Und vielfach – leider – auch dumm.
Zuerst die Zahlen, die jeden Liechtensteiner, der in der Finanzbranche arbeitet, das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen:
Die 11 fürstlichen oder von des Fürsten Gnaden abhängenden Banken im Ländle verwalteten Ende 2025 538 Milliarden Franken. Gut, im Vergleich zu den Eidgenossen (rund 10 Billionen, also 10’000 Milliarden) ist das eher ein Klacks. Aber immerhin.
Zudem können sich die Liechtensteiner Gnomen über einen Neugeldzufluss von knapp 18 Milliarden freuen. Das ist ziemlich viel Kohle und bedeutet, dass mindestens einige hundert, wenn nicht tausende von mehr oder minder vermögenden Menschen sich dafür entschieden haben, ihre Guthaben einer liechtensteinischen Bank anzuvertrauen.
Entweder direkt oder rüber einen Finanzintemediär, einen Vermögensverwalter oder gar einen Treuhänder, der als allmächtiger Stiftungsrat über das Geld des Kunden herrscht.
Angelockt wie Fliegen von Fliegenpapier werden die Investoren durch die ewig gleichen Slogans: «Stabilität», «Generationendenken», «Qualität», «Diskretion». Ganz zu schweigen vom Hammer-Werbespruch: Sie geben hier ihr Geld zu treuen Händen einem Treuhänder.
Also ist alles eitel Sonnenschein im Fürstentum, wo ein absolutistischer, milliardenschwerer Herrscher weise und gnädig über seine Untertanen und auch über fremde Gelder wacht, sie notfalls mit Leib und Leben beschützt?
Nun, selten klafft Schein und Sein so weit auseinander wie im Fürstentum im Herzen Europas.
Und zwar überall.
Fangen wir zuoberst an: der eigentliche Fürst, denn der Titel kann zwar vererbt, aber nicht weitergegeben werden, also Fürst Hans-Adam II. regiert gar nicht mehr. Was auch nicht unbedingt schlecht ist, denn er zeigte sich mehrfach als reaktionärer, überheblicher Herrscher, der seinen Untertanen sogar drohte, dass er sie verlassen werde, sollten sie seinen Wünschen nach noch grösserer Machtfülle nicht Folge leisten. Was sie dann taten.
An seiner Statt regiert Erbprinz Alois, dem allerdings bislang keine einzige Antwort auf irgend eine der dringenden Fragen Liechtensteins eingefallen ist.
Liechtensteiner Banken fallen immer wieder dadurch unangenehm auf, indem sie in schmutzige Geldgeschäfte verwickelt sind. Das Ländle ist weiterhin der Anziehungspunkt für so ziemliche alle Arten von kriminellen Geldern. Die nach wie vor am liebsten in verschwiegenen Trusts oder Stiftungen versenkt und versteckt werden.
Auch das traurige Schicksal der russischen Zombie-Fonds – rund 800 Finanzgefässe, die herrenlos vor sich hindümpeln, während die in ihnen gelagerten Werte verlottern – vermag offenbar den einen oder anderen Neuinvestor nicht abzuschrecken.
Genauso wenig wie die nicht abreissende Reihe von Skandalen, wir lassen es beim Stichwort Bacardí-Witwe bewenden.
Auch nicht die Tatsache, dass finanzielle Verflechtungen mit Liechtenstein in den USA und in der EU automatisch Warnsignale aufblinken lassen. Denn trotz aller gegenteiliger Beteuerungen ist der Prozentsatz derjenigen, die aus lauteren und edlen Motiven ihre Gelde in eine liechtensteinische Stiftung oder einen Trust oder eine Anstalt giessen, nicht rasant gewachsen.
Nur der kommune Steuerhinterzieher versucht es nicht länger damit, seit das Fürstentum geschickt dem AIA beigetreten ist. Was aber natürlich nicht heisst, dass in Liechenstein kein Schwarzgeld mehr gelagert würde. Seine Aufbewahrung ist einfach teurer geworden,
Aber am ehesten sollte doch Neuinvestoren eine banale Tatsache abschrecken: Die Zahl der zu betreuenden Stiftungen hat in den letzten Jahren rasant abgenommen – aber die Zahl der Treuhänder und Treuhandgesellschaften ist gleich geblieben.
