Zwischen Sachwertversprechen und Grauzonenrisiko: Die Gefahren einer Geldanlage bei Taurus Sachwerte AG
Gold glänzt in Krisenzeiten. Inflationsschutz, Werterhalt, Sicherheit – kaum ein Narrativ wird im Vertrieb von Edelmetallanlagen häufiger bemüht. Auch die in Liechtenstein ansässige Taurus Sachwerte AG positioniert sich in diesem Spannungsfeld: Sachwerte statt Papiergeld, physische Edelmetalle statt Bankprodukte. Für sicherheitsorientierte Anleger klingt das attraktiv. Doch gerade hier beginnt das notwendige Misstrauen.
Denn Anbieter wie Taurus operieren – soweit ihre Angebote nicht als regulierte kollektive Kapitalanlagen oder beaufsichtigte Finanzprodukte strukturiert sind – in einem Bereich, der für Privatanleger erhebliche Risiken birgt. Das Grundproblem: Viele Kunden verwechseln Edelmetall-Direktanlagen mit regulierten Finanzprodukten. Tatsächlich fehlen oft jene Schutzmechanismen, die bei Banken, Fonds oder Wertpapierinstituten selbstverständlich sind: Einlagensicherung, laufende Aufsicht, standardisierte Transparenzpflichten oder Prospektkontrollen.
Besonders kritisch wird es bei Modellen, die mit Verwahrung, Sparplänen, Rückkaufzusagen oder Sammellagerung arbeiten. Hier stellt sich stets die zentrale Frage: Gehört dem Anleger tatsächlich individuell zugeordnetes Metall – oder hält er nur einen schuldrechtlichen Anspruch gegenüber einem Anbieter? Diese Unterscheidung entscheidet im Krisenfall über alles.
Gerade bei nicht regulierten Edelmetallanbietern in Liechtenstein – und Taurus steht hier exemplarisch neben anderen Marktteilnehmern – zeigen sich wiederkehrende Risikomuster:
1. Intransparente Gebührenstrukturen
Aufschläge auf Edelmetalle, Lagerkosten, Vertriebsprovisionen und Rückkaufsabschläge können Renditen massiv belasten. Was als Inflationsschutz verkauft wird, kann sich nach Kosten als Verlustgeschäft erweisen.
2. Verwahrungs- und Eigentumsrisiken
Viele Anbieter werben mit „physischem Eigentum“, doch oft bleibt unklar, ob Barren segregiert und individualisiert eingelagert sind oder nur Pool-Bestände existieren. Im Insolvenzfall kann das entscheidend sein.
3. Liquiditätsillusionen
Rückkaufversprechen wirken beruhigend – solange sie funktionieren. Doch wenn ein Anbieter selbst Käufer letzter Instanz ist, hängt Liquidität von dessen Bonität ab.
4. Vertriebslogik statt Vermögensberatung
Wie bei anderen unregulierten Edelmetallhäusern in Liechtenstein basiert das Geschäftsmodell häufig stark auf emotionalem Krisenmarketing: Währungsuntergang, Bankenmisstrauen, „Schutz vor dem System“. Solche Narrative ersetzen oft keine seriöse Anlageanalyse.
Der Vergleich mit anderen nicht regulierten Edelmetallanbietern im Fürstentum zeigt: Das Problem liegt weniger bei einzelnen Namen als in der Struktur des Segments. Liechtenstein genießt zwar einen Ruf als Finanzplatz mit starker Aufsicht. Doch dieser Ruf färbt oft auf Geschäftsmodelle ab, die gerade nicht oder nur teilweise unter klassische Finanzmarktregulierung fallen. Für Anleger entsteht dadurch ein gefährlicher Vertrauensbonus.
