Das kleine Ländle mit grosser krimineller Energie.

Die Treuhänder- und Untreuhänderblase in Liechtenstein umfasst rund 130 Personen mit Treuhand-Lizenz. Die Zahl schwankt immer ein wenig, abhängig davon, wie viele gerade im Knast sitzen oder Probleme mit der US-Sanktionsbehörde Ofac haben.

Dazu gibt es rund 220 Treuhand-/Trust-Firmen mit insgesamt ca. 2500 Beschäftigten, die alle denkbaren (und wohl auch manche undenkbaren) Dienstleistungen anbieten.

Da gibt es grosse und kleine Fische. Die drei grössten sind das Allgemeine Treuunternehmen (ATU), Kaiser Partner und die First Adisory Group, die aus Herbert Batliners Firma hervorgegangen ist.

Batliner verkörperte idealtypisch den Liechtensteiner Treuhänder. Er erfand die Familienstiftung als Steuervermeidungsvehikel. Er war hoch angesehen und dekoriert (die Liste seiner Orden umfasst 28 Einträge, darunter das Grosskreuz des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens). Er war Präsident des Staatsgerichtshofs und Präsident der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP). Schon sein Vater war 40 Jahre lang Direktor der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) gewesen.

Der «Kammerherr seiner Heiligkeit» (gemeint ist der Papst) raffte ein Vermögen von geschätzten 200 Millionen Franken zusammen. Aber seine Karriere endete unrühmlich. Die deutsche Staatsanwaltschaft war hinter ihm her, wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in der Höhe von mindestens 250 Millionen. Aus dieser Bredouille entkam er mit der Zahlung von läppischen 2 Millionen Euro.

Übler war eine andere Affäre des «Fürstlichen Kommerzialrats» Batliner. Er nutzte die Demenz einer alten, aber reichen Witwe aus und liess sich von ihr 10 Millionen für «geleistete Dienste» schenken. Dafür wurde er tatsächlich und sogar in Liechtenstein verurteilt. Ein bitteres Ende einer grossartigen Karriere.

Geschäftsmodell Beihilfe zur Steuerhinterziehung, Geschäftsmodell Ausnützen kinderloser Witwen, die nicht so genau darauf achten, was sie unterschreiben. Geschäftsmodell Aneignen der ganzen Stiftung. Geschäftsmodell Informationsverweigerung und Abzocken der Stiftung mit ungeheuerlichen Honoraren.

Eigentlich ist der Beruf des Treuhänders nicht aussergewöhnlich lukrativ. Es geht hier im Allgemeinen um Durchschnittsgehälter von bis zu 150’000 Franken im Jahr. Denn die Tätigkeit ist auch nicht besonders fordernd. Eine Stiftungsurkunde aus dem Stehsatz nehmen und leicht anpassen. Darauf achten, dass weiter hinten ein paar Fussangeln eingebaut sind, mit denen man im Notfall einen aufsässigen Begünstigten mit Hilfe der fürstlichen Justiz rauspfeffern kann.

Und dann im Netzwerk mit Vermögensverwaltern und Liechtensteiner Fürstenbanken anlegen und verwalten und missbrauchen.

Denn Batliner war und ist natürlich nicht der Einzige, der es als Treuhänder zu einem ansehnlichen Vermögen gebracht hat. Immer wieder poppen Fälle von unglaublicher Bereicherung auf. Wie konnte sich Norbert Steeger die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt leisten, für die er eigens ein wahres Mausoleum baute? Wie konnte Mario Staggl, der Betreiber der Szenebar Esquire, über Jahre hinweg Millionen aus den ihm anvertrauten Stiftungen abzweigen?

Liebestolle Treuhänder, die das ihnen anvertraute Geld ihrer Geliebten nachschmeissen, Ein-Mann-Buden, die sich plötzlich einen Porsche Taycan leisten können, weil sie sich selbst Honorare über 75’000 Franken und mehr auszahlen – pro Monate, versteht sich, und über Jahre hinweg –, die Millionärsdichte unter fürstlichen Treuhändern ist erschreckend hoch.

