Alles heil im Ländle? Nein, Unheil droht.
Die Zahl schwerwiegender, detailliert belegter Vorwürfe gegen das liechtensteinische Justiz‑ und Finanzsystem hat inzwischen eine Schwelle überschritten, jenseits derer jede weitere Beschwichtigung zur gezielten Realitätsverweigerung wird. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nicht mehr, ob Liechtenstein ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, sondern wie lange der Anspruch eines rechtsstaatlich verlässlichen Finanzplatzes noch ohne offenen Gesichtsverlust aufrechterhalten werden kann.
Was sich derzeit offenbart, ist kein Konjunkturphänomen medialer Aufmerksamkeit, sondern das Sichtbarwerden eines Problems, das über Jahre – teils über Jahrzehnte – hinweg stabil reproduziert wurde.
Immer mehr Betroffene treten nun erstmals an die Öffentlichkeit und zeichnen ein bemerkenswert konsistentes Bild: Sie berichten von Strukturen, Entscheidungsabläufen und Machtkonstellationen, die sich jeder Erklärung als zufällige Fehlentwicklung entziehen. Die wiederkehrenden Muster lassen nicht den Schluss auf vereinzelte Irrtümer, sondern auf systemische Fehlfunktionen zu.
Der Verdacht liegt nahe, dass in Liechtenstein rechtsstaatliche Prinzipien nicht als verbindliche Leitplanken gelten, sondern als flexible Ressource, deren Geltung im Einzelfall verhandelbar erscheint – abhängig von Person, Netzwerkzugehörigkeit und wirtschaftlicher Relevanz.
Besonders beunruhigend ist dabei die zunehmende Evidenz dauerhaft verfestigter personeller und institutioneller Verflechtungen zwischen Treuhändern, Richtern, Staatsanwälten und Rechtsanwälten. Es verdichtet sich der Eindruck eines hochgradig routinierten, personell überschaubaren und nach aussen hermetisch abgeschotteten Systems, das zentrale Funktionen von Kontrolle, Korrektiv und Verantwortlichkeit systematisch neutralisiert.
In einem derart geschlossenen Gefüge verlieren rechtsstaatliche Sicherungen zwangsläufig ihre Wirksamkeit – nicht durch offenen Rechtsbruch, sondern durch permanente informelle Steuerung.
Während Geschädigten reflexartig der Verweis auf angeblich „bedauerliche Einzelfälle“ präsentiert wird, wächst parallel die Wahrnehmung, dass ein klar identifizierbarer Kreis von Akteuren über Jahre hinweg von genau diesem Zustand profitiert hat. Das Narrativ des isolierten Fehlers wirkt dabei längst wie eine Schutzbehauptung, deren eigentliche Funktion weniger Aufklärung als Abschirmung ist. Je häufiger sie bemüht wird, desto offensichtlicher wird, dass es nicht um Einzelfälle, sondern um die Stabilisierung eines Systems ohne effektive externe Kontrolle geht.
Der Abstand zwischen dem offiziellen Selbstbild Liechtensteins – geprägt von Rechtsstaatlichkeit, Integrität und Transparenz – und den übereinstimmenden Schilderungen zahlreicher Betroffener ist inzwischen so eklatant, dass er sich weder mit Loyalitätsappellen noch mit institutioneller Selbstvergewisserung überbrücken lässt.
Wo demokratische und rechtsstaatliche Kontrollmechanismen faktisch ins Leere laufen, degenerieren Rechtsschutz und Gewaltenteilung zu formalen Kulissen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob Reformen notwendig sind, sondern ob das bestehende System überhaupt noch willens und fähig ist, sich selbst wirksam infrage zu stellen.
Hier ist die dritte Stufe einer Treppe erklommen wurde. Vom Einzelfall zum systematischen Missbrauch hin zu einem systemischen Problem.
Eine Lösung ist nicht mal am Horizont in Sicht. Hier ist das Fürstentum Opfer seiner Komplizenschaft zwischen Fürstenjustiz und dem Wirken des Finanzplatzes.
In der Absenz eines Rechtsstaats haben sich Methoden wie in einer Räuberhöhle breitgemacht. Ein Korrektiv ist nicht in Sicht.