Und da die Herren (und die wenigen Damen) nichts anderes gelernt haben, als sich durch die verwaltung von Finanzvehikeln möglichst grosse Scheiben abzuschneiden und unverschämte Honorarnoten einzureichen, ist deren Wunsch, ja keine Einschnitte ihn gewohnt luxuriösen Lebenswandel hinzunehmen, nur auf eine einzige Art erfüllbar.
Indem sie nicht etwa noch unverschämtere Honorarnoten schreiben. Sondern indem sie immer ungenierter in die ihnen anvertrauten Geldtöpfe greifen.
Sie sind dabei sicher, dass sie von der Fürstenjustiz dabei beschützt werden – von ganz, ganz wenigen, groben Ausnahmen abgesehen.
Aus all diesen Gründen muss am IQ jedes Neuanlegers in Liechtenstein gezweifelt werden.




Liechtenstein gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte Europas für Finanz- und Wirtschaftskriminalität. Unterschlagung ist nicht der Ausnahmefall, sondern an der Tagesordnung.
MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Bekannte Risiken, bewusste Entscheidung.
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein», stellt der Europarat fest. Will heissen, dass Anlagebetrug und Unterschlagung in Liechtenstein «business as usual ist». Übersetzt heißt das: Unterschlagung ist kein Randphänomen, sondern ein signifikantes strukturelles Risiko.
Vor diesem Hintergrund stellt sich ernsthaft die Frage, aus welchem rationalen Grund Vermögen heute noch nach Liechtenstein verlagert werden sollte – außer unter bewusster Inkaufnahme eines erheblichen Rechts‑ und Durchsetzungsrisikos.
Europarat warnt – Vertrauen fehlt, Risiko bleibt; Reaktionen bleiben aus.
Wenn schon der Europarat feststellt, dass in Liechtenstein Anlagebetrug und Unterschlagung relativ häufig sind, dann ist das ein Selbstbedienungsladen und kein Finanzstandort.
Liechtenstein hat den Ruf, dass dort die Prüfung, ob es sich auch um saubere Gelder handelt, nur Show ist, dass dort nach wie vor gerne Drogengelder, Gelder aus Korruption, Menschenhandel usw. angenommen werden. Das geht eben in der Schweiz nicht. Einen anderen Grund, sein Geld nach Liechtenstein zu bringen, gibt es doch nicht.
Aus Sicht von Investoren und Compliance‑Abteilungen gilt Liechtenstein heute als risikoreicher als die Schweiz, nicht primär wegen der Produkte, sondern wegen der Wahrnehmung von Rechtsdurchsetzung, institutioneller Distanz und Systemresilienz.
Das bedeutet nicht, dass Liechtenstein an sich kein Rechtsstaat wäre – aber die Schweiz wird klar als robuster, berechenbarer und belastbarer wahrgenommen.
Die entscheidenden Vergleichspunkte
1. Rechtsstaat & Justiz – Wahrnehmung, nicht Theorie
Schweiz
– stark institutionalisierte Gewaltenteilung
– föderale Struktur, große Distanz zwischen Akteuren
– hohe Vorhersehbarkeit gerichtlicher Entscheidungen
Liechtenstein
– formal rechtsstaatlich
– aber internationale Diskussionen über:
– Nähe der Akteure in einem sehr kleinen Staat
– Durchsetzbarkeit von Begünstigtenrechten
– Effektivität von Korrektiven im Konfliktfall
Für Investoren zählt nicht nur das Gesetz, sondern: „Was passiert, wenn es schiefgeht?“
Hier wird die Schweiz als signifikant verlässlicher eingeschätzt.
2. Europarat / MONEYVAL – warum das schwer wiegt
MONEYVAL‑Feststellungen zu:
– relativ häufiger Wirtschafts‑ und Finanzkriminalität
– Unterschlagung / Anlagebetrug als relevante Risiken
GRECO‑Berichte zu:
– mangelnder Korruptionsprävention
– Exekutive und institutionellen Strukturen
Das sind keine politischen Meinungen, sondern aufsichtsnahe Bewertungen.
Banken und Family Offices reagieren darauf automatisch mit höherem Risikoscore.
Die Schweiz steht hier systematisch deutlich besser da.
3. Marktpsychologie („der Anleger ist ängstlich“)
Der Artikel trifft einen zentralen Punkt:
– Kapital ist hoch mobil
– Anleger reagieren früh, nicht erst nach Skandalen
– Schon Zweifel an Neutralität oder Durchsetzung führen zu:
– Zurückhaltung
– Verlagerung
– zusätzlicher Absicherung
In der Praxis heißt das:
Wenn ich die Wahl habe, nehme ich die Jurisdiktion mit dem geringsten Erklärungsbedarf.
