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Sanktionen gegen Ländle-Banken?

Allgemein, Finanzplatz Liechtenstein, Fürstentum Liechtenstein, Skandale

Ähnelt der Bankenplatz der Titanic?

Die fürstlichen Banken und die Titanic haben, bei allen äusseren Unterschieden, etwas gemeinsam: beide werden für unsinkbar gehalten.

Bei der Titanic brauchte es dann nur einen Eisberg, um das Gegenteil zu beweisen. Was braucht es bei den Liechtensteiner Banken wie der Fürstenbank LGT und der Fürstenbank LLB?

Ganz einfach, es braucht die US-Sanktionsbehörde Ofac. Dass ganze 800 Zombie-Trusts herrenlos herumstehen, weil ihre treulosen Treuhänder die Flucht ergriffen haben, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Das Ofac ist dabei ziemlich offenherzig, was die Beschreibung von Handlungen betrifft, die überhaupt nicht genehm sind:

Laut Ofac Advisory können ausländische Finanzinstitute bestraft werden, wenn sie „Konten unterhalten, Gelder transferieren oder andere Finanzdienstleistungen erbringen“ für Personen, die auf der SDN-Liste (Specially Designated Nationals) stehen oder für russische Institutionen, die im militärisch-industriellen Sektor tätig sind.
•Mit der Executive Order E.O. 14114 hat Ofac ausdrücklich die Möglichkeit geschaffen, Foreign Financial Institutions (FFIs) wegen „signifikanter Transaktionen im Auftrag“ sanktionierter russischer Stellen zu belegen.
•Das heisst: Wenn LGT russische Kunden hat, die mit sanktionierten Einheiten verbunden sind, oder Gelder verwaltet, die letztlich von sanktionierten Personen stammen, könnte LGT ins Visier geraten – insbesondere dann, wenn es „strukturierte Transaktionen“ oder Verschleierung gibt.
Darüber hinaus:
Ofac warnt Finanzinstitute, dass bestimmte Praktiken, mit denen versucht wird, Sanktionen zu umgehen („Evasion“), besonders riskant sind. Beispiele: Verschleierung von Zahlungsfeldern, Umgehung regulärer Kanäle.
Falls eine Bank als riskant eingestuft wird, kann Ofac z. B. die Korrespondenz- oder „payable-through“-Konten in den USA einschränken oder ganz schliessen.
Wie man weiss, ist der Ausschluss vom Dollar-Clearing eine tödliche Waffe. Jede Bank, der das passiert, muss innerhalb von 24 Stunden ihre Bücher deponieren.
Nicht nur, weil sie selbst nicht mehr in der Weltwährung handeln kann. Sondern weil sofort alle ihre Korrespondenzbanken aus Angst vor Ansteckung sämtliche Geschäftsbeziehungen einstellen.
Nun beweist die Existenz von mehr als 800 Trusts mit direkten Bezügen zu Russland oder zu russischen Oligarchen, dass der Finanzplatz Liechtenstein geradezu fahrlässig locker mit Russengeldern umgegangen ist.
Das mag bis zum russischen Überfall auf die Ukraine noch angegangen sein. Aber seither sind die USA ernsthaft dabei, vor allem Umgehungsgeschäfte gegen ihre Sanktionen zu verfolgen.
Natürlich wäre es ein Riesenhammer, wenn das Ofac die LGT oder die LLB vom Dollarclearing ausschliessen würde. Auf der anderen Seite mussten diese Zombie-Trusts ja irgendwo ihre Finanzgeschäfte abwickeln. Was lag da näher als über Liechtensteiner Banken?
Damit haben die USA nun einen Trumpf in der Hand. Sie können Ländle-Banken dazu zwingen, ihnen beliebige Informationen über beliebige Kunden auszuhändigen. Immer mit der Drohung: wenn nicht, dann kracht’s.
Dass es liechtensteinischen Banken mit dem Bankgeheimnis nicht so genau nehmen, ist bekannt. Aber welche Kunde möchte schon gerne, dass vertrauliche Informationen und Korrespondenz mit seiner Bank auf direktem Weg in die USA gelangen?
Unabhängig davon, ob er etwas zu verbergen hat oder nicht. Denn die Basis jeder Bankbeziehung – Vertrauen – beruht darauf, dass der Kunde auf die Diskretion und Verschwiegenheit seiner Bank vertraut.
Kann er das in Liechtenstein?
Oder gibt es nach den Zombie-Trusts dann auch mal Zombie-Banken?
19. November 2025/26 Kommentare/von Treuhänder
Schlagworte: Dollarclearing, LGT, LLB, Ofac, Russengelder, Sanktionen, Umgehungs-Geschäfte, Zombie-Trusts
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26 Kommentare
  1. Robert
    Robert sagte:
    19. November 2025 um 8:05

