Was passiert mit der einzigen Tageszeitung Liechtensteins?
Es ist ein typisches Gemauschel nach Fürstenart.
Anfang August 2025 wurde Reto Furter Chefredaktor und publizistischer Leiter des Vaterland. Nach weniger als drei Monaten verliess er diese Position «auf eigenen Wunsch».
Laut dem Geschäftsführer Daniel Bargetze gab es «unterschiedliche Erwartungen an die Umsetzung der vereinten Rolle ‚Leiter Publizistik / Chefredaktor Vaterland‘». Also das übliche Gequatsche, wenn in Wirklichkeit völlig unklar ist, wieso Furter nach nur drei Monaten im Amt bereits das Handtuch warf.
Seine Position wird nun aufgesplittet. Es gibt einen neuen Chefredaktor, den Jungspund Gary Kaufmann. Der soll schon im Frühjahr gegen Furter kandidiert und nach seiner Niederlage mit Kündigung gedroht haben. Eine Alexandra Fitz übernimmt neu die publizistische Leitung.
Wozu das alles?
Das Liechtensteiner Vaterland erscheint mit einer Auflage von rund 8’600 Exemplaren, also ein Winzblatt. Dienstags verteilt man eine Auflage von 21’500 Kopien.
Herausgeber ist die Vaduzer Medienhaus AG. Für sie sind keine öffentlich einsehbaren Umsatzzahlen oder Bilanzsummen frei verfügbar, auch die Besitzerschaft hüllt sich in Vaduzer Nebel. Das Medienhaus soll aber der Stiftung Vaterländische Union gehören. Also ist eine Nähe zu einer der beiden Grossparteien im Ländle evident.
Der Umsatz soll bei rund 12 Millionen Franken liegen. Dafür werkeln rund 60 Mitarbeiter, die nicht nur an der Herstellung der Zeitung beteiligt sind.
Ob das Medienhaus Gewinn oder Verlust macht, ist schwer zu eruieren. Aber eines ist klar: es erhält jährlich über 50 Prozent der staatlichen Medienförderungsmittel. Ohne diese Unterstützung würde es sicherlich in den roten Zahlen stecken.
Also beste Voraussetzungen für eine objektive, kritische und unabhängige Berichterstattung.
Ein Höhepunkt war die Hofberichterstattung über die Hochzeit der Tochter von Erbprinz Alois:
-
-
„Prinzessin Marie Caroline heiratet in Vaduz“ (Vaterland.li, 27. Aug. 2025)
-
„Ein festlicher Tag für Liechtenstein“ (31. Aug. 2025)
-
Fotostrecken und Video-Zusammenfassung der Zeremonie und des anschließenden Empfangs auf Schloss Vaduz.
-
-
Die Tonlage war durchgehend positiv, feierlich und unpolitisch – typisch für die royale Berichterstattung des Hauses:
-
Betonung auf dem feierlichen Charakter und der Bedeutung für das Land.
-
Beschreibung der Gäste («zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft»).
-
Kirchliche Trauung in der Kathedrale St. Florin in Vaduz, zelebriert durch Erzbischof Wolfgang Haas.
-
Empfang im Rosengarten des Schlosses Vaduz.
-
-
Fotoserien zeigten u. a.:
-
das Brautpaar beim Einzug in die Kathedrale,
-
Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie beim Empfang,
-
Aufnahmen von Schloss Vaduz und Blumenschmuck.
-
So gehört sich das in einer absolutistischen Monarchie, wo der Fürscht, bzw. sein Erbprinz mit unbeschränkter Macht regiert.
Das gilt natürlich auch für alle weiteren Aspekte des fürstlichen Handelns und Lebens. Schliesslich gehören dem Monarchen die grössten Banken des Ländle, die LGT und zur Hälfte direkt, zur anderen Hälfte indirekt die LLB. Deren Skandale waren dem Vaterland höchstens Randnotizen wert.
Auch bei der Berichterstattung über den jüngsten Skandal, die 800 Zombie-Trusts, hält sich das Vaterland sehr zurück und versteht sich nur als Sprachrohr für offizielle Mitteilungen und Beschwichtigungen.
Furter machte seinen Weg im Medienhaus Somedia, war dort publizistischer Leiter und Oberchefredaktor. Er hatte in Geschichte und Philosophie promoviert und auch eine kaufmännische Grundausbildung absolviert.
Es ist völlig klar, dass er sich ein längeres Engagement in Liechtenstein vorstellte, als er seinen Posten bei Somedia aufgab.