Es ist völlig logisch und auf der Hand liegend, dass es sich dabei nicht um bedauerliche Einzelfälle handelt. Auch die Existenz von 800 russischen Zombie-Trusts, die seit über anderthalb Jahren führerlos als Untote herumstehen, beweist, wie skrupellos hier vorgegangen wird.

Immer nach zwei Devisen. Wenn’s mich nicht in den Knast bringt, nach‘ ich’s. Das müsste dann aber auch ganz blöd laufen. Die zweite: mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner.

Nachdem das Steuerhinterziehungsmodell Familienstiftung unter internationalem Druck implodiert war, wollten die Liechtensteiner Treuhänder doch tatsächlich, dass man ihnen gesetzliche Immunität vor Strafverfolgung zusicherte. Sie hätten doch schliesslich im Rahmen der fürstlichen Rechtsprechung gehandelt.

Geld scheffeln, das ist die wahre Lieblingsbeschäftigung der Treuhänder, die sie mehr oder minder geschickt hinter der Maske des biederen, anständigen gläubigen Menschen verbergen.

Aber diese Maske fällt immer öfter, die Skandale jagen sich. Eigentlich wäre ein Umdenken angesagt, um den Ruf des Geldaufbewahrungsplatzes Liechtenstein nicht noch vollständig zu ruinieren.

Aber von liebgewonnenen Gewohnheiten, die in Fleisch und Blut übergegangen sind, trennt man sich halt sehr, sehr ungern.

49 Kommentare
  1. Stiftungs- und Trustverwaltung und Justiz in Liechtenstein: Zur Systematik der Rechtsverweigerung
    Stiftungs- und Trustverwaltung und Justiz in Liechtenstein: Zur Systematik der Rechtsverweigerung sagte:

    Der Fall der Asturion Stiftung der Witwe und des Sohnes des saudi-arabischen Königs Fahd stellt weder einen Einzelfall noch ein bedauerliches Fehlverhalten dar. Vielmehr handelt es sich um ein exemplarisches Beispiel für ein seit Jahren etabliertes, wiederkehrendes, systematisches Vorgehen innerhalb der liechtensteinischen Stiftungs- und Trustverwaltungspraxis.

    Das Muster ist regelmäßig identisch: Treuhänder entziehen Begünstigten ihre Rechte, indem sie deren Begünstigtenstellung zunächst pauschal bestreiten. Diese Vorgehensweise kommt einer faktischen Rechtsverweigerung gleich. Die Betroffenen sehen sich gezwungen, ihre eigene Berechtigung in langwierigen Verfahren durch sämtliche Instanzen der liechtensteinischen Gerichtsbarkeit feststellen zu lassen. Gerichtliche Sanktionen gegen die verantwortlichen Treuhänder bleiben dabei aus.

    Nach Überwindung dieser ersten Hürde folgt regelmäßig die nächste: die Verweigerung der gesetzlich vorgesehenen Auskunfts- und Rechenschaftsrechte. Erneut bleibt den Begünstigten keine andere Möglichkeit, als jahrelang zu prozessieren – wiederum durch alle Instanzen und wiederum ohne jegliche Konsequenzen für die Treuhänder.

    Auf diese Weise vergehen oftmals Jahre, bis Begünstigte erstmals Kenntnis darüber erlangen, wie mit dem ihnen zugeordneten Stiftungs- oder Trustvermögen verfahren wurde. In diesem Zeitraum agieren Stiftungsräte ohne Kontrolle, können Vermögenswerte verschieben und eigene finanzielle Interessen verfolgen. Das System basiert auf Verzögerung, Zermürbung und der berechtigten Erwartung gerichtlicher Unterstützung.

    Diese Praxis ist kein Zufallsprodukt. Sie wird ermöglicht durch eine Justiz, die Pflichtverletzungen durch einheimische Treuhänder systematisch folgenlos lässt, sowie durch das Ausbleiben wirksamer staatlicher Aufsicht auf höchster Ebene.

    Dieses Vorgehen wird durch die Regierung und das Staatsoberhaupt geduldet, wodurch diese zur Aufrechterhaltung des Systems beitragen.

