In der Räuberhöhle Liechtenstein ist alles möglich.
Wenn man Fürscht, putzig, Ländle, bieder und jö beiseite wischt, bleibt als Kern im Finanzbereich des Fürstentums nur eins: Geldgier. Reine, nackte Geldgier.
Denn die grösste Rolls-Royce-Sammlung der Welt, Multimillionen kann man sich als seriöser Treuhänder niemals zusammenraffen, wenn man nicht skrupellos ist und dem Prinzip anhängt: bringt’s mich nicht in den Knast, mache ich’s.
Nachdem das Geschäftsmodell Schwarzgeldbunker in die Luft geflogen war, warfen sich viele Untreuhänder auf eine neue Klientel: reiche Russen.
Die hatten sich ihr Vermögen in den wilden Zeiten des Umbruchs in der Ex-Sowjetunion zusammengerafft und waren sich sicher, dass sie es in Sicherheit bringen mussten, bevor das russische Regime unter Putin es ihnen wegnehmen würde.
Malta, Zypern, kleine Inseln im Meer – und Liechtenstein. Da wehte dann plötzlich ein anderer Wind im Ländle, und was vorher unvorstellbar war, fasste das Vaterland in trockene Worte:
«Verbindungen von Treuhänder zu russischen Geheimdiensten: Es sei wichtig, «das Missbrauchspotenzial der auf dem Finanzplatz angebotenen Dienstleistungen anzuerkennen», so das Finanzministerium.»
Denn es ging und geht nicht nur um das ertragreiche Lagern von Russengeldern in Liechtenstein. Sondern es gibt ja noch mehr Möglichkeiten, auf diesem Gebiet Geld zu verdienen. Wenn man keine Skrupel kennt und sich eigentlich sicher ist, dass einem von der fürstlichen Justiz keinerlei Gefahr droht.
Das ist so, aber dann gibt es auch noch die Amis mit ihrer Sanktionsbehörde Ofac. Wer auf deren Liste kommt, hat gesellschaftlichen Selbstmord begangen.
«Missbrauchspotenzial anerkennen», meinte die fürstliche Regierung. Unfreiwillig saukomisch.
So schrieb das Vaterland vor zwei Jahren:
«Die Vorwürfe, die das US-Finanzministerium vor vier Wochen erhob, haben es in sich: Ein Vaduzer Treuhandbüro soll Teil eines Netzwerks gewesen sein, mit dem sich russische Geheimdienste Halbleiter- und Nanotechnologie-Equipment beschafften. Und aufgrund dieser mutmasslichen Geheimdienst-Verbindungen setzte die OFAC – die amerikanische Sanktionsbehörde – das Treuhandbüro sowie dessen mittlerweile zurückgetretenen Direktor am 19. Mai auf die Sanktionsliste.»
Hoppla.
Dann erfolgte das übliche Liechtensteinern. Natürlich seien die Vorwürfe völlig unbegründet, behauptete das Treuhandbüro. Wir sagen nix, sagte die Treuhandkammer. Einzelfall, bedauerlicher Einzelfall, sagte die Regierung.
Allerdings: «Neben der Reaktion von Regierung und Behörden stellt sich aber auch die Frage, wie die Treuhandbranche mit diesem Fall umgeht. Immerhin ist es bereits das zweite Mal, dass ein Treuhandbüro und dessen Geschäftsführer im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg von den USA sanktioniert wird», fügte das Vaterland mutig hinzu.
Also gut, dann halt kein Einzelfall, sondern zwei Einzelfälle.
Wobei dieser Skandal bereits vor zwei Jahren aufpoppte. Haben die Treuhänder damals was draus gelernt?
Wegen der Vorwürfe und der internationalen Sanktionen gegen russische Oligarchen und vermutete Russland-Netzwerke gerät die Treuhandbranche in Liechtenstein zunehmend unter Druck. Viele Treuhänder haben Geschäftsbeziehungen mit russisch-vermuteten Klienten beendet.
Das fand aber erst ab Spätherbst 2024 statt, also mehr als ein Jahr später. Obwohl es längst absehbar war, dass die USA immer allergischer auf Versuche reagierten, ihre Embargopolitik gegenüber Russland zu unterlaufen und die Gelder von sanktionierten russischen Oligarchen aufzubewahren.
