Ein schlimmes Beispiel für das böse Wort von der Lügenpresse.

Im Ländle läuft’s gar nicht rund. Die übliche Anzahl von Skandalen, verursacht durch geldgierige und untreue Treuhänder. Das ungelöste Problem der mehr als 800 russischen Zombie-Trusts. Fluchtgelder aus Venezuela, dem Iran und von überall her.

Luscher Goldhandel, kaum vorhandene Aufsicht, Vetternwirtschaft, Verwicklung in die Riesenpleite des Wunderwuzzi René Benko. Und, und, und.

Da tut ein Gefälligkeitsinterview wirklich gut. Das ist im heutigen Gefälligkeitsjournalismus auch kein Problem. Auch da wäscht eine Hand die andere.

Die eine Hand:

Nein, das ist kein redaktioneller Beitrag im Münchner Merkur. Das ist ein gekauftes Inserat, das täuschend ähnlich wie ein Artikel daherkommt. Das merkt der geneigte Leser spätestens bei einer verschämten Anmerkung ganz am Schluss:

«Liebe Leserinnen und Leser,
der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.»

Möglicherweise rechnete die Redaktion damit, dass ihre Leserschaft nicht nur positiv auf das Angebot der liechtensteinischen halben Fürstenbank LLB reagieren würde, Anlegern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr Geld in Liechtenstein verlieren, Pardon, investieren könnten.

Dafür musste die LLB zahlen, denn immerhin hat der Merkur noch eine Auflage von 155’000 verkauften Exemplaren, plus online. Und Bayern ist ja gleich um die Ecke.

Mit gebührendem zeitlichen Abstand kriegte die LLB dann noch als Schmankerl obendrauf ein «was wollten Sie schon immer unbelästigt von kritischen Fragen sagen»-Interview auf einer ganzen Seite. Im März 2026 durfte der Vorstandschef der LLB ungestört erklären, «warum Liechtenstein Vermögende anzieht».

Schon das Symbolbild, das fürstliche Wappen plus Unterschrift «Das Fürstentum Liechtenstein ist klein und wohlhabend. Und es unterhält eine eigene Bank, die Liechtensteinische Landesbank in Vaduz», befindet sich höchstens im Streubereich der Wahrheit. Denn Liechtenstein ist wohlhabend, weil es verwaltete Vermögen abzockt. Und die «eigene» Bank, die gehört zur Hälfte dem Fürsten und zur anderen Hälfte dem liechtensteinischen Staat, also auch dem Fürsten.

Der Chef Christoph Reich (est nomen omen?) darf das Übliche absondern. Kunden kämen zur Bank, weil sie «gerade in diesen Zeiten Stabilität und Sicherheit suchen». Ach, dann stellen die beiden Gefälligkeitsjournalisten Corinna Maier und Sebastian Hölzle, die hierzu abkommandiert wurden, doch noch eine halbwegs kritische Frage, schön abwattiert: «Woher kommt dann das Klischee, dass in Liechtenstein Gelder lagern, die auch das deutsche Finanzamt interessieren könnten?»

Das kontert Reich mit unschuldigem Augenaufschlag: «Das gründet in der Vergangenheit. Mich wundert ehrlich gesagt, dass sich das Klischee so lange hält.»

Ein Wirtschaftsjournalist, der etwas auf sich hält, hätte nachgehakt, wieso dann alleine in den Zombie-Trusts über 20 Milliarden Franken lagern, wieso Benko Multimillionen in Liechtensteiner Stiftungen verstaute, wieso bis heute mehr oder minder verklausuliert «steueroptimierte» Anlagemodelle angeboten werden, wieso immer noch Versicherungswrapper und andere Konstrukte zur Steuervermeidung angeboten werden. Aber doch nicht beim Merkur.

Ansonsten enthält das «Interview» nur das übliche Gelaber. «Vermögen stärker diversifizieren … nicht alle Eier in einen Korb legen … Währungen können eine Chance, aber auch ein Risiko sein … Realwerte wie Gold … USA untergewichten …» usw.

Die Rolle der LLB in der Liechtensteiner Steueraffäre, im US-Steuerstreit, Vorwürfe wegen Insiderhandel, Ermittlungen gegen Ex-Manager wegen Geldwäsche, Betrug und Urkundenfälschung, Weitergabe sensibler Kundendaten?

Aber doch nicht bei einem Wohlfühlinterview. Dafür gibt es allerdings einen groben Ausdruck: reine Leserverarschung.

21 Kommentare
  1. Konrad
    Konrad sagte:

    Das, was die LLB in Deutschland als besonders vorteilhaft anpreist, nämlich ein Konto im sicheren Schweizer Franken, bekommt man auch bei jeder österreichischen oder deutschen Bank oder jeder deutschen Provinz-Sparkasse.