    Da Risiko, dass Liechtensteinische Banken wegen Verstössen gegen die US- und EU-Russland Sanktionen sanktioniert werden, dürfte nicht zu unterschätzen sein.

    Antworten
    • Risiko einer Sanktionierung von Banken selbst?
      Risiko einer Sanktionierung von Banken selbst? sagte:
      19. November 2025 um 14:05

      Direkte Sanktionierung durch OFAC ist möglich, wenn Banken bewusst oder fahrlässig sanktionierte Transaktionen abwickeln – etwa im selben Umfeld wie Zombie‑Trusts. Die Möglichkeiten dafür sind real und ernst zu nehmen.

      Antworten
  2. Ferdinand Heitmann
    Ferdinand Heitmann sagte:
    19. November 2025 um 8:21

    In einem wissenschaftlichen Paper (AEI) wird ein Schema beschrieben, bei dem ukrainische „Zombie-Banken“ (Banken ohne echtes Geschäft) Geld über Korrespondenzbanken zu sogenannten Offshore-Standorten verschoben haben. Ein Teil dieser Ströme soll über Liechtensteiner Banken wie die Bank Frick stattgefunden haben.
    https://aei.pitt.edu/88536/1/prace_67_aftermath-of-crisis_net.pdf?utm_source=chatgpt.com

    Antworten
  3. Sanktionen gegen State Street / Charles River
    Sanktionen gegen State Street / Charles River sagte:
    19. November 2025 um 8:52

    Das US Finanzministerium (OFAC) hat im Juli 2024 eine Strafe gegen die State Street Bank & Trust und deren Tochter Charles River Systems verhängt. Grund: Man soll Rechnungsdaten (“Invoice Dates”) manipuliert haben, um Zahlungen von sanktionierten russischen Finanzinstituten so zu verbergen bzw. “zulässig” aussehen zu lassen.

    Antworten
  4. FINANZ BUSINESS schreibt über die LLB Affäre: Big Trouble in little Liechtenstein - Datenschutz-Affäre bei Landesbank
    FINANZ BUSINESS schreibt über die LLB Affäre: Big Trouble in little Liechtenstein - Datenschutz-Affäre bei Landesbank sagte:
    19. November 2025 um 8:59

    Dass die LLB den Datenschutz nicht zu ernst nimmt, ist bekannt.

    Das Fachmagazin für Investment Advisor FINANZ BUSINESS schreibt:

    Big Trouble in little Liechtenstein – Email-Affäre bei Landesbank

    Den vollständigen Artikel findet man hier: http://www.liechtensteinaktuell.co

    Antworten
  5. Sanktionen auch in Kyrgyzstan – Keremet Bank
    Sanktionen auch in Kyrgyzstan – Keremet Bank sagte:
    19. November 2025 um 9:05

    Im Januar 2025 hat das US-Finanzministerium eine Bank aus Kirgisistan (“Keremet Bank”) unter Sanktionen gesetzt, weil sie angeblich ein “Evasions-Schema” betrieben hat, um Transaktionen für eine sanktionierte russische Bank zu ermöglichen.

    Antworten
  6. Franziska Reimann
    Franziska Reimann sagte:
    19. November 2025 um 9:16

    Das Thema dürfte Meister Trump interessieren.

    Antworten
  7. EFG International AG
    EFG International AG sagte:
    19. November 2025 um 9:29

    Auch die EFG hat es schon getroffen.

    Die Privatbank mit Sitz in der Schweiz hat im März 2024 einen Vergleich mit OFAC geschlossen.

