL sagt im Kern:Liechtenstein ist kein neutrales Finanzzentrum, sondern ein eng verflochtenes Netzwerk, das Intransparenz begünstigt, Kontrolle erschwert und problematische Geldflüsse anzieht.
Der Artikel ist heute ebenso aktuell wie damals, denn es hat sich kaum etwas geändert.
https://www.spiegel.de/politik/es-ist-ein-spinnennetz-a-19836f23-0002-0001-0000-000016466538
What is striking in this discussion is not any single allegation, but the pattern that emerges when multiple issues are viewed together.
On the one hand, Liechtenstein presents itself as a highly regulated and stable financial centre. On the other, we now see recurring themes: exposure to sanctioned assets, complex structures with unclear beneficial ownership, and cases where enforcement appears to lag behind formal regulation.
The recent “zombie trust” phenomenon is particularly revealing. It shows that when external pressure intensifies, the system does not always adapt smoothly, but can enter a state of paralysis. For a financial centre built on trust and legal certainty, that is not a marginal issue.
For investors, the key question is therefore not whether isolated problems exist – they do everywhere – but whether the system can handle stress consistently, predictably, and transparently.
As long as this question remains unanswered, the perceived risk may persist – and perception, in finance, is often as important as reality.