In der Finanzwelt Liechtenstein stinkt’s eigentlich überall.

Gerade machen Gerüchte die Runde, dass die Bank Frick im Ländle nach einem neuen Besitzer Ausschau hält. Sie ist eine der kleineren Banken im Fürstentum mit etwas mehr als 5 Milliarden Franken verwaltetem Vermögen.

Sie fährt einen besonders heissen Reifen im Banking, indem sie sich darauf spezialisiert hat, Anlaufstelle für Finanzintermediäre zu sein. Damit holt sie sich jede Menge Risiko in ihr Haus in Balzers, denn dass liechtensteinische Intermediäre nur lupenreine Geschäfte machen, ihre Kunden mit höchster Sorgfalt überprüfen und niemals verdächtiges Geld bewegen würden – diese Märchen glaubt natürlich keiner.

Als wäre das nicht genug potenzieller Ärger, möchte die Bank auch international präsent sein und hat dafür eine Filiale in Dubai eröffnet.

Als wäre das nicht genug potenzieller Ärger, bietet sie sich für Kryptogeschäfte aller Art an. Der zentrale Kritikpunkt hier ist weniger „Krypto an sich“, sondern das Risikoprofil, das damit ins Haus geholt wird: höhere Betrugsanfälligkeit, komplexe Herkunftsnachweise, schnell bewegte Zahlungsströme, mehr „High-Risk“-Kundensegmente. Genau diese Aspekte sind ein Grund, weshalb viele Banken Krypto meiden (Geldwäscherei-/Terrorfinanzierungsrisiken).

Wer als regulierte Bank „Zugang“ zur Kryptoökonomie verkauft, verkauft implizit auch permanente Erklärungsarbeit – und lebt mit dem Risiko, dass ein Skandal im Umfeld (Kunden/Projekt/Exchange) auf die Bank abstrahlt, selbst wenn formell alles regelkonform war.

Potenzieller Verkäufer ist die Kuno Frick Family Foundation. Diese Konstruktion hat einen speziellen Grund. Denn bei der Bank Frick ist etwas passiert, was selbst für Liechtenstein aussergewöhnlich ist.

Am 7. April 2014 wurde Jürgen Frick, der damalige Geschäftsführer der Bank, in der Tiefgarage des Bankgebäudes erschossen. Als er morgens ankam, lauerte der Täter bereits auf ihn und gab mehrere tödliche Schüsse ab.

Bilder der Videoüberwachung belegten schnell, dass es sich bei dem mutmasslichen Täter um einen Jürgen Hermann gehandelt hat.

Hermann hatte in der Vergangenheit wirtschaftliche Auseinandersetzungen und Konflikte mit dem liechtensteinischen Finanzplatz und speziell mit der Bank Frick geführt. Er machte Frick und andere Institutionen für den Finanzverlust seines eigenen Fonds verantwortlich.

2010 hatte er eine Klage gegen Frick und weitere Instanzen eingereicht, die vom Fürstlichen Obersten Gerichtshof und sämtlichen Instanzen abgewiesen wurde.

Hier sind wir wieder im bekannten Fahrwasser. Jemand macht ein Liechtensteiner Geldhaus für Verluste verantwortlich. Das weist jegliche Schuld von sich. Darauf versucht der Betroffene, vor Gericht sein Recht zu erstreiten. Und wird überall abgeschmettert.

Das heisst natürlich nicht, dass Hermann mit seinen Forderungen recht hatte. Noch viel weniger entschuldigt es sein Verhalten, das schon im Vorfeld der Tat immer auffälliger würde. So hatte er sich bereits Anzeigen wegen Drohung, Nötigung und schwerer Erpressung eingehandelt.

Nach der Tat flüchtete Hermann, sein Auto wurde kurz danach aufgefunden. Handschriftliche Notizen darin liessen sich als mögliches Geständnis interpretieren, auch äusserte er Selbstmordgedanken.

Seine Leiche wurde dann Monate später im Bodensee gefunden, sie wies eine Schusswunde auf, was auf Suizid hinwies.

Die Bank Frick wurde erst 1998 von Kuno Frick senior gegründet, einem liechtensteinischen Treuhänder. Nachdem sie eine Weile einen südafrikanischen Minderheitsaktionär hatte, wurde sie 2021 wieder zu hundert Prozent in den Besitz der Familienstiftung überführt.

Also für die wenigen Jahre der Existenz eine abenteuerliche Geschichte der Bank. Ertragsvolatilität, Eigentümerfragen, Regulatorik im Kryptobereich, operative Herausforderungen und lokale Standortfragen: eine ganze Menge von Fragezeichen rund um die Bank.

Dazu die explosive Mischung von einem Treuhänder gegründet, dessen Nachfolger erschossen wurde, während die Bank sich für Finanzintermediäre zur Verfügung stellt und sich im Hochrisikobereich Kryptogeschäfte engagiert.

Da dürfte ein allfälliger neuer Besitzer seine helle Freude daran haben.