Aber da siegte in Liechtenstein wieder mal die Geldgier und übersteuerte alle Vorsicht. Bis es dann urplötzlich zu einem Massenexodus von Treuhändern aus Trust-Konstruktionen kam.
Was dann international Schlagzeilen machte, Stichwort Zombie-Trusts.
Mir kann keiner, ich bin Liechtensteiner.
Dieses Lied singen die Treuhänder sogar noch, wenn sie am Untergehen sind. Denn dermassen viele Schläge, eine solche Abfolge von reputationsverlust und Imageschaden, das wird der Finanzplatz Liechtenstein als angeblich sicherer Ort für das Aufbewahren grosser Vermögen – Herkunft egal – nicht überleben.
Eigentlich ist auch er selbst ein Zombie. Nur hat er es noch nicht gemerkt.




In einem offiziellen Dokument zur Sanktionierung nennt das US-Finanzministerium (Office of Foreign Assets Control, OFAC) IGT und Pascal Dominik Büchel als Teil des mutmaßlichen Beschaffungsnetzwerks.
https://ofac.treasury.gov/recent-actions/20230519
In der Sankündigungsliste vom 19. Mai 2023 wird IGT geführt als eine Trust-/Treuhandfirma aus Liechtenstein, die „koordiniert zwischen … europäischen Technologieunternehmen und Banken und … Endnutzern in Russland“ — und zwar um technisches Equipment für russische Nutzer zu beschaffen, ohne Verdacht zu erregen.
IGT INTERGESTIONS TRUST REG., Aeulestrasse 30
9490 Vaduz
In Liquidation
Handelsregister-Nr.: FL-0001.513.056-8
Rechtsform: Treuunternehmen
Branche: Erbringung von Unternehmensberatungsdienstleistungen
Das US-Finanzministerium (OFAC) hat bei seiner Sanktionierung am 19. Mai 2023 konkret darauf hingewiesen, dass u. a. IGT Intergestions Trust Reg und Pascal Dominik Büchel Teil eines mutmaßlichen Beschaffungsnetzwerks für das russische Militär seien. Es sei um technikrelevante Güter mit aufklärungs- oder rüstungstechnischer Relevanz gegangen.
Einfach nur widerwärtig!
Die Zahl der schwerwiegenden und detaillierten Vorwürfe gegen das liechtensteinische Justiz- und Finanzsystem steigt unübersehbar. Immer dringlicher stellt sich die Frage, ob Liechtenstein seinen Anspruch, ein glaubwürdiger und rechtsstaatlich verlässlicher Finanzplatz zu sein, überhaupt noch einlösen kann. Zahlreiche Betroffene treten erstmals an die Öffentlichkeit und berichten von Strukturen, die den Eindruck tiefgreifender systemischer Missstände und korruptionsähnlicher Praktiken erwecken.
Zugleich entsteht das Bild eingespielter Netzwerke aus Treuhändern, Richtern, Staatsanwälten und Rechtsanwälten, die über Jahre hinweg ein hochgradig routiniertes Vorgehen etabliert haben. Während Geschädigten oft die vertraute Formel vom „bedauerlichen Einzelfall“ präsentiert wird, scheint ein kleiner Kreis von Akteuren weiterhin von einem System zu profitieren, das grundlegende rechtsstaatliche Standards aushebelt und demokratische Kontrolle unterläuft.
Liechtensteiner Regierungs-Mitglied angezeigt
Anwalt Christoph Büchel wegen mutmasslichen Parteiverrats angezeigt. Soeben stellvertretender Regierungschef im Ländle geworden.
https://insideparadeplatz.ch/2025/12/01/liechtensteiner-regierungsmitglied-angezeigt/
Sequoia Treuhand Trust änderte ihren Namen um …..
Roland Oehri und Markus Jakob Giger wurden von der OFAC sanktioniert.
Laut Handelsregister-Daten wurde der Name ihrer „SEQUOIA Treuhand Trust reg.“ am 19. August 2023 in „ST2023 Trust reg.“ geändert. Zugleich änderte sich der Gesellschaftszweck: Die Firma sollte danach als „Private Trust Company“ fungieren, also als Single-Trustee für Trusts einzelner Personen oder Familien, und nicht mehr als eine breit aktive Treuhandgesellschaft.
Spätestens im September 2025 befindet sich ST2023 Trust reg. im Liquidationsverfahren.
Audax Consulting Trust Establishment
One Asset Management AG
LMG Lighthouse Trust reg.
