Beim fürstlichen Ersten Treuhandunternehmen ist Krisensitzung angesagt.
Edwin Rysch legte vorsichtig den Telefonhörer auf, als sei er zerbrechlich. Er hatte gerade mit dem Chef von Murxer & Murxer gesprochen. Vertraulich, von Mann zu Mann.
Das ist ja grauenhaft, seufzte Rysch. Dieser verdammte Putin, fügte er hinzu, und dann lässt sich dieser Trottel Maduro auch noch von den Amerikanern aus seinem Bett heraus entführen. Konnte doch keiner ahnen.
Aber Rysch war nicht umsonst der CEO und VR-Präsident des Ersten Treuhandunternehmens in Liechtenstein. Denn er wusste, wann energische Massnahmen nötig wurden.
Frau Peterhans, scheuchte er seine Assistentin auf, wir machen ein Townhall-Meeting. Virtuell, in zwei Stunden. Schauen Sie, dass möglichst alle unserer 180 Mitarbeiter dabei sind.
Zwei Stunden später sass Rysch vor dem Riesenbildschirm, auf dem 180 kleine Quadrate flimmerten, ungefähr ein Dutzend blieb schwarz. Nicht schlecht, dachte Rysch, dann wollen wir mal.
Meine Damen, meine Herren, liebe Mitarbeiter, begann er väterlich, ich danke allen, dass Sie so schnell Zeit gefunden haben. Leider durchlebt der Finanzplatz Liechtenstein eine der grössten Krisen, an die ich mich erinnern kann.
Und ich habe schon viele Krisen gesehen, dachte Rysch. Diese üble Geschichte von angeblichen Zombie-Fonds wird von den Medien aufgebauscht, schimpfte er. Dazu der übliche Ärger mit Stiftern und Begünstigten, die sich der üblen Nachrede schuldig machen, indem sie uns völlig haltlos unredliches Verhalten vorwerfen. Und dann könnte es noch sein, dass das Problem Venezuela bei uns aufschlägt.
Rysch war sich sicher, dass er die volle Aufmerksamkeit der 127 Teilnehmer am Call hatte.
Besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen, fuhr er markig fort. Das Überleben unseres Traditionshauses hat natürlich die erste Priorität. Das erfordert leider eine schmerzliche Entscheidung, für die ich um Verständnis bitte.
Rysch schaute in kleine, verblüffte Gesichter, auf denen sich ganz deutlich grosse Fragezeichen abbildeten.
Nachdem uns die eigene Finanzmarktaufsicht in den Rücken gefallen ist, indem sie uns aufforderte, uns von allen russischen Beziehungen zu trennen, ganz unabhängig davon, ob es sich um sanktionierte Personen handelt, haben wir in der Geschäftsleitung Kassensturz gemacht und eruiert, wie viele solche Stiftungen und Trusts wir eigentlich verwalten.
Die Gesamtzahl und die AUM sind natürlich Geschäftsgeheimnis, fuhr Rysch fort. Dann holte er etwas Luft, denn nun musste er zum entscheidenden Punkt kommen.
Natürlich haben in den letzten Monaten auch einige unserer Mitarbeiter Abstand von der Verwaltung solcher Entitäten genommen. Andere haben das Risiko auf sich genommen, weiterzumachen. Leider muss sich aber unsere Firma von all diesen Treuhändern trennen.
Die meisten Quadrate begannen, hektisch zu blinken, unzählige Wortmeldungen gleichzeitig.
Rysch hob beschwörend die Hände. Ich kann hier nicht auf Einzelfragen eingehen, da es sich um insgesamt 67 unserer geschätzten Mitarbeiter handelt. Ihnen muss ich leider mitteilen, dass sie per sofort freigestellt sind. Sobald sich die Lage entspannt hat, können wir sicher über eine Wiedereinstellung sprechen.
Aber bis dahin …, Rysch liess den letzten Teil des Satzes in der Luft hängen. So, nun noch eine Schleimschicht drauflegen, sagte er sich. Uns ist dieser Entscheid nicht leicht gefallen, es schmerzt uns aAlois Büchel, usserordentlich, uns von so vielen geschätzten, treuen und wertvollen Mitarbeitern vorläufig trennen zu müssen.
Aber nun müssen die Reihen geschlossen bleiben. Daher haben wir per sofort den entsprechenden Mitarbeitern den Zugang zu unseren Servern und Datenbanken gesperrt. Eine reine Vorsichtsmassnahme, für die ich um Verständnis bitte. Und dann möchte ich Sie nicht länger aufhalten.
Rysch drückte auf die End-Taste und lehnte sich zurück. Ist doch ganz gut gelaufen, dachte er. So kann man sich täuschen.
In einem Quadrat oben links hatte Alois Büchel mit zunehmendem Grimm die Ausführungen von Rysch verfolgt. Als der den sofortigen Unterbruch des Zugangs zu allen Daten verkündete, lachte Büchel hell auf.