    Sie hatte Wertpapiertransaktionen verarbeitet, bei denen sanktionierte russische Personen involviert waren – u.a. Dividendenzahlungen von US-Wertpapieren für sanktionierte Kunden.

    Antworten
  8. Die Frage ist nicht ob,
    Die Frage ist nicht ob, sagte:
    19. November 2025 um 10:14

    sondern wann.

    Antworten
  9. Zombie-Trusts gefährden Liechtensteins Finanzsektor
    Zombie-Trusts gefährden Liechtensteins Finanzsektor sagte:
    19. November 2025 um 10:41

    Eine sich zuspitzende Krise im liechtensteinischen Finanzsektor sorgt europaweit für Unruhe: Hunderte Offshore-Trusts – viele davon mit Verbindungen zu russischem Vermögen – wurden aufgegeben. Diese sogenannten Zombie-Trusts bestehen juristisch weiter, sind faktisch aber eingefroren. Ohne Direktoren oder Treuhänder, die Vermögen verwalten oder Liquidationen begleiten, stecken sie in einer rechtlichen Schwebe.

    Der Aufruhr begann, nachdem die USA 2024 erweiterte Sanktionen verhängt und davor gewarnt hatten, dass selbst indirekte Verbindungen zu russischen Kunden Strafen nach sich ziehen können. Liechtensteins Finanzaufsicht FMA forderte daraufhin Institute auf, die Sanktionen als verbindlich zu betrachten. Zahlreiche Fachleute traten aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen umgehend von ihren Mandaten in den betroffenen Trusts zurück.

    Antworten
    • "Risiko für den gesamten Finanzmarkt und das Land Liechtenstein"
      "Risiko für den gesamten Finanzmarkt und das Land Liechtenstein" sagte:
      19. November 2025 um 14:49

      Die Nichteinhaltung ausländischer Sanktionen birgt schwerwiegende Reputationsrisiken sowie operationelle und rechtliche Risiken für den jeweiligen Beaufsichtigten und alle, die mit diesem in Geschäftsbeziehung stehen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Sanktionsbestimmungen des Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums, nicht zuletzt aufgrund der zentralen Rolle der USA im Rahmen der globalen Finanzmarktinfrastruktur. Letztlich sind jegliche Sanktionierungen mit einem
      Bezug zu Liechtenstein auch ein Risiko für den gesamten Finanzmarkt und das Land Liechtenstein.
      https://www.lie-zeit.li/2024/09/beruecksichtigung-auslaendischer-sanktionen-voraussetzung-fuer-ein-gesetzeskonformes-risikomanagement/

      Antworten
  10. OFAC-Sanktionen gegen Banken
    OFAC-Sanktionen gegen Banken sagte:
    19. November 2025 um 11:07

    OFAC hat im November 2024 Gazprombank (einer der größten russischen Banken) sanktioniert, zusammen mit über 50 weiteren russischen Banken sowie mehreren Finanzbeamten.
    Damit werden u. a. ihre Vermögenswerte in den USA eingefroren, und US-Personen dürfen grundsätzlich kein Geschäft mehr mit ihnen machen.

    Antworten
  11. Finanzplatz Liechtenstein in Gefahr
    Finanzplatz Liechtenstein in Gefahr sagte:
    19. November 2025 um 11:25

    Allein das latente Risiko, dass eine der liechtensteiner Banken von der OFAC sanktioniert werden könnte, schadet dem Finanzplatz Liechtenstein erheblich, denn niemand möchte das Risiko eingehen, sein Geld in einer Bank zu haben, bei der das Risiko besteht, dass sie sanktioniert werden könnte.

    Antworten
    • Risiken für liechtensteinische Banken
      Risiken für liechtensteinische Banken sagte:
      19. November 2025 um 14:02

      Liechtensteiner Banken sind in vor dem Hintergrund der etwa 800 Zombie Trusts mit mehreren signifikanten Risiken konfrontiert:

      Compliance‑Fallstricke: Konten von Zombie‑Trusts laufen Gefahr, unabsichtlich sanktionierte Gelder zu bewegen.

      Reputations‑ und Haftungsrisiken, wenn sie Transaktionen abwickeln, die später als Verstoß gegen US‑Sanktionsregimes gewertet werden.