Das ist aktuell die Schweiz.
Nicht einzelne Skandale, sondern Zweifel an Durchsetzung, Distanz und Systemresilienz machen Liechtenstein für Anleger signifikant weniger attraktiv als die Schweiz.
Wer will denn mit seinem Vermögen noch nach Liechtenstein???
Betrug kann man managen – fehlende Durchsetzbarkeit nicht.
Liechtenstein weist strukturelle Risiken für Vermögensschutz und Rechtsdurchsetzung auf. Kritiker verweisen insbesondere auf folgende Risiken:
1. Vermögen ist möglicherweise nicht sicher
2. Rechte sind nicht immer zuverlässig durchsetzbar
3. Bankgeheimnis und Datenschutz können versagen
4. Justiz und Aufsicht wirken nicht durchgehend unabhängig oder effektiv
Nicht Einzelfälle, sondern Zweifel an Rechtsdurchsetzung und Neutralität belasten das Vertrauen in den Finanzplatz Liechtenstein. Im Vergleich wird die Schweiz von Anlegern und Compliance‑Abteilungen klar als robuster wahrgenommen.
The Reuters article is critical of Liechtenstein mainly in three ways:
1) It highlights Liechtenstein as a hub for Russian wealth
The article stresses that Liechtenstein hosts thousands of low‑tax trusts, many linked to Russians, putting it “in the crosshairs” of Western sanctions efforts.
This implicitly criticizes the country for having allowed large amounts of opaque foreign wealth (including oligarch money) to be parked there.
In short: Liechtenstein is portrayed as part of the problem in hiding or structuring Russian assets.
2) It exposes weaknesses in oversight and transparency
U.S. sanctions triggered mass resignations of trust managers, who feared penalties.
As a result, hundreds of trusts were left unmanaged and in limbo, revealing a “far wider problem” with Russian money.
The criticism here is that:
– The system depends heavily on private intermediaries
– When pressure comes, it breaks down and becomes unmanageable
3) It suggests Liechtenstein still struggles with its reputation as a “safe haven”
The situation is described as a setback for a country trying to shed its image as a safe haven for foreign wealth.
The article also emphasizes deep and opaque financial ties between Russia and Europe via places like Liechtenstein.
So the criticism is reputational:
Even after reforms, Liechtenstein is still seen as
– secretive
– attractive for questionable or politically sensitive wealth
https://www.reuters.com/business/finance/under-us-pressure-liechtenstein-seeks-fix-stranded-russian-wealth-2025-05-30/
Liechtenstein weist strukturelle Risiken für Vermögensschutz und Rechtsdurchsetzung auf. Kritiker verweisen insbesondere auf folgende Risiken:
* Vermögen ist möglicherweise nicht sicher
* Rechte sind nicht immer zuverlässig durchsetzbar
* Bankgeheimnis und Datenschutz können versagen
* Justiz und Aufsicht wirken nicht durchgehend unabhängig oder effektiv
Der Artikel stellt fest, dass das liechtensteinische Treuhand‑ und Stiftungswesen – also der Kern des Finanzplatzes – anfällig für Missbrauch durch Treuhänder ist und dass dadurch genau das zentrale Versprechen des Standorts (Vermögensschutz) infrage gestellt wird. Der Artikel kommt dabei zu dem Ergebnis, dass das System so funktionieren kann, dass diejenigen, die Vermögen schützen sollen, dieses auch missbrauchen können.
1. Missbrauch durch Treuhänder (zentrale Kritik)
Treuhänder verwalten große Vermögen für Klienten. Gleichzeitig haben sie oft weitgehende Kontrolle und einen Informationsvorsprung.
Kritik:
Diese Struktur ermöglicht es, dass Treuhänder Vermögen zweckentfremden oder veruntreuen können. Beispielsweise die Nutzung von Stiftungsvermögen für eigene Zwecke
2. Strukturelles Ungleichgewicht (Treuhänder vs. Begünstigte)
Begünstigte erhalten oft nur eingeschränkten Einblick und nur geringe Durchgriffsmöglichkeiten.
Kritik:
Ein starkes Machtgefälle zugunsten der Treuhänder.
Betroffene können sich nur schwer wehren. Rechte sind formal vorhanden, praktisch jedoch nur schwer durchsetzbar.