Die sich skrupellos bereichernden Akteure auf dem Finanzplatz werden sicher nicht freiwillig davon lassen. Die Justiz hat sich diskreditiert und fällt als Ordnungsmacht aus.
Bliebe noch einer. In einem absolutistisch-mittelalterlich regierten Staat hätte der allmächtige Fürst, bzw. sein Stellvertreter auf Erden, Erbprinz Alois, die Macht, mit einem Federstrich all diesem Treiben ein Ende zu setzen.
Durchaus auch im eigenen Interesse, denn die Fürstenbanken LGT und LLB stecken bis über beide Ohren in diesen trüben Geschäften.
Wagt er es?




Mir ändered gar nüt!
Es ist bemerkenswert, dass es einer vergleichsweise kleinen Gruppe mutmasslich korrupter Treuhänder, Richter und Staatsanwälte offenbar gelingt, durch enges und kollusives Zusammenwirken die Reputation Liechtensteins als Finanzstandort nachhaltig zu beschädigen. Umso befremdlicher ist das Schweigen der zahlreichen seriösen Akteure im Land.
Eine naheliegende Erklärung ist, dass diese Praktiken von staatlicher Seite zumindest toleriert, wenn nicht faktisch gedeckt werden. In einem solchen Umfeld überrascht es kaum, dass sich kaum jemand traut, offen dagegen vorzugehen oder auch nur öffentlich Kritik zu äussern. Die entstehende Kultur des Schweigens weist beunruhigende Parallelen zu informellen Loyalitäts- und Abschottungsmechanismen auf, wie man sie sonst aus ganz anderen Kontexten kennt.
Der Fall der Asturion Stiftung der Witwe und des Sohnes des saudi-arabischen Königs Fahd stellt weder einen Einzelfall noch ein bedauerliches Fehlverhalten dar. Vielmehr handelt es sich um ein exemplarisches Beispiel für ein seit Jahren etabliertes, wiederkehrendes, systematisches Vorgehen innerhalb der liechtensteinischen Stiftungs- und Trustverwaltungspraxis.
Das Muster ist regelmäßig identisch: Treuhänder entziehen Begünstigten ihre Rechte, indem sie deren Begünstigtenstellung zunächst pauschal bestreiten. Diese Vorgehensweise kommt einer faktischen Rechtsverweigerung gleich. Die Betroffenen sehen sich gezwungen, ihre eigene Berechtigung in langwierigen Verfahren durch sämtliche Instanzen der liechtensteinischen Gerichtsbarkeit feststellen zu lassen. Gerichtliche Sanktionen gegen die verantwortlichen Treuhänder bleiben dabei aus.
Nach Überwindung dieser ersten Hürde folgt regelmäßig die nächste: die Verweigerung der gesetzlich vorgesehenen Auskunfts- und Rechenschaftsrechte. Erneut bleibt den Begünstigten keine andere Möglichkeit, als jahrelang zu prozessieren – wiederum durch alle Instanzen und wiederum ohne jegliche Konsequenzen für die Treuhänder.
Auf diese Weise vergehen oftmals Jahre, bis Begünstigte erstmals Kenntnis darüber erlangen, wie mit dem ihnen zugeordneten Stiftungs- oder Trustvermögen verfahren wurde. In diesem Zeitraum agieren Stiftungsräte ohne Kontrolle, können Vermögenswerte verschieben und eigene finanzielle Interessen verfolgen. Das System basiert auf Verzögerung, Zermürbung und der berechtigten Erwartung gerichtlicher Unterstützung.
Diese Praxis ist kein Zufallsprodukt. Sie wird ermöglicht durch eine Justiz, die Pflichtverletzungen durch einheimische Treuhänder systematisch folgenlos lässt, sowie durch das Ausbleiben wirksamer staatlicher Aufsicht auf höchster Ebene.
Dieses Vorgehen wird durch die Regierung und das Staatsoberhaupt geduldet, wodurch diese zur Aufrechterhaltung des Systems beitragen.
Richterin am Fürstlichen Landgericht Martina Schöpf-Herberstein hat der Witwe und dem Sohn von König Fahd deren gesetzliches Auskunftsrecht verweigert. Sie übernahm das fadenscheinige Argument der Treuhänder, eine Auskunft könnte dem Interesse der Stiftung schaden. Also dem Interesse der Stiftung, deren Begünstigte die Witwe und der Sohn von König Fahd waren.