23 Kommentare
  1. Ronnie
    Ronnie sagte:

    Die Liechtenstein bietet sich selbst als Kryptostandort an, weil es eines der ersten klaren Blockchain-Gesetze hatte (TVTG) und über den EWR Marktzugang zur EU bietet.

    Der EU-Marktzugang von Liechtenstein für Kryptofirmen wird teilweise kritisch beobachtet. Die Kritik betrifft vor allem Regulierungs-Arbitrage, also dass Firmen ein Land mit lockereren Regeln wählen, aber trotzdem im EU-Markt tätig sind.

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  2. Hohe Geldwäsche-Risiken
    Hohe Geldwäsche-Risiken sagte:

    Die Geldwäsche-Risiken aus Sicht der Banken sind bei Kryptotranssktionen sehr hoch. Kryptotransaktionen können schwer nachverfolgt werden, besonders bei Mixing-Services, Privacy-Coins, DeFi-Protokollen.

    So müssen Deutsche Banken strenge Geldwäschegesetze einhalten (z. B. Geldwäschegesetz), in Liechtenstein ist dies absichtlich weitaus weniger streng.

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  3. Renate
    Renate sagte:

    In Liechtenstein verkauft man ja auch physisches Gold für einen (Spot)preis und liefert es nicht aus. Stiftung Warentest in Deutschland warnt vor solchen Geschäften. Sachen gibt`s…

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  4. Skandale entlarven tiefgreifende Risiken des Stiftungsstandorts Liechtenstein
    Skandale entlarven tiefgreifende Risiken des Stiftungsstandorts Liechtenstein sagte:

    Die Glaubwürdigkeit Liechtensteins als Stiftungs‑ und Vermögensstandort leidet erheblich unter einer Reihe struktureller und systemischer Probleme, die in den vergangenen Jahren öffentlich geworden sind. Die Vielzahl der Skandale beschädigt die Glaubwürdigkeit Liechtensteins deshalb nachhaltig, weil sie keine Einzelfälle, sondern strukturelle Schwächen offenbaren, nämlich
    – mangelhafte Aufsicht
    – schwache Rechtsdurchsetzung
    – Interessenkonflikte in Justiz und Treuhänderwesen
    – internationale Sanktionen
    – ein massiver Vertrauensverlust der Banken und Nutzer

    Solange diese systemischen Probleme nicht wirksam adressiert werden, wird Liechtenstein international als Stiftungsstandort weiter an Reputation verlieren. Dies umso mehr, wenn bei mangelhafter Aufsicht auch noch Kryptotransaktionen gefördert werden.

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    • Rainer Henning
      Rainer Henning sagte:

      Bei der Ansammlung von Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein kommt es auf ein bisschen Krypto-Geldwäsche auch nicht mehr an.

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  5. Typisch Liechtenstein
    Typisch Liechtenstein sagte:

    Es ist ein gewisser Teil des liechtensteinischen Modells, Nischen im Finanzmarkt früh zu besetzen, die andere Länder zunächst wegen der sehr hohen Risiken meiden. Es wird eine nicht darstellbare Kontrolle durch die Finanzmarktaufsicht suggeriert und damit ein Geschäft abgesahnt, das seriösere Länder bewusst nicht riskieren.

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  6. Benedikt Schiller
    Benedikt Schiller sagte:

    Solche risikobehafteten, undurchsichtigen Geschäfte kann nur eine liechtensteinische Bank machen, die weiß, dass sie von der nicht neutralen (weil korrupten?) liechtensteinischen Justiz geschützt wird.

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  7. Korruption in Liechtenstein
    Korruption in Liechtenstein sagte:

    Die Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (GRECO) verordnet Liechtenstein in ihrem Bericht vom Mai 2025 (fünfte Runde) Verbesserungsbedarf bei der Korruptionsprävention in der Zentralregierung, der Justiz und den Regierungsmitgliedern. Kritisiert wird insbesondere die Befugnis des Fürsten, Strafverfahren zu blockieren. 20 Empfehlungen zur Integrität, Transparenz und Verhaltensregeln wurden aufgeführt.

    Die GRECO wiederholt ihre seit Langem bestehende Besorgnis über die Befugnis des Fürsten, strafrechtliche Ermittlungen und Verfahren gegen Personen mit hohen Exekutivfunktionen, die im Verdacht stehen, Korruptionsdelikte begangen zu haben, zu blockieren oder einzustellen. Sie bekräftigt, dass dies eine Gefahr für die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz darstellen kann, und empfiehlt, diese Befugnis zu überarbeiten. Zur Verbesserung der Transparenz empfiehlt die GRECO, Informationen über die Treffen zwischen dem Fürsten und dem Regierungschef bzw. der Regierungschefin mitzuteilen.
    https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state

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    • Korruption Teil des Geschäftsmodells
      Korruption Teil des Geschäftsmodells sagte:

      Die Korruption ist Teil des Geschäftsmodells Liechtensteins. Damit wird es der Finanzelite ermöglicht, den Rahmen der (in Liechtenstein nicht existierenden) Rechtsstaatlichkeit locker zu verlassen und sich so zu Lasten ausländischer Opfer zu bereichern.