3. Kontroll- und Aufsichtsdefizite
Zahlreiche Fälle werfen die Frage auf, ob die Branche ausreichend reguliert ist
Kritik:
Aufsicht greift nicht immer wirksam oder rechtzeitig
4. Wiederkehrende Skandale (kein Einzelfallargument)
Zahlreiche Fälle von Betrug, Untreue und Geldwäsche.
Zentrale Aussage:
Diese Vorfälle sind keine isolierten Ausreißer, sondern Teil eines Musters
Beispiel: mehrere hochrangige Treuhänder veruntreuten Millionenbeträge.
5. Widerspruch zwischen Image und Realität
Liechtenstein wirbt mit Vermögensschutz, Stabilität und Sicherheit.
Kritik:
Wenn diejenigen, die Vermögen schützen sollen, dieses missbrauchen, kippt das zentrale Narrativ des Finanzplatzes.
6. Reputationsrisiko für den Finanzplatz
Der Artikel impliziert, dass Vertrauen die zentrale Grundlage des Geschäftsmodells ist, jedoch jeder Missbrauchsfall dieses Vertrauen beschädigt.
Konsequenz:
Der Finanzplatz wird strukturell angreifbar.
Wer trotz solcher Zustände noch Geld nach Liechtenstein bringt, ignoriert bewusst die Risiken. Ein System, in dem Treuhänder nahezu unkontrollierte Macht haben und Begünstigte kaum Zugriff, ist kein Schutzraum, sondern eine Einladung zum Missbrauch. Wenn Skandale immer wieder auftreten, ist das kein Zufall – sondern ein Strukturproblem. Das Versprechen von Sicherheit wirkt da wie leere Werbung. Am Ende bleibt ein Finanzplatz, der Vertrauen verlangt, es aber selbst untergräbt.
Wer heute noch Vermögen nach Liechtenstein bringt, tut dies nicht aus Unwissenheit, sondern trotz der bekannten Risiken. Das ist entweder bewusste Hochrisikostrategie – oder ein Verzicht auf rationale Risikobewertung.
In Fach‑ und Compliance‑Kreisen gilt seit Jahren als bekannt, dass liechtensteinische Stiftungs‑ und Truststrukturen erhebliche systemische Risiken aufweisen. Immer wieder genannt werden Veruntreuungsrisiken, ein fehlender effektiver Rechtsschutz sowie grundlegende Zweifel an der praktischen Durchsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien. Vor diesem Hintergrund sehen sich Banken, Anlageberater und Rechtsanwälte zunehmend gezwungen, ihren Mandanten von Engagements in Liechtenstein ausdrücklich abzuraten, um eigene Haftungs‑ und Reputationsrisiken zu vermeiden.
Will man sein Geld in Liechtenstein mit dem geringsten möglichen Risiko anlegen, so geht man am besten ins Spielcasino. Alles andere ist sehr riskant.
Wirtschaftskriminalität und organisierte kriminelle Strukturen sind ein ernstes strukturelles Problem in Liechtenstein. Aus unserer Erfahrung als überregional tätige Rechtsanwaltskanzlei wissen wir, dass der Umgang mit entsprechenden Sachverhalten besondere rechtliche und strategische Sorgfalt erfordert. Vor diesem Hintergrund möchten wir einige wesentliche Hinweise geben.
1. Überprüfung und Anfechtung liechtensteinischer Gerichtsentscheidungen
Sollten Sie Entscheidungen liechtensteinischer Gerichte erhalten haben, deren Unabhängigkeit oder Neutralität aus Ihrer Sicht zweifelhaft erscheint, sollte eine Weiterverfolgung des Rechtswegs bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erfolgen. Erfahrungswerte zeigen, dass ein erheblicher Teil der gegen Liechtenstein gerichteten Beschwerden vor dem EGMR erfolgreich war. Die Entscheidungen des EGMR sind für Liechtenstein verbindlich und können entsprechende innerstaatliche Urteile korrigieren.
2. Information des Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft
Darüber raten wir, den Sachverhalt dem Legal Attaché’s Office der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern zu melden. Diese Stelle ist dem amerikanischen Justizministerium zugeordnet und befasst sich unter anderem mit der Bekämpfung international agierender krimineller Vereinigungen. Auf Grundlage des RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) besteht eine weitreichende Zuständigkeit für grenzüberschreitende Fälle organisierter Kriminalität. Dieses Instrument wurde beispielsweise auch in international bedeutenden Verfahren mit globalem Bezug angewandt.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Unabhängigkeit der rechtlichen Beratung
Sollten liechtensteinische Rechtsberater von solchen Schritten abraten, ist eine kritische Prüfung der Beweggründe ratsam. In Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass lokale Interessen oder strukturelle Abhängigkeiten die Empfehlung beeinflussen. Eine unabhängige, grenzüberschreitend erfahrene rechtliche Einschätzung ist daher häufig von Vorteil.