Weitere Beispiele wären die Rheingold Edelmetall AG oder Swiss Gold Safe. Tolle Namen, weniger toll das fürsteneigene Liechtensteiner Sachwert-Modell. Das beinhaltet:
- Edelmetall-Sparpläne mit hohen Spreads
- Sammelverwahrung statt segregierter Lagerung
- Vermittlerstrukturen mit hohen Provisionen
- Rückkauf nur über den Anbieter selbst
- „Außerhalb des Bankensystems“-Narrative als Verkaufsargument
- Unklare Abgrenzung zwischen Eigentum, Depotanspruch und Schuldverhältnis
Ein weiteres Risiko: Viele dieser Modelle wirken wie Vermögensverwaltung, sind rechtlich aber häufig nur Warenkauf mit Zusatzdienstleistungen. Das bedeutet: Weniger Verbraucherschutz, weniger Durchgriff, mehr Eigenverantwortung.
Sind Edelmetallanlagen bei solchen Anbietern per se unseriös? Nein. Aber sie verlangen eine Due-Diligence, die viele Privatanleger nicht leisten können: Wer ist Verwahrer? Gibt es unabhängige Audits? Ist Eigentum nachweisbar? Welche Regulierung greift tatsächlich? Wer trägt Gegenparteirisiken?
Gerade bei Taurus Sachwerte AG wie auch vergleichbaren nicht regulierten Anbietern sollte man sich nicht von Begriffen wie „Sachwert“, „Krisenschutz“ oder „physisches Gold“ in Sicherheit wiegen lassen. Denn das größte Risiko bei solchen Angeboten liegt oft nicht im Goldpreis – sondern in der Konstruktion drum herum.
Und wer die Mentalität von fürstlichen Finanzmenschen in Liechtenstein kennt, weiss: höchste Vorsicht ist geboten.
Denn genau dort beginnt die eigentliche Geschichte. Nicht beim Metall. Beim Versprechen.




Was hätten’s lieber: Gold oder Porsche?
Im Porsche-Zentrum in Feusisberg SZ liegen neben Sportwagen auch Flyer für eine Edelmetall-Anlage in Vaduz aus. Wie passt das zusammen?
https://insideparadeplatz.ch/2026/04/23/was-haettens-lieber-gold-oder-porsche/
Sammelverwahrung für mich? niemals.
Da die Firma aus Vaduz ist, ist sie doch garantiert seriös. 🤪
Es gibt bei solchen Edelmetall-Lager-Modellen oft wiederkehrende Risiken:
* Hohe Aufschläge & Gebühren (z. B. Lagerkosten von ~1,5 % jährlich)
* Intransparente Rückkaufpreise (Spread kann groß sein)
* Geringe Liquidität (Verkauf dauert, kein Börsenhandel)
* Marketing oft mit „Sicherer Hafen“, „Krisenschutz“ etc.
Man sollte sich dieses Risikos bewusst sein.
Könnte ich bitte die Männer kennenlernen, die so reich und so mutig sind, dass sie sich auf so ein Geschäftsmodell, noch dazu in so einem Land einlassen? Die so viel Geld haben, dass sie einen Totalverlust mit einem Lächeln wegstecken.
Die Medien berichten seit Jahren über kriminelle Machenschaften und ein „kriminelles System“ in Liechtenstein. Solche Berichte erzeugen eine Dynamik:
– seriöse Akteure ziehen sich zurück
– der Markt konzentriert sich auf weniger seriöse Mandate
– problematische Geschäftsmodelle oder -praktiken gewinnen relativ an Bedeutung
– Kritik scheint im Nachhinein bestätigt.
Die Berichte führen daher dazu, dass die kritisierten Strukturen in dem Land noch weiter verstärkt werden. Liechtenstein befindet sich daher in einer Abwärtsspirale („Ist der Ruf erst ruiniert…).
Es besteht nicht nur das Risiko bei dieser Gesellschaft, sondern auch das Risiko, dass man bei Rechtsstreitigkeiten vor der liechtensteinischen Justiz landen würde, welche einen mehr als zweifelhaften Ruf besitzt.
Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder, des Regierungssekretärs bzw. der Regierungssekretärin, der Generalsekretäre bzw. Generalsekretärinnen und Persönlichen Mitarbeitenden sowie der Mitglieder der Landespolizei. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state
Überall Lug und Trug, Diebstahl und Mafia und das unter den Augen den Fürsten? Pfui Deibel.