Natürlich wird keiner der Beteiligten die wahren Gründe für diesen unheimlich schwachen Abgang verraten. Vielleicht mag er daran liegen, dass Furter nicht wirklich gewohnt war, mit Durchlauchten und einem Finanzplatz umzugehen, der sich immer mehr in eine Räuberhöhle verwandelt hat, bar jeglicher Rechtsstaatlichkeit.




Medien werden „vierte Gewalt“ genannt, weil sie in einer Demokratie eine kontrollierende und überprüfende Funktion gegenüber Politik und staatlichen Institutionen übernehmen – ähnlich wie die drei klassischen Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative.
Liechtenstein ist eine Monarchie und keine Demokratie, die einzige Tageszeitung Vaterland darf keine kritische Berichterstattung machen, sondern ist Hofberichterstatter.
Dass das kein Vollblutjournalist mitmacht, ist klar.
Furter hätte wohl über den Skandal betreffend den Oldtimer-Treuhänder Norbert Seeger nicht berichten dürfen, sondern diesen totschwiegen müssen. Über Skandale darf nicht berichtet werden, die müssen totgeschwiegen werden.
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Oldtimer-Treuhänder
Untreue, Veruntreuung, Geldwäscherei: So lauten die Vorwürfe nach über fünf Jahren Ermittlungen.
https://www.vaterland.li/liechtenstein/staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-gegen-oldtimer-treuhaender-art-613897
In die drei Monate Amtszeit von Reto Furter fielen nur zwei Skandale, der Skandal mit den Zombie Trusts und der Skandal mit dem Rolls-Royce Treuhänder Norbert Seeger, der etwa 20 Millionen Franken veruntreut haben soll. Das ist sowieso wenig für drei Monate in Liechtenstein.
Die vierte Gewalt in Liechtenstein ist dieser Blog.
Eine Zeitung muss unabhängig sein, Missstände aufdecken und Transparenz schaffen. Das Vaterland ist nicht unabhängig, deckt keine Missstände auf und hilft kleinzureden und zu vertuschen. Das ist kein Journalismus, das ist Propaganda.
Dieser Blog schafft Transparenz, überwacht die anderen drei Gewalten im Ländle, informiert die Bevölkerung und ermöglicht damit Kontrolle. Die staatlichen Medienförderungsmittel des Ländle sollten daher an diesen Blog gezahlt werden!
Ich vermute, dass Furter keine Lust darauf hatte, dass ihm diktiert wird, was er zu schreiben habe.
Wahrscheinlich ist Furter zu diesem Blog gewechselt. Da kann er ungehindert ganz offen über die Tatsachen in Liechtenstein berichten.
Furter wird einen Blick hinter die Kulisse des Ländles erhalten und erkannt haben, dass er hier kriminelle Machenschaften klein- und schönreden soll und er ein Bild von märchenhaften blühenden Wiesen zeichnen soll.
Vielleicht hat sich der Redaktor in die sichere Schweiz gerettet, solange er noch konnte. Dies bevor die Zombie Trust Krise virulent wird durch die USA. durch Russland oder durch vor Wut schäumende Russen, denen der Zugriff zu ihren Vermögen verunmöglicht wird.
Wahrscheinlich hat Reto Furter Ärger gekriegt, weil er nur tagelang anstatt monatelang die Hochzeit von Prinzessin Marie Caroline auf der Titelseite gebracht hat.
Reto Furter im Interview: «guter Journalismus ist, wenn er ehrlich ist». Das erklärte Reto Furter im Podcasthus Liechtenstein am 11. August 2025, also vor drei Monaten. Damit war von Anfang an klar, dass Reto Furter nicht bei Vaterland bleiben konnte. https://www.youtube.com/watch?v=vOx6ht49pSk
War Reto Furter tatsächlich so naiv, dass er geglaubt hat, in Liechtenstein ehrlichen Journalismus machen zu können? Das hat doch inzwischen jeder mitgekriegt, das Liechtenstein kein Rechtsstaat ist und alles vertuscht wird, was nicht in das Bilderbuch-Image passt.
Doe Prawda berichtet nicht unabhängig, sondern ist ein Sprachrohr der sowjetischen Präsidenten. Sie steht für Propaganda und einseitige Berichterstattung.
Die Zeitung Vaterland…
Furter hat nicht das «Vaterland» verraten, als er gegangen ist, er hatte vielmehr den guten Journalismus verraten, als er zum «Vaterland» ging.
Muss der Fürst die Lobeshymnen über Liechtenstein im Vaterland jetzt selber schreiben?
Herr Furter, wussten Sie nicht, in welchem Land die Zeitung Vaterland ist…?
Dieser Blog hat wahrscheinlich mehr Leser als das Vaterland.