So schützt man einheimische Treuhänder vor den Begünstigten der Stiftung. So funktioniert das System der Rechtsverweigerung.
Wenn ein Finanzplatz seit über einem Jahr etwa 800 Zombie-Trusts aufweist, ist das kein Finanzplatz, sondern ein Finanzfriedhof.
8 Zombie Trusts wären bereits ein Skandal.
80 Zombie Trusts eine Katastrophe.
800 Zombie Trusts sind das AUS für einen ehemaligen Finanzplatz.
Wer die Macht und überall das letzte Wort hat, der trägt auch die Verantwortung für das, was in seinem Land geschieht.
Der Mit-Trustverwalter und Rechtsanwalt Bernhard Lorenz (Kanzlei Lorenz Nesensohn Rabanser) beantragte die Abberufung der Witwe von Lord Bacardi aus der Trustverwaltung. Obwohl der Trust ausdrücklich zugunsten der Ehefrau und der gemeinsamen Tochter errichtet worden war, folgte Richter Mag. Stefan Rosenberger diesem Antrag mit der Begründung eines angeblichen Interessenkonflikts: Lady Bacardi vertrete zugleich eigene Interessen und jene ihrer minderjährigen Tochter.
Dass genau dies ihre gesetzliche Pflicht war und dass die Tochter nach Eintritt der Volljährigkeit sämtliche Handlungen ihrer Mutter ausdrücklich genehmigt hatte, blieb unbeachtet. Lorenz behauptete zudem, diese Genehmigung sei unwirksam, da sie nur vier Tage nach Erreichen der Volljährigkeit erfolgt sei – ein rechtlich kaum ernst zu nehmendes Argument. Gleichwohl ignorierte das Gericht die Genehmigung vollständig. Der 1. Senat des Obergerichts unter Richter Ungerank bestätigte diese Entscheidung erwartungsgemäß.
Während Lady Bacardi in der Schweiz ein Urteil erwirkte, das ihr Zugriff auf ein Schweizer Trustkonto zusprach, ließ Treuhänder Lorenz das Konto kurz vor Eintritt der Rechtskraft räumen und transferierte die Vermögenswerte nach Liechtenstein.
Auch Richter am Fürstlichen Landgericht Stefan Rosenberger hat gezeigt, wie man einheimische Treuhänder effizient vor den Begünstigten der Stiftung schützt. Er berief Lady Bacardi mit einer absurden Begründung aus der Trustverwaltung ab, so dass sich Treuhänder Bernhard Lorenz am Trustvermögen bedienen konnte … und bis heute kann.
So schützt man einheimische Treuhänder vor den Begünstigten. So funktioniert das System der Rechtsverweigerung.
Maria Luisa Bacardi: «Seit Jahren werden offenbar durch eine kriminelle Vereinigung, deren Aktionsradius vom Fürstentum Liechtenstein bis auf die Bermudas reicht, Versuche unternommen, meine Ansprüche als Erbin von Don Luis Bacardi zu untergraben und den letzten Willen meines Vaters wissentlich zu ignorieren. Das kriminelle Netzwerk versucht, die Kontrolle über Aktien an der Bacardi LTD aus dem Nachlass meines Vaters Don Luis Bacardi als auch die Kontrolle über Stimmrechte an der Bacardi LTD zu sichern. Dadurch wurde meine Mutter, Monika Bacardi, vor einigen Wochen in Liechtenstein rechtswidrig von sämtlichen Funktionen jener Gesellschaften entfernt, die die Aktienpakete an Bacardi LTD hielten. Dies geschah gegen ihren und meinen Willen.
https://www.presseportal.de/pm/146423/4651536
Wie man lesen konnte, wurde der Gegenantrag von Lady Bacardi auf Abberufung des Treuhänders Bernhard Lorenz mindestens 3 1/2 Jahre lang vom selben Richter Rosenberger nicht entschieden. Und schliesslich natürlich abgelehnt. So funktioniert das System in Liechtenstein.
Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele hat Liechtenstein eine neue Disziplin vorgeschlagen, den neuen Dreikampf:
1. Anlocken
Wer kann am meisten vermögende Kunden anlocken mit Versprechen wie „Asset Protection“, „Vermögenswahrung für Generationen“ usw.?
2. Rausschmeissen
Welches Team von Treuhändern und Richtern kann am schnellsten Stifter oder Begünstigte aus deren Stiftung oder Trust rausschmeissen?
3. Dekantieren
Welcher Treuhänder kann in der kürzesten Zeit am meisten Geld aus einer Stiftung oder einem Trust plündern?
Es ist kein Zufall, dass kein Land im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl so viele von der US-Behörde OFAC sanktionierte Personen hat wie Liechtenstein.
Nach Einschätzung zahlreicher Kritiker ist systematische Rechtsverweigerung bei bestimmten liechtensteinischen Treuhändern längst gängige Praxis. Begünstigte müssen ihre elementaren Informations‑ und Mitwirkungsrechte oft erst durch langwierige Gerichtsverfahren erkämpfen. Gleichzeitig wird dieses Verhalten von Teilen der Justiz nicht als Pflichtverletzung gewertet, sondern als angebliche «Interessenwahrung» der Stiftung oder des Trusts. So entsteht ein System, in dem Treuhänder und Justiz faktisch zulasten der Begünstigten zusammenwirken.
Diese Muster zeigen sich immer wieder – etwa im Perry Skandal (Treuhänder Dieter Neupert, Louis Oehri, Dominik Naeff), im Bacardi Skandal (Treuhänder Bernhard Lorenz), im Hartlaub Skandal (Treuhänder Philipp Wanger, Martin Batliner) oder im Asturion Skandal der Familie des früheren saudi‑arabischen Königs Fahd.
Beobachter kritisieren zudem, dass sowohl staatliche Stellen als auch führende Persönlichkeiten des Landes über diese Problematik informiert seien, jedoch keinerlei sichtbare Schritte dagegen setzen.
Berichte über das systemische Kapern und Dekantieren von Stiftungen gibt es wie Sand am Meer, denn das Schema kommt wieder und wieder vor.
«Liechtenstein und der Geist der Straflosigkeit»
Zu oft zeigt sich das gleiche Muster: Die Treugeber eines Trusts wollen die finanzielle Zukunft ihrer Familie sichern und werden dazu ermutigt, liechtensteinische Truststrukturen zu nutzen. Trotz gravierender Vertrauensbrüche unterstützen die liechtensteinischen Gerichte auf Kosten der ausländischen Kunden die heimischen Treuhänder.
Dies hat bei einigen Treuhändern zu einem Gefühl der Straflosigkeit geführt – und ich habe es miterlebt —, dass sie ungestraft davonkommen können, gedeckt durch die lokalen Gerichte.
https://www.finews.ch/news/finanzplatz/44120-steven-kay-liechtenstein-treuhand-system-trust
Die in Liechtenstein meinen wohl, man kann das Muster nicht erkennen, glaubt an die Geschichte des «bedauerlichen Einzelfalls» und dass das Betrugsschema nicht ans Licht kommt. Pech gehabt, wir können lesen und das System ist aufgeflogen.
Danke diesem Blog für all die wertvollen Bedienungsanleitungen. Bitte noch die Telefonnummern der entsprechenden Richter:innen angeben. Danke.
Die Liechtensteiner Treuhänder Martin Batliner und Philipp Wanger zeigen im Skandal der Hartlaub‑Stiftung aus Sicht vieler Beobachter auf frappierende Weise, wie ein System funktionieren kann, wenn Kontrolle ausfällt und die Justiz wegschaut.
1. Hoch dotierte Selbstbedienung
Kritiker bemängeln, dass sich die Treuhänder aus dem Stiftungsvermögen Honorare von angeblich 75’000 bis 100’000 Franken pro Monat und Person selbst genehmigen – zusätzlich zu einer jährlichen Grundpauschale von 25’000 Franken pro Person jährlich. Für Treuhänder, deren Aufgabe eigentlich der Schutz des Stiftungsvermögens wäre, ein bemerkenswerter Ansatz.