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    • Bauernfänger?
      Bauernfänger? sagte:

      Selbst in der deutschen Provinz, also in Wolnzach, Ahrensberg oder Fürstenfeldbruck, wo die LLB ihre LLB-Abende veranstaltet hat, kann man bei der örtlichen Sparkasse ein Konto in Schweizer Franken eröffnen. Und die sind nicht gefährdet, wegen sanktionierten russischen oder iranischen Geldern sanktioniert zu werden. Und die Deutschen können auch lesen. Für wie dumm hält die LLB die Deutschen eigentlich?

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  2. Psychologe
    Psychologe sagte:

    Wer heute noch mit Liechtenstein geschäftet – bei all dem was in letzter Zeit bekannt geworden ist – kann unbesehen entmündigt werden.

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  3. Rat für Betroffene der Finanz- und Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein
    Rat für Betroffene der Finanz- und Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein sagte:

    Wir sind eine überregionale Rechtsanwaltskanzlei, haben schon viele Fälle von Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein erlebt und raten allen Betroffenen:

    1. Sollten auch Sie Entscheidungen Liechtensteiner Gerichte erhalten haben, die nicht neutral sind, so eskalieren Sie ihren Fall weiter bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Dort ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oftmals nicht neutral sind. Acht von 10 Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.

    2. Melden auch Sie Ihren Fall dem Legal Attache’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Aussenstelle des amerikanischen Justizministeriums, welches aufgrund eines besonderen amerikanischen Gesetzes, dem RICO Act weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen hat. Mittels des RICO Act erfolgten beispielsweise das Verfahren und die Verurteilungen gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA.

    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    Sollten Ihnen Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, wissen Sie, dass diese ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.

    Antworten
  4. Advice for Victims of Economic and Financial Crime in Liechtenstein
    Advice for Victims of Economic and Financial Crime in Liechtenstein sagte:

    We are an international law firm with extensive experience in handling cases of white collar crime in Liechtenstein. Based on our experience, we strongly advise the following steps for those affected:

    1. Appeal to the European Court of Human Rights (ECHR):
    If you have received court rulings from Liechtenstein that lack neutrality, it is imperative to escalate your case to the ECHR. It is well-documented that Liechtenstein court decisions are often not impartial. The Liechtenstein judiciary is bound by the decisions of the ECHR.

    2. Report Your Case to the U.S. Embassy’s Legal Attaché Office in Bern:
    Inform the Legal Attaché Office, a branch of the U.S. Department of Justice, about your case. Under the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), the U.S. has global jurisdiction to combat organized crime. The RICO Act has been used in high-profile cases, such as prosecuting officials associated with FIFA across the globe.

    Contact Information:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Be cautious of advice from Liechtenstein-based attorneys:
    If your Liechtenstein lawyer advises against taking such actions, be aware that they may prioritize their local interests over yours.

    Antworten
  5. Consejo para Afectados por la Delincuencia Financiera y Económica en Liechtenstein
    Consejo para Afectados por la Delincuencia Financiera y Económica en Liechtenstein sagte:

    Somos una firma de abogados internacional con una amplia experiencia en la gestión de casos de delitos de cuello blanco en Liechtenstein. Basándonos en nuestra experiencia, recomendamos encarecidamente los siguientes pasos para quienes se vean afectados:

    1. Apelar al Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH):
    Si ha recibido sentencias judiciales de Liechtenstein que carecen de neutralidad, es imperativo escalar su caso al TEDH. Está bien documentado que las decisiones judiciales en Liechtenstein a menudo no son imparciales. El poder judicial de Liechtenstein está vinculado por las decisiones del TEDH.

    2. Denunciar su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE. UU. en Berna:
    Informe sobre su caso a la Oficina del Agregado Legal, una rama del Departamento de Justicia de EE. UU. Bajo la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), EE. UU. tiene jurisdicción global para combatir el crimen organizado. La Ley RICO se ha utilizado en casos de alto perfil, como el enjuiciamiento de funcionarios vinculados a la FIFA en todo el mundo.

    Información de contacto:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Sea cauteloso con los consejos de abogados con sede en Liechtenstein:
    Si su abogado en Liechtenstein le aconseja no tomar tales acciones, tenga en cuenta que pueden estar priorizando sus intereses locales por encima de los suyos.

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  6. „Kurze Wege. Langfristiger Schutz. Vermögenssicherung in Liechtenstein.
    „Kurze Wege. Langfristiger Schutz. Vermögenssicherung in Liechtenstein. sagte:

    Die Überschrift trifft den Nagel auf den Kopf.

    „Kurze Wege“, da jeder mit jedem verwandt ist und keinen einen Ganoven verpfeift, denn sonst zieht man sich den Hass von dessen weit verzweigten und vernetzten Clan zu.