Fazit
Die konsequente Wahrnehmung und Durchsetzung eigener Rechte ist ein zentraler Baustein im Umgang mit Wirtschafts- und organisierter Kriminalität. Betroffene sollten verfügbare nationale und internationale Rechtsmittel sorgfältig prüfen und nutzen. Entschlossenes, informiertes Vorgehen kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Missstände rechtlich überprüfen zu lassen.
Economic crime and organized criminal structures constitute a serious structural problem in Liechtenstein. Based on our experience as a law firm operating across jurisdictions, we are aware that dealing with such matters requires particular legal and strategic diligence. Against this background, we would like to outline several key considerations.
1. Review and Challenge of Liechtenstein Court Decisions
If you have received decisions from Liechtenstein courts that, in your view, raise doubts as to their independence or impartiality, consideration should be given to pursuing legal remedies up to the European Court of Human Rights (ECHR). Empirical experience indicates that a significant proportion of applications brought against Liechtenstein before the ECHR have been successful. The judgments of the ECHR are binding on Liechtenstein and may result in the correction of relevant domestic court decisions.
2. Notification of the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy
In addition, we strongly recommend reporting the matter to the Legal Attaché’s Office of the Embassy of the United States in Bern. This office operates under the authority of the U.S. Department of Justice and is, among other things, involved in combating internationally operating criminal organizations. Pursuant to the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), there is extensive jurisdiction over cross-border cases of organized crime. This legal instrument has also been applied in internationally significant proceedings involving global networks.
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3. Independence of Legal Advice
If Liechtenstein-based legal advisers discourage the above steps, a critical assessment of the underlying reasons is advisable. In individual cases, it cannot be ruled out that local interests or structural dependencies may influence such recommendations. An independent legal assessment by counsel experienced in cross-border matters is therefore often beneficial.
Conclusion
The consistent assertion and enforcement of one’s legal rights is a key element in addressing economic crime and organized criminal activity. Affected parties should carefully assess and make use of available domestic and international legal remedies. A determined and well-informed approach can play a decisive role in ensuring that alleged misconduct is subjected to legal review.
La delincuencia económica y las estructuras de delincuencia organizada constituyen un grave problema estructural en Liechtenstein. A partir de nuestra experiencia como despacho de abogados con actividad suprarregional, sabemos que el tratamiento de este tipo de situaciones requiere una especial diligencia jurídica y estratégica. En este contexto, deseamos exponer algunas consideraciones fundamentales.
1. Revisión e impugnación de resoluciones judiciales de Liechtenstein
Si ha recibido resoluciones de tribunales de Liechtenstein cuya independencia o imparcialidad le parezca cuestionable, debe considerarse la continuación de la vía judicial hasta el Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH). La experiencia demuestra que una parte significativa de las demandas presentadas contra Liechtenstein ante el TEDH ha tenido éxito. Las sentencias del TEDH son vinculantes para Liechtenstein y pueden dar lugar a la corrección de resoluciones judiciales nacionales correspondientes.
2. Comunicación al Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos
Asimismo, recomendamos poner los hechos en conocimiento del Legal Attaché’s Office de la Embajada de los Estados Unidos en Berna. Esta oficina depende del Departamento de Justicia de los Estados Unidos y se ocupa, entre otras funciones, de la lucha contra organizaciones criminales con actividad internacional. En virtud de la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), existe una amplia competencia en casos transfronterizos de delincuencia organizada. Este instrumento legal ha sido aplicado, por ejemplo, en procedimientos de relevancia internacional con alcance global.
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3. Independencia del asesoramiento jurídico
Si asesores jurídicos establecidos en Liechtenstein desaconsejan la adopción de estas medidas, resulta recomendable realizar un análisis crítico de los motivos subyacentes. En casos concretos, no puede excluirse que intereses locales o dependencias estructurales influyan en dichas recomendaciones. Por ello, suele ser ventajoso contar con una evaluación jurídica independiente por parte de profesionales con experiencia en asuntos transfronterizos.