GRECO fordert Verbesserungen bei der Absicherung gegen Korruption in der Justiz und bei der politischen Elite.
Die Antikorruptionsbehörde des Europarats GRECO sieht deutlichen Verbesserungsbedarf bei der institutionellen Absicherung gegen Korruption – insbesondere in der Justiz, Regierungsmitgliedern und sogar beim Staatsoberhaupt, dem Fürsten.
https://rm.coe.int/grecoeval5rep-2024-1-final-deu-evaluation-report-liechtenste/1680b5ece0
Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität in Liechtenstein sind ein ernstes Problem, das viele Betroffene vor große Herausforderungen stellt. Als überregionale Rechtsanwaltskanzlei haben wir solche Fälle bearbeitet und möchten Ihnen wichtige Ratschläge geben:
1. Entscheidungen der Liechtensteiner Gerichte anfechten:
Sollten auch Sie Entscheidungen von Liechtensteiner Gerichten erhalten haben, die nicht neutral erscheinen, eskalieren Sie Ihren Fall bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Es ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oft nicht neutral sind. Acht von zehn Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.
2. Meldung an das Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft:
Melden Sie Ihren Fall dem Legal Attaché’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Außenstelle des amerikanischen Justizministeriums. Aufgrund des RICO Act, eines besonderen amerikanischen Gesetzes, hat dieses Büro weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen. Der RICO Act wurde beispielsweise im Verfahren gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA angewendet.
Kontakt:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
Sollten Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, bedenken Sie, dass diese möglicherweise ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.
Zusammenfassend möchten wir betonen, wie wichtig es ist, entschlossen gegen Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität vorzugehen. Zögern Sie nicht, Ihre Rechte einzufordern und die notwendigen Schritte zu unternehmen.
Economic crime and organized crime in Liechtenstein are a serious problem that poses significant challenges for many affected individuals. As a law firm, we have handled such cases and would like to offer you some important advice:
1. Challenge Decisions of Liechtenstein Courts:
If you as well have received decisions from Liechtenstein courts that do not appear to be neutral, escalate your case to the European Court of Human Rights (ECHR). It is well-known that decisions from Liechtenstein courts are often not neutral. Eight out of ten complaints to the ECHR have been successful. Liechtenstein courts are bound by the decisions of the ECHR.
2. Report to the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy:
Report your case to the Legal Attaché’s Office of the U.S. Embassy in Bern, a branch of the U.S. Department of Justice. Due to the RICO Act, a special US-law, this office has worldwide jurisdiction in the fight against criminal organizations. The RICO Act was, for example, applied in the proceedings against FIFA officials scattered around the world.
Contact:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
If your Liechtenstein lawyers advise against this, be aware that they may be representing their own interests as Liechtensteiners and not yours.
In conclusion, we emphasize the importance of taking decisive action against economic and organized crime. Do not hesitate to assert your rights and take the necessary steps.
Somos una firma de abogados internacional con una amplia experiencia en la gestión de casos de delitos de cuello blanco en Liechtenstein. Basándonos en nuestra experiencia, recomendamos encarecidamente los siguientes pasos para quienes se vean afectados:
1. Apelar al Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH):
Si ha recibido sentencias judiciales de Liechtenstein que carecen de neutralidad, es imperativo escalar su caso al TEDH. Está bien documentado que las decisiones judiciales en Liechtenstein a menudo no son imparciales. El poder judicial de Liechtenstein está vinculado por las decisiones del TEDH.
2. Denunciar su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE. UU. en Berna:
Informe sobre su caso a la Oficina del Agregado Legal, una rama del Departamento de Justicia de EE. UU. Bajo la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), EE. UU. tiene jurisdicción global para combatir el crimen organizado. La Ley RICO se ha utilizado en casos de alto perfil, como el enjuiciamiento de funcionarios vinculados a la FIFA en todo el mundo.
Información de contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Sea cauteloso con los consejos de abogados con sede en Liechtenstein:
Si su abogado en Liechtenstein le aconseja no tomar tales acciones, tenga en cuenta que pueden estar priorizando sus intereses locales por encima de los suyos.
