Wieso soll es dem Fürstenhaus anders ergehen als so vielen bestohlenen Begünstigten im Ländle?

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Fürstenhaus Anlass zu grosser Klage. Durch die Benes-Dekrete in der Tschechoslowakei, die dem kommunistischen Lager zugeschlagen wurde, wurden große Grund­stücke, Schlösser, Waldflächen und sonstiges Eigentum des Fürstenhauses Liechtenstein in Süd-Mähren (und anderen Gebieten) enteignet.

Darunter die Schlösser Lednice (Lidnice) und Valtice in Südmähren/Mährischen Lande. Ebenfalls verschiedene weitere Güter oder Schlösser in Böhmen und Schlesien. Ebenso wie Hunderttausende Hektar an Agrarland und Wald. Ebenfalls Bankvermögen und Aktienbeteiligungen.

Das war natürlich bitter, vor allem, da damals das Fürstenhaus noch nicht so in Geld schwamm wie heute.

Darüber regte sich natürlich der damalige Fürst Franz Josef II. fürchterlich auf und forderte Rückgabe oder Entschädigung.

Diese Dekrete richteten sich gegen Personen, die als Deutsche oder Germanen klassifiziert wurden oder die mit dem nationalsozialistischen Regime in Verbindung standen. Nun war das Fürstenhaus tatsächlich nicht so angebräunt wie der Gründer der Werkzeugfabrik Hilti, der ein tiefüberzeugter Nazi war.

Also stellte sich der Fürst auf den cleveren Standpunkt, dass das Haus Liechtenstein oder der Fürst Franz Josef II nicht als deutscher Staatsbürger oder Angehöriger einer deutschen Volksgruppe anzusehen gewesen wären.

Schon alleine deshalb seien die Enteignungen zu Unrecht erfolgt, entsprechende Güter zurückzugeben oder Entschädigung zu zahlen.

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Lagers schöpfte das Fürstenhaus natürlich neue Hoffnung und trat eine ganze Lawine von Prozessen los.

Aber leider: Die Gerichte in der Tschechischen Republik haben bis dato viele der Ansprüche abgelehnt. Z. B. im Jahr 2023 bestätigte ein Berufungsgericht in Brno, dass die Tschechische Republik nicht verpflichtet sei, Schlösser wie Lednice und Valtice zurückzugeben.

In vielen weiteren Verfahren wurden die Ansprüche des Fürstenhauses abgewiesen. Z. B. das tschechische Verfassungsgericht wies 2025 eine Beschwerde des Fürstenhauses ab.

Liechtenstein hat 2020 eine inter-staatliche Klage eingereicht wegen Verletzungen der Eigentumsrechte von Liechtensteinern durch tschechische Massnahmen, insbesondere den Beneš-Dekreten und deren Nachwirkungen, z. B. Klassifizierung von Liechtensteinern als Deutsche, wodurch Enteignung möglich wurde. Ziel ist Rückgabe, Entschädigung, oder Herausnahme aus Verfahren, in denen sie als „Deutsch“ qualifiziert werden.

Der Prozess, nicht nur im Ländle mahlen die Mühlen der Justiz langsam, ist noch hängig. Diverse Urteile in den vergangenen Jahren deuten aber darauf hin, dass sich der aktuelle Fürscht, bzw. sein herrschender Erbprinz Alois, keine grossen Hoffnungen machen sollten.

Die tiefere Ironie bei diesen Enteignungen liegt darin, dass hier das Fürstenhaus selbst Opfer von rechtsstaatlich nicht ganz lupenreinen Enteignungen ist. Während die fürstliche Justiz genau das als Business as usual schützt, wenn ein Liechtensteiner Untreuhänder einen Stifter oder Begünstigten aufs Kreuz legt und über den Tisch zieht.

Der Unterschied ist allerdings, dass das Fürstenhaus trotz diesen Verlusten stinkreich ist, in der Region zweistelliger Milliardenbetrag. Für einen Stifter oder Begünstigten, dem seine Einkommensquelle entwendet wurde, geht es aber häufig um die pure Existenz. Und im Gegensatz zum Fürstenhaus hat er meist das Geld nicht, sich im Ländle gegen diese Enteignung zu wehren.

Was aber vielleicht auch nicht so schlimm ist. Denn regelmässig entschieden die fürstlichen Richter für den Liechtensteiner Untreuhänder und gegen den fremden Fötale, der es wagt, gegen diesen Raubzug aufzubegehren.

