Gibt’s viele, ist es schlecht. Gibt’s wenige, auch.
Verblüffend, wie viele Dunkelkammern ein kleines Land wie Liechtenstein enthalten kann. Eigentlich besteht das Ländle unter der schimmernden Oberfläche nur aus Dunkelkammern.
Eine davon trägt den Namen Trust. Dieses Konstrukt muss zunächst von der Stiftung unterschieden werden. Es gibt einige Ähnlichkeiten, einfach mit anderen Begriffen. Bei einem Trust gibt es den Settlor, also den Treugeber, der Vermögenswerte auf den Trustee (den Treuhänder) überträgt. Und es gibt den beneficiary, also den Begünstigten.
Bei einer Stiftung gibt es den Stifter, den Stiftungsrat und Begünstigte. Soweit die Ähnlichkeiten. Der wesentliche Unterschied ist, dass eine Stiftung eine eigene Rechtspersönlichkeit ist, der Trust ist ein Rechtsverhältnis. Das bedeutet, dass bei einer Stiftung die Stiftung selbst Eigentümerin des Vermögens ist, der Stifter hat keinen Zugriff mehr darauf, einzig der Stiftungsrat schaltet und waltet. Bei einem Trust verwaltet der Trustee lediglich nach Vorgabe des Settlors.
Der hat also etwas mehr Rechte als der Stifter, was im rechtsfreien Raum Liechtenstein nicht unwichtig ist.
Während die Zahl von Stiftungen einigermassen verlässlich angegeben werden kann (zurzeit etwas über 9100), gehen die Schätzungen bei Trusts weit auseinander. Es gibt Schätzungen über Zehntausende von Trusts. Nach der Handelsregister-Statistik gibt es rund 1’900 Trusts, die Universität Liechtenstein spricht in einer Studie von rund 1’600.
Da Trusts noch diskretere Gebilde als Stiftungen sind und nicht öffentlich zugänglich eingetragen werden müssen, bleibt hier viel Spielraum.
Allerdings sind beide Möglichkeiten, viele oder nicht so viele, schlecht für das Fürstentum.
Sind es Zehntausende, dann herrschen auch hier Abgründe von verborgenen Konstrukten, die für alles Mögliche und alles Unmögliche verwendet werden können, immer mit einem Liechtensteiner Treuhänder an Bord, denn das ist Vorschrift. Schliesslich denkt der Fürscht ans Wohl seiner Untertanen. Also nicht von allen, aber doch von ein paar.
Noch merkwürdiger wird es allerdings, wenn wir die niedrigsten Zahlen nehmen. Und sie mit einer anderen Zahl korrelieren, die letztes Jahr ans Licht gekommen ist.
Wenn es also rund 1600 Trusts in Liechtenstein gibt und wenn es 800 Zombie-Trusts gibt, also herrenlos herumstehende Geldspeicher, die von ihren verwaltenden Treuhändern schmählich im Stich gelassen wurden, dann betrifft das jeden zweiten Trust.
Deutsch und deutlich: jeder zweite Trust in Liechtenstein wurde von seinem Treuhänder fluchtartig verlassen, weil der Schiss bekam, dass die US-Sanktionsbehörde Ofac auf ihn losgehen würde. Wie sie es bei einigen seiner Kollegen schon getan hat.
Der Schiss der Treuhänder ist darin begründet, dass offensichtlich diese 800 Trusts direkt oder indirekt mit reichen Russen oder russischen Geldern zu tun haben.
Da auf die Sanktionsliste der Ofac zu geraten das gesellschaftliche Todesurteil bedeutet, hiess es ab Herbst 2024: nichts wie weg.
Es wäre aber nicht Liechtenstein, wenn sich dem nicht zwei weitere Skandale dazugesellen würden. Nicht alle dieser Zombie-Trusts gehören Besitzern, die ihrerseits sanktioniert sind. Denn es gibt doch tatsächlich auch Russen, die unsanktioniert geschäften. Das ist aber den feigen Treuhändern egal, Russe ist Russe, ist toxisch.
Der dritte Skandal: dieser Zustand dauert nun schon über anderthalb Jahre an, ohne dass es dem Fürsten, seiner Regierung oder dem Parlament gelungen wäre, Abhilfe zu schaffen. Im Gegenteil, neu wurde dekretiert, dass der untragbare Zustand einfach eingefroren werden kann.
Wahrscheinlich nach der Devise: in Sibirien ist es doch auch kalt.




Leidgeplagte liechtensteinische discretionary trusts: nun auch höchstgerichtliche Rechtsschutzverweigerung
Während der beneficiary beim common law trust gemeinhin als ,,equity´s darling”gilt, schlägt das Pendel in Liechtenstein zusehends in eine entgegengesetzte Richtung. Hier zeichnet sich ein massiver Abbau des Begünstigtenrechtsschutzes durch die Gerichtsbarkeit ab. Aufgrund der aktuellen Gesetzesanwendung durch die liechtensteinischen Rechtsfürsorgegerichte ist nun ein nachhaltiger Reputationsverlust des „Truststandorts“ Liechtenstein zu befürchten.
https://kanzleiboesch.com/files/kanzlei-boesch/Publikationen/PDF/Leidgeplagte%20liechtensteinische%20discretionary%20trusts.pdf
Ein Liechtensteiner Trust ist wohl das gefährlichste, was man mit seinem Vermögen tun kann. So dumm kann kein Mensch sein und heute noch einen Liechtensteiner Trust gründen.