Was meint der Trottel eigentlich, dachte er. Zuerst soll ich so viele reiche Russen wie nur irgend möglich heranschaufeln. Und dann will man mich einfach eiskalt abservieren.
Aber nicht mit mir, triumphierte Büchel. Er hatte nicht nur eine Kopie der gesamten Datenbank gezogen. Er hatte auch schon Kontakt zum Ofac, zum DoJ, zum Financial Crimes Enforcement Network, zum FBI und zur SEC aufgenommen.
Die Kronzeugenregelung war unter Dach und Fach, und als Finderlohn sollten so rund 15 Millionen rumkommen. Sollte reichen, dachte Büchel.
Nur zu gerne hätte er das Gesicht von Rysch gesehen, wenn dem mitgeteilt wurde, dass er auf die Sanktionsliste gesetzt wurde und ausserdem auf die Liste der Most Wanted des FBI.




Liechtenstein ist eine konstitutionelle Monarchie, in der der Fürst gemäss der Verfassung über weitreichende Kompetenzen verfügt. Dazu zählen insbesondere das Recht, Gesetze abzulehnen (Vetorecht), die Befugnis zur Auflösung des Landtags sowie ein erheblicher Einfluss auf Regierung und Justiz.
Diese Machtkonzentration schränkt die klassische Gewaltenteilung ein und führt dazu, dass dem Fürsten in zentralen staatlichen Fragen faktisch die letzte Entscheidungsbefugnis zukommt.
Verfügt ein Monarch über derart umfassende Befugnisse und lässt ein politisch-rechtliches System zu oder fördert ein solches, in dem kriminelle Praktiken — etwa die Aneignung und Schädigung von Stiftungen und Trusts unter Mitwirkung staatlicher Akteure wie Richterinnen, Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten — begünstigt werden, so begründet dies zumindest eine moralische Mitverantwortung.
Die Zeitungen schreiben doch schon ganz offen über die massive Kriminalität in Liechtenstein, hier der Tagesspiegel:
Das Fürstentum Liechtenstein ist offenbar nicht nur für Steuerflüchtlinge sondern auch für alle Arten von Kriminellen ein Paradies. Eine spanische Zeitung berichtet über Gelder aus Drogengeschäften und Korruption, die in das Land geflossen sind.
https://www.tagesspiegel.de/politik/liechtenstein-hort-der-kriminellen-1619899.html
Ein altes Sprichwort sagt: Der Fisch stinkt vom Kopf.
Die sogenannten „Zombie Trusts“ bestehen inzwischen seit über einem Jahr. Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig glaubhaft, dass betroffene, nicht sanktionierte russische Vermögensinhaber über einen derart langen Zeitraum untätig bleiben würden, während ihnen Vermögenswerte wie Immobilien, Yachten oder Flugzeuge entzogen werden.
Dies wirft die Frage auf, ob entsprechende Vorgänge möglicherweise bewusst nicht transparent gemacht, bagatellisiert oder öffentlich nicht thematisiert werden.
Wirtschaftskriminalität ist Teil des Geschäftsmodells Liechtensteins.
Untreue, Veruntreuung, Geldwäscherei: So lauten die Vorwürfe nach über fünf Jahren Ermittlungen. Der Beschuldigte wehrt sich – inhaltlich und formal. https://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-oldtimer-treuhaender-art-613499
Verstehe ich nicht, 20 Millionen veruntreut ist doch ganz normal, wir wollen doch auch leben.
Die Ostschweiz titelte: «Finanzsumpf Liechtenstein»
Es überrascht nicht, dass der Artikel nicht mehr im Netz auffindbar ist. Liechtenstein betreibt intensives Reputationsmanagement durch Suchmaschinenoptimierung («SEO-ORM»), also „Online-Image-Kontrolle“ oder „Suchmaschinenmanipulation“ oder «Narrativsteuerung».
Negative Berichte über den Finanzplatz werden unterdrückt, indem Suchmaschinenbetreiber aufgefordert werden, bestimmte Inhalte nicht mehr anzuzeigen (technisch «De-Indexierung» oder rechtlich nach EU-DSGVO), das Internet wird praktisch gesäubert.
Der Skandal der Asturion‑Stiftung der Witwe von König Fahd (siehe erster Kommentar zum Artikel vom 23. Januar 2026) ist kein Einzelfall, sondern ein Lehrstück systemischer Praxis in Liechtenstein. Er steht exemplarisch für ein seit Jahren etabliertes Vorgehen in der liechtensteinischen Stiftungs‑ und Trustverwaltung. Nämlich «DAS SYSTEM». Treuhänder entziehen Begünstigten zunächst pauschal ihre Rechte, zwingen sie in jahrelange Verfahren durch sämtliche Instanzen – und bleiben dabei konsequent sanktionslos durch die Gerichts, die diese Masche mitttragen.