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    • „Zäma helfa“
      „Zäma helfa“ sagte:

      Die Landrichterin Martina Schöpf-Herberstein hatte dem Antrag der Liechtensteiner Treuhänder stattgegeben und entschieden, dass den Begünstigten, also der Witwe und dem Sohn von König Fahd das gesetzliche Auskunftsrecht nicht zu gewähren sei, da dies „gegen die Interessen der Stiftung sei“. So geht „zäma helfa“ zwischen Treuhändern und Justiz.

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    • Stefan
      Stefan sagte:

      Das Schema ist sehr leicht zu durchschauen. Tönt nach organisierter Kriminalität. Und der Fürst und der Erbprinz gucken erfreut zu?

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    • Michael Wagner
      Michael Wagner sagte:

      In Liechtenstein nennt man so etwas wohl normales Verhalten.
      Im Rest Europas dürfte so etwas schwere und organisierte Kriminalität genannt werden.

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  2. Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen «Oldtimer-Treuhänder» Norbert Seeger
    Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen «Oldtimer-Treuhänder» Norbert Seeger sagte:

    Der aktuelle Skandal iNorbert Seeger n Liechtenstein.

    Untreue, Veruntreuung, Geldwäscherei: So lauten die Vorwürfe nach über fünf Jahren Ermittlungen. Der Beschuldigte wehrt sich – inhaltlich und formal. Es soll um mehr als 20 Millionen Franken gehen.
    https://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-oldtimer-treuhaender-art-613499

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    • Frage
      Frage sagte:

      Der Treuhänder Norbert Seeger, der beschuldigt wird, etwa 20 Millionen Franken veruntreut zu haben, ist Träger des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens. Der Fürstlich Liechtensteinische Verdienstorden kann an alle Personen verliehen werden, die sich hervorragende Verdienste im öffentlichen Dienst oder für Leistungen auf sozialem Gebiet um das Fürstentum Liechtenstein erworben haben.

      Wieviel muss man veruntreut haben, um den Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstorden verliehen zu bekommen?

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  3. Das kriminelle System hinter der Fassade
    Das kriminelle System hinter der Fassade sagte:

    Wer diesen Blog aufmerksam liest, erkennt rasch: Was auf den ersten Blick wie eine Abfolge bedauerlicher Einzelfälle erscheint, fügt sich bei näherer Betrachtung zu einem beunruhigend klaren Gesamtbild. Die einzelnen Vorfälle sind keine isolierten Ereignisse, sondern Fragmente eines Systems, das nach festen Regeln funktioniert – wie Teile eines Puzzles, die sich unweigerlich zu einer dunklen Landschaft zusammensetzen.

    Im Zentrum steht eine seit Jahren praktizierte Methode, mit der liechtensteinische Trusts und Stiftungen systematisch ausgehöhlt werden. Das Vorgehen folgt einem präzisen Drehbuch: kriminelle Treuhänder, die ihre Stellung missbrauchen, veranlassen mit Unterstützung willfähriger Richterinnen und Richter die Abberufung von Stiftern oder Begünstigten aus den zuständigen Gremien. Die Hürden für deren Entmachtung sind auffallend niedrig. Ist dieser Schritt vollzogen, haben die Treuhänder völlig ungehindert Kontrolle über das Trust- oder Stiftungsvermögen. Das gesetzliche Informationsrecht wird nicht gewährt und muss erst jahrelang eingeklagt werden. Regelmäßig wird sogar die Begünstigtenstellung bestritten, so dass auch diese erst jahrelang eingeklagt werden muss. Während dieser Zeit wird der Trust oder die Stiftung ungehindert geplündert.

    Auffällig ist dabei die Asymmetrie der Maßstäbe: Während Begünstigte mit minimaler Begründung aus ihren Funktionen abberufen werden, sind die Anforderungen an die Abberufung liechtensteinischer Stiftungsräte nahezu unüberwindbar hoch. Selbst gravierende Pflichtverletzungen bleiben folgenlos, Verfahren gegen Begünstigte gehen sehr schnell über die Bühne, Verfahren gegen die liechtensteiner Treuhänder hingegen ziehen sich über Jahre hin – verschleppt, vertagt, im Sande verlaufend. Für die Betroffenen bedeutet das faktische Rechtlosigkeit.