Bevor man einem Trust bzw. Treuhänder sein Vermögen überträgt, kann man es gleich in den Rhein werfen. Es ist so oder so weg.
Liechtenstein: The mysterious tax heaven that’s losing the trust of the super-rich
The tiny principality of Liechtenstein attracts the super-rich for its secrecy and security but, as a bitter legal case shows, there’s a price: all legal right are held by the trustees
https://www.independent.co.uk/news/long_reads/liechtenstein-tax-haven-super-rich-trust-lost-beneficiaries-trustees-legal-laws-a8239956.html
Im Skandal des Perry Trust hatten sich die Treuhänder schon nach relativ kurzer Zeit Honorare selbst genehmigt in Höhe von über 10,5 Millionen Euro, die sie sich selbst aus dem Vermögen des Trust bezahlt haben.
Richter Rosenberger sah das, wie in Liechtenstein üblich, als nicht zu beanstanden an.
Haupttreuhänder und Verantwortliche im Perry Skandal:
Dieter Neupert
Schweizer Anwalt, der im Vertrauen der Perry-Familie als Haupttreuhänder fungierte und laut den Klägern die Kontrolle über das Trust-Vermögen übernahm.
Louis Oehri und Dominik Naeff
Lopag Trust Treuhandgesellschaft
Peter Schierscher
Vom liechtensteinischen Gericht als Protektor (Schutz-/Überwachungsfigur für die Trust-Begünstigten) eingesetzt. Nach Darstellung der Perry-Familie soll diese Rolle die Kontrolle der Treuhänder weiter gestärkt haben – was im Sinne der Kläger problematisch war.
Financial Times warnt:
Are Liechtenstein’s trust laws fit for purpose?
The tiny European state has been jolted in the past year by court cases in which local financiers have been accused of abusing clients’ funds
“your advisers end up embezzling your money and you can’t see what’s going on,”
In Liechtenstein, Perry says, “the beneficiaries [of a trust] have no rights. If a trustee is stealing your money, you can bang your head against a wall and it will help more than a court in Liechtenstein,” she says — a claim disputed by the trustee.
Liechtenstein has been jolted in the past year by court cases in which local financiers have been accused of abusing clients’ funds. International lawyers question whether its laws on trusts, dating from the 1920s, are fit for purpose in an age of increasing global financial transparency.
https://www.ft.com/content/2f2e3bcc-cc93-11e8-8d0b-a6539b949662
Ms Perry said: “I just want to warn people that if they are thinking of placing their assets in a trust registered in Liechtenstein, then they should run away as fast as possible because they will find that the trustees will become the beneficiaries.”
“Then the judge (referring to judge Rosenberger) and Liechtenstein Trust committee will take the side of the trustees. I’m sure I’m not the only one who has been set up in this way but I intend to be the last one. The lesson here is that you cannot always trust the trustees,” she added.
https://philippaseilern.ch/en/related-articles/case-involving-a-liechtenstein-trust
Wer einen Trust in Liechtenstein gründet, gibt jede Kontrollmöglichkeit auf und geht das enorme Risiko ein, dass die Kontrollrechte über das Trust-Vermögen missbräuchlich ausgeübt und erhebliche Verwaltungs- bzw. Managementgebühren abgezogen werden.
Steven Kay QC Case Involving Liechtenstein Trust Company Featured in Article for Independent.
A piece for the Independent website features a case currently being worked on by Steven Kay QC. It concerns a woman called Tamar Perry, who is involved in legal proceedings against a trust company based in Liechtenstein: the Lopag Trust. The article itself focuses on Liechtenstein’s role as a tax haven.
Ms Perry and her family have been unable to gain access to their fortune in the trust that was settled by her late father, an Israeli tycoon. Ms Perry believes the principal trustee: Dr Dieter Neupert, a Swiss lawyer, is responsible. Furthermore she suspects the directors of Lopag: Louis Oehri and Dominik Naeff to also be involved. According to the article Neupert denies the allegations and and the Lopag Trust have been limited in their responses to the claims.
The Liechtenstein court has concluded that neither Tamar Perry nor the other beneficiaries have any legal rights.
https://www.internationallawbureau.com/2015/09/30/
Wir sind eine überregionale Rechtsanwaltskanzlei, haben schon viele Fälle von Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein erlebt und raten allen Betroffenen:
1. Sollten auch Sie Entscheidungen Liechtensteiner Gerichte erhalten haben, die nicht neutral sind, so eskalieren Sie ihren Fall weiter bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Dort ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oftmals nicht neutral sind. Acht von 10 Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.
2. Melden auch Sie Ihren Fall dem Legal Attache’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Aussenstelle des amerikanischen Justizministeriums, welches aufgrund eines besonderen amerikanischen Gesetzes, dem RICO Act weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen hat. Mittels des RICO Act erfolgten beispielsweise das Verfahren und die Verurteilungen gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA.