Selbst nach gerichtlicher Bestätigung der Begünstigtenstellung folgt regelmäßig die nächste Blockade: die Verweigerung elementarer Auskunfts‑ und Rechenschaftsrechte. Auch hier setzt das System auf Verzögerung, Zermürbung und die berechtigte Erwartung, dass die Justiz nicht eingreift. Währenddessen agieren Stiftungsräte faktisch unkontrolliert.
Diese Praxis ist kein Zufall, sondern strukturell ermöglicht: durch eine Justiz, die Pflichtverletzungen einheimischer Treuhänder folgenlos lässt, durch fehlende wirksame Aufsicht – und durch politische Duldung auf höchster Ebene. Der Asturion Skandal zeigt sehr beispielhaft, wie «DAS SYSTEM» in Liechtenstein funktioniert.
Ob die Erben von Lord Bacardi im Bacardi Skandal, die Erben von Herbert von Karajan, die Erben von König Fahd im Skandal der Asturion Stiftung – in Liechtenstein werden sie alle verarscht – im Namen von Fürst und Volk.
Liechtenstein unterscheidet sich von anderen Sumpfgebieten dadurch, dass es einen Fürsten hat.
Die etwa 800 Zombie Trusts brechen dem Finanzstandort Liechtenstein das Genick, denn sie legen die Unzuverlässigkeit des Standorts offen.
Unterstellt man ein organisiertes System in Liechtenstein, in dem Treuhänder unter Mitwirkung nicht neutraler Richter Stifter/Begünstigte aus Stiftungen/Trusts drängen und anschliessend Vermögenswerte abschöpfen, dann können Betroffene – sofern „minimum contacts“ mit den USA bestehen (z. B. USD‑Zahlungen über US‑Banken, US‑Bezug von Kommunikation/Investoren/Meetings, was weit ausgelegt wird) – gezielt Schritte setzen, um Magnitsky‑Sanktionen (administrativ) und RICO‑Maßnahmen (straf‑ und zivilrechtlich) auszulösen.
Magnitsky isoliert Schlüsselpersonen finanziell und politisch; RICO ermöglicht Strafverfolgung und dreifachen Schadensersatz samt Discovery. Kombiniert lassen sich Netzwerke schnell finanziell austrocknen und langfristig rechtlich zerschlagen
Suchen Sie sich als Betroffener rechtlichen Rat von einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei ausserhalb Liechtensteins.
Offizielle Darstellung:
Liechtenstein gibt sich als demokratischer Staat mit unabhängiger Justiz, in dem das Fürstenhaus über den politischen und wirtschaftlichen Abläufen stehen soll.
Tatsächliche Praxis:
Tatsächlich bestehen enge, institutionell verankerte Verbindungen zwischen Staat, Monarchie und Finanzelite. Kritische Stimmen werden systematisch als „staatsfeindlich“ diskreditiert, während wirtschaftliche Eigeninteressen geschützt und potenziell auf Kosten Dritter durchgesetzt werden. Dies deutet auf ein hohes strukturelles Risiko hin, das bei Investitionen oder finanziellen Engagements in Liechtenstein dringend berücksichtigt werden sollte.
In den Medien liest man seit einiger Zeit über ein korruptes, kriminelles System in Liechtenstein. Dazu kommen die Zombie-Trusts. Image und Reputation sind abgewirtschaftet. Da hilft auch kein verzweifeltes Schönfärben seitens der Regierung mehr.
Ohne eine baldige Lösung der «Zombie Trust» Krise kann das Problem auf den breiteren Finanzsektor übergreifen, der das Rückgrat der liechtensteinischen Wirtschaft bildet. Das kann von einer «Zombie Trust» Krise sehr schnell zu einer Finanzkrise in Liechtenstein führen und die Stabilität des Finanzsektors insgesamt stark gefährden.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Russen, die wegen der Zombie Trusts nicht mehr an ihr Geld kommen, dies einfach so stillschweigend hinnehmen. Da läuft bestimmt sehr viel, was aber alles unter den Teppich gekehrt wird.
Wie bitte? 800 verwaiste Trusts? Seit einem Jahr? Und das soll ein Finanzplatz sein?
Die Zombie Trusts werden zu einer weiteren Bereinigung des Marktes, einer Konsolidierung bei Treuhändern und noch höheren Anforderungen an Governance führen. Einzelnen Treuhänder und Banken werden sie erhebliche Probleme bereiten.
Gegen kriminelles Netzwerk in Liechtenstein hilft Betroffenen nur : Turbo zünden und höchste US Eskalationsstufen wie oben beschrieben ….
Reputationsrisiken entstehen dort, wo sich folgende Narrative verbinden:
„Letztes Wort überall“, „Mangelnde Transparenz“, „Strukturelle Reformträgheit“.
Wenn der Eindruck entsteht, dass Reformen gebremst werden, Aufklärung politisch unerwünscht ist und Machtkonzentration Transparenz ersetzt, dann trifft die Kritik auch den Fürsten.
Liechtenstein erinnert an Ali Baba und die 40 Räuber. Wer Ali Baba ist, kann sich jeder selber denken.
Wann wird der nächste Treuhänder von den USA sanktioniert?