    „Langfristiger Schutz“, vor allem für Treuhänder, die Trusts und Stiftungen gemolken und geplündert haben und die von der liechtensteinischen Justiz geschützt werden.

    „Vermögenssicherung“, bedeutet wohl Beutesicherung der mit Hilfe der nicht neutralen liechtensteiner Justiz geplünderten Beute.

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  7. Schwere und organisierte Kriminalität
    Schwere und organisierte Kriminalität sagte:

    Das kriminelle System, mit welchem Liechtensteiner Treuhänder Stiftungen und Trusts seit Jahren systematisch und planmässig mit tatkräftiger Hilfe von nicht neutralen Richtern und Staatsanwälten in ihre Macht bringen und dann ausplündern, ist jetzt aufgeflogen und bekannt geworden. Dass es so lange verheimlicht werden konnte, liegt wohl daran, dass die liechtensteiner Rechtsanwälte den betroffenen Opfern das Märchen vom «bedauerlichen Einzelfall» erzählt haben, da auch sie viele Jahre von dem kriminellen System profitiert haben. Fürst und Regierung haben jahrelang weggeschaut und so getan, als wüssten sie von nichts, was ihnen aber auch seit Jahren niemand mehr abnimmt. Bei dem kriminellen System dürfte es sich um schwere und organisierte Kriminalität handeln.

    Antworten
  8. Dagmar
    Dagmar sagte:

    Ich hätte größte Bedenken, jetzt zu einer liechtensteinischen Bank zu gehen. Wenn die doch noch irgendwelche verschleierten russischen, venezolanischen oder iranischen Gelder im Keller hat, wird plötzlich die ganze Bank sanktioniert und ich komme nicht mehr an mein Geld.

    Antworten
  9. Korruption in Liechtenstein: GRECO empfiehlt Antikorruptionsreformen für die Justiz, die Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt in Liechtenstein
    Korruption in Liechtenstein: GRECO empfiehlt Antikorruptionsreformen für die Justiz, die Regierungsmitglieder und das Staatsoberhaupt in Liechtenstein sagte:

    Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder, des Regierungssekretärs bzw. der Regierungssekretärin, der Generalsekretäre bzw. Generalsekretärinnen und Persönlichen Mitarbeitenden sowie der Mitglieder der Landespolizei. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
    https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state

    Antworten
  10. Fragesteller
    Fragesteller sagte:

    Gibt es diese Journalisten überhaupt oder hat die LLB die Namen frei erfunden und die Fragen und Antworten gleich selbst geschrieben?

    Antworten
  11. Journalistisch unsauber und bewusst Sienna an der Grenze
    Journalistisch unsauber und bewusst Sienna an der Grenze sagte:

    Das ist sehr grenzwertig gemacht:

    – Der Beitrag steht im ganz normalen „Wirtschaft“-Ressort
    – Überschrift, Layout und Interviewstil wirken komplett redaktionell
    – Es wird ein Interview mit dem LLB-Chef geführt (klassisches journalistisches Format)
    – Keine offensichtliche, grosse Kennzeichnung wie „Anzeige“ oder „Advertorial“ im sichtbaren Bereich

    Die Liechtensteinische Landesbank wird dabei sehr positiv dargestellt – ohne kritische Gegenfragen oder Gegenpositionen.

    Das ist sehr problematisch.

    Das Ganze erzeugt den Eindruck:
    „Das ist ein unabhängiger Zeitungsartikel“

    Da es aber bezahlt ist (oder auch nur stark PR-getrieben), dann ist genau das irreführend.

    Nach gängigen Presserichtlinien (z. B. Trennungsgebot von Werbung und Redaktion):
    – Werbung muss klar erkennbar sein
    – Leser dürfen nicht getäuscht werden

    Hier ist das mindestens optisch verschleiert und zu schwach gekennzeichnet.

    Für die Zeitung: riskant für die Glaubwürdigkeit.

    Für die LLB: wirkt eher wie gekaufte Reputation als echte Stärke

    Für Leser: irreführend

    Gerade bei Themen wie Vermögen, Sicherheit oder Standort Liechtenstein ist das negativ, weil Vertrauen entscheidend ist.

    Antworten
  12. Donald T.
    Donald T. sagte:

    LLB is the best bank ever. So good! And nobody knows more about banks than I do.

    So sad we will put sanctions on it. Too much Russian and Iranian money. Too much. Sad!

    Antworten
  13. Rü Digga
    Rü Digga sagte:

    Die Liechtensteinische Landesbank hat 2025 entschieden, ihre Standorte in Dubai und Abu Dhabi zu schliessen und
    sich damit aus dem Nahen Osten (VAE) zurückzuziehen, Rückblickend eine gute Entscheidung.

    Aber die auf Wirtschaftsartikel gemachte Reklame ist überaus plump.

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