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  8. Geldwäsche-Risiko ²
    Geldwäsche-Risiko ² sagte:

    Das Geldwäsche-Risiko bei Krypto-Transaktionen ist enorm. So etwas kann nur eine Bank anfassen, die weiss, dass sie von Regierung, Fürst und befangener Justiz geschützt wird.

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  9. Bank Frick
    Bank Frick sagte:

    Zu den bekanntesten Krypto-Firmen mit Bezug zu Bank Frick gehören:
    * Kraken
    * Gemini
    * Bitcoin Suisse
    * AmaZix
    * VanEck (für Bitcoin-ETP-Custody)

    Viele weitere kleinere Kryptofonds, Broker und Fintechs nutzen die Bank ebenfalls.

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  10. Rene aus Berlin
    Rene aus Berlin sagte:

    Das Land scheint eine einzige große Bereicherungs-Masche zu sein. Gestern der Artikel im Focus über den Goldverkauf, der angeblich nie ausgeliefert wird. Stiftung Warentest warnt schon. Apropos Stiftung: Wie geht´s mit Herrn Benko weiter?

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  11. Geldwäsche und Veruntreuung
    Geldwäsche und Veruntreuung sagte:

    Gehören Geldwäsche und Veruntreuung nicht zu den Kernkompetenzen des Geschäftsmodells Liechtenstein?

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  12. Liechtenstein: Steht die Bank Frick zum Verkauf?
    Liechtenstein: Steht die Bank Frick zum Verkauf? sagte:

    In M&A-Kreisen kursieren Briefings, wonach die Eigentümerin der Bank, eine Liechtensteiner Stiftung, PwC mit der Prüfung strategischer Optionen beauftragt hat. Diese sollen auch einen möglichen Verkauf umfassen. Die Bank ist profitabel und MiCAR-autorisiert, doch Gewinn und verwaltete Vermögen haben zuletzt gelitten.
    https://www.finews.ch/news/banken/71329-bank-frick-kuno-frick-familienstiftung-pwc-verkaufsgeruechte-m-and-a-liechtenstein-balzers

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  13. Krypto Investor
    Krypto Investor sagte:

    In Liechtenstein kann man leicht eine Bank für Kryptotransaktionen aufmachen, wenn man meint sich darauf verlassen zu können, dass die Finanzmarktaufsicht bewusst nur halbherzig kontrolliert und die Gerichte einheimische Institute stets protegieren.

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  14. Geldwäscheparadies Liechtenstein
    Geldwäscheparadies Liechtenstein sagte:

    Liechtenstein hatte über Jahrzehnte erhebliche Probleme mit Geldwäsche, wurde international kritisiert und zeitweise sogar auf die FATF‑„Schwarze Liste“ gesetzt.

    Ein interner Bericht des deutschen Bundesnachrichtendienstes warf Liechtenstein 1999 vor,
    – systematische Zusammenarbeit von Banken, Politik, Polizei und Justiz mit organisiertem Verbrechen,
    – Förderung von Geldwäsche (inkl. russischer Mafia und Drogenkartellen).

    Diese Vorwürfe wurden im November 1999 durch Der Spiegel veröffentlicht und lösten einen Finanzplatzskandal aus.

    Und was hat sich geändert…?

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  15. US-Finanzbehörde FinCEN warnte
    US-Finanzbehörde FinCEN warnte sagte:

    Die US‑Finanzbehörde FinCEN warnte schon im Jahr 2000, dass:
    – Liechtensteins Rechts‑ und Kontrollsysteme ernsthafte systemische Probleme hätten,
    – das System „erhebliche Möglichkeiten für Geldwäsche und Schutz krimineller Erträge“ schaffe.

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  16. Europarat hat Liechtenstein aufgefordert, Antikorruptionsmaßnahmen bei der Justiz zu ergreifen
    Europarat hat Liechtenstein aufgefordert, Antikorruptionsmaßnahmen bei der Justiz zu ergreifen sagte:

    Die Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (GRECO) hat Liechtenstein in mehreren Berichten, insbesondere im Rahmen der vierten Evaluationsrunde, dazu aufgefordert, Maßnahmen zur Korruptionsprävention in der Justiz zu ergreifen. Die Empfehlungen zielen darauf ab, die Integrität, Transparenz und Unabhängigkeit von Richtern und Staatsanwälten zu stärken. 

    https://eucrim.eu/news/greco-fourth-round-evaluation-report-on-liechtenstein/#:~:text=Significantly%20increasing%20the%20role%20of,the%20possibility%20of%20confidential%20counselling.

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  17. Liechtenstein ist endlos korrupt
    Liechtenstein ist endlos korrupt sagte:

    Vermutlich ist Liechtenstein das korrupteste Land Europas, so dass man Liechtenstein einfach meiden muss.

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