17 Kommentare
  1. Georg Baumgartner
    Georg Baumgartner sagte:

    In der Tschechischen Republik sind die Gesetze vielleicht ungerecht.
    In Liechtenstein sind die Gesetze gerecht, aber die Gerichte korrupt – und Regierung und Fürst dulden dies.

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  2. Der Fürst spielt Verstecken
    Der Fürst spielt Verstecken sagte:

    Beim Staatsfeiertag hat sich der Fürst nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Ebenso hat sich der Fürst bei der Hochzeit seine Enkelin nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. In die Kirche hat er sich durch einen Hintereingang geschlichen. Anscheinend hat der Fürst so grosse Angst oder gar Panik vor den 800 Russen, deren Vermögen in den Zombie Trusts feststecken.

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  3. Welt: „Abschied von Europas letztem Geldparadies“
    Welt: „Abschied von Europas letztem Geldparadies“ sagte:

    Die Welt titelt: „Abschied von Europas letztem Geldparadies“

    Liechtenstein hat sich als sicher und vertrauenswürdig angepriesen und hat dieses Versprechen über 800 Mal gebrochen. Entweder jahrelang aufgrund krimineller Treuhänder und Richter oder jetzt mit den fallen gelassen Zombie Trusts. Damit ist Lichtenstein als Finanzstandort erledigt.

    https://www.welt.de/wirtschaft/plus251034324/Geld-Abschied-von-Europas-letztem-Geld-Paradies.html

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  4. Schwere und organisierte Kriminalität in Liechtenstein
    Schwere und organisierte Kriminalität in Liechtenstein sagte:

    Das kriminelle System, mit welchem manche Liechtensteiner Treuhänder Stiftungen und Trusts seit Jahren systematisch und planmässig mit tatkräftiger Hilfe von nicht neutralen Richtern und Staatsanwälten in ihre Macht bringen und dann ausplündern, ist jetzt aufgeflogen und bekannt geworden. Dass es so lange verheimlicht werden konnte, liegt wohl daran, dass die liechtensteiner Rechtsanwälte den betroffenen Opfern das Märchen vom «bedauerlichen Einzelfall» erzählt haben, da auch sie viele Jahre von dem kriminellen System profitiert haben. Fürst und Regierung haben jahrelang weggeschaut und so getan, als wüssten sie von nichts, obwohl sie es wussten und billigten. Bei dem kriminellen System dürfte es sich um schwere und organisierte Kriminalität handeln.

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  5. Daniel
    Daniel sagte:

    Wenn sich der Fürst von Tschechien ungerecht behandelt und enteignet fühlt, dann kann er vielleicht nachempfinden, wie sich die 800 Russen fühlen, deren ihre Vermögen genommen wurden, die jetzt in den zombie trusts feststecken.

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  6. Mal so, mal so
    Mal so, mal so sagte:

    Liechtenstein hat eine beschwerdeartige Klage auf zwischenstaatlicher Ebene eingereicht gegen die Tschechische Republik vor dem EGMR unter Berufung auf Verletzungen diverser Artikel der Europäischen Menschenrechtskonvention: etwa Artikel 1 des Protokolls 1 (Schutz des Eigentums), sowie Artikel 6, 8, 13, und 14.
    Liechtenstein, das selbst wiederholt und möglicherweise vorsätzlich gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstossen hat.

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  7. Dem Unrechtsstaat wird unrecht getan
    Dem Unrechtsstaat wird unrecht getan sagte:

    Der tschechische Verfassungsgerichtshof hat vor kurzem (August 2025) die Klage des Fürstenhauses über Lednice-Valtice erneut abgelehnt und festgestellt, dass deren Ansprüche „offensichtlich unbegründet“ seien.

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  8. Rat für Betroffene krimineller Aktivitäten in Liechtenstein
    Rat für Betroffene krimineller Aktivitäten in Liechtenstein sagte:

    Wir sind eine überregionale Rechtsanwaltskanzlei, haben schon viele Fälle von Wirtschaftskriminalität in Liechtenstein erlebt und raten allen Betroffenen:

    1. Sollten auch Sie Entscheidungen Liechtensteiner Gerichte erhalten haben, die nicht neutral sind, so eskalieren Sie ihren Fall weiter bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Dort ist bekannt, dass Liechtensteiner Gerichtsentscheidungen oftmals nicht neutral sind. Acht von 10 Beschwerden zum EGMR hatten Erfolg. Die Liechtensteiner Gerichte sind an die Entscheidungen des EGMR gebunden.