    Wer sich zur Wehr setzt, sieht sich nicht selten mit Gegenangriffen der liechtensteiner Treuhänder konfrontiert. Strafanzeigen gegen Begünstigte – sowohl in Liechtenstein als auch in deren Heimatländern – dienen als Druckmittel und Abschreckung.

    Schlußendlich tragen die liechtensteinischen Rechtsanwälte ihren Teil dazu bei, das System nach außen hin als tragische Ausnahme erscheinen zu lassen. Man spricht vom „bedauerlichen Einzelfall“, während hinter den Kulissen ein klares Muster, ein System erkennbar ist, das sich seit Jahren regelmäßig wiederholt – strukturiert, kalkuliert, eingespielt, hoch profitabel.

    Was bleibt, ist ein kriminelles System, das sich selbst schützt. Und eine Maschinerie, die nur funktioniert, weil viele Zahnräder ineinandergreifen – diskret, effizient und mit staatlicher Duldung.

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  4. Christoph Klar
    Christoph Klar sagte:

    Liechtenstein hat 2025 die UN-Sanktionen gegen den Iran wieder eingeführt.

    Nach jahrelanger Aussetzung gemäß dem Atomabkommen (JCPOA) wurden die Finanz-, Handels- und Vermögenssanktionen des UN-Sicherheitsrats 2025 wieder in Kraft gesetzt. Liechtenstein hat diese wieder in seine Iran-Sanktionsverordnung übernommen.

    Das bedeutet, dass nicht nur das Verstecken russischer, sondern auch iranischer Vermögen dazu führen kann, dass Treuhänder oder Banken sanktioniert werden können.

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  5. BAZ schreibt «Fürstliche Geschäfte»
    BAZ schreibt «Fürstliche Geschäfte» sagte:

    In dem Artikel in der BAZ wird diese kriminelle Masche dargestellt:

    «Fürstliche Geschäfte:Liechtenstein hat sich vom Schwarzgeld verabschiedet. Dafür schaden jetzt Treuhänder der Reputation des Landes.»

    Letzten Freitag kämpfte Ralf H.* vor dem Fürstlichen Landgericht in Vaduz im Verhandlungssaal 3 um rund 3,5 Millionen Euro, die er zurückhaben möchte. Er hatte dieses Geld seiner eigenen Gesellschaft als Darlehen gegeben. Da seine Treuhänder sämtliche Verbindungen von H. zu seinen Firmen kappten, wurden ihm Einsichtsmöglichkeiten in deren Buchhaltung verweigert und der Zugriff auf sein Vermögen komplett entzogen, so sein Vorwurf. Er ist nicht der Einzige, der sich darüber beschwert, dass liechtensteinische Treuhänder durch Misswirtschaft Vermögen vernichten oder sich an der Verwaltung über Gebühr bereichern.

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  6. Bedienungsanleitung für Treuhänder
    Bedienungsanleitung für Treuhänder sagte:

    Die Treuhänder Martin Batliner und Philipp Wanger zeigen am Fall der Hartlaub Stiftung, wie Treuhändern in Liechtenstein richtig funktioniert.

    Schritt 1:
    Man genehmigt sich selbst aus der Stiftung, deren Interessen man eigentlich wahrnehmen sollte, monatlich zwischen 75’000 und 100’000 Franken – pro Person, versteht sich. Die 25’000 Franken Grundpauschale im Jahr pro Person kommen noch dazu.

    Schritt 2:
    Wagt es ein Begünstigter, gegen dieses Geschäftsmodell juristisch vorzugehen, wird er kurzerhand kaltgestellt. Einfach das gesetzliche Informations- und Kontrollrecht entziehen – und schon ist für drei Jahre Ruhe im Karton. Kontrolle? Transparenz? Nicht im Drehbuch in Liechtenstein vorgesehen. Konsequenz durch das Gericht? Keine.