      Antworten
    • Daniel F.
      Daniel F. sagte:
      19. November 2025 um 14:25

      Achtung: US-Sanktionen sind ansteckender als COVID!

      Antworten
  12. Ansteckungsgefahr
    Ansteckungsgefahr sagte:
    19. November 2025 um 12:57

    Auch Banken in der Schweiz sind gefährdet mit Kontakten und Geschäftsbeziehungen zu Liechtenstein ,Stichwort Sekundärsanktionen……

    Antworten
  13. Citigroup faces intense scrutiny over Russian oligarch‘s trust assets
    Citigroup faces intense scrutiny over Russian oligarch‘s trust assets sagte:
    19. November 2025 um 13:50

    Citigroup is currently under investigation by several U.S. federal agencies, including the Department of Justice (DOJ), the Federal Bureau of Investigation (FBI), and the Internal Revenue Service (IRS). The investigation focuses on Citigroup’s role in managing the assets of Suleiman Abusaidovich Kerimov, a Russian oligarch closely tied to President Vladimir Putin, and his Heritage Trust, which holds substantial U.S.-based assets. The scrutiny highlights concerns over how wealthy Russian individuals use financial institutions to safeguard assets in foreign jurisdictions and potentially circumvent sanctions.

    Kerimov, a prominent figure in the Russian gold mining industry, has been under U.S. sanctions since 2018, primarily due to his connections with the Russian government. This article explores the key aspects of the Citigroup investigation, the broader implications for financial institutions involved with sanctioned individuals, and the efforts of U.S. authorities to combat money laundering and financial crimes in the wake of Russia’s ongoing geopolitical tensions.

    Antworten
  14. Banken in Liechtenstein müssen zwingend Sorge tragen, dass sie nicht in sekundäre US‑Sanktionsfallen tappen
    Banken in Liechtenstein müssen zwingend Sorge tragen, dass sie nicht in sekundäre US‑Sanktionsfallen tappen sagte:
    19. November 2025 um 14:23

    Der Status als Vermittler zwischen Trust‑Assets und Vermögensnutzung macht sie besonders sensibel.
    Compliance, Monitoring und Risikomanagement müssen höchste Priorität genießen.
    Zwar wurden bisher primär Treuhänder sanktioniert, doch rein theoretisch kann sich dieses Risiko ganz klar auf Banken ausweiten – wenn auch bisher nur als Warnsignal und präventive Anweisung verstanden.

    Antworten
  15. Ostschweiz titelt: «Finanzsumpf Liechtenstein»
    Ostschweiz titelt: «Finanzsumpf Liechtenstein» sagte:
    19. November 2025 um 14:45

    Die Ostschweiz titelt: «Finanzsumpf Liechtenstein»:

    https://www.dieostschweiz.ch/artikel/finanzsumpf-liechtenstein-der-fuerst-wills-richten-jx9MkX7

    Antworten
  16. Benedikt Karrer
    Benedikt Karrer sagte:
    19. November 2025 um 16:25

    Mich würde es nicht wundern, wenn auch aufgrund der Zombie Trusts die Geldspeicher der liechtensteinischen Banken voll mit auch sanktionierten russischen Geldern sind.

    Wenn die USA zu dieser Überzeugung kommen sollten, dann dürften die Banken selbst (primär) sanktioniert werden. Das dürfte dann das Ende des Finanzplatzes Liechtenstein sein.

    Wer jetzt noch Geld bei diesen Banken hat, sollte anfangen zu beten.

    Antworten
  17. Wenn Russen oder Ukrainer böse werden
    Wenn Russen oder Ukrainer böse werden sagte:
    19. November 2025 um 17:03

    Russen und Ukrainer verstehen keinen Spass, wenn man ihnen ihr Geld wegnimmt:

    Former Governor of the National Bank of Ukraine (NBU) from 2014 until 2017 Valeria Gontareva also told bne IntelliNews that Kolomoisky personally threatened her life when she refused to return PrivatBank to his control. Her house was later burnt down and the car of her daughter-in-law was hit with a Molotov cocktail and burnt. She finally quit her job as governor when a coffin with a mannequin dressed as her was delivery to the doors of the NBU.