Reto Furter hat Philosophie und Geschichte studiert und in Geschichte promoviert. Er wird mitgekriegt haben, was im Ländle tatsächlich für düstere Machenschaften passieren und hat es nicht nötig, sich für Vertuschung, Desinformation und Schönfärberei herzugeben.
Wahrscheinlich musste der Vorgänger von Reto Furter gehen, weil er es gewagt hatte, über den Skandal mit der Witwe des saudischen Königs Fahd zu berichten.
Im April 2025 erdreistete sich das Vaterland doch tatsächlich, über den Skandal zu berichten, dass die Treuhänder der zwei von dem verstorbenen König Fahd gegründeten Stiftungen der Witwe, die Begünstigte der Stiftungen ist, deren Auskunftsrecht und überhaupt deren Begünstigung bestreiten. Dabei ist das doch ganz normales Vorgehen liechtensteiner Untreuhänder:
1. bestreiten, dass jemand überhaupt Begünstigter ist
2. Auskunftsrecht nicht gewähren
In der Treuhandfirma LNR sind Bernhard Lorenz und Wolfgang Rabanser.
https://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/witwe-von-saudischem-koenig-liegt-im-clinch-mit-liechtensteinischer-stiftung-art-597168
Der Blog hatte darüber berichtet. Krach mit Saudi Arabien
https://untreuhaender.li/2025/10/24/krach-mit-saudi-arabien/
Sieh‘ an, die Herren von LNR.
Bernhard Lorenz hat im Bacardi-Skandal seine Mit-Trustverwalterin Monika Bacardi aus dem Trust werfen lassen und diesen so in seine Gewalt gebracht.
Wolfgang Rabanser hat im Hartlaub-Skandal einen vom Stifter eingesetzten Stiftungsrat aus der Stiftung werfen lassen.
Und in beiden Skandalen waren die selben Richter am Werk… man kennt sich…
Und Oliver Nesensohn versucht gerade eine Stiftung mit Milliardenvermögen an Rohstoffen in Kanada zu kapern…
Stets zu ihren Diensten!
Der Name der Zeitung Vaterland wirkt abschreckend und missverständlich. Der Begriff wurde in der Vergangenheit von nationalistischen und autoritären Regimen stark instrumentalisiert, so dass er in der heutigen Zeit nicht nur als altmodisch, sondern sogar als nationalistisch oder sogar extremistisch empfunden werden kann. Wobei, vielleicht passt das ja ganz gut.
Vielleicht wollte der Redaktor sich nicht mundtot machen lassen. Andere Zeitungen wie die Ostschweiz hingegen haben da kein Problem. Die Ostschweiz titelte unverhohlen: «Finanzsumpf Liechtenstein»:
https://www.dieostschweiz.ch/artikel/finanzsumpf-liechtenstein-der-fuerst-wills-richten-jx9MkX7
Ich muss irgendwie an den Thriller von John Grisham denken, in dem ein junger Anwalt in einer scheinbar perfekten Kanzlei anfängt – bis er entdeckt, dass er für für ein kriminelles Netzwerk und die Mafia arbeitet.
Wer sich mit den Hunden in die Gossn legt, braucht sich nicht wundern, wenn er mit Flöhen aufwacht.
Zum Glück gibt es noch Journalisten,die sich keinen Maulkorb aufzwingen lassen :
Jan Böhmermann zeigt im ZDF absurde Kompetenzen der Fürsten in Liechtenstein……
Auf youtube:
Jan Böhmermann: Warum Deutsche Liechtenstein lieben sollten | ZDF Magazin Royale
Die Welt titelt: „Kriminelles System“? Die heiklen Vorwürfe gegen das Geldparadies der Superreichen
Liechtenstein gilt als ideale Schutzzone für große Geldsummen. Doch Einzelfälle wecken Zweifel daran: So soll vereinzelt der Zugriff auf gebunkertes Vermögen entzogen worden sein. Für das Versprechen des Finanzstandorts könnten solche Vorwürfe gefährlich werden.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus255111372/Kriminelles-System-Die-Vorwuerfe-gegen-das-Geldparadies-der-Superreichen.html
www.
youtube.com/watch?v=mhXWRIgggZ8
Achtung: Nur zur Information – keine Veröffentlichung!
Ein Fehler im Text: Es war nicht Wolfgang Haas sondern Bischof Elbs der die Trauung vornahm. Verschiedene Fotodokumente in der Vaterland Fotogalerie
https://www.vaterland.li/fotosvideos/fotos/fotogalerie/prinzessinenhochzeit-in-vaduz-30082025-cme-2619108
Bitte um Korrektur.
Komische Ansichten hat der Fürst in Bezug auf Frauen….