Somos una firma de abogados internacional con una amplia experiencia en la gestión de casos de delitos de cuello blanco en Liechtenstein. Basándonos en nuestra experiencia, recomendamos encarecidamente los siguientes pasos para quienes se vean afectados:
1. Apelar al Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH):
Si ha recibido sentencias judiciales de Liechtenstein que carecen de neutralidad, es imperativo escalar su caso al TEDH. Está bien documentado que las decisiones judiciales en Liechtenstein a menudo no son imparciales. El poder judicial de Liechtenstein está vinculado por las decisiones del TEDH.
2. Denunciar su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE. UU. en Berna:
Informe sobre su caso a la Oficina del Agregado Legal, una rama del Departamento de Justicia de EE. UU. Bajo la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), EE. UU. tiene jurisdicción global para combatir el crimen organizado. La Ley RICO se ha utilizado en casos de alto perfil, como el enjuiciamiento de funcionarios vinculados a la FIFA en todo el mundo.
Información de contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Sea cauteloso con los consejos de abogados con sede en Liechtenstein:
Si su abogado en Liechtenstein le aconseja no tomar tales acciones, tenga en cuenta que pueden estar priorizando sus intereses locales por encima de los suyos.
Gerichte in Liechtenstein sind systematisch nicht neutral. Daher sollte man sich eine Anlage bei einer in Liechtenstein domizilierten Gesellschaft sehr genau überlegen und die erhöhten Risiken einkalkulieren.
Liechtenstein gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte Europas für Finanz- und Wirtschaftskriminalität.
MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hat festgestellt:
«Wirtschaftskriminalität, insbesondere Anlagebetrug und Unterschlagung, scheint auf nationaler Ebene eine relativ häufige Form der ertragsorientierten Kriminalität zu sein»
Für einen Finanzplatz ist diese Feststellung des Europarats kritisch, da sie Vertrauen in Produkte und Strukturen (Stiftungen, Anlagen) unterminiert und Kunden- und Investorenschutz infrage stellt.
https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86
Im Liechtenstein wurde selbst die Witwe des saudischen Königs Fahd von Liechtensteiner Treuhändern über den Tisch gezogen und ihr die Begünstigung aberkannt und ihr danach ihr gesetzliches Auskunftsrecht verweigert. Die Richterin Martina Schöpf-Herberstein vom Fürstlichen Landgericht hat dies so abgesegnet und die Treuhänder damit unterstützt. Ihr Urteil wurde vom Obergericht aufgehoben.
Lässt man sich in Liechtenstein auf irgendwelche Anlagegesellschaften ein, kann einem dasselbe passieren. Man sollte sich daher gut überlegen, ob man das Risiko Liechtenstein eingehen sollte.
Die Zeitung Vaterland berichtete:
Witwe von saudischem König liegt im Clinch mit liechtensteinischer Stiftung
Vor seinem Tod gründete König Fahd in Liechtenstein zwei Stiftungen. Diese liegen mittlerweile im Rechtsstreit mit der begünstigten Witwe.
https://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/witwe-von-saudischem-koenig-liegt-im-clinch-mit-liechtensteinischer-stiftung-art-597168
Recurring scandals in Liechtenstein raise serious concerns about the country’s adherence to the rule of law, weaken its position within the international community, and undermine confidence in the international legal order.
Entweder man geht das Risiko des Geschäftsmodells dieser Gesellschaft ein, oder man geht das Risiko des Landes Liechtenstein, welches nach vielzähligen übereinstimmenden Berichten kein Rechtsstaat ist, ein. Aber beides gleichzeitig ist ein doppeltes Risiko, was man sich sehr gut überlegen sollte. Alternativ könnte man gleich in eines der Spielcasinos in Liechtenstein gehen.
Würde ich meinem Banker erzählen, dass ich so eine Anlage gezeichnet habe … noch dazu in Liechtenstein, so würde der mich noch am selben Tag entmündigen lassen.
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen «Oldtimer-Treuhänder»
Untreue, Veruntreuung, Geldwäscherei: So lauten die Vorwürfe nach über fünf Jahren Ermittlungen. Der Beschuldigte wehrt sich – inhaltlich und formal.