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
Sollten Ihnen Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, wissen Sie, dass diese ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.
We are an international law firm with extensive experience in handling cases of white collar crime in Liechtenstein. Based on our experience, we strongly advise the following steps for those affected:
1. Appeal to the European Court of Human Rights (ECHR):
If you have received court rulings from Liechtenstein that lack neutrality, it is imperative to escalate your case to the ECHR. It is well-documented that Liechtenstein court decisions are often not impartial. The Liechtenstein judiciary is bound by the decisions of the ECHR.
2. Report Your Case to the U.S. Embassy’s Legal Attaché Office in Bern:
Inform the Legal Attaché Office, a branch of the U.S. Department of Justice, about your case. Under the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), the U.S. has global jurisdiction to combat organized crime. The RICO Act has been used in high-profile cases, such as prosecuting officials associated with FIFA across the globe.
Contact Information:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Be cautious of advice from Liechtenstein-based attorneys:
If your Liechtenstein lawyer advises against taking such actions, be aware that they may prioritize their local interests over yours.
Somos una firma de abogados internacional con una amplia experiencia en la gestión de casos de delitos de cuello blanco en Liechtenstein. Basándonos en nuestra experiencia, recomendamos encarecidamente los siguientes pasos para quienes se vean afectados:
1. Apelar al Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH):
Si ha recibido sentencias judiciales de Liechtenstein que carecen de neutralidad, es imperativo escalar su caso al TEDH. Está bien documentado que las decisiones judiciales en Liechtenstein a menudo no son imparciales. El poder judicial de Liechtenstein está vinculado por las decisiones del TEDH.
2. Denunciar su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE. UU. en Berna:
Informe sobre su caso a la Oficina del Agregado Legal, una rama del Departamento de Justicia de EE. UU. Bajo la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), EE. UU. tiene jurisdicción global para combatir el crimen organizado. La Ley RICO se ha utilizado en casos de alto perfil, como el enjuiciamiento de funcionarios vinculados a la FIFA en todo el mundo.
Información de contacto:
U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
Attn: Legal Attaché’s Office
Sulgeneckstrasse 19
3007 Bern
3. Sea cauteloso con los consejos de abogados con sede en Liechtenstein:
Si su abogado en Liechtenstein le aconseja no tomar tales acciones, tenga en cuenta que pueden estar priorizando sus intereses locales por encima de los suyos.
Der Skandal um den Lake Cauma Trust läuft seit 2016. Die Begünstigten tragen vor, dass die Treuhänder Dieter Neupert, Louis Oehri und Dominik Naeff Mittel aus dem Trust veruntreut haben und sich bereits Honorare in zweistelligen Millionenbeträgen aus dem Trustvermögen selbst genehmigt haben. Die Treuhänder bestreiten die Vorwürfe, die liechtensteiner Gerichte geben wie üblich den Treuhändern recht, so das die Begünstigten völlig ohne Rechte und völlig ohne Zugriff auf das Vermögen des Trusts sind.
Wer möchte da nicht auch einen liechtensteiner Trust gründen?
Wie naiv und dumm muss jemand sein, sein Vermögen in einen liechtensteinischen Trust einzubringen, in dem dann ein liechtensteinischer Trustee die Kontrolle hat. In dem Augenblick, in dem man den Vertrag unterschrieben hat, wird der Treuhänder zu deinem Feind. Und sämtliche angeblichen Schutzmechanismen wie die Einsetzung eines Protektors etc. nützen nicht das Geringste, wenn sich die korrupte liechtensteinische Justiz wie im Perry Skandal grundsätzlich auf die Seite der liechtensteiner Treuhänder stellt. Meine Güte, ein bisschen schlechte Presse bekommt der Treuhänder, aber dafür hat er vielleicht einen dreistelligen Millionenbetrag, so dass er dem Stifter und den Begünstigten doch den Stinkefinger zeigt.
In all den Skandalen in Liechtenstein ist das System stets das gleiche. Untreue Treuhänder, die von befangenen Richtern geschützt werden und eine nicht zu fassende Skrupellosigkeit.
United States sanctioned Liechtenstein trusts for oligarch links
Move sparked panic with hundreds of trusts abandoned
Scale of troubled trusts shows Russia ties
https://www.reuters.com/business/finance/under-us-pressure-liechtenstein-seeks-fix-stranded-russian-wealth-2025-05-30/
You’d have to be out of your mind to hand over your wealth to a random trustee you don’t even know — particularly in Liechtenstein, which has a reputation for financial scandals.
Diese Machenschaften in Liechtenstein erinnern sehr an die Mafia.
Liechtenstein steckt infolge der US-Sekundärsanktionen gegen Russland in einer schweren Krise.
Bis zu 800 Trusts sind führungslos, Milliardenvermögen blockiert. Banken und Treuhänder ziehen sich aus Angst vor Sanktionen zurück – zuletzt traf es sogar den Vizepräsidenten der Treuhandkammer, Anton Wyss.
Die eingesetzte Taskforce bleibt bislang wirkungslos.