Rheingold Edelmetall AG
Sequoia Treuhand Trust Reg.
usw.
Die Liechtensteinische Treuhandkammer wird nicht müde zu erwähnen, es gebe in ihrer Branche nur wenige schwarze Schafe. An den Rechtsstreitigkeiten seien geldgierige Begünstigte Schuld. «Stimmt das?», fragt der internationale Strafverteidiger Steven Kay auf finews.ch.
Trotz gravierender Vertrauensbrüche unterstützen die liechtensteinischen Gerichte auf Kosten der ausländischen Kunden die heimischen Treuhänder.
Dies hat bei einigen Treuhändern zu einem Gefühl der Straflosigkeit geführt – und ich habe es miterlebt —, dass sie ungestraft davonkommen können, gedeckt durch die lokalen Gerichte.
https://www.finews.ch/news/finanzplatz/44120-steven-kay-liechtenstein-treuhand-system-trust
Ohne die Duldung von Fürst und Erbprinz gäbe es dieses Ausmaß von Kriminalität in Liechtenstein nicht.
Ich würde mich eher umbringen, als Fürst einer Räuberhöhle zu sein.
Wenn man das sichere Gefühl hat, dass die Justiz in Liechtenstein so gut wie alles durchgehen lässt, was viel Geld ins Land bringt, dann kooperiert man eben selbst mit dem russischen Geheimdienst. Zuhause in Liechtenstein würde ja niemand etwas dagegen sagen.
Denen in Liechtenstein ist auch gar nichts zu dumm oder zu kriminell. Für Geld machen die anscheinend alles.
Die OFAC-Sanktionen gegen Pascal Dominik Büchel (IGT Intergestions Trust Reg.), Roland Oehri und Markus Jakob Giger (Sequoia Treuhand Trust reg.) oder Anton Wyss (Audax Consulting Trust Est.) haben zu einem signifikanten Image- und Vertrauensverlust für den gesamten Liechtensteiner Finanzplatz geführt. Liechtenstein hat nunmehr eine Reputation als Räuberhöhle.
Finews berichtete: Liechtensteiner Sanktions-Gambit: Kuriose Rochade bei Goldhändler
Ende Februar 2024 gelangte die Rheingold Edelmetall im Zusammenhang mit Russland-Sanktionen auf die Schwarze Liste der OFAC. Die Eigentümer wehren sich nun mit einer überraschenden Taktik.
Im Fürstentum Liechtenstein gehen die Wogen hoch. Grund ist, dass drei Mitglieder der Familie Diegelmann, denen in Vaduz der Goldhändler Rheingold Edelmetall gehört, vom amerikanischen Office of Foreign Assets Control (OFAC) Ende Februar 2024 auf die gefürchtete SDN-Liste gesetzt wurden.
Der Vorgang ist pikant, weil die Rheingold Edelmetall dicht mit dem Liechtensteiner Finanzplatz verwoben ist. Das Unternehmen wird von der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht FMA beaufsichtigt. Und einige Liechtensteiner Banken belehnen routinemässig die Wertmetall-Depots der Rheingold-Kunden – ein Geschäft im dreistelligen Millionenbereich. https://www.finews.ch/news/finanzplatz/61728-liechtenstein-rheingold-edelmetall-sanktionen-usa-russland
OFAC wirft Rheingold vor, mit Russia-based metals companies zusammengearbeitet zu haben, um die Ursprünge russischer Edelmetalle zu verschleiern. Zusätzlich soll ein Familienmitglied die Veräußerung russischer Edelsteine in den VAE arrangiert haben. https://insideparadeplatz.ch/2024/02/28/donnerschlag-im-laendle-usa-setzt-goldhaendler-auf-schwarze-liste/
In Liechtenstein zeigt sich ein gravierendes, strukturelles Problem im Bereich von Trusts und Stiftungen. Sobald Vermögenswerte in solche Konstrukte eingebracht werden, kommt es wiederholt zu Machtverschiebungen zulasten der ursprünglichen Stifter. Dokumentierte Fälle belegen, dass einzelne Treuhänder gezielt darauf hinarbeiten, die Kontrolle des Stifters zu entziehen – unterstützt durch Netzwerke innerhalb von Justiz und Verwaltung.
Nach der Entmachtung des Stifters folgt häufig der nächste Schritt: die Ausschaltung oder Schwächung der Begünstigten.