    2. Melden auch Sie Ihren Fall dem Legal Attache’s Office der U.S.-Botschaft in Bern, einer Aussenstelle des amerikanischen Justizministeriums, welches aufgrund eines besonderen amerikanischen Gesetzes, dem RICO Act weltweite Zuständigkeit im Kampf gegen kriminelle Vereinigungen hat. Mittels des RICO Act erfolgten beispielsweise das Verfahren und die Verurteilungen gegen weltweit verstreute Funktionäre der FIFA.

    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    Sollten Ihnen Ihre Liechtensteiner Rechtsanwälte davon abraten, wissen Sie, dass diese ihre eigenen Interessen als Liechtensteiner vertreten und nicht Ihre.

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  9. Advice for Victims of Criminal Activities in Liechtenstein
    Advice for Victims of Criminal Activities in Liechtenstein sagte:

    We are an international law firm with extensive experience in handling cases of white collar crime in Liechtenstein. Based on our experience, we strongly advise the following steps for those affected:

    1. Appeal to the European Court of Human Rights (ECHR):
    If you have received court rulings from Liechtenstein that lack neutrality, it is imperative to escalate your case to the ECHR. It is well-documented that Liechtenstein court decisions are often not impartial. The Liechtenstein judiciary is bound by the decisions of the ECHR.

    2. Report Your Case to the U.S. Embassy’s Legal Attaché Office in Bern:
    Inform the Legal Attaché Office, a branch of the U.S. Department of Justice, about your case. Under the RICO Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), the U.S. has global jurisdiction to combat organized crime. The RICO Act has been used in high-profile cases, such as prosecuting officials associated with FIFA across the globe.

    Contact Information:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Be cautious of advice from Liechtenstein-based attorneys:
    If your Liechtenstein lawyer advises against taking such actions, be aware that they may prioritize their local interests over yours.

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  10. Consejos para las víctimas de actividades criminales en Liechtenstein
    Consejos para las víctimas de actividades criminales en Liechtenstein sagte:

    Somos una firma de abogados internacional con una amplia experiencia en la gestión de casos de delitos de cuello blanco en Liechtenstein. Basándonos en nuestra experiencia, recomendamos encarecidamente los siguientes pasos para quienes se vean afectados:

    1. Apelar al Tribunal Europeo de Derechos Humanos (TEDH):
    Si ha recibido sentencias judiciales de Liechtenstein que carecen de neutralidad, es imperativo escalar su caso al TEDH. Está bien documentado que las decisiones judiciales en Liechtenstein a menudo no son imparciales. El poder judicial de Liechtenstein está vinculado por las decisiones del TEDH.

    2. Denunciar su caso a la Oficina del Agregado Legal de la Embajada de EE. UU. en Berna:
    Informe sobre su caso a la Oficina del Agregado Legal, una rama del Departamento de Justicia de EE. UU. Bajo la Ley RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), EE. UU. tiene jurisdicción global para combatir el crimen organizado. La Ley RICO se ha utilizado en casos de alto perfil, como el enjuiciamiento de funcionarios vinculados a la FIFA en todo el mundo.

    Información de contacto:
    U.S. Embassy in Switzerland and Liechtenstein
    Attn: Legal Attaché’s Office
    Sulgeneckstrasse 19
    3007 Bern

    3. Sea cauteloso con los consejos de abogados con sede en Liechtenstein:
    Si su abogado en Liechtenstein le aconseja no tomar tales acciones, tenga en cuenta que pueden estar priorizando sus intereses locales por encima de los suyos.

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  11. Merkwürdig
    Merkwürdig sagte:

    Das Fürstenhaus hat seine eigenen Skandale. Der Finanzplatz des Ländles wird regelmässig von Skandalen erschüttert, weil vor allem seine etwa 130 Treuhänder, von denen inzwischen 27 (mitsamt ihren Treuhandbüros) auf der Sanktionsliste der US-Behörde OFAC stehen, Handlangerdienste beim Verstecken von Russengeldern leisten.
    Und das Fürstenhaus will sich beschweren, weil ihm vor Jahrzehnten auch einmal etwas weggenommen worden ist?

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  12. Achim
    Achim sagte:

    Die Treuhänder machen doch auch nichts anderes. Sagten den Stiftern, sie sollen alle Dokumente beim Treuhänder lassen, das sei besser und sicherer, wegen der Steuer und so. Und nach dem Ableben des Stifters sagen sie den vom Stifter eingesetzten Begünstigten, sie müssten Dokumente vorlegen, im Original, anderenfalls kann er ihnen leider nicht einmal Auskunft geben. Ist doch eine ganz einfache Masche, aber sehr lukrativ.

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