2. Informationsblockade als Strategie
Als der Begünstigte mit einem Abberufungsantrag reagierte, wurde ihm zunächst sein gesetzliches Informations- und Kontrollrecht verwehrt. Drei Jahre Prozessieren – und drei Jahre ungestörte Verwaltung durch die Treuhänder.
3. Begünstigung entziehen
Da der Betroffene sich nicht zermürben liess, wurde ihm schliesslich die Begünstigung aberkannt. Praktisch: Wer offiziell nicht mehr Begünstigter ist, kann nach dieser Logik auch keinen Abberufungsantrag mehr stellen.
4. Strafanzeige als Druckmittel
Zusätzlich wurde eine Strafanzeige wegen angeblicher Untreue gegen den Begünstigten initiiert. Ein Manöver, das nicht unüblich ist, wenn man Kritiker unter Druck setzen will.
Und die Kriegskasse für all diese Manöver gegen den Begünstigten? Natürlich das Stiftungsvermögen selbst.
Sollten Batliner und Wanger mit dieser Vorgehensweise tatsächlich durchkommen, ohne abberufen zu werden, wäre das aus kritischer Sicht ein verheerendes Signal: ein praktisches Drehbuch dafür, wie man eine Stiftung übernimmt, Begünstigte ausschaltet und sich zugleich grosszügig aus dem Vermögen finanziert. Jeder Treuhänder, der so nicht handelt, wäre nach dieser Logik schlicht dumm.
Wie man lesen konnte, führt die deutsche Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Martin Batliner und Philipp Wanger. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der amerikanische Global Magnitsky Act ist so formuliert, dass er weltweit gegen jede Person oder Organisation eingesetzt werden kann, die Menschenrechtsverletzungen oder Korruption begeht, unabhängig vom Land.
Die Antikorruptionsbehörde des Europarats GRECO hat bereits festgestellt, dass bei Richtern, Regierungsmitgliedern und sogar dem Staatsoberhaupt, dem Fürsten Antikorruptionsmassnahmen erforderlich sind.
Der Perry Skandal dreht sich um den Vorwurf, dass die Familie des verstorbenen Unternehmers Israel Perry keinen Zugang mehr zu dem Trustvermögen erhielt, das eigentlich zur Absicherung seiner Kinder gedacht war. Tamar Perry wirft dem Haupttreuhänder Dieter Neupert sowie den Lopag‑Direktoren Louis Oehri und Dominik Naeff vor, die Kontrolle über den Trust vollständig an sich gezogen zu haben.
Seit 2016 führt die Familie einen Rechtsstreit – mit Klagen und Strafanzeigen in Liechtenstein und anderen Ländern. Die Treuhänder weisen sämtliche Vorwürfe zurück.
Der entscheidende Punkt: Das liechtensteinische Gericht, Richter Stefan Rosenberger, stellte fest, dass die Perry‑Familie keinerlei einklagbare Rechte am Trustvermögen besitzt. Statt Ansprüche zugesprochen zu bekommen, wurde die Familie zur Zahlung der Gerichtskosten verpflichtet.
Der Fall gilt heute als Beispiel dafür, wie mächtig Treuhänder in Liechtenstein sein können – und wie rechtlos Begünstigte.
Tamara Perry: „Ich möchte die Menschen einfach davor warnen: Wer darüber nachdenkt, sein Vermögen in einem in Liechtenstein registrierten Trust anzulegen, sollte so schnell wie möglich davonlaufen. Denn am Ende werden die Treuhänder zu den Begünstigten.“
Sie fügte hinzu:
„Dann stellen sich Richter und das liechtensteinische Trust‑Gremium auf die Seite der Treuhänder. Ich bin sicher, ich bin nicht die Einzige, die auf diese Weise hereingelegt wurde – aber ich habe fest vor, die Letzte zu sein. Die Lehre daraus ist: Man kann den Treuhändern nicht immer trauen.“
https://philippaseilern.ch/en/related-articles/case-involving-a-liechtenstein-trust
Die Affäre Perry
Aus einem millionenschweren Betrug, den der SPIEGEL 1999 aufdeckte, ist ein weltweiter Krimi um ein riesiges Vermögen geworden. Im Zentrum der Affäre steht das Fürstentum Liechtenstein.https://www.spiegel.de/wirtschaft/die-affaere-perry-ein-betrueger-und-sein-raetselhafter-nachlass-a-4cea039c-2de8-45c2-8964-c1834c4140bb
Die Financial Times warnt:
Are Liechtenstein’s trust laws fit for purpose?