Diese Praktiken sind nicht auf Einzelfälle beschränkt, sondern weisen auf ein systemisches Risiko hin. Der Verdacht liegt nahe, dass hier organisierte, wirtschaftskriminelle Strukturen agieren – bekannt auf höchster Ebene, jedoch bislang von Fürst und Regierung ignoriert. Dieses Schweigen gefährdet nicht nur das Vertrauen in den Finanzplatz Liechtenstein, sondern wirft grundlegende Fragen zur Rechtsstaatlichkeit auf.
Internationale Organisationen haben auf das strukturelle Problem bei Trusts und Stiftungen in Liechtenstein reagiert und Maßnahmen zur Stärkung von Transparenz, Aufsicht und Compliance ergriffen:
MONEYVAL (Europarat)
Weist jedoch auf Nachbesserungsbedarf hin – insbesondere bei Aufsicht, Transparenz bei wirtschaftlich Berechtigten, Verdachtsmeldungen und Geldwäscheuntersuchungen.
FATF
Die Anti-Geldwäsche-Bewertung von Liechtenstein wurde durch MONEYVAL nach FATF-Standards durchgeführt – die Umsetzung dieser Standards wird weiter verstärkt überwacht, da weiterhin Mängel vorhanden sind.
Rundum wächst der internationale Druck auf Liechtenstein: durch Sanktionen (USA/EU), Steuerkooperationen (DE/AT), Monitoring und Aufsicht (FATF/OECD/IMF/UN). Ziel ist es, strukturelle Schwächen bei Trusts und Stiftungen zu beseitigen, Transparenz zu erhöhen und die Rechtsstaatlichkeit am Finanzplatz zu reforcieren.
Das ist kein strukturelles Problem, das ist ein gängiges, bekanntes, ausgeklügeltes Geschäftsmodell in Liechtenstein. Den Opfern wird das Märchen von einer nicht nachvollziehbaren Gerichtsentscheidung und einem bedauerlichen Einzelfall erzählt, obwohl dies Standard Procedure in Liechtenstein ist.
Doch dieses ausgeklügelte kriminelle System ist jetzt ans Tageslicht gekommen und bekannt geworden. Jetzt lässt es sich nicht mehr unter den Teppich kehren, jetzt ist es Allgemeinwissen.
Liechtenstein hat ein strukturelles Problem mit Trusts und Stiftungen: Treuhänder entziehen Stiftern systematisch die Kontrolle – oft gestützt durch Netzwerke in Justiz und Verwaltung. Das verletzt Treuhandpflichten und kann als Untreue, Betrug oder sogar kriminelle Vereinigung gewertet werden. Die Häufung solcher Fälle zeigt ein Systemrisiko, das Regierung und Fürst bislang ignorieren. Dieses Schweigen gefährdet Rechtsstaatlichkeit, den Finanzplatz und internationale Compliance-Standards. Es braucht endlich wirksame Aufsicht und strafrechtliche Konsequenzen.
Meine Güte, was ist denn in Liechtenstein los? Vertrauenserweckend sind diese Nachrichten nicht.
Wie passt nur so viel Wirtschaftskriminalität in so ein kleines Land? Augenscheinlich gibt es da ja wirklich ein kriminelles System.
Kriegsgüter an den Aggressor in einem Angriffskrieg vermitteln. Pascal Dominik Büchel hat offenbar 0,00000 Skrupel. Hauptsache Geld, Geld, Geld! Passt zu Liechtenstein. Pfui!
Das sind alles keine Einzelfälle, das ist alles ein Muster, ein Schema, ein System.
Aus zahlreichen übereinstimmenden Schilderungen entsteht in Liechtenstein ein düsteres Bild:
Ein Zusammenspiel von kriminellen Treuhändern mit Richtern und Staatsanwälten soll dafür sorgen, dass Stifter und Begünstigte systematisch entmachtet, ihrer Informationsrechte beraubt und durch fragwürdige Strafanzeigen zermürbt werden sollen. Dann werden die Stiftungen und Trusts durch die Treuhänder geplündert.
Was hier beschrieben wird, sind keine Einzelfälle, sondern ist ein strukturelles Machtkartell, ein System, das Kontrolle ausschaltet und Missbrauch begünstigt. Wenn diese Vorgänge stimmen, kratzt das gefährlich an der Grenze zur schweren und organisierten Kriminalität.
quod erat demonstrandum …..