Frauenwahlrecht erst 1984 durch knappe Volksabstimmung eingeführt .
Auf Bild 11 der Bilder sieht man tatsächlich den Fürsten in der Kirche sitzen, der sich weder am Staatsfeiertag noch bei der Hochzeit in der Öffentlichkeit gezeigt hat. Hat er Angst vor einem Anschlag eines Russen, der nicht mehr an sein Vermögen kommt wegen der Zombie Trusts?
Without a swift solution, the „zombie trust“ problem could spill over into the broader financial sector, which forms the backbone of Liechtenstein’s economy. What is now a “zombie trust” crisis could rapidly develop into a full-scale financial crisis in Liechtenstein and severely jeopardize the overall stability of the financial sector.
Liechtenstein appears to be struggling with significant corruption concerns raised by the Council of Europe, as well as the unresolved “Zombie Trust” issue, which has for months undermined the principality’s standing as a reputable financial hub.
Der Fürst hat sich weder bei seiner Huldigungsfeier am 15. August auf der Schlosswiese noch bei der Hochzeit seiner Enkelin Ende August in der Öffentlichkeit gezeigt. Vielleicht hat er das Land schon verlassen aus Angst vor den etwa 800 Russen, die nicht mehr an ihre Vermögen kommen. Wenn schon der Fürst das sinkende Schiff verlässt, dann macht dies doch ein Redaktor der fürstlichen Prawda erst recht.
Die Staatengruppe des Europarates gegen Korruption (GRECO) fordert in einem neuen Bericht Liechtenstein auf, seine Maßnahmen zur Verhütung von Korruption unter Personen in hohen Exekutivämtern fortzusetzen, einschließlich der Regierungsmitglieder, des Regierungssekretärs bzw. der Regierungssekretärin, der Generalsekretäre bzw. Generalsekretärinnen und Persönlichen Mitarbeitenden sowie der Mitglieder der Landespolizei. Der Bericht umfasst auch den Fürsten, der gemäß der Verfassung an der Entscheidungsfindung innerhalb der Exekutive mitwirkt.
https://www.coe.int/de/web/portal/-/greco-recommends-anti-corruption-reforms-for-liechtenstein-s-government-police-and-head-of-state
Liechtenstein kann den plötzlichen Verlust ihres gesamten Vermögens bedeuten. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker oder die 800 Eigner der Zombie Trusts.
Sanktionen und Sekundärsanktionen durch US Behörden jedezeit möglich.
Vielleicht ist der Journalist Reto Furter der Sonne zu nah gekommen, hat die systematischen kriminellen Machenschaften in Liechtenstein durchschaut und hat sich geweigert, mitzuspielen und die schmutzige Pressearbeit dafür zu machen und alles zu vertuschen?
Die Ukraine entlässt gestern ihren Justizminister wegen Korruptionsverdacht.
In anderen Ländern werden Richter, die unter Korruptionsverdacht stehen, befördert…
De Redaktor het d Reissleini zogä, bevor er sini Reputation ganz verlore hätt.
Der Fall ist doch klar: der Redaktor ist bei seinen Recherchen auf diesen Blog gestossen, ist zu Tode erschrocken, was er darin alles erfahren musste, was er nie für möglich gehalten hätte und hat sofort gekündigt.
Die Frage ist nicht, weshalb jemand die Zeitung Vaterland mit einer Auflage von 8’600 Exemplaren verlässt, sondern weshalb man zu so einer Mini-Zeitung geht. Noch dazu in einem Land, das bekanntlich als zwielichtig gilt.
Handelsblatt:
Stiftungen in Liechtenstein wegen US-Sanktionen in Turbulenzen
Hunderte Stiftungen mit Vermögen von mehreren Milliarden Franken sind praktisch eingefroren. Regierung und Behörden versuchen, zu helfen, ohne den Ärger der USA auf sich zu ziehen.
https://www.handelsblatt.com/politik/international/ukraine-stiftungen-in-liechtenstein-wegen-us-sanktionen-in-turbulenzen/100131978.html
In Vaduz gibt es ein Gymnasium mit etwa 750 Schülern. Dann wird es eine Schülerzeitung mit 750 Exemplaren geben. Also können doch die von der Schülerzeitung das Vaterland auch gleich mitmachen.
Der Redaktor wird das kriminelle System in Liechtenstein durchschaut haben und sich sofort davon distanziert haben, weil er sich nicht instrumentalisieren lassen wollte.
Wenn die einzige Kritik, die über Liechtenstein erlaubt ist, die Kritik über das Wetter ist, dann verschwindet doch jeder Redaktor, wenn er nicht Liechtensteiner ist.