    Antworten
  18. Achtung vor Liechtenstein: Der nächste grosse Skandal in Liechtenstein
    Achtung vor Liechtenstein: Der nächste grosse Skandal in Liechtenstein sagte:
    19. November 2025 um 18:13

    Streit um Luxusimmobilien: Witwe von saudischem König liegt im Clinch mit liechtensteinischer Stiftung

    Vor seinem Tod gründete König Fahd in Liechtenstein zwei Stiftungen. Diese Stiftungen sollten seiner Witwe zugutekommen. Die Witwe des Königs erhebt nun Anspruch auf die Immobilien, doch die Stiftungen verweigern die Herausgabe. Es geht um mehrere hochpreisige Anwesen, darunter ein Anwesen an der Côte d’Azur.
    https://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/witwe-von-saudischem-koenig-liegt-im-clinch-mit-liechtensteinischer-stiftung-art-597168

    Die Stiftungen argumentieren, dass die Witwe nicht mehr begünstigt sei – was sie bestreitet.

    Typisches Verhalten Liechtensteiner Treuhänder: es wird behauptet, der Begünstigte sei gar nicht mehr begünstigt. Soll doch der Begünstigte zu dem nicht neutralen Gericht in Liechtenstein gehen und versuchen, dort sein Recht zu erhalten. Lautes Gelächter! In der Zwischenzeit, also ein paar Jahre lang, haben die Treuhänder dann völlig unkontrollierten Zugriff auf das Stiftungsvermögen und können sich selbst die absurdesten Honorare genehmigen. Wenn sie Pech haben, erhält der Begünstigte nach vielen Jahren doch sein Recht und haben sich die liechtensteiner Treuhänder und ihre Rechtsanwälte nur um Millionen aus der Stiftung bereichert. Wenn die Begünstgten Pech haben (bzw. die Treuhänder die Richter gut genug behandelt haben), stellen die Gerichte fest, dass der Begünstigte gar nicht mehr Begünstigter ist. Dann müssen die Treuhänder selbst einen neuen Begünstigten finden,,,,,, z.B. sich selbst oder ihre eigenen Stiftungen. Was wären bei zwei Luxusanwesen in Südfrankreich schon ein paar Millionen Franken für ein entgegenkommendes Urteil, wenn die Treuhänder doch das gesamte Stiftungsvermögen haben können?

    Antworten
  19. Achtung vor Liechtenstein: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Norbert Seeger
    Achtung vor Liechtenstein: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Norbert Seeger sagte:
    19. November 2025 um 18:16

    Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen «Oldtimer-Treuhänder»
    Untreue, Veruntreuung, Geldwäscherei: So lauten die Vorwürfe nach über fünf Jahren Ermittlungen. Der Beschuldigte wehrt sich – inhaltlich und formal.

    Die Verdachtsmeldung einer Bank brachte alles ins Rollen. Seit 2020 ermittelten Staatsanwaltschaft und Untersuchungsrichter gegen einen Rechtsanwalt und Geschäftsführer einer Treuhandgesellschaft. Bekannt ist der langjährig tätige Mann mit seiner kleinen Kanzlei in Vaduz nicht nur aufgrund seines früheren politischen Engagements und verschiedenen öffentlichen Po- sitionen, die er innehatte, sondern auch für seine beachtliche Rolls-Royce- und Bentley-Sammlung voller Raritäten, die er im Sommer 2020 für rund zehn Millionen Franken in einer privaten Auktion über Sotheby’s versteigerte.

    Langwierige Ermittlungen sorgten für Aufsehen
    Entsprechend sorgten die Ermittlungen für Aufsehen. Es kam zu mehreren Hausdurchsuchungen. Der Sachverhalt sei komplex und der Umfang der auszuwertenden Unterlagen gross, sagte der damalige leitende Staatsanwalt Robert Wallner im April 2021.

    Anfang April 2025 hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben, wie der leitende Staatsanwalt Frank Haun am Dienstag informierte. «Dem Beschuldigten werden das Verbrechen der Untreue in 26 Fällen, das Vergehen der Veruntreuung in zwei Fällen sowie das Verbrechen der Geldwäscherei zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage von einem Gesamtschaden von mehr als 20 Millionen Franken aus», heisst es in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft.