    Schritt 3:
    Falls der unliebsame Begünstigte danach immer noch nicht aufgibt, wird ihm eben die Begünstigung entzogen. Problem gelöst – denn ohne Begünstigung kein Antragsrecht. Zack, juristisch aus dem Spiel genommen. Soll er doch jahrelang dagegen klagen! Konsequenz durch das Gericht? Keine.

    Schritt 4:
    Zur Abrundung gibt’s dann noch Strafanzeigen wegen angeblicher Untreue gegen Begünstigte. Angriff ist die beste Verteidigung – auf Kosten der Stiftung, versteht sich. Konsequenz durch das Gericht? Keine.

    Und das Beste daran:
    Die Kriegskasse für all diese Manöver stammt natürlich direkt aus dem Stiftungsvermögen. Man kämpft also auf fremde Rechnung – gegen die, deren Interessen man eigentlich schützen sollte. Und auf deren Kosten.

    Wenn das durchgeht – ohne Abberufung durch das Gericht – dann verdienen Batliner und Wanger wahrlich einen Ehrenplatz in der Hall of Fame der liechtensteinischen Treuhänder. Und das Komturkreuz am Bande. Eine Million Franken jährlich als Belohnung für das perfekte Rezept zum Dekantieren, also Ausnehmen einer Stiftung. Und jeder Liechtensteiner Treuhänder, der dieses Modell nicht kopiert, wäre dumm.

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    • Insider
      Insider sagte:

      Die Richterin am Fürstlichen Landgericht Diana Kind hob zwar die Beschlüsse der Stiftungsräte Wanger und Batliner auf, mit denen die Begünstigung sowie das gesetzliche Auskunftsrecht entzogen worden waren. Persönliche oder rechtliche Konsequenzen ergaben sich daraus für die beiden Stiftungsräte jedoch nicht: Interessenkonflikte vermochte Richterin Kind nicht zu erkennen, sodass sie die Stiftungsräte im Amt beliess.

      Der Fall ist inzwischen beim Obergericht anhängig.

      Wenn auch das Obergericht darin keine Interessenkonflikte erkennen kann, dann ist die Bedienungsanleitung für Liechtensteinische Treuhänder offiziell und jeder Treuhänder, der sich nicht ebenso verhält, ist ungeschickt.

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    • SB-Treuhänder
      SB-Treuhänder sagte:

      Ich will auch Selbstbedienungs-Treuhänder werden, 75’000 – 100’000 Franken im Monat? Plus 25’000 Grundpauschale im Jahr? Für … nix? Wo kann ich mich bewerben, beim Fürst?

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    • Max Raffzahn
      Max Raffzahn sagte:

      Gier frisst Hirn. Genau so zerstört man einen Stiftungsstandort, denn wenn Treuhänder sich mit Billigung des Gerichts so verhalten und ungeniert bereichern können, dann ist Liechtenstein kein Stiftungsstandort, sondern ein Bermudadreieck.

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    • Gustav Gier
      Gustav Gier sagte:

      Eine Mio. Schweizerfranken im Jahr pro Person für die Verwaltung einer Stiftung? Und den Begünstigten das Informationsrecht entziehen? Und dann noch die Begünstigung entziehen? Und dann noch Strafanzeige gegen die Begünstigten erstatten? Und die Richterin segnet das ab!

      So etwas gibt es auch nur am «Finanzplatz» Liechtenstein. Ich sehe so etwas eher als Räuberhöhle.

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  7. Die Welt: Liechtenstein - „Kriminelles System“? Die heiklen Vorwürfe gegen das Geldparadies der Superreichen
    Die Welt: Liechtenstein - „Kriminelles System“? Die heiklen Vorwürfe gegen das Geldparadies der Superreichen sagte:

    Liechtenstein gilt als ideale Schutzzone für große Geldsummen. Doch Einzelfälle wecken Zweifel daran: So soll vereinzelt der Zugriff auf gebunkertes Vermögen entzogen worden sein. Für das Versprechen des Finanzstandorts könnten solche Vorwürfe gefährlich werden.

    https://www.welt.de/wirtschaft/plus255111372/Kriminelles-System-Die-Vorwuerfe-gegen-das-Geldparadies-der-Superreichen.html

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  8. Herbert M.
    Herbert M. sagte:

    Jeder der 1 + 1 zusammenzählen kann, erkennt, dass diese ganzen Skandale on Liechtenstein keine Einzelfälle, sondern ein ausgeklügeltes Muster sind und so wie es aussieht, funktioniert dieses nur, weil die Justiz mitspielt.