The tiny European state has been jolted in the past year by court cases in which local financiers have been accused of abusing clients’ funds
“your advisers end up embezzling your money and you can’t see what’s going on,”
In Liechtenstein, Perry says, “the beneficiaries [of a trust] have no rights. If a trustee is stealing your money, you can bang your head against a wall and it will help more than a court in Liechtenstein,” she says — a claim disputed by the trustee.
Liechtenstein has been jolted in the past year by court cases in which local financiers have been accused of abusing clients’ funds. International lawyers question whether its laws on trusts, dating from the 1920s, are fit for purpose in an age of increasing global financial transparency.
https://www.ft.com/content/2f2e3bcc-cc93-11e8-8d0b-a6539b949662
Nei, nei, alles Einzelfäll. Gar nüt Strukturells, kei Muster, nöd im Aansatz.
Diese Webseite ist wie ein Mafia Roman.
is Liechtenstein …
Das liechtensteinische System der Verwaltung von Stiftungen und Trusts weist strukturelle Schwächen auf, die von untreuen Treuhändern gezielt ausgenutzt wurden. In zahlreichen Fällen kam es zu systematischen Veruntreuungen durch einzelne Treuhänder, die dabei offenbar von einer nicht neutralen Justiz unterstützt wurden. Dabei sollen namentlich bekannte Richter durch ihr Verhalten solche Vorgänge ermöglicht oder nicht unterbunden haben, während einzelne Staatsanwälte strafrechtliche Ermittlungen unterließen. Betroffenen Personen aus dem In- und Ausland wurde von ihren liechtensteinischen Rechtsvertretern häufig der falsche Eindruck vermittelt, es handle sich um bedauerliche Einzelfälle. Dieses Zusammenspiel verschiedener Akteure hat dazu beigetragen, dass die beschriebenen Praktiken über einen längeren Zeitraum fortbestehen konnten.
Dass dieses System rechtsstaatlichen Grundsätzen widerspricht, steht ausser Zweifel. Ebenso ausser Zweifel steht, dass der Fürst von diesem System Kenntnis hat. Angesichts seiner Stellung als Monarch, seiner massgeblichen Einflussmöglichkeiten und insbesondere seines letzten Wortes bei der Richterwahl drängt sich die Frage der politischen und institutionellen Verantwortlichkeit zwingend auf.
Es ist daher nicht nur legitim, sondern geboten, dass eine unabhängige internationale Institution prüft, in welchem Ausmass den Fürsten eine Mitverantwortung für dieses System trifft. Wer die letzte Entscheidungsmacht innehat, kann sich nicht dauerhaft auf formale Distanz berufen.
This is a huge scam that was uncovered.
Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder, des Regierungssekretärs bzw. der Regierungssekretärin, der Generalsekretäre bzw. Generalsekretärinnen und Persönlichen Mitarbeitenden sowie der Mitglieder der Landespolizei. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state
In III. Ziffer 15 des Berichts der Antikorruptionsbehörde lautet es:
„Gleichzeitig besteht aufgrund der geringen Landesgrösse ein erhöhtes Risiko von Vettern- und Günstlingswirtschaft.“
https://rm.coe.int/grecoeval5rep-2024-1-final-deu-evaluation-report-liechtenste/1680b5ece0
Sollte sich bestätigen, dass Treuhänder, Richter und Staatsanwälte kollusiv handeln, um Stifter und Begünstigte aus Trusts und Stiftungen zu verdrängen und diese anschliessend faktisch zu „dekantieren“, also zu plündern, und sollte der Fürst als Staatsoberhaupt hiervon Kenntnis haben und dies dulden, läge der begründete Verdacht einer mafiösen Macht- und Vermögensstruktur nahe.
Die Artikel und Beispielsfälle in diesem Blog zeigen eine leicht durchschaubare Masche, ein System. Es ist erschreckend, dass es so etwas mitten in Europa gibt und dass niemand eingreift.