    Gegen die Anklageschrift hatte der sogenannte Oldtimer-Treuhänder jedoch Einsprache erhoben. Dieser gab das Obergericht mit Beschluss vom 4. September aber keine Folge und liess die Anklage zu, wie die Staatsanwaltschaft weiter informiert. Somit ist die Anklage nun rechtskräftig. Gemäss Strafprozessordnung steht kein weiteres ordentliches Rechtsmittel zur Verfügung.

    Beschuldigter zieht vor den Staatsgerichtshof
    Bis es zu einer Verhandlung vor dem Kriminalgericht kommt, könnte es dennoch einige Zeit dauern. Denn wie Alexander Amann, Anwalt des Beschuldigten, gegenüber dem «Vaterland» erklärt, wird sein Mandant mittels Individualbeschwerde an den Staatsgerichtshof (StGH) weiter gegen die Anklageschrift vorgehen.

    Gerügt werde die Verletzung seines Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK und anderer Grundrechtsverletzungen. Trotz des sehr umfangreichen Akts seien seinem Mandanten lediglich 14 Tage für einen Einspruch gegen die Anklageschrift zugebilligt worden, so Amann. Vorgängig werde sein Mandant zudem einen Antrag auf aufschiebende Wirkung und einstweilige Massnahmen einbringen.

    Kritik an Kommunikation der Staatsanwaltschaft
    All dies habe der Beschuldigte der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht bereits angekündigt und diese aufgefordert, keine Schritte zu setzen, mit welchen die Wirksamkeit dieser Rechtsbehelfe unterminiert würden. Entsprechend kritisiert Amann, dass dies in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft nicht erwähnt wird. «Der Beschuldigte sieht sich daher durch die Aussendung der Staatsanwaltschaft in seinen Verfahrens- und Persönlichkeitsrechten verletzt», so Amann.

    Behauptungen in der Anklage seien unbegründet
    Der Beschuldigte bestreite die Behauptungen in der Anklageschrift als unbegründet. «Die bisherigen Ermittlungen haben gezeigt, dass eine Vielzahl der erhobenen Vorwürfe in ähnlichen Sachverhaltskonstellationen nicht bestätigt wurden und mit Einstellungen durch die Staatsanwaltschaft endeten», so Amann. Warum vergleichbare Sachverhalte nunmehr zur Anklage gebracht werden, sei nicht nachvollziehbar. «Nicht zuletzt ist auch die behauptete Schadenssumme völlig aus der Luft gegriffen», betont Amann.
    https://www.liewo.li/liechtenstein/gesellschaft/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-oldtimer-treuhaender-art-613499

    Antworten
  20. Achtung: Warnung vor Liechtensteiner Trusts
    Achtung: Warnung vor Liechtensteiner Trusts sagte:
    19. November 2025 um 18:18

    Hohes Risiko bei Liechtensteiner Trusts.

    Leidgeplagte liechtensteinische discretionary trusts: nun auch höchstgerichtliche Rechtsschutzverweigerung

    Während der beneficiary beim common law trust gemeinhin als ,,equity´s darling”gilt, schlägt das Pendel in Liechtenstein zusehends in eine entgegengesetzte Richtung. Hier zeichnet sich ein massiver Abbau des Begünstigtenrechtsschutzes durch die Gerichtsbarkeit ab. Aufgrund der aktuellen Gesetzesanwendung durch die liechtensteinischen Rechtsfürsorgegerichte ist nun ein nachhaltiger Reputationsverlust des „Truststandorts“ Liechtenstein zu befürchten.
    https://kanzleiboesch.com/files/kanzlei-boesch/Publikationen/PDF/Leidgeplagte%20liechtensteinische%20discretionary%20trusts.pdf

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    MONEYVAL, der Expertenausschuss des Europarates zur Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hatte festgestellt:

    «White-collar crime, in particular investment fraud and embezzlement, seems to be a relatively frequent type of proceeds-generating criminality at domestic level.»

    https://rm.coe.int/european-committee-on-crime-problems-cdpc-select-committee-of-experts-/1680716b86

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    Antworten

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