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  9. ⚠️ Warnung ⚠️
    ⚠️ Warnung ⚠️ sagte:

    Vorsicht, beim Betreten von Liechtenstein verlassen Sie das rechtsstaatliche Europa – Betreten auf eigene Gefahr!

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  10. Anwalt / Köln
    Anwalt / Köln sagte:

    Einer unserer Klienten wandte sich letzten Herbst an unsere Kanzlei, weil er die Absicht hatte, für seine Nachlassplanung eine liechtensteinische Stiftung zu gründen. Ein Kollege wies mich auf diese Webseite hin, die ich dem Klienten weiterleitete. Der Klient hat sich nicht mehr gemeldet.

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  11. Transparency International: „Liechtenstein: Hort der Kriminellen“
    Transparency International: „Liechtenstein: Hort der Kriminellen“ sagte:

    Die ZEIT stellt den Zusammenhang zwischen organisierter Kriminalität, Geldwäsche und der Steueroase Lichtenstein her. Mindestens vier in Spanien zerschlagene Rauschgift- und Betrügerbanden sollen mit Hilfe von liechtensteiner Bankkonten Geld gewaschen haben. Auch die Gelder aus einem großen spanischen Korruptionsskandal vor zwei Jahren sollen nach Liechtenstein geflossen sein.

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  12. Raffael von Gierhals
    Raffael von Gierhals sagte:

    Mario Staggl
    Staggl musste sich wegen fortgesetzter Veruntreuung von Kundengeldern und anderen Delikten verantworten. Die Rede ist von Forderungen über 30 Millionen Fr.

    Harry Gstöhl
    Gstöhl wurde ebenfalls verurteilt, nachdem er Kundengelder veruntreut hatte und sich weiterer Vermögensdelikte schuldig bekannt hatte. Zum Teil wurde in Medien von hohen Totaldelikten von über 40 Millionen. Fr. gesprochen, unter denen viele Anleger litten.

    Norbert Seeger
    Seeger soll angeblich etwa 20 Mio. Fr. veruntreut haben, lauten die Vorwürfe.

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  13. Yvonne
    Yvonne sagte:

    Liechtenstein ist ein sehr kleiner Staat. Enge persönliche Netzwerke, die zu Abhängigkeiten führen, sind daher strukturell sehr wahrscheinlich.

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  14. Zwergstaatenmentalität
    Zwergstaatenmentalität sagte:

    Typische Zwergstaatenmentaltät: jeder ist mit jedem verwandt oder verschwägert, alle halten zusammen, keiner vernadert einen anderen, aus Furcht von dessen Großfamilie, die auch überall vernetzt ist, als Nestbeschmutzer geächtet zu werden. Also verhält man sich so, wie es gut für die Einheimischen ist. Selbst wenn man dabei das Recht beugt.

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  15. Benjamin Schäfer
    Benjamin Schäfer sagte:

    Also dass das Bereichern organisiert ist, das sieht ja ein Blinder. Da spiele alle mit, das ganze Land steckt unter einer Decke.

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  16. A System of Highly Organized Crime
    A System of Highly Organized Crime sagte:

    The system isn‘t broken, it’s functioning exactly as designed. Not the same targets, but exactly the same playbook – as it works. Because the entire apparatus is designed to let it work. Here is what you need to understand: In Liechtenstein there is no bottom. There is no red line that once crossed triggers consequences. There is only the performance of consequences, the theater of accountability. The illusion of guardrails. Watch out, this is a system of severe organized crime.