Conclusión
La defensa y ejecución coherente de los propios derechos constituye un elemento central en la lucha contra la delincuencia económica y organizada. Las personas afectadas deben examinar detenidamente y utilizar los recursos legales disponibles a nivel nacional e internacional. Un enfoque decidido e informado puede contribuir de manera determinante a que posibles irregularidades sean sometidas a revisión judicial.
La criminalité économique et les structures de criminalité organisée constituent un problème structurel grave au Liechtenstein. Forts de notre expérience en tant que cabinet d’avocats exerçant à l’échelle suprarégionale, nous savons que le traitement de ce type de situations exige une diligence juridique et stratégique particulière. Dans ce contexte, nous souhaitons formuler plusieurs observations essentielles.
1. Examen et contestation des décisions judiciaires liechtensteinoises
Si vous avez été destinataire de décisions émanant des juridictions du Liechtenstein dont l’indépendance ou l’impartialité vous paraît discutable, il convient d’envisager la poursuite des recours jusqu’à la Cour européenne des droits de l’homme (CEDH). L’expérience démontre qu’une proportion significative des requêtes introduites contre le Liechtenstein devant la CEDH a abouti favorablement. Les arrêts de la CEDH sont contraignants pour le Liechtenstein et peuvent conduire à la révision ou à la correction des décisions judiciaires internes concernées.
2. Information du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis
Nous recommandons en outre de porter les faits à la connaissance du Legal Attaché’s Office de l’Ambassade des États-Unis à Berne. Ce service relève du Département de la Justice des États-Unis et intervient notamment dans la lutte contre les organisations criminelles opérant à l’échelle internationale. En vertu du RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), il dispose d’une compétence étendue en matière de criminalité organisée transfrontalière. Cet instrument juridique a notamment été appliqué dans des procédures de portée internationale impliquant des réseaux mondiaux.
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3. Indépendance du conseil juridique
Si des conseillers juridiques établis au Liechtenstein déconseillent l’adoption de telles démarches, il est recommandé de procéder à un examen critique des motifs invoqués. Dans certains cas, il ne peut être exclu que des intérêts locaux ou des dépendances structurelles influencent ces recommandations. Il est donc souvent opportun de solliciter une évaluation juridique indépendante auprès de praticiens disposant d’une expérience en matière de dossiers transfrontaliers.
Conclusion
L’exercice cohérent et déterminé de ses droits constitue un élément central dans la lutte contre la criminalité économique et la criminalité organisée. Les personnes concernées devraient examiner avec soin et utiliser les voies de recours disponibles tant au niveau national qu’international. Une approche résolue et éclairée peut jouer un rôle déterminant dans la soumission de situations litigieuses à un examen juridique effectif.
Es entsteht der Eindruck, dass in Liechtenstein persönliche Netzwerke und institutionelle Verflechtungen mitunter stärker wirken als rechtsstaatliche Prinzipien. Dies wirft Fragen hinsichtlich der Unabhängigkeit und Neutralität zentraler Institutionen sowie der Rechtsstaatlichkeit des Finanzplatzes und des Landes insgesamt auf.
Insbesondere die engen Verbindungen zwischen Justiz, Politik, Anwaltschaft und Treuhandwesen können den Eindruck struktureller Interessenkonflikte entstehen lassen. Die geschilderten Vorgänge erscheinen daher nicht als isolierte Einzelfälle, sondern als Hinweis auf ein mögliches systemisches Standortproblem.
Für einen internationalen Finanzplatz ist dies von erheblicher Bedeutung. Aus Sicht von Investoren kann dadurch Unsicherheit entstehen, ob Rechte und Ansprüche jederzeit verlässlich und unabhängig durchgesetzt werden können.
Das erinnert teilweise an mafiöse Strukturen.
Der Unterschied zur Schweiz ist offensichtlich: Dort ist nicht jeder mit jedem verflochten, die Unabhängigkeit der Justiz steht nicht dauerhaft infrage, und es existieren keine hunderten führungslosen „Zombie‑Trusts“, die ein Systemversagen dokumentieren. Wer diese Unterschiede ignoriert, ignoriert nicht Details, sondern die Grundlagen von Rechtsdurchsetzung und Vermögensschutz. Genau deshalb entscheidet sich rationales Kapital gegen Liechtenstein – und für die Schweiz.
Der Artikel zeichnet ein kritisches Bild von Liechtenstein als Finanzplatz, der durch seine Strukturen Geldwäsche, Steuerflucht und internationale Kriminalität begünstigen könnte.