Die Verdachtsmeldung einer Bank brachte alles ins Rollen. Seit 2020 ermittelten Staatsanwaltschaft und Untersuchungsrichter gegen einen Rechtsanwalt und Geschäftsführer einer Treuhandgesellschaft. Bekannt ist der langjährig tätige Mann mit seiner kleinen Kanzlei in Vaduz nicht nur aufgrund seines früheren politischen Engagements und verschiedenen öffentlichen Po- sitionen, die er innehatte, sondern auch für seine beachtliche Rolls-Royce- und Bentley-Sammlung voller Raritäten, die er im Sommer 2020 für rund zehn Millionen Franken in einer privaten Auktion über Sotheby’s versteigerte.
Langwierige Ermittlungen sorgten für Aufsehen
Entsprechend sorgten die Ermittlungen für Aufsehen. Es kam zu mehreren Hausdurchsuchungen. Der Sachverhalt sei komplex und der Umfang der auszuwertenden Unterlagen gross, sagte der damalige leitende Staatsanwalt Robert Wallner im April 2021.
Anfang April 2025 hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben, wie der leitende Staatsanwalt Frank Haun am Dienstag informierte. «Dem Beschuldigten werden das Verbrechen der Untreue in 26 Fällen, das Vergehen der Veruntreuung in zwei Fällen sowie das Verbrechen der Geldwäscherei zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage von einem Gesamtschaden von mehr als 20 Millionen Franken aus», heisst es in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft.
Gegen die Anklageschrift hatte der sogenannte Oldtimer-Treuhänder jedoch Einsprache erhoben. Dieser gab das Obergericht mit Beschluss vom 4. September aber keine Folge und liess die Anklage zu, wie die Staatsanwaltschaft weiter informiert. Somit ist die Anklage nun rechtskräftig. Gemäss Strafprozessordnung steht kein weiteres ordentliches Rechtsmittel zur Verfügung.
Beschuldigter zieht vor den Staatsgerichtshof
Bis es zu einer Verhandlung vor dem Kriminalgericht kommt, könnte es dennoch einige Zeit dauern. Denn wie Alexander Amann, Anwalt des Beschuldigten, gegenüber dem «Vaterland» erklärt, wird sein Mandant mittels Individualbeschwerde an den Staatsgerichtshof (StGH) weiter gegen die Anklageschrift vorgehen.
Gerügt werde die Verletzung seines Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK und anderer Grundrechtsverletzungen. Trotz des sehr umfangreichen Akts seien seinem Mandanten lediglich 14 Tage für einen Einspruch gegen die Anklageschrift zugebilligt worden, so Amann. Vorgängig werde sein Mandant zudem einen Antrag auf aufschiebende Wirkung und einstweilige Massnahmen einbringen.
Kritik an Kommunikation der Staatsanwaltschaft
All dies habe der Beschuldigte der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht bereits angekündigt und diese aufgefordert, keine Schritte zu setzen, mit welchen die Wirksamkeit dieser Rechtsbehelfe unterminiert würden. Entsprechend kritisiert Amann, dass dies in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft nicht erwähnt wird. «Der Beschuldigte sieht sich daher durch die Aussendung der Staatsanwaltschaft in seinen Verfahrens- und Persönlichkeitsrechten verletzt», so Amann.
Behauptungen in der Anklage seien unbegründet
Der Beschuldigte bestreite die Behauptungen in der Anklageschrift als unbegründet. «Die bisherigen Ermittlungen haben gezeigt, dass eine Vielzahl der erhobenen Vorwürfe in ähnlichen Sachverhaltskonstellationen nicht bestätigt wurden und mit Einstellungen durch die Staatsanwaltschaft endeten», so Amann. Warum vergleichbare Sachverhalte nunmehr zur Anklage gebracht werden, sei nicht nachvollziehbar. «Nicht zuletzt ist auch die behauptete Schadenssumme völlig aus der Luft gegriffen», betont Amann.
https://www.liewo.li/liechtenstein/gesellschaft/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-oldtimer-treuhaender-art-613499