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  17. Roger
    Roger sagte:

    Richter Rosenberger hat im Bacardi Skandal Lady Monika Bacardi auf Antrag von ihrem Mit-Trustverwalter, dem Treuhänder Bernhard Lorenz (Kanzlei Lorenz Nesensohn Rabanser) innerhalb kürzester Zeit aus dem von ihrem verstorbenen Mann Lord Bacardi gegründeten Trust abgesetzt.

    Ihr Gegenantrag auf Absetzung des Treuhänders Bernhard Lorenz wurde über mehr als 3 Jahre hinausgezögert, bevor er natürlich abgelehnt worden ist.

    So funktioniert das System in Liechtenstein. Hunderte ‚bedauerliche Einzelfälle‘. Jeder weiss es, alle spielen das Spiel mit.

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  18. Borgmann
    Borgmann sagte:

    Diese Enthüllungen kommen einem so vor, als wenn aufgekommen wäre, dass ein Spielcasino jahrzehntelang mit gezinkten Karten gespielt hat. Eine massive Betrugsmaschinerie.

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  19. Die Kultur des Schweigens
    Die Kultur des Schweigens sagte:

    Es ist bemerkenswert, dass es einer vergleichsweise kleinen Gruppe mutmasslich korrupter Treuhänder, Richter und Staatsanwälte offenbar gelingt, durch enges und kollusives Zusammenwirken die Reputation Liechtensteins als Finanzstandort nachhaltig zu beschädigen. Umso befremdlicher ist das Schweigen der zahlreichen seriösen Akteure im Land.

    Eine naheliegende Erklärung ist, dass diese Praktiken von staatlicher Seite zumindest toleriert, wenn nicht faktisch gedeckt werden. In einem solchen Umfeld überrascht es kaum, dass sich kaum jemand traut, offen dagegen vorzugehen oder auch nur öffentlich Kritik zu äussern. Die entstehende Kultur des Schweigens weist beunruhigende Parallelen zu informellen Loyalitäts- und Abschottungsmechanismen auf, wie man sie sonst aus ganz anderen Kontexten kennt, z.B. aus Sizilien.

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  20. Karsten Sturm
    Karsten Sturm sagte:

    Die einzelnen Fälle setzen sich zu einem Gesamtbild zusammen. Und dieses Gesamtbild erscheint schwere und organisierte Kriminalität zu sein.

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  21. Ponzi
    Ponzi sagte:

    Das scheint ein System in Liechtenstein zu sein, das an das Ponzi Schema erinnert. Finanzbetrug auf höchstem Niveau. Mit Duldung von ganz oben.

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  22. Supermario
    Supermario sagte:

    Der Mythos Liechtenstein als sicherer Hafen für größere Vermögen ist spätestens seit den 800 verwaisten Zombie Trusts vorbei. Wenn man befürchten muss, dass man in Liechtenstein sein gesamtes Vermögen an untreue Treuhänder verliert oder es verwaist, dann ist die Vertrauensgrundlage zerstört.

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    • Fürstliche Kleptomanie
      Fürstliche Kleptomanie sagte:

      Zur Klarstellung: die Überschrift war und ist nicht so gemeint, dass der Fürst ein Kleptomane ist. So war und ist die Überschrift nicht gemeint. Aber es ist auffallend, wie viel im Fürstentum geklaut wird.

      Harry Gstöhl:angeblich 40 Mio. Fr. veruntreut.
      Mario Staggl angeblich 30 Mio. Fr. veruntreut.
      Norbert Seeger soll laut Anklage 20 Mio. Fr. veruntreut haben.
      Dann soll es zwei Treuhänder geben, die sich monatlich 75’000 aus der Kasse der Stiftung nehmen, deren Interessen sie eigentlich vertreten sollten.
      Dann werden Begünstigten deren Begünstigungen streitig gemacht oder gleich entzogen.

      Das nenne ich fürstliche Kleptomanie.

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  23. Benno
    Benno sagte:

    Liechtenstein ist als Finanzplatz stark mit seinem Stiftungs- und Treuhandrecht verbunden. Die ständigen Skandale und die Hunderten verwaisten Zombie-Trusts beschädigen die Reputation des Finanzplatzes sehr ernsthaft.

    Antworten

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