1. „Paradies“ für Kriminelle
Liechtenstein wird als Ort dargestellt, der nicht nur Steuerflüchtlingen, sondern auch „allen Arten von Kriminellen“ attraktive Möglichkeiten bietet.
2. Nutzung des Finanzsystems für Geldwäsche
Laut Bericht sollen mehrere internationale Verbrecherbanden (z. B. aus Spanien) liechtensteinische Banken genutzt haben, um Geld zu waschen. Dabei wurden häufig Stiftungen gegründet, über die dann Bankkonten eröffnet wurden – ein Mechanismus, der Verschleierung erleichtert.
3. Verbindung zu schwerer Kriminalität
Es wird konkret erwähnt, dass Gelder aus Drogengeschäften (u. a. kolumbianische Kartelle) über Liechtenstein geschleust wurden.
4. Beteiligung an Korruptions- und Betrugsskandalen
Auch Korruptionsgelder aus politischen Skandalen sollen im Fürstentum gelandet sein. Damit wird Liechtenstein indirekt mit internationaler Korruption und Wirtschaftskriminalität in Verbindung gebracht.
5. Kritik an mangelnder Kontrolle/Attraktivität der Strukturen
Implizit wird kritisiert, dass das Finanzsystem (insbesondere Stiftungen und Bankgeheimnis) Kriminellen das Verbergen von Geld erleichtert.
https://www.tagesspiegel.de/politik/liechtenstein-hort-der-kriminellen-1619899.html
Liechtenstein sells “asset protection” — but even the Council of Europe flags frequent financial crime, fraud, and embezzlement risks. Weak enforcement, opaque structures, conflicted networks, and endless scandals destroy trust. Rational capital chooses Switzerland. Smart money avoids Liechtenstein.
Ein Finanzplatz, in dem eine Herrscherfamilie überall das letzte Wort hat, kann Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit und Rechtsstaatlichkeit nicht überzeugend verkaufen. Wenn politische Macht über angeblich unabhängigen Institutionen steht, jedoch systemische Probleme, Wirtschaftskriminalität und Zweifel an der Rechtsdurchsetzung über Jahre bestehen bleiben, trägt auch der Fürst Verantwortung.
Das eigentliche Risiko für den Finanzplatz Liechtenstein sind doch nicht nur einzelne Skandale — sondern die strukturelle Gefahr, dass sanktionierte Vermögen hinter Stiftungen, Trusts und Briefkastenkonstruktionen verborgen werden. Genau deshalb stehen solche Systeme international unter verschärfter Beobachtung der US-Behörde OFAC und Compliance-Behörden. Wenn Banken nicht mehr zweifelsfrei ausschließen können, wem Gelder tatsächlich gehören, wird aus einem Reputationsproblem schnell ein Sanktionsrisiko, welches die Existenz der Bank gefährden kann. Das ist das größte Risiko.
Wenn die Schweiz die Familienstiftung wieder eingeführt hat, was ja schon im Gesetzgebungsverfahren ist, dann wird kein Mensch mehr das Risiko eingehen und eine Stiftung in Liechtenstein gründen, wo ganze Vermögen unter den Augen des Fürsten „verschwinden“.
Endlich mal ein Medium, dass sich traut, die kriminellen Machenschaften in Liechtenstein aufzudecken.
In Liechtenstein sind Vetternwirtschaft und Willkür höherrang als Recht und Gesetz. Das stellt die Rechtsstaatlichkeit selbst des Finanzplatzes und des Landes infrage. Interessenskonflikte sind offensichtlich systemisch, Justiz, Politik, Anwaltschaft und Treuhandwesen sind miteinander verbunden, so dass es keine Neutralität mehr gibt. Dies sind keine Einzelfälle, dies ist ein Problem des Standorts.
Das ist gravierend für einen Finanzplatz. Für Investoren heißt das: Rechte sind eventuell nicht verlässlich durchsetzbar.
Liechtenstein ist eine konstitutionelle Monarchie, in der der Fürst gemäss der Verfassung über weitreichende Kompetenzen verfügt. Dazu zählen insbesondere das Recht, Gesetze abzulehnen (Vetorecht), die Befugnis zur Auflösung des Landtags sowie ein erheblicher Einfluss auf Regierung und Justiz.
Diese Machtkonzentration schränkt die klassische Gewaltenteilung ein und führt dazu, dass dem Fürsten in zentralen staatlichen Fragen faktisch die letzte Entscheidungsbefugnis zukommt.