Liechtenstein gilt als ideale Schutzzone für große Geldsummen. Doch Einzelfälle wecken Zweifel daran: So soll vereinzelt der Zugriff auf gebunkertes Vermögen entzogen worden sein. Für das Versprechen des Finanzstandorts könnten solche Vorwürfe gefährlich werden.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus255111372/Kriminelles-System-Die-Vorwuerfe-gegen-das-Geldparadies-der-Superreichen.html
Die Beispielsfälle zeigen, dass in Liechtenstein dein Treuhänder zu deinem größten Feind wird, sobald man den Vertrag unterschrieben hat. Und dass dein neuer Feind eine Reihe von Komplizen hat, bis nach ganz oben.
Das scheint ja wirklich etwas ganz Grosses zu sein, ein strukturelles System in Liechtenstein.
Regtechtimes writes: «Europe’s Financial Bermuda Triangle: 800 Liechtenstein Trusts Abandoned in Sanctions Fallout»
Link to the above mentioned article
Das ist alles so abenteuerlich, so verrückt, so unglaublich, dass hier kriminelle Treuhänder Unterstützung von der Justiz und von der Obrigkeit erhalten sollen, aber es lässt sich wohl nicht mehr leugnen, da die Beispielsfälle alle das gleiche Muster aufweisen.
Zwischen Schein und sein liegen in Liechtenstein Welten. Der Schein mit blühenden Wiesen vor dem Schloss und Märchenhochzeit. Sein mit schwerer und organisierter Wirtschaftskriminalität, siehe die ganzen Beispielsfälle.
Liechtenstein is facing a growing financial crisis as Western sanctions on Russia have left hundreds of trust funds in a state of legal paralysis, according to reports.
The disruption centers on so-called “zombie” trusts—financial entities that, while still legally valid, are now effectively frozen. This status followed a wave of mass resignations by fiduciaries and board members seeking to avoid breaching U.S. sanctions.
See above
Was sagt der Fürst zu all den Vorkommnissen in seinem Land? Vogel Strauss Strategie?
Zeitschrift Die Kriminalpolizei:
Internationale Geldwäsche am Beispiel von Offshore-Zentren
Das Fürstentum Liechtenstein als Geldanlagenoase
https://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2008/dezember/detailansicht-dezember/artikel/internationale-geldwaesche-am-beispiel-von-offshore-zentren.html
Ach du lieber Himmel. Und man denkt, der Sumpf der Verwaltung und der Justiz in Crans Montana sei schlimm…aber was man hier liest, das ist noch viel erschreckender, weil eine feste Struktur zu bestehen scheint.
Internationale Finanzkriminalität: Liechtensteins weisse Fassade bröckelt
Das Fürstentum präsentiert sich seit Jahren als sauberen Finanzplatz. Nun erschüttern neue Skandale das Selbstbild. Es geht um Mafia-Geschäfte und veruntreute Staatsgelder aus Venezuela.
Liechtenstein und der Geist der Straflosigkeit»
Internationale Finanzkriminalität: Liechtensteins weisse Fassade bröckelt
https://www.derbund.ch/liechtensteins-weisse-fassade-broeckelt-971207461924
The Gusrdian:
The tiny principality of Liechtenstein attracts the super-rich for its secrecy and security but, as a bitter legal case shows, there’s a price: all legal right are held by the trustees. https://www.independent.co.uk/news/long_reads/liechtenstein-tax-haven-super-rich-trust-lost-beneficiaries-trustees-legal-laws-a8239956.html
In Angesicht dieser Lage darf wirklich keine Bank und kein Rechtsanwalt mehr ein Tätigwerden in Liechtenstein empfehlen. Im Gegenteil, wer nicht als Berater ausdrücklich von Liechtenstein abrät, dürfte sich seinem Kunden gegenüber haftbar machen.
Liechtenstein sollte aufgrund der zahllosen Skandale ebenfalls gelistet werden !
Wäre Liechtenstein tatsächlich ernsthaft daran interessiert, die Wirtschaftskriminalität einzudämmen, dann würde das Thema ernsthaft adressiert und gelöst werden. Aber so ist das Vorgehen dagegen doch nur eine gut inszenierte Show.