Verfügt ein Monarch über derart umfassende Befugnisse und lässt ein politisch-rechtliches System zu oder fördert ein solches, in dem kriminelle Praktiken — etwa die Aneignung und Schädigung von Stiftungen und Trusts unter Mitwirkung staatlicher Akteure wie Richterinnen, Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten (man denke an den Europarat, der Wirtschaftskriminalität wie Anlagebetrug und Unterschlagung als „relativ häufig» in Liechtenstein bezeichnet) — begünstigt werden, so begründet dies zumindest eine moralische Mitverantwortung.
Es ist wirklich kaum zu glauben, wie viel Kriminalität und kriminelle Energie in so einem kleinen Land Platz haben. Wenn selbst der Europarat feststellt, dass Wirtschaftskriminalität und Unterschlagung relativ häufig sind. Der Fürst ist bestimmt sehr stolz auf sein Land.
Ein System, das Vermögensschutz verspricht, aber selbst laut Europarat von häufiger Wirtschaftskriminalität geprägt ist, verliert seine Glaubwürdigkeit. Missbrauch ist kein Ausreisser, sondern Teil des Systems.
Wo Kontrolle schwach, Netzwerke eng und Durchsetzung unsicher sind, wird aus einem Finanzplatz schnell ein Hochrisiko‑Standort. Vertrauen gibt es nicht mehr – und ohne Vertrauen ist das Geschäftsmodell tot.
The core criticism in the Independent article from 21. March 2018 is quite sharp and focuses on a structural weakness in Liechtenstein’s trust system, not just isolated abuses.
The article argues that Liechtenstein’s trust system creates a dangerous imbalance, where trustees can hold decisive control while beneficiaries may lack effective legal rights—meaning that wealth placed there can, in extreme cases, become inaccessible to its intended owners.
1. Main Criticism: Beneficiaries can lose control over their own wealth
The article’s central claim is that in Liechtenstein discretionary trusts, legal control lies with trustees—not with the beneficiaries.
– Beneficiaries may have no enforceable legal rights
– In disputes, they may not even be heard properly in court
– Trustees hold the decisive legal authority over the assets
This creates the risk that:people can lose access to their own wealth once it is placed in a trust.
2. Criticism of the legal structure (systemic issue)
The problem is presented as built into the legal framework, not accidental:
Liechtenstein law allows“all legal rights” to sit with the trustee.
Beneficiaries—especially “discretionary” ones—have limited rights and weak enforcement options
Courts may confirm this imbalance (as in the Perry case)
Key message:
The legal design prioritizes asset control by fiduciaries over protection of beneficiaries
3. Weak legal recourse against trustees
The article highlights a crucial risk:
Even if trustees act improperly, beneficiaries may struggle to challenge them, legal remedies are limited or ineffective.
In extreme cases, beneficiaries can be locked out completely
This leads to the perception of insufficient legal protection and enforcement.
4. The “secrecy vs. risk” trade‑off
Liechtenstein is described as attractive because of secrecy, asset protection and stability
But the article argues: That secrecy comes at a price:
– Lack of transparency leads to less oversight
– Less oversight leads to higher risk of misuse
Core criticism:
The same features that attract wealth also create vulnerability to abuse
5. Risk of trustee abuse or misappropriation
Because trustees control information, control legal rights, manage the assets, the article implies that the system can allow trustees to misuse or retain assets against beneficiaries’ interests.
6. Reputational criticism: “losing the trust of the super‑rich”
The headline itself reflects the broader conclusion:
– Liechtenstein used to be a“gold standard” for wealth protection
– But cases like the Perry dispute show that wealthy clients are losing confidence
The criticism is therefore not only legal but reputational: The system may undermine the very trust it promises.
https://www.independent.co.uk/news/long_reads/liechtenstein-tax-haven-super-rich-trust-lost-beneficiaries-trustees-legal-laws-a8239956.html
Ein zentraler Faktor im politischen System Liechtensteins ist der Fürst, der wesentliche Einflussmöglichkeiten besitzt. Es stellt sich deshalb die Frage, inwieweit diese Struktur Auswirkungen auf wirtschaftliche und institutionelle Entwicklungen hat.
Der eigentliche Skandal ist, dass es sich bei der Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein nicht um vereinzelte Fälle handelt, sondern um ein strukturelles Problem, um ein System, welches seit Jahren am Laufen gehalten und von den Autoritäten geduldet wird.